3131/2017
Bericht des Jobcenter Köln
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TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 2 AMIP 2018
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Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 09.11.2017 Arbeitsmarkt- und Integrationsprogramm ab 2018 Seite 1 Stand: 05.10.2017 Inhalt Vorwort ........................................................................................................... 2 Handlungsschwerpunkte .............................................................................. 3 Lebenslanges Lernen .................................................................................... 3 Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit ...................................................... 6 Motivation und Partizipation ......................................................................... 9 Gesellschaft und Migration ......................................................................... 12 Sozialraumorientierung............................................................................... 15 Zahlen, Daten und Fakten ........................................................................... 18 Seite 2 Vorwort Seite 3 Handlungsschwerpunkte Lebenslanges Lernen Die Fachkräfteengpassanalyse zeigt mit Stand Juni 2017 einen bundesweiten Fachkräftebedarf in bestimmten Berufsfeldern . Dem gegenüber stehen gering- qualifizierte und integrationsferne Kundinnen und Kunden, welche stärkeorien- tiert beruflich auszubilden od er zu qualifizieren sind. Etwa 66 % (Stand Juli 2017) der erwerbsfähigen Leis tungsberechtigten des Jobcen ter Köln verfügen über keine abgeschlossene Berufsausbildung. Die erfolgreiche Absolvierung von abschlussorientierten Weiterbildungen stellt jedoch hohe Ansprüche an das Durchhaltevermögen von Teilnehmenden, deren Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten sich über Jahre der Arbeitslosigkei t verringert hat . Dem gilt es mit geeigneten Instrumenten zu begegnen, erfolgreiche Weiterbildungen zu ermög- lichen und nachhaltige Integrationen in den ersten Arbeitsmarkt zu erzielen. Ziele Wir entwickeln uns als Organisation stetig weiter Wir aktivieren und qualifizieren SGB II - Leistungsempfänger Wir verbessern die Durchführungs- qualität von a bschlussorientierten Wei- terbildungen Wir bilden Kundinnen und Kunden ohne Ab schluss zu Fachkräften aus und integrieren sie Seite 4 Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt: Wir entwickeln… unsere Angebote und Prozesse konsequent weiter. Dabei orientieren wir uns an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes und den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden. Um dies zu gewährleisten, binden wir diese zu- nehmend in die (Weiter-) Entwicklung unserer Maßnahmen mit ein. eine gemeinsame Bildungszielplanung mit der Agentur für Arbeit. Die Planung berücksichtigt den quantitativen und qual itativen Qualifizie- rungsbedarf des regionalen Arbeitsmarktes. unsere Qualifizierungsberatung weiter. D ie Anforderungen hierbei sind deutlich gestiegen durch einen differenzierten Arbeitsmarkt sowie ein he- terogenes Bildungsangebot, so dass eine Spezialisie rung der Beratung im Jobcenter erforderlich wird. Wir aktivieren und qualifizieren… unsere Kund innen und Kunden für die Herausforderungen des Arbeits- marktes. So wird in 2018 und 2019 der Anteil von Bildungsmaßnahmen mindestens 20 % des gesamten Eingliederungstitels entsprechen. zielgruppenorientiert und modular. Insbesondere die Gruppe der lang- zeitarbeitslosen Kundinnen und Kunden zeichnet sich teilweise durch ein geringes Durchhaltevermögen aus sowie durch länger zu rückliegende Lernerfahrung. Diesen Herausforderungen begegnen wir durch Anpas- sung unserer Angebote . So ist es gelungen, Teilnahmeabbrüche durch vorgeschaltete Erprobungsmodule erheblich zu verringern. Zudem setzt das Jobcenter Köln verstärkt auf modulare Teilqualifizierun- gen mit dem Ziel ein es Berufsabschlusses. Hierdurch werden die Be- darfslagen am Arbeitsmarkt sowie unterschiedliche Bildungspotenziale der Kundinnen und Kunden berücksichtigt. Die beiden Ansätze Erpro- bung sowie Teilqualifizierung werden erfolgreich in den Projekten „Kölner Bildungsmodell“ sowie „Durchstarten in Köln“ angewandt. Seite 5 Wir verbessern… die Qualität der be ruflichen Weiterbildung. Ausdrückliches Ziel des Job- center Köln ist deshalb eine kontinuierliche und standardisierte Überprü- fung des Maßnahme- und Angebotsportfolios. Dies erfolgt beispielsweise durch eine erhöhte Kontaktdichte mit den Bildungsträgern oder auch Sprechstunden für Teilnehmende von Weiterbildungen. das Teilnehmendenmanagement während einer Weiterbildung. Wesent- liche Aspekte sind hierbei die proaktive Ve rmeidung von frühzeitigen Ab- brüchen, die intensive Begleitung der Teilnehmenden vor Ort sowie die Aufnahme erster Integrationsb emühungen noch vor A bschluss einer Qualifizierung. Hierbei gilt: „Nachhaltige Integration geht vor Qualifizie- rung und Qualifizierung geht vor nicht nachhaltiger Integration.“ Wir bilden… die Grundlagen für den Start einer Weiterbildung: Die Förderung von Grundkompetenzen (Lesen, Schreiben, Rechnen, IT ) wird weiterhin an- geboten, um die erfolgreiche Teilnahme von Kundinnen und Kunden an berufsqualifizierenden Weiterbildungsmaßnahmen bereits im Vorfeld zu unterstützen. Die Verstetigung der Maßnahme im Rahmen einer mit Gut- schein geförderten Qualifizierung ermöglicht einen flexiblen Einstieg und entspricht hierdurch den Erfordernissen der Zielgruppe. Fachkräfte aus und vermeiden damit Arbeitslosigkeit aufgrund von man- gelnder Qualifikation. Einstiegsqualifizierungen (EQ) bieten Ausbildungs- betrieben die Möglichkeit, die Fähigkeiten der jungen Menschen mit dem Ziel der anschließenden Über nahme in ein Ausbildungsverhältnis be- obachten und erproben zu können. Als weiteres Angebot steht die Be- gleitung der Ausbildung (AbH) zur Verfügung, hier wird beispielsweise Nachhilfe parallel zur Ausbildung angeboten. Bei sehr hohem Förderbedarf von junge n Menschen erfolgt zunächst die Vorbereitung und anschließende Begleitung der Ausbildung (AsA). Seite 6 Nachhaltigkeit in der Integrationsarbeit Geringqualifizierte Kundinnen und Kunden fassen nur schwer Fuß auf dem ersten Arbeitsmarkt. Lediglich 17% derjenigen Kundinnen und Kunden, die in bedarfsdeckende Beschäftigung integriert wurden und auch 12 Monate später noch ihren Lebensunterhalt eigenständig bestreiten, haben keinen Berufsab- schluss (Stand …). Ausgeprägte Langzeitarbeitslosigkeit destabilisiert zudem die Lebensführung und nimmt Einfluss auf angrenzende Lebensbereiche. Der Beratungs- und Unterstützungsbedarf der Betroffenen nimmt mit anhaltenden Zeiten der Erwerbslosigkeit zu. Von Bedeutung ist somit auch die Vermeidung einer erstmaligen Arbeitslosigkeit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, um einer Verfestigung der Arbeitslosigkeit in frühen Lebensjahren entgegenzu- wirken. Die Eingliederung in ein unabhängiges Erwerbsleben erfordert damit häufig eine enge Begleitung und individuellen Zuschnitt von Unte rstützungsan- geboten. Dies gilt ebenfalls für die Zeit nach der Integration, um die Arbeitsauf- nahme zu stabilisieren und einen Abbruch zu vermeiden. Ziele Wir erzielen dauerhafte Beschäfti- gungsverhältnisse und vermeiden „Drehtüreffekte“ Wir unterstüt zen Jugendliche und junge Erwachsene mit Präventivange- boten, um Arbeitslosigkeit zu vermei- den und in Ausbi ldung und Arbeit zu integrieren Wir fördern individuell und ganzheit- lich zum Erhalt des Arbeitsver mögens von Kundinnen und Kunden Seite 7 Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt: Wir erzielen… längerfristige Arbeitsverhältnisse durch beschäftigungsbegleitendes Coaching. Dieser in 2014 eingeführte Ansatz hat sich seitdem als sehr wirksam erwiesen, findet sich aktuell in 9 Angebote n und Pro- jekten des JobCenter Köln wieder und wird auch zukünftig verstärkt in neue Produkte eingebaut. eine höhere Attraktivität unserer Kundinnen und Kunden durch die Arbeit des gemeinsamen Arbeitgeber -Service sowie durch Arbeitge- berveranstaltungen wi e zum Beispiel die bereits etablierten Bewer- bertage. erfolgreiche Integrationen mit der Fortführung von bewährten Veran- staltungs- und Kommunikationsformaten. Die Arbeitgeber- und Be- werbertage oder auch das prämierte Job -Speed-Dating (ausgezeich- net mit de m Exzellenzpreis der Bundesagentur für Arbeit ) geben Kundinnen und Kunden auch die Möglichkeit, unmittelbar im persön- lichen Gespräch mit potenziellen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern zu überz eugen. Das Job -Speed-Dating 2016 erzielte mit 963 teil- nehmenden Kundinnen und Kunden und mit 3.814 geführten Ge- sprächen eine Integrationsquote von rund 49 %. Wir unterstützen… benachteiligte Jugendliche unter anderem im Rahmen des Angebots „Joblinge“ , bei der Vorbereitung und Suche eines Ausbildungs - oder Arbeitsplatzes. Dieses erfolgreiche Produkt wurde aufgrund der Er- fahrungen aus anderen Maßnahmen durch eine Ausbildungsbeglei- tung ergänzt. Bisher konnten über „Joblinge“ mehr als 80 % der Teil- nehmenden nachhaltig vermittelt werden. Seite 8 Kundinnen und Kunden an a llgemeinbildenden Schulen dabei, den Übergang in Ausbildung und Arbeit erfolgreich zu gestalten. Unsere Schülerteams kooperieren dabei mit der Berufsberatung sowie mit den jeweiligen Schulen. die Einrichtung einer Jugendberufsagentur in Köln zur Bündelun g der gemeinsamen Bemühungen von Jobcenter, Agentur für Arbeit sowie Stadt Köln bei der Integration von jungen Erwachsenen. niedrigschwellige Projekte im Kölner Stadtgebiet dabei, die Teilneh- menden mittelfristig wieder in die Regelsysteme zurückzuführen. Wir fördern… mit kommunal flankierenden Angeboten einen ganzheitlich ausge- stalteten Integrationsprozess, da nur so komplexen Situationen und Problemlagen einer Bedarfsgemeinschaft Rechnung getragen wer- den kann. In 2016 partizipierten mehr als 11.600 Me nschen in Köln an diesen Leistungen. Durch die in 2017 erfolgte Aufstockung der Mittel möch- ten wir auch in Zukunft die hohe Qualität der Angebote mittelfristig halten und die bestehenden Bedarfe decken. die Gesundheit unserer Kundinnen und Kunden, in dem wir verstärkt Elemente der Gesundheitsförderung in neue Förderangebote invol- vieren. Beispielhaft sei hier das flankierende Gesundheitscoaching im Rahmen von „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ genannt. gesundheitlich beeinträchtigte Kundinnen und Kunden d urch gezielte Beratung unseres Disability Managements (DiMa), mit der Stabilisie- rung- und Entwicklungsmaßnahme (SEM -DiMa) sowie mit dem Mo- dellprojekt „MitArbeit! in Köln“. Durch Wiederherstellung von Tages- strukturen, psychosoziale Stabilisierung und sozial e Teilhabe werden die individuellen Vermittlungschancen verbessert. Seite 9 Motivation und Partizipation Die bisherigen Betrachtungen von Förderangeboten, die von Teilnehmenden frühzeitig abgebrochen wurden, heben Gründe der Motivation und dem daraus resultierend geringen Durchhaltevermögen besonders hervor. Bereits der Bera- tungsprozess nimmt maßgeblich Einfluss auf Akzeptanz und Ablehnung von ausgewählten Angeboten. Ferner zeigen bisherige Erfahrungen, dass Bewer- bungsbemühungen von Kundinnen und Kunden oftmals schon vor einem mög- lichen Vorstellungsgespräch scheitern. Mit sinnvollen Aktivierungsvarianten wird die stärkere Partizipation von Kundinnen und Kunden am Ein gliederungspro- zess angestrebt, damit Angebote engagierter und erfolgreich wahrgenom men werden. Darüber hinaus gilt es Kundengruppen mit spezifischen Vermittlungs- hemmnissen, wie beispielsweise Menschen mit Behinderungen, bei der sozia- len Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben zu unterstützen o der Ihnen diese sogar zu ermöglichen. Hierbei bedarf es gezielte r Zuschnitte von Angeboten und Projekten, um Kundinnen und Kunden sowie Arbeitgeber ge- meinsam im Prozess der Eingliederung zu begleiten und zu unterstützen. Ziele Wir erzeugen höhere Akzeptanz für die mit Kundinnen und Kunden erarbei- teten Schritte im Integrationsprozess Wir steigern erfolgreich a bsolvierte Qualifizierungen Wir gestalten tragfähige Perspektiven gemeinsam mit Kundinnen und Kun- den Seite 10 Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt: Wir erzeugen… eine gute Ausgangslage für den erfolgreichen Integrationsprozess durch die stärkenorientierte Ausgestaltung der Förderkette. Werden Erwartun- gen an ein Förderangebot nicht bestätigt oder erweist sich eine gewähl- te Maßnahme frühzeitig als nicht geeignet, werden Ursachen gemein- sam mit den Teilnehmenden beleuchtet und ein alternatives Vorgehen vereinbart. Hierbei gilt „keinen Ausstieg ohne neuen Einstieg“. Akzeptanz und Initiative von Teilnehmenden durch Angebote der Parti- zipation in Maßnahmen. So sieht das JobBörsen-Programm den „Work- shop“ als favorisierte Sozialform interner Schulungsangebote vor, in de- nen Kundinnen und Kunden die Ergebnisse der gemeinsamen Prozes- se mit beeinflussen können. Wir steigern… die Motivation zur erfolgreichen Teilnahme an Weiterbildu ngen. Im Pro- jekt „Durchstarten in Köln“ werden Prämien für erfolgreich Prüfungen gewährt. Das ESF-Projekt wird in Köln in den Berufsbereichen Fach- kraft Metalltechnik und Servicekraft Schutz und Sicherheit umgesetzt . Die Teilnehmenden werden durch Qualifizi erungscoaches des Jobcen- ters begleitet und unterstützt. Ein finanzieller Anreiz reicht in der Regel nicht aus als Motivator, eine Weiterbildung zu beginnen, kann jedoch aktivierend wirken und zudem im Verlauf der Weiterbildung das Durch- haltevermögen stärken. Attraktiv für unsere Kundinnen und Kunden ist insbesondere die Chance, den Berufsabschluss „etappenweise“ zu er- langen. gruppendynamische Prozesse in verschiedenen Aktivierungsvarianten, wie Befit4Job, Jobbörse oder Arbeit@Porz . So erleben die Kundinne n und Kunden die berufliche Eingliederung anderer Teilnehmerinnen und Teilnehmer als ein für s ie realistisches und greifbares Ziel. Sie partizi- pieren am Erfolg der anderen Teilnehmenden, vernetzen sich und Seite 11 schöpfen Motivation zur Intensivierung der Eigenbemühungen. das Selbstwertgefühl und steigern die Weiterbildungsbereitschaft von Teilnehmenden durch schneller erreichbare Ziele mit dem Angebot von Teilqualifizierungen. Erfahrungen im Rahmen des Kölner Bildungsmo- dells zeigen, dass die modulare Qualifizie rung im Idealfall zu einer Ab- solvierung aller erforderlichen Module einer Vollqual ifizierung „in Kette“ führt. Wir gestalten… mit Kundinnen und Kunden individuelle Rahmenbedingungen zur Ver- einbarkeit von Familie und Beruf, um Erwerbstätigkeit auch bei K inder- betreuung oder Pflege von Angehörigen zu ermöglichen . Das Förder- angebot „Kölner Alleinerziehende Im Aufbruch“ unterstützt sei t 2013 Er- ziehende durch Beratungs- und Qualifizierungsangebote. Handlungsfel- der sind die Organisation der Kinderbetreuung und die Wiedergewin- nung einer beruflichen Orientierung. eine verbesserte Beschäftigungsfähigkeit für Menschen mit Schwerbe- hinderung sowie die Schaffung einer Anschlussperspektive im Projekt „Mitarbeit! In Köln“ . Seit Juni 2015 werden hier rechtskreisübergreifend Teilnehmende innerhalb von drei Jahren aktiviert, qualifiziert und an den Arbeitsmarkt herangeführt und/oder vermittelt. Dies kann die Aufnahme einer Berufsausbildung, einer abschlussorientierten Qualifizierung oder einer beruflichen Rehabilitation sein. Obligatorisch und essentiell ist da- bei das individuelle Jobcoaching zu bewerten. Chancen und Möglichkeiten für geflüchtete Menschen. So werden seit 2016 Talentscouts eingesetzt, um den besonderen Bedarfen der ju- gendlichen Menschen mit Fluchterfahrung gerecht zu werden . Die Scouts begleiten, „entdecken“ Fähigkeiten und Potentiale der Jugendli- chen und fördern diese . Das Modell der Talentscouts ist so erfolgreich, dass es in 2016 durch die Agentur für Arbeit prämiert wurde. Seite 12 Gesellschaft und Migration Das Thema Flucht ist weiterhin sehr relevant in der täglichen Arbeit des Job- centers. Die Zahl der ankommenden Asylsuchenden ist derzeit rückläufig, je- doch hat die Vergangenheit gezeigt, dass eine seriöse Aussage zur weiteren Entwicklung nur schwer zu treffen ist. Zudem leben in Köln bereits viele Men- schen, die aus anderen Gründen nach Deutschland migriert sind und sich durch unterschiedlichste Sozialisationserfahrungen und berufliche Perspektiven aus- zeichnen. Diesen Herausforderungen muss das Jobcenter in seiner Angebots- planung begegnen. Die soziale und berufliche Integration der zugewanderten Menschen erfordert eine zeitlich angemessene und individuelle Gesamtpla- nung, um Sprac herwerb und kulturelle Anpassung erfolgreich zu gestalten und dem Fachkräftebedarf von übermorgen zu begegnen. Einen weiteren Schwerpunkt unserer Arbeit stellt die gesellschaftliche Integrati- on von Personen mit erheblichen Hemmnissen dar. Die Aufnahme einer aus- kömmlichen Erwerbstätigkeit ist dabei unser generelles Ziel. Für einen Teil der Kundinnen und Kunden ist dies jedoch mittelfristig nicht realistisch. Wir sehen unsere Verantwortung insbesondere darin, diese Menschen entsprechend ihrer Fähigkeiten zu fördern und ihnen somit die Teilhabe am gesellschaftlichen Le- ben zu ermöglichen. Ziele Wir unterstützen soziale Integration durch Erwerb von Sprache und Arbeit Wir schaffen Perspektiven durch An- erkennung, Ausbildung und Qualifizie- rung Wir fördern die soziale Teilhabe Seite 13 Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt: Wir unterstützen… Menschen mit Fluchterfahrung im Integration Point Köln . Die gemeinsa- me Einrichtung von Agentur für Arbeit und Jobcenter unterstützt ankom- mende Menschen bei der Inanspruchnahme von Angeboten wie Sprach- förderung, Anerkennungsberatung oder Qualifizierung. die frühzeitige Heranführung an den Ausbildungs - und Arbeitsmarkt von zugewanderten Kundinnen und Kunden. Das Angebot „Kompetenzfest- stellung, frühzeitige Aktivierung und Spracherwerb“ (KompAS) verfolgt die berufliche Orientierung parallel zur Teilnahme an einem Integrations- kurs. Da viele Menschen die Voraussetzungen für eine Teilnahme aus unterschiedlichen Gründen nicht erfüllten, wurde das Angebot inhaltlich angepasst und die Platzzahlen reduziert. den Erwerb von deutschen Sprachk enntnissen. Neben den regulären In- tegrationskursen stehen Kundinnen und Kunden mit Migrationshinter- grund berufsbezogene Sprachkurse nach der Verordnung über die be- rufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) zur Verfügung. Hierzu ergänzend enthalten zahlre iche Integrationsmaßnahmen wie beispiels- weise KomBer Sprachförderanteile, da nur mit ausreichenden Deutsch- kenntnissen eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft und in den Arbeitsmarkt realistisch ist. junge Menschen mit Fluchterfahrungen mit berufspraktischer Orientie- rung sowie Vorbereitung und Hera nführung an das deutsche Ausbil- dungssystem mit dem Angebot „Perspektiven für junge Flüchtlinge“ (Per- juF) und der Ergänzung im Bereich Handwerk (PerjuF -H). Die Sprach- förderung stellt einen obligatorischen Anteil des Angebotes dar. Seite 14 Wir schaffen… gute Grundlagen für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt durch Kompetenzfeststellung und Einleitung von Prüfverfahren zur Aner- kennung vorliegender Au sbildungsnachweise. Im Projekt „Chance plus“ werden Betroffene beispielsweise in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk „Integration und Qualifizierung“ der Anerkennungsberatung zugeführt. Abhilfe in Krisensituationen mit „Guide2work“. Das Förderangebot für Menschen mit Migrationshintergrund bietet neben einem be gleitenden Coaching eine Soforthilfe, um Betroffenen schnell und unkompliziert Un- terstützung zu leisten. Wir fördern… Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen, die aufgrund von gesund- heitlichen Einschränkungen und/oder eingeschränkten Kinderbetreu- ungsmöglichkeiten derzeit keine Integrationsperspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Im Rahmen des Bundesprogrammes „Soziale Teil- habe am Arbeitsmarkt“ wurden bis Ende September 2017 bereits 35 9 sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse im Rahmen des Projek- tes gefördert und durch Jobcoaches erfolgreich begleitet. die gesellschaftliche Teilhabe unserer Kundinnen und Kunden durch Mitwirkung im kommunalen Beschäftigungsprogramm. Erwerbstätigkeit im Hinblick auf die soziale Integration stellt ein wichtiges und notwendi- ges Instrument dar. Soziale Anerkennung und Vernetzung, geregelte Tagesstrukturen und wertschöpfende Arbeit sind hierbei we sentliche As- pekte. Projekte für NEETs (Not in Education, Employment or Training) , die auf- grund massiver Hemmnisse de rzeit nicht an Regelangeboten von Ju- gendamt und Jobcenter partizipieren. Ziel ist eine Stabilisierung der Le- benssituation und Entwicklung von realistischen Perspektiven. Seite 15 Sozialraumorientierung Als aktiver Kooperationspartner gestalten wir Angebote und M aßnahmen ver- stärkt im Sozialraum und damit unmittelbar im gesellschaftlichen Lebensraum der Kundinnen und Kunden . Das Jobcenter sieht sich in der Mitverantwortung bei der Beantwortung sozialer Fragen und versteht sich als aktiver Kooperati- onspartner vor Ort. Das in Köln kulturtypische und traditionell verankerte Veedel bietet hierzu eine räumlich gute Orientierung. Insbesondere für Jugendliche stellen räumliche Entfernungen entscheidende Hürden dar, die eine Beratung und Förderung ersc hweren oder sogar die Wahrnehmung des Hilfesystems gänzlich verhindern . Dieser Herausforderung begegnen wir durch dezentrale Beratungs- und Unterstützungsangebote. Der Schwerpunkt der sozialen Integration durch s oziale Anerkennung und Ver- netzung sowie wertschöpfende Arbeit im Sozialraum der Kundinnen und Kun- den beschreibt weiterhin einen wesentlichen Aspekt für die Förderung öffentli- cher Beschäftigungen . Die Stärken und Kompetenzen der Menschen stehen dabei uneingeschränkt im Fokus. Ziele Wir unterstützen den Menschen dort, wo er lebt Wir sind aktiver Netzwerkpartner vor Ort Wir bauen Zugangsbarrieren für Kundinnen und Kunden ab Seite 16 Ausgewählte Aktivitäten des Jobcenters zum Handlungsschwerpunkt: Wir unterstützen… Jugendliche und junge Erwachsene bei der beruflichen und der sozialen Integration mit Jugendbüros und Kompetenzagenturen vor Ort. Hier wer- den Jugendliche in eine angemessene Anschlussperspektive vermittelt, zum Beispiel in ei ne sozialversicherungspflichte Arbe it, Ausbildung, er- neuten Schulbesuch oder Einstiegs qualifizierung. In vier Stadtgebieten bieten Kompetenzagenturen umfangreiche Angebote an, um Jugendliche sowohl bei der beruflichen als auch sozialen Integration zu unterstützen. Die Angebote sind sehr erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund der Kooperati- on mit vor Ort vertretenden Akteure n wie beispielsweise weitere n Bera- tungsstellen oder ansässige n Arbeitgeber. Aus diesem Grunde sind bei einer neuen Ausschreibung der Jugendbüros zwei weitere Standorte in Planung, um der sozialräumlichen Komponente des Angebot es noch besser gerecht zu werden. Kundinnen und Kunden in Krisensituationen. Unsere Joblotsen bieten ei- ne 1:1-Unterstützung und begleite n Kundinnen und Kunden vor Ort. Ne- ben der Bewältigung von akuten Schwierigkeiten unterstützen sie bei- spielsweise den Abbau von Vermittlungshemmnissen oder die Funktion als Bindeglied zu Behörden und weiteren Anlaufstellen im Hilfesystem. schwer erreichbare junge Menschen in Kooperation mit dem Amt für Kin- der, Jugend und Familie und der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. mit einem gemeinsamen Streetwork -Angebot. Streetworker errei- chen Jugendliche in ihrem unmittelbaren Umfeld. Als vertrauensvolle An- sprechpartner bieten sie Orientierung und Unterstützung bei der be- darfsgerechten Anbindung an bestehende Hilfesysteme. Seite 17 Wir sind… in der Mitverantwortung bei der Beantwortung sozialer Fragen und ver- stehen uns als aktiver Kooperationspartner. So wirken wir in verschiede- nen sozialräumlichen Netzwerken mit wie zum Beispiel dem Arbeitskreis Chorweiler. Kooperationspartner der Stadt Köln im Rahmen des EFRE/ESF Projek- tes: “Lebenswerte Veedel“: Kölner Veedelscenter und Klosterwald 2.0 mit dem Ziel, schwer zu aktivierende Kundinnen und Kunden über einen niederschwelligen Ansatz im Sozialraum „abzuholen“ und sozial zu integ- rieren. Die vor Ort vorhandene Förderstruktur wird beachtet, ergänzt und effizient genutzt, um individuell bedarfsumfassend zu unterstützen. Wir bauen… gezielt Hemmschwellen ab für unsere Kundinnen und Kunden zur Inan- spruchnahme von Leistungen und Beratung. H ierzu sind unsere Mitar- beiterinnen und Mitarbeiter in den Kölner Veedeln unterwegs und neh- men beispielsweise am aufsuchenden Angebot des ESF -Projektes „Chancen geben – 100 Wege in Beschäftigung“ teil oder informieren Teilnehmende im Bundesprojekt „Work 4 You“ über Leistungsgewährung und Abläufe im Jobcenter. auf dezentrale Anlaufstellen. Der „Hotspot Chorweiler“ als Vor -Ort- Beratung des Jobcenter Köln im Stadtteil Chorweiler bewährt sich bereits im fünften Jahr. Etwa 50 % der Vorsprachen e rfolgen durch Nic ht- Leistungsempfänger. Die Beratung des Jobcenters im Stadtteil Neubrück wird rege genutzt. Hierdurch werden Barrieren abgebaut und Vertrauen sowie Wertschät- zung gegenüber den Kunden und Kundinnen aufgebaut. Seite 18 Zahlen, Daten und Fakten
Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5000 JC Vorlagen-Nummer 23.10.2017 3131/2017 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 09.11.2017 Bericht des Jobcenter Köln Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales und Senioren – auf Wunsch des Jobcenter Köln- den folgenden Bericht vor. Anlagen: Bericht des Jobcenters Anlage 1: Jahresbericht der kommunalen Eingliederungsleistungen 2016 Anlage 2: Entwurf des AMIPs 2018-2019 Anlage 3: Ergebnismonitoring Gez. Dr. Rau
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 3_Ergebnismonitoring 08-2017
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Anlage 3 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 06.11.2017 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2010 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2017 Ergebnismonitoring August 2017 N:\Ablagen\D35765-JC-Koeln-F-C\Controlling\00_Controlling JC\2017\07_Monitoring\2017-08\2017-08_Monitoring_SoSe_06.11.2017 ErwartungswertPrognose Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt in Tausend EUR - 213.477 211.298 -2.179 -1,0% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 26.810,7 53.684,5 80.663,6 107.521,9 134.338,6 161.135,0 187.754,5 213.477,0 240.167,7 266.850,1 293.458,8 320.037,0 Ist 2017 26.447,1 53.058,6 79.716,2 106.310,9 132.876,6 159.385,3 185.730,8 211.298,1 - - - - Ist 2016 25.730,0 51.520,7 77.412,3 103.188,0 128.923,8 154.687,0 180.459,1 206.164,7 231.781,3 257.281,2 282.633,7 307.137,3 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verringerung der Hilfebedürftigkeit August 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne LUH ) in T EUR Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 2 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Integrationsquote 0,0% 14,3% 15,0% 0,75%-Pkte 5,3% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 1,7% 3,6% 5,5% 7,5% 9,1% 10,9% 12,5% 14,3% 16,7% 19,0% 21,1% 23,3% Ist 2017 1,6% 3,3% 5,3% 7,4% 9,5% 11,2% 13,0% 15,0% Ist 2016 1,8% 3,6% 5,5% 7,5% 9,2% 11,0% 12,9% 15,2% 18,0% 20,3% 22,1% 23,3% Anzahl der Integrationen (Jahresfortschrittswert) Ist 2017 1.343 2.804 4.419 6.231 8.035 9.439 11.002 12.660 - - - - Ist 2016 1.473 3.042 4.647 6.296 7.703 9.227 10.877 12.809 15.139 17.079 18.560 19.537 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit August 2017 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationsquote Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 3 ErwartungswertSoll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - 58.534 57.873 -661 -1,1% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 58.316 58.389 58.398 58.416 58.453 58.519 58.571 58.534 58.536 58.525 58.521 58.536 Ist 2017 57.855 57.918 57.910 57.931 57.938 57.948 57.955 57.873 - - - - Ist 2016 57.173 57.244 57.253 57.271 57.307 57.364 57.409 57.416 57.421 57.416 57.404 57.388 August 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug 56.000 56.500 57.000 57.500 58.000 58.500 59.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - JDW Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 4 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) 226.365,60 225.430,91 -935 -0,4% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 27.788,0 56.256,7 84.255,9 112.656,0 141.004,1 169.651,3 198.315,4 226.365,6 254.446,1 282.333,6 310.711,5 339.043,0 Ist 2017 27.572,1 55.005,9 82.866,5 110.810,9 139.602,9 167.395,9 196.388,9 225.430,9 - - - - Ist 2016 26.527,8 53.705,6 80.435,0 107.547,2 134.609,7 161.957,9 189.322,0 216.100,2 242.907,3 269.530,1 296.621,2 323.667,8 Zielmonitoring Jobcenter Köln Kosten der Unterkunft August 2017 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: ERP Seite 5 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % - 2.105 2.105 - 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 - - - - - - - - - - - - Ist 2017 2.186 2.181 2.174 2.161 2.150 2.134 2.118 2.105 - - - - Ist 2016 2.224 2.235 2.240 2.246 2.250 2.256 2.251 2.249 2.243 2.222 2.208 2.200 Zielmonitoring Jobcenter Köln Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit August 2017 2.000 2.050 2.100 2.150 2.200 2.250 2.300 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Reduzierung der Jugendarbeitslosigkeit (gewichteter Jahresfortschrittswert) Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: Statistik der BA, Seite 6 Mitteilung zur Sitzung des Sozialausschusses am 26.01.2017 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ist 2017 153 314 507 762 986 1.159 1.379 1.542 - - - - Ist 2016 157 372 572 799 1.009 1.208 1.452 1.654 1.904 2.123 2.316 2.484 Zielmonitoring Jobcenter Köln JOB-Offensive KÖLN August 2017 - 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationen (Jahresfortschrittswert) der JOB-Offensive KÖLN Ist 2017 Ist 2016 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 7 Erwartungswert Soll akt. Monat Ist akt. Monat Diff. abs. (Soll) Diff % (Soll) Integration Schwerbehinderte 255 237 -18 -7,1% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2017 20 49 87 125 152 187 225 255 292 331 360 393 Ist 2017 25 48 71 100 131 168 210 237 - - - - Ist 2016 20 48 86 123 150 185 222 252 288 327 355 388 Zielmonitoring Jobcenter Köln Integration Schwerbehinderte August 2017 - 50 100 150 200 250 300 350 400 450 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integration Schwerbehinderte Ist 2017 Ist 2016 Soll 2017 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 8 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Hochrechnung Anzahl Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 61.763 62.073 62.234 62.395 62.337 62.396 62.369 62.352 Ist 2016 62.431 62.559 62.583 62.527 62.499 62.511 62.322 62.000 61.761 61.604 61.441 61.517 Anzahl Personen in Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 121.149 121.835 122.099 122.588 122.547 Ist 2016 121.666 122.006 122.100 121.987 121.944 122.000 121.746 121.087 120.654 120.542 120.335 120.640 Anzahl Regelleistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 116.888 117.589 117.901 118.450 118.372 118.697 118.745 118.560 Ist 2016 116.180 116.529 116.642 116.534 116.524 116.645 116.487 116.217 116.049 115.984 115.866 116.230 Anzahl erwerbsfähige Leistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2017 84.105 84.651 84.892 85.164 85.124 85.253 85.252 85.042 Ist 2016 83.951 84.257 84.334 84.230 84.209 84.305 84.125 84.039 83.856 83.715 83.525 83.692 Quote der Leistungsberechtigten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch* Datenquelle: Kreisreport, Daten mit Wartezeit von 3 Monaten Ist 2017 13,3% 13,4% 13,4% 13,5% 13,5% Ist 2016 13,3% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,4% 13,3% 13,3% 13,2% 13,2% 13,2% 13,2% Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Anzahl Arbeitslose nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gesamt Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2017 35.238 35.052 35.351 35.973 36.180 36.130 35.980 35.887 Ist 2016 39.627 39.999 39.977 39.769 38.539 37.695 37.667 37.761 37.471 36.953 36.500 35.684 Kosten der Unterkunft Kosten der Unterkunft - Veränderungsquote zum kumulierten Vorjahreswert Datenquelle: Finanzen Jobcenter Köln Ist 2017 27.572,13 55.005,94 82.866,52 110.810,86 139.602,91 167.395,87 196.388,91 225.430,91 - - - - Ist 2016 26.527,81 53.705,56 84.255,94 112.656,04 141.004,08 169.651,35 198.315,35 226.365,60 254.446,12 282.333,57 310.711,51 339.042,96 Ist / Ist-Vergleich 3,9% 2,4% -1,6% -1,6% -1,0% -1,3% -1,0% -0,4% - - - - August 2017Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren * Zähler = Leistungsberechtigte nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (erwerbsfähigeLeistungsberechtigte, nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, sonstige Leistungsberechtigte [z.B. Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II]) / Nenner = Bevölkerung unter 65 Jahre Seite 9
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln_Anlage 1_KFL Bericht 2016_
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Anlage 1 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses
Soziales und Senioren am 09.11.2017
Die kommunalen
Eingliederungsleistungen
Jahresbericht 2016
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Inhalt
1 Einleitung 3
2 Statistische Daten 5
3 Budget 15
4 Ergebnisse und Entwicklungen 16
4.1 Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II ............................................... 16
4.2 Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II ........................................... 18
4.3 Angebote der psychosozialen Betreuung nach .............................................................. 21
§ 16a Nr. 3 SGB II .................................................................................................................. 21
4.3.1 Allgemeine psychosoziale Betreuung ................................................................ 22
4.3.2 Frauenspezifische Angebote und Angebote für Erziehende .............................. 29
4.3.3 Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes ....................................................... 36
4.3.4 Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in Arbeitsgelegenheiten ......... 38
4.4 Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II .................................................. 40
5 Fallbeispiele aus dem Bereich der kommunalen Eingliederungsleistungen
gemäß § 16a Nr. 3 SGB II 42
6 Schlusswort 48
Anlage
Übersicht der Angebote nach § 16a SGB II in Köln 49
3
1 Einleitung
Die Menschen sind individuell – in ihren Zielen, Fähigkeiten und Bedürfnissen.
Ebenso spezifisch sind auch ihre Wege zur sozialen und beruflichen Teilhabe.
In Zeiten des wirtschaftlichen, digitalen, gesellschaftlichen und sozialen Wandels ändern sich
die individuellen Bedarfe ebenso wie die Anforderungen an die sozialen und berufliche n
Kompetenzen fortdauernd und eminent.
Im Rahmen der kommunalen Eingliederungsleistungen konnte indes auch in 2016 eine
zunehmende Komplexität der Problem- und Belastungslagen konstatiert werden:
Psychische und physische Erkrankungen, unzureichende Sprachkenntnisse, Schulden,
familiäre Probleme, Langzeitarbeitslosigkeit und geringe Fach- und Sozialkompetenz traten
selten isoliert auf – vielfach bedingten sie einander.
Die flankierenden Leistungen des § 16a Sozialgesetzbuch Zweites Buch (SGB II) erlauben
eine passgenaue und flexible , eine umfassende und ganzheitliche Betreuung bei der
Eingliederung in das Erwerbsleben.
Oft sind sie jenes Maß an Stabilisierung und Unterstützung, das ein Mensch braucht, um
Perspektiven entwickeln und einem Weg folgen zu können.
Zuweilen ermöglichen sie gerade die letzten Schritte auf dem Weg zur sozialen und
beruflichen Teilhabe.
2016 waren in Köln rund 117.000 Menschen auf die Hilfen nach dem SGB II angewiesen -
nahezu 13 % der Kölner Bürgerinnen und Bürger.
Rund 11. 300 Menschen nahmen im Berichtsjahr kommunale Eingliederungsleistungen in
Anspruch, d.h. jeder 10. Leistungsempfänger konnte partizipieren.
Da das Finanzbudget der Kommunalen Eingliederungsleistungen im städtischen Haushaltsplan 2016/17
erhöht wurde, konnten die den Angebotsträgern entstandenden Kostensteigerungen der letzten Jahre
erstmals adäquat berücksichtigt und folglich das für Köln charakteristische und bewährte Portfolio
sozialintegrativer Angebote erhalten bleiben.
Die bewährte Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen Kommune und Jobcenter wurde im
Berichtsjahr fortgeführt und war erneut Basis der effizienten und nachhaltigen Planung kommunal er
Eingliederungsleistungen.
Gewiss - oftmals erzielen diese Hilfen keine unmittelbaren Integrationserfolge und ihre Wirkung ist äu-
ßerst komplex und nur bedingt messbar. Art und Umfang von Veränderungen im Kontext und Gesamt-
prozess der Integration induzieren jedoch häufig Erfolg und Wirkung.
Insofern stellt d ieser Jahresbericht nicht allein die statistischen Daten , Entwicklungen und
Ergebnisse im Rahmen der im Jahre 201 6 erbrachten Angebote kommunaler
Eingliederungsleistungen nach § 16a Nr. 1 - 4 SGB II dar.
4
Vielmehr illustriert eine Auswahl an Fallbeispielen aus den Angeboten gemäß
§ 16a Nr. 3 SGB II , wie unverzichtbar und weitreichend sozialintegrative , flankierende
Leistungen im Rahmen der sozialen und beruflichen Eingliederung sind.
Eine Übersicht des gesamten Portfolio ist dem Anhang zu entnehmen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Es grüßt Sie herzlichst
Olaf Wagner
Geschäftsführer
des Jobcenter Köln
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2 Statistische Daten
Gemäß der vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik veröffentlichten
„Kölner Stadtteilinformation“ für das Jahr 2016 ist die Kölner Bevölkerung in diesem Jahr auf
1.081.701 Einwohner/-innen gestiegen. Der dort dokumentierte Anteil der Leistungsberechtig-
ten nach SGB II an allen unter 65-jährigen Einwohnerinnen und Einwohnern betrug 13,1 %.
Die „Statistik der Grundsicherung f ür Arbeitsuchende nach dem SGB II“ der
Bundesagentur für Arbeit wurde im April 2016 einer Revision unterzogen:
Im Vergleich zu den Berichten der Vorjahre ist die Anzahl der sogenannten
„Regelleistungsberechtigten“ (RLB) rückläufig bzw. unterschiedlich. Dies liegt am
neuen, nunmehr angewandten, Zähl- und Gültigkeitskonzept der Bundesagentur
für Arbeit.
Um die Transparenz der Statistik zu erhöhen, wird die Gruppe der „Kinder ohne Leistungsan-
spruch“ (KOL) nun nicht mehr zur Gruppe der „Regelleistungsberechtigten“ gezählt. Diese
beinhaltet aktuell einzig die Anzahl der „erwerbsfähigen Leistungsberechtigten“(ELB) und die
der „nichterwerbsfähigen Leistungsberechtigten“ (NEF).
Die statistischen Daten für die Jahre 2013 bis 2014 wurden ebenfalls rückwirkend angepasst.
Ein direkter Vergleich ist daher lediglich zu den im Sachbericht für das Jahr 2015 genannten
statistischen Daten möglich.
Im Dezember 2016 erhielten gemäß der Bundesagentur für Arbeit 116.324 Kölner Bürgerin-
nen und Bürger Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch So-
zialgesetzbuch (SGB II).
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Eine ebenfalls in 2016 erlassene Weisung der Bundesagentur für Arbeit, welche gemäß
§ 50 Absatz 3 SGB II für die Jobcenter verbindlich ist, hat zur Folge, dass anstelle der bisher
festgelegten sogenannten „Profillagen“ nunmehr eine Fokussierung auf die sogenannten
„Handlungsstrategien“ erfolgt.
Dies ermöglicht eine differenziertere Auswertung von Handlungsstrategien und Kundenstruk-
turmerkmalen sowie eine bessere Abbildung der zunehmend komplexen Problemlagen.
Basis dieser Analyse der Kundenstruktur ist die sogenannte „Integrationsprognose“: Sie ist
das Ergebnis der vermittlerischen Einschätzung zur Marktnähe der Kundinnen und Kunden:
Marktnah: Eine Integration ist innerhalb von 6 Monaten zu erwarten (Hierunter fallen
die bisherigen Markt-, Aktivierungs- und Förderprofile).
Nicht marktnah: Eine Integration wird voraussichtlich erst nach mehr als 6 Monaten
gelingen (Hierunter fallen die bisherigen Entwicklungs-, Stabilisierungs- und Unter-
stützungsprofile).
Die früheren sonstigen Profillagen „Zuordnung nicht erforderlich“ und "Integriert,
aber hilfebedürftig“ sind weiterhin als Kennzeichnungsoption vorhanden.
(Hierunter fallen beispielweise Kundinnen und Kunden, die bereits beruflich integriert,
aber noch hilfebedürftig sind. Oder solche, bei denen aktuell kein Handlungsbedarf
besteht, weil beispielsweise eine Familienangehörige/ ein Familienangehöriger ge-
pflegt wird.)
Im Dezember 2016 stellte sich die Kundenstruktur im Jobcenter Köln wie folgt dar:
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Eine Integrationsprognose „nicht marktnah“ impliziert Handlungsstrategien bzw. Strategiebün-
del, welche zumeist auf mehreren Handlungsbedarfen basieren.
Zwar können und werden kommunale Eingliederungsleistungen im Rahmen sämtlicher Klas-
sifikationen erbracht, gleichwohl indiziert die Prognose „nicht marktnah“ oftmals mehrere bzw.
komplexere vermittlungshemmende Kriterien. Dazu gehören insbesondere fehlende oder ge-
ringe schulische und berufliche Qualifikationen, sprachliche Defizite, gesundheitliche Ein-
schränkungen, ein höheres Lebensalter, aber auch die alleinige Erziehungsverantwortung .
Der Anteil der Kundinnen und Kunden, bei deren eine Integration frühstens nach 6 Monaten
erwartet wurde, lag im Jahr 2016 bei 54%.
Für Menschen mit Multiproblemlagen ist das Risiko der Langzeitarbeitslosigkeit besonders
hoch.
Auch im Bereich der kommunalen Eingliederungsleistungen waren im Jahr 2016 viele Teil-
nehmende über ein, meist sogar über zwei Jahre arbeitslos:
Die dauerhafte Exklusion vom Arbeitsmarkt geht häufig mit einer Verschärfung bzw. Versteti-
gung der ohnehin bestehenden Problemlagen einher.
In Köln ist ein ausdifferenziertes Angebot an flankierenden Leistungen, welches auf die unter-
schiedlichen und zumeist auch ineinandergreifenden Bedarfe zugeschnitten werden kann ,
vorhanden. Die damit einhergehende Möglichkeit, flexibel und individuell auf die Hilfesuchen-
den einzugehen, ist insbesondere in Bezug auf langzeitarbeitslose Teilnehmende sinnvoll und
opportun.
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Die zumeist niedrigschwelligen Angebote stehen oftmals zu Beginn aufeinander aufbauender
Förderketten, deren Ziel die Integration in Ausbildung oder Arbeit ist.
Auch Menschen, die zuvor noch keinen Zugang zum Hilfesystem hatten, werden ü ber die
Angebote nach § 16a SGB II in Beratungsprozesse gebracht.
Umfang, Dauer und Inhalte der Beratungs - und Hilfeprozesse unterscheiden sich nicht nur
von Angebot zu Angebot, sondern auch innerhalb der Angebote selbst. Bedingt durch die
vielfältigen persönlichen Situationen und Lebensumstände der Kundinnen und Kunden.
In den Bereichen der Kinderbetreuung und der Schuldnerberatung betrug die Dauer des
Beratungszeitraums im Berichtsjahr in über 50% der Fälle mehr als sechs Monate.
In den Bereichen der psychosozialen Betreuung und der Suchtberatung betrug diese hinge-
gen in weniger als 50% der Fälle mehr als sechs Monate.
Zwar ist die Kinderbetreuung im Rahmen der kommunalen Eingliederungsleistungen
nachrangig gegenüber den Leistungen nach dem SGB III und SGB VIII, dennoch nahmen
Kundinnen und Kunden die Betreuung regelmäßig und mit einer hohen Betreuungsdichte in
Anspruch.
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Ein Beispiel aus dem Angebot „BiSKids – Betreuung im Stadtteil – Kids in Mülheim“ verdeut-
lich, warum sich die Beratungsdauer über einen längeren Zeitraum erstrecken kann:
Die gleichsam bei BiSKids verortete Arbeitsgelegenheit ( AGH) gemäß §16 d SGB II sowie
die Angebote „Xenia – Chance für Migrantinnen“ und „M.I.m.i.K. – M.iteinander I.ntegration
m.eistern i.n K.öln“ ermöglichen eine Kinderbetreuung vor Ort. So können die Teilnehmenden
unbürokratisch und direkt am Projekt bzw. der AGH teilnehmen. Selbst dann, wenn keine re-
gulären Betreuungsmöglichkeiten bestehen. Auch dies erklärt die teilweise lange Dauer der
Angebot-Nutzung.
Die im Durchschnitt erhebliche Dauer im Kontext der Schuldnerberatung ist auf die z uneh-
mende Komplexität der zu regulierenden Schuldensituationen zurückzuführen. Die prekäre
finanzielle Situation vieler Teilnehmer/-innen ist an der oftmals hohen Anz ahl der Gläubiger
und/oder der zumeist gravierenden Höhe der Schulden erkennbar. Eine Schuldenregulierung
war oft einzig über ein gerichtliches Insolvenzverfahren möglich.
So legt beispielsweise der Verein für soziale Schuldnerberatung e.V. in seinem Bericht für das
Jahr 2016 dar, dass die geringste Verschuldung der Kundinnen und Kund en der dortigen
Schuldnerberatung bei 940 Euro, die höchste bei 4.450.000 Euro lag.
Weiterhin führt der Träger aus, dass die Verschuldung bei den unter 30jährigen bei durch-
schnittlich 20.000 Euro bis 30.000 Euro, mit teilweise über 60 Gläubigern, lag.
Ähnliches berichtet d er Sozialdienst katholischer Frauen Köln e.V.: 27,09 % der Menschen,
denen in der dortigen Schuldnerberatungsstelle geholfen wurde, hatten 11 bis 20 Gläubiger,
ein Anteil von 6,92 % sogar zwischen 21 und 50 Gläubigern. Die dort für 201 6 festgestellte
durchschnittliche Verschuldung lag bei rund 26.000 Euro.
Die Angebote im Bereich der Suchtberatung haben primär eine Clearingfunktion: So wird bei-
spielsweise der Suchtstatus festgestellt, aktuelle Problemlagen abgeklärt, Handlungsempfeh-
lungen ausgesprochen und in andere Hilfsangebote bzw. Hilfesysteme vermittelt.
Dies bedingt eine im Vergleich zu den Angeboten der vorgenannten Bereiche kürzere Bera-
tungsdauer. Allerdings handelt es sich um Durchschnittswerte. Auch in den B ereichen der
Ein alleinerziehender Vater mit zwei Kindern (10 und 12 Jahre), dessen
Frau verstorben war, hatte jede dritte Woche eine Frühschicht und
konnte deshalb die Kinder nicht wecken und sie auf den täglichen
Schulbesuch vorbereiten.
Die Situation war für den Vater äußerst belastend: Einerseits wollte er
seine Kinder begleiten und versorgen, andererseits konnten die
Rahmenbedingungen seiner Arbeitsstelle in einem Serviceunternehmen
nicht verändert werden.
Eine Betreuerin von BiSKids kam alle drei Wochen in die Familie, weckte
die Kinder und brachte sie nach dem Frühstück zur Schule.
Diese Überbrückung war für die Familie eine wertvolle Hilfe und nach
einem halben Jahr konnte eine andere Lösung unter Einbezug von
Nachbarschaftshilfe gefunden werden.
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Suchtberatung und der psychosozialen Betreuung kann die Beratung im Einzelfall über sechs
bzw. zwölf Monate dauern.
Gerade auch das vielfältige und breit gefächerte Portfolio der Angebote im Bereich der psy-
chosozialen Betreuung bedingt, dass die Beratungsdauer erheblich differiert.
Im Bereich der psycho-sozialen Betreuung gibt es Angebote, die vorwiegend eine
Clearingfunktion haben, beispielsweise die „JobLotsen“.
Überdies gibt es Angebote mit Beratungsfunktion wie die „Orientierungsberatung“.
Solche Angebote haben zweifellos eine kürzere durchschnittliche Beratungsdauer als Ange-
bote, in denen die umfassende, ganzheitliche Beratung und Begleitung im Fokus steht, wie
etwa in den Frauen- und Erziehendenprojekten.
11
Im Jahr 2016 nahmen 11.263 Kundinnen und Kunden kommunale Eingliederungsleistungen
in Anpruch.
Die nachfolgenden statistische Daten in Bezug auf die im Jahre 2016 Teilnehmenden
verdeutlichen die strukturellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.
In 2016 betrug der Frauenanteil mit 52% weiterhin mehr als die Hälfte (2015: 51%).
Auch die familiäre Situation hat sich im Vergleich zu 2015 nicht wesentlich verändert:
Mit 39 % stellten die Alleinstehenden den größten Anteil dar (2015: 38%).
Die Anzahl der Haushalte mit zwei bis drei Personen ist im Berichtsjahr mit 38 % (2015: 37%)
minimal gestiegen.
Gleiches gilt für die Haushalte mit vier und mehr Personen, in denen 21% der Teilnehmenden
lebten (2015: 20%).1
Der Anteil der Alleinerziehenden lag in 2016 bei 22 % (2015: 21%).2
Konstant ist auch die Alterstruktur im Rahmen der kommunalen Eingliederungsleistungen:
Die Teilnehmenden im Alter von 25 bis 44 Jahre stell ten mit unverändert 52% die größte
Gruppe dar. Hingegen sank der Anteil der Teilnehmenden im Alter von 45 bis 65 Jahre auf
1 In 2% der Fälle liegen keine Angaben zur Familiensituation für das Jahr 2016 vor.
2 In 4% der Fälle liegen keine Angaben für das Jahr 2016 vor.
12
32 % (2015: 34%).
Der Anteil der Teilnehmenden unter 25 Jahre stieg geringfügig auf 12% (2015: 11%).3
Erstmalig, wenn auch nur geringfügig, spiegelte sich im Berichtsjahr d ie hohe Anzahl der
Menschen mit Fluchterfahrung und der Zuwanderer in Bezug auf die Staatsangehörigkeit
und den Anteil der Teilnehmenden mit einem Migrationshintergrunde im Bereich der
kommunalen Eingliederungsleistungen wieder:
Der Anteil der Teilnehmenden aus Europa sowi e der Anteil aus Ländern wie beispielsweise
dem Irak, dem Iran und Syrien stieg im Vergleich zum Vorjahr jeweils um 6 %.
Der Anteil der Teilnehmenden, die über einen Migrationshintergrund4 verfügen, stieg im
Vergleich zum Vorjahr um 5% und machte insgesamt 35% aus.5
Ein wesentlicher Asp ekt hierbei ist, dass viele dieser Menschen erst sukzessive
anspruchsberechtigt nach dem SGB II sind. Demgemäß ist mit weiteren Veränderungen der
Kundenstruktur, auch im Bereich der kommunalen Eingliederungsleistungen, zu rechnen.
Dessen ungeachtet bedingte diese Entwicklung bereits im Jahr 2016 partiell eine Modifikation
der von den Trägern vorgehaltenen Angebote. So legt der Verein „Frauen gegen
3 In 1% der Fälle liegen keine Angaben zum Alter für das Jahr 2016 vor.
4 Ein Migrationshintergrund liegt vor, wenn Personen in einem anderen Land geboren wurden und in Deutschland
leben. Oder wenn eine Person in Deutschland geboren wurde und die Eltern einen Migrationshintergrund haben.
5 In 3% der Fälle liegen keine Angaben zum Migrationshintergrund für das Jahr 2016 vor.
13
Erwerbslosigkeit e.V.“ in seinem Jahresbericht dar, dass die Mehrzahl der teilnehmenden
Frauen des Projektes „Xenia“ belastende Fluchterfahrungen gemacht hatten, dass sie vielfach
traumatische Erlebnisse verarbeiten mussten und zum Teil hohe Sprachbarrieren aufwiesen.
Zwar benötigten alle Teilnehmerinnen eine zusätzliche Sprachförderung. Die Entwicklung hin
zu einer „Schere“ zwischen zum Teil gut sprechenden Teilnehmerinnen und denjenigen, die
schlecht oder kaum sprechen, stellte jedoch eine große Herausforderung für die Projektarbeit
dar. Infolgedessen wurde d ie Sprachförderung im Projekt neu und noch differenzierter
organisiert.
Eine weitere Änderung der Kundenstruktur ist evident:
Der Anteil der Teilnehmenden , die keinen Schulabschluss besitzen, hat sich im Vergleich
zum Vorjahr ebenso wie der Anteil der Teilnehmenden, die nicht alphabetisiert sind, erhöht.
Im Jahre 2015 hatten 26% der Teilnehmenden keinen Schulabschluss und 2% waren nicht
alphabetisiert.
Im Folgenden die korrespondierenden statistischen Daten für das Jahr 2016:
Im Bezug auf den Aspekt „Berufsausbildung“ stellt sich die Situation jedoch anders dar:
Wie auch im Jahr 2015 hatten 58 % der Teilnehmenden keine abgeschlossene bzw.
anerkannte Berufsausbildung, respektive ein abgeschlossenes bzw. anerkanntes Studium.
14
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung erklärte in einer Pressemitteilung vom
28.11.2016, dass rund 7,5 Millionen Erwachsene in Deutschland, die zu einem großen Teil
einer Erwerbsbeschäftigung nachgehen, nur eingeschränkt lesen und schreiben können.
In der Tat stellt Analphabetismus in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen ein erhebliches
Defizit im Kontext der Arbeitsmarktintegration und der gesellschaftlichen Teilhabe dar.
Auch das Thema „Grundbildung“ gewinnt zunehmend an Bedeutung:
In einem engeren Sinne werden unter Grundbildung die Kernkompetenzen Lesen, S chreiben
und Rechnen verstanden. Sie sind Voraussetzung für eine selbstbestimmte kulturelle und
gesellschaftliche Teilhabe und bilden die Basis, um sich alles Wichtige anzueignen.
Der Begriff Grundbildung wird aktuell jedoch breiter gefasst.
In der „Vereinbarung für eine gemeinsame nationale Strategie für Alphabetisierung und
Grundbildung Erwachsener in Deutschland“ wurde folgende Definition festgehalten:
„Der Begriff Grundbildung bezeichnet hier Kompetenzen in den Grunddimensionen kultureller
und gesellschaftlicher Teilhabe, wie: Rechenfähigkeit, Grundfähigkeiten im IT -Bereich,
Gesundheitsbildung, finanzielle Grundbildung und soziale Grundkompetenzen.
Grundbildung orientiert sich somit an der Anwendungspraxis von Schriftsprachlichkeit im
beruflichen und gesellschaftlichen Alltag.“6
6 Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)/Kultusministerkonferenz (KMK)(Hrsg.) (2012): Vereinba-
rung über eine gemeinsame nationale Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutsch-
land 2012-2016, S. 1
15
Derlei Themen werden durch d ie große Anzahl an Menschen mit Fluchterfahrung in Köln
voraussichtlich weiter forciert. Und auch Projekte gemäß § 16a SGB II müssen dies
zunehmend mehr berücksichtigen.
Bereits jetzt sind entsprechende Bedarfe im Rahmen der kommunalen
Eingliederungsleistungen unverkennbar:
Beispielsweise konstatiert Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. für das Jahr 2016, dass die
Zielgruppe im Projekt „ Miga 40 – Projekt für erwerbslose Migrantinne n ab 40 Jahre “ trotz
vielfach ähnlicher Problemlagen und sich wiederholender persönlicher und gesundheitlicher
Belastungen äußerst heterogen war.
Neben sozialen Faktoren wie Sozialisatio nshintergrund und Verweildauer in Deutschland
unterschieden die Frauen sich beispielsweise zum Teil erheblich in ihrer Sprachkompetenz,
ihrem kulturellen Hintergrund und ihren formalen und nicht formalen
Bildungsvoraussetzungen.
Dieser Vielfalt wurde insofern Rechnung getragen, als dass die Lernmodule und Seminare auf
unterschiedliche Level und Bildungsniveaus ausgerichtet wurden. Wöchentlich stattfindende
Workshops förderten zudem die interkulturelle Kommunikation und Toleranz gegenüber
Andersdenkenden.
Auch der Caritasverband für Köln stellte fest, dass die Präventionsarbeit - gerade auch im
Hinblick auf die zunehmende Anzahl der Ratsuchenden mit Migrationshintergrund bzw. der
Menschen mit Fluchterfahrung - ein wesentlicher Bestandtteil der Schuldnerberatung ist:
Der Kontakt zur Familie, zu Freunden und in d ie alte Heimat ist für Menschen mit
Fluchterfahrung nahezu unentbehrlich. So hat beispielsweise d er Besitz eines Smartphones
große Bedeutung . Auch das World Wide Web als Kommunikationsmöglic hkeit birgt viele
Kostenfallen.
Unlautere Werbe - und Verkausfstrategien, fehlendes Wissen hinsichtlich Verbraucher -und
Rechtsschutz, Abschluss von zum Teil unredlichen Kaufverträgen und die Unkenntnis über
die Folgen bargeldlosen Zahlungsverkehrs haben auch 2016 dazu geführt, dass viele dieser
Menschen sich bereits verschuldet haben , bevor sie beispielsweise überhaupt Anspruch auf
Leistungen nach dem SGB II erhalten.
Folgerichtig mussten auch im Rahmen der Schuldnerberatung neue und passgenaue
Konzepte, die insbesondere mangelnde Sprachkenntnisse und fehlendes finanzielles Wissen
berücksichtigen, entwickelt werden.
3 Budget
Der kommunale Haushaltsplan für die Jahre 2016/2017 sieht ein deutlich größeres Budget für
die kommunalen Eingliederungsleistungen als für die Jahre 2014 und 2015 vor.
Erstmals konnten so die Kostensteigerungen, die den durchführenden Trägern entstanden,
adäquat berücksichtigt werden. Allerdings implizierte dies nicht die bisweilen erforderliche,
bedarfsgerechte Ausweitung von Projekten.
In den Jahren 2010 bis 2017 stellt sich das Budget für Leistungen gemäß § 16a SGB II wie
folgt dar:
16
4 Ergebnisse und Entwicklungen
4.1 Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II
Das Angebot der Kinderbetreuung wird in den Projekten „M.I.m.i.K. – M.iteinander I.ntegration
m.eistern i.n K.öln“, „Xenia“ und „BiSKids, Betreuung im Stadtteil – Kids in Mülheim“ vorgehal-
ten.
Ziele dieser Angebote sind insbesondere die Sicherstellung der Betreuung in Notsituationen
bzw. während der Teilnahme am Projekt oder der Arbeitsgelegenheit, die Organisation einer
Regelbetreuung sowie Hilfestellung im Rahmen der Kinderbetreuung und –erziehung.
Exemplarisch werden die Ergebnisse des Angebots „BiSKids“ dargestellt.
17
BiSKids
Ziel des stadtteil- und sozialraumorientierten Projekts „BiSKids“ ist es, ein kurzfristiges und
flexibles Kinderbetreuungsangebot für Arbeitssuchende, in Arbeit vermittelte Personen sowie
für Teilnehmende an Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
Im Projekt selbst werden SGB II -Leistungsbezieher/ -innen mit erzieherischem,
kinderpflegerischem oder pädagogischem Hintergrund im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit
gemäß § 16 d SGB II (AGH) entsprechend ihren Fähigkeiten im Kinderbetreuungsservice
eingesetzt.
Im Berichtsjahr bearbeitete „BiSKids“ etwa 65 Anfragen von Kundinnen und Kunden des
Jobcenter Köln sowie von Eltern im Stadtteil. 51 Familien wurden regelmäßig - oftmals
täglich – durch Mitarbeiter/ -innen des Projektes bei der Kinderbetreuung unterstützt.
Neben Hol- und Bringdiensten, Ferien -, Randzeiten - und Übermittagsbetreuungen gehörte
auch die Vermittlung in weiterführende Angebote der Kinderbetreuung oder der Familienhilfe
zu den Dienstleistungen von BiSKids.
Erheblich war auch der Bedarf der individuellen Kinderbetreuung für die Teilnehmenden der
AGH selbst: Insgesamt haben 32 Teilnehmende mit Kindern an der AGH teilgenommen.
22 davon haben zeitweise ihre Kinder bei BiSKids betreuen lassen, um selbst Zeit für
Praxiseinsätze zu haben und gleichzeitig ein eigenes Modell der Kinderbetreuung aufbauen
zu können.
Im Vergleich zum Vorjahr ist der Anteil der bei der Kinderbetreuung Unterstützten mit
Migrationshintergrund um 27 % gestiegen und betrug im Berichtsjahr 80 %. Hingegen ist der
Anteil der Alleinerziehenden auf 29 % gesunken (2015: 66%).
51 Eltern bzw. Alleinerziehende wurden nachhaltig bei der Arbeitsaufnahme, Qualifizierung
sowie beim Erhalt ihrer Arbeit unterstützt.
18
Rund 63% der Familien, die unterstützt wurden, nahmen die Betreuung regelmäßig und mit
einer hohen Betreuungsdichte von mehr als 4 Tagen pro Woche in Anspruch.
49% nutzten das Angebot, weil sie Kinder zwischen zwei und vier Jahren hatten, aber keinen
zeit- und ortsnahen Platz in einer regulären Kindertageseinrichtung fanden.
23% nahmen an einer Ausbildung bzw. Umschulungsmaßnahme teil. 59% gingen einer Arbeit
nach. Viele konnten dieser Arbeit nur nachgehen, weil sie durch das Angebot entlastet
wurden.
18% hatten für die Inanspruchnahme andere Gründe, beispielsweise die Entlastung in
persönlichen Überforderungssituationen.
4.2 Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II
Auch in 2016 wurde das System der Budget - und Schuldnerberatung in Köln fortgeführt.
Hierbei weisen die Integrationsfachkräfte Ratsuchende im SGB II-Bezug bei Bedarf zunächst
der Budgetberatung zu.
Diese umfasst eine begrenzte Zahl von Be ratungseinheiten. Nach Klärung der Problemlage
erfolgt bei weitergehendem Bedarf und bei Vorliegen einer erfolgversprechenden Prognose
eine Weitervermittlung aus der Budget- in eine Schuldnerberatung.
SGB II -Leistungsempfänger/-innen, die aus unterschiedlichen Gründen die
Schuldenproblematik im Jobcenter nicht ansprechen bzw. die Budgetberatung nicht
aufsuchen wollen, können sich auch direkt an eine der Schuldnerberatungsstellen wenden.
Das Jobcenter Köln hat neun gemeinnützige Beratungsstellen mit der Durchführung der
Schuldnerberatung nach §16a Nr. 2 SGB II beauftragt - fünf dieser Träger zusätzlich mit der
Durchführung der Budgetberatung:
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.
Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
Diakonisches Werk Köln und Region
Interfamilia Kreisverband Köln e.V.
Internationaler Bund (IB)
Schuldnerhilfe Köln e.V.
Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e.V.
Sozialdienst katholischer Männer (SKM) e.V.
Verein für soziale Schuldnerberatung (VSSB) e.V.
Im Rahmen der Budgetberatung lässt sich im Vergleich zum Vorjahr eine weitere Verkürzung
der Wartezeit bis zu einem ersten Beratungstermin feststellen: In 90% der Fälle mussten die
Ratsuchenden weniger als 14 Tage warten (2015: 81,3%).
Nur selten kam es zu einem deutlich späteren Beratungstermin. Beispielsweise auf grund
Terminverschiebungen aus Krankheitsgründen. So umfasste die Wartezeit in 0,3 % der Fälle
mehr als drei Monate (2015: 0,4%).
In der Budgetberatung erfolgt eine erste Beratung und Unterstützung für Menschen mit
Schuldenproblematik. In der Regel werden zwei bis drei Beratungstermine in Anspruch
genommen.
19
Diese Kurzberatung gestattet einen validen Überblick über die finanzielle Lage und die Höhe
der Verbindlichkeiten. Insbesondere auch die Klärung, ob eine weitere Begleitung durch eine
Schuldnerberatung notwendig ist.
Das Spektrum der Themen reicht von allgemeiner Beratung und Information zu Schulden bzw.
finanztechnischen Themen, über Krisenintervention (z.B. bei drohender Energie -Sperrung
oder Mietschulden) bis hin zur Unterstützung bei der Einrichtung eines Pfändungsschutz -
Kontos.
Gleichwohl bietet d ie Kurzberatung Raum zur Besprechung anderer wesentlicher Faktoren
wie beispielsweise familiäre Probleme oder Krankheiten. Die Ratsuchenden erfahren bereits
durch diesen ersten Schritt Entlastung und Stabilisierung, weil drängende Fragen besprochen
und gegebenenfalls durch konkrete Lösungsvorschläge bearbeitet werden können.
In 86,1% der Fälle konnte die Beratung innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden
(2015: 69,2%).
Hierbei konnten 45,7% (2015: 46,1%) der Fälle abschließend in der Bu dgetberatung
bearbeitet werden.
54,3% (53,9%) der Fälle benötigten allerdings die weitere Unterstützung und Begleitung einer
Schuldnerberatung.
Auch hier beträgt die Wartezeit auf einen ersten Beratungstermin in 70% der Fälle unter vier
Wochen. (2015: 69,9%).
Anders als in der Budgetberatung betrug die Wartezeit in 12,5% der Fälle jedoch mindestens
drei Monate (2015: 9,4%).
Um die hohe Nachfrage an Beratung partiell auffangen, eventuelle Wartezeiten überbrücken
und Hilfe in Krisensituationen anbieten zu können , halten die meisten Träger der
Schuldnerberatung telefonische Beratungsmöglichkeiten bzw. Online -Beratungsangebote
vor. Ratsuchende im SGB II-Bezug werden gegebenenfalls an die Budgetberatung verwiesen.
Steigende Strom - und Energiekosten stellten auch i n 2016 eine große Belastung für
Menschen mit geringem Einkommen und/oder Bezug von Transferleistungen dar.
Auch die bereits im Vorjahr offensichtliche Entwicklung der zunehme nden Komplexität der
vorhandenen Schuldenproblematiken setzte sich im Berichtsjahr fort:
Zunehmende Ver – bzw. Überschuldung, materielle Armut, Langzeitarbeitslosigkeit oder
prekäre Arbeitsbedingungen, Sprachprobleme, Gewalterfahrung, Suchtprobleme, soziale
Isolation, geringes Selbsthilfepotenzial und psychosoziale Folgeerscheinungen bildeten
vielfältige Problemlagen.
Viele Ratsuchende hatte den Überblick über ihre finanzielle und wirtschaftliche Situation
verloren. Oftmals fehlte die Kenntnis über die Anzahl der Gläubi ger und die
Verschuldungssummen. Häufig gingen damit Frustration und Resignation einher. Bisweilen
auch massive Krisen, die sich beispielsweise in gesundheitlichen Beeinträchtigungen
manifestierten. Insbesondere in solchen Fälle wurden große zeitliche Ressourcen gebunden.
Zwar betrug der Beratungszeitraum auch in 2016 in 11,2% der Fälle unter drei Monate (2015:
26,9%). Der Anteil jener Kundinnen und Kunden, die über einen lä ngeren Zeitraum hinweg
Beratung und Unterstützung benötigten, stieg jedoch weiter an.
In 32,7% der Fälle nahm der Beratungszeitraum über 12 Monate in Anspruch. Ein deutlicher
Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (20,6%), der sich überwiegend aus den oben genannten
Aspekten erklärt.
20
Im Rahmen sowohl der Budget- als auch der Schuldnerberatung kon statierten die Träger
weitere Tendenzen:
Der Sozialdienst katholischer Männer e.V. (SKM) stellte beispielsweise fest, dass zunehmend
mehr Ratsuchende, die kurz zuvor noch im Niedriglohnsektor einer Beschäftigung
nachgingen, aufgrund fehlendem bzw. geringem Anspruchs auf Leistungen nach dem
SGB III unmittelbar in den Leistungsbezug nach SGB II fielen.
Überdies nahmen vermehrt Menschen, die zuvor selbstständig oder freiberuflich tätig waren,
die Beratung des SKM in Anspruch.
Ebenso stellte der Träger einen Anstieg der Ratsuchenden, die über „betreutes Wohnen“ bzw.
andere rechtliche Betreuung unterstützt werden, fest.
Die Schuldnerhilfe Köln e.V. hebt in ihrem Jahrebericht 2016 hervor, dass die Vermeidung von
Überschuldung in Privathaushalten nicht zuletzt auch eine Informations - und Bildungsfrage
sei.
Ähnlich beurteilt dies der SKM: Menschen mit Schuldenproblematik setzten sich damit häufig
erstmals qualifiziert in der Budget- und Schuldnerberatung auseinander.
Zuvor war ihr Umgang mit der Überschuldungssituation häufig durch fehlende Perspektiven
vor dem Hintergrund der anhaltenden Arbeitslosigkeit und von Verdrängungspro zessen
geprägt. Ebenso durch Fehlinformationen bzw. unzureichende Kenntnisse zu Möglichkeiten
des Schuldnerschutzes und der Schuldenregulierung.
Die Ergebnisse der Schuldnerberatung im Einzelnen:
21
Zwar kann sowohl die Schuldenregulierung als auch die Klärung eines Unterhaltsanspruchs
unmittelbar Einfluss auf den Bezug von SGB II -Leistungen nehmen , bisweilen führt die
Schuldenregulierung jedoch erst mittelbar zu einer Auswirkung auf den Leistungsanspruch.
Beispielsweise durch Reduzierung der psychosozia len Destabilisierung. Die Betroffenen
unterliegen aufgrund der Schuldenproblematik einem enormen psychischen Druck und sind
häufig gesundheitlich beeinträchtigt. Die kritische Situation belastet Partnerschaften schwer
und wirkt sich negativ auf die Entwick lung der Kinder aus. Ist eine solche Situation geregelt,
vermindert sich der Druck auf die Betroffenen und ihre Angehörigen und sie können sich
deutlich unbelasteter auf die für eine Arbeitsaufnahme notwendigen Schritte fokussieren.
4.3 Angebote der psychosozialen Betreuung nach
§ 16a Nr. 3 SGB II
Die Projekte und Angebote im Bereich der psychosozialen Betreuung sind äußerst heterogen
und vielfältig.
Inhaltlich können die Angebote zu folgenden Gruppen zusammengefasst werden:
Allgemeine psychosoziale Betreuung
Hierunter fallen die Projekte „Arbeit sofort“, „Claro“, „Kellerladen“, „JobAktiv“,
„JobLotsen DiMa“, „JobLotsen Reso“ sowie „Orientierungsberatung“
Frauenspezifische Angebote
Hierunter fallen die Projekte „FrauenLeben“, „Miga 40“, „Strickleiter I“, „Strickleiter II“,
„Der Wendepunkt“ sowie „Alternative Wege in den Job“
22
Angebote für Erziehende7
Hierunter fallen die Projekte „MImiK“ und „Xenia“
Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes
Hierunter fallen die Projekte „Mann sein ohne Gewalt“ und „Coolnesstraining“
Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in Arbeitsgelegenheiten
Hierunter fallen die Projekte „Müllemer Wäsch- und Kochwiever“, „Gulliver und
Lore“, „Zweiradwerkstatt 180°“, „HIVissimo“ und „Kölner Feger“.
Im 5. Kapitel dieses Berichts werden einzelne Fallbeispiele aus einigen dieser Angebote
geschildert.
4.3.1 Allgemeine psychosoziale Betreuung
Das Projekt „Arbeit Sofort“ bietet Menschen ohne Wohnung bzw. mit besonderen sozialen
Schwierigkeiten, aufgrund derer sie nicht vermittelt werden können, einen niedrigschwelligen
Einstieg in das Thema „Beschäftigung“.
Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, bestimmte Arbeitsfelder in einem zeitlich
überschaubaren Zeitrahmen zu erproben, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich zu
orientieren.
Auch in 2016 wiesen die meisten Teilnehmer/-innen vielfältige psychische und soziale
Problemlagen auf: Sie alle lebten ohne festen Wohnsitz bzw. in prekären Wohnverhältnissen.
Psychische Auffälligkeiten, vermutete oder offen thematisierte Suchterkrankungen , hohe
Schulden, soziale Ausgrenzung und andere Aspekte schränkten die Ar beits- und
Belastungsfähigkeit zu Beginn der Projektteilnahme zum Teil massiv ein.
Auch Kundinnen und Kunden, die wiederholt geltend machen, finanziell mittellos zu sein,
können dem Projekt zugewiesen werden. Bei „Arbeit sofort“ besteht die Möglichkeit der
taggleichen Auszahlung einer Aufwandsentschädigung . So kann auch im Falle der
Mittellosigkeit der Lebensunterhalt kurzfristig und ohne Aufbau von Schulden gedeckt werden.
Viele Teilnehmende nahmen dieses Angebot zunächst einzig aufgrund dieser
Zuverdienstmöglichkeit in Anspruch.
Im Verlauf des Projektes konnten jedoch auch individuelle Hilfen zur Stabilisierung, etwa durch
Vermittlung in weiterführende Angebote, vermittelt werden. Mitunter wurden integrative
Perspektiven und Schritte erarbeitet bzw. initiiert.
Dass die Problemlagen auch für Jugendliche und junge Erwachsene zunehmend komplexer
und vielschichtiger werden, stellte der im Sozialraum Bilderstöckchen verortete „Kellerladen“
bereits im Vorjahr fest.
In 2016 beobachtete er jedoch auch eine zunehmende Divergenz im Kontext der
Ausbildungssuche: Zwar stieg die Anzahl der freien Ausbildungsstellen weiter an,
gleichermaßen jedoch auch die Anforderungen an die Auszubildenden.
7 Im Jahresbericht über die kommunalen Eingliederungsleistungen für das Jahr 2016 werden diese Angebote im
Rahmen der frauenspezifischen Angebote dargestellt (Punkt 4.3.2)
23
Vielfach scheiterten d ie Projektteilnehmer/-innen in Auswahlverfahren bereits an den
schulischen Voraussetzungen. Häufig war ein schulischer Abschluss erst gar nicht vorhanden.
Insofern war die Suche nach einer Ausbildung, gerade auch bei hoch motivierten junge n
Menschen, durch Frustration und Resignation gesprägt.
Derweil stellten die oftmals unentschlossenen, nicht motivierten oder auch unzuverlässigen
Teilnehmer/-innen die Mitarbeitenden des Projektes vor weitere Herausforderungen.
Durch individuelle Unterstü tzung und Beratung, unterschiedlichste Gruppen - und
Einzelangebote sowie ein gutes Netzwerk zu Schulen, Ausbildungsbetrieben und sozialen
Einrichtungen konnten auch in 2016 unterschiedlichste Erfolge erzielt werden: Stabilisierung
der schulischen Leistung, Steigerung der sozialen und fachlichen Kompetenzen, Vermittlung
in Praktika, Ausbildung oder Arbeit, u.v.m.
Im Vergleich zu den Vorjahren verzeichnete der Kellerladen im Berichtsjahr insgesamt
weniger aggressive und selbstgefährdende autoaggressive Verh altensweisen oder
Impulsausbrüche im Rahmen des Projektes.
Allerdings konstatierte der Träger ein e Steigerung potentiell suchtgefährdete r Teilnehmer/-
innen sowie eine Zunahme von Fällen mit therapeutischem Handlungsbedarf.
Eine Entwicklung, die häufig bereits während der Schulzeit beobachtet werden konnte.
Einige Teilnehmer/-innen wurden über längere Zeiträume nicht beschult, hatten konfrontative
Auseinandersetzungen mit Lehrern und Schule sowie ungenügende Kopfnoten . Manche
hatten die Schule ohne Abschluss verlassen. Oftmals kam das Konsumieren von Suchtmitteln
und legalen Drogen sowie delinquentes Verhalten hinzu.
Die von Vertrauen geprägte Beziehungsebene war folglich ein wesentlicher Pfeiler der
Projektarbeit: Sie bildet e das Fundament, auf dem selbst schwierige oder psychiatrisch
auffällige jungen Menschen stabilisiert und schrittweise an die Ausbildung bzw. Arbeit
herangeführt werden konnten.
Erneut wurde deutlich, dass das Ergebnis einer solch flankierenden Leistung nicht zwingend
eine Integration, wohl aber eine Verbesserung der dafür erforderlichen Prämissen ist.
Ähnliche Erfahrungen und Erkenntnisse konnten im Rahmen von „JobAktiv“ erlangt werden.
Ein ebenfall s für Jugendliche und junge Erwachsene konzipiertes Projekt mit Bezug zum
Sozialraum Blumenberg, Chorweiler und Seeberg-Nord.
Der offene und niedrigschwellige Zugang, der präventive Ansatz, die ganzheitliche
Unterstützung und ein gut ausgebautes Netzwerk zu Akteuren und Institutionen in den
jeweiligen Stadtteilen als signifikante und erfolgreiche Merkmale dieser beiden Angebote für
junge Menschen haben sich im Berichtsjahr erneut erfolgreich bewährt.
24
Auch das Projekt „Claro“ bietet psychosoziale Beratung nach § 16 Abs. 2 Nr. 3 SGB II an.
Die Zuweisung in das Projekt wird durch keinerlei Ausschlusskriterien beschränkt. Zwar lag
der Fokus auch 2016 auf der Clearingfunktion, insbesondere auf der Identifikation und Bear-
beitung bestehender Vermittlungshemmnisse.
Gleichwohl zeigte sich insbesondere bei chronifizierten Notlagen , dass allein die Anamnese
der bestehenden Problemlagen und die Weitervermittlung in Hilfen nicht ausreichten.
Oftmals bedingten beispielsweise fehlende freie Kapazitäten anderer Beratungsangebote
bzw. Einrichtungen, die Beantragung von Kostenübernahmen oder die fehlende bzw. unzu-
25
reichende Mitwirkungsbereitschaft der Projektteilnehmer/ -innen eine kontinuierliche Betreu-
ung der Betroffenen. So dass in Einzelfällen auch das „Ankommen“ im Hilfesystem praktisch
begleitet wurde.
Wie schon in den letzten Jahren stell ten Männer und Frauen mit gesundheitlichen
Einschränkungen mit 80,4%(2015: 84,5%) die größte Gruppe der Teilnehmenden.
Davon waren 46,1% ( 2015: 49,3%) in mehrfacher Hinsicht (mindestens zwei bis drei
Krankheitsbilder) betroffen.
Bei 18,4% ( 2015: 20,4%) aller abschließend beratenen Teilnehmer/-innen lagen zumindest
Symptome einer bestehenden oder überwundenen Suchterkrankung vor.
Nur 19,6% aller Teilnehmenden wiesen weder psychische und/oder somatische
Erkrankungen noch eine Suchterkrankung auf.
Insofern hatten die Weitervermittlungen in das Gesundheitssystem den größten Anteil an allen
Interventionen, gefolgt von den Vermittlungen in psychosoziale Hilfen.
Bei vielen Teilnehmenden stellte eine - partiell eklatante - Verschuldungsproblematik ein
weiteres Vermittlungshemmnis dar.
Indes spielten in 2016, a nders als in den Vorjahren , Delinquenz und Inhaftierung keine
signifikante Rolle.
Im Jahr 2016 wurde „Claro“ auch erstmals - im Rahmen eines Modellprojektes - in ein beste-
hendes Angebot für alleinerziehende Mütter und Väter im Geschäftsbereich Nord des Jobcen-
ter Köln integriert. Dabei wurden die vom Geschäftsbereich bisher initiierten sogenannten
„Alleinerziehenden-Treffs“ mit dem „Claro“-Angebot kombiniert:
26
Wesentliche Ziele dieses Angebotes waren die Vernetzung bzw. der Austausch der Alleiner-
ziehenden untereinander sowie eine niedrigschwellige Vermittlung von Informationen zu ver-
schiedenen Themen (z.B. Rechte und Pflichten im Transferleistungsbezug, Kölner Hilf esys-
tem für Kinder und Familien).
Die sozialpädagogische Beratung erfolgte durch eine zeitgleich mit den Integrationsfachkräf-
ten anwesende Mitarbeiterin von „Claro“.
Überstiegen konkrete Einzelbedarfe die Inhalte der Veranstaltung, erfolgte anschließend eine
Zuweisung in das Projekt.
Das Angebot wurde gut angenommen und zeigt e bereits erste Erfolge: Verstärkt forderten
Kundinnen und Kunden schon während der Elternzeit Beratung zu Berufsorientierung und
Arbeitsplatzsuche ein bzw. nahmen diese in Anspruch.
Auch i n den Projekten „JobLotse DiMa“ und „JobLotse Reso“ sah man sich 2016
Teilnehmenden gegenübergestellt, die sich in der Komplexität der Problemlagen vielfach nicht
mehr zurechtfanden.
Gravierende Veränderungen im Rahmen der statistischen Daten sowie der Ausprägung
einzelner Problemlagen konnten im Rahmen des Projektes „ JobLotsen DiMa “ nicht
festgestellt werden.
Im Fokus standen erneut gesundheitliche Einschränkungen und Problemstellungen in Bezug
auf die Wohnungssituation.
Hingegen lässt sich im Projekt „JobLotsen Reso“ eine deutliche Entwicklung feststellen:
Der Anteil der Teilnehmenden ohne festen Wohnsitz stieg von 70% in 2015 auf 80% im
Berichtsjahr an.
Indes sank der Anteil der Teilnehmer/-innen, die in einer Hotelunterkunft untergebracht waren,
auf rund 20% ( 2015: rund 28%).
27
Die Situation der Wohnungslosigkeit erford erte eine abgestimmte Kontaktaufnahme und
Beziehungsarbeit. Insbesondere im Kontext des Kölner Wohnungsmarktes bedingte diese r
Aspekt eine höhere Verweildauer im Projekt.
2016 wurden 44% der Teilnehmenden des Projektes „JobLotsen Reso“ maximal drei Monate,
40 % maximal sechs Monate und 16% länger als sechs Monate betreut.
Im Projekt „JobLotsen DiMa“ wurden 64% der Teilnehmenden maximal drei Monate,
28 % maximal sechs Monate und 8% länger als sechs Monate betreut.
In beiden „JobLotsen“ -Projekten w urde die Kontaktdichte in jedem Auftrag individuell
festgelegt. Dies ermöglichte den JobLotsen eine bedarfsgerechte, intentionale und flexible
Betreuung.
Bestehende Problemlagen konnten zügig erkannt , bearbeitet und gemeinsam mit den
Kundinnen und Kunden tragfähige Hilfepläne entwickelt und umgesetzt werden.
28
Im Projekt „ Orientierungsberatung“ sprachen zunächst viele Kundinnen und Kunden mit
leistungsrechtlichem Beratungsbedarf vor.
Beispielsweise, weil ihnen die Leistungs- und Rückforderungsbescheide im Rahmen des
SGB II -Bezuges nicht verständlich waren oder sie sich mit behördlichen Prozessen und
Entscheidungen überfordert fühlten.
Dieser Beratungsbedarf überstieg zumeist die rein leistungsrechtlichen Fragen.
Häufig fehl ten den Ratsuchenden grundlegende Informationen und Strategien zu
unterschiedlichsten Themen. G esundheitliche, soziale, wirtschaftliche und berufliche
Fragestellungen und Probleme stellten oftmals eine große Belastung für sie dar.
Parallel bedingten weitere Faktoren wie seit Jahren steigende Miet-, Lebens - und
Energiekosten oder Langzeitarbeitslosigkeit Zukunftsängste und Resignation der
Teilnehmenden. Nicht selten hatten die multiplen Problemlagen Auswirkungen auf die
physische und psychische Gesundheit der Betroffenen und ihrer Familien.
Entsprechend vielfältig waren die Themen bzw. die Ergebnisse der Beratung und der psycho-
sozialen Betreuung.
29
4.3.2 Frauenspezifische Angebote und Angebote für
Erziehende
Die Angebote für Frauen und Erziehende tragen den eigenen Bedürfnissen und Bedarfe n
dieser Zielgruppen Rechnung. Wobei d ie einzelnen Angebote unterschiedliche Inhalte und
Schwerpunkte aufweisen.
30
Zugleich bildeten sich 2016 auch hier die bereits konstatierten Entwicklungen der
Problemlagen, Erfordernisse und Herausforderungen ab.
Auch in 2016 überstieg der Beratungs - und Betreuungsbedarf oft die vorgehaltenen
Kapazitäten innerhalb dieser Angebote, so dass Kundinnen regelmäßig an andere An gebote
verwiesen oder erst zu einem späteren Zeitpunkt im Projekt aufgenommen wurden.
Arbeitsplatzverlust und (Langzeit-) E rwerbslosigkeit sind regelmäßig Risikofaktoren für die
Gesundheit.
Insbesondere Frauen neigen aufgrund ihrer Sozialisation, ihres Rollenbildes und der
individuellen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu Bewältigungsmechanismen,
welche die eigene psychische und physische, Gesundheit beeinträchtigen und schädigen.
Zu den Arbeits schwerpunkten des Kooperationsprojektes der psychosozialen Beratung und
Betreuung mit der Frauenberatungsstelle „FrauenLeben e.V.“ gehören:
gestörtes Essverhalten (Magersucht, Bulimie, Binge Eating und Adipositas)
Unterstützung bei Gewalterfahrung (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, Stalking
u.a.)
Probleme in der Familie und Partnerschaft
Trennung/ Scheidung
psychische Erkrankungen wie Depressionen und Ängste
berufsbezogene Problemlagen
Arbeitslosigkeit und deren psychosoziale Folgen
Selbstwertprobleme
2016 wurden dabei die folgenden evidenten Belastungslagen eruiert:
62% psychische Erkrankungen wie Depressionen, Essstörungen, stoffgebundene
Sucht (2015: 59%)
67 % familiäre Probleme wie z.B. Scheidung, Trennung (2015: 51%)
40% Gewalterfahrung wie z.B. häusliche, sexualisierte (2015: 36%)
33% Überforderung mit der Rolle als Alleinerziehende(2015: 26%)
11% soziale Isolation(2015: 15%)
Der Zeitraum der psychosozialen Betreuung divergiert e - entsprechend der zum Teil äußerst
heterogenen Problem- und Belastungslagen. Im Berichtsjahr konnte die Betreuung
in 25% der Fälle in einem Zeitraum von bis zu drei Monaten (2015: 28%)
in 50% der Fälle in einem Zeitraum von sechs Monaten (2015: 52%),
in 19% der Fälle in einem Zeitraum von bis zu zwölf Monaten (2015: 12%)
abgeschlossen werden.
In 6% der Fälle erstreckte sich die Betreuung über zwölf Monate hinaus (2015: 8%).
Im Projekt „Miga 40“, einem Angebot für erwerbslose Migrantinnen im SGB II-Bezug, die über
40 Jahre alt sind, war die Heterogenität der Teilnehmerinnen 2016 erneut evident :
Trotz vielfach ähnlicher Problemlagen und sich wiederholender persönlicher und/oder
gesundheitlicher Belastungen war die Zielgruppe nicht einheitlich. So ziale Faktoren wie
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beispielsweise Sozialisationshintergrund, Verweildauer in Deutschland oder Motivationsgrund
für die Migration unterschieden sich oftmals ebenso wie die Sprachkompetenz, der kulturelle
Hintergrund, die Religionszugehörigkeit und die Interessen und Begabungen.
Die statistischen Merkmale der Zielgruppe divergieren jedoch im Vergleich zum Vorjahr nur
geringfügig:
Über 70% der Frauen hatten zuvor keine Maßnahme besucht (2015: über 80%)
Rund 90% der Frauen hatten bislang keine beruflichen Erfahrungen in Deutschland
gemacht (2015: 85%)
Rund 75% besaßen keinen Schulabschluss (2015: 80%)
Rund 75% der Teilnehmerinnen befanden sich in kontinuierlicher ärztlicher
Behandlung (2015: 75%).
Die zugrunde liegenden Krankheitsbilder umfassten insbesondere orthopädische
Erkrankungen, chronische Erkrankungen wie Rheuma, Migräne, Arthrose, Diabetes sowie
psychische Erkrankungen.
Ebenfalls konstant blieb der Anteil derjenigen, die Schwierigkeiten mit einer regelmäßigen
Teilnahme hatten. Die Ursache lag zumeist in der Schwellenangst vor Maßnahme -Eintritten
bzw. Teilnahme an Angeboten.
Zudem wurden vorwiegend Frauen im fortgeschrittenen Alter zugewiesen, bei welchen sich
altersbedingte, körperliche Beschwerden und Krankheiten bemerkbar machten.
Viele der Teilnehmerinnen litten unter familiären Konflikten und Beziehungsschwierigkeiten ,
insbesondere unter Trennung, Scheidung, Erziehungs - und Schulproblemen. Es gab einige
Opfer von Stalking und ein Großteil der Frauen hatte Gewalterfahrung.
Hinzu kamen Aspekte wie Unsicherheit und Ängste, ein geringes Selbstwertempfinden , eine
auffällig starke traditionelle Rollenfixierung , soziale Isolation und Vereinsamung , Ängste in
Bezug auf PC und „neue Medien“.
Eine vertrauensvolle Beziehungsarbeit mit persönliche r Ansprache war daher auch 2016 ein
wesentliches Fundament des Projektes.
Viele der Frauen benötigten eine verstärkte, motivierende Ansprache, um allein die Anbindung
an das Projekt zu erreichen . Auch während der gesamten Projektdauer nahm die
Motivationsförderung - je nach individuellem Fallverlauf - einen erheblichen Anteil ein. Oftmals
ermöglichte erst diese Basis der Zusammenarbeit die Entwicklung einer
Anschlussperspektive.
„Der Wendepunkt“, welcher psychosoziale Betreuung für Migrantinnen und für von Gewalt
betroffene Frauen anbietet, konnte ebenfalls erneut kon statieren, dass die Beratung und
Begleitung von Migrantinnen davon geprägt war, eine Stärkung und Verselbstständigung der
Frauen zu erreichen.
Eine Zuwanderungsgeschichte war bei 70% der beratenen Frauen zu berücksichtigen.
Bei 45% der Teilnehmerinnen stand zunächst das Thema „Gewalt“ im Vordergrund.
Frauen, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg in gewaltgeprägten Lebensumständen
befanden, wiesen in der Regel deutliche physische und/oder psychische
Belastungssymptome auf. In diesen Fällen wurde häufig bereits im Gespräch mit der
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Integrationsfachkraft deutlich, dass eine Vermittlung in Ausbildung oder Beschäftigung erst
nach Bewältigung der oft komplexen und massiven Probleme möglich sein würde.
Auch „Strickleiter I “, ein Angebot zur psychosozialen Betreuung von Opfern häuslicher
Gewalt, stellte fest, dass Gewalterlebnisse, häufig über einen längeren Zeitraum ertragen,
gravierende physische, psychische, soziale und in der Folge oft auch ökonomische
Auswirkungen hatten.
Viele der betreuten Frauen waren nach der Trennung alleinerziehend.
Viele waren durch Gewalterfahrung existentiell verunsichert, hatten das Gefühl für die eigenen
Stärken, Ressourcen und Möglichkeiten verloren.
Zugleich mussten sie ihr Leben neu ausrichten und vieles - von der Wohnsituation, über die
soziale Absicherung bis hin zur Kinderbetreuung - neu organisieren bzw. den neuen
Lebensumständen anpassen.
Schulden oder ein geringes Einkommen schränkten die Möglichkeiten der Lebensgestaltung
zusätzlich ein. Überdies belasteten die Teilnehmerinnen familiäre Probleme, die aus dem
Gewalterleben und /oder einer Trennung resultierten und die Kinder sowie das gesamte
familiäre und soziale Bezugssystem betrafen.
Zu den virulenten Themen gehörte auch 2016 die Wohnraumversorgung:
Viele der Frauen wollten das Umfeld, in dem sie Gewalt und Demütigung erfahren hatten, in
dem Nachbarn und Bekannte Zeugen von häuslicher Gewalt wurden, verlassen. Einige
waren in der gemeinsamen Wohnung nicht sicher.
Weil viele Opfer von häuslicher Gewalt alleine keine neue Wohnung fanden, mussten sie -
unter Umständen über Monate - weiterhin mit dem gewalttätigen Partner in einer Wohnung
leben.
Insofern hatte die Wohnraumsicherung vielfach erste Priorität.
Ein weiteres zentrales Thema stellte erneut die Existenzsicherung dar:
Viele Frauen waren mit den Antragsformalitäten überfordert, insbesondere wenn sie nur
über eingeschränkte Sprachkenntnisse verfügten.
Oftmals waren diese Frauen - durch das Gewaltgeschehen ohnehin psychisch und physisch
hoch belastet - nicht in der Lage, komplexe Angelegenheiten selbst zu regeln. Allein die
Menge der einzureichenden Papiere und Nachweise, etwa bei der Erst-Antragstellung auf
Leistungen nach SGB II, stellte für viele Frauen eine unüberwindliche Hürde dar.
Obschon der Schwerpunkt der Projektarbeit in der Stabilisierung und Krisenintervention liegt,
konnten auch im Berichtsjahr berufliche Perspektiven geklärt und Teilnehmerinnen in
Beschäftigungsmaßnahmen oder Sprachkurse vermittelt werden.
Zielgruppe des Angebotes „Strickleiter II“ sind Frauen mit multiplen psycho-sozialen
Problemlagen.
Auch in diesem Projekt wurde vielfach eine Überforderung der Frauen im Umgang mit Post -
insbesondere von Behörden, Institutionen sowie im Kontext der Daseinsvorsorge -
festgestellt.
Dem wurde 2016 durch das präventive Angebot „Postsichtung“ Rechnung getragen: Die
Kundinnen erhielten dadurch die Möglichkeit, sich Schreiben, Antragsformulare e tc. erklären
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zu lassen sowie Unterstützung bei der Bearbeitung in Anspruch zu nehmen. Vielfach
konnten so frühzeitig Missverständnisse ausgeräumt und notwendige Maßnahmen
eingeleitet werden.
Die psycho-soziale Betreuung hatte auch in diesem Angebot unterschiedlichste Inhalte und
Ziele. Von der Krisenintervention und Existenzsicherung, über die Begleitung der beruflichen
Entwicklung bis hin zur Weitervermittlung in andere Angebote, therapeutische Maßnahmen
oder Sprach- und Integrationskurse.
Die Komplexität der Problemlagen und der hohe Unterstützungsbedarf selbst bei alltäglichen
Fragen und Angelegenheiten ging auch hier mit einer längeren Betreuungszeit einher:
56% der Frauen benötigten Unterstützung und Hilfe für einen Zeitraum von sechs Monaten
und länger (2015: 60%).
Es sind eben solche Angebote, die durch ein individuelles und flexibles Hilfesetting eine
Stabilisierung ermöglichen, bei der Bearbeitung der psychosozialen Problemlagen
unterstützen und den Weg in die soziale und berufliche Teilhabe flankieren bzw. ebnen.
Auch das Projekt „Alternative Wege in den Job“ baut auf den vorhandenen Ressourcen
der Frauen auf und berücksichtigt sowohl die aktuelle Lebenssituation als auch die bisherige
individuelle Lebensleistung.
Die psychosoziale Betreuung ist hier jedoch enger an die berufliche Beratung geknüpft: Mit
dem Ziel einer realistischen Berufswegeplanung werden sowohl die Ressourcen als auch die
Hindernisse bei der Entwicklung und Umsetzung beruflicher Ziele benannt.
Die überwiegenden Themen im Rahmen dieser Beratung waren 2016:
Berufswechsel (Zumeist bestand der Wunsch nach Wechsel von einer geringfügigen
in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung)
Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach (Teilzeit-) Beschäftigung
(Beispielsweise bei der Recherche nach passenden Stellenangeboten oder dem
Erstellen adäquater Bewerbungsunterlagen. Oftmals nahm hierbei die Vereinbarkeit
von Familie und Beruf einen hohen Stellenwert ein)
Hilfe und Unterstützung bei der Suche nach einer Aus- oder Fortbildung (Häufig
dann, wenn Frauen Ausbildung/Studium aufgrund früher Schwangerschaft oder
Erziehungszeiten bislang nicht absolviert bzw. beendet hatten)
Hilfe und Unterstützung bei der Klärung der Voraussetzungen im Rahmen
beruflicher Weiterbildung (Eine Vielzahl der Frauen verfügte nicht über die
geforderten Voraussetzungen, um eine schulische Ausbildung zu absolvieren.
Oftmals bestand Beratungsbedarf im Hinblick auf Alternativen wie beispielsweise
Möglichkeiten der Weiterbildung)
Speziell für Erziehende gab es im Berichtsjahr auch weiterhin die nachfolgenden Projekte:
„M.iteinander I.ntegration m.eistern i.n K.öln (M.I.m.i.K)“ - ein im
rechtsrheinischen Köln verortetes Angebot für junge (allein-)erziehende Frauen
unter 25 Jahre mit oder ohne Migrationshintergrund, die Leistungen nach dem
SGB II beziehen und
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„Xenia“ – ein im linksrheinischen Köln verortetes Angebot für (allein-)erziehende
Frauen mit Migrationshintergrund im Alter von 18 bis 35 Jahre, die Leistungen nach
dem SGB II beziehen
Ein in 2016 weiterhin maßgeblicher Bestandtteil dieser Projekte war die Kinderbetreuung vor
Ort. Vor allem in Fällen, in denen keine regulären Betreuungsmöglichkeiten vorhanden
waren, sicherte diese unbürokratische und flexible Kinderbetreuung die Projektteilnahme der
betroffenen Frauen ab.
Diese Kombination aus psychosozialer Betreuung und Kinderbetreuung hat sich auch 2016
bewährt.
Zumal diese Frauen in andere Angebote oft nur schwer einzubinden sind, da sie auf Grund
ihrer Erziehungsverantwortung und häuslichen Bindung meist flexibel agieren müssen.
In „Xenia“ setzte sich im Berichtsjahr die Entwicklung fort, dass vermehrt Frauen mit sehr
angespanntem familiären Hintergrund und/oder psychischen und körperlichen
Beeinträchtigungen teilgenommen haben, die zudem über wenige Sprachkenntnisse
verfügten.
Nahezu alle Teilnehmerinnen benötigten eine Sprachförderung.
Dennoch war das Spektrum der Bedarfe und Problemlagen gerade auch im Bereich der
Sprachförderung äußerst heterogen. So gab es beispielsweise Frauen mit
Alphabetisierungsbedarf, in Deutschland aufgewachsene Frauen mit großen Schwierigkeiten
in Rechtschreibung und Grammatik, Frauen mit fortgeschrittenem Sprachkurs-Abschluss
ebenso wie mit Anfänger-Niveau.
Viele Teilnehmerinnen zeigten Schwierigkeiten beim Lesen und Sprechen, häufig sogar
ausgeprägte Redehemmungen.
Durch ihre biographischen Besonderheiten unterschied sich diese Zielgruppe insgesamt von
der Gruppe der alleinerziehenden deutschen Frauen und benötigte eine andere, auf ihre
Bedürfnisse zugeschnittene Ansprache.
Im Fokus der Projektarbeit von „M.I.m.i.K“ stand auch 2016 das besondere Armutsrisiko der
Alleinerziehenden.
Die Problemlagen dieser Zielgruppe resultieren häufig aus :
einem hohen Bedarf an psychosozialer Stabilisierung
keinen ausreichenden sozialen Netzwerken (soziale Isolierung)
fehlenden Schul- und Berufsabschlüssen
fehlenden Kenntnissen über Arbeitsmarktzugänge und Berufsbilder
unzureichende reguläre Betreuungsmöglichkeiten der Kinder
„M.I.m.i.K“ ist ein niedrigschwelliges, auf die individuelle Lebenssituation ausgerichtetes
Angebot, das zum Ziel hat, die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehme rinnen
zu stärken. Speziell durch:
Individuelle psychosoziale Stabilisierung
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(Erkennen der eigenen Ressourcen, Kommunikationstraining, Stärkung der
persönlichen/ sozialen/ interkulturellen/ fachlichen und organisatorischen
Kompetenzen)
Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung
(auch: Fragen und Hilfestellung bzgl. Kinderbetreung und –erziehung)
Erlernen fester Strukturen (auch: Haushaltsplanung und Zeitmanagement)
Einbindung in soziale Netzwerke
Motivations- und Mobilitätssteigerung
Sicherung einer geregelten Kinderbetreuung
Gesundheitsförderung
Entwicklung einer beruflichen Perspektive in Verbindung mit der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf (z.B. Konkretisierung und Visualisierung einer Berufs - und
Lebenswegplanung)
Abbau von Belastungen (z.B. Regulierung Schuldenabbau, Methoden der
Stressbewältigung, Seminare Gesundheitsprävention )
Insbesondere d ie zielgruppengerechte Ansprache, die fortwährende Vertrauens - und
Motivationsarbeit, der ganzheitliche Ansatz und die individuelle psycho-soziale Stabilisierung
im Rahmen der Frauen - und Erziehendenprojekte ermöglichte vielen Frauen auch 2016
Vermittlungshemmnisse abzubauen, berufliche Perspektiven zu entwickeln und zu realisieren.
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4.3.3 Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes
Zur Zielgruppe des Projektes „ Mann sein ohne Gewalt “ gehören Männer, die gegen ihre
Partnerin und/oder ihre Kinder, unter Umständen auch gegen andere Familienmitglieder
gewalttätig geworden sind, bzw. aktuell noch gewalttätig sind.
Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass die Teilnehmer des Projektes überwiegend der
Altergruppe zwischen 25 und 45 Jahre angehören (2016: rund 61 % - 2015: rund 57 % ).
2016 konnte zudem erneut festgestellt werden, dass die vorhandenen Multiproblem-
Konstellationen sowohl intensive Probleme im sozialen Miteinander als auch die Etablierung
dieser Probleme in unterschiedlichen Sozialräumen verursachen.
„Coolnesstraining“ ist ein niedrigschwelliges, ganzheitlich konzipiertes Angebot für Frauen
und Männer, die gegenüber potentiellen Arbeitgebern oder Fachkräften des Jobcenter Köln
ein unangemessenes (z.B. aggressiv es, grenzüberschreitend es, gewalttätig es) Verhalten
zeigen.
Das Projekt beinhaltet sowohl Einzel - als auch Gruppenberatung. Im Juni 2016 wurde
bedarfsgerecht eine zusätzliche Gruppe eröffnet.
Auch 2016 haben viele Teilnehmer/ -innen dieses Gruppentraining als Halt und Struktur
gebend empfunden.
Im geschü tzten Raum war es ihnen möglich, sich allmählich zu öffnen, alternative
Verhaltensweisen zu erlernen und anzuwenden. In der Folge konnten sie die Motivation
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aufbauen, weiterführende Hilfen wie beispielsweise Psychotherapie, Sucht - oder
Schuldnerberatung in Anspruch zu nehmen.
Gerade d ie individuelle und bedarfsgerechte Ausrichtung des Gruppentrainings , etwa im
Bezug auf die kleine Gruppengröße und die Freiwilligkeit der Teilnahme , ist ein wesentlicher
Faktor des Projekts.
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4.3.4 Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in
Arbeitsgelegenheiten
In den Beschäftigungsprojekten „Müllemer Wäsch- und Kochwiever“, „Gulliver und Lore“,
„Zweiradwerkstatt 180°“ und „HIVissimo“ fand auch 2016 eine enge Verzahnung zwischen
den integrativen Leistungen der Arbeitsgelegenheit und der psychosoziale Betreuung statt.
Die kommunale Eingliederungsleistung gemäß § 16a Nr. 3 SGB II wurde 2016 erstmalig auch
im Projekt „Kölner Feger“ implementiert.
Die im Rahmen der bisher dargelegten Angebote konstatierten multiplen Problemlagen und
Entwicklungen spiegelten sich auch im Bereich der psychosozialen Betreuung in
Arbeitsgelegenheiten wieder.
So hatten beispielsweise zunehmend mehr Teilnehmende des Projektes „Müllemer Wäsch-
und Kochwiever“ Migrationshintergrund (2016: rund 62 % - 2015: rund 57 %) und nur sehr
geringe Deutschkenntnisse. Darunter auch viele Frauen, die schon seit Jahren in Deutschland
heimisch sind und die durch Zuweisung in das Proje kt erstmalig ihr häusliches Umfeld
verließen.
Im Projekt „HIVissimo“ war der Anteil der Suchterkrankten unverändert hoch und die Anzahl
der Teilnehmenden mit psychischen und physischen Problemen im Vergleich zum Vorjahr
ähnlich ausgeprägt.
In „ Gulliver u nd Lore “ ebenso wie in den anderen Beschäftigungsprojekten fanden die
Teilnehmende durch die psychosoziale Betreuung Entlastung. Oftmals konnten sie in ihrer
aktuellen Lebenssituation stabilisiert werden, fanden intentionale Hilfe und Unterstützung im
Kontext ihrer zumeist multiplen Problemlagen und Einschränkungen.
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Insgesamt lassen sich die Ergebnisse der kommunalen Eingliederungsleistungen gemäß
§ 16a Nr. 3 SGB II für 2016 wie folgt zusammenfassen:
40
4.4 Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II
In Köln gibt es in der Suchthilfe ein breitgefächertes Hilfeangebot, um die Ausgrenzung
Betroffener zu verhindern und die Integration in ein Netz gesundheitlicher und sozialer Hilfen
zu begleiten. Dabei arbeitet das Versorgungssystem Hand in Hand mit der Suchtprävention.
Mithin besteht eine enge und erfolgreiche Vernetzung mit dem Jobcenter und Kölner
Suchthilfeträgern. Sie zielt darauf ab, Menschen mit Suchterkrankungen im SGB II -Bezug in
das Suchthilfesystem zu integrieren und ihnen bei Wiedereingliederung in den allgemeinen
Arbeitsmarkt zu helfen.
Um eine effektive Beratung und Unterstützung der Betroffenen sicherzustellen, haben sich die
folgenden Suchthilfeträger zum „ Kölner Trägerverbund Suchtberatung “
zusammengeschlossen:
Diakonisches Werk des ev. Kirchenverbandes Köln und Region
Sozialdienst katholischer Männer e. V. (SKM)
Blaues Kreuz e.V.
Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach
Drogenhilfe Köln Projekt gGmbH
Ein weiteres, schnell einsetzbares Instrument im Rahmen der Suchtberatung nach
§ 16a Nr. 4 SGB II ist das Angebot „Claro Mobil“.
Diese aufsuchende und begleitende Hilfe schließt die Lücke zwischen dem Erkennen bzw.
dem Verdacht einer Suchtproblematik dur ch die Integrationsfachkraft und der tatsächlichen
Einbindung in die Suchthilfe.
Die Entwicklungen und Problemlagen im Berichtsjahr stimmen weitestgehend mit denen des
Vorjahres überein. Auch im Bereich der kommunalen Eingliederungsleistungen gemäß
§ 16a Nr. 4 SGB II sind weiterhin überwiegend multiple Problem- und Bedarfslagen vorhanden
gewesen.
Nach wie vor evident war d ie Anzahl der psychiatrisch belasteten Kundinnen und Kunden.
Zumeist unbehandelt als Begleiterkrankung neben der bereits vorhanden en
Suchtproblematik.
41
42
5 Fallbeispiele aus dem Bereich der kommunalen
Eingliederungsleistungen gemäß § 16a Nr. 3 SGB II
Wirkung und Erfolg kommunaler Eingliederungsleistungen sind oftmals komplex und nur
bedingt messbar. Zumeist bewirken sozialintegrative Maßnahmen keine unmittelbaren
Integrationserfolge, sind jedoch als flankierende Angebote im Integrationsprozess wichtig und
wesentlich.
Sie begleiten und unterstützen den Abbau vorhandenerer Vermittlungshemmnisse sowie die
integrativen Maßnahmen des SGB III.
Zweifellos erlaubt gerade di e flexible und individuelle Gestaltung und Ausrichtung der
Angebote die Verwirklichung des vom Gesetzgeber in § 16a SGB II verankerten Grundsatzes
der ganzheitlichen und umfassenden Betreuung und Unterstützung bei der Eingliederung in
Arbeit.
Vielfach bedingt eine berufliche Integration zunächst eine Stabilisie rung in den
unterschiedlichen Problem- und Belastungslagen der Kundinnen und Kunden.
Eine solche bemisst sich beispielsweise an folgenden Aspekten:
• Steigerung der Schlüsselkompetenzen
• Entwicklung von Problemeinsicht
• Zunahme der Veränderungsbereitschaft
• Entwicklung neuer Perspektive(n)
• Beginn weiterführender Maßnahmen
• Kontrollierter Umgang mit Sucht
• Aufbau einer Tagesstruktur
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• Erwerb von Sprachkompetenzen
• Wohnungserhalt
• Erhöhung der Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit
Erreichte Anschlussperspektiven eröffnen in d er Regel weitere Schritte im
Integrationsprozess, beispielsweise die Verzahnung mit den Arbeits marktinstrumenten des
SGB III.
Im Folgenden illustriert eine Auswahl an Fallbeispielen aus dem Bereich der kommunalen
Eingliederungsleistungen gemäß § 16a Nr. 3 SGB II individuelle Ergebnisse und Fortschritte.
Projekt „JobLotsen DiMa“
Frau S. ist 42 Jahre alt und wohnte bis 2013 in Freiburg.
Das dort zuständig Jobcenter hatte ihr eine Umschulung bewilligt, welche sie jedoch
unmittelbar nach Beginn - Anfang 2013 - aus gesundheitlichen Gründen abbrach: Frau S. wies
eine massive psychische Instabilität auf. Sie fühlte sich im Umgang mit behördlichen
Angelegenheiten, ungeklärten finanzielle Verpflichtungen und schlichtweg ihrem Alltag
überfordert.
So brach sie n icht nur die Umschulung ab, sondern zog auch überstürzt nach Köln. In eine
Wohnung, die für sie - aufgrund des Wohnumfeldes und des Zustandes der Wohnung - nur
schwer zu ertragen war.
Im Januar 2016 wurde sie dem Angebot „JobLotsen DiMa“ mit folgendem Auftrag zugewiesen:
Unterstützung bei der Wohnungssuche
Begleitung zu Terminen
Anbindung an eine Psychotherapie
Klärung der Schuldensituation
Begleitung bei der Fortsetzung der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben
Zu Beginn der Projekt-Teilnahme wirkte Frau S. äußerst misstrauisch und resigniert.
Grundsätzlich hatte sie wenig Hoffnung, dass ihre Situation sich zeitnah ändern würde.
Nur zögerlich schilderte sie ihren Werdegang, der aus ständigen persönlichen Misserfolgen,
Gewalterfahrungen in der Kindheit sowie beruflichen Niederschlägen bestand.
Insofern setzte Frau S. ihre Erwartungen grundsätzlich nur außerordentlich niedrig an, um
weitere Rückschläge zu vermeiden.
Insgesamt war ihr Verhalten durch große Unsicherheit und Ängstlichkeit geprägt.
In den Gesprächen mit dem JobLotsen ging es vorerst um den Aufbau einer vertrauensvollen
Beziehung und die Stärkung des Selbstwertes von Frau S.
Die Fokussierung auf Ressour cen und Stärken ermöglichten ihr, im weiteren
Betreuungsverlauf offener und vertrauensvoller über ihre Ängste und Sorgen , ihre Wünsche
und Ziele zu sprechen.
So berichtete Frau S. auch über ihre Mobbing-Erfahrungen im letzten Arbeitsverhältnis.
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Schließlich war es ihr aus gesundheitli chen Gründen nicht mehr möglich , zu arbeiten.
Behandlungsversuche in der Vergangenheit scheiterten an fehlenden Strukturvorgaben im
Alltag.
Im weiteren Verlauf der Begleitung durch den Jo bLotsen und die zuständige
Integrationsfachkraft, welche im stetigen und engen Austausch miteinander standen,
entschloß Frau S. sich, die Umschulung in Köln fortzusetzen.
Um einen angemessenen Lern - und Arbeitsrahmen zu gewährleisten, sollte ein
Wohnungswechsel erfolgen.
Frau S. stand, begleitet durch den JobLotsen, im regelmäßigen Kontakt zum Amt für
Wohnungswesen.
Schon bald konnte das Amt ihr eine geeignete Wohnung vermitteln. Auch bei den weiteren
Schritten, wie beispielsweise Umzug oder Beantragung einer Erstausstattung, begleitete der
JobLotse Frau S. in enger Abstimmung mit der zuständigen Integrationsfachkraft.
Gleichzeitig konnte der JobLotse Frau S. an eine Schuldnerberatung anbinden. In der Folge
konnte Frau S. ihre Schuldensituation ordnen und eine Privat-Insolvenz beantragen.
Der JobLotsen begleitete Frau S. auch intensiv beim Antrags- und Bewilligungsprozess im
Rahmen der Umschulung durch den Rehabilitationsträger.
Er unterstützte sie zudem bei der Suche nach einem geeigneten Psychotherapie-Platz.
Die Therapie sollte Frau S. weitere Stabilität vor und während der geplanten Umschulung ,
insbesondere bei eventuellen Krisen, bieten.
Die Umschulung wurde bewilligt, ein Therapie-Platz gefunden.
Der JobLotse beendete die Betreuung erfolgreich nach fünf Monaten.
Projekt „M.iteinander I.ntegration m.eistern i.n K.öln (M.I.m.i.K)“
Frau G. war zu Projektbeginn 21 Jahre alt, alleinerziehend , und hatte eine neun Monate alte
Tochter.
Aufgewachsen in Deutschland, lebte sie vom 15. bis zum 20. Lebensjahr beim Vater in Polen.
Sie hatte dort die 9. Klasse abgeschlossen.
Zum Zeitpunkt der Aufnahme in das Projekt lebte sie seit einem Jahr wieder in Deutschland
und hatte nur geringe soziale Kontakte.
Der Vater des Kindes lebte in Polen, es bestand jedoch ein gemeinsames Sorgerecht.
Das Verhältnis zur hier lebenden Mutter war konfliktreich.
Im Beratungsverlauf schilderte Frau G. ihre schwierige Kindheit und Jugend.
Im Alter von 13 Jahren erkrankte sie an einer Depression, die ärztlich behandelt wurde.
Stets fiel es ihr schwer, zu Fremden Kontakt aufzubauen.
Den Kontakt zum Freundeskreis brach sie in der Schwangerschaft ab, um sich auf die
Mutterschaft zu konzentrieren und um einen Neuanfang anzustreben.
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Mit einigen kurzzeitigen Unterbrechungen hat Frau G. regelmäßig am Projekt teilgenommen
und wurde engmaschig betreut.
Es gab in dieser Zeit mehrere Krisensituationen, die auch zu kurzzeitigen Rückzügen führten.
Dennoch konnte der Kontakt langfristig aufrechterhalten und eine fundierte Vertrauensbasis
geschaffen werden.
Dies ermöglichte eine Betreuung und Beratung insbesondere in Bezug auf folgende Aspekte:
Intensive Betreuung in der Eingewöhnungsphase der Tochter
Frau G. wurde in Bezug auf ihre Rolle als Mutter nachhaltig durch Auseinanderset zung mit
entwicklungspsychologischen Faktoren, Ken ntnisvermittlung, Beratung in Erziehungsfragen
und zu verschiedenen Modellen der Eingewöhnung unterstützt .
Die Erzieherinnen-Sprechstunde nutzte sie während der gesamten Projektdauer sehr intensiv.
Die Eingewöhnung verlief erfolgreich, so dass Frau G. an den Seminaren im Rahmen des
Projektes teilnehmen konnte.
Sie wurde in Bezug auf die reguläre Betreuung beraten und auch angemeldet: Sie erhielt für
August 2016 einen Platz in einer Kindertagesstätte. Auch hier fand mit Unterstützung des
Fachpersonals aus „M.imi.K“ eine erfolgreiche Eingewöhnung ihrer Tochter statt.
Unterstützung in Konflikt- und Krisensituationen
Eine für Frau G. äußerst schwierige Zeit begann, als der Kindsvater sie in Deutschland mit der
Absicht besuchte, in Deutschland Arbeit zu finden.
Es entwickelte sich eine Beziehung. Zugleich jedoch auch Kon flikte, die Frau G. stark
belasteten.
Was dazu führte, dass sie an den Angeboten des Projektes nur noch unregelmäßig teilnahm.
Als die Konflikte mit dem Kindsvater eskalierten, wurde Frau G. zu r fundierten Beratung des
„Wendepunkt“ vermittelt.
Frau G. trennte sich im weiteren Verlauf von ihrem Part ner. Er ging daraufhin nach Polen
zurück.
Ab diesem Zeitpunkt nahm Frau G. wieder täglich am Projekt teil und trat in Kontakt zu einer
Familienanwältin, um das alleinige Sorgerecht zu beantragen.
Gesundheitliche Stabilisierung
Frau G. wurde in Bezug auf therapeutisc he An gebote beraten und an eine Fachstelle
vermittelt.
Zudem wurde sie über die Möglichkeit einer Mutter-Kind-Kur informiert und bei der
Beantragung einer solchen unterstützt.
Die Kur wurde bewilligt und Frau G. nahm mit positivem Ergebnis teil.
Bildung von Netzwerken
Frau G. lernte durch das Projekt andere Mütter kennen und konnte Kontakte knüpfen, die sich
über das Projekt hinaus hielten.
Ihre Teilnahme am Nähkurs im Vingster Treff ermöglichte ihr, Frauen aus dem Sozialraum
kennenzulernen.
Die so aufgebauten Kontakte wirkten in vielerlei Hinsicht: Erfahrungsaustausch,
Betreuungsoptionen, etc.
Berufliche Orientierung
Frau G. setzte sich im Projektverlauf mit verschiedenen Berufsbildern auseinander und
entwickelte ein besonderes Interesse an sozialen Berufsfeldern.
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Dadurch wurde ihre Motivation verstärkt, ihren Schulabschluss zu erweitern.
Sie erhielt einen Platz bei der TAS ab September 2016. Ihr Ziel ist es, die Fachoberschulreife
nachzuholen.
Projekt „Psychosoziale Betreuung Jugendlicher und junger Erwachsener in Bil-
derstöckchen – Kellerladen“
D. ist 23 Jahre alt und l ebt seit seiner Geburt in Bilderstöckchen . Er ist dem dortigen
Jugendbüro bereits seit seiner Grundschulzeit bekannt.
Schon im Rahmen der Jugendarbeit fiel auf, dass er ein Einzelgänger ist und sich eher für
Fachthemen als Gleichaltrige interessiert.
Zudem ist D. äußerst impulsiv und hat nur eine geringe Frustrationsgrenze.
Er verfügt über einen nur mäßigen Hauptschulabschluss, hat jedoch an einer einjährigen,
berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme im Berufsbereich „Installationstechnik“
teilgenommen.
Im Anschluss an diese Maßnahme hatte er zwar eine Ausbildung zum Tiefbaufacharbeiter mit
dem Schwerpunkt „Rohrleitungsbau“ begonnen. Doch na ch der Abschlussprüfung im 2.
Ausbildungsjahr kündigte die Firma ihm den Ausbildungsvertrag. Die Prüfung hatte er mit der
Note „ausreichend“ bestanden.
Zu diesem Zeitpunkt traf D. einen Mitarbeiter des Jugendbüros, der ihm vorschlug, den
„Kellerladen“ aufzusuchen.
Tatsächlich suchte D. den Kontakt zum „Kellerladen“ und wurde dort in den folgenden
Monaten sehr intensiv betreut.
Im Fokus der Betreuung stand nicht allein die berufliche Beratung. Es bedurfte großer
Vertrauens- und Beziehungsarbeit, um den jungen Mann regelmäßig zu motivieren und seine
Einstellung und sein Verhalten partiell zu ändern.
Denn obschon D. sich zu Beginn uneingeschränkt auf die Zusammenstellung von adäquaten
Bewerbungsunterlagen, den Besuch von Ausbildungsmessen u.ä. einließ, stockte der
Prozess oftmals. Sei es, weil er sich aus Scham nicht helfen lassen wollte oder seine
Fähigkeiten überschätzte. Oder au ch, weil er nicht bere it war, eine andere Ausbildungs -
Richtung als die bereits begonnene in Erwägung zu ziehen.
Gerade dies stellte eine große Herausforderung in der Zusammenarbeit mit ihm dar: Er wollte
um jeden Preis eine Ausbildung im Roh rleitungsbau absolvieren, doch kon nte trotz aller
Bemühungen kein Betrieb gefunden werden, in dem er sein drittes Ausbildungsjahr hätte
abschließen können.
Seine Frustration hierüber war beträchtlich. In der Folge zeigte er sich resigniert und
widerstrebend.
Es bedurfte vieler Gespräche, um erneut Zugang zu ihm zu finden und ihn zu alternativen,
beruflichen Perspektiven zu ermutigen.
Unterstützt wurde dies dadurch, dass D. weitere Angebote des „Kellerladens“ wie
beispielweise den „K ompetenzcheck“ in Anspruch nahm. Das individuelle Herausarbeiten
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seiner Potentiale, Interessen und Talente stärkten sowohl sein Selbstbewusstsein als auch
seine Motivation.
Erneut wurden, nunmehr breitgefächerter, Bewerbungsunterlagen versendet,
Selbstpräsentationstechniken und Vorstellungsgespräche geübt. Mit viel Engagement nahm
D. am Bewerbungscoaching teil.
Der „Kellerladen“ nahm unter anderem auch Kontakt zu einer Baufirma auf, um die Chancen
einer entsprechenden Bewerbung als Tiefbau-Helfer im Kontext der eher kritischen
Voraussetzungen wie schlechte schulische Zeugnisse oder die nur ausreichend bestandene
Prüfung in der ersten Ausbildung zu eruieren. Im Nachgang überse ndete D. seine
Bewerbungsunterlagen an die Firma.
Die Firma stellte ihn im Juni 2016 ein.
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6 Schlusswort
Die vorgenannten Beispiele verdeutlichen, wie wichtig die flankierenden Leistungen gemäß
§ 16a SGB II für den Integrationsprozess sind.
Zweifellos folgt nicht immer eine unmittelbare Integration in Ausbildung oder Arbeit, doch
zumeist werden wesentliche Vermittlungshemmnisse reduziert und entscheidende
Entwicklungen bewirkt.
Die Vielfalt der Bedarfe und Voraussetzungen bedingt individuelle Hilfen und oftmals äußerst
ungleiche Wege der sozialen und beruflichen Integration.
Qua Gesetz dienen die kommunalen Eingliederungsleistungen einer ganzheitlichen und
umfassenden Betreuung.
In Köln werden sie bedarfsgerecht und intentional in einem bewährten und ausdifferenzierten
Portfolio bereit gestellt.
Passgenau und flexibel flankieren und ergänzen sie die Regelinstrumen te des SGB III ,
eröffnen Perspektiven, steigern die Motivation und die Autonomie der Menschen im SGB II -
Bezug.
Das im Jahr 2016 leicht erhöhte Finanzbudget für kommunale Eingliederungsleistungen war
ein guter und wichtiger Schritt zum Erhalt der bewährten Angebotsvielfalt.
Um diese auch in den kommenden Jahren bewahren und bedarfsgerecht gestalten zu können,
bedarf es jedoch weiterer Schritte: Der Etat für diese sozialintegrativen Leistungen
benötigt auch künftig eine adäquate Größe und Ausrichtung.
Zugleich darf das Bestreben aller in Köln handelnder Akteure nicht nachlassen , diese
Angebote den rasanten, oftmals gravierenden gesellschaftlichen Entwicklungen anzupassen.
Dies impliziert zugleich eine genaue Betrachtung von Projektinhalten und –ergebnissen im
Kontext der Entwicklung und Eingliederung der Teilnehmenden.
Das Jobcenter Köln und die Stadt Köln sind von der Notwendigkeit und dem Erfolg dieser
Angebote überzeugt.
Weit über die soziale und berufliche Integration der Kölner Bürgerinnen und Bürger hinaus
prägen sie Sozialräume, beeinflussen das gesellschaftliche Leben und tragen wesentlich zum
sozialen Frieden der Stadt bei.
Insofern sind das Jobcenter Köln und die Stadt Köln bereit, sich den künftigen
Herausforderungen zu stellen , erkenntnis - und lösungsorientiert damit umzugehen und
Verantwortung für und in Köln zu tragen.
49
Anlage
Übersicht der Angebote nach § 16a SGB II in Köln
1. Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II
BiSKids (Betreuung im Stadtteil – Kids in Mülheim)
Das Angebot wird durchgeführt durch die Christliche Sozialhilfe Köln e.V.
(CSH).
Ziel ist das Vorhalten eines kurzfristigen, flexiblen Kinderbetreuungsangebotes für
Arbeitsuchende, in Arbeit vermittelte Personen und Teilnehmende an Qualifizie-
rungsmaßnahmen im Stadtbezirk Mülheim (ggf. in angrenzenden Stadtbezirken).
BiSKids umfasst Dienstleistungen wie: Hol - und Bringdienste, Ferien -, Randzeit-
und Übermittagsbetreuungen, Vermittlung in weiterführende Angebote der Kinder-
betreuung oder der Familienhilfe.
Die Eltern werden in der vorübergehenden Bet reuung ihrer Kinder unterst ützt.
Auch werden neue und nachhaltige Modelle der Kinderbetreuung mit ihnen erar-
beitet. Sie werden über verschiedene Formen der Kinderbetreuung wie Kinderta-
gespflege, OGTS, das Nutzen nachbarschaftlicher Netzwerke informiert.
Eltern, meist Alleinerziehen de, werden oft, um ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen
bzw. ei ne Ausbildung machen zu können, allein durch Wegbegleitungen und
Randzeitbetreuungen entlastet.
„BiSKids“ ist zentral in Mülheim verortet. Von 6 bis 20 Uhr – je nach Bedarf der
Eltern und nach Kapazität der Betreuer /-innen, werden hier Kinder im Alter von 1
bis 10 Jahre betreut.
2. Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II
Die Schuldnerberatung bietet Hilfen für Menschen mit Schuldenproblemen . Sie
umfasst neben der reinen Schuldenregulierung rechtliche, finanzielle wie auch
psychosoziale Fragestellungen.
Grundsätzlich wird in Köln zwischen der Budget- und Schuldnerberatung unter-
schieden.
Themen und Aspekte der Budget- und Schuldnerberatung sind beispielsweise:
Einnahmen/Ausgaben
Haushaltsplanung
Mahnverfahren und Vollstreckung
Inkassounternehmen und Pfändung
Insolvenzverfahren
Ratsuchende im SGB II Bezug werden vom Jobcenter zunächst in die, e ine be-
grenzte Zahl von Beratungseinheiten umfassende, Budgetberatung zugewiesen.
In jedem Geschäftsbereich des Jobcenter Köln ist eine Budgetberatung verortet.
50
Die folgenden Träger sind mit der Durchführung der Budgetberatung durch das
Jobcenter Köln beauftragt:
• Diakonisches Werk Köln und Region
• Interfamilia Kreisverband Köln e.V.
• Schuldnerhilfe Köln e.V.
• Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e.V.
• Sozialdienst katholischer Männer (SKM) e.V.
Die Budgetberatung beinhaltet unter anderem die
folgenden Beratungsangebote:
Informationen rund um das Thema „Schulden“
Einen Überblick über die Schuldensituation verschaffen
Prüfung der Einnahmen-/Ausgaben-Situation
Krisenintervention insbesondere bei: drohender Energie-Sperrung,
Konto-Pfändung, Mietschulden
Unterstützung bei der Einrichtung eines Pfändungsschutz-
Kontos
Bei Bedarf Weitervermittlung in eine Schuldnerberatung
Nach Klärung der Problemlage erfolgt bei weitergehendem Bedarf und bei Vorlie-
gen einer erfolgversprechenden Prognose eine Vermit tlung in die Schuldnerbe-
ratung. Der Zugang zur Schuldnerberatung ist bei allen Trägern entweder über
die Vermittlung aus der Budgetberatung oder über den freien Zugang in die offe-
nen Sprechstunden möglich.
Auch SGB II-Leistungsempfänger/-innen, die aus unterschiedlichen Gründen die
Schuldenproblematik im Jobcenter nicht ansprechen wollen, können sich über den
freien Zugang direkt an die Schuldnerberatungsstellen wenden.
Weitere schnelle Kontaktaufnahmen, um Ratsuchenden erste Hilfestellung zu leis-
ten und Notsituationen zu vermeiden, erfolgen über telefonische Anfragen
(„Schuldenhelpline“).
In Köln sind neun gemeinnützige Beratungsstellen mit der Durchführung der
Schuldnerberatung nach §16a Nr. 2 SGB II durch das Jobcenter Köln beauftragt:
• Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.,
• Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
• Diakonisches Werk Köln und Region
• Interfamilia Kreisverband Köln e.V.
• Internationaler Bund (IB)
• Schuldnerhilfe Köln e.V.
• Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e.V.
• Sozialdienst katholischer Männer (SKM) e.V.
• Verein für soziale Schuldnerberatung (VSSB) e.V.
51
3. Angebote psychosozialen Betreuung nach § 16a Nr. 3 SGB II
Alternative Wege in den Job
Dieses Angebot wird von der förderungs - & bildungsgemeinschaft jugend -
und altenarbeit vingst/ostheim (Vingster Treff) umgesetzt.
Ziel ist es, Frauen zu erreichen, die noch nicht in Maßnahmen bzw. Angebote des
Jobcenter eingebunden sind, sich aber mit der Frage der beruflichen Orientierung
befassen.
Es richtet sich an erwerbslose Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die ih-
ren beruflichen Wiedereinstieg planen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf er-
reichen wollen oder noch keine berufliche Orientierung haben.
Der systemische Ansatz in der Beratung berücksichtigt die aktuelle Lebenssitua-
tion der Frauen. Es werden sowohl persönliche und familiäre Ressourcen als auch
allgemeine persönliche Voraussetzungen ( zum Beispiel Schul- und Ausbildungs-
abschlüsse) sowie berufliche Erfahrungen betrachtet. Die Teilnehmerinnen wer-
den aktiviert, unterstützende Netzwerke aufzubauen u nd vorhandene optimal zu
nutzen.
Die berufliche Beratung umfasst beispielsweise die Analyse der Ausgangssitua-
tion, die Abklärung vorhandener formeller und persönlicher Ressourcen, die Ent-
wicklung realistischer Zielformulierungen, die Erstellung eines Berufswegeplanes,
Informationen über weitere (sowohl für die berufliche Entwicklung als auch für die
psychosoziale Stabilisierung) hilfreiche Anlaufstellen.
Der Schwerpunkte der individuellen Beratung liegt auf der psychosozialen Stabili-
sierung und Motivationsstärkung.
Weitere Themen des individuellen Einzelcoachings sind beispielsweise: die beruf-
liche Orientierung, Berufswegeplanung, Infos über Weiterbildungen/Projekte/Maß-
nahmen sowie unterstützende Fachdienste, Inf os über geeignete Stellenbörsen
und das Aufzeigen von Orten der Beratung sowie Unterstützung bei Bewerbungen.
Arbeit sofort
Dieses Angebot wird vom Sozialdienst katholischer Männer e.V. Köln
(SKM), dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln (SKF) und dem In-
ternationale Bund GmbH Köln vorgehalten.
Es richtet sich an SGB II-leistungsberechtigte Personen, die neben den komple-
xen sozialen Problemen häufig von Wohnungslosigkeit betroffen und weder in
Beschäftigungsangebote noch in Integrationsjobs zu vermitteln sind.
Die Teilnehmer/-innen rekrutieren sich ausschließlich aus dem Bereich der soge-
nannten „Resodienste“ der Stadt Köln.
Ziel des Angebotes ist die Heranführung an Arbeit bzw. Beschäftigung durch die
Bereitstellung eines niederschwelligen Tätigkeitsangebots.
Die Stabilisierung der Teilnehmenden erfolgt über persönliche und psychosoziale
Beratung und Betreuung sowie über alltagspraktische Anleitung.
52
Claro
Das Angebot wird in Kooperation der drei Träger Diakonisches Werk des
evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (Diakonie), Sozialdienst
katholischer Frauen e.V. Köln (SKF) und Sozialdienst katholischer Männer
e.V. Köln (SKM) durchgeführt.
Es richtet sich an SGB II-leistungsberechtigte Personen mit komplexen, meist
diffusen Problemlagen, denen die Integrationsfachkräfte kein passgenaues
Angebot unterbreiten können.
Claro bietet diesen Kundinnen und Kunden ein Clearing, gibt
Handlungsempfehlungen und vermittelt in andere Hilfsangebote bzw.
Hilfesysteme.
Beispielsweise: Therapeutische Hilfsangebote, Wohnungslosenhilfe,
Straffälligenhilfe, Schuldnerberatung, Migrationsberatung, Familien - und
Lebensberatung, frauenspezifische Beratungsstellen.
Das Ausmaß der multiplen Problemlagen vieler Kundinnen und Kunden hat sich
zunehmend vergrößert. Insofern bietet Claro eine umfassende Beratung und,
falls erforderlich, Begleitung bis zur Vermittlung in ein weiterführendes Angebot.
Coolnesstraining
Die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO) bietet für Kundinnen
und Kunden des Jobcenter Köln ein Angebot an, welches sich mit sozial
unangemessenem Verhalten als Vermittlungshemmnis beschäftigt.
Die Zielgruppe umfasst Kundinnen und Kunden, die gegenüber potentiellen
Arbeitgebern oder Fachkräften des Jobcenter unangemessenes (z.B.
aggressives, grenzüberschreitend es, gewalttätig es) Verhalten, das einer
Integration in den ersten Arbeitsmarkt entgegensteht bzw. diese erschwert,
zeigen.
Dies kann sich in impulsiven, teils gewalttätigen Ausbrüchen anlässlich von
Konflikten mit Vorgesetzten, Kolleginnen/Kollegen und Fachkräften äußern. Aber
auch in Maß nahmeabbrüchen aus „nichtige m“ bzw. nicht nachvollziehbarem
Anlass, die auf unterdrückte Aggressionen und Rückzugstendenzen hinweisen.
Das Angebot ist als ganzheitliches Verhaltenstraining konzipiert. Es befasst sich
mit den Voraussetzungen für ein selbst bestimmtes und gewaltfreies Leben.
Hierfür bedarf es unter anderem klarer Zielversionen, Selbstvertrauen s und der
Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren.
Insofern erfolgt ein i ntensives Arbeiten an eigenen Zielen und Wünschen sowie
ein Reflektieren des bisherigen privaten und beruflichen Weges.
Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Prozessen und Mustern der
Kommunikation und Konfliktlösung. Dies wird praxisnah trainiert. Ziel ist hier ein
sozial kompetentes und damit gesellschaftlich angemessene s Verhalten. Damit
soll langfristig eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden .
Das niedrigschwellige Angebot ist auch für Kundinnen und Kunden geeignet, die
über erhebliche Vermittlungshemmnisse verfügen und bei denen eine
Arbeitsmarktnähe selbst langfristig nur teilweise oder gar nicht erreichbar scheint.
53
Eine parallele Teilnahme an anderen Maßnahmen oder Angeboten ist kein
Ausschlusskriterium für das Coolnesstraining.
„Coolnesstraining“ gliedert sich in zwei Phasen: die Anamnese und das Training.
Letzteres teilt sich in Einzelgespräche und Gruppenangebote.
Vorab wird die Eignung für die Maßnahme geprüft.
Der Wendepunkt
Träger dieses Angebotes ist die Diakonie Michaelshoven.
Die Frauenberatungsstelle mit Standorten in Kalk, Mülheim und Porz-Finkenberg
bietet Unterstützung für Migrantinnen und von Gewalt betroffene Frauen.
Von Gewalt betroffene Frauen zeigen vielfach physische und/oder psychische
Belastungssymptome. Eine Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit ist oft erst nach
Bewältigung der zum Teil komplexen Probleme möglich.
Die s ozialräumliche Nä he stellt einen wichtigen Aspekt dar. Gerade n ach
häuslicher Gewalt und/oder Gewaltandrohung sowie bei Alleinerziehenden
würde eine weite Anfahrt eine zusätzliche Hürde darstellen.
Eine muttersprachliche Beratung ist möglich . I nsbesondere in Türkisch,
Russisch, Polnisch sowie in Englisch.
Eine solche Beratung überwindet sprachliche Hindernisse, profitiert
darüberhinaus aber auch vom gemeinsamen kulturellen Hintergrund. Mithin
können Sachverhalte dadurch schneller und effizienter geklärt werden .
Beispielsweise in Bezug auf Probleme im Kontext der familiären Situation.
Im Angebot werden Problemstellungen aus den Bereichen Wohnung,
Verschuldung, Trennung, Gewalt sowie Familie bearbeitet. Die Beratung zielt auf
die Stabilisierung der psychosozialen Gesamtsituation der Frauen und ihrer
Familien ab und bietet Unterstützung bei der Beseitigung von
Vermittlungshemmnissen.
Die Beratung und Begleitung von Migrantinnen ist davon geprägt, eine Stärkung
und Verselbständigung der Frauen zu erreichen.
Frauenberatungsstelle (FrauenLeben)
Die Frauenberatungsstelle steht in der Trägerschaft des gemei nnützigen
Vereins FrauenLeben e.V.
Sie bietet Frauen im SGB II -Bezug, die aufgrund traumatisierender
Gewalterfahrungen und /oder familiärer Probleme gravierend in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind, psychosoziale Betreuung an.
54
Die Einrichtung fokussiert sich auf Frauen mit Migrationshintergrund,
alleinerziehende Frauen, Frauen mit psychischen Auffälligkeiten und Frauen, die
unangemessenes Verhalten zeigen und/oder im Arbeitskontext überfordert sind.
Damit eine berufliche Integration gelingen kann, wird den betroffenen Frauen Hilfe
bei der Bewältigung von Konflikten und psychischen Erkrankungen sowie sozialen
Problemlagen geboten.
Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem:
gestörtes Essverhalten (Magersucht, Bulimie, Binge Eating und Adipositas)
Unterstützung bei Gewalterfahrung (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt,
Stalking u.a.)
Probleme in der Familie und Partnerschaft, Trennung/ Scheidung
psychische Erkrankungen wie Depressionen, Ängste u.a.
berufsbezogene Problemlagen ( Arbeitslosigkeit und deren psychosoziale
Folgen, Selbstwertprobleme)
Über die Beratung hinaus werden Krisen- und Orientierungsgespräche,
themenbezogene Gruppen, Beratung für Angehörige sowie Vortrags - und
Themenabende angeboten.
Die von der Frauenberatungsstelle angebotenen Gespräche mit Psychologen zur
therapeutischen Unterstützung in akuten Krisen erfahren eine hohe Nachfrage.
Denn diese Gespräche mit Psychologen /-innen helfen gerade auch Frauen, die
auf einen längerfristigen Therapieplatz warten.
Spezifische Zielsetzungen der Beratung:
Stärkung des Selbstwertgefühls
Aufbau von Selbstwirksamkeitserwartung
Bewusstmachen eigener Ressourcen und Fähigkeiten
Aufbau von Veränderungsmotivation
Krisenintervention
Stärkung von gesundheitsförderndem und selbstfürsorgendem Verhalten
Stabilisierung/ Klärung der häuslichen und/ oder familiären Situation
Förderung von Ich-Stärke und Abgrenzungsfähigkeit
Informationsvermittlung zum Gewaltschutzgesetz und Unterstützung im
Trennungsprozess
Abbau von Ängsten und Unsicherheiten und Aufbau selbstsicheren
Verhaltens
Verbesserung von Konflikt- und Problemlösefertigkeiten,
Stressmanagement
Förderung der Selbstwahrnehmung zur Verbesserung der Individual-, Sozial-
und Handlungskompetenz
Förderung realistischer Selbsteinschätzung
Hilfestellung im Umgang mit Depressionen und Ängsten
Einleitung und Vermittlung zu weiterführenden therapeutischen Hilfen oder
anderen Beratungsangeboten
55
Identifikation spezifischer individueller Verhaltensdefizite, welche die
Erwerbstätigkeit blockieren und Erarbeitung von Strategien zum Erwerb
entsprechender Kompetenzen
Entwicklung realistischer beruflicher Zukunftsperspektiven
Motivation für spezifische Angebote, die notwendige Voraussetzungen zur
Teilhabe am Erwerbsleben schaffen, z.B. Nachholen von Schulabschlüssen,
Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, Praktika.
Die Frauenberatungsstelle bietet zudem Kinder- und Jugendberatung
(Verarbeitung der miterlebten Gewalt bei den Eltern) an.
Gulliver und Lore
Es handelt sich um Arbeitsprojekte des Köl ner Arbeitslosenzentrums
„KALZ“.
Sie richten sich an Menschen, die meist ohne festen Wohnsitz sind und unter
multiplen Problemlagen wie Sucht, Schulden, physische n und psychische n
Einschränkungen leiden.
Gulliver ist eine Anlaufstelle für Obdachlose und fungiert als
Kommunikationszentrum. Das Projekt hat eine Cafeteria, einen Waschsalon und
einen Aufenthaltsraum.
Lore ist ein Lobbyrestaurant und bietet zum Beispiel ein gesundes Mittagessen an.
Die psychosoziale Begleitung in Ergänzung zur hier vorgehaltenen AGH
ermöglicht den Teilnehmenden eine Stabilisierung der persönlichen, familiären
oder gesundheitlichen Situation.
Beispielsweise: die Kontaktaufnahme zur Familie/zu den Kindern, die Vermittlung
in Sucht- oder Schuldnerberatungsstellen.
Die Teilnehm enden erwerben Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit,
Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Übernahme von Verantwortung.
Überdies erlangen sie fachliche Fertigkeiten und Kenntnisse in den
Beschäftigungsfeldern: Reinigung, Hauswirtschaft, Gastronomie.
Regelmäßig findet ein Deeskalationstraining statt. Hier können die Kundinnen und
Kunden Problemlösungsstrategien für schwierige Situationen mit Gästen und/oder
Kollegen/-innen entwickeln.
Um Beschäftigungsabbrüche zu vermeiden, findet eine intensive
Krisenintervention bei den Teilnehmenden statt.
Suchtproblematik und geringe Frustrationstoleranz führen immer wieder zu
Rückschlägen.
Diese zu überwinden, erfordert ein hohes Maß an Kontinuität und
Einfühlungsvermögen in der Betreuung.
56
HIVissimo
Die Zielgruppe des Angebots der „Aidshilfe Köln e.V.“ sind SGB II-leistungsbe-
rechtigte Personen , die HIV -infiziert bzw. an AIDS erkrankt sind und multiple
Vermittlungshemmnisse aufweisen.
Ein Teil der Zielgruppe hat keine qualifizierte Berufsausbildung. Für den
beruflichen (Wieder)Einstieg bietet das Arbeits - und Qualifizierungsprojekt
HIVissimo angemessene Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen :
Gastronomie, Hauswirtschaft, Hausreinigung und Hausmeisterei.
Parallel zur hier vorgehaltenen AGH erhalten Teilnehmer die für eine erfolgreiche
Eingliederung notwendige, psychosoziale Betreuung.
JobAktiv
Träger des Angebots ist das Katholische Jugendwerk e.V. , Fachbereich
Jugendsozialarbeit.
Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 27
Jahre.
Es versteht sich als Bindeglied zwischen der Jugendberufshilfe und den
Jugendzentren im Kölner Norden (Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord).
Die Besonderheit des Angebotes besteht im präventiven Ansatz:
Über den offenen und niederschwelligen Zugang (aufsuchende Arbeit) kommen
die Mitarbeitenden des Projektes in Kontakt mit Jugendlichen und jungen
Erwachsenen und helfen ihnen bei der Entwicklung einer realistischen schulischen
und/oder beruflichen Perspektive, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen etc.
Die sozialpädagogische Hilfe basiert auf den Bausteinen Kontaktaufnahme,
Erfassung der schulischen oder beruflichen Situation, konkrete Hilfestellung und
begleitende Betreuung.
Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Arbeitsschwerpunkte Übergang
Schule/Beruf, Berufswahlorientierung und die Entwicklung realistischer beruflicher
Perspektiven. Auch begleiten JobAktiv -Mitarbeiter/-innen geeignete Jugendliche
zu Ausbildungsmessen und Veranstaltungen, bei denen Firmen Ausbildungs- und
Praktikumsplätze anbieten.
Das Beratungs- und Betreuungsangebot umfasst beispielsweise:
Stellenrecherchen
individuelle und ressourcenorientierte Beratung
Vervollständigung der Bewerbungsunterlagen
Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche/Einstellungstests
Betriebsbesichtigungen
57
Die ganzheitliche Unterstützung erstreckt sich über die Begleitung im
Bewerbungsprozess hinaus auch auf die Bewältigung sozialer Bedarfe und
Problemlagen.
JobLotsen DiMa
Das Angebot wird vom Träger BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH realisiert.
Die Job Lotsen DiMa bieten zielgruppenspezifische Unterstützung bei der
Identifizierung von Problemlagen sowie Hilfe im Umgang mit behördlichen
Angelegenheiten, Finanzen, dem Wohnumfeld, etc. an.
Das Ziel besteht im Erkennen und Bearbeiten besteh ender
Vermittlungshemmnisse sowie der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger
Hilfepläne in enger Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden.
Die individuelle, intensive und kontinuierliche Beratung und Begleitung bewirkt die
Aktivierung bzw.Reaktivierung der Teilnehmenden.
Die Begleitung der Kundinnen und Kunden zu Angeboten, Behörden, zu Ärzten
und in Therapie, nimmt diesen die Unsicherheit und Scheu und stärkt so deren
Selbsthilfepotenzial.
Die Zielgruppe weist beispielsweise folgende Merkmale auf:
Schwierigkeiten im Umgang mit Geld und/oder Geldinstituten und
Bankkonten
Schulden
Schwierigkeiten mit der Wohnung, v.a. in Form einer unzureichenden
Unterkunft oder Konflikten mit Vermietern
Sprachprobleme
Unzuverlässigkeit
Überforderung mit Strukturierung des eigenen Alltags
fehlendes Zeit- und Selbstmanagement
Suchtproblematik
gesundheitliche Probleme (insb. psychische und körperliche Erkrankungen)
familiäre Schwierigkeiten
Im Rahmen der sozialpädagogisch orientierten Intervention arbeiten die JobLotsen
mit vielen Fachdiensten, Beratungsstellen, Behörden und Ämtern zusammen.
Dabei spielen der Sozialraum und das darin befindliche Netzwerk eine große Rolle.
So arbeiten sie beispielsweise zusammen mit:
dem Sozialamt/ der Fachstelle Wohnen
diversen Wohnungsbaugenossenschaften
Gebrauchtmöbellagern
der Handwerkskammer
den Sozialpsychiatrischen Zentren
Tageskliniken
58
der Suchtambulanz der LVR Klinik Köln-Merheim
der Suchtberatung
den Budgetberatungen
verschiedenen Bildungsträgern
verschiedenen Krankenkassen
dem Therapiezentrum für Folteropfer
der Flüchtlingsberatung.
JobLotsen Reso
Das Angebot wird vom Träger BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH realisiert.
Die Joblotsen Reso begleiten Menschen ohne festen Wohnsitz.
Die Problemstellungen dieser Kundengruppe erfordern einen spezialisierten Blick
auf den Be reich Wohnen und Wohnungssuche und eine auf diese Zielgru ppe
abgestimmte Kontaktaufnahme bzw. Beziehungsarbeit.
Die Lotsen arbeiten in erster Linie aufsuchend. Häufig wird die sogenannte „warme
Übergabe“ von den Fallmangern genutzt, d.h. sie übergeben die Kundinnen und
Kunden unmittelbar an die Lotsin bzw. den Lotsen. Zusätzlich bieten die
JobLotsen Reso einmal pro Woche eine offene Sprechstunde an.
Das Ziel besteht im Erkennen und Bearbeiten bestehender
Vermittlungshemmnisse sowie der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger
Hilfepläne in enger Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden.
Die individuelle, intensive und kontinuierliche Beratung und Begleitung bewirkt die
Aktivierung bzw. Reaktivierung der Teilnehmenden.
Die Begleitung der Kundinnen und Kunden zu Angeboten, Behörden, zu Ärzten
und in Therapie, nimmt ihnen Unsicherheit und Scheu und stärkt so das
Selbsthilfepotenzial des Einzelnen.
Die Zielgruppe weist beispielsweise folgende Merkmale auf:
Schwierigkeiten im Umgang mit Geld und/oder Geldinstituten und
Bankkonten
Schulden
Schwierigkeiten mit der Wohnung, v.a. in Form einer unzureichenden
Unterkunft oder Konflikten mit Vermietern
Sprachprobleme
Unzuverlässigkeit
Überforderung mit Strukturierung des eigenen Alltags
fehlendes Zeit- und Selbstmanagement
Suchtproblematik
gesundheitliche Probleme (insb. psychische und körperliche
Erkrankungen)
familiäre Schwierigkeiten
59
Im Rahmen der sozialpädagogisch orientierten Intervention arbeiten die JobLotsen
mit vielen Fachdiensten, Beratungsstellen, Be hörden und Ämtern zusammen.
Dabei spielen der Sozialraum und das darin befindliche Netzwerk eine große Rolle.
So arbeiten sie beispielsweise zusammen mit
dem Sozialamt/ der Fachstelle Wohnen
diversen Wohnungsbaugenossenschaften
Notschlafstellen
den Sozialpsychiatrischen Zentren
der LVR-Klinik in Merheim
der dortigen Suchtambulanz
der Suchtberatung
den Budgetberatungen
der Bewährungshilfe
verschiedenen Krankenkassen
verschiedenen Haus- und Fachärzten/-innen
Kellerladen
Der Kellerladen des Vereins Kellerladen e.V. leistet Jugendarbeit in
Bilderstöckchen.
Zielgruppe des Vereins sind Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre, die
im Angebot eine Tagesstruktur erhalten und dabei ihre beruflichen
(konzeptionellen, kalkulatorischen, handwerklichen) und sozialen Fähigkeiten
entwickeln können.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Prävention. Das Angebot Kellerladen ist
auf dem Hintergrund de r besonderen sozialräumlichen Ausrichtung und
Einbindung im Stadtteil ausgerichtet.
Ziel ist die psychosoziale Stabilisierung und die Verhinderung drohender
Nichtbeschäftigung sowie die Einleitung von Maßnahmen, die an Ausbildun g und
Arbeitsaufnahme heranführen.
Die Komplexität des Betreuungsangebots umfasst unter anderem:
psychosoziale, persönlichkeitsstabilisierende Elemente
Vermittlung technischer Fertigkeiten (Computer, manuelle Erfahrung mit
Werkzeugen und Maschinen)
schulisch-theoretische Hilfen
Einstellungstest-Trainings
Telefontraining
Verhaltenstraining
Erhöhung der Kommunikationsfähigkeit
Kompetenzcheck
Der Träger arbeitet intensiv mit Ausbildungsbetrieben, Schule n und
Bewerbungscoaches zusammen.
60
Neben der täglichen Arbeit bietet der Träger auch verschiedene, oft
projektorientierte Aktivitäten wie den „Markt der Möglichkeiten“ (Ausbildungsmarkt
im Altenberger Hof/Nippes), das Suchtprä ventionsprojekt „Stoffwechsel“ oder
Projektfahrten an.
Der i n 2015 umgestaltete Computerraum im Jugendbüro bietet mehr Raum für
„Intimität“. Denn die Beziehungsarbeit hat sich massiv in Richtung psychologischer
Problematiken verschoben. Häufig ist zunächst das Aufbrechen der auf
psychologischen Störbilder n, Suchtproblematiken und delinquenten
Verhaltensauffälligkeiten basierenden Verhaltens - und Abwehrmechanismen wie
„cooles Gehabe“ oder „wortkarg und zurückhaltend“ erforderlich. Oft ist die Haltung
der Jugendlichen und jungen Erwchsenen in Kombination mit Versagensängsten
und fehlende m Selbstbewusstsein von Misstrauen, Frustration, Demotivation,
Abwehr und Fassadenverhalten geprägt.
Hier ist zunächst intensive und vertrauensschaffende Gesprächsarbeit
erforderlich. Meist finden Bewerbungscoaching und Jobrecherche e rst in einer
späteren Betreuungsphase statt.
Kölner Feger
Das Angebot des Sozialdienst katholischer Männer e.V. richtet sich
ausschließlich an Substituierte mit Leistungsansprüchen nach SGB II.
Die Förderung des Projektes „Kölner Feger“ , mithin die psychosoziale Betreuung,
erfolgt in Anlehnung an die Durchführung der Arbeitsgelegenheiten (AGH)
gem. § 16d SGB II.
Die Tätigkeitsinhalte bestehen in der Reinigung und Entmüllung von besonders
durch Drogenabhängige/Wohnungslosen belasteten Orten, (zusätzlich zu den
Reinigungen durch die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln) und an Orten, die durch die
Abfallwirtschaftsbetriebe Köln nicht abgedeckt werden (beispielsweise
Kinderspielplätze, Vorgärten in Wohnkomplexen).
Die Reinigung erfolgt unter Anleitung auf zwei bis drei festgelegten Routen. Die
Routen werden in Absprache mit den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln, dem
Ordnungsamt, den Bezirksämtern und anderen örtlichen Beteiligten entwickelt.
Ziel des Projektes ist es, das Sozial - und Arbeitsverhalten der Teilnehmenden zu
verbessern. Beispielsweise Konfliktfähigkeit, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit
und Teamfähigkeit.
Die Teilnehmenden sollen lernen, ihren Alltag zu strukturieren und in Problemlagen
Lösungen zu entwickeln.
Mit Hilfe intensiver Arbeitsanleitung und Unterstützung im Alltag soll erprobt
werden, welche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bzw. im Rahmen der
beruflichen Integration möglich sind.
Überdies soll den Teilnehmenden durch ihre aktive Beteiligung an der
Verbesserung des öffentlichen Erscheinungsbildes bzw. der Re inigung der von
61
Randgruppenangehörigen vermüllten und verdreckten Orte die Möglichkeit der
gesellschaftlichen Inklusion eröffnet werden.
Mann sein ohne Gewalt
Dieses Angebot der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO) richtet
sich nicht an Opfer, sondern an die Täter.
Die Zielgruppe besteht aus Männern, die gegen ihre Partnerin und/oder ihre
Kinder, unter Umständen auch gegen andere Familienmitglieder , gewalttätig
geworden sind bzw. aktuell noch gewalttätig sind.
Die Männer werden vom Gericht, von der Staatsanwaltschaft, von
Beratungsstellen oder von der Polizei zugewiesen. Es gibt jedoch auch
Selbstmelder.
Auch Partnerinnen erhalten – sofern realisierbar - Informationen über
Möglichkeiten und Grenzen des Angebotes sowie eigene Hilfsangebote.
Familienangehörige werden beraten oder an passende Hilfeeinrichtungen
vermittelt.
„Mann sein ohne Gewalt“ arbeitet nach den Standards und Empfehlungen für die
Arbeit mit männlichen Tätern im Rahmen von interinstitutionellen
Kooperationsbündnissen gegen hä usliche Gewalt (Bundesarbeitsgemeinschaft
Täterarbeit häusliche Gewalt e.V., 2007).
Es beinhaltet sowohl Einzel- als auch Gruppensettings.
Zunächst erfolgt eine Einzelberatung inklusive psychodiagnostischer Tests zur
Abklärung schwerwiegender Persönlichkeitsstörungen oder anderer
Ausschlusskriterien.
In den Einzelterminen werden konkrete Alltagskonflikte und mögliche Lösungen
erörtert. Die Kunden sollen für problematische Denk - und Verhaltensweisen
sensibilisiert werden, um ein Problembewusstsein und eine Motivation zur
Teilnahme am Trainingsprogramm zu wecken.
Die Mindestteilnahmedauer am Gruppenangebot beträgt 34 Sitzungstermine. Die
durchschnittliche Teilnahmedauer 9 -11 Monate.
Bei akuten Krisen besteht die Möglichkeit kurzfristiger Gespräche im Einzelsetting,
mit dem Ziel der Deeskalation und der Vorbeugung neuerlicher Gewalt.
Es findet oft eine sehr enge, fallbezogene Zusammenarb eit mit Einrichtungen des
Kinder- und Jugendschutzes , der Polizei und Beratungsstellen statt.
Miga 40
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. bietet dieses Angebot für
erwerbslose Migrantinnen ab 40 Jahren an.
62
Zielgruppe von „Miga 40“ sind nach Deutschland immigrierte , SGB II-leistungsbe-
rechtigte Frauen.
Der Verein bietet Beratungs -, Qualifizierungs - und Lernangebot e an. Diese
betreffen berufliche Eingliederungshemmnisse, familiäre Probleme, fehlende
berufliche Qualifikationen sowie Sprachprobleme.
Die Förderangebote sind überwiegend im niederschwelligen Bereich angesiedelt
(einfache Sprache, häufige Wiederholungen).
In der Projektarbeit wird ein ganzheitlicher Ansatz genutzt. Die Angebote stehen
zumeist im engen Bezug zum praktischen Leben der Teilnehmenden.
Elemente der Beratung sind beispielsweise ressourcenorientierte Methoden,
Biografiearbeit, soziale Gruppenarbeit. Zudem theaterpädagogische Elemente und
Rollenspiele.
Sprachförderung ist ein wesentliches Element des Angebotes. Teilnehmerinnen
mit Sprachhemmungen werden durch eine spielerische Herangehensweise
gefördert (Sprachcafé, Rollenspiele, Alltagsgeschichten).
Überdies bieten Dozentinnen Vorträge, Seminare und I nfoveranstaltungen zu
verschiedenen Themen an.
Ziele der Projektearbeit sind beispielsweise:
Verbesserung der Sprachkompetenz (schriftlich/mündlich)
Aneignung von Wissen/Kenntnissen im Bereich Arbeitsmarkt,
Sozialversicherungssysteme, Bildungssystem
Übergang in andere weiterführende Maßnahmen wie z.B.
Arbeitsgelegenheit, Jobbörse, Qualifizierung
Anerkennung im Ausland erworbener Zeugnisse
Erstellung Lebenslauf/Bewerbungsmappe
Bewerbungstraining
Motivationstraining
Entwicklung/Verbesserung IT-Medienkompetenz
Erweiterung des Wissensspektrums über die Stadt Köln und die Nutzung
ihrer Angebote (Stadtbibliothek, AWB, Museen, Flora)
Weiterleitung/Anbindung an andere fachliche Dienste wie z.B.
psychologische Ambulanzen, Therapeuten, psycho-somatische Kliniken
Der Träger hat ein interkulturelles und interdisziplinäres Team. Die
Mehrsprachigkeit umfasst z.B. auch persisch/farsi, eritreisch/triginya und kroatisch.
MImiK
„M.I.m.i.K.– M.iteinander I.ntegration m.eistern i.n K.öln“ ist ein im rechts-
rheinischen Köln verortetes Angebot der förderungs - &
63
bildungsgemeinschaft jugend - und altenarbeit vingst/ostheim e.V.(Vingster
Treff).
Das Angebot richtet sich an junge alleinerziehende Frauen im Alter von 16 bis 25
Jahre, mit und ohne Migrationshintergrund , die aufgrund vielfacher Benachteili-
gung die Integration in das Ausbildungssystem oder in den Arbeitsmarkt nicht voll-
ziehen konnten.
Ziel ist die individuelle Stabilisierung von jungen Frauen in ihrer Persönlichkeit so-
wie in ihrem Umfeld mit der Perspekt ive, sich für eine berufliche Entwicklung zu
öffnen und diese langfristig zu realisieren.
Die Kinderbetreuung vor Ort sichert jungen Frauen und ihren Kindern unbürokra-
tisch und mit direktem Einstieg die Teilnahme am Projekt, wenn keine regulären
Betreuungsmöglichkeiten bestehen.
Merkmale der Zielgruppe sind beispielsweise:
hoher Bedarf an psychosozialer Stabilisierung
keine ausreichenden sozialen Netzwerke (soziale Isolierung)
fehlende Schul- und Berufsabschlüsse
fehlende Kenntnisse über Arbeitsmarktzugänge und Berufsbilder
unzureichende reguläre Betreuungsmöglichkeiten der Kinder
Ziele der Beratung und Unterstützung sind insbesondere:
individuelle psychosoziale Stabilisierung (Erkennen der eigenen Ressourcen,
Kommunikationstraining, Stärkung der persönlichen/sozialen/interkulturel-
len/fachlichen und organisatorischen Kompetenzen)
Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung (auch Fragen und Hilfestellungen bezüg-
lich der Kinderbetreuung und –erziehung)
Erlernen fester Strukturen/Haushaltsplanung und Zeitmanagement
Einbindung in soziale Netzwerke
Motivations- und Mobilitätssteigerung
Sicherung einer geregelten Kinderbetreuung
Gesundheitsförderung
Entwicklung einer beruflichen Perspektive in Verbindung mit der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf (z.B. K onkretisierung und Visualisierung einer Berufs-
und Lebenswegplanung)
Abbau persönlicher Belastungen (z.B. Regulierung Schuldenabbau, Kenntnis-
vermittlung Methoden Stressbewältigung, Seminare Gesundheitsprävention)
Das Angebot sieht Einzelgespräche und ein zielgruppenorientiertes Seminarange-
bot vor. Überdies Bewerbungshilfen und Bewerbungs training, den Besuch von
Ausbildungsbörsen, die Begleitung während eines Praktikums , die Weiterleitung
sowie die Begleitung zu Fachstellen.
Weitere unregelmäßig stattfindende Angebote und Aktivitäten umfassen beispiels-
weise die „Schreibwerkstatt“, Informationsveranstaltungen zu Energiesparen und
anderen Themen sowie verschiedenste Exkursionen.
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Müllemer Wäsch und Kochwiever
Die Christliche Sozialhilfe Köln e.V. (CSH) bietet mit diesem Angebot
Unterstützungsleistungen im Hauswirtschafts - und Küchenbereich, Hol - und
Bringdienste, Begleitung und Betreuung für alte, behinderte und kranke Menschen
sowie Familien in Not in Mülheim und in angrenzenden Stadtteilen an.
Das niedrigschwellige Beschäftigungsangebot im Bereich der
Arbeitsgelegenheiten bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, berufliche
Erfahrungen in hauswirtschaftlichen Dienstleistungen, der Seniorenbetreuung, in
der Küche und im Service zu machen.
Zusätzlich z ur Arbeitsgelegenheit wird eine intensive psychosoziale Begleitung
und Betreuung für Teilnehmende mit folgenden Merkmalen vorgehalten:
körperliche und gravierende psychische Erkrankungen
Lernbehinderungen oder leichte geistige Behinderungen
unsichere Wohnverhältnisse
Suchterkrankungen
Vorbestrafungen
fehlende oder geringe Schreib- und Lesekenntnisse
Überschuldung und/oder private Insolvenz
fehlende oder geringe Deutschkenntnisse
Flucht- und Verfolgungserfahrungen
fehlende Schul- und Berufsabschlüsse
familiäre Problemlagen
Die intensive sozialpädagogische Betreuung zur Stabilisierung, Unterstützung und
Aktivierung ist hier notwendig, um die den Integrationsprozess zusätzlich
belastenden Themen wie beispielsweise die Instabilität der gesundheitlichen
Situation, geringe Belastbarkeit/hohe Ausfallzeiten, schwere körperliche und
psychische Erkrankungen (Depressionen, Psychosen und Phobien),
Verhaltensauffälligkeiten, geringes Vorhandensein von Schlüsselqualifikationen
wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, b erufliche Orientierungslosigkeit,
mangelndes Selbstwertgefühl, mangelndes Konfliktmanagement, fehlende
Kompetenz in der Organisation der eigenen Kinderbetreuung zu bearbeiten.
Der Träger arbeitet hierbei l ösungsorientiert und ganzheitlich mit der Zielrich tung
der Heranführung an den allgemeinen Arbeitsmark.
Orientierungsberatung
Die „Orientierungsberatung“ wird von einem Trägerverbund unter der
Federführung des Diakonischen Werks Köln und Region angeboten.
Folgende Vereine sind im Trägerverbund zusammengeschlossen:
Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische
Ausbeutung (Agisra)
Allerweltshaus e.V.
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Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO)
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.
(BFMF)
Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
Christliche Sozialhilfe Köln e.V. (CSH)
Diakonie Michaelshoven e.V.
Diakonisches Werk Köln und Region
Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
Pari Sozial Köln gGmbH - Echo e.V.
Familienladen Buchheim
Förderungs- und Bildungsgemeinschaft, Jugend- und Altenarbeit
Vingst/Ostheim e.V., (Vingster Treff)
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ)
Synagogengemeinde Köln
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln (SKF)
Sozialdienst Katholischer Männer e.V. (SKM)
Veedel e.V.
Die Orientierungsberatung hilft bei der Klärung beruflicher Interessen und
vermittelt Informationen zu beruflichen und qualifizierenden Maßnahmen.
Überdies gewährleistet das Angebot kurzfristig Beratung und Soforthilfe bei
persönlichen Krisen durch die Weiterleitung an entsprechende Fachstellen.
Im Fokus steht zudem d ie Klärung leistungsrechtlicher und psychosozialer
Problemlagen.
Die ganzheitliche Beratung bietet sozialrechtliche Informationen und Hilfe n, leistet
Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und vermittelt sprachliche Hilfen bei
Konflikten mit Behörden.
Die sozialraumorientierten und zentral gelegenen Beratungsstellen sind über das
Stadtgebiet verteilt und gewährleisten den Kundinnen und Kunden einen
wohnortnahen und niederschwelligen Zugang.
Strickleiter I
Es handelt sich um ein Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V.
Köln.
Strickleiter I ist ein Angebot für Frauen und Männer, die von häuslicher Gewalt
betroffen sind oder waren und aufgrund der damit verbundenen körperlichen und
psychischen Beeinträchtigungen drohen, ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft oder
zumindest zweitweise zu verlieren.
Die (oft über einen längeren Zeitraum ertragenen) Gewalterlebnisse haben
zumeist gravie rende physische, psychische, soziale und ökonomische
Auswirkungen. Zumeist weisen die Teilnehmenden Multiproblemlagen auf.
Es handelt sich mehrheitlich um Frauen, die durch die Gewalterfahrung existentiell
verunsichert sind und das Gefühl für die eigenen Stärken, Ressourcen und
66
Möglichkeiten verloren haben. Überwiegend sind diese alleinerziehend, oft mit
mehreren Kindern. Sie müssen, wenn sie die von Gewalt geprägte Beziehung
verlassen haben, nahezu ihr gesamtes soziales und berufliches Umfeld neu
organisieren bzw. den neuen Lebensumständen anpassen (Wohnsituation, soziale
Absicherung, Kinderbetreuung). Dies führt in der Regel zu einer tiefgreifenden
Verunsicherung. Häufig werden die Möglichkeiten der Lebensgestaltung von
Schulden bzw. geringem Einkommen eingeschränkt. Überdies sind die Frauen
vielfach durch f amiliäre Probleme, die aus Gewalterleben/Trennung resultieren
und die sowohl die Kinder als auch das gesamte familiäre bzw. soziale
Bezugssystem betreffen, zusätzlich belastet.
Das Angebot funktioniert als Lotse in das Hilfesystem: Strickleiter I stellt im
Rahmen des Casemanagements sicher, dass die Opfer (und deren Kinder ) die
notwendigen und möglichen Hilfen erhalten.
So können Prozesse initialisiert und begleitet werden, die ineinander greifen und
aufeinander aufbauen. Auch nach einem Einstieg in die Berufstätigkeit sichert eine
weitergehende Betreuung die erreichte Sta bilität und verhindert ein Scheitern in
der Arbeitswelt.
Strickleiter II
Auch dies ist ein Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Köln.
Strickleiter II ist ein Angebot für Frauen mit massiven Problemlagen, die einer
Arbeits- oder Beschäftigungsaufnahme entgegenstehen. Ziel ist die Klärung und
Bearbeitung der multiplen psychosozialen Problemlagen.
Inhalte und Ziele der Beratung sind beispielsweise:
Wirtschaftliche bzw.existenzsichernde Stabilisierung (Schuldenermittlung und
– regulierung, Vermittlung in Schuldnerberatung, Hilfe beim Bezug einer
neuen Wohnung, Unterstützung bei der Wohnraumsuche)
psychische und psychosoziale Stabilisierung und Entlastung (auch
psychische/wirtschaftliche Krisenintervention)
Erarbeitung von Tagesstruktur
Erziehungsthemen (Erziehungsfragen, Klärung Umgangsrecht,
Zusammenarbeit mit Jugendamt)
Klärung medizinisch-therapeutischer Versorgung (medizinische Abklärung,
notwendige Vermittlung Psychotherapie)
berufliche Entwicklung (Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Aufnahme
geringfügige Beschäftigung, Kontaktaufnahme zu bildungs- und
berufsfördernden Angeboten, Vermittlung zu Sprach- und Integrationskursen)
Rechtsberatung
Begleitung bei Behördengängen
Strickleiter II wird überwiegend von folgenden Personengruppen in Anspruch
genommen:
alleinerziehende Frauen, zum Teil mit mehreren Kindern
Frauen mit massiven Beziehungsschwierigkeiten
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Frauen in Krisen mit einer existenziell unsicheren Lebensperspektive
Frauen mit multiplen sozialen Problemlagen
Frauen mit noch nicht diagnostizierten Suchterkrankungen, psychischen
und/oder somatischen Erkrankungen
Die einzelnen Angebote und Aktivitäten richten sich nach den Bedarfs - und
Problemlagen der Frauen.
Die Kontakt - und Beratungstreffen, Kriseneinsätze und alltagspraktischen Hilfen
wie Begleitung zu Ämtern und Beratungsstellen erfolgen zeitlich flexibel und
bedarfsgerecht.
Xenia
„Xenia – Chance für Migrantinnen“ ist ein Angebot des Vereins Frauen gegen
Erwerbslosigkeit e.V.
Das Ziel ist die psychosoziale Stabilisierung und Unterstützung, insbesondere mit
Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für (allein) erziehende
Migrantinnen im Alter von 18 -35 Jahren (In Ausnahmefällen ist die Teilnahme auch
für Frauen über 35 Jahre möglich).
Zur Zielgruppe zählen sowohl nach Deutschland immigrierte Frauen als auch
Frauen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland aufgewachsen sind.
Das Projekt bietet ein ganzheitliches Beratungs -, Qualifizierungs- und
Orientierungsangebot in Form von Einzelgesprächen, Gruppenangeboten,
modularen Kursangeboten, Sprachförderung und Kinderbetreuung an.
Die Kinderbetreuung während der Maßnahme ist sichergestellt.
Ziele sind beispielsweise:
Aufbau einer Struktur im Alltag
Aufbau und Ausbau von Freundschaften/Kontakten
Bewältigung vonTrennungen/Scheidungen
Ordnen/Organisieren von Papieren und Post
Organisation/Ausweitung der Kinderbetreuung
Verbesserung der Sprachkompetenz
Mobilität/Orientierung im Alltag/in Köln
Absolvieren eines Praktikums
Entwicklung einer Bewerbungsmappe
Übergang in andere weiterführende Maßnahmen wie „Kölner Alleinerziehende im
Aufbruch“
Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung/eines Minijobs
Die Gruppenangebote beinhalten ein modular aufgebautes, flexibles
Qualifizierungsangebot. Xenia verfügt unter anderem über folgende Angebote:
Profiling (Stärkenanalyse und Ressourcentraining)
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binnendifferenzierte Sprachförderung
Berufsorientierung und Berufswegeplanung
Stellenrecherche und Bewerbungstraining inklusive IT-und Medienkompetenz
Angebote zur Stressbewältigung
Angebote zur aktiven Elternarbeit
Angebote im Rahmen kreativen Gestaltens (Dies bietet einerseits Raum für
zwanglosen Austausch und Gespräche, andererseits aber auch die Möglichkeit,
eigene Kenntnissen und Fähigkeiten wie Ausdauer, Arbeitsorganisation,
Konzentration, Sorgfalt, Entwickeln von Problemlösungsstrategien zu entdecken,
zu stärken und zu entwickeln)
Workshops zu Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Achtsamkeit“,
„Zeitmanagement“, „Veränderungsprozesse“, „Formen von Arbeit und
Arbeitszeitmodellen“
Referenten aus dem Kölner Hilfs - und Beratungsangebot halten Vorträge zu
Themen wie „Der Stromsparcheck“, „Frauengesundheit und Verhütung“,
„Ausbildungswege und –möglichkeiten“.
Überdies finden Exkursionen , wie beispielsweise eine Führung durch das
Verlagshaus „Neven DuMont“ oder zum Tag der Ausbildung des LVR, statt.
Zweiradwerkstatt
Die Zweiradwerkstatt 180° wird in Kooperation zwischen der Aidshilfe Köln
e.V. und der IB-gGmbH West, Arbeitsprojekt, geführt.
Sie bietet für die Zielgruppe der akut Drog engebrauchenden ab 18 Jahren, die
ihren Wohnort oder ihren ständigen Aufenthalt in Köln haben und Leistungen nach
SGB II beziehen, Beschäftigung und Qualifizierung an.
Die Zielgruppe besteht aus schwerst und akut drogenabhängigen Menschen, die
durch handwerkliche Tätigkeiten und sozialpädagogische Begleitung stabilisiert
werden sollen, so dass eine Beschäftigung erreicht werden kann.
Die Zweiradwerkstatt 180° ist ein regulärer, bei der Handwerkskammer
eingetragener Zweiradbetrieb, der bewusst als offene Werkstatt mit Kundenkontakt
konzipiert ist.
Das Arbeitsfeld einer Zweirad - bzw. Fahrradwerkstatt bietet der Zielgruppe die
Möglichkeit, ihre Arbeits - und Leistungsfähigkeit zu erproben und zu verbessern
sowie berufsbezogene Interessen und Fähigkeiten herausarbeiten zu können.
Die zusätzlich zur hier vorgehaltenen Arbeitsgelegenheit erfolgende psychosoziale
Betreuung basiert auf einem konzeptionellen Ansatz und berücksichtigt, dass die
Abhängigkeit bei einem großen Teil der Betroffenen über lange Jahr e eine
chronische Rückfallkrankheit ist, aus der diese nur schrittweise „herauswachsen“
können.
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4. Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II
Claro Mobil
Das Angebot wird in Kooperation der Träger Sozialdienst katholischer Frauen
e.V. Köln (SKF) und Sozialdienst katholischer Männer e.V. Köln (SKM) durch-
geführt.
Es handelt sich um ein flexibles und schnell einsetzbares Instrume nt im Bereich
der Suchtberatung. Die Mitarbeiter/-innen von „Claro Mobil“ sind für die Integrati-
onsfachkräfte des Jobcenter Köln verlässlich und unmittelbar erreichbar.
Ersttermine können sowohl im Jobcenter als auch im privaten Umfeld der Kundin-
nen und Kunden stattfinden. Die Mitarbeiter/-innen arbeiten ausschließlich aufsu-
chend und begleitend.
Gerade die Flexibilität und Unmittelbarkeit ist - in Bezug auf die Zielgruppe - äu-
ßerst zielführend: Besonderes Merkmal der suchtkranken Menschen ist ein gerin-
ges Selbstbewusstsein, eine geringe Ich -Stabilität und häufig eine unzureichende
Zuverlässigkeit. Daraus folgt, dass notwendige Hilfsangebote zur Überwindung ih-
rer Sucht, auf herkömmlichen Kontakt - und Beratungswegen zumeist nicht ange-
nommen bzw. die Kundinnen und Kunden so nicht erreicht werden.
Claro Mobil identifiziert neben der Suchtproblematik auch die oftmals vorhandenen
weiteren prekären Problemlagen, ohne dabei das Suchtproblem und eine Anbin-
dung an die Einrichtungen des Suchthilfesystems aus den Augen zu verlieren.
Eine Hierarchisierung der Themen bestimmt die Vorgehensweise. Die Kundinnen
und Kunden werden nicht nur über Angebote informiert, sondern auch zur Inan-
spruchnahme der Hilfen begleitet.
Ziel von Claro Mobil ist die nachhaltige Anbindung der Teilnehmenden an das
Suchthilfesystem und damit die Vorbereitung der Integrationsfähigkeit der Hilfebe-
dürftigen.
Ziele sind unter anderem:
Anbindung an Suchtberatungsstellen
Vermittlung in weiterführende Therapien
Vermittlung in ambulant betreutes Wohnen für Suchtkranke
Vermittlung in andere Hilfsangebote, zum Beispiel Schuldnerberatung
Hilfe bei Wohnungs- und Wohnraumproblemen
Suchtberatung
Die folgenden Träger sind mit der Durchführung der Suchtberatung für SGB II -
Leistungsempfänger gemäß § 16a Nr. 4 SGB II beauftragt:
• Diakonisches Werk des ev. Kirchenverbandes Köln und Region,
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• Sozialdienst katholischer Männer e. V. (SKM),
• Blaues Kreuz e.V.,
• Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach,
• Drogenhilfe Köln Projekt gGmbH
Die Träger haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen.
Über eine zentrale Telefonnummer sind die Erreichbarkeit und eine schnelle
Terminvergabe gewährleistet. Die Zuweisungen zum jeweils für die
Suchterkrankung relevanten Träger werden intern verteilt. Denn obschon ein
Trägerverbund, der ein einheitliches Auftreten gewährleistet, besteht, haben die
einzelnen Träger unterschiedliche Schwerpunkte in fachlicher Hinsicht oder in der
Präsenz in den Stadtvierteln.
Inhaltlich gliedert die Suchtberatung sich in zwei Phasen: das Clearing sowie die
eigentliche Betreuung.
Das Clearing stellt den S uchtstatus fest und klärt die aktuellen Problemlagen der
Kundin bzw. des Kunden, um deren bzw. dessen Fähigkeit zur
Auseinandersetzung mit der Suchtproblematik festzustellen.
Die Betreuungsphase umfasst die Erstellung einer detaillierten Suchtanamnese,
die biographische Anamnese mit Klärung von Arbeitsfähigkeit, Sicherung des
Lebensunterhaltes, offene juristische Verfahren etc.
In dieser Phase werden Vorbefunde eingeholt, Kundinne und Kunden im
Ausnahmefall zu wichtigen Terminen begleitet und in weiterführende Angebote des
Suchthilfesystems vermittelt.
Es wird überprüft, ob die Klientin bzw. der Klient für ein ambulantes Suchtsetting
geeignet ist oder zunächst stationär behandelt werden muss.
Ebenso wird Hilfestellung im Antragsverfahren gegeben, z.B. auf
Entwöhnungsbehandlung.
Das Angebot umfasst neben dem Clearing die Beratung, Motivation und
Begleitung.
Der Fokus liegt hierbei auf den weiterführenden Angebote des Suchthilfesystems,
in die nach Möglichkeit vermittelt wird.
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung am 09.11.2017
17693 Zeichen
Bericht des Jobcenter Köln 1. Die kommunalen Eingliederungsleistungen – Jahresbericht 2016 Das Jobcenter Köln stellt den beigefügten Jahresbericht (Anlage 1) der kommunal flankierenden Leistungen für das Jahr 2016 vor. Die kommunalen Eingliederungsleistungen sind im § 16a des Sozialgesetzbuches Zweites Buch (SGB II) verankert. Der § 16a SGB II sieht Leistungen der Kinderbe- treuung, der Schuldnerberatung, der psychosozialen Betreuung sowie der Suchtbera- tung vor. Die Erbringung dieser Leistungen ist eine originär kommunale Aufgabe. Nur wenige Kommunen und Jobcenter in Deutschland arbeiten dabei so eng zusam- men wie in Köln. 2016 waren in Köln rund 117.000 Menschen auf Hilfen nach dem SGB II angewiesen. Rund 11.300 Menschen nahmen kommunale Eingliederungsleistungen in Anspruch, d.h. jeder 10. Leistungsempfänger konnte partizipieren. Die kommunalen Eingliederungsleistungen ermöglichen eine umfassende und ganz- heitliche Betreuung, flankieren die integrativen Maßnahmen nach dem SGB III und unterstützen passgenau die soziale und berufliche Integration. Oftmals erzielen diese Hilfen keine unmittelbaren Integrationserfolge. Aus Art und Umfang von Veränderungen im Kontext und Gesamtprozess der Integration lassen sich jedoch häufig Wirkungen folgern. Dieser Jahresbericht enthält neben den statis- tischen Daten, Entwicklungen und Ergebnissen, einige Fallbeispiele, welche Zusam- menhänge, Veränderungen und Ergebnisse veranschaulichen. Das Jobcenter Köln bedankt sich bei allen beteiligten Trägern für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Das von den Trägern fortwährend eingebrachte hohe Maß an fach- lichem Wissen und Engagement trägt wesentlich zur Kontinuität, Qualität und Vielfalt des Kölner Angebots im Rahmen der kommunalen Eingliederungsleistungen bei. 2. Arbeitsmarkt-und Integrationsprogramm (AMIP) 2018 – 2019 Das Jobcenter Köln stellt die aktualisierte Fassung des neuen Arbeitsmarkt- und In- tegrationsprogramms 2018-2019 (AMIP ab 2018) vor. Im Vorfeld wurde das AMIP auf Arbeitsebene den Gremien des Jobcenters vorgestellt. Die Wünsche und Änderungs- vorschläge der Gremien finden sich in der aktualisierten Fassung (Anlage 2) wieder. Wie bereits in der letzten Sitzung erläutert, handelt es sich um ein mehrjähriges Ar- beitsmarkt- und Integrationsprogramm, welches einen Zeitraum von zwei Jahren um- fasst. Hierdurch wird bewusst die Kontinuität der strategischen und geschäftspoliti- schen Ausrichtung, der „Rote Faden“ des Jobcenter Köln, aufgezeigt. Dieses Format ermöglicht, sofern es die Rahmenbedingungen erfordern, Anpassungen für die Folge- jahre. Anlage zur Mitteilung „Bericht des Jobcenter Köln“ zur Sitzung des Ausschusses für Sozia- les und Senioren am 09.11.2017 2 3. Aktueller Sachstand zu der gemeinsamen Anlaufstelle der Agentur für Arbeit und des Jobcenters Köln für Flüchtlinge – „Integration-Point“ Personal und Organisation Der Integration Point SGB II (Sozialgesetzbuch Zwei) ist aktuell entsprechend der Vorgabe des Kapazitätsplans ausgestattet. Im Integration Point SGB III (Sozialgesetzbuch Drei) wurden 4,5 Stellen für die Be- rufsberatung - Integration Point SGB III - ausgeschrieben. Das Besetzungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen. Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften und Bestandskundinnen und Be- standskunden Der Integration Point des Jobcenters betreut derzeit 4939 Kundinnen und Kunden (Stand August 2017). Die Anzahl der neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften ist seit April 2017 kontinuierlich rückläufig. Im August 2017 haben insgesamt 135 Be- darfsgemeinschaften einen Neuantrag auf Leistungen nach dem SGB II gestellt. 64 % aller neuantragsstellenden Kundinnen und Kunden im SGB II sind in Unterkünf- ten, wie beispielsweise Sammelunterkünfte, Wohnheime oder Hotels untergebracht. Der Integration Point SGB III betreut aktuell 1232 Kundinnen und Kunden (Stand Au- gust 2017). Der Gesamtkundenbestand im SGB III sinkt weiterhin. Ein Grund hierfür könnte der Zuweisungsstopp für Köln sein; dieser wird noch bis Ende des Jahres 2017 fortbestehen. Der Integration Point betreut insgesamt 6171 Menschen mit Fluchthintergrund. Die Verteilung im Einzelnen ist wie folgt: Bestand SGB II Anteil an gesamt in % SGB II SGB III Anteil an gesamt in % SGB III Anzahl Gesamt 4939 1232 Geschlecht männlich 3.059 62% 1029 84% Geschlecht weiblich 1.880 38% 203 16% Insgesamt (U25) 1300 26% 506 41% Insgesamt (Ü25) 3639 74% 726 59% Tabelle 1: Stand August 2017 (Jahresfortschrittswert) 3 Nach Aufteilung der Herkunftsländer liegt die Gruppe der syrischen Kundinnen und Kunden im SGB II weit vorn. Bemerkenswert ist, dass eine Zunahme von Antragsstel- lenden aus der Türkei zu verzeichnen ist. Es handelt sich bei diesen Menschen um anerkannte Asylsuchende. Mit Stand August 2017 wurden bereits 47 türkische Asyl- suchende im Integration Point betreut. Im SGB III ist die stärkste Kundengruppe, die der afghanischen Geflüchteten. In der Zusammensetzung nach den Herkunftsländern gibt es aktuell kaum Verände- rungen. Herkunftsländer SGB II SGB III Afghanistan 350 387 Eritrea 196 44 Irak 1.343 160 Iran 337 196 Nigeria 29 79 Pakistan 6 80 Somalia 46 25 Syrien 2.263 144 Sonstige 369 k.A. Tabelle 2: Aufteilung nach Herkunftsländern, Stand August 2017 (Jahresfortschrittswert) Maßnahme Besetzung und Integration Am 17. Oktober 2017 wird eine weitere Stellenbörse für geflüchtete Menschen stattfin- den. Die Börse wird durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter organisiert. Es konnten bereits 30 Arbeitgeberinnen und Arbeitge- ber (Stand: 19.09.2017) akquiriert werden. Die Akquise der Teilnehmenden läuft aktu- ell. An dem diesjährigen JobspeedDating des Jobcenters im RheinEnergieStadion am 06.09.2017 haben auch 22 Kundinnen und Kunden mit Fluchthintergrund teilgenom- men. Das Feedback der Teilnehmenden war durchweg positiv. Inwiefern die entstan- denen Kontakte zu Praktika, Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnissen führen werden, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mitgeteilt werden (weitere Informationen siehe Nr. 4 Bericht des Jobcenters). Im August 2017 hat der Integration Point SGB II erfolgreich 27 Menschen integriert. Bei 22 Integrationen handelt es sich um eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Die Berufsfelder wurden im Einzelnen nicht erhoben. Ab November 2017 startet im SGB II Bereich die Maßnahme „eigenArt“. Bei dieser Maßnahme handelt es sich um ein Theaterprojekt für junge Menschen (Unter-25- jährige). Das Besondere ist, dass es kein Angebot ausschließlich für Geflüchtete ist, sondern für langzeitarbeitslose junge Leistungsberechtigte. Ein Angebot, welches im Integration Point des Jobcenters in letzter Zeit häufig genutzt wird, ist das Instrument Guide to Work. Zielgruppe des Angebots sind nicht nur aner- kannte Geflüchtete, sondern leistungsberechtigte Personen mit Migrationshintergrund. 4 Die Maßnahme besteht aus zwei Komponenten: 1. Soforthilfe: Behebung eines akuten Handlungsbedarfs im Rahmen von maximal drei Terminen und 2. Coaching: längerfristige Heranführung an den Arbeitsmarkt, durch die Feststellung und Verringerung oder Beseitigung von Vermittlungshemmnissen Die Maßnahme Guide to Work wird von zwei Trägern (Deutsche Angestellten Akade- mie [DAA] und Tertia) in den Geschäftsbereichen Kalk, Mitte, Süd und Nord angebo- ten. im Berichtszeitraum vom 15.09.2019 bis zum 20.09.2017 waren folgende Handlungs- bedarfe laut Trägerrückmeldung zu erkennen: Wohnungssuche Schuldnerberatung Überführung / Beratung zu Sprachkursen Übersetzungshilfe Leistungsangelegenheiten Kinderbetreuung Daraus ist ersichtlich, dass das es sich um ein gut aufgestelltes Angebot handelt. Die Leistungsteams des Jobcenters nutzten das Angebot der Soforthilfe im Betrach- tungszeitraum insgesamt 353 Mal. Insbesondere hat der Integration Point diese Soforthilfe in Anspruch genommen. Die geflüchteten Menschen erhielten durch die Träger beispielsweise Unterstützung beim Ausfüllen der erforderlichen Antragsvordrucke. Beispiel1 (Integration Point): Familie mit 4 kleinen Kindern mit rudimentären Deutschkenntnissen Die Familie benötigte Unterstützung beim Ausfüllen der Formulare für die Antragstel- lung auf Kindergeld. Die Kinder waren noch nicht in der Schule bzw. in der Kinderbe- treuung. Der Ehemann hatte noch keinen Integrationskurs aufgenommen. Ergebnis der Soforthilfe durch Guide to Work: Der Kindergeldantrag wurde gestellt. Die Kinder konnten so in der KITA bzw. in der Schule angemeldet werden. Der Ehe- mann konnte zeitnah seinen Integrationskurs beginnen. Beispiel 2 (Integration Point): Im Erstgespräch sprach ein Familienvater (3 Kinder) vor, die Familie wohnte in einer Notunterkunft. Der Kunde wusste nicht, wie er die Wohnungssuche bewerkstelligen sollte. Ergebnis der Soforthilfe durch Guide to Work: Mit Hilfe von Guide to Work wurde ge- klärt, dass der Kunde Informationen und Hilfe bei der Wohnungssuche brauchte. Gui- de to Work hat zusammen mit dem Kunden bei Wohnungsgesellschaften vorgespro- chen und ihn auf die entsprechenden Listen setzen lassen, so dass der Kunde dieses Vermittlungshemmnis angehen konnte. Einer Anmeldung zum Integrationskurs stand nichts mehr im Wege. Beispiel 3 (Integration Point): Die Kundin sprach am 20.09.17 zum Termin vor und hatte eine Anmeldung zum Integrationskurs dabei. Dieser sollte jedoch erst voraus- sichtlich im November starten. Ergebnis der Soforthilfe durch Guide to Work: Am 28.09.17 kam die Rückmeldung von Guide to Work, dass die Kundin bereits am 27.09.17 ihren Integrationskurs star- ten konnte. 5 Schnittstellen zur Stadt Köln Das Sozialamt (Asylbewerberleistungsgesetz) der Stadt Köln und der Integration Point SGB III arbeiten an einer Kooperation. Gespräche zu einer gemeinsamen Um- setzung haben bereits stattgefunden. Auf diese Weise sollen die Menschen mit posi- tiver Bleibeperspektive gezielt an den Integration Point weitergeleitet werden. So kann die frühzeitige Integrationsarbeit, insbesondere die frühzeitige Anmeldung zu einem Integrationskurs, sichergestellt werden. Netzwerke Die Teilnahme der Ausländerbehörde an der Ehrenamtsinformationsveranstaltung wurde sehr positiv aufgenommen. 4. Lokale Angebote des Jobcenter Köln – „Jobcenter vor Ort“ Im Folgenden werden die Produkte vorgestellt, mit denen das Jobcenter „vor Ort“ seine Kundinnen und Kunden erreichen möchte. Ein Handlungsschwerpunkt des Jobcenters ist die soziale Teilhabe und damit verbunden die Überwindung persönli- cher Hemmnisse. Das Jobcenter geht hier von einem sozialräumlichen Ansatz aus, bei dem es darum geht seine Kundinnen und Kunden nicht aus dem sozialen Um- feld herauszulösen und isoliert zu betrachten, sondern sie in ihren verschiedenen sozialen Räumen, ihrer Lebenswelt, zu sehen. Geschäftsbereich des Jobcenters Produkt Produkt-beschreibung Ort Nord Ausbildungsbörse Chorweiler Teilnahme an der jährlich stattfindenden Ausbil- dungsbörse im CityCenter Chorweiler Chorweiler Nord Geplante Beratung vor Ort Im Gesamtkontext und unter Federführung der Stadt Köln soll in Roggen- dorf-Tennhoven eine Erwei- terung des Beratungsange- botes erfolgen. Sobald dies installiert ist, plant der Ge- schäftsbereich Nord eine stundenweise integrative sowie leistungsrechtliche Beratung. Roggen- dorf/Tennhove n Kalk Kundenberatung im Stadtteil Köln-Neubrück (Pro- jekt „Hin zur Kundin und zum Kunden“) Allgemeine Beratung in leistungsrechtlicher und integrativer Hinsicht. Mitar- beitende stehen an drei Montagen im Monat von 10:00 Uhr bis 13:00 für alle Fragen rund um das SGB II zur Verfügung. Pavillon des Bürger-vereins Köln-Brück Mitte Projekt Lucky‘s Haus Das Projekt Lucky‘s Haus ist eine Kooperation zwi- schen dem Geschäftsbe- reich Mitte, U25 und dem Träger SKM. Ziel: den Kundinnen und Kunden in ihrem Sozialraum zu be- gegnen; Jugendlichen, die den Kontakt zum Jobcenter Lucky‘s Haus Bilderstöck- chen 6 verloren haben wieder den Weg zu einer „normalen“ Beratung in den Ge- schäftsbereichen zu ermög- lichen; Das Team besteht aus einem Mitarbeitenden aus dem Schülerteam, einer / einem Mitarbeiten- den aus einem Integrati- onsteam U25 und einer / einem Mitarbeitenden aus einem Leistungsteam U-25 Hotspot-Chorweiler Der Hotspot- Chorweiler unterstützt Jugendliche bis 25 Jahre bei der Zielorien- tierung für eine dauerhafte berufliche und soziale In- tegration, initiiert Fortschritte für den Integrationsprozess, stabili- siert den Kundenkontakt und hilft Vermittlungs- hemmnisse abzubauen. Beratungsintensive Ju- gendliche werden ganzheit- lich und individuell betreut. Netzwerke/Anlaufstellen des Sozialraums werden den Jugendlichen aufge- zeigt. Durch die offene Sprech- stunde kann eine zeitnahe, vorbeugende und effektive Unterstützung angeboten werden. Chorweiler Mülheim Klosterwald Maßnahme nach §16a SGB II in Kooperation des Jobcdenters (Geschäftsbe- reiche Mülheim & U25) mit dem städt. Amt für Soziales und Senioren zur Aktivie- rung von Kunden/innen im Programmgebiet und mit dem Ziel der Veränderung des Wohnumfeldes. Das Projekt wird von Stadt und Jobcenter durch eine Steu- erungs- und eine Projekt- begleitgruppe flankiert. Verortet im Programm- gebiet Koster- hof/Donewald Mülheim Beteiligung an KoBAM (Kompetenz- zentrum Bildung und Arbeit für Migrantin- nen und Migranten in Köln) Unterstützung von Migran- tinnen und Migranten bei Fragen zu Ausbildung und Beruf, Orientierungsbera- tung mit Lotsenfunktion, Netzwerkarbeit. Julius-Bau-Str. 2, 51063 Köln Neben diesen Angeboten vor Ort steht auch die lokale Netzwerkarbeit im Fokus. Das Jobcenter ist ein aktiver Kooperationspartner, der im engen Kontakt zu den Trägern, Ehrenamtlichen, der Politik und den Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern steht. Bei- 7 spielsweise nehmen die Geschäftsbereichsleitungen am Wirtschaftskreis mit den Ar- beitgeber/innen Akteuren teil. Die Geschäftsbereichsleitungen pflegen außerdem Kontakte zur GAG und stehen im regelmäßigen Austausch mit den Sozialberatungs- stellen, Jobbörsen sowie den Sozialraumkoordinatoren der Stadt Köln. Zusätzlich nehmen die Geschäftsbereichsleitungen regelmäßig an den Sitzungen der Bezirks- vertretungen teil. In Eigenregie führen die Geschäftsbereiche Führungen im Zuständigkeitsbereich für ihre Mitarbeitenden durch, um so einen besseren Einblick in den Stadtteil und dessen soziale und wirtschaftliche Struktur zu erhalten. Zur Imageverbesserung des Jobcenters beteiligen sich die Geschäftsbereiche an Veedels- und Straßenfesten. Die Nähe zu den Kundinnen und Kunden schafft Ver- trauen und ermöglicht so eine bessere Zusammenarbeit. 5. JobSpeedDating (JSD) Köln 2017 Ausgezeichnet mit dem ersten Platz des Exzellenzpreises der Bundesagentur für Ar- beit beim Wettbewerb „Erfolge Feiern 2016“ in der Kategorie „Herausragende Leis- tungen“, startete das Jobcenter Köln am 06.09.2017 in ein weiteres Rennen zum JobSpeedDating. Zum siebten Mal nahmen fast 1000 Teilnehmerinnen und Teilneh- mer sowie mehr als 100 Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber an dieser Großveranstal- tung im RheinEnergieStadion teil. Das Stellenspektrum vor Ort war auch in diesem Jahr breitgefächert. Vom Einzelhan- del bis hin zu Industrie- und Handwerksbetrieben sowie Dienstleistern waren viele Branchen vertreten. Die Stadt Köln und das Jobcenter Köln waren selbst als Arbeit- geber anwesend. Aufgrund der Erfolge der letzten Jahre konnte für dieses Jahr Herr Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln, als Schirmherr gewonnen werden. Am Veranstaltungstag wurden 4.147 Gespräche geführt. Dies sind im Durchschnitt rund 4 Vorstellungsgespräche pro Bewerberin und Bewerber. Die 1000 Teilnehme- rinnen und Teilnehmer wurden auf einen Vormittags- und Nachmittagsslot verteilt. Dabei wurde auf eine Ausgewogenheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beson- ders geachtet, damit jeder Arbeitgeber vormittags und nachmittags die passenden Kundinnen und Kunden für seinen Bereich kontaktieren konnte. Während der Veranstaltung konnten Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber über eine „Jobcloud“ gezielt potenzielle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu einem Ge- spräch einladen. Dieses Instrument wurde intensiv genutzt, mehr als 1.400 SMS wur- den versendet. In diesem Jahr wurde zum zweiten Mal vor dem Stadion das Stellen2Go-Zelt durch den gemeinsamen Arbeitgeberservice von Jobcenter und Agentur für Arbeit einge- richtet. Hier konnten den Bewerberinnen und Bewerbern im Anschluss der Veranstal- tung in 126 Gesprächen weitere 272 Stellenangebote (die nicht Bestandteil des Job- SpeedDating waren) mitgegeben werden. Die Integrationsquote wird sukzessiv bekannt gegeben, da in den meisten Fällen nicht aus dem ersten Kontaktgespräch ein Arbeitsverhältnis entsteht. Mitte November rechnet das Jobcenter mit ersten validen Daten. Sobald die Ergebnisse bekannt sind, wird das Jobcenter diese vorlegen. 8 6. Ergebnismonitoring zu den vereinbarten Zielen mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Bundesziele) und der Stadt Köln (Kommunale Ziele) – Stand: August 2017 Das Jobcenter Köln geht in dem Ergebnismonitoring-Bericht für den Monat August 2017 (Anlage 3) auf die Zielerreichung bezüglich der mit dem Bund und mit der Stadt Köln vereinbarten Ziele für das Jahr 2017 ein. gez. Wagner Anlagen: 1) Jahresbericht der kommunalen Eingliederungsleistungen 2016 2) Entwurf des AMIPs 2018-2019 3) Ergebnismonitoring
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3131/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 23.10.2017
- Erstellt
- 10.10.2017 09:41