Mandari Insight

V/0766/2017

Jahresabschluss 2016 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH)

Vorlagen 05.09.2017

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Haupt- und Finanzausschuss, Sitzung am 20.09.2017, TOP 5.4

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlagen zur Vorlage 766-2017

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

4033 Zeichen

V/0766/2017 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Finanzen und Beteiligungen 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Jahresabschluss 2016 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.09.2017 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung der 
FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2016 (Anlage 1 - 3) werden 
zur Kenntnis genommen. 
 
2. Es wird weiter zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der FMO Flughafen 
Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2016 vom beauftragten Wirtschaftsprüfer am 
12. Mai 2017 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 
 
3. Die Stadt Münster ermächtigt ihren Vertreter / den Vertreter der Stadtwerke Münster GmbH in 
der Gesellschafterversammlung der FMO Flughafen Münster/ Osnabrück GmbH folgende Ent-
scheidungen zu treffen: 
 
a) Der Jahresabschluss der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das G e-
schäftsjahr 2016, abschließend 
 
in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 143.162.533,04 € 
 
sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung 
ausgewiesenen Jahresfehlbetrag von 10.007.759,08 € 
 
wird festgestellt. 
 
b) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2016 Entla s-
tung erteilt. 
 
c) Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 10.007.759,08 € wird mit der Kapitalrücklage ve r-
rechnet.  
 
 
Vorlagen-Nr.: 
  
V/0766/2017 
Auskunft erteilt: 
Frau Haubner 
Ruf: 
492 20 32 
E-Mail: 
HaubnerG@stadt-muenster.de  
Datum: 
04.09.2017 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0766/2017 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Keine 
 
 
 
 
 
Begründung: 
 
Die FMO GmbH ist eine mittelbare Beteiligung der Stadt Münster. Mit Ratsbeschluss vom 19.09.1984 
ist der Anteil der Stadt Münster an der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH auf die Stadtwerke  
Münster GmbH übertragen worden. Auf der Grundlage des v.g. Ratsbeschlusses können die Vertr e-
ter der Stadt Münster / Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung den im B e-
schlussvorschlag genannten Punkten erst nach Abstimmung mit der Stadt Mün ster abschließend zu-
stimmen. 
 
 
 
Gesamtentwicklung/-ergebnis: 
 
Dem Jahresabschluss wurde von dem beauftragten Wirtschaftsprüfer der uneingeschränkte Bestät i-
gungsvermerk erteilt. 
 
Der Jahresfehlbetrag entsprach fast exakt der Annahme aus dem Wirtschaftsplan.  Mit einem Fehlbe-
trag von rund 10 Mio. € konnte einer Ergebnisverbesserung von rund 2.760.000 € gegenüber der Vor-
jahr erreicht werden.  
 
Nach den Jahren 2014 und 2015 kann auch das Geschäftsjahr 2016 die Vorgaben des Entschu l-
dungskonzeptes in wirtschaftlicher Hinsicht erfüllen. 
 
 
Ausblick: 
 
Aufgrund eines Passagierrückgangs in 2016 von rund 4,3 % im Vergleich zum Vorjahr auf rund 782 
Tausend Passagiere sind die Umsatzerlöse im Kernsegment des FMO weiter unter Druck. Eine 
nachhaltige Verbesserung der Ertragslage in den nächs ten Jahren ist abhängig davon, inwi efern es 
gelingt, wieder eine Verkehrssteigerung am FMO zu erzielen.  
Der Wettbewerbsdruck der vergangenen Jahre wird sich auch zukünftig auf die Geschäftstätigkeit des 
FMO auswirken. 
Für das Geschäftsjahr 2017 wird mit einem gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 um 1 Mio. € verri n-
gerten Fehlbetrag gerechnet.  
 
 
 
Weitere Einzelheiten können dem Jahresabschluss und dem Lagebericht in der Anlage entnommen 
werden. 
 
 
Beratung: 
 
Die Gesellschafterversammlung der FMO GmbH hat in Ihrer Sitzung am 08. Juni 2017 über die im 
Beschluss genannten Punkte beraten. Das Votum für die Stadt Münster / die Stadtwerke Münster 
GmbH in der Gesellschafterversammlung stand dabei unter dem Vorbehalt eines entsprechen den 
Beschlusses durch den Haupt- und Finanzausschuss.

- 3 - 
V/0766/2017 
 
 
I.V. 
Gez. 
Heuer 
Stadtrat 
 
Anlagen: 
Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2016 
Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2016 bis zum 31.12.2016 
Anlage 3: Lagebericht für das Geschäftsjahr 2016

Anlagen zur Vorlage 766-2017

16330 Zeichen

‚Ruggge 4 Zur Yox eue 266 (2olf .

FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven

Bilanz zum 31. Dezember 2016

Aktiva

31.12.2016 | 31.12.2015 |
€ € .

A. Anlagevermögen .
{.  Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte
Il. Sachanlagen
1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten
einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken
2. Technische Anlagen
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts-
ausstattung
4. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

107.135,00

73.639.524,76
3.417.476,00

" 1.510.749,00
6.732.756,45

Ill. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen
3. Beteiligungen
4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
. Sonstige Ausleihungen

. Umlaufvermögen
I. Vorräte
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
2. Geleistete Anzahlungen

226.189,18
48.174,00

. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
2. ‚Forderungen gegen Gesellschafter
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen
4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht
5. Sonstige Vermögensgegenstände

569.536,97
32.843.674,00
463.214,91

508.412,24
32,843,674,00
1.204.401,27

47.813,82
189.543,99

34.384.487,35 35.138.899,47

Ill. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 4.757.278,62 3.926.719,45
;39.141.765,97 39.065.618,92
©. Rechnungsabgrenzungsposten | __422.652,65] 475.275,51

143.162.533,04 146.544.598,01

|
!

Passiva

31.12.2015

31.12.2016

. Verbindlichkeiten

‚€ €

. Eigenkapital . ,
l. Gezeichnetes Kapital 22.663.500,00 22.663.500,00
ll. Kapitalrücklage 43,349.219,77: 39.733.282,94
Ill. Jahresfehlbetrag we -10.007.759,08 -12.805.900,17

. Rückstellungen . .

1. Rückstellungen für Pensionen und ähnliche
Verpflichtungen

2. Sonstige Rückstellungen

4.583.661,00
4.081.117,34

4.541.762,00
3.765.639,62
8.307.401,62

59.591.444,75
1.072.501,25

16.575.154,22

69.215.053,92
737.631,80
16,643.313,60

1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

3. Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern

4. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen

5. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht

6. Sonstige Verbindlichkeiten
davon aus Steuern 142.166,18 € (Vorjahr 140.492,41 €)

578.109,36 1.438.881,20

192.036,76
431.542,99

78.440.789,33 -88.577.719,35

52.004,68 68.594,27

119.782,05
423.056,78

. Rechnungsabgrenzungsposten

143.162.533,04

146.544.598,01

Hucoyge 2 tür Yoreoge 766 ( ZoAz

FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven

Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2016

. Umsatzerlöse
. Sonstige betriebliche Erträge

Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für
bezogene Waren

b) Aufwendungen für bezogene Leistungen

o

-282.975,14
-3.780.266,21

. Personalaufwand
a) Löhne und Gehälter

b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung
und für Unterstützung

davon für Altersversorgung 514.572,16 €

(Vorjahr 2.312.562,21 €)

5. Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
6. Sonstige betriebliche Aufwendungen
- 7. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme
9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen
12, Zinsen und ähnliche Aufwendungeh
„ Ergebnis nach Steuern
14. Sonstige Steuern
45. Jahresfehlbetrag

-3.484.208,15
-5.476.981,50
1.450.423,17
-1.280.034,28
4,61

F
}

Auesye 5 zur Yoreoye 266 (ZoA2

1

Lagebericht der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
für das Geschäftsjahr 2016

Die Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, deren Gesellschafter sich überwiegend
aus den angrenzenden Städten und Landkreisen zusammensetzt, ist ein inter-
nationaler Verkehrsflughafen mit spezieller Fokussierung auf Linien- und
Touristikverkehr. Ein Großteil der Umsatzerlöse kommt aus diesem Bereich. Die
weiteren Erlöse kommen überwiegend aus dem Non-Aviation-Geschäft.

l. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Die gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland können weiterhin
als robust und stabil angesehen werden. Die weiterhin wachsende Nachfrage nach
Mobilität führt speziell auch in der Luftfahrt und somit auch in der Airport-Branche zu
einer weiter steigenden Passagierzahl.im Bundesgebiet. Die Kostenbelastung der
Branche ist zwar insbesondere durch hoheitliche Kosten für Sicherheitsmaßnahmen
und Besteuerung der Flugpreise bedeutend, jedoch kompensieren aktuell die im
Zeitverlauf relativ moderaten Kerosinkosten einen Teil dieser Kostensteigerungen. Es’
bleibt abzuwarten, ob sich dieser allgemeine Trend im Rohstoffmarkt weiter festsetzt.

Für die in der gesamten Branche weiter steigende Nachfrage bleibt jedoch auch
feststellbar, dass sich das Wachstum in unterschiedlicher Stärke in den einzelnen
Flughafensegmenten vollzieht. j

Insgesamt gab es ein Passagierwachstum in Deutschland von 3,4 % im Vergleich
zum . Vorjahr, zum Großteil waren aber die Flughäfen mit ohnehin hohen |
Passagierzahlen die Profiteure des Wachstums. Mittelgroße und kleinere Flughäfen j
mussten überwiegend sogar Passagierrückgänge. verzeichnen. Der FMO als
typischer Vertreter dieses Segmentes musste einen Passagierrückgang von 4,3 %
hinnehmen. Im Jahr 2016 zählte der FMO 781.753 Passagiere im gewerblichen
Verkehr. Die in Teilen Europas politisch instabile Lage hat speziell auch in typischen |
Reiseländern wie der Türkei zu massiven Einbrüchen geführt. Kleinere und mittlere
Flughäfen haben insgesamt wenig Möglichkeiten, derartige Passagierrückgänge in
klassischen Urlaubsgebieten zu kompensieren.

Die beiden Determinanten Rohölpreis und insbesondere die politische Lage in
klassischen Urlaubsgebieten werden auch 2017 wesentlichen Einfluss auf die
Branchenentwicklung und die Entwicklung des FMO haben.

Einen mittlerweile auch zu beachtenden Einfluss auf das Passagierwachstum der
Branche haben Tarifauseinandersetzungen bzw. Streiks. Diverse Arbeits-
niederlegungen, sei es beim Bodenpersonal, Sicherheitsdienst oder auch beim
fliegenden Personal, führen dazu, dass immer häufiger Starts und Landungen auch
insbesondere an Hub-Fiughäfen nicht durchgeführt werden können. Am Standort
Münster/Osnabrück führt dies dazu, dass z. B. Zubringerflüge häufig nicht
durchgeführt werden können.

ll. Geschäftsverlauf

Der Jahresfehlbetrag des Geschäftsjahres 2016 entsprach fast exakt der Annahme
aus dem Wirtschaftsplan. Mit einem Fehlbetrag von ca. 10,0. Mio.€ im Vgl. zu
12,8 Mio.€ im ‘Vorjahr konnte eine Ergebnisverbesserung von ca. 2,76 Mio. €
erreicht werden. Bedeutsam in. diesem Zusammenhang ist, dass dieses
Jahresergebnis exakt den Vorgaben des mittelfristigen Finanzierungskonzeptes des
FMO entspricht. Das Entschuldungskonzept, welches die Gesellschafter im Jahr
2014 dem Grunde nach beschlossen haben, bildet seither den wirtschaftlichen
Rahmen aller Wirtschaftspläne der Flughafengesellschaft. Vor diesem Hintergrund
und in Anbetracht der noch zu fällenden Entscheidungen über zukünftige
Kapitalstärkungen ist das abermalige Einhalten dieser Vorgaben aus dem
Finanzierungskonzept von nachhaltiger Bedeutung für die Gesellschaft. Nach den
Jahren 2014 und 2015 kann auch das Geschäftsjahr 2016 die Vorgaben des
Entschuldungskonzeptes in wirtschaftlicher Hinsicht erfüllen.

Trotz des bereits ‘oben erwähnten Rückgangs der Passagierzahlen konnten die
Erträge in den Kerngeschäftsbereichen (Flughafengebühren und sonstige
Infrastrukturentgelte, Vermietung und Verpachtung, Provisionen/Konzessionen sowie
Versorgungsleistungen) sogar gesteigert werden. Der Grund dafür liegt insbesondere
in der Generierung von zusätzlichen Erlösen im Non-Aviation-Bereich. Exemplarisch
sind hier Drittaufträge im Bereich Technik sowie eine dreimonatige Verlängerung der
Registrierungsstelle für Flüchtlinge am FMO zu nennen. Im Bereich der sonstigen
 Umsatzerlöse haben sich im Vorjahresvergleich aufgrund des BiIRUG und den
daraus resultierenden Ausweisänderungen deutliche höhere Erlöse ergeben.

Der Materialaufwand liegt aufgrund ‚ungeplanter Sanierungs- und Instandhaltungs-
maßnahmen sowie der Veränderung konzerninterner Verrechnungen über dem
. letztjährigen Ansatz. Der Personalaufwand 2015 war noch von Einmaleffekten im
Zusammenhang mit dem Ausscheiden des damaligen Geschäftsführers geprägt. Der
gesamte Personalaufwand 2016 liegt unter dem Planansatz des Jahres. Zwar sind
auch hier gewisse Einmaleffekte im Zusammenhang mit der Berechnung von
Pensionsrückstellungen zu berücksichtigen, aber auch in diesem Kostenbereich
werden alle Vorgaben des Entschuldungskonzeptes weiter eingehalten. Leichte
Kostensteigerungen im Bereich der sonstigen Aufwendungen sind in zusätzlichen
Beraterkosten zur Neubesetzung der Geschäftsführung sowie der Marktsondierung
Fracht und Privatisierung begründet.

In den Zinsaufwendungen, die im Vergleich zum Vorjahr um über 600 Tsd. €
gesunken sind, machen sich die Auswirkungen der stetigen Schuldenreduzierung
nachhaltig’bemerkbar.

Ill. Lage der Gesellschaft

Ertragslage

Durch die Verkehrsrückgänge im Geschäftsjahr 2016 sind die Umsatzerlöse im
Kernsegment Verkehr des FMO weiter unter Druck. Eine nachhaltige Verbesserung
der Ertragslage ist in den. nächsten Jahren aber sicher abhängig davon, inwiefern es

3

gelingt, wieder eine Verkehrssteigerung am FMO zu erzielen. Dieses Wachstum
sollte auch dazu führen, dass der FMO mittelfristig wieder ein positives operatives
Ergebnis erreicht. \

Bis zu diesem Zeitpunkt bleibt der FMO von der Durchführung des
Finanzierungskonzeptes abhängig. Das Konzept, welches im Dezember 2014
einstimmig durch die Gesellschafter verabschiedet wurde, sieht eine jährliche
Eigenkapitalzuführung von ca. 16,4 Mio. € p.a. bis in das Geschäftsjahr 2020 vor. Die
Beschlüsse für das Geschäftsjahr 2018 sind bereits im Dezember 2016 gefällt
worden. Insofern sind bereits 4 von 6 notwendigen Beschlüssen durch die
Gesellschafter gefasst worden. Der im Dezember 2017 zu fassende Beschluss für
das Geschäftsjahr 2019 ‘wäre damit bereits der vorletzte der entsprechenden
Beschlusskette zur Eigenkapitalzuführung.

Zur nächsten Beschlussfassung im Zusammenhang mit dem Finanzierungskonzept
im Dezember 2017 werden die gesamten Darlehen des FMO bei Geschäftsbanken
einen Wert von ca. 48,26 Mio.€ haben. Davon sind ca. 44,02 Mio.€ durch
Gesellschafterbürgschaften gesichert. \

Analog zum Entschuldungskonzept sind 2019 und 2020 noch insgesamt 32,8 Mio. €
Eigenkapital zuzuführen. Vergleicht man diese Summe mit dem Risikokapital der
Gesellschaft ergibt sich eine Differenz von 11,22 Mio €. .

Wesentlich für die Ertragslage der FMO GmbH bleiben die Beteiligungsergebnisse
der Tochtergesellschaften. Die Parking GmbH konnte trotz. der Verkehrsrückgänge
am Standort ihr Ergebnis von 1,39 Mio. € auf 1,45 Mio. € steigern. Auch die Airport
Services GmbH konnte ihr Ergebnis wesentlich verbessern. Wurde im Vorjahr noch
ein Verlust von nahezu 0,89 Mio. € erzielt, konnte dies für das Geschäftsjahr 2016
auf nur ca. 0,04 Mio. € reduziert werden. Dies ist auf Preisanpassungen, verstärkte

Enteisungstätigkeiten sowie Änderungen von konzerninternen Verrechnungen

zurückzuführen.
Die Security Services GmbH hielt ihren Verlust nahezu konstant aufca. 1,2 Mio. €.

Insbesondere die Tochtergesellschaften der FMO GmbH sind ertragsmäßig stark
vom Verkehrsaufkommen am Standort abhängig. Wesentliche
Verkehrsentwicklungen spiegeln ‚sich deutlich im Ergebnis dieser Gesellschaften
wider. \

Durch die Eigenkapitalzuführung der Gesellschafter sowie der analogen
Ergebnisentwicklungen zum Entschuldungskonzept zeigt die Gesellschaft eine
robuste Liquiditätslage.

Es bleibt Anspruch der “Gesellschaft, von einer Außenfinanzierung durch _

Gesellschaftermittel unabhängig zu werden und die Finanzierung auf die klassischen
Finanzierungssäulen der Innenfinanzierung aus dem laufenden Betrieb und der
Bankenfinanzierung zu stellen. \

Vor diesem Hintergrund ist die Fokussierung der Unternehmensausrichtung auf das
operative Ergebnis besonders wichtig.

Insofern ist die stetige Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBITDA nach
Beteiligungsergebnis) von ca. -5,48 Mio. € in 2014 über -5,40 Mio. € in 2015 auf nun
-3,27 Mio. € in 2016 ein wichtiges Indiz, dass hier die Entwicklung in die richtige
Richtung geht. Mit Blick auf den geplanten Wert 2017 in Höhe von -2,3 Mio. € lässt
sich grundsätzlich auf für die Zukunft eine Tendenz zur stetigen Verbesserung
erkennen.

4

Liquiditätsbestand und Liquiditätsentwicklung werden weiterhin im Rahmen einer
rollierenden Vorschau permanent kontrolliert. :

Die Bilanzsumme hat sich um ca. 3,3 Mio. € reduziert. Auf der Passivseite sind hier
insbesondere die um ca. 10Mio.€ reduzierten Verbindlichkeiten gegenüber
Kreditinstituten zu nennen. Durch die Einzahlung der Gesellschafter hat sich
außerdem die Kapitalrücklage nochmals um ca. 3,62 Mio.€ erhöht. Nach
Berücksichtigung des Jahresfehlbetrages in Höhe von 10,07 Mio. € beträgt das
Eigenkapital ca. 56 Mio.€. Die Eigenkapitalquote ist somit auf ca. 39,11 %
gestiegen. Diese bilanziellen Kennzahlen verdeutlichen, dass die durchgeführten
Einzahlungen der ‚Gesellschafter analog zu den. Planungen die wesentlichen
bilanziellen Wirkungen zeigen.

IV. Chancen- und Risikobericht

Der Wettbewerbsdruck der vergangenen Jahre Wird sich sicher auch zukünftig auf
die Geschäftstätigkeit des FMO auswirken. Während der Flughafen sich im
Liniensegment in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelte, mussten im
Segment der Urlaubsverkehre deutliche Einbrüche registriert werden. Exemplarisch
dafür steht der nun vollständig vollzogene Rückzug der airberlin vom Standort. Da
airberlin in den vergangenen Jähren bis zu eine Million Passagiere am FMO
bewegte, zeigt sich, welche besondere Herausforderung es ist, dieses Marksegment
wieder zu beleben. j

Das zu erwartende Wachstum des Jahres 2017 könnte hier eine Trendwende in der
Entwicklung der Urlaubsverkehre darstellen. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich
insbesondere politische Entwicklungen in klassischen Urlaubszielen wie der Türkei
auf das Reiseverhalten auch am FMO auswirken. Neben diesem Risiko ist sicher
auch die aktuelle Situation im Markt der Airlines genauer zu beobachten. Obschon
z.B. die airberlin am Standort FMO keine Kapazitäten mehr hält, könnte ein
kompletter Rückzug aus . dem gesamten Bundesgebiet dazu führen, dass
Kapazitäten an anderen Flughäfen vakant werden. Dies wiederum könnte dazu
führen, dass Bedarf am Kernmarkt FMO nur sekundär bedient wird.

Für das Geschäftsfeld Aviation lassen sich insbesondere im Chartermarkt
Wachstumseffekte erwarten. Jedoch ist dieses Wachstumsszenario durchaus nicht
risikolos, wie die oben beschriebenen Beispiele verdeutlichen.

Im Bereich Non-Aviation ist im Geschäftsjahr 2018 eine umfassende Neuausrichtung
zu erwarten, da einige Konzessionsverträge auslaufen und neu ausgeschrieben
werden. Neben einer Anpassung an aktuelle Passagierbedürfnisse steht für den
Flughafen insbesondere auch eine wirtschaftiche Optimierung der
Vertragsverhältnisse im Fokus. Restaurant, Cafes und Shops werden einer
konzeptionellen Überprüfung unterzogen.

Auch ‘das Parkgeschäft wird aktuellen, sich verändernden Marktbedürfnissen
angepasst. Die besondere Herausforderung wird es sein, den gesamten Bedarf im
Non-Aviation-Bereich auf die mittelfristige Passagiererwartung abzustimmen.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2017 wird das durch Bürgschaften abgesicherte
Kreditvolumen der Gesellschaft voraussichtlich nominal 44,02 Mio. € betragen. Die
noch zu beschließenden Kapitalerhöhungen belaufen sich nominal auf 32,8 Mio. €.

5

Bei entsprechend weiter durchgeführter Entschuldung und anhaltender
Verbesserung des Konzern-EBITDA sind die langfristigen Entwicklungs-perspektiven
am Standort, obschon der vielfältigen Branchenrisiken, dadurch positiv zu bewerten.
Die volkswirtschaftliche und regionalpolitische Bedeutung des Flughafens bleibt
weiter unbestritten und eröffnet auch der Flughafenregion infrastrukturelle Vorteile im
Regionenwettbewerb. j

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir gegenüber dem Geschäftsjahr 2016 einen
um mehr als 1 Mio € verringerten Jahresfehlbetrag.

Beratungsverlauf (1)

20.09.2017 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 5.4 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0766/2017
Typ
Vorlagen
Datum
05.09.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37