A-R/0050/2006
Verkehrssicherheit in Münster erhöhen: Masterplan statt Einzelmaßnahmen
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Originalantrag
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CDU-Fraktion und FDP-Fraktion Antrag Nr. A-R/0050/2006 im Rat der Stadt Münster RATSFRAKT ION 04. Dezember 2006 Antrag „Verkehrssicherheit in Münster erhöhen: Masterplan statt Einzelmaßnahmen“ Prolog In der Verkehrsunfallstatistik des Innenministerium s NRW zum Jahr 2005 wird aufgezeigt, dass Münster NRW-weit in der Auswertung der letzten drei Jahren eine Erhöhung der Verkehrsunfälle aufweist, während landesweit eine Reduzierung zu verzeichnen ist. Die relativ hohe Zahl von Verkehrsunfällen in Münst er scheint vor allem mit der Dichte und Enge des innerstädtischen Verkehrs in Verbindung mit dem sehr spezifischen Verkehrsmix Münsters (Autoverkehr, Radverkehr, Fußgängerverkehr) zusammenzuhängen. Für Verkehrssicherheit im fließenden Verkehr durch Kontrollen zu sorgen, ist vorrangige Aufgabe der Polizei. Die über 100 bekannten Unfallhäufungsstellen zeigen gleichwohl, dass es an bestimm- ten Stellen im Stadtgebiet einer sorgfältigen Analy se der örtlichen Gegebenheiten bedarf und in- soweit die Stadt Münster Ihrem Teil der Verantwortu ng für eine höhere Verkehrssicherheit nach- kommen muss. Daher möge der Rat beschließen: Die Stadtverwaltung wird beauftragt, gemeinsam mit der Polizei im Planungsausschuss zu berichten, wie sich die Unfallzahlen zusammensetzen und welche wesentlichen Ursachen dafür zugrunde liegen. Im weiteren wird die Stadtve rwaltung beauftragt zu prüfen, wie ein Masterplan für mehr Verkehrssicherheit – in enger A bstimmung mit der Polizei - ausgestal- tet werden kann. Dabei sind folgende Vorschläge zu berücksichtigen: 1. Aufstellung eines Zielplans, der alle Handlungsf elder zur wirkungsvollen Verbesserung der Verkehrssicherheit umfasst, wie z.B. eine - zielgerichtete Öffentlichkeitsarbeit, jährliche I nformation und Absprache mit Vertretern der Schulen, Senioren- und Verkehrsverbänden u.a. - Verbesserung der Verkehrssicherheit insbesondere für Fußgänger, Radfahrer - z.B. bei der Verkehrsregelung /-steuerung - und - Vorschläge für planerische und bauliche Verbesser ungsmaßnahmen. 2. Dabei ist u. a. zu prüfen, wie zukünftig systema tisch und regelmäßig bei Verkehrs - planungen im Rahmen der Projektplanung / Ämterabstimmung ein „Sicherheits-Audit“ (Audit- bericht ähnlich dem Umweltbericht) durchgeführt werden kann. Bei der parlamentarischen Beratung / Beschlussfass ung zu Stadtplanungs-/ Verkehrsprojek- ten, die deutliche Auswirkungen auf den Verkehrsabl auf und die Verkehrssicherheit haben, wäre der Sicherheits-Auditbericht mit vorzulegen. 3. Den Verkehrsbericht der Polizei (2003-2005) nach Unfallhäufungsstellen daraufhin auszu- werten, ob baulich-strukturelle Mängel als Ursache für Unfallhäufungen erkannt werden. Da- bei ist insbesondere zu prüfen, ob die daraus gewonnen Erkenntnisse in einer Prioritätenliste zusammengestellt werden können, um zeitnah vor der Beratung des Haushaltplanes 2007 im Entwurf eines Masterplanes und eines ersten Handlungsprogramms zur Verbesserung der Verkehrssicherheit dargestellt werden können. Darin könnten mit einer fachlichen Priorisie- rung Empfehlungen der mittelfristig (2007 - 2009) umsetzbaren Maßnahmen aufgezeigt wer- den. Die Mängel wären innerhalb des zur Verfügung stehenden Budgets zeitnah zu beseiti- gen. Die Stadt Münster könnte hierzu ab 2007 jährlich 50.000 Euro im Haushalt zur Verfü- gung stellen und die Möglichkeiten einer Co-Finanzierung durch Landes- und Bundesmittel ausschöpfen. 4. Dem Planungsausschuss wäre nach Vorberatung in d en Bezirksvertretungen ab 2007 jähr- lich über die Unfallentwicklung in Münster, den Sac hstand der Umsetzung des Masterplanes / Handlungsprogrammes und die erreichten Fortschritte berichtet werden. Begründung: Die Zahl der verunglückten Personen im Straßenverke hr ist in Münster mit einem Wert von 585 Verunglückten je 100.000 Einwohner auch im Landesve rgleich als zu hoch anzusiedeln. Auch wenn viele Unfallursachen durch Stadt und Polizei nicht unmittelbar beeinflusst werden können, ist hier ein deutliches Zeichen zugunsten der Verkehrss icherheit zu setzen. Ein Konzept zur Verbes- serung der Verkehrssicherheit in Münster muss auf D auer angelegt sein. Kurzfristiger Aktionismus ist nicht in der Lage, eine nachhaltige Verbesserun g zu erreichen. Deshalb soll bereits bei Pla- nungsvorhaben, die einen Eingriff in den Verkehr be inhalten, ein Sicherheits-Audit durchgeführt werden, um Unfallrisiken für den öffentlichen Verke hrsraum aufgrund von neuen Baumaßnahmen von vornherein auszuschließen. Die bisherigen Bemühungen der Stadt Münster zur Öff entlichkeitsarbeit werden ausdrücklich gut- geheißen. Nunmehr soll aber ein Schwerpunkt auf die Bekämpfung der Unfallrisiken an den typi- schen Unfallhäufungsstellen gelegt werden. Die Beseitigung von baulich-strukturellen Mängeln a ls Ursache für Unfallhäufungen ist ohne Fi- nanzmittel nicht möglich. Mit der Einrichtung eines Budgets "Unfallbekämpfung im Straßenver- kehr", setzt die Stadt hier neue Akzente. Angesicht s der Erfordernisse der Haushaltskonsolidie- rung kommt nur die Umschichtung von Haushaltsmittel n innerhalb des Gesamthaushaltes in Be- tracht. Basis für die Prioritätenbildung sind die B eschlüsse der Unfallkommission (bestehend aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, Straßenbaula stträger und Polizei). Die zuständigen par- lamentarischen Gremien werden beteiligt. Alle Möglichkeiten einer Co-Finanzierung durch Landes- und Bundesmittel sind auszuschöpfen. Mit der Berichtspflicht zur Unfallentwicklung und z u den eingeleiteten Maßnahmen wird den parla- mentarischen Gremien erstmalig die Möglichkeit einer Erfolgskontrolle eröffnet und gleichzeitig die Bedeutung der Verkehrssicherheitsarbeit betont. Da Verkehrssicherheit ein gemeinsamer Aspekt der Stadt und Polizei ist, wird die Polizei gebeten, sich an den Berichten vor den parlamentarischen Gre mien zu beteiligen (jährlicher Status Quo- Bericht durch Stadtverwaltung und Polizei). gez. Heinz-Dieter Sellenriek gez. Carola Möllema nn-Appelhoff CDU-Fraktion FDP-Frak tion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0050/2006
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 05.12.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37