AN/1204/2020
Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion, betr.: Cölner Motorenfabrik Johannes Bruncken, Bickendorf
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Cölner Elektromotorenfabrik Wikipedia
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Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie Zur Navigation springenZur Suche springen Die Fassade der Cölner Elektromotorenfabrik Bruncken zur Rochusstraße, 1957 Die Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken ist ein ehemaliges Fabrikgebäude in Köln-Bickendorf. Inhaltsverzeichnis 1 Gründung und Nutzung 2 Technische Innovationen o 2.1 Der Dokamotor o 2.2 Bedeutung des Gebäudes für die Stadt Köln o 2.3 Trivia 3 Einzelnachweise Gründung und Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Der Elektroingenieur Johannes Bruncken, geboren 1880 in Fedderwardersiel, Butjadingen kam 1902 nach Köln. Er war Sohn einer Industriellen- und Kaufmannsfamilie aus Norddeutschland,[1] vergleichbar den Buddenbrooks[2]. Nach einer Anstellung bei der Helios- Elektrizitäts AG in Köln-Ehrenfeld, wech selte er 1905 zu dem Bismarckwerk in Bergerhof als Prüfungsingenieur. 1907 machte er sich mit der Firma Cölner Motorenfabrik selbstständig, die 1910 in das eigens errichtete Gebäude auf der Rochusstraße 56 / Teichstraße 16b im Kölner Stadtteil Bickendorf zog. 1935 beschädigte ein Brand große Teile des Gebäudes, die Schäden konnten aber vollständig behoben werden. Die Fassade des Haupthauses besitzt ihr jetziges Aussehen seit den 1950er Jahren. Johannes Brunckens Karriere vom Ingenieur zum Firmeninhaber ist ein beispielloser Erfolg in der Kölner Stadtgeschichte, seine Spezialmotoren gingen in alle Welt. Ferner war er ein geschätzter Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitern »das vor[lebte], was er von ihnen erwartete: eine aufrechte Gesinnung, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit und Fleiß«[3]. Bislang konnten allerdings noch keine Forschungen zu der Rolle der Firma Bruncken zur Zeit des Ersten und Zweiten Weltkrieges durchgeführt werden. Die Sichtung zugehöriger Akten gestaltet sich seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im Jahr 2009 schwierig. Weitere Unterlagen befinden sich im Besitz des derzeitigen Eigentümers. Anfang der 1970er Jahre musste die Firma schließen. Der belgische Konzern ACEC (Atelier de Constructions Electriques de Charleroi) übernahm den verschuldeten Betrieb, der wenig später von der amerikanischen Firma Westinghouse übernommen wurde. Der Betrieb in Köln-Bickendorf wurde daraufhin geschlossen und das Gebäude veräußert. Seitdem befindet sich die ehemalige Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken in Privatbesitz und wird als Wohn- und Arbeitsstätte von verschiedenen Bewohnern aus vorwiegend künstlerischen Arbeitsfeldern genutzt. Damit kann die Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken als Beispiel der jüngsten städtebaulichen Entwicklung und Gentrifizierung eines Arbeiterviertels durch Zuzug und Umnutzung von Künstlern gelten. Technische Innovationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Ernst & F. Wiebel, Läutewerk Kölner Dom, Schalttafel mit Bruncken-Motoren im Läuteraum, 1910 Brunckenmotor in einem Lastenaufzug Die Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken ist die Wiege einer Vielzahl von innovativen und patentierten Elektromotoren. Ab 1910 trieb ein Einphasen-Wechselstrom- Motor der Firma Bruncken das Geläut des Kölner Doms an. Weitere Anwendungsgebiete waren im Bergbau, der chemischen Industrie, im Schiffbau, in Aufzügen und in der Landwirtschaft. Die Motoren der Firma Bruncken sind bereits Teil von wissenschaftlichen Sammlungen zu Elektromotoren.[4] In der Produktionsstätte dieser Motoren sind teilweise noch originale Ausstattungsmerkmale wie Lastenkräne vorhanden. Der Dokamotor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Der weltbekannte Dokamotor der Cölner Elektromotorenfabrik Bruncken verbindet die Anlaufeigenschaften eines Schleifringläufermotors mit den guten Betriebseigenschaften eines Kurzschlussläufermotors. Der Dokamotor spart nicht nur Anlaufstrom, sondern auch Betriebsstrom, da er ohne Stromverdrängung mit hohem Wirkungsgrad arbeitet. Wegen seiner hervorragenden Eigenschaften hat die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) den Eldi-Dokamotor im Jahr 1953 als Spezial-Landwirtschaftsmotor mit der bro nzenen Preismünze ausgestattet. Er kommt zum Beispiel im Mahlwerk der Paffendorfer Mühle zum Einsatz. Typschild eines Aufzugsmotors der Firma Bruncken Bedeutung des Gebäudes für die Stadt Köln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Teilweise arbeiteten bis zu 300 Angestellte in dem Werk. Damit war die Firma maßgeblich an den Arbeits- und Produktionsverhältnissen in Köln beteiligt und prägend für die Lebensgeschichte einzelner Menschen, wie nicht nur das Beispiel von Oswald Tietz, »vom Landwirt zum Motorenbauern«[5], sondern auch zahlreiche Fotografien von Mitarbeitern belegen. Die Firma ist bedeutend für den individuellen Charakter des ehemaligen Arbeiterviertels Bickendorf. Seit einigen Jahren ist das Gebäude Teil des Kulturpfads Bickendorf.[6] Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] Die Fabrik diente als Kulisse zahlreicher Filmproduktionen, u. a. des Tatort Köln und der Krimiserie Wilsberg in der Folge Wilsberg: 90-60-90. Der deutsche Bildhauer Georg Herold hatte hier zeitweise sein Atelier, ebenso wie die Puppenbauer der Politsatire Hurra Deutschland. Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten] 1. ↑ Vortrag Nr. 443: Die Butjadinger Kaufmannsfamilie Bruncken – Oldenburgische Gesellschaft für Familienkunde e.V. Abgerufen am 10. März 2020 (deutsch). 2. ↑ Nordwest-Zeitung: Rüstringer Heimatbund Butjadingen/Nordenham: Die Buddenbrooks von Butjadingen. Abgerufen am 10. März 2020. 3. ↑ N.N.: 1907–1957. 50 Jahre Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken, Köln Bickendorf. Hrsg.: Festschrift zum Jubiläum,. 1. Auflage. Köln 1957, S. o. S. 4. ↑ Elektrothek Osterath | 100 Jahre elektrische Energieverteilung. Abgerufen am 10. März 2020 (deutsch). 5. ↑ LWL - Vertreibung und Wirtschaftswunder - Aufbau West - Oswald Tietz. Abgerufen am 10. März 2020. 6. ↑ KULTURPFAD KÖLN-BICKENDORF. Abgerufen am 10. März 2020. <img src="//de.wikipedia.org/wiki/Special:CentralAutoLogin/start?type=1x1" alt="" title="" width="1" height="1" style="border: none; position: absolute;" /> Abgerufen von „https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Cölner_Elektromotorenfabrik_Johannes_Bruncke n&oldid=200824156“ Kategorien: Bickendorf (Köln) Umgenutztes Bauwerk in Köln Industriedenkmal in Nordrhein-Westfalen
Dringlichkeitsantrag (CDU BV4)
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Herrn Bezirksbürgermeister Josef Wirges Im Hause Frau Oberbürgermeisterin Henriette Reker - Rathaus- Eingang beim Bezirksbürgermeister: AN/1204/2020 Dringlichkeitsantrag gem. § 12 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Bezirksvertretung 4 (Ehrenfeld) Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion, betr.: Cölner Motorenfabrik Johannes Bruncken, Bickendorf Sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin, sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister, die Bezirksvertretung Ehrenfeld beauftragt die Verwaltung: das Amt für Denkmalschutz aufzufordern, die frühere Elektrofabrik Johannes Bruncken Rochusstr. 56 in Köln – Bickendorf mit Werkshallen und Verwaltungsgebäude als erhaltenswert einzustufen und unter Denkmalschutz zu stellen. Weiter ist die künftige Nutzung der Gebäude mit der Bezirksvertretung kurzfristig abzustimmen und im Rahmen eines Nutzungskonzepts festzulegen. Begründung: CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld Bezirksrathaus Ehrenfeld Venloer Straße 419 – 421 50825 Köln Tel: 0221-221 94 305 Fax: 0221 -221 94 305 www.fraktion.cdu-koeln.de CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Ehrenfeld Bezirksrathaus Ehrenfeld – Venloer Straße 419 - 421 – 50825 Köln 1907 gründete Johannes Bruncken die,,Cölner Motorenfabrik“ und ist dieses Werk mit der Historie der Helioswerke in Ehrenfeld vergleichbar. Dieser Industriezweig hatte für Köln eine große Bedeutung, wirtschaftlich und historisch. Die patentierten Elektromotoren wurden weltweit gehandelt. Auch zum Betreiben des Geläuts vom Kölner DOM wurde er eingesetzt. ( siehe auch beiliegender Auszug Wikipedia). Zudem ist die schlichte, elegante Bauweise des Gebäudes und die zeitlose Gestaltung der Fassade für die damalige Zeit bemerkenswert und schon alleine deshalb erhaltenswert. Die Initiatoren des Kulturpfades von Bickendorf haben sich intensiv mit der Fabrik befasst und setzen sich intensiv für den Erhalt ein. Da es nur noch wenige geschichtliche ,,Zeitzeugen“ gibt, ist es gerade in diesem Falle wichtig, dieses historische Gebäude zu schützen und zu erhalten Mit freundlichen Grüßen Gez. Martin Berg Gez. Jutta Kaiser CDU Fraktion 2.stellvertr.Bezirksbürgermeisterin
Sachstandsbericht BV
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle 48 ___________________________ Vorlagen-Nummer AN/1204/2020 Stand: 30.12.2021 Sachstandsbericht Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion, betr.: Cölner Motorenfabrik Johannes Bruncken, Bickendorf Beschluss: Die Bezirksvertretung Ehrenfeld beauftragt die Verwaltung: das Amt für Denkmalschutz aufzufordern, die frühere Elektrofabrik Johannes Bruncken Rochusstr. 56 in Köln – Bickendorf mit Werkshallen und Verwaltungsgebäude als erhaltenswert einzustufen und unter Denkmalschutz zu stellen. Weiter ist die künftige Nutzung der Gebäude mit der Bezirksvertretung kurzfristig abzustimmen und im Rahmen eines Nutzungskonzepts festzulegen. Status in Bearbeitung x erledigt Aktueller Bearbeitungsstand: Stellungnahme der Verwaltung, Amt für Denkmalschutz und Denkmalpflege (Sitzung 05.10.2020, TOP 12.1, 2870/2020) Bereits im März 2020 wurde aufgrund einer Bürgeranfrage nach der Auswertung aller Unterlagen abschließend entschieden, dass das Objekt Rochusstr. 56 (Cölner Elektromotorenfabrik Johannes Bruncken) nicht als Denkmal im Sinne des § 2 Denkmalschutzgesetz Nordrhein-Westfalen (DSchG NW) eingestuft wird, da die erforderlichen Kriterien für eine Unterschutzstellung nicht gegeben sind. Das Objekt war bereits in den 1980er Jahren nicht in das Gesamtregister aller potentiell denkmalwer- ten Objekte aufgenommen worden. Aufgrund einer früheren externen Anfrage wurde es 1989 unter Beteiligung des LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland eingehend geprüft und eine Unterschutz- stellung abgelehnt. Die Bedeutung des Objekts wurde damals als nicht ausreichend erachtet, um ein öffentliches Interesse an seiner Erhaltung und Nutzung zu rechtfertigen. An dieser Entscheidung wird festgehalten. Es mag zwar sein, dass das Verwaltungsgebäude und die Fabrikanlage einen gewissen Stellenwert für die Ortsgeschichte, die Entwicklung und das Stadtbild des Stadtteils Bickendorf besit- zen. Dies allein reicht aber leider nicht als denkmalbegründendes Merkmal. Im vorliegenden Fall spricht auch konkret gegen die Denkmaleigenschaft und die Unterschutzstellung im Besonderen, dass das Objekt in weiten Teilen nicht mehr in der ursprünglichen Bausubstanz von 1910 erhalten ist, 2 sondern etliche Veränderungen (insbesondere in den 1930er Jahren) erfahren hat. Eine weitestge- hend original erhaltene Substanz ist allerdings unabdingbare Voraussetzung für eine Einstufung als bauliches Dokument und Zeitzeugnis im Sinne eines Baudenkmals nach DSchG Nächste Schritte: keine Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für den: entfällt
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (4)
- Rochusstraße 56
- Teichstraße 16b
- Venloer Straße 419
- Straße 4
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/1204/2020
- Typ
- Dringlichkeitsantrag BV4 (CDU)
- Datum
- 03.09.2020
- Erstellt
- 03.09.2020 07:58