2020/0309
Christoph-Graupner-Schule - Gesamtsanierung
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anlage 2
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Eigenbetrieb Immobilienmanagement Folgekostenberechnung für: Bezeichnung: Gesamtsanierung und Erweiterung der Christoph-Graupner-Schule Kostenstelle: 12-00063-05 Massnahmennummer:328 Kostenschätzung: 30.000.000 € Geplante Inbetriebnahme: 1/2024 Zuweisung [] Bund € Ü Kernhaushalt € U] Landkreis, etc. € U] Land € U] Sonstige: € Bemerkung: Die Budgetierung beruht auf dem Vorentwurf mit Beibehaltung eines verkleinerten Therapiebades. Fördermittelanträge werden nach politischem Beschluss gestellt. Die Kostenberechnung erfolgt mit der Bauvorlage. Folgekosten werden in der Bauvorlage differenzierter dargestellt. Finanzierungsbetrag 30.000.000 € Zinsaufwand 600.000 € (Realverzinsung 3 %) Tilgungssatz 3% Nutzungsdauer 50 Jahre Abschreibungssatz linear 2% Notwendiges Grundstück vorhanden: Dja Grundstücksanteil der mit zu planenden Vorfahrt für Fahrdienste befindet sich im Kernhaushalt-Mobilitätsamt U] nein/Folgekosten € BGF geplant 7798 m? Anwendung Vermieter-Mieter-Modell RD Ja U Nein Nutzer:Schulamt 100% Folgekostenberechnung nach Kostenwerten des BKI 1. Verwaltungskosten KG200 8,-€/ BGF 2. Betriebskosten KG 300 26,-€ / BGF 202.748 € 3. Erhaltungsaufwand KG400 11,-€ /BGF 85.778 € Sonstige Erläuterungen: Die Summe der zu etatisierenden Folgekosten liegt somit bei gerundet 289.000,- € / Jahr Aufgestellt: 14.10.2020 Birgit König-Ehmke
anlage 4
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Punkt 37: Christoph-Graupner-Schule - Gesamtsanierung (V-Nr. 2020/0309) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
anlage 5
130 Zeichen
Punkt 35: Christoph-Graupner-Schule - Gesamtsanierung (V-Nr. 2020/0309) Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD
2020/0309
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Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
14.01.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Dezernat II
Dezernat IV
Amt: Eigenbetrieb
Immobilienmanagement
Darmstadt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0309
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: 12-00063-05 Investitionsnummer: INV00166
Kostenträger: 201 Sachkonto: AIB-00431
Betreff: Christoph-Graupner-Schule - Gesamtsanierung
Vorlage vom: 05.11.2020
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat stimmt der Fortführung der Entwurfsplanung und der
Genehmigungsplanung der Christoph -Graupner-Schule zu. Grundlage dazu ist der
Vorentwurfsstand unter Einbeziehung der Maßnahmen zur Klimaneutralität.
Anlagen: Kostenaufstellung zur Maßnahme CGS
Folgekostenberechnung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 05.11.2020
Die Christoph-Graupner-Schule wurde in den Jahren 2004-2007 brandschutztechnisch
ertüchtigt sowie 2006 durch eine Cafeteria und einen Außenaufzug ergänzt. Das Gebäude ist
ansonsten in der Substanz der 70/80er Jahre unverändert und dringend sanierungsbedürftig.
1. Der Magistrats-Beschluss Nr. 47 vom 30.01.2019 stimmt Gesamtsanierung mit Kosten in
Höhe von 17.500.000 € zu.
2. Beschlossen wurde die Umsetzung des Raumprogramms des Schulamtes mit ca. 4900 qm
Programmfläche, die am Standort mit 4805 qm Bruttogeschossfläche im Bestand und einem
Neubauanteil von mindestens 2238 qm Bruttogeschossfläche zu beplanen war.
3. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, vertreten durch das Immobilienmanagement Darmstadt
hat für die Sanierung des Bestandsgebäudes und Erweiterungsneubau der Christoph -Graupner-
Schule einen nicht offenen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Wettbewerbsentscheidung
der Jury am 18.6.2019 vergab den 1. Preis an STUDIO SF - Simon Fischer & Architekten aus
Mannheim. Die VGV-Entscheidung zugunsten des Wettbewerbsgewinners erfolgte am
20.8.2019.
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V-Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wird für die Energetische Sanierung dieses Projektes eine Energieberatung
beauftragt. In diesem Zuge wird der Verbrauch an „grauer Energie“ berücksichtigt sowie das
„Prinzip cradle to cradle“ (Wiege zu Wiege) und nicht wie früher „cradle to grave“ angewandt.
Geplant wird das Gebäude in Anlehnung an KfW 40 Standard für Wohngebäude adäquat für
Nichtwohngebäude als Energiehaus 55 mit Passivhauskomponenten. Als Grundlage dient der
aktuelle Entwurf der Leitlinie „Standards für den Hochbau“ Stand 06.03.2020
Entwurfsplanung: 23.03.2020 – 02.10.2020
Genehmigungsplanung: 09.12.2020 – 06.04.2021
Ausführungsplanung: 09.12.2020 – 30.07.2021
Ausschreibung und Vergabe: 17.01.2021 – 15.10.2021
Bauzeit: 01.09.2021 – 02.01.2024
Bruttogrundfläche (BGF): 7.798 m2
Bruttorauminhalt (BRI): 21.817 m3
Nutzfläche (NUF): 4.245 m2
Verkehrsfläche (VF): 2.021 m2
Technikfläche (TF): 316 m2
- 4 -
Erläuterungsbericht
Der vorliegende Vorentwurf ist eine vertiefte Ausarbeitung der Wettbewerbsarbeit, der bereits
eine sehr intensive Nutzerabstimmung und eine weitergehende technische Überprüfung
vorausgegangen ist.
Unter Zugrundelegung des Tabellarischen Raumprogrammes waren die Aspekte,
Innere Erschließung, Barrierefreiheit, Äußere Erschließung, Konstruktion, baulicher
Brandschutz so umzusetzen, dass die Bedürfnisse der Nutzer erfüllt werden und Architektur
entsteht, die nachhaltig und wirtschaftlich zu bauen ist.
Beschreibung des Bestands
Die Christoph-Graupner-Schule ist eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit
einer Abteilung körperlich-motorische Entwicklung. Das Schulgebäude wurde in den Jahren
1976 und 1981 in zwei Bauabschnitten vornehmlich aus Betonfertigbauteilen errichtet.
Die Schule befindet sich in einem erheblich sanierungsbedürftigen Zustand. Auf Grund der
gestiegenen Zahlen der Schülerinnen und Schüler, wurden im Laufe der Jahre sechs
Fachräume in Klassenräume umgewandelt. Ebenso führt die Zunahme an Schülerinnen und
Schülern welche auf Rollstühle angewiesen sind zu einem erheblichen Anstieg des
Platzbedarfs.
In der Quantität und Qualität der Hygieneräume und in Bezug auf die barrierefreie
Erschließung sowie die Evakuierung aller Funktionsbereiche der Schule besteht höchster
Handlungsbedarf.
Entgegen der ursprünglichen Planung das Therapiebecken an der Schule zugunsten des neu
entstehenden Bewegungsbeckens im Nordbad aufzugeben soll eine wirtschaftliche Sanierung
des Bades in situ geplant werden.
Auf Grund des Stadtverordneten Beschlusses V-Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für den
Klimaschutz" wird für die Sanierung der Christoph-Graupner-Schule ein umfassendes
energetisches Konzept entwickelt.
Zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 wird die Schulgemeinde auf zwei Interimsstandorte
verteilt. Die Grund-und Mittelstufe wird mit ca. 10 Klassen zwei Cluster der Luise-Büchner-
Schule in der Lincoln-Siedlung beziehen.
- 5 -
Die Klassen der Hauptstufe, bzw. der Berufsorientierung werden in den beiden Erdgeschossen
der Containergebäude am Donnersbergring beschult werden.
Die bei der Wettbewerbsauslobung additiv angedachte Ergänzung mit einem Neubau, der
während der Bestandssanierung interimsweise als separate funktionale Einheit betrieben
werden kann, lässt sich nicht mit den pädagogischen Erfordernissen vereinbaren. Aufgrund der
geforderten engen funktionalen Verzahnung aller Raum und Funktionsbereiche ist es
erforderlich, dass der Neubauteil baulich unmittelbar mit dem Bestand verbunden ist. Durch
die Neustrukturierung der Funktionen die, die Verwaltung im 1. OG verortet und den für den
Gesamtentwurf sehr wichtigen Einschnitt der Halle wird die gleichzeitige Bearbeitung der
Gesamtmaßnahme erforderlich, deshalb ist es vorgesehen, den Großteil der Schülerschaft in
einem Cluster der aktuell im Bau befindlichen Schule in der Lincoln Siedlung unterzubringen.
Maßnahmen im Bestand
Das Bestandsgebäude wird entsprechend dem Wettbewerbsentwurf vollständig entkernt. Alle
nichttragenden Wände werden rückgebaut.
Im Bereich des Einganges entsteht ein Lichthof welcher alle Geschosse miteinander verbindet.
Im Osten wird ein Erweiterungsbau realisiert.
Damit wird das Gebäude in drei Cluster aufgeteilt. Jedes Cluster erhält einen baugleichen
Treppenhauskern mit Evakuierungsaufzug und angegliedertem WC Bereich mit
Wickelmöglichkeit.
Im Erdgeschoss befinden sich der Psychomotorik Raum, das Schwimmbad, die Fachräume
sowie die Mensa mit Lehrküche und eine Ausgabeküche.
In den beiden Obergeschossen sind die Klassen-, und Ganztagsräume, die Verwaltung und
Therapieräume untergebracht.
Die räumliche Konzeption, die ein lichtdurchflutetes Gebäude mit einer Wiederholung der
Clusterstrukturen bietet, wird zu Zweidrittel=67% mit dem vorhandenen Stahlbetonskelett
realisiert. Da ein weitgehender Rückbau auf das Skelett erfolgt, betragen die ermittelnden
Herstellungskosten mit hohem Technikanteil ca. 90 % der Neubaukosten.
Da die Terrassen weitgehend überbaut werden, ist der Anteil an Bestandsquadratmetern höher
als in der 2019 beschlossenen Vorlage. Durch die Weiternutzung des verkleinerten
Schwimmbades sind keine relevanten Flächenpotentiale für funktionelle Erweiterung
entstanden und die etwas größere Zubaufläche ist erforderlich. Der Anbau wird voraussichtlich
in Ortbeton, die Aufstockungen aus Gewichtsgründen und auf Grund der Struktur des
Bestandsbaues in Holzbauweise errichtet.
Die Fassade besteht gem. Entwurfsstand 8/2020 aus einer hochgedämmten Fassade mit
Keramikbekleidung. Da die bestehenden Fassadenelemente das Gewicht einer vorgemauerten
Klinkerverkleidung in Abhängigkeit mit den erforderlichen Dämmstärken nicht tragen können,
muss die vorhandene Vorsatzschale entfernt werden.
Der eingeschossige Bereich des Bewegungs- und Psychomotorik Raumes im Westen erhält eine
Fassadenbegrünung und Dachbegrünung.
Die Dokumentation der Prüfung der unterschiedlichen Bauweisen unter Berücksichtigung der
Tragfähigkeit, des Brandschutzes, der energetischen und nachhaltigen Aspekte be findet sich in
Arbeit.
Nach einer Untersuchung der Betonüberdeckung an den bestehenden Bauteilen durch das
Statik- Büro Fast & Epp (Bericht vom 03.06.2020) wurde mittels einem zerstörungsfreien
- 6 -
Messverfahren festgestellt, dass die angestrebte Feuerwiderstandsklasse F90 mehrheitlich
nicht erreicht wird. Beim größten Teil der Messungen kann allerdings eine
Feuerwiderstandsklasse von F60 erreicht werden. Lediglich bei den Rippen der Pi -Platten im 2.
Bauabschnitt kann nur eine Feuerwiderstandsklasse von F30 nachgewiesen werden.
Hier werden Ertüchtigungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Brandschutz erforderlich!
Bei der Planung des Gebäudes wird auf eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage verzichtet.
Gründe sind zum einen die geringen Deckenhöhen, aber auch Vereinfachungen beim
Brandschutz, sowie die geringe Anzahl an Schülerinnen und Schüler in den Klassenräumen.
Stattdessen wird eine automatisierte Fensterlüftung mit Co²-Überwachung vorgesehen. Dies
bietet auch den Vorteil einer Nachtauskühlung. Dabei handelt es sich um eine wartungsarme
und energiesparende Low-Tech-Variante.
Alle Innenliegenden Räume erhalten eine dezentrale Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung,
welche über Dach geführt wird.
Das Warmwasser wird zentral aufbereitet, da auf Grund des hohen Hygienestandards und des
Schwimmbades mit einem vergleichsweise hohen Verbrauch an Warmwasser zu rechnen ist.
Grundsätzlich wird die Beheizung über klassische Heizkörper vorgesehen. Eine Ausnahme
bildet der Psychomotorik Raum, die Beheizung erfolgt hier mittels Deckenheizung.
Bezüglich der Sanierung des Schwimmbades wurden drei verschiedene Varianten untersucht:
1. Variante – Bestand sanieren
2. Variante – Bestand verkleinern
3. Variante – Bestand verkleinern und niedriger setzen
Betrachtet wurden die anfallenden baulichen Herstellungs-/Sanierungskosten sowie die
jährlichen Betriebskosten für Wärme, Strom Schwimmbadtechnik und
Transmissionswärmeverluste hochgerechnet auf 20 Jahre.
In Abstimmung mit dem Schulamt und der Schulleitung wird die Variante 2 gewählt, die die
niedrigsten Betriebskosten und den geringsten Co-Verbrauch bei Beibehaltung des
Schwimmbades hat.
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele
Bei der Vorentwurfsplanung wurden wesentliche Möglichkeiten zur Co 2-Einsparung
abgestimmt Die Verwendung der Bestandskonstruktion erlaubt eine hohe Einsparung an grauer
Energie, die bei diesem Projekt in der Entwurfsphase berechnet wird.
Die Verkleinerung des Schwimmbades ist ein Baustein zur Reduzierung der Verbrauchskost en
und damit auch zur Senkung des CO2-Verbrauches des Gebäudes.
Grundsätzlich wird auf eine Mischung aus Low-Tech und energiesparender Haustechnik
geachtet. Auf dem Dach ist die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Im
Erweiterungsbauteil kann ein Gründach mit Photovoltaik kombiniert werden.
- 7 -
Zudem wird bei der Auswahl der Baustoffe das „Prinzip cradle to cradle“ zu Grunde gelegt und
nach Möglichkeit auf Verbundbaustoffe verzichtet.
Auf Grundlage der Programmfläche wurden gem. Magistratsbeschluss 47 vom 30.01.2019
Gesamtmittel für die Kostengruppen 300, 400 und 700 ohne Außenanlagen und
Interimslösung in Höhe von 17.500.000 € budgetiert.
Die im Mai 2020 geschätzten Kosten ergeben sich im wesentlich aus den umfänglicheren
Eingriffen in die Bestandsstruktur welche der gewonnene Wettbewerbsentwurf mit sich bringt.
Die Programmfläche wurde nicht erweitert.
Ursprünglich waren 2/3 der Flächen mit einem niedrigeren Sanierungsbaukostenindexwert
angesetzt, aber nun unterscheiden sich die Kennwerte zwischen Sanierung und Neubau nur um
175 €/qm.
Einsparungen durch Nutzung der Stahlbetonkonstruktion finden durch notwendige
Ertüchtigungen und erhöhte Planungs- und Ausführungsaufwendungen keinen finanziellen
Niederschlag. Der umbaute Raum erhöht sich durch die Hallenerschließung.
Die Entscheidung möglichst CO2-neutral zu planen führt zu einer Kostensteigerung bei der
Investition, die sich über geringere Verbräuche und Energiekosten über die Nutzungszeit
amortisiert.
Grundriss EG
- 8 -
Grundriss 1. OG
Grundriss 2. OG
- 9 -
Ansicht Süd
Ansicht Nord
Ansicht West
Ansicht Ost
Dezernat I Dezernat II Dezernat IV
Jochen Partsch Rafael Reißer André Schellenberg
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadtkämmerer
anlage 3
13125 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
14.01.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat II
Dezernat IV
Amt: Eigenbetrieb
Immobilienmanagement
Darmstadt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I 65
II 40
IV
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0309
Magistratsbeschluss-Nr.
37
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: 12-00063-05 Investitionsnummer: INV00166
Kostenträger: 201 Sachkonto: AIB-00431
Betreff: Christoph-Graupner-Schule - Gesamtsanierung
Vorlage vom: 05.11.2020
Beschlussvorschlag:
1. Der Magistrat stimmt der Fortführung der Entwurfsplanung und der
Genehmigungsplanung der Christoph -Graupner-Schule zu. Grundlage dazu ist der
Vorentwurfsstand unter Einbeziehung der Maßnahmen zur Klimaneutralität.
Anlagen: Kostenaufstellung zur Maßnahme CGS
Folgekostenberechnung
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 27.01.2021
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 05.11.2020
Die Christoph-Graupner-Schule wurde in den Jahren 2004-2007 brandschutztechnisch
ertüchtigt sowie 2006 durch eine Cafeteria und einen Außenaufzug ergänzt. Das Gebäude ist
ansonsten in der Substanz der 70/80er Jahre unverändert und dringend sanierungsbedürftig.
1. Der Magistrats-Beschluss Nr. 47 vom 30.01.2019 stimmt Gesamtsanierung mit Kosten in
Höhe von 17.500.000 € zu.
2. Beschlossen wurde die Umsetzung des Raumprogramms des Schulamtes mit ca. 4900 qm
Programmfläche, die am Standort mit 4805 qm Bruttogeschossfläche im Bestand und einem
Neubauanteil von mindestens 2238 qm Bruttogeschossfläche zu beplanen war.
3. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt, vertreten durch das Immobilienmanagement Darmstadt
hat für die Sanierung des Bestandsgebäudes und Erweiterungsneubau der Christoph-Graupner-
Schule einen nicht offenen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Die Wettbewerbsentscheidung
der Jury am 18.6.2019 vergab den 1. Preis an STUDIO SF - Simon Fischer & Architekten aus
Mannheim. Die VGV-Entscheidung zugunsten des Wettbewerbsgewinners erfolgte am
20.8.2019.
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V-Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wird für die Energetische Sanierung dieses Projektes eine Energieberatung
beauftragt. In diesem Zuge wird der Verbrauch an „grauer Energie“ berücksichtigt sowie das
„Prinzip cradle to cradle“ (Wiege zu Wiege) und nicht wie früher „cradle to grave“ angewandt.
Geplant wird das Gebäude in Anlehnung an KfW 40 Standard für Wohngebäude adäquat für
Nichtwohngebäude als Energiehaus 55 mit Passivhauskomponenten. Als Grundlage dient der
aktuelle Entwurf der Leitlinie „Standards für den Hochbau“ Stand 06.03.2020
Entwurfsplanung: 23.03.2020 – 02.10.2020
Genehmigungsplanung: 09.12.2020 – 06.04.2021
Ausführungsplanung: 09.12.2020 – 30.07.2021
Ausschreibung und Vergabe: 17.01.2021 – 15.10.2021
Bauzeit: 01.09.2021 – 02.01.2024
Bruttogrundfläche (BGF): 7.798 m2
Bruttorauminhalt (BRI): 21.817 m3
Nutzfläche (NUF): 4.245 m2
Verkehrsfläche (VF): 2.021 m2
Technikfläche (TF): 316 m2
- 5 -
Erläuterungsbericht
Der vorliegende Vorentwurf ist eine vertiefte Ausarbeitung der Wettbewerbsarbeit, der bereits
eine sehr intensive Nutzerabstimmung und eine weitergehende technische Überprüfung
vorausgegangen ist.
Unter Zugrundelegung des Tabellarischen Raumprogrammes waren die Aspekte,
Innere Erschließung, Barrierefreiheit, Äußere Erschließung, Konstruktion, baulicher
Brandschutz so umzusetzen, dass die Bedürfnisse der Nutzer erfüllt werden und Architektur
entsteht, die nachhaltig und wirtschaftlich zu bauen ist.
Beschreibung des Bestands
Die Christoph-Graupner-Schule ist eine Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit
einer Abteilung körperlich-motorische Entwicklung. Das Schulgebäude wurde in den Jahren
1976 und 1981 in zwei Bauabschnitten vornehmlich aus Betonfertigbauteilen errichtet.
Die Schule befindet sich in einem erheblich sanierungsbedürftigen Zustand. Auf Grund der
gestiegenen Zahlen der Schülerinnen und Schüler, wurden im Laufe der Jahre sechs
Fachräume in Klassenräume umgewandelt. Ebenso führt die Zunahme an Schülerinnen und
Schülern welche auf Rollstühle angewiesen sind zu einem erheblichen Anstieg des
Platzbedarfs.
In der Quantität und Qualität der Hygieneräume und in Bezug auf die barrierefreie
Erschließung sowie die Evakuierung aller Funktionsbereiche der Schule besteht höchster
Handlungsbedarf.
Entgegen der ursprünglichen Planung das Therapiebecken an der Schule zugunsten des neu
entstehenden Bewegungsbeckens im Nordbad aufzugeben soll eine wirtschaftliche Sanierung
des Bades in situ geplant werden.
Auf Grund des Stadtverordneten Beschlusses V-Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für den
Klimaschutz" wird für die Sanierung der Christoph-Graupner-Schule ein umfassendes
energetisches Konzept entwickelt.
- 6 -
Zum Beginn des Schuljahres 2021/2022 wird die Schulgemeinde auf zwei Interimsstandorte
verteilt. Die Grund-und Mittelstufe wird mit ca. 10 Klassen zwei Cluster der Luise-Büchner-
Schule in der Lincoln-Siedlung beziehen.
Die Klassen der Hauptstufe, bzw. der Berufsorientierung werden in den beiden Erdgeschossen
der Containergebäude am Donnersbergring beschult werden.
Die bei der Wettbewerbsauslobung additiv angedachte Ergänzung mit einem Neubau, der
während der Bestandssanierung interimsweise als separate funktionale Einheit betrieben
werden kann, lässt sich nicht mit den pädagogischen Erfordernissen vereinbaren. Aufgrund der
geforderten engen funktionalen Verzahnung aller Raum und Funktionsbereiche ist es
erforderlich, dass der Neubauteil baulich unmittelbar mit dem Bestand verbunden ist. Durch
die Neustrukturierung der Funktionen die, die Verwaltung im 1. OG verortet und den für den
Gesamtentwurf sehr wichtigen Einschnitt der Halle wird die gleichzeitige Bearbeitung der
Gesamtmaßnahme erforderlich, deshalb ist es vorgesehen, den Großteil der Schülerschaft in
einem Cluster der aktuell im Bau befindlichen Schule in der Lincoln Siedlung unterzubringen.
Maßnahmen im Bestand
Das Bestandsgebäude wird entsprechend dem Wettbewerbsentwurf vollständig entkernt. Alle
nichttragenden Wände werden rückgebaut.
Im Bereich des Einganges entsteht ein Lichthof welcher alle Geschosse miteinander verbindet.
Im Osten wird ein Erweiterungsbau realisiert.
Damit wird das Gebäude in drei Cluster aufgeteilt. Jedes Cluster erhält einen baugleichen
Treppenhauskern mit Evakuierungsaufzug und angegliedertem WC Bereich mit
Wickelmöglichkeit.
Im Erdgeschoss befinden sich der Psychomotorik Raum, das Schwimmbad, die Fachräume
sowie die Mensa mit Lehrküche und eine Ausgabeküche.
In den beiden Obergeschossen sind die Klassen-, und Ganztagsräume, die Verwaltung und
Therapieräume untergebracht.
Die räumliche Konzeption, die ein lichtdurchflutetes Gebäude mit einer Wiederholung der
Clusterstrukturen bietet, wird zu Zweidrittel=67% mit dem vorhandenen Stahlbetonskelett
realisiert. Da ein weitgehender Rückbau auf das Skelett erfolgt, betragen die ermittelnden
Herstellungskosten mit hohem Technikanteil ca. 90 % der Neubaukosten.
Da die Terrassen weitgehend überbaut werden, ist der Anteil an Bestandsquadratmetern höher
als in der 2019 beschlossenen Vorlage. Durch die Weiternutzung des verkleinerten
Schwimmbades sind keine relevanten Flächenpotentiale für funktionelle Erweiterung
entstanden und die etwas größere Zubaufläche ist erforderlich. Der Anbau wird voraussichtlich
in Ortbeton, die Aufstockungen aus Gewichtsgründen und auf Grund der Struktur des
Bestandsbaues in Holzbauweise errichtet.
Die Fassade besteht gem. Entwurfsstand 8/2020 aus einer hochgedämmten Fassade mit
Keramikbekleidung. Da die bestehenden Fassadenelemente das Gewicht einer vorgemauerten
Klinkerverkleidung in Abhängigkeit mit den erforderlichen Dämmstärken nicht tragen können,
muss die vorhandene Vorsatzschale entfernt werden.
Der eingeschossige Bereich des Bewegungs- und Psychomotorik Raumes im Westen erhält eine
Fassadenbegrünung und Dachbegrünung.
- 7 -
Die Dokumentation der Prüfung der unterschiedlichen Bauweisen unter Berücksichtigung der
Tragfähigkeit, des Brandschutzes, der energetischen und nachhaltigen Aspekte befindet sich in
Arbeit.
Nach einer Untersuchung der Betonüberdeckung an den bestehenden Bauteilen durch das
Statik- Büro Fast & Epp (Bericht vom 03.06.2020) wurde mittels einem zerstörungsfreien
Messverfahren festgestellt, dass die angestrebte Feuerwiderstandsklasse F90 mehrheitlich
nicht erreicht wird. Beim größten Teil der Messungen kann allerdings eine
Feuerwiderstandsklasse von F60 erreicht werden. Lediglich bei den Rippen der Pi-Platten im 2.
Bauabschnitt kann nur eine Feuerwiderstandsklasse von F30 nachgewiesen werden.
Hier werden Ertüchtigungsmaßnahmen in Abstimmung mit dem Brandschutz erforderlich!
Bei der Planung des Gebäudes wird auf eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage verzichtet.
Gründe sind zum einen die geringen Deckenhöhen, aber auch Vereinfachungen beim
Brandschutz, sowie die geringe Anzahl an Schülerinnen und Schüler in den Klassenräumen.
Stattdessen wird eine automatisierte Fensterlüftung mit Co²-Überwachung vorgesehen. Dies
bietet auch den Vorteil einer Nachtauskühlung. Dabei handelt es sich um eine wartungsarme
und energiesparende Low-Tech-Variante.
Alle Innenliegenden Räume erhalten eine dezentrale Zu- und Abluft mit Wärmerückgewinnung,
welche über Dach geführt wird.
Das Warmwasser wird zentral aufbereitet, da auf Grund des hohen Hygienestandards und des
Schwimmbades mit einem vergleichsweise hohen Verbrauch an Warmwasser zu rechnen ist.
Grundsätzlich wird die Beheizung über klassische Heizkörper vorgesehen. Eine Ausnahme
bildet der Psychomotorik Raum, die Beheizung erfolgt hier mittels Deckenheizung.
Bezüglich der Sanierung des Schwimmbades wurden drei verschiedene Varianten untersucht:
1. Variante – Bestand sanieren
2. Variante – Bestand verkleinern
3. Variante – Bestand verkleinern und niedriger setzen
Betrachtet wurden die anfallenden baulichen Herstellungs-/Sanierungskosten sowie die
jährlichen Betriebskosten für Wärme, Strom Schwimmbadtechnik und
Transmissionswärmeverluste hochgerechnet auf 20 Jahre.
In Abstimmung mit dem Schulamt und der Schulleitung wird die Variante 2 gewählt, die die
niedrigsten Betriebskosten und den geringsten Co-Verbrauch bei Beibehaltung des
Schwimmbades hat.
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele
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Bei der Vorentwurfsplanung wurden wesentliche Möglichkeiten zur Co 2-Einsparung
abgestimmt Die Verwendung der Bestandskonstruktion erlaubt eine hohe Einsparung an grauer
Energie, die bei diesem Projekt in der Entwurfsphase berechnet wird.
Die Verkleinerung des Schwimmbades ist ein Baustein zur Reduzierung der Verbrauchskosten
und damit auch zur Senkung des CO2-Verbrauches des Gebäudes.
Grundsätzlich wird auf eine Mischung aus Low-Tech und energiesparender Haustechnik
geachtet. Auf dem Dach ist die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage vorgesehen. Im
Erweiterungsbauteil kann ein Gründach mit Photovoltaik kombiniert werden.
Zudem wird bei der Auswahl der Baustoffe das „Prinzip cradle to cradle“ zu Grunde gelegt und
nach Möglichkeit auf Verbundbaustoffe verzichtet.
Auf Grundlage der Programmfläche wurden gem. Magistratsbeschluss 47 vom 30.01.2019
Gesamtmittel für die Kostengruppen 300, 400 und 700 ohne Außenanlagen und
Interimslösung in Höhe von 17.500.000 € budgetiert.
Die im Mai 2020 geschätzten Kosten ergeben sich im wesentlich aus den umfänglicheren
Eingriffen in die Bestandsstruktur welche der gewonnene Wettbewerbsentwurf mit sich bringt.
Die Programmfläche wurde nicht erweitert.
Ursprünglich waren 2/3 der Flächen mit einem niedrigeren Sanierungsbaukostenindexwert
angesetzt, aber nun unterscheiden sich die Kennwerte zwischen Sanierung und Neubau nur um
175 €/qm.
Einsparungen durch Nutzung der Stahlbetonkonstruktion finden durch notwendige
Ertüchtigungen und erhöhte Planungs- und Ausführungsaufwendungen keinen finanziellen
Niederschlag. Der umbaute Raum erhöht sich durch die Hallenerschließung.
Die Entscheidung möglichst CO2-neutral zu planen führt zu einer Kostensteigerung bei der
Investition, die sich über geringere Verbräuche und Energiekosten über die Nutzungszeit
amortisiert.
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Grundriss EG
Grundriss 1. OG
Grundriss 2. OG
Ansicht Süd
Ansicht Nord
Ansicht West
Ansicht Ost
Dezernat I Dezernat II Dezernat IV
Jochen Partsch Rafael Reißer André Schellenberg
Oberbürgermeister Bürgermeister Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (3)
Orte (1)
- Donnersbergring
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0309
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 05.11.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00