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3177/2017

Bericht zur fachärztlichen und sozialen Beratung in den Gemeinschafts- und Notunterkünften der Stadt Köln 2017

Mitteilung Ausschuss 25.10.2017

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Nächste Beratung: Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren, Sitzung am 09.11.2017, TOP 9.5

Mitteilung Ausschuss

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Anlage: Bericht zur fachärztlichen und sozialen Beratung in den Gemeinschafts- und Notunterkünften der Stadt Köln 2017

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Mitteilung Ausschuss

915 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle 
V/53/530/1 
 
Vorlagen-Nummer 25.10.2017 
 3177/2017 
Mitteilung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Gesundheitsausschuss 07.11.2017 
Jugendhilfeausschuss 07.11.2017 
Ausschuss Soziales und Senioren 09.11.2017 
 
Bericht zur fachärztlichen und sozialen Beratung in den Gemeinschafts- und Notunterkünften 
der Stadt Köln 2017 
Die Verwaltung hat den Gesundheitsausschuss, den Jugendhilfeausschuss und den Ausschuss für 
Soziales und Senioren mit Mitteilung 3884/2016 darüber informiert, dass das eigentlich bis zum 
30.09.2016 befristete Projekt zur „Fachärztlichen Beratung in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüch-
tete“ mit der dafür notwendigen Personalkapazität fortgeführt werden kann. 
Als Anlage ist nun der aktuelle „Bericht zur fachärztlichen und sozialen Beratung in den Gemein-
schafts- und Notunterkünften der Stadt Köln 2017“ beigefügt. 
 
 
gez. Dr. Rau

Anlage: Bericht zur fachärztlichen und sozialen Beratung in den Gemeinschafts- und Notunterkünften der Stadt Köln 2017

26010 Zeichen

1 
 
 
 
 
Bericht zur fachärztlichen und soziale Beratung in den 
Gemeinschafts-und Notunterkünften der Stadt Köln 
2017

2 
 
Im Sommer 2016 zeigte sich bei 53 eine stark steigende Anzahl von Beratungs- und 
Unterstützungsanfragen bei den Frühen Hilfen aus Flüchtlingsunterkünften. 
Zusätzlich fielen bei den Besuchen der Unterkünfte, die aus den unterschiedlichsten 
Gründen durchgeführt wurden, Bewohnerinnen und Bewohner mit komplexen 
medizinischen Problemen auf. Aus den im Vergleich zu 2015 um das 4fache 
gestiegenen Begutachtungsaufträgen von 56 (siehe Grafik 1) gingen diese Probleme 
nicht hervor.   
 
Anzahl der Begutachtungsaufträge durch das Wohnungsamt hinsichtlich der 
Notwendigkeit der Veränderung der Wohnsituation aus gesundheitlichen 
Gründen im Zeitraum 2012 – 2016 
 
 
Grafik 1 
 
Hinzu kamen viele Anfragen aus der Politik, von Ehrenamtlichen oder anderen 
städtischen Dienststellen zu den Themen Schutz und medizinische Versorgung in 
den Notfall- und Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge. Es wurde ersichtlich, 
dass nicht alle kranken, hilfe- und unterstützungsbedürftigen Personen sicher 
erkannt wurden. Aus diesem Grunde wurden die Unterkünfte verstärkt durch 
MitarbeiterInnen des Gesundheitsamtes aufgesucht und mit den vor Ort tätigen 
Fachkräften die individuellen Bedarfe der BewohnerInnen und der besonders 
Schutzbedürftigen zu ermitteln und eine entsprechende Anbindung und Versorgung 
zu veranlassen. 
 
In enger Absprache mit dem Wohnungsamt erfolgte am 07.07.2016 die 
Entscheidung zur Durchführung des Projektes über einen zunächst begrenzten 
Zeitraum (Juli – September 2016) ohne den Einsatz zusätzlicher Ressourcen bei 53. 
18 49 91 
283 
1278 
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
2012 2013 2014 2015 2016

3 
 
Ziel des Projektes sollte sein, den individuellen Versorgungsbedarf der 
Bewohnerinnen und Bewohner zu ermitteln, „besonders Schutzbedürftige“ rascher 
zu identifizieren, eine medizinische Beratung der Gesundheits- und Krankenpfleger 
und –pflegerinnen und der Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor Ort in den 
Unterkünften anzubieten und damit zur Optimierung der Unterstützung der 
BewohnerInnen und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort und zur Sicherheit 
aller Beteiligten durch multiprofessionelle Zusammenarbeit beizutragen. 
Im Rahmen der Besuche in den Unterkünften wurden die Fachärztinnen und 
Sozialarbeiterinnen bzw. das Gesundheitsfachpersonal von 53 mit den 
unterschiedlichsten Themen konfrontiert: 
 
• Akute und chronische Erkrankungen 
• Schwangerschaft und Geburt 
• Versorgung der Kinder / Überforderungssituationen der oft sehr jungen Mütter 
• Psychische Probleme / Traumata 
• Menschen mit Behinderungen 
• unterschiedlichste Formen der Gewalt in den Unterkünften 
• kulturelle Besonderheiten wie Mehrfrauen-Ehe, minderjährige (Ehe-) Frauen 
und Mütter etc. 
• besondere familiäre Konstellationen wie allein reisende Mütter, minderjährige 
Kinder in Begleitung ihrer volljährigen Geschwister 
 
Bereits in den ersten 4 Wochen des Projektes wurden 17 von damals insgesamt 34 
Notunterkünften aufgesucht, 90 zielgerichtete Beratungen durchgeführt und über 80 
Anträge auf Veränderung der Unterbringung bearbeitet, täglich wurden 
durchschnittlich mehr als 4-6 telefonische Beratungen durchgeführt.. Es zeigte sich 
bereits in den ersten Wochen ein hoher Bedarf an fachärztlicher, aber auch an 
sozialer Beratung. Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 
vor Ort in den Unterkünften sowie dem Wohnungsamt gestaltete sich sehr positiv, 
ergebnisorientiert und produktiv. Im Rahmen der jeweiligen Beratungen bzw. der 
Feststellung der erforderlichen individuellen Versorgungsbedarfe erfolgte u.a. 
 
 die Vermittlung zu niedergelassenen Ärzten / Ärztinnen 
 die Weiterleitung in die Spezial-Ambulanzen der Kliniken 
 die Organisation stationärer Aufnahmen ins Krankenhaus 
 die interne Vermittlung und dann weitere Versorgung innerhalb des 
Gesundheitsamtes 
 die Information und Abstimmung mit dem Wohnungsamt bzgl. eines 
medizinisch begründeten Wohnraumwechsels 
 die Beratung der Sozialarbeiter bzgl. des Hinzuziehens weiterer 
Unterstützungssysteme (Jugendamt, Flüchtlingsberatung, 
Schwangerschaftsberatung etc.)

4 
 
 die Vermittlung und Begleitung zu den unterschiedlichsten Beratungsstellen / 
Institutionen 
Am 13.09.2017 wurde das  Projektes und die ersten Ergebnisse im 
Gesundheitsausschuss der Stadt Köln vorgestellt. Über die Mitteilung (3884/2016) 
vom 09.12.2016 konnte die Fortführung der "Fachärztlichen Beratung in 
Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete" gesichert werden:  
Der Gesundheitsausschuss hat in der Sitzung am 13.09.2017 ausdrücklich die 
Bestrebungen der Verwaltung unterstützt, das Projekt fortzusetzen und die 
notwendigen Personalkapazitäten zu schaffen. 
Die Verwaltung hat seit 1.11.2016 die für eine angemessene Aufgabenerfüllung 
notwendigen Personalkapazitäten in Form von 1,0 Stelle Facharzt/-ärztin VGr. Ib/Ia, 
Fg.1/1 BAT und 1,0 Stelle Sozialarbeiter/in/Sozialpädagog/e/in EG S 12 TVöDV im 
Bereich der „Frühen Hilfen“ im Gesundheitsamt geschaffen. Die Stellen sind bereits 
besetzt bzw. befinden sich aktuell in der Besetzung. Somit können alle 
Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete regelmäßig besucht werden, um vor Ort 
persönlich zu beraten – 
und zwar die Geflüchteten selbst und vor allem aber die Sozialarbeiterinnen und 
Sozialarbeiter und das medizinische Fachpersonal vor Ort. Durch die Präsenz in den 
Unterkünften werden auch Geflüchtete erreicht, die besondere Versorgungsbedarfe 
aufweisen, aber diese nicht artikulieren (können). Das Team arbeitet eng mit den 
erforderlichen Institutionen wie dem Wohnungsamt, dem Jugendamt, den 
Betreuungsträgern, der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung, 
Beratungsstellen aber auch der Ombudsstelle für Flüchtlinge in Köln zusammen.

5 
 
Die Arbeit wurde ab Oktober 2016 mit einer Stelle Facharzt / -ärztin zunächst durch 
interne Schwerpunktsetzung bis zur Umsetzung der Stellenzusetzung weiter geführt: 
 
Anzahl und Verteilung der Begutachtungsaufträge bei 53 hinsichtlich der 
Notwendigkeit der Veränderung der Wohnsituation aus gesundheitlichen 
Gründen 
Zeitraum: 01.09.2016 – 31.08.2017 
 
 
Grafik 2 
 
Im Arbeitsbereich der Frühen Hilfen (533-4) werden sämtliche Gutachtenaufträge 
bearbeitet, die die Versorgung von Schwangeren und Kindern von 0 – 18 Jahren 
betreffen (insgesamt 447 Gutachten). Die Bearbeitung dieser Aufträge umfasst 
sowohl die Formulierung des Gutachtens, aber als auch selbstverständlich auch die 
Versorgung entsprechend des individuellen Bedarfs (z.B. Anbindung an eine 
Spezialambulanz, Beschleunigung des Kostenübernahmeverfahrens bei dringlichen 
Eingriffen / Therapien etc.). 
Dabei sind die Fälle nicht berücksichtigt, die ohne Gutachtenauftrag in diesem 
Zeitraum bearbeitet worden sind, da sie aufgrund der Dringlichkeit i.d.R. telefonisch 
geklärt werden mussten (z.B. schwer mehrfach behindertes Kind, das regelmäßig 
katheterisiert werden musste und primär einer Turnhalle als Unterkunft zugewiesen 
worden war).  
Im Amtsärztlichen Dienst (531) werden entsprechend alle Atteste (insgesamt 521 
Gutachten) bearbeitet, die erwachsene Personen betreffen. Die Sozialpsychiatrische 
257 
190 
521 
321 
0
100
200
300
400
500
600
Kinder- und
Jugendliche (533-4)
Schwangere (533-4) Erwachsene (531) Erwachsene (534)

6 
 
Abteilung (534) befasst sich mit  allen Attesten (insgesamt 321 Gutachten) von 
Erwachsenen, bei denen eine psychiatrische Erkrankung bzw. Auffälligkeit vorliegt. 
Auch für diese beiden Abteilungen gilt, dass auch hier besonders dringliche Fälle, 
die binnen weniger Stunden einen Wechsel des Wohnraumes bedurften, durch die 
gute Zusammenarbeit mit dem Wohnungsamt z.T. telefonisch bearbeitet werden 
konnten. 
 
Der Hauptanteil der von 533/4 betreuten und versorgten Kinder (Gesamtzahl 257 
Kinder, aber z.T. mehrere Gutachtenaufträge und Diagnosen pro Kind) lag mit knapp 
60% bei den unter 6jährigen.

7 
 
Altersverteilung der versorgten Kinder- und Jugendlichen 
(257 Kinder im Zeitraum vom 01.09.2016 bis zum 31.08.2017) 
 
 
Grafik 3 
 
 
 
 
 
 
Spielmöglichkeiten in den 
Gemeinschaftsunterkünften  
 
  
57 
46 
51 50 
29 
24 
0
10
20
30
40
50
60
< 1 Jahr 1 - 3 Jahre 4 - 5 Jahre 6 - 9 Jahre 10 - 13 Jahre 14 - 18 Jahre

8 
 
Die Erkrankungen, die der Grund für den Kontakt zum Gesundheitsamt und die Bitte 
um Unterstützung waren bzw. die bei den Besuchen in den Unterkünften „entdeckt“ 
wurden, stammen aus dem gesamten organischen und psychosomatischen 
Spektrum der pädiatrischen Medizin. Anhand der gestellten Diagnosen hier grafisch 
die Einteilung in die verschiedenen Fachrichtungen: 
 
Erkrankungen bei den 257 Kindern  
aus den verschiedenen pädiatrischen Fachrichtungen  
(Gutachtenaufträge / Beratung / Betreuung): 
 
 
Grafik 4 
 
Der Großteil (25,3%) der Diagnosen umfasst Erkrankungen im Bereich der Lunge 
(Pneumologie), die in der Regel nicht schwerwiegend sind (Bronchitis, obere 
Luftwegsinfekte, Asthma, Pneumonie). 
 
Dagegen finden sich in der Gruppe, die  mit 32 Kindern (12,5 %) in der Häufigkeit 
folgt, Kinder mit schwersten Beeinträchtigungen wie z.B. schweren 
Entwicklungsretardierungen, Muskelatrophien, Cerebralparesen, verschiedene 
Formen von Autismus, etc.. Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den 
niedergelassenen Kinder- und Jugendärzten und den Kinderkliniken gelang es in der 
65 
33 
30 
25 
20 20 19 
15 
10 10 10 9 9 7 5 5 5 
0
10
20
30
40
50
60
70

9 
 
Regel, diese Kinder rasch ärztlich anzubinden und sie zu notwendiger Diagnostik an 
Spezialambulanzen weiter zu leiten. Gleichzeitig unterstützt 533/4 im Rahmen der 
sozialen Beratung, wie z.B. Klärung von Pflegestufen, Unterstützung bei 
Antragsstellung etc.. 
Die nächste bzw. dritte Gruppe stellt die Kinder dar (11,7 %), die von verschiedenen 
Formen der Kindeswohlgefährdung betroffen sind (häusliche Gewalt, körperliche, 
psychische und sexuelle Misshandlung sowie Vernachlässigung). Diese hohe 
Anzahl liegt u.a. darin begründet, dass es neben den „üblichen“ Risikofaktoren für 
Gewalt gegen Kinder zusätzliche Risikofaktoren in den Flüchtlingsunterkünften gibt, 
wie z.B. strukturelle und räumliche Faktoren (wenig bis keine Privatsphäre, 
Unterbringung vieler fremder Menschen unterschiedlichster Kulturen in einer 
Unterkunft, fehlende Rückzugsmöglichkeiten etc.). 
 
 
 
 
 
Hinzu kommen kulturelle Risikofaktoren wie unterschiedlichste (Erziehungs)-
kulturen, bei denen z.B. körperliche Gewalt gegenüber Kindern eine anerkannte 
Erziehungsmethode ist und gegenüber Frauen gebilligt wird, und /oder Unkenntnis 
der in Deutschland geltenden Gesetze und selbstverständlich die persönlichen 
Risikofaktoren wie z.B. die Belastung von Eltern durch (traumatisierende) Erlebnisse

10 
 
im Heimatland und auf der Flucht, Zukunftsangst, psychische Anspannung und ggf. 
psychische oder körperliche Erkrankungen.  
 
 
 
 
 
 
Das Team unterstützt die SozialarbeiterInnen, Sozialarbeiter  und 
Krankenpflegekräfte vor Ort und versucht die Familien bedarfsgerecht an die 
Kinderschutzambulanzen der Kinderkliniken bzw. an Fachberatungsstellen und / 
oder das Jugendamt zu vermitteln. Bei akuter Kindeswohlgefährdung werden 
entsprechende Mitteilungen gemacht. 
An den vom DRK als Betreuungsträger geplanten Schulungen für Mitarbeiterinnen 
und Mitarbeiter in Gemeinschaftsunterkünften zum Thema „Kinderschutz in 
Flüchtlingsunterkünften“ ist das Team beteiligt. 
 
Die Fälle, in denen Kinder psychische Auffälligkeiten zeigen, werden intern mit den 
Kinder- und JugendpsychiaterInnen und –psychiatern besprochen. Diese suchen die 
Kinder und deren Familien in der Regel vor Ort auf (selbstverständlich das 
Einverständnis der Eltern vorausgesetzt) und versorgen die Kinder nach einem 
ausführlichen Gespräch entsprechend ihrer Bedürfnisse (Anbindung an 
niedergelassene FachärztInnen zur weiterführenden Diagnostik und Therapie, 
medizinisch erforderliche Veränderung der Wohnraumsituation etc.). 
 
Die übrigen Kinder werden ebenfalls gemeinsam mit den Krankenpflegekräften und 
SozialarbeiterInnen vor Ort bedarfsgerecht versorgt. 
 
Die Betreuung und Versorgung der Familien und deren Kinder hat sich zu Beginn 
der Arbeit aufgrund kultureller und fluchtspezifischer Besonderheiten, wie z.B. Mütter 
ohne Familienverbund, junge (minderjährige) Mütter, allein reisende Mütter, 
Mehrfrauen-Ehen, Frauen und Männer mit traumatischen (Flucht-) Erfahrungen 
oftmals schwierig gestaltet und war geprägt von viel Misstrauen gegenüber jeglicher

11 
 
Art von Behörde. Durch einen wertschätzenden Umgang und sensiblen 
Vertrauensaufbau gelang es in den meisten Fällen, die Familien / Frauen und Kinder 
zu erreichen und zu unterstützen. 
Zu erwähnen sind hier insbesondere auch die minderjährigen Mütter, die nochmals 
eine besondere Form der Unterstützung sowohl während der Schwangerschaft, aber 
auch nach der Entbindung ihrer Kinder benötigen. Das Team versucht die Frauen an 
die Schwangerschaftsberatungsstellen anzubinden und unterstützt sie gemeinsam 
mit den Hebammen vor Ort z.B. bei der Anmeldung zur Geburt in einer Klinik und bei 
der Suche nach einer Nachsorgehebamme. Falls über die Wochenbettbetreuung 
hinaus Unterstützungsbedarf gesehen wird, werden die Frauen z.B. bei einer der 
Familienhebammen der Frühen Hilfen angebunden.  
 
 
Die in diesem Team tätige Sozialarbeiterin hat vom 01.11.16 - 30.06.17 zusätzlich 
69 Flüchtlingsfamilien mit gesundheitlichen und sozialen Unterstützungsbedarfen 
intensiver betreut. Mit ihren speziellen Kompetenzen und in enger Abstimmung mit 
den FachärztInnen beriet, betreute und begleitete sie Menschen unterschiedlichen 
Alters mit Behinderungen, bei Fällen von Kindeswohlgefährdungen, aber auch 
psychisch auffällige Kinder und Erwachsene sowie Menschen mit schweren 
Erkrankungen.  
 
 
Bei der Arbeit mit den Familien ist zudem aufgefallen, dass die Familien / Mütter 
häufig Probleme bei der Versorgung (Ernährung / Hygiene / Gesundheit) der Kinder 
haben. Mögliche Gründe: 
 
 Unkenntnis und Unsicherheiten (kulturfremde Ernährung) 
 logistische und strukturelle Probleme in den Gemeinschaftsunterkünften 
(fehlende Möglichkeiten der Nutzung von Wasserkochern und Vaporisatoren) 
 fehlende Angebote altersgerechter Baby- und Kleinkindnahrung (verschiedene 
erforderliche Milch- / Brei- / Gläschensorten) 
 mangelnde Kenntnis des medizinischen Angebotes (Vorsorgeuntersuchungen 
in der Schwangerschaft, Hebammenversorgung, Vorsorgeuntersuchungen der 
Kinder etc.) 
 aber auch Unkenntnis und Unsicherheiten zu diesen Themen bei den 
MitarbeiterInnen in den Unterkünften 
 
Gemeinsam hat das Team mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Unterkünfte 
und den Frühen Hilfen im Gesundheitsamt nach Lösungsmöglichkeiten gesucht: 
 
Zusammen mit der Ernährungsberaterin des Gesundheitsamtes wurde für die 
Sozialarbeiterinnen, Sozialarbeiter und Krankenpflegekräfte ein Fach- und 
Informationstag im Clarimedishaus zum Thema „Ernährung von Neugeborenen,

12 
 
Säuglingen und Kindern bis zum 1. Lebensjahr in Gemeinschaftsunterkünften“ 
ausgerichtet. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Die überregionale Bedeutung 
dieser Veranstaltung zeigte sich u.a. durch die Teilnahme eines auswärtigen Frühe 
Hilfen-Teams (Mülheim a.d. Ruhr) und einer bundesweit aktiven Netzwerk-
koordinatorin und Expertin für Gesundheitsorientierte Familienbegleitung. 
 
Zu Beginn gab es einen kurzen Erfahrungsbericht über die fachärztliche Beratung in 
den Flüchtlingsunterkünften, im Anschluss folgte ein Vortrag zum Thema 
„Besonderheiten bei der Ernährung von Neugeborenen, Säuglingen und 
Kleinkindern in Gemeinschaftsunterkünften für Geflüchtete“. In einem direkten 
Austausch an „Themen-Tischen“ mit den Familienhebammen und 
Kinderkrankenschwestern von 533/4, sowie der Ernährungsberaterin konnten sich 
die MitarbeiterInnen über die Versorgung und Ernährung von Kindern im ersten 
Lebensjahr informieren. 
 
 
 
Themen – Tische: 
 
Fläschchen, Schnuller & Co.(oben Mitte) 
Hygiene im ersten Lebensjahr (oben rechts) 
Ernährung im ersten Lebensjahr (rechtes Bild)

13 
 
In Absprache mit den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern  und den Trägern der 
Unterkünfte wurde altersgerechte Baby- und Kleinkindnahrung bestellt. Die 
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Unterkünften entwickelten Konzepte, damit 
auch in Gemeinschaftsunterkünften Müttern Vaporisatoren etc. zur Verfügung 
gestellt werden können und es die Möglichkeit der Zubereitung von Babynahrung 
gibt. Hier ein gelungenes Beispiel, wobei die Fotos freundlicherweise von Frau Dr. J. 
Mollidor (576/2, Lebensmittelhygiene) zur Verfügung gestellt wurden: 
 
  
 
24-stündige Nutzung des Vaporisators, Fläschchenwärmers und der Mikrowelle 
direkt in Sichtweite der Security, heißes Wasser wird ebenfalls hier ausgegeben. 
Einen 2. Standort gibt es im Raum der Speiseausgabe, Nutzung zu Zeiten der 
Speiseausgabe mit jeweils entsprechender Erklärung in verschiedenen Sprachen: 
 
  
 
Die Funktionsweise des Vaporisators ist durch Piktogramme erläutert. In einem 
abschließbaren Schrank befindet sich die Mikrowelle, auf Wunsch der Mütter wird 
dieser durch das Wachpersonal geöffnet. Der Verschluss ist erforderlich, da das 
Gerät sonst nicht nur durch die Mütter genutzt würde. 
Nach Angaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort werden die Geräte durch 
die Mütter gut genutzt. Gereinigt werden die Geräte einmal täglich gemäß 
Hygieneplan durch die Reinigungskräfte vor Ort.

14 
 
Infektionsausbrüche / Infektionserkrankungen: 
Grundsätzlich kann festgestellt werden, dass sich auf der Basis der Erfahrungen des 
Gesundheitsamtes sowie der RKI-Analysen der Meldedaten von 
Infektionsgeschehen der letzten Jahre in Unterkünften von Asylsuchenden die 
Erkrankten in den meisten Fällen in Deutschland angesteckt haben. Die Ständige 
Impfkommission empfiehlt daher, Schutzimpfungen bei Asylsuchenden möglichst 
frühzeitig durchzuführen und innerhalb der ersten Tage nach Aufnahme in einer 
Gemeinschaftseinrichtung damit zu beginnen: 
((https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Asylsuchende/Asylsuchende_und_Gesundheit
.htmll ) Dieses Konzept wird hier in Köln seit 2015 umgesetzt. Gemeinsam mit 
niedergelassenen Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzten bietet der Kinder- und 
Jugendgesundheitsdienst regelmäßige Impfsprechstunden in den 
Gemeinschaftsunterkünften an. 
Im genannten Zeitraum (September 2016 bis Juni 2017) gab es insgesamt 15 
individuelle Infektionserkrankungen oder -ausbrüche (Varizellen (3), Pertussis (2), 
EHEC (1), Influenza (2), Skabies (3), Noroviren (1), Rotaviren (2), Hepatitis A (1), 
Ringelröteln (2), Meningokokken (1)). Durch die sofortige Intervention des 
Gesundheitsamtes konnte jeweils die Zahl der Erkrankten sehr niedrig gehalten und 
ein größeres Ausbruchsgeschehen verhindert werden. Im notfallmäßigem 
Management wurde die Abteilung für Infektionshygiene unterstützt, indem besonders 
schutzbedürftige Personengruppen wie Schwangere, Wöchnerinnen mit ihren 
Neugeborenen, Säuglinge sowie (schwer) chronisch kranke BewohnerInnen zur 
(Schutz-) Isolierung identifiziert und bei Bedarf zur weiterführenden Diagnostik / 
Therapie umgehend an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bzw. Kliniken 
weitervermittelt wurden. In diesem Rahmen erfolgte durch das Team der 
Fachärztinnen die Aufklärung der Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und des 
Krankenpflegepersonals in den Unterkünften über die Infektionserkrankungen und 
ihre Symptome, entsprechende Verhaltensweisen und Vorkehrungen. 
 
 
Die in dem Team tätige Sozialarbeiterin hat über 80 Flüchtlingsfamilien intensiv 
betreut. Auch sie war mit den unterschiedlichsten Krankheitsbildern, Problemen und 
Fragestellungen konfrontiert.  
In ihrer Arbeit beriet, betreute und begleitete sie ebenfalls Menschen 
unterschiedlichen Alters mit Behinderungen, Fälle von Kindeswohlgefährdung, 
psychisch auffällige Kinder und Erwachsene sowie Menschen mit schweren 
Erkrankungen. Sie unterstütze die Familien in unterschiedlichen 
sozialpädagogischen Bereichen und stand auch stets den Sozialarbeiterinnen und 
Sozialarbeitern mit ihrer besonderen Expertise unterstüzend zur Seite.

15 
 
Zusammenfassung und Ausblick: 
 
Aufgrund der guten Zusammenarbeit und engen Vernetzung zwischen dem Team 
und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der verschiedenen Betreuungsträger 
(DRK, Diakonie Michaelshoven, Caritas und Malteser) in den Unterkünften, sowie 
des Wohnungsamtes, der Ombudsstelle und auch den ehrenamtlichen 
Organisationen, können die Menschen, die Unterstützungsbedarf haben, frühzeitig 
identifiziert und Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen bedarfsgerecht eingeleitet 
werden.  
 
Die Anbindung an das Regelsystem erfolgt aus Erfahrung leider häufig nur sehr 
zögerlich bzw. unzureichend: 
Viele der unterstützungsbedürftigen Familien, die bereits im eigenen Wohnraum 
„angekommen“ sind, werden nicht mehr gesehen. Diese Familien sind noch nicht in 
der Lage, ihre Wege alleine und ohne fremde Unterstützung zu gehen. Bei vielen 
Familien wird davon ausgegangen, dass deren einziges „Problem“ die 
Unterbringungssituation sei. Kommen diese Familien „zur Ruhe“ werden die 
wirklichen Problematiken oft erst sichtbar und deutlich. Daher übernehmen die 
Frühen Hilfen des Gesundheitsamtes und der Freien Träger aufgrund der sich 
aktuell ändernden Wohn- und Betreuungssituation von Geflüchteten zunehmend 
auch die Begleitung von jungen Familien und Schwangeren, die in den eigenen 
Wohnraum ziehen und noch Unterstützungsbedarf z.B. bei der Anbindung an 
ärztliche Praxen / Beratungsstellen / Institutionen etc. benötigen. Auch hier gibt es 
einen engen Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den 
Gemeinschaftsunterkünften, aber auch mit Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtlern oder 
anderen Kontaktpersonen, um die Familien wiederum bedarfsgerecht und individuell 
unterstützen zu können. 
 
Die Probleme der Menschen in 2017 sind nicht mehr die gleichen wie 2015 / 2016. 
Damals ging es vor allem um die Erfüllung der Grundbedürfnisse, heute geht es 
unter anderem darum „anzukommen“, eine Perspektive für die Zukunft zu entwickeln 
und medizinisch angemessen im Regelsystem versorgt zu werden. Das deutsche 
Gesundheitswesen erscheint vielen der betreuten Menschen immer noch sehr 
komplex, schwer verständlich und ebenso schwer erreichbar. Insbesondere die 
Menschen mit chronischen Erkrankungen, Behinderungen und komplexen 
Fallkonstellationen aber auch junge Familien brauchen daher weiterhin dringend 
fachlich kompetente Unterstützung, um Anschluss an das Versorgungssystem und 
die notwendige Hilfe zu erhalten. 
 
Eine weitere große Herausforderung stellt die Sprache dar. Hier hat sich der Einsatz 
des Videodolmetschers sehr bewährt.

16 
 
 
Anhang: 
 
Programm des Fachtags vom 06.06.2016 
 
Informationsschreiben an die Gemeinschaftsunterkünfte

17

18 
 
Information und Kontaktdaten 
Fachärztliche und sozialarbeiterische Beratung in Flüchtlingsunterkünften 
 
Aufgrund der sich aktuell ändernden Wohn- und Betreuungssituation von 
Geflüchteten hier in Köln, möchten wir Ihnen als MitarbeiterInnen in den 
Gemeinschaftsunterkünften unser Team und unseren Aufgabenbereich kurz 
vorstellen: 
 
 
Frau Jaqueline Demir 
(Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Kinderschutzmedizinerin) 
Mo bis Mi: Jaqueline.Demir@stadt-koeln.de 
Tel: 0221-221 35151 bzw. Mobil: 0152-545 88 634 
 
Frau Alexandra Kupczyk 
(Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin) 
Mi bis Frei: Alexandra.Kupczyk@stadt-koeln.de 
Tel: 0221-221 35166 bzw. Mobil: 0152-545 88 634 
 
Frau Julia Pechholz 
(Dipl. Sozialarbeiterin) 
Mo bis Frei: Julia.Pechholz@stadt-koeln.de 
Tel: 0221-221 25480 bzw. Mobil: 
 
Frau Dr. Andrea Eulgem 
(Leitung der „Frühen Hilfen“ im Gesundheitsamt, Fachärztin für Kinderchirurgie,  
Kinderschutzmedizinerin) 
Mo bis Frei: andrea.eulgem@stadt-koeln.de 
Tel: 0221 – 221 35180 oder Mobil: 0152 – 545 88 895 
 
Unser Aufgabenbereich umfasst primär die Beratung und Unterstützung der 
Fachkräfte und auch der Bewohner (aller Altersgruppen!!) in den 
Gemeinschaftsunterkünften der Stadt Köln: 
 
Frau Demir und Frau Kupczyk stehen den MitarbeiterInnen in den Unterkünften bei 
allen Fragen und Problemen im Kontext medizinischer Themen und Problematiken 
zur Verfügung (Fragen zu akuten und chronischen Erkrankungen , Behinderungen, 
psychischen Problemen sowie Schwangerschaft und Geburt, Anbindung an 
Arztpraxen oder Ambulanzen, Kostenübernahmeverfahren besonderer Therapien 
etc.).

19 
 
Hinsichtlich der Wohnsituation der Bewohner unter der Berücksichtigung der 
medizinischen Situation arbeiten wir in enger Absprache mit dem Wohnungsamt 
zusammen. 
Bei akuten Infektionserkrankungen (z.B. Windpocken) unterstützen wir im 
notfallmäßigen Management (z.B. Isolierung besonders schutzbedürftiger 
Personengruppen). Zudem stehen wir gerne gemeinsam mit den Kinder- und 
Jugendärzten des kinder- und jugendärztlichen Dienstes des Gesundheitsamtes bei 
der Planung und mit der Durchführung von Impfsprechstunden zur Verfügung. 
 
Mit Frau Pechholz als Sozialarbeiterin bieten wir Ihnen Unterstützung und Beratung 
bei besonderen familiären / sozialen Konstellationen (wie z.B. alleinreisende oder 
minderjährige Schwangere bzw. Mütter, minderjährige Kinder in Begleitung ihrer 
volljährigen Geschwister, von Behinderung betroffene Bewohner u.a.) an. Frau 
Pechholz möchte Sie in Ihrem komplexen Arbeitsfeld entlasten. Dabei kann sie für 
Menschen angefragt werden, die aufgrund der familiären, sozialen und 
gesundheitlichen Situation Unterstützung und / oder Beratung benötigen. Ebenso 
kann eine Begleitung von Familien angeboten werden, die in den eigenen 
Wohnraum ziehen und noch Unterstützungsbedarf z.B. bei der Anbindung an Ärzte / 
Beratungsstellen / Institutionen etc. benötigen. 
 
Bei Fragen können Sie sich gerne telefonisch oder per Mail an uns wenden, um die 
jeweilige Situation zu besprechen, sich beraten zu lassen und gemeinsam 
Lösungsmöglichkeiten zu finden.

Beratungsverlauf (3)

07.11.2017 Jugendhilfeausschuss
TOP 8.5.7 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
07.11.2017 Gesundheitsausschuss
TOP 6.4 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung
09.11.2017 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 9.5 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3177/2017
Typ
Mitteilung Ausschuss
Datum
25.10.2017
Erstellt
13.10.2017 09:37