3165/2018
Tätigkeitsbericht "Kommunales Bündnis für Arbeit in Köln
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Mitteilung Ausschuss
1169 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/804 Vorlagen-Nummer 29.10.2018 3165/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Wirtschaftsausschuss 06.11.2018 Integrationsrat 26.11.2018 Ausschuss Soziales und Senioren 06.12.2018 Tätigkeitsbericht "Kommunales Bündnis für Arbeit in Köln" Das Kommunale Bündnis für Arbeit Köln (KBfA) hat sich aufgrund des Ratsbeschlusses vom 10.03.2005 im Dezember 2005 konstituiert. Seitdem bietet es seinen Mitgliedern die Mög- lichkeit konstruktive und ergebnisorientierte Diskussionen über Rahmenbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten der kommunalen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation zu führen. Darüber hinaus entwickeln die verantwortlichen Partnerinnen und Partner kreative Projektideen und verwirklichen diese gemeinsam. Mit seinen vielfältigen Aktivitäten trägt das Bündnis dazu bei, vorhandene Arbeitskräftepoten- tiale besser zu nutzen. Aufbauend auf der bisherigen Berichterstattung wird beiliegender Tätigkeitsbericht 2018 vor- gelegt. Er bezieht sich im Wesentlichen auf den Berichtszeitraum der letzten drei Jahre sowie Schwerpunktthemen aus dem Gesamtzeitraum. Gez. Reker
Tätigkeitsbericht 2018 final
35772 Zeichen
Tätigkeitsbericht
01/2016 bis 07/2018
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Inhalt
Seite
Das Wichtigste in Kürze 3
1 Das Kommunale Bündnis für Arbeit 5
1.1 Aufgabe und Zielsetzung 5
1.2 Zusammensetzung 6
1.3 Struktur 6
1.4 Aufgaben der Geschäftsführung des Kommunalen Bü ndnisses für Arbeit 7
2 Tätigkeitsschwerpunkte 8
2.1 Fachkräfteentwicklung 8
2.1.1 Verbesserung des Übergangsgeschehens Schule/B eruf 9
2.1.2 zdi Zentrum Köln 9
2.1.3 Studierende die sich neu orientieren möchten 11
2.1.4 Erschließung der Potentiale von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte 14
2.1.4.1 Kompetenzzentrum Bildung und Arbeit für Mig rantinnen und Migranten 15
2.2 Vermeidung und Reduzierung der Langzeitarbeitsl osigkeit in Köln 18
2.2.1 Arbeitskreis Langzeitarbeitslosigkeit 18
2.2.2 Schritt für Schritt zum Berufsabschluss –
Das Kölner Bildungsmodell 19
Herausgeberin 24
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
3
Das Wichtigste in Kürze
Das Kommunale Bündnis für Arbeit bietet seinen Mitgliedern seit Dezember 2005 als
etablierte Plattform die Möglichkeit, konstruktive und ergebnisorientierte Diskussionen
über Rahmenbedingungen und die Entwicklungsmöglichkeiten der kommunalen Ar-
beitsmarkt- und Beschäftigungssituation zu führen. Im Jahr 2015 erfolgte die letzte
Berichterstattung über die Tätigkeiten des Kommunalen Bündnisses für Arbeit.
Das Bündnis agiert als guter Organisator von Lösungen und gleichermaßen als strate-
gischer Motor für die Etablierung der regionalen Arbeitsmarktpolitik, der Aufwand der
Partnerinstitutionen zeigt lohnende Ergebnisse. Die etablierte Struktur verknüpft über-
greifend Kompetenzen und Ressourcen in zentralen arbeitsmarktpolitischen Entwick-
lungsfeldern und hat das Potential, der Stadt erhebliche Innovationsschübe in der Ar-
beitsmarktpolitik zu geben. Mit Engagement entwickeln die verantwortlichen Partner
kreative Ideen und verwirklichen diese gemeinsam. Mit seinen vielfältigen Aktivitäten
trägt das Bündnis dazu bei, vorhandene Arbeitskräftepotentiale besser zu nutzen.
Durch die hohe Qualität der Zusammenarbeit ist es gelungen, die vielfältigen Impulse
und Diskussionen in Vereinbarungen und in Verabredungen zu konkretem Handeln
umzusetzen.
Beispielhaft stehen hierfür:
• Die Etablierung eines Lotsensystems im Rahmen der Umsetzung des „Geset-
zes zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbe-
ner Berufsqualifikationen“
• Die Entwicklung und viermalige erfolgreiche Durchf ührung des Unternehmens-
wettbewerbs „Vielfalt gewinnt“
• Die Konzeption und Umsetzung des Modellprojekts „u msteigen – Fahrplan für
Studierende, die sich neu orientieren möchten“
• Die Aktivitäten im Rahmen der Bekämpfung der Langz eitarbeitslosigkeit
• Die Entwicklung und Umsetzung des „Kölner Bildungs modells“
• Die Erarbeitung eines Konzeptes zur Verbesserung d es Zugangs von Kölnerin-
nen und Kölnern mit Zuwanderungsgeschichte in den Arbeitsmarkt
• Die Gründung des Kompetenzzentrums Bildung und Arb eit für Migrantinnen
und Migranten in Köln
• Die konzeptionelle Entwicklung von kommunalen Besc häftigungsförderungs-
maßnahmen.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Seit der letzten Berichterstattung wurde wieder Vieles erreicht. Anregungen und Pro-
jekte wurden in „Regelangebote “überführt, und somit erfolgreich verstetigt. Neue Initi-
ativen wurden gestartet, Aktivitäten gebündelt und die Weiterentwicklung von wegwei-
senden Konzepten konkret vorangebracht.
Vorrangig standen nach wie vor die Themen „Fachkräfteentwicklung“ und „Bekämp-
fung der Langzeitarbeitslosigkeit“ im Fokus der gemeinsamen Arbeit. Verbunden war
damit die Frage, welche Potenziale für die Fachkräftesicherung in Köln bestehen und
wie diese noch besser genutzt werden können.
Der positive Prozess der Entwicklung und Umsetzung wichtiger arbeitsmarktpolitisch
bedeutsamer Maßnahmen für Köln wird gemeinsam fortgesetzt. Insofern handelt das
Kommunale Bündnis für Arbeit im Sinne einer strategischen Arbeitsmarktkonferenz.
Mit dem vorliegenden Bericht bietet die Geschäftsstelle des Kommunalen Bündnisses
für Arbeit einen Einblick in die derzeitigen Arbeitsfelder des Gremiums.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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1. Das Kommunale Bündnis für Arbeit
1.1 Aufgabe und Zielsetzung
Viele Potenziale Kölns lassen sich besser nutzen, wenn die verschiedenen Akteure
der kommunalen Arbeitsmarktpolitik zusammenwirken und so Möglichkeiten für die
Nutzung von Synergien schaffen.
Seit 2006 kommt das Kommunale Bündnis für Arbeit Köln regelmäßig unter dem Vor-
sitz des Oberbürgermeisters bzw. der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln zusammen,
um wichtige wirtschaftspolitische Themen für die Zukunft Kölns zu diskutieren. Insbe-
sondere steht dabei das Thema „Arbeit“ in all seinen Facetten und Dimensionen im
Fokus. Die Erfahrungen der verschiedenen Bereiche werden zusammengetragen,
Handlungsempfehlungen abgestimmt und konkrete Projekte initiiert.
Das Arbeitsgremium strebt an, im Rahmen eines Dialogprozesses die gemeinsame
Verantwortung für den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort Köln wahrzunehmen
und Einfluss auf die lokalen und kommunalen Rahmenbedingungen und damit auch
auf die Entwicklungsmöglichkeiten der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation zu
nehmen.
Den Herausforderungen am Kölner Arbeitsmarkt gemeinschaftlich und wirksam zu
begegnen, erfolgreich Strategien fortzuführen, aber auch neu zu entwickeln im Inte-
resse der Menschen und der Unternehmen in Köln, ist erklärtes Ziel des als Leitorgan
agierenden Gremiums.
Diese gemeinsame Zielsetzung ist Grundlage für:
• Eine koordinierte partnerschaftliche Zusammenarbei t aller relevanten lokalen Ar-
beitsmarktakteure mit hoher Verbindlichkeit und gemeinsamer Zielsetzung
• Eine Bündelung unterschiedlicher Expertisen und Ko mpetenzen
• Ein gut funktionierendes Netzwerk für Ideen, Erfah rungen und Erkenntnistransfer
• Abgestimmte Maßnahmen, die konzeptionell ineinande r greifen
• Die gemeinsame Entwicklung und Realisierung konkre ter Modellprojekte
• Die Einrichtung von Finanzierungspools unterschied licher Akteure zur Umsetzung
der Modellprojekte
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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1.2 Zusammensetzung
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Vertretungen
- der Agentur für Arbeit Köln
- dem Arbeitgeberverband der Metall- u. Elektroindustrie
- des Deutschen Gewerkschaftsbundes Region Köln-Bonn
- der Handwerkskammer zu Köln
- der Industrie- und Handelskammer zu Köln
- dem Jobcenter Köln
- der Kreishandwerkerschaft
- der im Wirtschaftsausschuss stimmberechtigten Ratsfraktionen
- der Stadtverwaltung mit
• dem Dezernat der Oberbürgermeisterin
• dem Dezernat Bildung, Jugend und Sport
• dem Dezernat Soziales, Integration und Umwelt
• dem Amt für Personal- und Verwaltungsmanagement
• dem Amt für Stadtentwicklung und Statistik
• dem Amt für Wirtschaftsförderung
1.3 Struktur
Das Kommunale Bündnis für Arbeit arbeitet auf verschiedenen Ebenen, koordiniert
durch eine geschäftsführende Stelle:
• Leitorgan
• Thematisch ausgerichtete Arbeitsgruppen
• Projektstelle
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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1.4 Aufgaben der Geschäfts- und Projektstelle des Kommunalen Bünd-
nisses für Arbeit Köln
Die Projekt- und Geschäftsstelle des Kommunalen Bündnisses für Arbeit in der Abtei-
lung Arbeitsmarktförderung im Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Köln ist für die
Koordination und operative Umsetzung der von den Bündnismitgliedern definierten
Schwerpunktthemen verantwortlich. Durch die Koordination und Begleitung der ein-
zelnen Partnerinnen und Partner fungiert sie als wichtige Schnittstelle innerhalb des
Netzwerks.
Die Tätigkeit der Geschäftsführung orientiert sich grundsätzlich an den Vorgaben des
Kommunalen Bündnisses für Arbeit. Ihre Aufgabe ist es, Inhalte und Handlungsmög-
lichkeiten zu den von den Bündnismitgliedern festgelegten Handlungsfeldern und
Schwerpunktthemen zu entwickeln, die vom Bündnis vorgegebenen Ziele zu operatio-
nalisieren sowie Projekte entsprechend der Beschlussfassung des Gremiums zu initia-
lisieren, zu steuern sowie zu begleiten und mit den betroffenen Ämtern und externen
Beteiligten abzustimmen.
Sie agiert federführend als kommunalpolitische Steuerungsstelle mit Vertreterinnen
und Vertretern des Rates und des Verwaltungsvorstandes unter Vorsitz der Oberbür-
germeisterin, um den unmittelbaren Zugriff innerhalb der Kernverwaltung sicherzustel-
len.
Die Geschäftsstelle entwickelte Projektideen, erarbeitete Konzepte zu den im Folgen-
den beschriebenen, einzelnen Handlungsfeldern und stimmte diese mit den Bündnis-
partnern ab. Darüber hinaus ist es Aufgabe der Geschäftsführung, die im Bündnis be-
teiligten Institutionen fortlaufend über aktuelle Entwicklungen und Aktivitäten zu infor-
mieren, die sich aus Beschlüssen des Bündnisses ergeben und für seine Arbeit rele-
vant sind.
Die von den Bündnismitgliedern angestoßenen Maßnahmen werden der Öffentlichkeit
unter
http://www.stadt-koeln.de/wirtschaft/arbeitsmarktfoerderung/buendnis-fuer-arbeit
zugänglich gemacht.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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2. Tätigkeitsschwerpunkte
2.1 Fachkräfteentwicklung
Eine gute Fachkräfteentwicklung ist für Unternehmen zentraler Baustein zur Sicherung
der Wertschöpfung und unverzichtbar für den Erhalt von Innovationskraft sowie tech-
nologischer Neuerung. Die Fachkräftesicherung trägt dazu bei, die Zahl von Erwerb-
stätigen im Verhältnis zu Nicht-Erwerbstätigen zu stabilisieren.
Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung des Themas für den Wirtschaftsstandort
Köln und der weiter zunehmenden Wissensintensität in wirtschaftlichen Prozessen
sowie größer werdenden Engpässen bei einzelnen Berufsgruppen hat sich das Bünd-
nis für Arbeit Köln das Ziel gesetzt, gemeinsam notwendige Prozesse anzustoßen.
Eins der gravierenden Themen für die Zukunft ist die Digitalisierung der Arbeitspro-
zesse. Es ist damit zu rechnen, dass es über kurz oder lang in allen Berufen zu nach-
haltigen Veränderungen und damit auch zu neuen Anforderungen an die Beschäftig-
ten kommen wird.
Vor diesem Hintergrund diskutierten die Bündnismitglieder die Fragestellung „Arbeits-
welt 4.0 – Geht Köln die Arbeit aus?“. Sie sind sich einig, dass die Digitalisierung der
Arbeitswelt zu erheblichen Umbrüchen führen wird und sehen die Notwendigkeit, dass
nicht nur Ungelernte „fit gemacht“ werden müssen, sondern zeitgleich die Qualifikation
der Qualifizierten erhalten werden muss. Lebenslanges Lernen muss zur Selbstver-
ständlichkeit werden.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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2.1.1 Verbesserung des Übergangsgeschehens Schule-B eruf
Der Übergang von der Schule in die Berufswelt ist von großer Bedeutung für die beruf-
liche Identität und für die Zukunftsperspektive aller jungen Menschen. So ist es dem
Gremium ein besonderes Anliegen, die optimale Erschließung der Potentiale von jun-
gen Menschen zu fördern, um so die Chancen für eine qualifizierte Berufsausbildung
und Beschäftigung der jungen Erwachsenen zu erhöhen. Nach einhelliger Meinung
der Bündnismitglieder schließt dies im Besonderen auch den Personenkreis der jun-
gen Flüchtlinge ein.
Das Kommunale Bündnis für Arbeit beschäftigt sich seit seiner Gründung mit der Aus-
bildungssituation von Jugendlichen in Köln. Es entwickelte und initiierte eine bis dahin
nicht vorhandene datenbasierte Ausbildungsberichterstattung für Köln und gehörte der
Steuerungsgruppe „Übergangsmanagement Schule – Beruf“ an, so dass die Empfeh-
lungen der Bündnismitglieder dort in den fortlaufenden Diskussionsprozess einfließen
konnten. Die Geschäftsstelle des Kommunalen Bündnis für Arbeit nimmt beratend an
der Steuerungsgruppe der Kommunalen Koordinierung Köln zur Umsetzung der Lan-
desinitiative „Kein Abschluss ohne Anschluss – Übergang Schule – Beruf in NRW“ teil.
Die Bündnismitglieder werden regelmäßig über den jeweiligen Sachstand sowie die
nächsten Schritte zur Verbesserung der Bildungszugänge für neuzugewanderte Ju-
gendliche unterrichtet.
2.1.2 zdi-Zentrum Köln
Das kommunale Bündnis für Arbeit Köln unterstützte den Aufbau des zdi-Zentrums
Köln (Zukunft durch Innovation) und fungiert als dessen Beirat.
Ziel des zdi-Zentrums Köln ist es, gemeinsam mit de n Partnern aus Wirtschaft und
Wissenschaft nachhaltige Strukturen für die wirkung svolle Förderung des technisch-
naturwissenschaftlichen Nachwuchses in der Region z u schaffen und so dem drohen-
den Fachkräftemangel im MINT-Bereich aktiv entgegen zu wirken.
Mit dem zdi-Zentrum Köln wurde auf regionaler Ebene ein Netzwerk etabliert, das die
bestehenden MINT-Angebote mit Schulen und Jugendlic hen zusammenbringt und ein
an die Bedürfnisse vor Ort angepasstes Angebot weiterentwickelt.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Über 50 Unternehmen und Institutionen sind bereits Partner des zdi-Zentrums Köln.
Seit Gründung des Netzwerks wurden rd. 150 Projekte partnerschaftlich entwickelt,
koordiniert und organisiert.
Die Teilnahmezahlen an Angeboten des zdi-Zentrums Köln konnten im Vergleich zu
2016 von 1.316 auf 1.545 um 229 weiter gesteigert werden. Hierbei ist vor allen Din-
gen die Anzahl weiblicher Teilnehmerinnen um fast 200 gestiegen, was auf die Aus-
weitung spezieller Mädchenprogramme zurückzuführen ist.
Ende 2017 hat der Träger des zdi-Zentrums, die Lernende Region – Netzwerk Köln
e.V., eine europaweite Ausschreibung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft
für den Standort Köln gewonnen, so dass für den Zeitraum 2018 bis 2020 weiterhin
Mittel für die Umsetzung von MINT-Angeboten verfügbar sind.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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2.1.3 Studierende, die sich neu orientieren möchten
Viele junge Menschen haben eine akademische Ausbildung als Ziel. Allerdings liegt
gemäß einer Studie des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsfor-
schung (DZHW) bundesweit für die Studienanfänger*innen von 2010 und 2011 in ei-
nem Bachelorstudium der Umfang des Studienabbruchs über alle Hochschularten und
Fächergruppen bei 29%.
Der Studienabbruch wird in hohem Maße durch
drei Motive bestimmt: Bei 30% aller Studienabbre-
cher*innen geben unbewältigte Leistungsanforde-
rungen im Studium den Ausschlag für den Studi-
enabbruch. Ein zweiter wichtiger Abbruchgrund ist
die mangelnde Studienmotivation. 17% aller Stu-
dienabbrecher*innen bezeichnen diesen Aspekt
als entscheidend. Für 15% aller Studienabbre-
cher*innen ist die Orientierung auf eine praktische
Tätigkeit dafür ausschlaggebend, dass sie ihr Stu-
dium beenden. Sie hegen den Wunsch nach einer
praktischen Tätigkeit, vermissen Praxis- und Be-
rufsbezüge im Studium und wollen schnellstmög-
lich Geld verdienen.
Studierende, die ihr Studium abbrechen, sind ein Reservoir, aus dem sich Fachkräfte
schöpfen lassen, denn sie verfügen häufig über ein hohes Qualifikationspotential.
Wer sich nach kürzerer oder längerer Studienzeit für einen Wechsel entscheidet und
eventuell in der beruflichen Realität durch Praktika oder Semesterjobs erste Erfahrun-
gen gesammelt hat, möchte allerdings nicht grundsätzlich von neuem beginnen.
Daher entwickelten die Bündnismitglieder das Modellprojekt „umsteigen – Fahrplan für
Studierende, die sich neu orientieren möchten“. Das Kölner Studierendenwerk, die
Universität zu Köln sowie die Technische Hochschule zu Köln sind in der Umsetzung
und Beratung beteiligt. Im Rahmen der im Februar 2015 gestarteten Initiative gehen
die Kölner Arbeitsmarktakteure gezielt auf die Zielgruppe zu. Es sollen berufliche Al-
ternativen für alle, die nicht mehr studieren wollen oder bereits ein Studium abgebro-
chen haben, angeboten werden.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Darüber hinaus werden auch Unternehmen informiert, denn diese Personen sind als
potenzielle Fachkräfte für den Kölner Arbeitsmarkt interessant.
„umsteigen“ ist ein Modellprojekt. Studierende, die ihr Studium abbrechen, erhalten,
dank konkreter und auf ihre bereits erfolgte Studienleistung bezogenen Angebote, die
Chance, direkt in eine verkürzte duale Ausbildung zu gehen, einen Berufsabschluss
ohne vorherige Ausbildung zu erlangen oder unmittelbar für einen Fortbildungsab-
schluss (Fachwirt, Meister, Bilanzbuchhalter etc.) zugelassen zu werden. Die Indust-
rie- und Handelskammer zu Köln und die Handwerkskammer zu Köln entscheiden hier
nach Einzelfallprüfung aufgrund der fachbezogenen Studienleistungen und prakti-
schen Erfahrungen sowie gegebenenfalls nach einem Fachgespräch
.
Unter
www.umsteigen-koeln.de werden nicht nur Studierende, sondern auch Arbeit-
geber und Arbeitgeberinnen über die Möglichkeiten attraktiver, bisher nicht bestehen-
der Verkürzungs- und Anrechnungsmodelle für schon erbrachte Studienleistungen
informiert.
Auf die Website wurde seit ihrem Start am 03.02.2015 bereits über 37.000-mal (Stand
April 2018) zugegriffen. Eine erhebliche Anzahl des angesprochenen Personenkreises
suchte über das angebotene Kontaktformular oder direkt bei den angegebenen Kon-
taktstellen persönlichen Rat.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Die erfolgreiche Öffentlichkeitsarbeit wird durch regelmäßige City-Light Kampagnen
ergänzt. Festzustellen ist, dass während der
Zeit der City Light Kampagnen die Informa-
tionsnachfrage signifikant ansteigt.
Darüber hinaus werden die Zielgruppen Stu-
dienzweifler*innen und Arbeitgeber*innen mit
einer Broschüre auf das Beratungsangebot
aufmerksam gemacht.
Die Zielgruppe wird auch über Facebook er-
reicht. Diese Plattform wird genutzt, um Ver-
anstaltungen und Unterstützungsangebote der
Kooperationspartner*innen bekannt zu ma-
chen
.
Im Rahmen von diversen Veranstaltungen informiert „umsteigen“ über das Angebot
und bietet für Interessierte die Möglichkeit mit Studienabbrechern*innen, die sich für
eine duale Ausbildung entschieden haben, ins Gespräch zu kommen.
Info Veranstaltung „Zweifel am Studium“ Universität zu Köln
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Eine Workshop-Reihe in Kooperation mit dem Projekt „Next Career“ der Universität zu
Köln und der Technischen Hochschule zu Köln mit dem Ziel von erhöhter Transparenz
über die Beratungsstellen und Beratungsangebote in Köln für Studienzweifler*innen
und Arbeitgeber*innen ergänzen die Initiative.
Zur dauerhaften Umsetzung des Modellprojekts haben die genannten Akteure einen
gemeinsamen Finanzierungspool eingerichtet.
2.1.4 Erschließung der Potentiale von Menschen mit Zuwanderungs-
geschichte
Zum Jahresbeginn 2018 haben 414.789 Kölnerinnen und Kölner einen Migrationshin-
tergrund. Davon besitzen 209.520 Personen eine ausländische Staatsangehörigkeit
aus 180 Nationen. 1
Da der wachsende Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund die Kölner Ge-
sellschaft immer nachhaltiger prägt, legen die Bündnismitglieder ein besonderes Au-
genmerk auf die intensive Erschließung der Potentiale von jungen Erwachsenen mit
Zuwanderungsgeschichte. Es sollen alle Anstrengungen unternommen werden, um
diese vorhandenen Potentiale noch stärker in Wert zu setzen, denn für die wachsende
Großstadt Köln ist die erfolgreiche Integration dieser Menschen von großer Bedeu-
tung. Die Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsenen von weit mehr als 7.000 Per-
sonen in Köln zeichnet sich durch große Heterogenität aus. Daher bildete die Thema-
tik „Förderung der Integration von jugendlichen Zuwanderern in das Bildungssystem“,
ein Schwerpunktthema der Bündnissitzungen in den Jahren 2016 und 2017.
So informierte sich das Kommunale Bündnis ausführlich über die von der Verwaltung
durchgeführten Projekte
• Kommunale Koordinierung der Bildungsangebote für ( Neu) Zugewanderte, ge-
fördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
• Einwanderung gestalten in NRW, gefördert vom Minis terium für Kinder, Familie,
Flüchtlinge und Integration des Landes NRW
Im Rahmen des Projekts und in Kooperation mit Arbeitsagentur, Jobcenter,
Trägern der Wohlfahrtsverbände, Ehrenamt und städtischen Dienststellen
1 Neue Kölner Statistik Ausgabe 1/2018 vom 23.03.2018
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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wurden Hemmnisse und Bedarfslücken identifiziert und Lösungsansätze erar-
beitet.
Im Juli 2018 beschlossen die Bündnismitglieder die daraus resultierenden
Handlungsempfehlungen weiter zu verfolgen und baten die Projektleitung hier-
zu die notwendigen Schritte einzuleiten.
Die Geschäftsstelle des Kommunalen Bündnisses für Arbeit erarbeitete eine Übersicht
über die Angebote der Bündnismitglieder für Flüchtlinge im Handlungsfeld „Qualifizie-
rung und Beschäftigung“ (Stand April 2016). Ziel war es Transparenz herzustellen,
sich konkret zu vereinbaren und die Aktivitäten zu bündeln.
2.1.4.1 Kompetenzzentrum Bildung und Arbeit für Migrantinnen und
Migranten (KoBAM)
Menschen mit Migrationsgeschichte gelingt die In-
tegration in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im
Vergleich zu Nicht-Migranten in deutlich geringerem
Maße.
Das derzeitige Unterstützungssystem für eine Ar-
beitsmarktintegration ist - übergreifend betrachtet -
gekennzeichnet durch ein umfangreiches Regelan-
gebot nach den Sozialgesetzbüchern II und III wie auch durch viele unterschiedliche
Projekte. Das macht es auch Expertinnen und Experten nicht einfach, den Überblick
über verfügbare, in Planung befindliche oder gerade ausgelaufene Angebote zu behal-
ten. Auf Grund dieser Strukturen erweist sich die Orientierung von Ratsuchenden als
schwierig.
Ratsuchende profitieren von
der Angebotsvielfalt der vier
Institutionen Arbeitsagentur
Köln, Handwerkskammer zu
Köln, Industrie- und Handels-
kammer zu Köln und Jobcen-
ter Köln.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Mit dem Kompetenzzentrum Bildung und Arbeit für Migrantinnen und Migranten schuf
das Kommunale Bündnis für Arbeit erstmals in Köln eine institutionenübergreifende
Servicestelle für diese Zielgruppe, in der Ressourcen und know how „unter einem
Dach“ gebündelt werden. Ziel ist es, die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am
öffentlichen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Leben in der Gesellschaft zu
verbessern. Getragen wird KoBAM von den Institutionen Agentur für Arbeit Köln, AR-
BEITGEBER KÖLN e.V., DGB Region Köln-Bonn, Handwerkskammer zu Köln, Indust-
rie- und Handelskammer zu Köln, Jobcenter Köln und Stadt Köln.
Das gemeinsam abgestimmte und vom Rat der Stadt Köln am 15.12.2015 beschlos-
sene Konzept „KoBAM“ sieht die folgenden vier operativen Arbeitspakete vor:
1. Aufschluss- und Verweisberatung für Menschen mit Migrationshintergrund in Form
einer Orientierungsberatung mit Lotsenfunktion zu den bestehenden Angeboten
2. Etablierung einer Unterstützungsstruktur für
a. das haupt- und ehrenamtliche Beratungs- und Unte rstützungssystem in Köln
b. die Betriebe in ihrer Funktion als Arbeitgeber f ür die Zielgruppe
3. Initiierung (und Durchführung) von Maßnahmen, um die Transparenz über verfüg-
bare Unterstützungsstrukturen (Beratungsangebote, Förderinstrumente, Maßnah-
men, Projekte etc.) im Sinne der definierten Handlungsfelder zu erhöhen
4. Gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit von und für KoB AM (s.a.
www.kobam.de )
Die Lernende Region – Netzwerk Köln e.V. wurde als Geschäftsstelle des Kompe-
tenzzentrums mandatiert. Agentur für Arbeit Köln, Handwerkskammer zu Köln, Indust-
rie- und Handelskammer zu Köln und Jobcenter Köln entsenden Beratungspersonal in
die Geschäftsstelle des Kompetenzzentrums. Die Stadt Köln gewährt einen jährlichen
Zuschuss in Höhe von 25.000,00 € für die Koordination und Administration des Kom-
petenzzentrums.
Die Steuerung des Kompetenzzentrums erfolgt durch quantitative Zielindikatoren, die
jährlich durch eine Steuerungsgruppe, die sich aus Vertretungen der Beteiligten zu-
sammensetzt, festgelegt werden.
Bisherige Ergebnisse : Insgesamt 1.050 Kontaktanfragen und Beratungen sowie 15
Veranstaltungen.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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Das formulierte Soll von 862 Kontaktanfragen und Beratungen konnte deutlich über-
troffen werden. Von den Kontaktanfragen und Beratungen entfielen 820 auf Ratsu-
chende, 27 auf Betriebe sowie 203 auf Beratungsstellen für Ratsuchende.
Kontaktanfragen werden von KoBAM entweder an die zuständige fachliche Stelle wei-
tervermittelt (Lotsenfunktion) oder – je nach Fragestellung – in die Beratung durch
KoBAM überführt.
Im Berichtszeitraum 2016 / 2017 wurden insgesamt fünfzehn eigene Veranstaltungen
mit insgesamt 275 Teilnahmen durchgeführt und zwar zu nachfolgenden Themen:
- Wege in Arbeit (eine Kooperationsveranstaltung mit dem Kommunalen Integra-
tionszentrum der Stadt Köln)
- Integrationskurse des BAMF (zweimal)
- Berufswahlorientierung (zweimal
- Nachholen von Schulabschlüssen (fünfmal)
- Anerkennung ausländischer Qualifikationen (fünfmal )
Alle bisher von KoBAM organisierten
Informationsveranstaltungen waren
komplett ausgebucht. Die Resonanz
der Teilnehmenden auf dieses Veran-
staltungsformat ist weiterhin sehr posi-
tiv. Zum einen wird hervorgehoben,
dass es sehr praxistauglich ist, in die-
sem zeitlich kurzen Format einen fach-
lichen Input zu erhalten und thematische Rückfragen stellen zu können. Zum anderen
wird betont, dass das Kennenlernen der anderen Beratenden in Köln sowie der Aus-
tausch untereinander sehr hilfreich seien.
Die angebotene Tandemberatung ist
notwendig, da die Ratssuchenden
überwiegend mehr als ein Anliegen
haben .Themen sind: Arbeitsuche,
Spracherwerb, Erstellung von Be-
werbungsunterlagen, Anerkennung
eines ausländischen Berufsab-
schlusses, etc.
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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2.2 Vermeidung und Reduzierung der Langzeitarbeitsl osigkeit in Köln
Seit Gründung des Bündnisses ist die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit für die
Mitglieder des Kommunalen Bündnisses für Arbeit ein Leitthema ihrer Arbeit. Die Her-
ausforderungen der Arbeitskräftesicherung in mittleren und niedrigen Qualifikations-
stufen und daraus resultierend die Entwicklung von Chancen für die Zielgruppe neh-
men sie als Aufgabe an. Alle beteiligten Akteure sind sich einig, dass eine umfassen-
de, nachhaltige Qualifikation für diesen Personenkreis unabdingbar ist.
Auch wenn der Aufschwung auf dem Kölner Arbeitsmarkt spürbar ist - die Zahl der
Beschäftigten stieg im September 2017 auf 565.084 sozialversicherungspflichtig Be-
schäftigte und damit wurde ein neues Allzeithoch erreicht - können von dieser positi-
ven Beschäftigungsentwicklung langzeitarbeitslose Menschen in Köln nur sehr bedingt
profitieren. Die Erwerbschancen für Geringqualifizierte werden immer schlechter. In
Köln endet nahezu die Hälfte der Arbeitsverhältnisse ohne Qualifizierung/ Berufsab-
schluss bereits innerhalb der ersten sechs Monate. Über 60% der Kölner Arbeitslosen
haben keine abgeschlossene Ausbildung, mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen
suchen eine Helfertätigkeit – der Arbeitsmarkt benötigt allerdings Fachkräfte.
2.2.1. Arbeitskreis Langzeitarbeitslosigkeit
Seit Jahren engagieren sich die Bündnismitglieder im Arbeitskreis „Langzeitarbeitslo-
sigkeit“. Ziel ist es, die beruflichen Chancen von Menschen mit geringer Qualifikation
auf dem Arbeitsmarkt nachhaltig und dauerhaft zu erhöhen.
Vor dem Hintergrund des Ratsbeschlusses vom 17.11.2016 zur Entwicklung eines
Maßnahmenprogramms mit Qualifizierungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für
Langzeitarbeitslose agierte der Arbeitskreis als ämterübergreifende Projektgruppe und
erarbeitete die Ziele und Eckpunkte des zu entwickelnden Maßnahmenprogramms.
Das daraus erarbeitete Leitkonzept „Kommunales Programm für Arbeit und Beschäfti-
gungsfähigkeit“ – „KomProArBeit“ enthält die im Ratsbeschluss benannten Handlungs-
felder und bezieht Kompetenzen, vorhandene Angebote und Ressourcen der unter-
schiedlichen Kölner Akteure ein.
Zielsetzung von „KomProArBeit“ ist es, soziale Teilhabe und Arbeitsmarktintegration
für langzeitarbeitslose Kölnerinnen und Kölner zu erreichen. Mit dem von allen
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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relevanten öffentlichen Arbeitsmarktakteuren gemeinsam entwickeltem Leitkonzept
wird ein Rahmen für die Initiierung und Ausgestaltung konkreter Unterstützung sowie
subventionierter Beschäftigung geschaffen, um so einen städtischen Beitrag zum Ab-
bau der verfestigten Langzeitarbeitslosigkeit in Köln zu leisten. Damit verbunden be-
zweckt das Programm auch die Senkung von kommunalen Transferleistungen.
Der Rat der Stadt Köln stimmte dem Konzept im Dezember 2017 zu und die Verwal-
tung startete auf der Grundlage des Leitkonzepts mit dem Operationalisieren des Pro-
gramms. Die Umsetzung erfolgt in der Verantwortung der Arbeitsmarktförderung der
Stadt Köln.
Das Kommunale Bündnis für Arbeit wird über KomProArBeit regelmäßig informiert und
beratend einbezogen.
2.2.2 Schritt für Schritt zum Berufsabschluss –
Das Kölner Bildungsmodell
Lang andauernde Arbeitslosigkeit wird zu weiten Teilen durch fehlende berufliche
Qualifikation verursacht. Eine abgeschlossene Berufsausbildung stellt die wichtigste
Basis für eine stabile Erwerbsbiographie dar.
Orientiert an dem zentralen Problem der Langzeitarbeitslosigkeit, entwickelten die
Bündnismitglieder im Rahmen ihrer strategischen Partnerschaft das „Kölner Bil-
dungsmodell“, eine Initiative, die zeigt, wie modulare Qualifizierung zum Erfolgsmodell
wird.
Langzeitarbeitslose Menschen im Alter von 25 bis 35 Jahren mit Schulabschluss er-
halten im Rahmen des bundesweit einmaligen Modellprojekts seit dem 01.04.2014 die
Chance, durch aufeinander aufbauende zertifizierte Teilqualifizierungen über einen
Zeitraum von bis zu acht Jahren einen Berufsabschluss zu erlangen. Nach einem Ein-
stiegsmodul, in dem die Potentiale, die persönlichen Fähigkeiten und Interessen der
Teilnehmer und Teilnehmerinnen analysiert werden, können die darauf folgenden zeit-
lich überschaubaren Qualifizierungsbausteine in Phasen der Arbeitslosigkeit oder be-
gleitend zur Beschäftigung durchlaufen werden.
Das Konzept berücksichtigt die teilweise schwierigen Lebenslagen der Zielgruppe und
passt sich zeitlich flexibel an. So ist es möglich, nach Abschluss eines von mehreren
Qualifizierungsbausteinen vorübergehend zu pausieren und eine Vollerwerbsstelle
Tätigkeitsbericht Kommunales Bündnis für Arbeit Köln
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anzunehmen, um danach wieder mit dem nächsten Lehrgangsbaustein fortzufahren.
Jeder Qualifizierungsbaustein schließt mit einem Zertifikat der Industrie- und Handels-
kammer zu Köln bzw. der Handwerkskammer zu Köln ab und führt zu einer Externen-
prüfung bei der jeweiligen Kammer.
Schematisches Ablauf- und Wirkungsmodell
Inzwischen wurden 715 Personen (Stand März 2018) im Rahmen des Kölner Bil-
dungsmodells durch das Jobcenter Köln gefördert. Davon schlossen 493 Personen
das Profiling ab; 443 Personen traten in die Qualifizierungsmodule ein und im Sommer
2018 werden 102 Personen nach bestandener Abschlussprüfung die Maßnahme be-
enden.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die das Profiling Modul erfolgreich absolviert
haben, entschieden sich für folgende Berufsbereiche:
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Besonderheiten des Kölner Bildungsmodells:
• Spezifische Potentialanalyse, die an den teilweise schwierigen Lebensumständen
der Zielgruppe ausgerichtet ist.
• Die bisherigen Schwierigkeiten werden über eine ve rlängerte Lernzeit berücksich-
tigt. Schritt für Schritt wird der Berufsabschluss erreicht.
• Bei auftretenden Problemlagen und Motivationstiefs hilft eine kontinuierliche „pro
aktive“ Unterstützungsstruktur.
• Die von den Kammern zertifizierten und bundesweit anerkannten Teilqualifizierun-
gen werden in Phasen der Arbeitslosigkeit und Beschäftigung umgesetzt. Es ist
nicht erforderlich, dass Teilnehmende fünf Jahre „ununterbrochen“ lernen. Nach der
ersten Teilqualifizierung kann Arbeit aufgenommen werden, bei erneuter Arbeitslo-
sigkeit oder berufsbegleitend die zweite Teilqualifizierung angegangen werden.
• Das Hindernis für über 25-Jährige in Betrieben übe rhaupt einen Ausbildungsplatz
zu bekommen, wird über die Organisation der „Ausbildungsphasen“ und über Prak-
tika zumindest teilweise beseitigt. Es besteht die Chance sich zu „präsentieren“
(„Klebeeffekt“).
• Die Unternehmen erhalten durch die zertifizierten Qualifizierungsbausteine verläss-
liche Informationen über die Qualität der erworbenen Qualifikationen.
Das im Rahmen des Kölner Bildungsmodells gemeinsam entwickelte Profiling-Modul
wurde zwischenzeitlich zertifiziert und wird mittels Aktivierungs- und Vermittlungsgut-
schein gefördert, sodass dieses Instrument eine Regelförderung erfährt.
Die Bündnismitglieder sind sich einig, dass mit dem Bildungsmodell eine echte Chan-
ce entwickelt wurde Berufsaussichten zu verbessen, da es einen flexiblen Rahmen
schafft, der die individuellen Lebenslagen der Zielgruppe berücksichtigt und zeitlich
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gestreckt zu einem vollwertigen Berufsabschluss führt.
In den nachfolgenden Gremien wurde das Kölner Bildungsmodell unter anderem vor-
gestellt:
• Facharbeitskreis regionale Arbeitsmarktprojekte de r Region Köln
• Lenkungskreis der Region Köln
• Wirtschaftsförderungen der Region Köln im Rahmen d er regionalen Strategie-
gespräche
• Evangelische Akademie Loccum (Loccumer Protokoll 7 2/13)
• Arbeitstagung der Regionalagenturen in Düsseldorf
• Abschlusskonferenz „One step up – Unterstützungssy stem Zweite Chance
Berufsabschluss NRW“, Duisburg
Auszug aus der Präsentation „One Step Up Unterstützungssystem Zweite Chance Berufsabschluss NRW“
Seit September 2017 evaluiert die Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Jobcen-
ter Köln und der Stadt Köln das Kölner Bildungsmodell, um seine Wirksamkeit zu un-
tersuchen und seine Skalierbarkeit in Bezug auf andere Regionen zu eruieren. Im Fo-
kus der Untersuchung steht, die Erfolgsfaktoren und Empfehlungen herauszuarbeiten,
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welche zeigen, wie ein flächendeckendes, anschlussfähiges Angebot zur modularen
Qualifizierung gestaltet werden kann. Zur Erarbeitung eines gemeinsamen Verständ-
nisses für eine Evaluation fand im Januar 2017 ein Workshop statt, an dem die Ver-
antwortlichen des Kölner Bildungsmodells teilnahmen.
Die abschließenden Ergebnisse werden im Rahmen eines gemeinsamen Abschluss-
berichts sowie einer Abschlussveranstaltung veröffentlicht. Ziel dieser gemeinsamen
Öffentlichkeitsarbeit ist es aufzuzeigen, wie Teilqualifizierung so gestaltet werden
kann, dass sie ein sinnvoller Weg ist, um Menschen Schritt für Schritt zum Berufsab-
schluss zu führen.
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Ein Zusammenschluss von
Herausgeberin:
Stadt Köln
Amt für Wirtschaftsförderung
Arbeitsmarktförderung
Geschäftsführung/Projektstelle Kommunales Bündnis für Arbeit in Köln
Willy-Brandt-Platz 2
50679 Köln
Telefon: 0221 / 221-25940
Fax: 0221 / 221-24212
E-Mail arbeitsmarktförderung@stadt-koeln.de
Redaktion: Johanna Below
Stand: Juli 2018
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Willy-Brandt-Platz 2
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 3165/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.11.2018
- Erstellt
- 26.09.2018 12:13