2014/0362
Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - Vorschlag # 474: (Verbesserung der Qualität des Essens in städtischen Kitas/Modellprojekt)
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2014/0362
5647 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
24.09.2014
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat V an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat V
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Ja
Nein
Internetfähig
Verteiler:
Vorlage-Nr. 2014/0362
Magistratsbeschluss-Nr.
Produkt-Nr.: 365010
Kostenstelle: 051-007-1200 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3650-30, 3650-50 Sachkonto: verschiedene
Betreff: Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - Vorschlag # 474: (Verbesserung der Qualität des
Essens in städtischen Kitas/Modellprojekt)
Vorlage vom: 22.09.2014
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
2. Die Verwaltung wird beauftragt, die Umsetzung eines Pilotprojektes im Rahmen der zur
Verfügung stehenden Haushaltsmittel zu prüfen.
Anlagen:
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 22.09.2014
Für den Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 wurde folgender Vorschlag eingebracht:
Verbesserung der Qualität des Essens in Städt. Kitas/Modellprojekt
Gesunde Ernährung ist ein permanentes Thema von dutzenden Kampagnen staatlicher
Stellen oder Krankenkassen. Schaut man sich die Realität in Kitas der Stadt an, kehrt
schnell Ernüchterung ein: Erhitzte Tiefkühlkost oder schlechtes Catering-Essen wohin
man schaut. Dagegen: Die Arbeitslosigkeit von KöchInnen ist nach wir vor hoch,
ebenso gibt es viele Menschen mit körperlicher Einschränkung, die nur 3-4 Stunden
pro Tag arbeiten können und deswegen gezwungenermaßen arbeitslos sind.
Vorschlag: Städtisches Modellprojekt von Jobcenter und Rentenkasse (wg. Reha-
Leistungen) und ein-zwei großen städt. Kitas, die über diesen Weg frisches und
gesundes Essen direkt in der Einrichtung zubereitet bekommen. Es gibt
Wohlfahrtsverbände in Darmstadt, die hier Know-How haben.
Der Vorschlag erhielt 60 Ja-Stimmen und 9 Nein-Stimmen.
Der Magistrat setzt sich bereits für eine gesunde Essensversorgung in städtischen
Kindertagesstätten ein.
Die aktuelle Elternbefragung in städtischen Kindertagesstätten bezieht sich auch auf
die Qualität der Essensversorgung, die aktuell bei 16 Einrichtungen mit Essen von
Caterer und 11 Einrichtungen mit Tiefkühlkost sichergestellt ist.
Jede Kindertagesstätte entscheidet selbst über die Versorgung mit Essen, meist
auch nach einem entsprechenden Probeessen der Elternbeiräte. Die Ergebnisse der
Befragung werden in Kürze vorgestellt und werden dann in die weitere Arbeit der
Fachverwaltung einfließen.
Der vorliegende Vorschlag impliziert das frische Kochen vor Ort. Um dies umsetzen
zu können, bedarf es technisch relevanter Vorbedingungen, dazu gehören u. a. eine
professionelle Küchenausstattung, um eine qualitativ hochwertige Kost zubereiten zu
können, oder auch Hygiene relevante Aspekte.
Neben der technischen Ausstattung bedarf es eines ausgebildeten Kochs/einer
ausgebildeten Köchin, der/die, neben den ausbildungsüblichen Inhalten und den
Belehrungen nach dem Infektionsschutz- und anderer Gesetze, auch eine spezielle
Schulung benötigt, die auf den Bedarf von Kindern zwischen einem bis zu sechs
Jahren zugeschnitten ist, etwa Kochen bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder
spezielle Ernährungsvorgaben.
Neben der Fachlichkeit einer kundigen Person bedarf es ebenso der Bereitschaft,
sich auf das Arbeitsfeld Kindertagesstätte einzulassen und sich mit Kindern positiv
auseinanderzusetzen.
Ebenso ist die Vertretungsregelung bei Ausfall der Küche zu berücksichtigen, etwa
über zusätzliches Personal.
- 4 -
Der Vorschlag zielt im Besonderen auf arbeitslose Köchinnen und Köche sowie
Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Aktuell sind in Darmstadt 5
ausgebildete Köchinnen/Köche arbeitslos gemeldet.
Ein weiterer Punkt ist die Organisation des Einkaufs/Lieferung/Lagerung (u. a.
Verträge mit Lebensmittellieferanten nach vorheriger Ausschreibung). In jeder
Kindertagesstätte muss ausreichende Lagerkapazität bis hin zu entsprechender
Kühlvorrichtung vorhanden sein.
Der Vorteil einer Küche vor Ort mit eigenem Personal ist sicherlich im Bereich der
pädagogischen Arbeit zu sehen. Kinder erfahren durch das Zubereiten von Gerichten
den Umgang mit Lebensmitteln, können Fragen zur Herkunft und Wachstum stellen.
Vielen Kindern würde so der Zugang zum Thema, wo kommen unsere Lebensmittel
her, erschlossen.
Aufgrund der oben geschilderten notwendigen Maßnahmen wie personelle,
technische und örtliche Ausstattung ist mit erheblichen Kostensteigerungen zu
rechnen, deren Deckung mit dem aktuellen Kostenbeitrag i. H. v. 2,50 Euro pro
Essen nicht erreicht werden kann. Dieser Beitrag müsste daher erheblich angehoben
werden.
Grundsätzlich wird der Vorschlag aus dem Bürgerhaushalt jedoch positiv
aufgenommen. Da eine Umsetzung in den bestehenden Einrichtungen aufgrund der
örtlichen und technischen Gegebenheiten nicht ohne weiteres möglich ist, wird das
Jugendamt im Rahmen der weiteren Ausbauplanung von
Kinderbetreuungseinrichtungen die Möglichkeiten prüfen, ein Pilotprojekt im
vorgeschlagenen Umfang zu realisieren.
Darmstadt, 22.09.14
V/HB
Dezernat I Dezernat IV Dezernat V
Jochen Partsch André Schellenberg Barbara Akdeniz
Oberbürgermeister Stadtkämmerer Stadträtin
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2014/0362
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 22.09.2014
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00