0503/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln - Über Muster beim Berufspendeln 2019
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
KSN_Pendlerströme_02-2021
32602 Zeichen
Kölner Statistische Nachrichten
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln
Über Muster beim Berufspendeln 2019
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 2
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 3
Zusammenfassung
Die Bundesagentur für Arbeit stellt jährlich Angaben zu den Ein- und Auspendelnden zur Verfügung. Die Pendlerstatistik
basiert auf der Ebene kreisfreier Städte, Kreise und Gemeinden: Eine Analyse der Pendelbewegungen innerhalb dieser
Räume steht nicht zur Verfügung.
Etwa die Hälfte der in Köln Beschäftigten wohnt außerhalb der Stadtgrenzen. 2019 pendelten rund 280 000 Menschen
berufsbedingt von außerhalb nach Köln. In die entgegengesetzte Richtung von Köln in eine andere Gemeinde
pendelten mit rund 130 000 Beschäftigten dagegen etwa halb so viele. Seit 2000 ist die Zahl der Einpendelnden um
40 Prozent gestiegen, während die Zahl der Auspendelnden in den letzten 20 Jahren um rund 70 Prozent relativ
gesehen deutlich stärker gewachsen ist.
Die Hälfte aller einpendelnden Beschäftigten wohnt in den unmittelbar an Köln grenzenden Nachbarkreisen. Das sind
etwa 139 000 Pendelnde. Etwa jede(r) zwanzigste aller Einpendelnden nach Köln kommt aus Bergisch Gladbach (14 200)
und Leverkusen (13 400). Der Einzugsbereich beim Einpendeln erstreckt sich darüber hinaus über das gesamte Bundes-
gebiet: 16 Prozent der Einpendelnden überqueren auf dem Weg zur Arbeit die Landesgrenze.
Umgekehrt bieten im Wesentlichen die größeren Städte des Kölner Umlandes Arbeitsplätze für Kölner innen und Kölner:
Jeweils jede(r) zehnte aller, die von Köln berufsbedingt in eine Umlandgemeinde auspendeln, arbeitet in Bonn (12 700)
oder Düsseldorf (11 900). Im Saldo pendeln sogar mehr Personen von Köln nach Bonn (800) und Düsseldorf (3 700) als
umgekehrt.
Durch die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirkt der Kölner Arbeitsmarkt außerordentlich positiv auf
die Beschäftigtenstruktur in den Umlandgemeinden: 93% der in Odenthal wohnenden sozialversicherungspflichtig Be-
schäftigten pendeln zur Arbeit nach Köln. Hohe Anteile an Einpendelnden an der Gesamtbeschäftigung der
Gemeinde weisen auch Rösrath (89%), Niederkassel (74%) und Pulheim (72%) auf.
Die Corona-Pandemie führt zu einer Beschleunigung der Digitalisierung und geht einher mit einer verstärkten
Inanspruchnahme von Homeoffice. Verstetigt sich dieser Trend auch nach der Pandemie, dann könnte dies zu einer
Verringerung des täglichen Pendelaufkommens führen.
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 4
Bedeutung des Berufspendelns für den Standort Köln
Die Beschäftigung in Köln ist in den letzten zehn Jahren mit immer neuen Höchstständen stark gewachsen und umfasste
zur Jahresmitte 2019 rund 583 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. Hieraus resultiert auch ein
immer größer werdendes Aufkommen an Berufspendelnden, deren Zahl ebenfalls einen Höchststand erreicht hat: Rund
412 000 Menschen pendelten in 2019 berufsbedingt von außerhalb nach Köln (284 000 Einpendelnde) oder von Köln in
eine andere Gemeinde (128 000 Auspendelnde).
Köln ist ein internationaler Industrie-, Handels- und Logistikstandort sowie europäischer Verkehrsknotenpunkt sowohl für
lokale als auch überregionale und (Transit-)verkehre. 1 Die Stadt hat grundsätzlich gut ausgebaute Infrastrukturnetze.
Sowohl durch ein weit verzweigtes Straßennetz, insbesondere über die Autobahnen, als auch über das Schienenverkehrs-
netz ist Köln regional sowie innerhalb Deutschlands und in das benachbarte Ausland gut vernetzt. Zudem verfügt der
städtische und regionale öffentliche Personennahverkehr über ein umfassendes Angebot. Jedoch ist festzuhalten, dass
die Kapazitäten der Verkehrsnetze – sowohl im Straßen- als auch im Schienennetz – an vielen Stellen erreicht oder bereits
überlastet sind und der bauliche Zustand der Verkehrsanlagen an einigen Stellen optimierungsbedürftig ist .
Begriffsbestimmung und Daten
Nach Definition der Bundesagentur für Arbeit 2 gelten alle Personen, deren Arbeitsplatz beziehungsweise betrieblicher
Ausbildungsplatz in einer anderen Gemeinde als der Wohnsitzgemeinde liegt, als Pendler innen und Pendler. Je nach der
Richtung der Pendlerwanderung wird zwischen Auspendlern und Einpend lern unterschieden. Personen, die von der
Wohnsitzgemeinde in eine andere Gemeinde zur Arbeit beziehungsweise Ausbildung fahren, gelten als Auspendelnde .
Betrachtet man dieselben Pendlerinnen und Pendler dagegen von den Zielgemeinden her, in denen die Arbeits - und Aus-
bildungsstätten liegen, so spricht man von Einpendelnden.
Die Bundesagentur für Arbeit stellt jährlich Angaben zu den Ein- und Auspendelnden zur Verfügung. Die Pendlerstatistik
basiert auf der Ebene kreisfreier Städte, Kreise und Gemeinden: Eine Analyse der Pendelbewegungen innerhalb dieser
Räume steht nicht zur Verfügung.
Aus methodischen Gründen 3 werden in der Pendlerstatistik nur die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten erfasst.
Beamte, Selbständige, mithelfende Familienangehörige sowie geringfügig Beschäftigte sind hier nicht enthalten. Nach
Strukturmerkmalen differenzierte Pendlerdaten liegen erst seit 2013 vor. Diese Daten sind Grundlage der vorliegenden
Analyse des Kölner Pendelverkehrs.
Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in Köln
Köln ist als Wirtschaftsstandort eine Hochburg für Einpendelnde : Etwa die Hälfte der rund 583 000 sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigten am Standort Köln wohnt außerhalb der Domstadt. Die Zahl dieser Einpendelnde n ist in den letzten
20 Jahren um rund 40 Prozent auf aktuell 284 000 angestiegen und damit stärker als die Gesamtbeschäftigung (+27%),
(Tabelle 1, Grafik 1). Ein hoher Anteil an Einpendelnden ist charakteristisch für Großstädte und Metropolregionen: In
München beträgt die Quote der Einpendelnden 45 Prozent und in Frankfurt sogar 64 Prozent.
1 IHK Köln (2018): Pendlermobilität – Die Schiene im Fokus; Siehe auch unter: https://www.ihkplus.de/upload/Studie_Pendlermobilitaet_67550.pdf,
abgerufen am 11.11.2020
2 Bundesagentur für Arbeit: Glossar; Siehe auch unter: https://statistik.arbeitsagentur.de/DE/Statischer-Content/Grundlagen/Definitionen/Glos-
sare/Generische-Publikationen/Gesamtglossar.pdf?__blob=publicationFile&v=7, abgerufen am 11.11.2020
3 Die Pendlerstatistik der Bundesagentur für Arbeit ist eine amtliche Statistik, die die Meldungen zur Sozialversicherung erfasst. Dagegen basieren die
Zahlen zu den anderen Erwerbsformen auch auf empirischen Ergebnissen.
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 5
Tabelle 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Köln 2000 bis 2019
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Grafik 1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Köln 2000 bis 2019
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
in Köln
außerhalb
von Köln
(Auspendelnde)
2000 723 774 457 872 203 853 330 942 255 292 75 650 128 203 44, 5 22,9 63,3 45,7
2001 723 009 463 451 208 446 334 272 255 005 79 267 129 179 45,0 23,7 64,1 46,2
2002 721 563 466 453 210 819 334 887 255 634 79 253 131 566 45,2 23,7 64,6 46,4
2003 719 488 452 782 209 558 322 225 243 224 79 001 130 557 46,3 24,5 62,9 44,8
2004 717 654 439 882 206 120 313 195 233 762 79 433 126 687 46,9 25,4 61,3 43,6
2005 715 482 435 199 206 748 309 211 228 451 80 760 125 988 47,5 26,1 60,8 43,2
2006 714 733 434 341 208 408 308 429 225 933 82 496 125 912 48,0 26,7 60,8 43,2
2007 713 236 443 668 214 944 314 946 228 724 86 222 128 722 48,4 27,4 62,2 44,2
2008 706 392 457 652 222 608 324 921 234 304 90 617 131 991 48,6 27,9 64,8 46,0
2009 705 511 459 702 223 672 329 036 236 538 92 498 131 174 48,7 28,1 65,2 46,6
2010 711 141 463 323 223 930 334 141 238 652 95 489 128 441 48,3 28,6 65,2 47,0
2011 718 082 476 646 228 993 346 891 246 265 100 626 128 367 48,0 29,0 66,4 48,3
2012 724 107 488 080 233 393 355 681 251 774 103 907 129 486 47,8 29,2 67,4 49,1
2013 721 335 499 024 239 359 364 995 258 935 106 060 133 299 48,0 29,1 69,2 50,6
2014 728 044 512 224 245 990 373 960 265 358 108 602 137 388 48,0 29,0 70,4 51,4
2015 738 731 522 249 251 121 382 432 270 913 111 519 139 602 48,1 29,2 70,7 51,8
2016 745 765 538 112 261 608 391 854 276 190 115 664 145 944 48,6 29,5 72,2 52,5
2017 747 406 553 442 270 118 404 702 283 027 121 675 148 443 48,8 30,1 74,0 54,1
2018 750 360 568 635 277 941 415 919 290 405 125 514 152 427 48,9 30,2 75,8 55,4
2019 751 190 582 613 284 207 426 259 298 121 128 138 156 069 48,8 30,1 77,6 56,7
Veränderung
2000 - 2019 (%) 3,8 27,2 39,4 28,8 16, 8 69,4 21,7 4,3 7,2 14,3 11,0
Sozialversicherungspflichtig (SVP)
Beschäftigte am Arbeitsort
Köln am 30.06. des Jahres
davon mit Arbeitsplatz
Kölnerinnen und Kölner
mit sozialversicherungs-
pflichtigen Arbeitsverhältnissen
am 30.06. des Jahres
Pendelnden-
saldo
(Einpendelnde
-
A
uspendelnde)
Quote der
Einpendelnden
SVP Arbeitsort
Quote der
Auspendelnden
SVP Wohnort
Beschäftigten-
quote
Beschäftigten
-quote
Kölnerinnen
und Kölner
Einwohnerinnen
und Einwohner
im Erwerbs-
alter
(
15 bis
64 Jahre)
Jahr
insge-
samt
darunter mit Wohnort
außerhalb von Köln
(Einpendelnde)
insge-
samt
0
100 000
200 000
300 000
400 000
500 000
600 000
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
SVP Beschäftigte (Arbeitsort) Einpendelde SVP Beschäftigte (Wohnort) Auspendelnde
+27,2%
+28,8%
+39,4%
+69,4%
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 6
Gleichzeitig erhöhte sich die Zahl der Kölnerinnen und Kölner, die außerhalb von Köln sozialversicherungspflichtig
beschäftigt sind (Auspendelnde) sogar um 70 Prozent auf derzeit rund 128 000: Dies entspricht knapp einem Drittel der
Beschäftigten am Wohnort Köln (426 000). 4 Im Ergebnis ist der Überschuss der Einpendelnden nach Köln (Pendlersaldo)
seit 2000 kräftig gewachsen: Rund 156 000 Personen pendeln mehr nach Köln ein als aus. Insgesamt pendeln nach und
aus Köln in 2019 rund 412.000 Menschen (+133 000).
Grafik 2: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Köln 2000 bis 2019 – Q uoten der Pendelnden
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
In Folge gestiegener Pendlerzahlen haben sich seit 2000 auch die Quoten der Pendelnden zum Teil stark
erhöht (Grafik 2): Die Beschäftigtenquote am Arbeitsort5 ist in diesem Zeitraum mit einem Zuwachs von rund 14 Prozent-
punkten stärker gestiegen als die entsprechende Quote am Wohnort6 (+11 %-Punkte). Gleichzeitig hat sich die Quote der
Auspendelnden7 mit einer Zunahme um 7 Prozentpunkte stärker erhöht als die Quote der Einpendelnden8 (+4%-Punkte).
4 Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort sind Personen, welche ihren Wohnort in der jeweiligen Gemeinde haben. Die Anzahl ergibt sich
aus den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, bei welchen der Arbeitsort auch gleichzeitig der Wohnort ist, sowie den sozialversicherungspflichtig
beschäftigten Auspendelnde.
5 Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort an den Einwohnern im Erwerbsalter (15-64 Jahre)
6 Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort an den Einwohnern im Erwerbsalter (15-64 Jahre)
7 Anteil der Auspendelnden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Wohnort
8 Anteil der Einpendelnden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort
44,5
48,8
22,9 30,1
63,3
77,6
45,7
56,7
0,0
10,0
20,0
30,0
40,0
50,0
60,0
70,0
80,0
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Einpendelnde (Quote) Auspendelnde (Quote) SVP-Quote (Arbeitsort) SVP-Quote (Wohnort)
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 7
Pendlerverflechtung Kölns deutschlandweit
Der Einzugsbereich von Berufspendelnden erstreckt sich über das gesamte Bundesgebiet: 284 000 sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigte pendeln aus anderen deutschen Großstädten und Regionen nach Köln, um zu arbeiten (Karte 1).
Die meisten Einpendelnden der TOP 30 besetzten Städte und Regionen stammen mit rund 4 600 Personen aus der
Hauptstadt Berlin, gefolgt von Hamburg (2 300), München (1 800), Frankfurt (1 500) und der Region Hannover (900).
Hinzu kommen Einpendelnde aus den direkt an NRW grenzenden Kreisen Ahrweiler (1 700) und Neuwied (1 600).
Andererseits begeben sich zahlreiche Kölnerinnen und Kölner zur Arbeit in andere deutsche Großstädte und Regionen
(Karte 2): Die meisten Auspendelnden bewegen sich hierfür nach Frankfurt und Umgebung (4 300), Berlin (2 700), Stadt
und Kreis München (2 600), Hamburg (1 700) sowie Stuttgart und die Region Hannover (jeweils 500).
Karten 1 und 2: Pendlerverflechtung Köln und Deutschland 2019 (Liste TOP 30) 9
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
9 Bei den Karten 1 und 2 wurde das Tool „Distributive Flow Map tool“ verwendet. Siehe auch unter: https://www.arcgis.com/home/i-
tem.html?id=f3aeafd89ae54fa1842c9e81e26025dc,abgerufen am 30.11.2020
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 8
Innerhalb Nordrhein-Westfalens stammen die meisten Einpendelnden der TOP 30 besetzten Städte und Regionen aus
dem Rhein-Erft-Kreis (62 900), Rhein-Sieg-Kreis (35 700), Rheinisch-Bergischer Kreis (28 100), den Städten Leverkusen
(13 400) und Bonn (11 900), dem Rhein-Kreis Neuss (11 900) sowie der Stadt Düsseldorf (8 300) und dem Kreis
Euskirchen (8 100) (Karte 3).
Bei den Auspendelnden sind es ebenfalls der Rhein-Erft-Kreis (20 200), Bonn (12 700), Düsseldorf (11 900), Rheinisch-
Bergischer Kreis und Rhein-Sieg-Kreis (jeweils 9 100), Leverkusen (9 000) und der Rhein-Kreis Neuss (5 000), wo viele
Kölnerinnen und Kölner ihren Arbeitsplatz haben (Karte 4).
Karten 3 und 4: Pendlerverflechtung Köln und Nordrhein-Westfalen 2019 (Liste TOP 30)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
Pendlerverflechtung Kölns mit den Umlandkreisen und -gemeinden
Die Hälfte aller Einpendelnden stammen im Jahr 2019 aus dem ersten Ring der unmittelbar an Köln grenzenden Nachbar-
kreise (139 000): Rund 95 000 Personen pendeln hier mehr nach Köln ein als aus. Aus dem zweiten Ring der übrigen
Kreise kommen 23 700 Personen nach Köln und der Überschuss der Einpendelnden ist wesentlich kleiner (15 000).
Gegenüber den Großstädten Bonn und Düsseldorf besteht dagegen ein Überschuss der Auspendelnden: Im Saldo
pendeln mehr Personen von Köln nach Bonn (800) und Düsseldorf (3 700) als umgekehrt (Abbildung 1).
Wichtiger Wohnstandort für die in Köln Arbeitenden ist also neben Köln selbst der erste Ring der unmittelbar an K öln
grenzenden Nachbarkreise: Hier sind es vor allem der Rhein-Erft-Kreis und der Rhein-Sieg-Kreis
(Pendelndensaldo: 43 000 beziehungsweise 27 000).
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 9
Abbildung 1: Berufseinpendelnde und Berufsauspendelnde in Köln nach Zielrichtung 2019
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
Menschen pendeln verstärkt aus und in Regionen mit guter Verkehrsanbindung an Köln
Als zentrale Metropole der Rheinschiene bietet Köln vielen Menschen, auch aus dem Umland, attraktive Arbeitsplätze.
Aus den Umlandgemeinden kam 2019 jeweils etwa jede(r) zwanzigste aller Einpendelnden nach Köln (284 200) aus
Bergisch Gladbach (14 200 oder 5,0%) und Leverkusen (13 400 oder 4,7%), um zu arbeiten.
Hohe Anteile an Einpendelnden nach Köln verzeichnen außerdem Bonn (11 900 Arbeitsplätze; 4,2%) und Hürth (11 100
Arbeitsplätze; 3,9%) sowie Pulheim (9 700 Arbeitsplätze; 3,4%), Frechen (8 800 Arbeitsplätze; 3,1%) und Düsseldorf
(8 300 Arbeitsplätze; 2,9%).
Der Anteil der Einpendelnden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gemeinde zeigt, in welchem Um-
fang die Beschäftigten der Umlandgemeinden zur Kölner Beschäftigung beitragen. Mit 93 Prozent verzeichnete Odenthal
2019 die höchste Quote Einpendelnden unter den Umlandgemeinden: Von den rund 1 500 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten am Arbeitsort pendelten 1 400 Menschen berufsbedingt von Köln nach Odenthal.
Hohe Anteile an Einpendelnden an der Gesamtbeschäftigung der Gemeinde verzeichneten auch Rösrath (89%), Nieder-
kassel (74%), Pulheim (72%) sowie Erftstadt und Rommerskirchen (jeweils 54%).
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 10
Karte 5: Pendlerverflechtung Köln und Umlandgemeinden 2019 – Einpendelnde
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 11
Karte 6: Pendlerverflechtung Köln und Umlandgemeinden 2019 – Einpendelnde
Anteil an sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gemeinde
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 12
Karte 7: Pendlerverflechtung Köln und Umlandgemeinden 2019 – Auspendelnde
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 13
Auch das Kölner Umland und hier insbesondere die größeren Städte bieten attraktive Arbeitsplätze: Jeweils etwa j ede(r)
zehnte aller beschäftigten Kölnerinnen und Kölner, die von Köln berufsbedingt in eine Umlandgemeinde auspendeln
(128 100), arbeitet in Bonn (12 700 Arbeitsplätze) und Düsseldorf (11 900 Arbeitsplätze).
Hohe Anteile an Auspendelnden von Köln in die Umlandgemeinden verzeichneten außerdem , Leverkusen (9 000 Arbeits-
plätze; 7,1%), Bergisch Gladbach (5 900 Arbeitsplätze; 4,6%), Hürth (4 800 Arbeitsplätze; 3,7%) und Frechen
(3 900 Arbeitsplätze, 3,1%).
Karte 8: Pendlerverflechtung Köln und Umlandgemeinden 2019 – Auspendelnde
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Raumbezugssystem; Eigene Berechnungen)
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 14
Der Anteil der Auspendelnden an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Gemeinde verdeutlicht den jewei-
ligen Anteil der dort beschäftigten Kölnerinnen und Kölner. Mit 21 Prozent verzeichnete Pulheim 2019 den höchsten
Anteil an Auspendlerinnen und Auspendlern aus Köln an der Gesamtbeschäftigung unter den Umlandgemeinden: Von
den rund 13 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort waren rund 2 800 Auspendelnde aus Köln.
Hohe Anteile an Auspendelnden an der Gesamtbeschäftigung der Gemeinde verzeichneten auch Hürth , Frechen und
Rösrath (jeweils 20%), Bergisch Gladbach (17%) sowie Brühl, Leverkusen und Wesseling (jeweils 14%).
Beschäftigungsstruktur von Ein- und Auspendelnden in Köln 2019
Hinsichtlich der beruflichen Qualifikation gibt es Unterschiede zwischen E in- und Auspendelnden (Tabelle 2): Mit einem
Anteil von 44 Prozent arbeiten deutlich mehr Kölnerinnen und Kölner mit einem akademischen Berufsabschluss außer-
halb von Köln, als Akademikerinnen und Akademiker nach Köln zur Arbeit kommen (29%).
Tabelle 2: Beschäftigungsstruktur in Köln 2019 - Anteile nach demografischen Merkmalen (%)
Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit;
Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Eigene Berechnungen)
In Köln sind die Frauenanteile von Pendelnden etwas geringer als bei der Gesamtbeschäftigung: 42 Prozent der Einpen-
delnden (Gesamtbeschäftigung Arbeitsort: 46%) und 40 Prozent der Auspendelnden (Gesamtbeschäftigung Wohnort:
47%) sind Frauen. Männer pendeln tendenziell häufiger als Frauen und das über größere Distanzen: Im Jahr 2014 lag die
durchschnittliche Pendeldistanz von Männern bei 12,5 Kilometern und von Frauen bei 8,8 Kilometern. 10
10 Dauth, Wolfgang; Haller, Peter (2018): Klarer Trend zu längeren Pendeldistanzen. IAB-Kurzbericht 10/2018; Siehe auch unter:
http://doku.iab.de/kurzber/2018/kb1018.pdf, abgerufen am 27.11.2020
Strukturmerkmale SVP-Beschäftigte
(Arbeitsort)
SVP-Beschäftigte
(Wohnort)
Wohnort
=
Arbeitsort
Einpendelnde Auspendelnde
Sozialversicherungs-
pflichtig Beschäftigte 582 613 426 259 288 104 284 207 128 138
Männer 53,6 52,7 49,6 57,8 59,8
Frauen 46,4 47,3 50,4 42,2 40,2
Deutsche 85,1 82,8 82,4 88,0 83,9
Ausländerinnen und Ausländer 14,8 17,0 17,5 11,9 16,0
unter 20 Jahre 1,3 1,2 1,4 1,1 0,8
20 bis unter 30 Jahre 20,7 21,6 22,3 19,0 20,0
30 bis unter 40 Jahre 24,8 26,7 25,5 24,1 29,7
40 bis unter 50 Jahre 21,8 21,7 21,4 22,3 22,6
50 bis unter 59 Jahre 24,3 22,0 22,5 26,2 21,0
60 Jahre und älter 7,1 6,7 7,0 7,3 6,0
ohne Berufsausbildung 15,8 16,9 18,8 12,7 12,6
mit Berufsausbildung 55,5 49,8 52,5 58,5 43,5
(Fach-)Hochschulausbildung 28,7 33,3 28,7 28,7 43,9
Vollzeitbeschäftigte 71,9 70,1 67,9 76,0 75,1
Teilzeitbeschäftigte 28,1 29,9 32,1 24,0 24,9
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 15
Die Anteile von Nicht-Deutschen betragen bei der Einpendelnden 12 Prozent und bei der Auspendelnden 16 Prozent und
liegen damit leicht unter den jeweiligen Anteilen bei der Gesamtbeschäftigung . Für deutsche Beschäftigte beträgt die
Entfernung zum Arbeitsplatz 10,8 Kilometer und bei Nicht-Deutschen lediglich 8,1 Kilometer. 11 Ebenso wie bei der Ein-
pendelnden sind auch bei den der Auspendelnden die Pendeldistanzen der männlichen und deutschen Beschäftigten
höher als bei Frauen und Nicht-Deutschen.
Im Vergleich zur Gesamtbeschäftigung (31%) liegt der Anteil der Einpendelnden ab einem Alter von 40 Jahren (56 %)
etwas höher. Dies ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass familienrelevante Jahrgänge stärker einpendeln und mit
ihren Familien nicht in der Stadt leben.
Ein- und Auspendelnde in Köln tendieren eher zur Vollzeitbeschäftigung: Ihre Teilzeitanteile liegen mit jeweils einem
Viertel unter dem Anteil bei der Gesamtbeschäftigung (28%). Um zum Arbeitsplatz zu gelangen, brauchen Vollzeitbe-
schäftigte länger als Teilzeitbeschäftigte. Rund ein Drittel der Teilzeitbeschäftigten ha tten 2016 einen kurzen Arbeitsweg
von weniger als 10 Minuten. Bei den Vollzeitbeschäftigten waren dies nur 20 Prozent. Im Durchschnitt benötigen Frauen
eine kürzere Zeit zur Arbeit als Männer, da sie häufiger in Teilzeit arbeiten : Während 24 % der Frauen 2016 mindestens 30
Minuten für ihren Arbeitsweg benötigten, lag der Anteil für Männer bei 29 %. 12
Motive für das Pendeln
Pendlerverflechtungen geben als Spiegelbild des regionalen Arbeits - und Wohnungsmarkts einen Hinweis auf die Quali-
tät eines Standorts und sind damit ein wichtiges Instrument zur Abgrenzung von Arbeitsmärkten und zur Bestimmung
von Einzugsbereichen von Arbeitsorten.
Das Berufspendeln kann grundsätzlich durch zwei Phänomene erklärt werden: Erstens die Bereitschaft und Möglichkeit
von Personen, Pendeldistanzen zurückzulegen, und zweitens die vorhandene räumliche Verteilung von Wohn- und
Arbeitsplätzen.
Letztere zeigt das durch die räumliche Verteilung von Wohn- und Arbeitsstätten vorgegebene Ausmaß von Berufs-
verkehrsverflechtungen und Pendelaufkommen zwischen den Städten und Gemei nden. Die Bereitschaft und Möglichkeit
zum Zurücklegen von Pendelwegen ist dagegen eher Ausdruck individueller Abwägungsentscheidungen, in denen der
persönliche Nutzen und die Kosten des Pendelns gegeneinander abgewogen werden.
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich eine beachtliche Ansiedlung von Arbeitsplätzen im Umland der Großstädte voll-
zogen. Dennoch existiert nach wie vor ein erheblicher Überschuss an Arbeitsplätzen in den Großstädten, so dass viele
Erwerbstätige dorthin pendeln. Hinzu kommt, dass beschäftigungsstarke Gemeinden häufig nicht die „Hotspots“ des
Wohnungsbaus sind und umgekehrt.
Die Bedeutung der Verteilung von Wohn- und Arbeitsstätten auf die Gemeinden ist
jedoch nicht allein maßgeblich für das Pendeln: Die Wahl des Wohnstandorts von Berufstätigen wird durch die Wohn-
und Wohnumfeldqualität stärker beeinflusst als durch die Nähe zum Arbeitsplatz. 13
Die Gründe fürs Pendeln sind dabei vielfältig. So sorgen unter anderem steigende Mieten und Immobilienpreise in den
Städten dafür, dass viele Menschen ins Umland ziehen und längere Wege zur Arbeit in Kauf nehmen. Oftmals locken auch
bessere Job- und Gehaltsperspektiven: Da sich große Unternehmen häufig in Ballungsgebieten ansiedeln, pendeln viele
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die urbanen Zentren, wo eher attraktive Arbeitsplätze mit entsprechenden
Gehaltsmöglichkeiten vorhanden sind. Zudem sind durch die Spezialisierungen in der beruflichen Qualifikation adäquate
Arbeitsstellen nicht an jedem Wohnort verfügbar. Andererseits pendeln auch Arbeitnehmer innen und Arbeitnehmer mit
niedriger Qualifikation, da es für sie oft die einzige Möglichkeit ist, eine Arbeit zu finden. Auch befristete, unsichere
11 Dauth, Wolfgang; Haller, Peter (2018): Klarer Trend zu längeren Pendeldistanzen. IAB-Kurzbericht 10/2018; Siehe auch unter:
http://doku.iab.de/kurzber/2018/kb1018.pdf, abgerufen am 27.11.2020
12 Bundeszentrale für politische Bildung: Datenreport 2018 (2018); Siehe auch unter: https://www.bpb.de/nachschlagen/datenreport-2018/arbeits-
markt-und-verdienste/278113/berufspendler, abgerufen am 6.1.2021
13 Guth, Dennis; Siedentop, Stefan; Holz-Rau, Christian (2012): Erzwungenes oder exzessives Pendeln? Raumforschung und Raumordnung | Spatial
Research and Planning | Band 70: Heft 6; Siehe auch unter: https://content.sciendo.com/view/journals/rara/70/6/article-p485.xml, abgerufen am
7.1.2021
Kölner Statistische Nachrichten – 2/2021
Einpendeln und Auspendeln in Köln – Über Muster beim Berufspendeln 2019 Seite 16
Arbeitsverhältnisse führen dazu, dass viele Arbeitnehmer innen und Arbeitnehmer keine großen Investitionen in einen
Umzug tätigen wollen und deswegen oft am Wohnort verbleiben. 14
Oftmals spielen aber auch individuelle Gründe eine Rolle: Beispielsweise sind der Part ner oder die Partnerin orts-
gebunden, der Arbeitsplatz wurde verlegt oder die Kinder gehen auf eine bestimmte Schule. 15 Zudem wollen viele Arbeit-
nehmende ihre Heimat nicht verlassen, um in der Nähe ihres sozialen Umfelds zu bleiben . Ist die verkehrstechnische
Infrastruktur, insbesondere der öffentliche Personennahverkehr gut ausgebaut, ist Pendeln innerhalb eines gewissen
Radius meistens recht gut möglich und dem Arbeitsplatz muss nicht hinterher gezogen werden.
Letztlich führt neben der Beschäftigungsentwicklung eine Vielzahl von Faktoren zu Veränderungen der Pendlerverflech-
tungen. Dies sind neben einer Erhöhung der Wohnqualität, veränderten Anforderungen an Beschäftigte, flexibleren
Beschäftigungsverhältnissen und verbesserten Verkehrsinfrastrukturen vor allem individuelle Pendelmotive wie
beispielsweise geringere Wohnkosten in den Nachbarregionen, Familiengründung oder verändertes Freizeitverhalten.
Ausblick: Digitalisierung und Homeoffice
Aus den Städten erfolgt eine zunehmende Abwanderung von Familien ins Umland. 16 Diese Entwicklung ist auch für Köln
zu beobachten17 und wird im Allgemeinen durch eine gute Verkehrsanbindung an die Metropolen und günstigere Immo-
bilienpreise gefördert. Zunehmend attraktiver stellen sich die Umlandgemeinden aber auch durch die Bereitstellung
familiengerechter Infrastruktur auf: einem guten Angebot an Kitas, Sch ulen und Einkaufsmöglichkeiten.
Begünstigt wird dieser Trend durch die aktuell zunehmende Inanspruchnahme von Homeoffice, da die Menschen längere
Arbeitswege in Kauf nehmen könnten, wenn sie sich auch im Umland ein Zimmer mehr oder einen Garten leisten
können. Zudem können Arbeitnehmer höhere Kosten fürs Homeoffice wie für Strom zumindest teilweise von der Steuer
absetzen. Nach einer aktuellen Studie des Digitalverbandes Bitkom würde jeder fünfte Berufstätige umziehen, wenn er in
Zukunft größtenteils im Homeoffice arbeiten könnte. Wichtigste Gründe hierfür sind im Grünen zu wohnen oder (wieder)
näher bei Freunden und Familie zu sein.
18
Einschlägige Studien zeigen aber auch, dass die körperliche und psychische Gesundheit der Erwerbstätigen durch die
tägliche Pendelmobilität negativ beeinträchtigt werden kann. Denn Pendeln verursacht in vielen Fällen Stress: Nicht nur
die Kosten in Form von Zeit, Geld sowie sonstige Belastungen für das Pendeln zur Arbeit, sondern auch für nicht -
pendelnde Familienmitglieder etwa im Zusammenspiel von Privat- und Berufsleben. So kann sich Pendeln negativ auf das
individuelle Wohlbefinden und die Gesundheit auswirken.
In Folge der Corona-Pandemie schreitet die Digitalisierung schneller voran. Diese Entwicklung geht einher mit neuen
Anforderungen an die Beschäftigten und mit veränderten Arbeitsprozessen wie beispielsweise der Arbeit im Home-
office.19 Verstetigt sich dieser Trend auch nach der Pandemie, dann könnte dies zu einer Verringerung des täglichen
Pendelaufkommens führen. Wenn hohe zeitliche Belastungen durch lange Arbeitswege verri ngert würden, könnte sich in
der Folge womöglich auch das gesundheitliche Wohl der Beschäftigten verbessern.
14 IHK Köln (2018): Pendlermobilität – Die Schiene im Fokus; Siehe auch unter: https://www.ihkplus.de/upload/Studie_Pendlermobilitaet_67550.pdf,
abgerufen am 11.11.2020
15 Nickels, Lothar; Erbach, Annika (2019): Pendeln – Mobilität von morgen; Siehe auch unter: https://www.planet-wissen.de/technik/verkehr/mobili-
taet_von_morgen/pendeln-138.html, abgerufen am 11.11.2020
16Sturm, Alexander (2020): Mieten steigen langsamer - aber Druck aufs Umland wächst. Onvista – Finanzportal; Siehe auch unter: https://www.on-
vista.de/news/mieten-steigen-langsamer-aber-druck-aufs-umland-waechst-423008039, abgerufen am 8.1.2021
17 Schmid, Mirjam; Kunadt, Susann (2020): Von Nippes nach Pulheim: Über die zunehmende Abwanderung von Familien ins Kölner Umland. Stadtfor-
schung und Statistik 33, Heft 1/2020; Siehe auch unter: https://www.ssoar.info/ssoar/handle/document/67122#, abgerufen am 8.1.2021
18 Der Digitalverband Deutschlands | Bitkom - Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e. V (2021): Homeoffice
statt Büro: Jeder Fünfte würde umziehen; Siehe auch unter: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Homeoffice-statt-Buero-Jeder-Fuenfte-
wuerde-umziehen, abgerufen am 8.1.2021
19 Agentur für Arbeit Köln: 2020: Kurzarbeit rettet Arbeitsplätze - 2021: Zukunftsinvestition Weiterbildung; Siehe auch unter: https://www.arbeitsagen-
tur.de/vor-ort/koeln/presse/002-21, abgerufen am 8.1.2021
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Tel: 02 21 / 221-21882
Fax: 02 21 / 221-21900 oder 28493
E-Mail: statistik@stadt-koeln.de
Internet: http://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik
Die Oberbürgermeisterin
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 1869-070x (Online)
ISSN 1869-0718 (Print)
Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe
13/15/0/1.2021
Mitteilung Ausschuss
2967 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/15/153 153/1 Vorlagen-Nummer 22.02.2021 0503/2021 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 25.02.2021 Verkehrsausschuss 02.03.2021 Stadtentwicklungsausschuss 11.03.2021 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 04.03.2021 Einpendeln und Auspendeln in Köln - Über Muster beim Berufspendeln 2019 Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik legt einen statistischen Bericht zum Berufspendeln in Köln vor. Die Kölner Statistische Nachrichten 2/2021 zeigen die Entwicklung des Kölner Pendelaufkom- mens und wie sich dieses im Jahr 2019 regional und überregional schwerpunktmäßig verteilt. Die Bundesagentur für Arbeit stellt jährlich Angaben zu den Ein - und Auspendelnden zur Verfügung. Die Pendlerstatistik basiert auf der Ebene kreisfreier Städte, Kreise und Gemeinden: Eine Analyse der Pendelbewegungen innerhalb dieser Räume steht nicht zur Verfügung. Etwa die Hälfte der in Köln Beschäftigten wohnt außerhalb der Stadtgrenzen. 2019 pendelten rund 280 000 Menschen berufsbedingt von außerhalb nach Köln. In die entgegengesetzte Richtung von Köln in eine andere Gemeinde pendelten mit rund 130.000 Beschäftigten dagegen etwa halb so viele. Seit 2000 ist die Zahl der Einpendelnden um 40 Prozent gestiegen, währ end die Zahl der Auspen- delnden in den letzten 20 Jahren um rund 70 Prozent relativ gesehen deutlich stärker gewachsen ist. Die Hälfte aller einpendelnden Beschäftigten wohnt in den unmittelbar an Köln grenzenden Nachbar- kreisen. Das sind etwa 139 000 Pendelnde. Etwa jede(r) zwanzigste aller Einpendelnden nach Köln kommt aus Bergisch-Gladbach (14.200) und Leverkusen (13.400). Der Einzugsbereich beim Einpen- deln erstreckt sich darüber hinaus über das gesamte Bundesgebiet: 16% der Einpendelnden über- queren auf dem Weg zur Arbeit die Landesgrenze. Umgekehrt bieten im Wesentlichen die größeren Städte des Kölner Umlandes Arbeitsplätze für Köl- ner/innen: Jeweils jede(r) zehnte aller, die von Köln berufsbedingt in eine Umlandgemeinde auspen- deln, arbeitet in Bonn (12.700) oder Düsseldorf (11.900). Im Saldo pendeln sogar mehr Personen von Köln nach Bonn (800) und Düsseldorf (3.700) als umgekehrt. Durch die Mobilität der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wirkt der Kölner Arbeitsmarkt außeror- dentlich positiv auf die Beschä ftigtenstruktur in den Umlandgemeinden: 93% der in Odenthal woh- nenden sozialversicherungspflichtig Beschäftigten pendeln zur Arbeit nach Köln. Hohe Anteile an Einpendelnden an der Gesamtbeschäftigung der Gemeinde weisen auch Rösrath (89%), Niederkas- sel (74%) und Pulheim (72%) auf. Die Corona-Pandemie führt zu einer Beschleunigung der Digitalisierung und geht einher mit einer ver- stärkten Inanspruchnahme von Homeoffice. Verstetigt sich dieser Trend auch nach der Pandemie, dann könnte dies zu einer Verringerung des täglichen Pendelaufkommens führen. gez. Greitemann 2 Anlage KSN_Pendlerströme_02-2021
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zurückgestellt
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0503/2021
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 01.03.2021
- Erstellt
- 11.02.2021 12:00