Mandari Insight

1290/2024

Sicherheit beim Schwimmen für Mädchen und Frauen: Prävention von sexueller Gewalt und mehr Angebote für Mädchen und Frauen in Kölner Schwimmbädern schaffen

Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss) 21.05.2024

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern, Sitzung am 24.06.2024

Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)

· application/pdf

Ansehen

Stellungnahme zu einem Antrag (Ausschuss)

8982 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
IV/52/520 
 
Vorlagen-Nummer 21.05.2024 
 1290/2024 
Stellungnahme zu einem Antrag 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 24.06.2024 
 
Sicherheit beim Schwimmen für Mädchen und Frauen: Prävention von sexueller Gewalt 
und mehr Angebote für Mädchen und Frauen in Kölner Schwimmbädern schaffen 
Für die Sitzung des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern am 
06.05.2024 stellte die SPD-Fraktion folgenden Antrag (AN/0420/2024)/: 
 
Der Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern möge beschließen:  
 
1. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert darzulegen, welche Angebote für Mädchen- und 
Frauenschwimmzeiten in den Schwimmbädern auf dem Kölner Stadtgebiet existieren, wie 
diese Angebote von den Nutzerinnen angenommen werden und wie ausgelastet die 
Schwimmbäder dadurch sind. Die Stadtverwaltung soll des Weiteren prüfen, wie diese Ange-
bote ausgeweitet werden können – mit der Vorgabe, dass Frauenschwimmzeiten und -kurse 
möglichst auf verschiedene Wochentage, Tageszeiten und Stadtbezirke verteilt werden. 
 
2. Die Stadtverwaltung wird aufgefordert darzulegen, wie die Sicherheit von Mädchen und 
Frauen in den Kölner Schwimmbädern sichergestellt wird und welche Maßnahmen zur Prä-
vention von sexueller Gewalt im Zusammenhang mit Schwimmbädern oder -Schwimmorten 
existieren.  
 
Begründung:  
Ein nicht geringer Teil von Frauen und Mädchen hat aus unterschiedlichen Gründen das Be-
dürfnis, „unter sich“ schwimmen zu wollen. Angebote für Frauenschwimmen bieten für viele 
Frauen oftmals die einzige Möglichkeit, in Ruhe schwimmen zu gehen. Immer wieder wird be-
richtet, dass Schwimmzeiten extra für Mädchen und Frauen stark gefragt sind und es einen 
großen Wunsch nach Ausweitung des Angebotes gibt. Zum Teil spielen religiöse Gründe eine 
Rolle, aber sehr häufig entsteht der Wunsch aufgrund eines Sicherheitsbedürfnisses. 
Schwimmbäder, in denen sich Mädchen unwohl fühlen oder nicht sicher sind, stellen eine sehr 
große Hürde dar, schwimmen zu lernen. Explizite Frauenschwimmzeiten und -kurse ermögli-
chen es daher, mehr Mädchen das Schwimmenlernen beizubringen und bieten einer größeren 
Anzahl an Frauen die Chance, Sport in der Öffentlichkeit zu praktizieren. 
 
Die Stadt Mainz setzt sich daher schon seit Jahren dafür ein, Mädchen und Frauen ein siche-
res Schwimmerlebnis zu ermöglichen. Neben dem Fokus auf Schwimmkompetenz legt man 
besonderen Wert auf die Prävention von sexueller Gewalt im Schwimmbadumfeld. Die Kam-
pagne "Flossen weg" spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Mainz beginnt die Prävention 
bereits mit der Sensibilisierung der Schwimmbadbesucher*innen. Aufklärungskampagnen und 
Informationsmaterialien betonen die Bedeutung von Achtsamkeit und Solidarität unter den Ba-
degästen. Insbesondere wird darauf hingewiesen, verdächtiges Verhalten zu melden und bei 
Bedarf das Schwimmbadpersonal oder Sicherheitskräfte zu informieren. Um die Sicherheit

2 
 
weiter zu verbessern, wurden in Mainz auch bauliche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören 
beispielsweise gut beleuchtete Bereiche, klare Sichtverhältnisse und die Installation von Über-
wachungskameras an strategischen Punkten. Diese Maßnahmen dienen nicht nur zur Ab-
schreckung potenzieller Täter, sondern erhöhen auch das Sicherheitsgefühl der Badegäste. 
Darüber hinaus werden spezielle Schwimm- und Selbstverteidigungskurse für Mädchen und 
Frauen angeboten, um ihre Selbstsicherheit im Wasser und außerhalb zu stärken. So kann 
die Integration von geschlechtsspezifischen Aspekten in den Schwimmunterricht nicht nur die 
individuelle Sicherheit stärken, sondern trägt auch dazu bei, Stereotypen und Vorurteile zu 
überwinden.  
 
Nach den Vorfällen im letzten Jahr im Kölner Agrippabad, das als Edelgard-Ort zertifiziert ist, 
sollte die Stadt Köln prüfen, ob die Mainzer Maßnahmen auch auf Köln übertragbar sind. Auch 
dieses Mainzer Konzept könnte noch ausgebaut werden, denn es sollte z. B. auch Kurse für 
Jungen und junge Männer geben, in denen vermittelt wird, was grenzüberschreitendes Ver-
halten ist, wie man es vermeidet und wie man dieses Verhalten bei anderen Jungen und Män-
nern abwendet sowie darüber aufklärt. 
 
Stellungnahme 
 
Die Verwaltung hat zuständigkeitshalber die KölnBäder GmbH gebeten, zu dem Antrag Stel-
lung zu nehmen. Dies tut sie wie folgt: 
 
Zu Beschluss-Punkt 1: 
Die KölnBäder GmbH kann hier nur Auskunft für die Angebote in eigenen Freizeitanlagen ge-
ben, nicht für Schulschwimmbäder oder private Bäder: 
 
Seitens der KölnBäder GmbH gibt es schon seit zumeist 2 Dekaden verschiedene geschlech-
terspezifische Angebote für alle Geschlechter. Insbesondere das traditionelle Damenschwim-
men im Genovevabad sei hier genannt. Aber auch in den Saunaanlagen werden seitdem in 
wöchentlicher Regelmäßigkeit „Damentage“ durchgeführt.  
 
Ebenso ist unserer Kenntnis nach der SV Rhenania Köln 1919 e.V. aktuell der einzige 
Schwimmsportverein, der im Zuge der verstärkten Zuwanderung ebenfalls ein geschlechter-
homogenes Schwimmangebot im Genovevabad anbietet. Die Auslastungen der geschlechter-
spezifischen Schwimmangebote sind durchweg zufriedenstellend, stoßen aber nicht an Kapa-
zitätsgrenzen. Das gilt auch für das „Herrenschwimmen“ im Genovevabad sowie für das 
„Transschwimmen“ in Zusammenarbeit mit dem SC Janus e.V.      
 
Weitere Bedarfe für geschlechterspezifische Schwimmangebote können aktuell nicht identifi-
ziert werden, da es weder aus der Bürgerschaft noch von den Schwimmsportvereinen, die 
ihre Angebote immer stark am Markt ausrichten, diesbezügliche Anfragen gegeben hat. Bei-
spielsweise gibt es auch von Teilnehmerinnen der Damentage in den verschiedenen Sauna-
anlagen keine nennenswerten Anfragen oder Wünsche für ein paralleles geschlechterspezifi-
sches Schwimmangebot. Eine bedarfsorientierte Ausweitung im Sinne des Antrages ist der-
zeit nicht geplant und könnte in den KölnBädern nur zu Lasten des allgemeinen Angebotes für 
das öffentliche Schwimmen aller Geschlechter, ggf. auch für das Schul- und Vereinsschwim-
men, stattfinden.  
 
Zu Beschluss-Punkt 2: 
Auch hier kann die KölnBäder GmbH nur für ihre eigenen Freizeitanlagen Stellung nehmen. 
 
Grundsätzlich nimmt die KölnBäder GmbH schon seit ihrer Gründung vor mehr als 25 Jahren 
die Sicherheit ihrer Badegäste, unabhängig vom Geschlecht, wie auch ihrer Mitarbeitenden 
sehr ernst. Beispielsweise wurde schon mit der Sanierung des Agrippabades vor über 20 Jah-
ren die ersten Videoüberwachungssysteme in den Anlagen installiert und seitdem durchgän-
gig genutzt. Auch der Einsatz von externen Sicherheitskräften ist seit mehr als 2 Dekaden 
Standard bei den KölnBädern und führt bis heute zu einem sicheren Betrieb insbesondere an 
starken Besuchertagen. Eine weitere Sensibilisierung zur Sicherheit in den Bädern hat mit der 
Polizei Köln anlässlich der verstärkten Zuwanderung der Jahre 2015/2016 stattgefunden, in-
dem neben Deeskalationsmaßnahmen für die Mitarbeitenden vor allem ein Prozess erarbeitet

3 
 
wurde, indem potenzielle Straftäter mit Hilfe der KölnBäder noch vor Ort in den Bädern durch 
die Polizei Köln gestellt werden.  
 
Im Hinblick auf den im Antrag zitierten Vorfall im Agrippabad hat die Zusammenarbeit der Poli-
zeibehörden mit den KölnBädern gemäß des abgestimmten Prozesses optimal funktioniert 
und die Tatverdächtigen konnten noch im Bad gestellt werden. Dazu wurden der Kriminalpoli-
zei auch Videoaufzeichnungen durch die KölnBäder zur Verfügung gestellt. Das anschlie-
ßende Strafverfolgungsverfahren ist nach Kenntnis der KölnBäder aktuell noch nicht abge-
schlossen.  
 
Gleichzeitig haben die KölnBäder die immense mediale Aufmerksamkeit - hervorgerufen 
durch die Pressemitteilung der Polizei Köln - zum Anlass genommen, im Herbst 2023 ein 
Netzwerk „Sexualisierte Gewalt“ unter der Federführung von „Zartbitter e.V.“ und in Verbin-
dung mit der Polizei Köln, dem StadtsportBund e.V., dem Kinderschutzbund und der Lobby für 
Mädchen zu gründen. Erstes Ziel des Netzwerkes ist eine Kampagne in allen Kölner Bädern, 
die die Zielgruppe der Minderjährigen, unabhängig von Geschlecht und kulturellen Hinter-
grund, zu erreichen und zu ermutigen, sich schon bei potenziellen Verdachtsfällen optimal 
verhalten zu können. Die KölnBäder haben die Kampagne finanziell unterstützt und noch vor 
den Freibadesaison wird die Kampagne der Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits im April 2024 
starten eigens konzipierte Schulungsmaßnahmen der o.a. Kooperationspartner für die Mitar-
beitenden der KölnBäder zur erneuten Sensibilisierung im Umgang mit Verdachtsfällen von 
„sexualisierter Gewalt“. 
 
Mit der Kölner Initiative gegen sexualisierte Gewalt im öffentlichen Raum ist die KölnBäder 
GmbH in Kooperation, um ihre Bäder als „EDELGARD schützt-Orte“ einzurichten. Agrippabad 
und Lentpark sind bereits „EDELGARD schützt-Orte“. Die weiteren Bäder werden in 2024 und 
2025 „EDELGARD schützt-Orte“. 
 
Gez. Voigtsberger

Beratungsverlauf (1)

24.06.2024 Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern
Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1290/2024
Typ
Stellungnahme zu e. Antrag (Ausschuss)
Datum
21.05.2024
Erstellt
15.04.2024 16:26