A-R/0016/2025
Denkmal statt Pranger - Straßennamen nach den Wiedertäufern
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A-R-0016-2025
3407 Zeichen
Internationale Fraktion Die PARTEI/ÖDP – Weseler Str. 19-21 – 48151 Münster
0251/13651766 – buero@fraktion-ms.de – Fraktionssprecher: Michael Krapp
Seite 1/2
Münster, den 12. Mai 2025
Ratsantrag gem. § 3 Abs. 2 der Geschäftsordnung
Denkmal statt Pranger – Straßennamen nach den Wiedertäufern
Der Rat möge beschließen:
1) Es werden drei möglichst zentral in der Stadt gelegene Straßen oder Plätze nach den Häuptern der
Wiedertäufer Bernhard Krechting, Jan van Leyden und Bernd Knipperdolling benannt.
2) Sofern die Verwaltung keine geeigneten zentral gelegenen Straßen oder Plätze zur Neu- oder
Umbenennung nach 1) ermitteln kann, wird das Gebiet im Umkreis der heutigen Franz-von-Waldeck-
Straße1 in den Blick genommen.
3) Es erfolgt eine umfassende Aufarbeitung der Ereignisse von 1533-35 (Täuferreich von Münster), der
Rolle von Rat und Kirchen und eine kritische Betrachtung der Rezeptionsgeschichte.
Begründung:
Zu 1 & 2) Wir haben festgestellt, dass die Aufarbeitung der Ereignisse aus den Jahren 1533-35, dem
sog. Täuferreich von Münster, nicht adäquat zu den damaligen Leiden der Menschen ist. Uns fehlen
insbesondere Straßen- und Platznamen, mit Hilfe derer wir die Anführer des Täuferreichs – Krechting,
van Leyden und Knipperdolling – im Alltag kontextualisieren und historisch einordnen können. Damit
wird der Bevölkerung ein zentrales Element ihrer Stadtgeschichte aus vermutlich ideologischen
Gründen genommen. Auch die einfachen Menschen müssen sich im Alltag niedrigschwellig
geschichtlich bilden können. Dafür braucht es Neu- oder Umbenennungen zentral gelegener Straßen-
und oder Plätze in der Stadt Münster nach den drei oben Benannten.
Sofern sich herausstellt, dass sich keine zentralen Straßen oder Plätze zur Umbenennung anbieten,
müssen wir einen anderen Weg gehen. Im vordergründig beschaulichen Hexen-Wolbeck ist eine
zentrale Straße nach Franz von Waldeck benannt, Bischof von Münster 1532 – 1553. Er ist
verantwortlich für die Belagerung von Münster im Jahr 1535, mit der Tausende Bürger:innen durch
Folter, Mord und Hungersnot ums Leben gekommen sind.
1 „Benannt nach Franz von Waldeck, Bischof von Münster 1532 – 1553“ siehe: https://www.stadt-
muenster.de/strassen/a-bis-z?seite=franz-von-waldeck-strasse#abc
Antrag an den Rat Nr. A-R/0016/2025
Internationale Fraktion Die PARTEI/ÖDP – Weseler Str. 19-21 – 48151 Münster
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Außerdem wurden die oben benannten Krechting, van Leyden und Knipperdolling brutal in seiner
Anwesenheit auf dem Prinzipalmarkt zu Tode gefoltert. Er ist also schlechthin ein Kriegsverbrecher
gewesen. Daher ist das mindeste angemessene, drei Straßen- oder Plätze im Umfeld „seiner“ Straße
nach seinen drei bekanntesten Opfern zu benennen.
Zu 3) Die Neu oder Umbenennungen müssen selbstverständlich auch von einer wissenschaftlich
fundierten und gründlichen Aufarbeitung der damaligen Ereignisse begleitet werden. Hierzu schlägt
die Verwaltung nach unserer Vorstellung geeignete Formate vor. Es sollte auch ein Fokus auf die
sozialen und ökonomischen Aspekte des Täuferreichs gelegt werden. Die Rollen von Kirchen und Rat
sind hierbei kritisch zu betrachten.
gez.
Michael Krapp Lars Nowak Dr. Georgios Tsakalidis
Fraktionssprecher Ratsherr Ratsherr
Beratungsverlauf (1)
Orte (3)
- Weseler Straße 19
- Franz-von-Waldeck-Straße
- Prinzipalmarkt
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0016/2025
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 13.05.2025
- Erstellt
- 13.05.2025 15:21