3011/2017
Evaluierung der Reinigung am Rheinboulevard
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Mitteilung Ausschuss
13421 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
VI/67/671
02.11.2017
Vorlagen-Nummer
3011/2017
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 06.11.2017
Stadtentwicklungsausschuss 09.11.2017
Finanzausschuss 13.11.2017
Verkehrsausschuss 05.12.2017
Ausschuss für Umwelt und Grün 07.12.2017
Bezirksvertretung 1 (Innenstadt) 07.12.2017
Evaluierung der Reinigung am Rheinboulevard
1. Einleitung
Der abschließenden Eröffnung des Rheinboulevards am 19.12.2016 waren einige Teileröffnungen
(13.07.2015, 24.03.2016, 01.05.2016) voraus gegangen. Die Reinigung der jeweils geöffneten Berei-
che wurde im Sinne des Ratsbeschlusses (12.5.2015) umgesetzt.
Dem Ausschuss Umwelt und Grün wurde am 15.09.2015 ein erster Evaluierungsbericht vorgestellt,
hier konnten nur bedingt Rückschlüsse auf eine Volleröffnung gezogen werden.
Auf Grund der erst Ende 2016 erfolgten Volleröffnung des Rheinboulevards, wurde der für 2016 vor-
gesehene Evaluierungsbericht auf das 4. Quartal 2017 verschoben, um eine bessere Validität der
Erkenntnisse zu ermöglichen.
2. Rückblick
Ratsbeschluss vom 12.05.2015
„Eine dauerhaft gute Qualität von Erscheinungsbild und Sauberkeit des Rheinboulevards soll dadurch
erreicht werden, in dem Reinigung, Prävention und die Präsenz des städtischen Ordnungsdienstes
optimal miteinander verzahnt werden.
Der Rat beauftragt die Verwaltung, eine signifikante Reduzierung der jährlichen Reinigungskosten
sicherzustellen. Die AWB wird zunächst für 2015 und 2016 auf Basis des in der Beschlussvorlage
dargelegten reduzierten Reinigungskonzepts (siehe Beschlussalternative der Verwaltungsvorlage)
beauftragt, in der für 2015 von ca. 200.000 € und für 2016 von ca. 598.000 € Gesamtreinigungskos-
ten ausgegangen wird.
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Die Wirkung der erfolgten Reinigungsleistungen im Zeitraum Mitte 2015 bis Oktober 2016 soll bis zum
Jahresende 2016 evaluiert, das Reinigungskonzept entsprechend angepasst und den zuständigen
Ratsgremien zur Entscheidung vorgelegt werden.
Ein sauberes Erscheinungsbild des Rheinboulevards soll dauerhaft gewährleistet werden. Verwaltung
und AWB werden daher beauftragt, kurzfristig zu prüfen, die städtische Beschäftigungsgesellschaft
KGAB in die Leistungserbringung einzubeziehen. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, einen ver-
stärkten Einsatz des Ordnungsdienstes im Bereich der Ufertreppe zur Prävention zu gewährleisten.
Im Rahmen des städtischen Toilettenkonzepts wird eine weitere City-WC-Anlage in der Nähe des
Rheinboulevards errichtet. Die Notwendigkeit für weitere Toilettenstandorte wird im Rahmen der Eva-
luierung geprüft.
Darüber hinaus soll geprüft werden, inwieweit eine kontrollierende und ordnende Wirkung am Rhein-
boulevard dadurch erzielt werden kann, dass eine Verkaufsstelle an einem geeigneten Ort in der Nä-
he des Rheinboulevards zugelassen wird. Soweit möglich sollte auch diese mit einer zusätzlichen
Toilettenanlage kombiniert werden.“
Anmerkung: auf die vom Rat beschlossene Errichtung einer Verkaufsstelle (Kiosk) und einer zusätzli-
chen Toilettenanlage wird in diesem Zusammenhang nicht eingegangen. Hierzu erfolgt eine geson-
derte Mitteilung.
3. Erkenntnisse der Evaluierung
Die Atmosphäre am Rheinboulevard ist fantastisch!
Der Rheinboulevard wird gut angenommen.
• Die Reinigungsqualität in den Bereichen Treppe / unterer Uferweg ist sehr gut und auf dem
Panoramaweg / Boulevard in Teilbereichen befriedigend.
• Eine Einbindung der KGAB im Rahmen der Bewachung ist erfolgt.
• Toiletten sind in ausreichendem Maße vorhanden.
Leistungen
Die durchgeführten Reinigungsleistungen entsprechen der vom Rat beschlossenen reduzierten Rei-
nigungsvariante.
Eine Einbindung der KGAB in die Leistung Reinigung wurde zwischen AWB und KGAB eingehend
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geprüft. Auf Grund der notwendigen hohen Flexibilität der Einsätze in Abhängigkeit von Wetter und
Besucherverhalten, wurde eine Beauftragung von KGAB für nicht sinnvoll erachtet. Eine Beauftra-
gung erfolgt im Kerngeschäft der KGAB (Bewachungen) im Rahmen einer temporären Sonderbeauf-
tragung durch die Stadtverwaltung.
Durch eine enge Abstimmung zwischen Verwaltung und AWB wurde die Reinigungsleistung perma-
nent bewertet und im Rahmen von Kosten/ Nutzenbewertungen angepasst.
Die Abrechnung der AWB erfolgte stets auf Basis tatsächlich erbrachter Leistungen.
Folgende Vorgehensweise wurde durchgeführt und hat sich bewährt:
1. Treppe und unterer Uferweg
Hier auf Grund der intensivsten Nutzung die größte Verschmutzung festzustellen.
Sommerreinigung (April bis November):
• tägl. Grundreinigung, inkl. kleinerer Graffitis (wöchentlich)
• tägl. Permanentreinigung (Papierkörbe leeren, Littering)
• tägl. Nassreinigung
• tägl. Intensivreinigung
•
Winterreinigung (November bis März):
• tägl. Grundreinigung, inkl. kleinerer Graffitis (wöchentlich)
• tägl. Nassreinigung
• tägl. Intensivreinigung
2. Panoramaweg und Boulevard:
hier erfolgt auf Grund der gewählten Ausbauart (Großformatplatten in ungebundener
Bauweise nur eine tägliche Grund- und Permanentreinigung.
Sommerreinigung (April bis November):
• tägl. Grundreinigung, inkl. kleinerer Graffitis (wöchentlich)
• tägl. Permanentreinigung (Papierkörbe leeren, Littering)
Winterreinigung (November bis März):
• tägl. Grundreinigung, inkl. kleinerer Graffitis (wöchentlich)
3. Einzelreinigungen (bedarfsgerecht):
Ergänzend zu den Grundreinigungen (1 und 2) erfolgen weitere Reinigungsleistungen nach Bedarf.
• Entfernung Graffiti
• Reinigung Steinschüttung
• Winterdienst
• Neujahrsreinigung
• Reinigung nach und während Hochwasser
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4. Toiletten
Im Rahmen des Kölner Toilettenkonzeptes werden am Rheinboulevard Toiletten in ausreichendem
Maße zur Verfügung gestellt.
Nördlich der Hohenzollernbrücke und an der Urbanstraße wurden City-Toiletten errichtet. Südlich der
Deutzer Brücke sind zurzeit mobile Toiletten aufgestellt. Diese sollen durch eine City-Toilette an der
Siegburger Straße ersetzt werden.
Über diesen Status Quo hinaus, werden eine Vergrößerung des Urinalangebots an der Urbanstraße
und eine Verbesserung der Beschilderung vorbereitet.
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Identifizierte Problemfelder:
Im Rahmen der Evaluierung wurden einige Problemfelder identifiziert. Diese werden nachstehend
aufgeführt. Erfreulicher Weise konnten zahlreiche Lösungsansätze geprüft und bereits umgesetzt
werden.
a) Problemfeld: Shisha-Nutzung (in 2016)
Die Anzahl der Shisha-Nutzer nahm stetig zu.
Die Flecken durch Shisha-Nutzung konnten nur mittels (mehrmaliger) Intensivreinigung ent-
fernt werden. Zum Teil verblieben noch Restrückstände.
Der Beton nimmt durch die heiße Glut zudem Schaden.
Status: erledigt
Neben weiteren Verhaltensregeln wurde zum April 2017 ein Shisha Verbot auf dem Rheinboulevard
erlassen.
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b) Problemfeld: Notwendigkeit einer verstärkten Präsenz des städtischen
Ordnungsdienstes (in 2016)
Das Publikum des Rheinboulevards hatte sich in 2016 stark verändert.
• Es wurden insbesondere in den Abendstunden zunehmend aggressive Besuchergruppen be-
obachtet. Vor allem durch stark alkoholisierte Gruppen kam es oftmals zu Pöbeleien, Be-
schimpfungen oder sogar körperlichen Angriffen. Davon waren auch die Mitarbeiter der AWB
betroffen.
• Zudem wurde von Ansätzen einer Verlagerungen der Drogenszene (weiche Drogen) im Rah-
men eines Sicherheitsgutachtens berichtet.
• Die Szene der Flaschensammler hat sich verändert, hier ist eine organisierte Struktur zu be-
obachten.
• Geltende Verbote (Radfahren, Grillverbot) dürfen durch den Bewachungsauftrag der KGAB
nicht umgesetzt werden. Die KGAB hat keine Befugnis ordnungsbehördlich einzugreifen. Sie
kann nur informieren.
Status: erledigt
Die Zusammenarbeit von Polizei und Ordnungsamt wurde im Rahmen eines Maßnahmenpaketes zu
Sicherheit und Sauberkeit verstärkt. Bei Nichtbeachtung geltender Regeln wird dies konsequent sank-
tioniert. Das Publikum hat sich seither deutlich verändert und damit verbunden gingen die Beeinträch-
tigungen zurück.
c) Problemfeld: Graffiti
Bislang gab es keine großflächigen Graffiti-Beschmierungen. Jedoch sind kleinere „Zeichnun-
gen“ (Tags) sehr regelmäßig vorhanden.
Um ein dauerhaftes Einziehen in den porösen Betonstein möglichst zu verhindern, erfolgt die
Entfernung im Rahmen der wöchentlichen Reinigung.
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Status: Erledigt
Durch die verstärkten ordnungspolitischen Maßnahmen wird aktuell davon ausgegangen, dass auch
nach Einstellung des zusätzlichen Bewachungsauftrages der KGAB zum Ende des Jahres, keine ver-
stärkten Probleme bzgl. Graffiti auftreten werden.
d) Problemfeld: Verfugung des Panoramawegs und Boulevards
Aufgrund der gewählten Ausbauart (Großformatplatten in ungebundener Bauweise) konnte ei-
ne Nass- und Intensivreinigung nicht durchgeführt werden. Dies hatte ein augenscheinlich
schlechteres Reinigungsergebnis im Vergleich zu den restlichen Flächen zur Folge.
Status: In Umsetzung
In 2017 fanden im Bereich des Boulevards und des Panoramaweges zahlreiche Reinigungstests auf
der Grundlage unterschiedlicher Verfugungstestvarianten statt. So wurde zum Beispiel neben der
vorhandenen ungebundenen Verfugung auch eine gebundene Verfugung (Kunstharzmörtel) getestet.
Beim Test zeigte sich schnell, dass die ungebundene Verfugung bereits bei leichtem Wasserdruck
komplett herausgespült wurde. Die gebundene Verfugung erwies sich zunächst als haltbarer, konnte
aber bei wiederholtem Wasserdruck nicht komplett standhalten.
Fazit: Somit ist auch mit einer höherwertigen Verfugung eine Nass- bzw. Intensivreinigung analog
Treppe und unterem Uferweg nicht möglich.
In den ersten Monaten der Volleröffnung hat sich gezeigt, dass auf dem Boulevard ein geringerer
Bedarf für eine Nass- und Intensivreinigung besteht, als auf dem Panoramaweg.
Fazit: Der Zustand auf Basis der durchgeführten Reinigungsleistungen kann als befriedigend be-
zeichnet werden.
e) Problemfeld: Sauberkeit der Fugen Treppenanlage
Auch hier wurden in 2016/ 2017 zahlreiche Tests durchgeführt.
Eine Reinigung der Kunststofffugen ist grundsätzlich möglich, jedoch nur mit hohem Druck (bis
zu 200 bar). Dies beschädigt jedoch die Fugen. Der Einsatz von Reinigungsmitteln ist auf-
grund der Lage zum Rhein untersagt. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, saubere Fugen
zu gewährleisten.
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Status: In Umsetzung
Der Sauberkeitszustand wird als ausreichend bewertet. Bei einer später notwendigen Erneuerung
wird ein dunkleres Fugenmaterial gewählt. Zudem wird bei künftigen Bauvorhaben neben der Stein-
beschaffenheit auch die Ausgestaltung der Fugen hinsichtlich Reinigungsfähigkeit bewertet.
f) Problemfeld: Rinnsale
Bisherige Reinigungstests konnten keine Verbesserung liefern.
Trotz intensiver Reinigung kann lediglich eine Eindämmung der Rinnsale erreicht werden. Ei-
ne vollständige Entfernung der Rinnsale ist aktuell nur bei Einsatz von invasiven Strahlmittel
möglich.
Status: In Umsetzung
Der Reinigungsrhythmus/ Sauberkeitszustand wird als ausreichend bewertet.
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4. Kosten (-prognosen)
Auf Basis der ursprünglichen Planung und Kalkulation sowie der bisher gemachten Erfahrungen wur-
de eine gemeinsame Kostenschätzung durch AWB und Verwaltung vorgenommen. Die dabei ver-
wendeten Ansätze wurde im Rahmen eines Wirtschaftsprüfer- Testats von einem Wirtschaftsprüfer
geprüft und stellen den notwendigen Budgetbedarf für eine vollständige Umsetzung aller Reinigungs-
leistungen dar.
Rückblick:
Kostenschätzung (gem. Reinigungskonzept Ratsvorlage/ LSP Testat)
Die erste Schätzung des (reduzierten) Reinigungskonzeptes lag bei ca.
594.000 € (brutto). Hierbei wurde, auf Grund fehlender Erfahrungswerte, von der Notwendig-
keit einer Inanspruchnahme aller Leistungen ausgegangen.
Ist-Kosten 2016
Die Ist-Kosten 2016 lagen bei 298.861,27 € (brutto)
Der Kostenrahmen des Ratsbeschlusses konnte deutlich unterschritten
werden. Dies lag u. a. an der nur abschnittsweise erfolgten Freigabe für die Öffentlichkeit, der
Nichtbefahrbarkeit des Panoramaweges und der schlechten Wetterlage bzw. des Hochwas-
sers.
Ausblick:
Kostenschätzung bei Volleröffnung für 2017 ff.
Auch wenn auf Basis der bisherigen Evaluierung eine gute Einschätzung der notwendigen
Leistungen vorgenommen werden kann, ist eine Kostenprognose dennoch schwierig. Dies
liegt an der grundsätzlich bedarfsorientierten Reinigung und den damit verbundenen großen
Spannen bzgl. der Ressourcenzurverfügungstellung in Abhängigkeit von Wetter und Besu-
cherfrequenz/-verhalten.
Auf der Basis der aktueller Leistungserbringung und unter der Annahme, dass alle Leistungen
gemäß der - bisher festgelegter Frequenzen - und zu den angenommenen durchschnittlichen
Witterungsbedingungen erfolgen, kann von jährlichen Kosten in Höhe von max. 506.000,- €
(brutto) ausgegangen werden. Diese Kalkulation liegt unter dem vom Rat beschlossenen Ge-
samtbudget von 598.000 € und resultiert vornehmlich aus der veränderten Reinigungsleistung
im Bereich des Panoramaweges und des Boulevards.
Auch in Zukunft wird weiter versucht werden, die Reinigung so zu optimieren, dass Kostenein-
sparungen möglich sind.
In Vertretung
gez. Blome
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3011/2017
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 02.11.2017
- Erstellt
- 27.09.2017 13:44