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AN/1769/2021

Errichtung einer historisch-kritischen Stele neben dem Kriegerdenkmal auf dem Kriegerplatz in Longerich

Gem. Antrag nach § 3 BV5 (Grüne) 25.08.2021

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 5 (Nippes), Sitzung am 09.09.2021, TOP 8.1.10

Gem. Antrag nach § 3 (Grüne BV5)

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Gem. Antrag nach § 3 (Grüne BV5)

6050 Zeichen

Grüne 
Linke 
FDP 
GUT 
Klima Freunde 
 
Frau Bezirksbürgermeisterin  
Dr. Diana Siebert 
Frau Oberbürgermeisterin  
Henriette Reker 
Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 24.08.2021 
AN/1769/2021 
Antrag gem. §§ 3 und 38 der Geschäftsordnung des Rates und der 
Bezirksvertretungen 
Gremium Datum der Sitzung 
Bezirksvertretung 5 (Nippes)  
 
Errichtung einer historisch-kritischen Stele neben dem Kriegerdenkmal auf dem 
Kriegerplatz in Longerich 
- Gemeinsamer Antrag von Grünen, Linken, FDP, GUT und Klima Freunden - 
Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin, 
sehr geehrte Frau Oberbürgermeisterin 
 
Die Bezirksvertretung möge beschließen:  
 
1. Die in der Sitzung der Bezirksvertretung Nippes am 3. Dezember 2020 beschlossene Er-
richtung einer historisch-kritischen Stele (AN/1434/2020) wird aus bezirksorientierten Mitteln 
des Jahres 2021 in einem Umfang von bis zu 5000,00 Euro finanziert. 
Zur Verwendung kommt eine Stele, wie sie in Köln auch von den Stadtentwässerungsbetrei-
ben und anderweitig Verwendung findet.  
 
2. Die Stele enthält einen QR-Code mit einem Hyperlink-Sprungziel zu einer Internetseite der 
Stadt Köln, in der neben den unter „3.“ genannten noch weitere Informationen zum zum 
Kriegerplatz und dem Stadtteil Longerich präsentiert werden, wie sie z. B. in dem Faltblatt 
„Ein Rundgang mit Tiefgang“ des Gesundheitsamts über Longerich enthalten sind. Dieser 
Text wird später erstellt.  
 
3. Der Text auf der Stele selbst lautet:

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„Das Kriegerdenkmal auf dem Longericher Kriegerplatz 
 
Das Kriegerdenkmal wurde 1871 zur Erinnerung an die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 
und 1870/71 errichtet. Longerich gehörte während dieser Kriege zum Königreich Preußen, 
der treibenden Kraft zur Gründung des Deutschen Reichs. Diese Kriege führte das Preußen 
gegen Dänemark, Österreich bzw. Frankreich, mit denen Deutschland heute in der 
Europäischen Union „in Vielfalt geeint“ ist.  
Das Kriegerdenkmal wurde als Obelisk errichtet. Der Gedenkstein des Bildhauers Schmitz 
aus Kalk weist typische Bestandteile der Kriegerdenkmäler auf, so ein Porträt von Kaiser 
Wilhelm I., die Jahreszahlen der Kriege und den Adler auf der Spitze.  
Obelisk und Adler sollen Macht- und Hegemonieanspruch symbolisieren. Kriegerdenkmäler 
dieser Art entstanden in dieser Zeit in zahlreichen Städten und Gemeinden. Die Opfer der 
Kriege wurden als „siegreiche Helden“ bezeichnet. Mit Kriegerdenkmälern wie diesem wurde 
daher die Trauer um die Opfer zum Kult um den Krieg  instrumentalisiert. Sie waren also 
Ausdruck eines heute wenig verständlichen Heldenkultes um die Gefallenen. Soldaten 
wurden für Interessen eines Obrigkeitsstaates in den Krieg und damit allzu oft in den Tod 
geschickt.  
 
Das hiesige Denkmal wurde nahe den Mauern des damaligen Friedhofs der alten 
St. Dionysius-Kirche platziert. Mitte der 1890er Jahre wurde der Platz neu gestaltet: Auf dem 
Gebiet des Pfarrgartens entstand der bis heute bestehende Kirchenbau, der im Mai 1900 
eingeweiht wurde. Die Kirchengemeinde weihte die alte Kirche um und legte den Friedhof 
still. Der Longericher Gemeinderat beschloss, den ehemaligen Friedhofsplatz in Kriegerplatz 
umzubenennen.  
 
Mitte der 1980er Jahre wurde das Denkmal um Marmortafeln mit der Inschrift „den Opfern 
von Krieg und Gewaltherrschaft 1914-1918 1939-1945“ ergänzt. Damit erweiterte man das 
Andenken nicht nur um die im Ersten und im Zweiten Weltkrieg Gefallenen. Man wollte damit 
sämtliche Opfergruppen in das Gedenken aufnehmen – auch die Opfer von Antisemitismus 
und Rassismus. Diese Weiterwidmung war eine damals übliche Praxis im öffentlichen 
Gedenken. Dabei geht unter, dass es im Krieg und unter Gewaltherrschaft nicht nur Opfer, 
sondern auch Initiatoren, Täter und Mittäter gab.  
Errichtet 2021 von der Bezirksvertretung Nippes.“ 
 
Begründung: 
 
Quellen: 
Wikipedia 
Martin Erkelenz auf der Website des Longericher Bürgervereins , dieser wiederum: 
Paul Jordans, Longerich im Wandel der Zeiten, 1999 
Hans-Egon Meyer, „Nippes gestern und heute“, 1974 (Hrsg. Franz Irsfeld)  
Stadt Köln, NS-Dokumentationszentrum, Frau Dr. Christians-Bernsee  
 
Es gibt derzeit eine Debatte über den Umgang mit Denkmälern und Straßennamen aus der 
Hohenzollern/Preußen, Weimarer und Nazizeit (1814 bis 1945), die weit über Fachkreise 
hinausgeht. Neben Vorschlägen, solche Denkmäler abzureißen, einzumotten oder in einem 
Park zusammen zu fassen, gibt es die denkmalpflegerische Auffassung, dass die entspre-
chenden Denkmäler und Straßennamen (hier: „Krieger“-Platz) historisch-kritisch eingerahmt 
werden sollen. Letzteres Vorgehen ist für den Kriegerplatz in Longerich ratsam. Denn gerade 
durch das Kriegerdenkmal wird deutlich, warum – das ist vielleicht sogar ein wenig makaber! 
– ausgerechnet ein Friedhof an der Dionysius-Kirche zu einem „Kriegerplatz“ wurde. Das 
Kriegerdenkmal entstand nach 1871 zur Erinnerung an die Gefallenen der Kriege 1864, 1866 
und 1870/71. Diese Kriege führte Preußen gegen Staaten, die heute in der Europäischen

- 3 - 
 
Union „in Vielfalt geeint“ sind. Soldaten wurden für Interessen eines Obrigkeitsstaates in den 
Krieg und damit allzu oft in den Tod geschickt. Inzwischen ergänzte man eine Gedenktafel 
für die Gewaltopfer und Gefallenen der beiden Weltkriege. An einem öffentlich zugänglichen 
Platz sollte daran erinnert werden, dass es nicht nur Opfer, sondern auch Initiator*innen, 
Befehlshaber und überhaupt Täter der Kriege gab. Eine größere Stele ermöglicht, nicht nur 
abstrakt an Gewaltopfer und Gefallene der beiden Weltkriege zu erinnern, sondern auch die 
Akteure zu benennen, denen in den fünf Kriegen auf beiden Seiten Menschen zum Opfer 
gefallen sind. Eine größere Stele ermöglicht zudem, historisch-kritisch auf die Funktion von 
Kriegerdenkmälern als sogenannte Heldenverehrung seit dem 19. Jahrhundert mit ihrem 
Sieger- und Opfer-Kult allgemein und das Kriegerdenkmal in Longerich im Besonderen hin-
zuweisen.  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
gez. Beckhaus gez. Frank gez. Urmetzer gez. Schlieper gez. Feuser

Beratungsverlauf (1)

09.09.2021 Bezirksvertretung 5 (Nippes)
TOP 8.1.10 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: ungeändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Kriegerplatz

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Details

Aktenzeichen
AN/1769/2021
Typ
Gem. Antrag nach § 3 BV5 (Grüne)
Datum
25.08.2021
Erstellt
25.08.2021 17:31