A-R/0004/2025
Mehr aus dem Sportbudget herausholen, Kunstrasenplätze in Regie der Sportvereine entwickeln
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A-R-0004-2025
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Münster, 18. Februar 2025 Ratsantrag Mehr aus dem Sportbudget herausholen, Kunstrasenplätze in Regie der Sportvereine entwickeln Der Rat stellt fest: 1.1. Der Sport in den Stadtteilen spielt eine zentrale Rolle für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration in den Quartieren. Die Verfügbarkeit von Kunstrasenplätzen ist für die Sportvereine eine essenzielle Grundlage, um vielfältige Angebote zu ermöglichen. 1.2. Kunstrasenplätze, die in der Regie der Stadtverwaltung realisiert werden, verursachen Baukosten von etwa 1,5 Mio. Euro je Platz. Im Vergleich dazu liegen die Kosten bei privaten Anbietern zwischen 600.000 und 900.000 Euro. Zudem wird auf die bestehenden Kapazitätsengpässe der Stadtverwaltung im Bereich des Neubaus von Sportstätteninfrastruktur hingewiesen (vgl. Vorlage 0077/2024 –Bikepark Steinfurter Straße). 1.3. Aus den positiven Erfahrungen früherer Jahre zeigt sich, dass durch die Bauherrenschaft der Vereine mehr Kunstrasenplätze realisiert werden konnten. Dies geschah unter Gewährung eines städtischen Zuschusses und der Eigenleistung der Vereine in Höhe von 100.000 Euro. Die Verwaltung wird beauftragt, einen Grundsatzvorschlag für den Neubau und die Sanierung von Kunstrasenplätzen zu erarbeiten, der: 1. den Bedarf der Sportvereine systematisch erfasst, 2. eine fachliche Priorisierung der Projekte vorschlägt, 3. die Realisierung von Kunstrasenplätzen in städtischer Regie weitgehend beendet, 4. ein Zuschussmodell entwickelt, das eine Eigenbeteiligung der Vereine in Höhe von mindestens 100.000 Euro vorsieht. Begründung: Sportplätze sind ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und der ehrenamtlichen Arbeit in den Stadtteilen. Sie fördern nicht nur die Gesundheit, sondern stärken auch den sozialen Zusammenhalt und die Integration in unserer Gesellschaft. Insbesondere Kunstrasenplätze bieten durch ihre vielseitigen Vorteile wie ganzjährige Nutzbarkeit, geringe Antrag an den Rat Nr. A-R/0004/2025 Wartungskosten, konstante Trainingsbedingungen und ein reduziertes Verletzungsrisiko eine attraktive Basis für die Arbeit der Sportvereine. Die aktuelle Umsetzung von Sportinfrastrukturprojekten zeigt jedoch erhebliche Defizite. Es ist bekannt, dass im vergangenen Jahr zahlreiche Projekte nicht realisiert werden konnten. Die Gründe liegen nicht allein in der Verfügbarkeit von Finanzmitteln, sondern insbesondere in der begrenzten personellen Kapazität der Verwaltung. Die Verlagerung der Zuständigkeiten vom Sportamt zum Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit hat diese Engpässe nicht verbessert. Trotz zusätzlicher Einbindung externer Planungskompetenz bleibt die Realisierungsgeschwindigkeit stark begrenzt, wie die Vorlage der Prioritätenliste 2025 belegt. Die Kosten für Kunstrasenplätze, die in städtischer Regie realisiert werden, bewegen sich zwischen 1,3 und 1,6 Millionen Euro, zuzüglich Planungs- und Personalkosten von etwa 240.000 bis 320.000 Euro sowie weiteren Personalkosten von rund 82.000 Euro pro Projekt (EGr. 11). Gleichzeitig zeigen Angebote privater Anbieter, dass der Neubau von Kunstrasenplätzen für 600.000 bis 900.000 Euro realisiert werden kann – eine signifikante Einsparung, die es zu nutzen gilt. (https://www.sportstaettenrechner.de/wissen/kunstrasen/was-kostet-ein-kunstrasenplatz/ https://www.munder-erzepky.de/kunstrasenplatz-kosten/ https://www.sportstaettenkonzepte.de/wissen/details/was-kostet-ein-kunstrasenplatz) Die personellen Engpässe der Verwaltung führen dazu, dass pro Jahr nur noch ein Kunstrasenplatz realisiert werden kann. Dies steht in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Bedarf: Viele Vereine in Münster befinden sich in einer akuten Notlage, da die Zahl der zu sanierenden oder neu zu bauenden Kunstrasenplätze weiterhin hoch ist. Eine effizientere Umsetzung der Projekte ist dringend erforderlich, um den Vereinen eine tragfähige Grundlage für ihre Arbeit zu bieten und die Situation vor Ort spürbar zu verbessern. Positive Beispiele aus der Vergangenheit zeigen, dass eine Verlagerung der Bauherrenschaft auf die Vereine nicht nur die Realisierung beschleunigen, sondern auch die Kosten senken kann. Beim Bau des Kunstrasenspielfelds in Münster-Amelsbüren (2014) hat sich der Verein DJK Grün- Weiß Amelsbüren mit einem Eigenanteil von 10 % der Baukosten (mindestens 100.000 Euro) beteiligt und so einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung geleistet. Dies zeigt, dass ein Zuschussmodell mit Eigenbeteiligung nicht nur finanzielle Entlastung für die Stadt bringt, sondern auch eine stärkere Identifikation der Vereine mit ihren Sportstätten schafft. Vor diesem Hintergrund ist es geboten, die bisherigen Strukturen kritisch zu hinterfragen und neue Ansätze zu verfolgen. Ein Zuschussmodell, das Vereine mit Eigenbeteiligung in die Verantwortung nimmt, ermöglicht eine schnellere, günstigere und effizientere Umsetzung. Mit dem bestehenden Budget können durch eine stärkere Einbindung der Vereine deutlich mehr Projekte realisiert werden. So wird nicht nur die finanzielle Belastung reduziert, sondern auch der Bedarf an Kunstrasenplätzen zeitnah gedeckt. Das Ziel muss sein, die Ressourcen der Stadt effizient zu nutzen, den gesellschaftlichen Wert des Sports zu stärken und den Vereinen eine stabile Grundlage für ihre Arbeit zu bieten. Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Steinfurter Straße
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0004/2025
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 18.02.2025
- Erstellt
- 18.02.2025 15:33