V/0498/2005
Soziales Engagement - eine Ehrensache für Münsters Schülerinnen und Schüler
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Beschlussvorlage
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DER OBERBÜRGERMEISTER V/Stift Betrifft Soziales Engagement - eine Ehrensache für Münsters Schülerinnen und Schüler Beratungsfolge 29.06.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Der Ratsantrag der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster vom 03.05.2005, Nr. A- R/0016/2005 (Anlage 1) wird an den Ausschuss für Schule und Weiterbildung, den Aus- schuss für Kinder, Jugendliche und Familien sowie an die Stiftungskommission verwiesen. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, die bisher durchgeführten oder eingeleiteten Maßnahmen zur Stärkun g und Verbesserung des freiwilligen Engagement von Schülerinnen und Schülern zu bilanzieren und weitere Vorschläge in Form eines Rahmenkonzeptes zu entwickeln und den politischen Gremien zur Entscheidung vorzulegen. Kosten/Folgekosten entfällt Finanzierung/Mittelbereitstellung entfällt Begründung: 1. Ausgangslage: Die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster beantragte am 3. Mai 2005 (Antragsnummer A- R/0016/2005) die weitere Förderung von Maßnahmen zur Stärkung des ehrenamtlich Enga- Vorlagen-Nr.: V/0498/2005 Auskunft erteilt: Herr Claahsen Ruf: 492 59 03 E-Mail: Claahsen@stadt-muenster.de Datum: 02.06.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - gements von Schülerinnen und Schüler ab Klasse 9. Die Verwaltung ist ferner aufgefordert, mit der Freiwilligenagentur Kriterien für ein Ehrenamtszertifikat der Stadt Münster zu entwi- ckeln, sowie eine Liste mit Organisationen, bei denen ehrenamtlicher Einsatz erfolgen kann, zu erstellen. Auf der Grundlage des Ratsbeschlusses vom 19.12.2001 (Vorlagen-Nr.: 1147/01) hat die Freiwilligenagentur in Trägerschaft der Stiftung Siverdes bereits in den vergangenen Jahren Jugendliche als Zielgruppe für freiwilliges Engagement verstärkt angesprochen. In Koopera- tion mit der Katholischen Fachhochschule hat sie über 1000 Schülerinnen und Schüler aus Münster zum freiwilligen Engagement befragt. Die Studie belegt die deutliche Bereitschaft junger Menschen, sich für andere und das Gemeinwohl zu engagieren. Es wird auch deut- lich, dass Schule einen Knotenpunkt für den Zugang Jugendlicher in freiwillige Tätigkeiten darstellt. Die Ergebnisse der Studie fließen in die Arbeit der Freiwilligenagentur ein. So bietet die Agentur allen weiterführenden Schulen die Gestaltung und Durchführung einer Unterrichtsdoppelstunde „Freiwilliges Engagement“ und Kooperation mit anderen Stiftungen eine Lehrerfortbildung „Service Learning“ an. Darüber hinaus werden Qualifizierungstrainings für Organisationen zur verbesserten Einbindung Jugendlicher in freiwillige Tätigkeiten ange- boten. Laut oben erwähnter Studie steht der Tätigkeitsnachweis (Ehrenamtzertifikat) auf der Wunschliste Jugendlicher „auf Rang Eins“. 2. Vorschläge zum weiteren Verfahren Um die Bereitschaft zur Übernahme einer freiwilligen Tätigkeit bei Schülerinnen und Schü- lern ab Klasse 9 zu stärken, sind gute und ausreichende Rahmenbedingungen auf unter- schiedlichsten Ebenen notwendig. Die begonnenen Aktivitäten müssen dazu weiterentwickelt und verstetigt werden. Dazu gehören u. a.: 1. Einsatzfelder und Qualifizierungsmaßnahmen Schülerinnen und Schüler benötigen Info rmationen über die Engagementmöglichkeiten in Münster. Eine in der Freiwilligenagentur geführte und laufend aktualisierte Daten- bank gibt Auskunft über konkrete Einsatzfelder. Die Freiwilligenagentur informiert und berät über Einsatzmöglichkeiten, die den individuellen Fähigkeiten, Wünschen und In- teressen der Engagementinteressierten entsprechen. Mit Informationsveranstaltungen an Schulen kommt sie den gewünschten „Zugangswegen“ der Schülerinnen und Schü- lern nach. Durch Qualifizierungstrainings setzt sich die Agentur in Kooperation mit Schule und Trägern der Weiterbildung für gute Rahmenbedingen für freiwilliges Enga- gement Jugendlicher in Organisationen ein. Diese Informations- und Qualifizierungs- angebote sind unabdingbar. Sie sollen in Kooperation mit dem Amt für Schule und Weiterbildung fortgeführt und weiter entwickelt werden. 2. Nachweise / Zertifizierungen Unternehmen legen bei Personalentscheidungen zunehmend Wert auf „Sozialkompe- tenzen“ ihrer Bewerberinnen und Bewerber. Der Nachweis über soziales Engagement nimmt für Schülerinnen und Schüler an Bedeutung zu. Vereine, Organisationen und Einrichtungen arbeiten bereits mit eigenen, teilweise selber entwickelten, Tätigkeits- nachweisen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den „Landesnachweis NRW - Enga- giert im sozialen Ehrenamt“ entwickelt. Einige Schulen in Münster vermerken eine eh- renamtliche Tätigkeit bereits im Schulzeugnis. Das Amt für Schule und Weiterbildung prüft in Kooperation mit der Freiwilligenagentur welche Bedingungen nötig sind, damit in Abschlusszeugnissen eine qualitätsgesicherte - 3 - Aussage zur freiwilligen Tätigkeit von Schülerinnen und Schülern gemacht werden kann. Dabei ist insbesondere festzustellen, wie viele Schulen bereits in welcher Form dem Zeugnis Informationen zur freiwilligen Tätigkeit der Schülerinnen und Schüler beifügen. Es wird geprüft, ob und wie diese Verfahren auf alle Schulen in Münster übertragen werden können. Dabei ist die Pluralität und ein gleichberechtigtes Dasein der vorhan- denen Tätigkeitsnachweise mit der damit verbundenen Selbstbestimmung der Organi- sationen zu berücksichtigen. Gleichzeitig ist eine Qualitätssicherung in Bezug auf die „ausstellende Einrichtung“, aber auch auf den zeitlichen Umfang des Engagements zu gewährleisten. Die Verwaltung erarbeitet ein Rahmenkonzept, auf dessen Grundlage u. a. - freiwilliges Engagement von Schülerinnen und Schülern flächendeckend in alle Abschusszeugnisse aufgenommen werden kann, und - eine Qualitätssicherung in Bezug auf die „ausstellende Einrichtung“, auch auf den zeitlichen Umfang des Engagements, gewährleistet ist. Darüber hinaus arbeiten Schule und Weiterbildung an der Förderung von gesellschaftlicher Teilha- be und ehrenamtlichem Engagement von Jugendlichen. Träger der Weiterbildung, wie z. B. die Volkshochschule der Stadt Münster unterstützen hier u. a. mit Projekten im Bereich der politischen Bildung. Über die weitere Entwicklung der begonnenen Aktivitäten zur Stärkung des ehrenamtlichen Enga- gements von Schülerinnen und Schülern wird die Verwaltung zeitnah dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung, dem Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien sowie der Stiftungskom- mission berichten. I.V. I.V. Dr. Klein Dr. Hanke
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0498/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 02.06.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37