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V/0551/2018

Jahresabschluss 2017 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH)

Vorlagen 14.06.2018

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Nächste Beratung: Haupt- und Finanzausschuss, Sitzung am 04.07.2018, TOP 5.2

Anlage A

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Beschlussvorlage

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Anlagen zur Vorlage 551-2018

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Ansehen

Anlage A

1122 Zeichen

Anlage A zur V/0551/2018 
Kurzüberblick 
Jahresabschluss 2017 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH incl. der Ermächtigung des 
Vertreters in der Gesellschafterversammlung 
 
Ziele/Teilziele/Zielerreichung 
Zustimmung des Gesellschafters Stadt Münster zum Jahresabschluss und damit Aufhebung des 
Vorbehalts in der Gesellschafterversammlung der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH 
 
Finanzierung 
Produktgruppe: Nr. 1501 Anteile an verbundenen Unternehmen 
Auswirkungen auf den Ergebnisplan  Ja X Nein   
Auswirkungen auf den Finanzplan  Ja X Nein   
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2018 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2018 enthalten?  Ja X Nein  teilw. 
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren?  Ja X Nein   
Bereits veranschlagt?  Ja X Nein   
 
Pflichtigkeitsgrad 
Die Maßnahme/Leistung ist X vollständig 
pflichtig 
 überwiegend 
pflichtig 
 überwiegend 
freiwillig 
 vollständig frei-
willig 
HGB, GO NRW, Gesellschaftsvertrag 
 
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen 
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) 
Keine

Beschlussvorlage

5294 Zeichen

V/0551/2018 
V/0551/2018 
 
 
Öffentliche Beschlussvorlage 
Betrifft 
 
Jahresabschluss 2017 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH) 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
   04.07.2018 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung 
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung der 
FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2017 (Anlage 1 - 3) werden 
zur Kenntnis genommen. 
 
2. Es wird weiter zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der FMO Flughafen 
Münster/Osnabrück GmbH für das Geschäftsjahr 2017 vom beauftragten Wirtschaftsprüfer am 
24. Mai 2018 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt wurde. 
 
3. Die Stadt Münster ermächtigt ihren Vertreter / den Vertreter der  Stadtwerke Münster GmbH in 
der Gesellschafterversammlung der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH folgende En t-
scheidungen zu treffen: 
 
a) Der Jahresabschluss der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH für das G e-
schäftsjahr 2017, abschließend 
 
in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 128.905.829,60 € 
 
sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung 
ausgewiesenen Jahresfehlbetrag von 21.742.137,33 € 
 
wird festgestellt. 
 
b) Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2017 Entla s-
tung erteilt. 
 
c) Der Jahresfehlbetrag in Höhe von 21.742.137.33 € wird mit der Kapitalrücklage ve r-
rechnet.  
 
Amt für Finanzen und 
Beteiligungen 
 
26.06.2018 
 
Ihr/e Ansprechpartner/in: 
Frau Haubner 
Telefon: 492 20 32 
HaubnerG@stadt-
muenster.de

- 2 - 
V/0551/2018 
II. Finanzielle Auswirkungen: 
 
Keine 
 
 
Begründung: 
 
Die FMO GmbH ist eine mittelbare Beteiligung der Stadt Münster. Mit Ratsbeschluss vom 19.09.1984 
ist der Anteil der Stadt Münster an der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH auf die Stadtwerke 
Münster GmbH übertragen worden. Auf der Grundlage des v.g. Ratsbeschlusses können die Vertr e-
ter der Stadt Münster / Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung d en im B e-
schlussvorschlag genannten Punkten erst nach Abstimmung mit der Stadt Münster abschließend z u-
stimmen. 
 
 
Gesamtentwicklung/-ergebnis: 
 
Dem Jahresabschluss wurde von dem beauftragten Wirtschaftsprüfer der uneingeschränkte Bestät i-
gungsvermerk erteilt. 
 
Der FMO konnte in 2017 ein Passagierwachstum von rund 23 % verzeichnen und war der Flughafen 
mit der höchsten prozentualen Steigerungsrate in Deutschland.  
 
Das Jahresergebnis von – 21,7 Mio. € war wesentlich durch Aufwendungen in Höhe von insge samt 
13,85 Mio. € aufgrund außerplanmäßiger Abschreibungen auf Grundstücke und aktivierte Planung s-
kosten für die Startbahnverlängerung (12,89 T€) sowie durch die Bildung von Rückstellungen für dr o-
hende Verluste aus für das Projekt Startbahnverlängerung angepachteten Grundstücken (0,96 Mio. €) 
geprägt. Ohne diesen Sondereffekt hätte sich das Jahresergebnis von  – 10 Mio. € auf ca. - 7,89 Mio. 
verbessert. 
 
Zur Stabilisierung des Unternehmensergebnisses trug auch die Eigenkapitalzufuhr durch die Gesel l-
schafter bei, sowohl die Zinsaufwendungen als auch die Fremdkapitalquote konnte reduziert werden.  
 
Alle wesentlichen Vorgaben des Finanzierungskonzepts konnten – so die Geschäftsführung im Lage-
bericht - eingehalten werden.  
 
 
Ausblick: 
 
Im Dezember 2017 wurden die 5. und 6. Tranche des Finanzierungskonzeptes mit den letzten Eigen-
kapitalzuführungen für die Jahre 2019 und 2020 beschlossen, so dass die Entschuldung weiter for t-
gesetzt werden kann. Ziel ist es, die FMO GmbH von den hohen Kapitalkosten zu befreien. 
 
 Wesentlich für die Ertragslage der FMO GmbH bleiben die Ergebnisse der Tochtergesellschaften. Die 
FMO Parking GmbH, die FASG (FMO Airport Services GmbH) und die FSSG (FMO Security Services 
GmbH) konnten ihre Ergebnisse verbessern.  
 
 Chancen sieht die Geschäftsfüh rung darin, verlorene Marktanteile im Segment der Urlaubsverkehre 
zurückzugewinnen sowie in den aktuellen Serviceproblemen an Großflughäfen. Die Fokussierung am 
Airlinemarkt auf eine stetig sinkende Anzahl an Marktteilnehmern führt nach Ausführungen der G e-
schäftsführung zu einer weiteren Verschiebung der Marktmacht zugunsten der Airlines. Trotz des 
Wachstums in 2017 beurteilt die Geschäftsführung den FMO-relevanten Markt nicht als stabil.  
 
Durch eine Optimierung der Unternehmensorganisation sollen Synergien gehoben werden.

- 3 - 
V/0551/2018 
Die Planung für das Geschäftsjahr 2018 sieht leicht sinkende Passagierzahlen vor. Es wird ein Feh l-
betrag von 6,81 T€ erwartet, der den Planungen des Finanzierungskonzeptes entspricht. 
 
 
Weitere Einzelheiten können dem Jahresabschluss und dem Lagebericht in der Anlage entnommen 
werden. 
 
 
Beratung: 
 
Die Gesellschafterversammlung der FMO GmbH hat in Ihrer Sitzung am 14. Juni 2018 über die im 
Beschluss genannten Punkte beraten. Das Votum für die Stadt Münster / die Stadtwerke Münster 
GmbH in der Gesellschafterversammlung stand dabei unter dem Vorbehalt eines entsprechenden 
Beschlusses durch den Haupt- und Finanzausschuss. 
 
 
gez. 
Reinkemeier 
Stadtkämmerer 
 
Anlagen: 
Anlage 1: Bilanz zum 31.12.2017 
Anlage 2: Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01.2017 bis zum 31.12.2017 
Anlage 3: Lagebericht für das Geschäftsjahr 2017

Anlagen zur Vorlage 551-2018

21767 Zeichen

Hucaye A ur Yorezye 554 (2048

FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven

Bilanz zum 31. Dezember 2017

Aktiva .
31.12.2017 31.12.2016
€ ° €
A. Anlagevermögen
I. Immaterielle Vermögensgegenstände
Entgeltlich erworbene Konzessionen; gewerbliche
Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte 72.025,00; 107.135,00

N. Sachanlagen 5
1. . Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten

einschließlich Bauten auf fremden Grundstücken 65.394.623,88 73,639.524,76

2. Technische Anlagen 3.377.093,00 3.417.476,00
3. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäfts- ’
ausstattung 1.130.889,00 1.510.749,00 |
159.718,78| _6.732,756,45 \

4. Geleistete Änzahlungen und Anlagen im Bau

70.062,324,66 85.300.506,21

Il}. Finanzanlagen
1. Anteile an verbundenen Unternehmen
2. Beteiligungen i
3. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht

17.085.733,91 17.085.733,91
899.325,42 . 899.325,42

54.310,61 205.413,88
18.039.369,94 18.190.473,21
88.173.719,60 103.598.114,42

B. Umläufvermögen
1. Vorräte,
1. Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
2. Geleistete Anzahlungen

257.360,13 226.189,18
48.174,00 48.174,00
305.534,13| ° 274.363,18

II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 701.124,23 569.536,97
2. Forderungen gegen Gesellschafter 32.843.674,00| 32.843.674,00
3. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 2.877.673,96 463.214,91

4. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein
Beteiligungsverhältnis besteht 2.250,32 .0,00
5. Sonstige Vermögensgegenstände 227.136,33 233.698,29
36.651.858,84 34.110.124,17
Ill. Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten 3.340.470,35 4.757.278,62
40.297.863,32 39.141.765,97
“ C. Rechnungsabgrenzungsposten 434.246,68 422.652,65

128.905.829,60] 143.162.533,04]

Passiva

31.12.2017 31.12.2016
€ €
A. Eigenkapital .
I. Gezeichnetes Kapital 22.663.500,00! 22.663.500,00
ll. Kapitalrücklage 49.763.297,69 43.349.219,77
-21.742.137,33 -10.007.759,08

Il. Jahresfehlbetrag

B. Rückstellungen
1. ‚Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen
2. Sonstige Rückstellungen

C. Verbindlichkeiten
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
Erhaltene Anzahlungen auf Bestellungen
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen
Unternehmen .
Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht
7. Sonstige Verbindlichkeiten

davon aus Steuern 150.277,79 € (Vorjahr 142.166,18 €)

RAND

©

D. Rechnungsabgrenzungsposten

50.684.660,36 56.004,960,69

4.767.670,00 4.583.661,00
6.694.144,02 4.081.117,34
11.461.814,02

8.664.778,34

48.151.039,75 59.591.444,75

9.188,36 0,00

874.496,77 1.072.501,25| '
16.691.069,36 16.575.154,22

171.186,83 578.109,36
314.529,52 192.036,76
482.186,64 . 431.542,99

66.693.697,23]| ° 78.440.789,33

65.657,99

128.905.829,60 143.162.533,04|

|

Auezge E un Yoreoje SSA(Lo48

FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, Greven

Gewinn- und Verlustrechnung
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2017

1. Umsatzerlöse 17.479.276,18
2. Sonstige betriebliche Erträge 378.703,57
3. Materialaufwand

a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für
bezogene Waren \ -344.533,06
b) Aufwendungen für bezogene Leistungen -4.015.933,80

17.857.979,75| 15.913.936,11

2016
€
15.686.958,16

226.977,95

-3,780.266,21

-4.360.466,86

-4.063.241,35

4. Personalaufwand _
a) Löhne und Gehälter -8.178.851,77
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung

und für Unterstützung j . -2.044.584,50
davon für Altersversorgung 604.646,91 €
(Vorjahr 514.572,16 €)

a

Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände

des Anlagevermögens und Sachanlagen -15.937.853,90

6. Sonstige betriebliche Aufwendungen -8.114.942,18
7. Erträge aus Ergebnisabführungsverträgen 2.507.084,11
8. Aufwendungen aus Verlustübernahme -444.233,80

9. Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens |
10. Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
11. Abschreibungen auf Finanzanlagen
12. Zinsen und ähnliche Aufwendungen

-10.223.436,27 -9.701.881,91

-7.742.098,06

-1.959.783,85

413. Ergebnis nach Steuern

14. Sonstige Steuern -285.591,39

15. Jahresfehlbetrag -21,742.137,33

-282.975,14

Aueege 3 car Yoresye SSA (Loi&
1

Lagebericht der FMO-Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
für das Geschäftsjahr 2017

Die FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH, deren Gesellschafter sich
überwiegend aus den angrenzenden Städten und Landkreisen zusammensefzt, ist
ein internationaler Verkehrsflughafen mit spezieller Fokussierung auf Linien- und

- Touristikverkehr. Ein Großteil der Umsatzerlöse kommt aus diesem Bereich. Die

weiteren Erlöse kommen überwiegend aus dem Non-Aviation-Geschäft.

l. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das robuste gesamtwirtschaftliche Wachstum in der deutschen Volkswirtschaft der
Vorjahre hat sich auch im Jahr 2017 fortgesetzt. Sehr hohe Beschäftigungsquoten,
günstige Refinanzierungsmöglichkeiten sowie fortwährend hohe Auslandsnachfrage
waren auch 2017 ein günstiges volkswirtschaftliches Umfeld. In der historischen
Gesamtsicht sind auch Rohstoffpreise und speziell Rohölpreise weiter auf einem
niedrigen Niveau. Die insgesamt positiven makroökonomischen Rahmenbedin-
gungen sind naturgemäß auch mit einem steigenden Mobilitätsbedarf verbunden.
Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland ist 2017 mit 2,2% gestiegen. Die
deutschen Flughäfen konnten sogar mit 5,2 % eine noch höhere Wachstumsrate
verzeichnen, obwohl das Wachstum durch die Air Berlin Insolvenz leicht gedämpft
wurde. Die Tatsache, dass der gesamte europäische Luftverkehr im Jahr 2017 um
8,2% gestiegen ist, zeigt deutlich, dass am relevanten Markt.noch keine
Sättigungstendenzen zu erkennen sind.

Die Insolvenz der Air Berlin war im Geschäftsjahr 2017. eine besondere.

Herausforderung, insbesondere für deutsche Flughäfen. Die damit einhnergehende
entsprechende: Marktkonsolidierung auf Seiten der Airlines stellt die Airports weiter
vor die Herausforderung einer stetig wachsenden Marktmacht der. Fluggesell-
schaften. Parallel dazu mussten die Airports gemeinsam mit den Airlines frei
gewordene Märkte zeitnah wieder bedienen. ü

Die Luftverkehrssteuer, die seit 2011 nur in der Bundesrepublik Deutschland erhoben‘

wird, stellt einen wesentlichen Wettbewerbsnachteil im europäischen Markt dar.
Diese Steuer führt insbesondere in grenznahen Regionen dazu, dass Verkehre ins
Ausland, z. B. Niederlande, verlagert werden.

Neben dieser Steuer ist auch: die Belastung des Flugpreises mit den
Luftsicherheitsgebühren ein entsprechender Nachteil im deutschen Markt. Während
z. B. in den USA, Spanien oder Italien die Finanzierung der Luftsicherheit durch
staatliche Beteiligungen zumindest gedeckelt ist oder sogar komplett übernommen
wird, wird in Deutschland die Luftsicherheitsgebühr letztendlich vom Fluggast
getragen. Dies stellt im internationalen Wettbewerb einen entsprechenden Nachteil
dar.

ll. Geschäftsverlauf

Der Flughafen Münster/Osnabrück konnte 2017 969.762 Passagiere begrüßen, was
ein Wachstum von 23,23 % im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Mit diesem Wachstum
war der FMO der Airport mit der höchsten prozentualen Steigerungsrate in
Deutschland: -

Diese erfreuliche Entwicklung spiegelte sich auch entsprechend in der Erlösent-
wicklung wider. Die gesamten Erlöse der FNO GmbH stiegen von ca. 15,91 Mio. € in
2016 auf ca. 17,86 Mio. € in 2017. Aufgrund der Mehrbeschäftigung sind zwar auch
die wesentlichen. Kostengruppen wie Materialaufwand oder Personalaufwand
entsprechend gestiegen, dennoch konnte letztendlich auch das operative Ergebnis
inkl. Beteiligungsergebnis von ca. -3,27 Mio, € aufcca. -1 ‚84 Mio. € gesteigert werden.
Hier wurde auch der avisierte Planwert von -2,3 Mio. € übertroffen. Außer den
regelmäßigen ‚Ersatzinvestitionen wurden keine nennenswerten Investitionen
getätigt. Neben der positiven Entwicklung der Muttergeselischaft erzielten auch die
Tochter- und Beteiligungsunternehmen entsprechende Ergebnisverbesserungen.

Wie schon in den Vorjahren, konnten alle wesentlichen Vorgaben des Finanzierungs-
konzeptes bzw. der Planwerte deutlich eingehalten werden. nr

Der Cash Flow des Flughafens hat sich, wie das operative Ergebnis, wesentlich
verbessert. Betrug der Cash Flow nach DVFA/SG 2016 noch ca. -6,5 Mio. €, ver-
besserte er sich in 2017 auf -3,4 Mio. €. . oo

Neben der verbesserten Innenfinanzierung aus dem operativen Geschäft sind
naturgemäß die Eigenkapitalzuführungen der Gesellschafter in Höhe von 16,4 Mio. €
im Zusammenhang mit dem Entschuldungsprozess ein wesentlicher ‚Faktor zur

Stabilisierung des Unternehmensergebnisses. Sowohl Zinsaufwendungen als auch.

die Fremdkapitalgquote konnten entsprechend reduziert werden. Wie geplant,
entlasten diese Einzahlungen das Finanzergebnis der Gesellschaft nachhaltig.

Wesentlich beeinflusst wurde das Jahresergebnis 2017 durch die Entscheidung der

FMO-Organe, das Projekt ‚Startbahnverlängerung aktuell nicht aktiv weiter zu
verfolgen und der damit einhergehenden bilanziellen Wertberichtigung. Die
Entwicklung des Luftverkehrs in der jüngeren Vergangenheit und die kurz- und
mittelfristigen Aussichten lassen auch bei der diesjährigen _ erfreulichen
Fluggastentwicklung am FMO keinen akuten Bedarf erkennen, das Verfahren aktiv
zu betreiben.

Nach dem Prinzip der.kaufmännischen Vorsicht (sog. „Niederstwertprinzip") sind
daher bilanziell erhöhte Aufwendungen für 'Grundstückskäufe und Planungskosten
abzuschreiben.

Insgesamt fielen in diesem Zusammenhang ca. 13,85 Mio. € Aufwendungen an.
Davon waren 12,89. Mio. € Abschreibung auf Grundstücke und sonstige Anlagen
sowie 0,96 Mio. € sonstige Aufwendungen im Hinblick auf die Werthaltigkeit von
Pachtverträgen. :

“Ohne diesen Sondereffekt hätte sich das Jahresergebnis von -10 Mio. € auf car7,89
Mio. € verbessert. Aufgrund dieser Sonderabschreibung bezifferte sich das
Jahresergebnis auf -21,75 Mio. €. ° j

Die Abschreibungen wurden explizit vor dem Hintergrund der handelsrechtlich
gebotenen kaufmännischen Vorsicht gebildet. Es besteht weiterhin Einigkeit, das

3

Projekt Startbahnverlängerung bei passenden juristischen und kaufmännischen
Rahmenbedingungen entsprechend umzusetzen.

Die Flughafengesellschaft grenzt sich in der Wahrnehmung des relevanten Marktes
regelmäßig durch eine sehr kundenfreundliche Servicekette von Mitbewerbern ab.
Die besondere Kundenorientierung der Belegschaft bildet ein sehr solides
‚Fundament, um auch in den kommenden Jahren einen 'optimalen Service zu
gewährleisten. Geplante organisatorische Modifikationen bzw. geänderte
Tätigkeitsprofile in verschiedenen Bereichen werden an der aktuellen Servicequalität
nichts ändern.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass das Geschäftsjahr 2017 durch eine
weitere Verbesserung des operativen Ergebnisses inkl. der Beteiligungsgesell-
schaften sowie der bereits erwähnten Sonderabschreibung im Zusammenhang mit
dem Projekt Startbahnverlängerung gekennzeichnet ist.

Il. Lage der Gesellschaft

Durch die entsprechenden Wachstumsraten des Jahres 2017 konnten naturgemäß
auch die Umsatzerlöse der FMO.GmbH gesteigert werden. Insbesondere die
verbesserte Erlössituation ist der Grund für die Steigerung des operativen
Ergebnisses. Mittlerweile machen sich auch die positiven Effekte aus dem im
Geschäftsjahr 2014 verabschiedeten Entschuldungskonzept bemerkbar. Der Stand
der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten konnte in 2017 abermals gesenkt
werden von 59,59 Mio. € auf 48,15 Mio. €. Entsprechend sanken auch die
Zinsaufwendungen von 3,03 Mio, € auf 2,74 Mio. €.

Im Dezember 2017 wurden die 5. und 6. Tranche des Finanzierungskonzeptes und
damit die beiden letzten Zuführungen ins Eigenkapital beschlossen. Diese
Zuführungen,: die jeweils im Geschäftsjahr 2019 und 2020 dem Unternehmen

zufließen, werden analog zum Finanzierungskonzept dazu führen, dass die

Flughafengesellschaft den eingeschlagenen Weg der weiteren Entschuldung
fortsetzt. Ziel des Finanzierungskonzeptes bzw. der darin geplanten Eigenkapital-
zuführung ist es, die FMO GmbH von den hohen Kapitalkosten zu befreien. Die
bisherige und fortschreitende Entschuldung zeigt in diesem, Zusammenhang
deutliche Wirkung. Sowohl Schuldenstand als auch Zinsaufwendungen sinken stetig.

Neben den sinkenden Kapitalkosten ist die Steigerung des operativen Ergebnisses
nach Beteiligungen die zweite wesentliche Säule zur Verbesserung des
Unternehmensergebnisses. Es ist Ziel der Flughafengesellschaft, dieses. operative
Ergebnis mindestens wieder ausgeglichen auszuweisen, um nach weitgehender
Entschuldung eine ausschließliche Innenfinanzierung der gesamten Fluggesellschaft
zu gewährleisten, die nicht von Gesellschafterzuschüssen abhängig ist. j

Wesentlich für die Ertragslage der Muttergesellschaft ist auch. die wirtschaftliche
Entwicklung der Tochtergesellschaften. Insbesondere die FMO- Parking Services
GmbH konnte ihre Ergebnisabführung bedeutend steigern. Während im
Geschäftsjahr 2016 noch ca. 1,45 Mio. € Gewinn an den FMO abgeführt: wurden,
konnten 2017 sogar 2,34 Mio. € Gewinn in der Parking GmbH erzielt werden.
Ursache ist hier insbesondere ein Erlösanstieg von mehr als 27 %, der sogar höher
ist als das Passagierwachstum am Flughafen. Die FMO Airport Services GmbH
konnte eine Ergebnisabführung von 162 Tsd. € erwirtschaften und damit erstmals
seit 2010 wieder Gewinne an die FMO GmbH abführen.

4

Auch die FMO Security Services GmbH verbesserte ihr Ergebnis. Musste die FMO
GmbH 2016 noch 1,2 Mio. € an Verlustübernahmen tragen, konnte dies in 2017 auf
einen Verlust von ca. 0,44 Mio. € reduziert werden. Neben Steigerungen der
Passagierzahlen wurden auch entsprechende Preisanpassungen am Markt
durchgesetzt. -

Die wesentliche Verbesserung des operativen Ergebnisses, begleitet durch die
Eigenkapitalzuführung der Gesellschafter, führt weiterhin zu einer robusten Liquidi-
tätslage der Gesellschaft. Planmäßig wird sich das operative. Unternehmensergebnis
auch in den nächsten Geschäftsjahren weiter verbessern. Eine klassische
Innenfinanzierung aus dem laufenden ‚Betrieb nach Ende des Entschuldungs-
konzeptes wird angestrebt. Die tendenzielle Entwicklung des EBITDA nach
Beteiligungsergebnis von -5,4 Mio. € in 2015 über -3,27 Mio. € in 2016.auf nun
-1,84 Mio. € zeigt deutlich die gestiegene operative Leistungsfähigkeit der
Gesellschaft. Die Liquiditätsentwicklung der FMO GmbH wird weiterhin einer
rollierenden Kontrolle unterzogen. _ oo. \

“ Die Bilanzsumme der FMO GmbH hat sich von ca. 143 Mio. € auf ca. 129 Mio. €
reduziert. Wesentlich für diese Veränderung ist die Abschreibung im Zusammenhang
mit dem Projekt Startbahnverlängerung. Diese reduzierte den Wert der Sachanlagen
um ca. 12,89 Mio.€ und erhöhte auf der Passivseite den Jahresfehlbetrag um
ca. 13,85 Mio. €. Nach Berücksichtigung des Jahresfehlbetrages 2017 weist. der
FMO ein. Eigenkapital von ca. 50,7 Mio. € aus. Dies entspricht einer
Eigenkapitalquote von 39,33 %. Die erteilten Zusagen zu weiteren Kapitalzufüh-
rungen haben dazu geführt, dass die Eigenkapitalquote trotz des Jahresfehlbetrages
nahezu konstant blieb.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass das Jahr 2017 sowohl verkehrlich
als auch - hinsichtlich des operativen Ergebnisses - wirtschaftlich ein ausgesprochen
‚erfolgreiches Jahr war. Die deutliche Zunahme des Jahresfehlbetrags ist
ausschließlich auf die Sonderabschreibungen auf das Projekt Start-/
Landebahnverlängerung zurückzuführen. " .

IV. Chancen und Risikobericht

Der Flughafen Münster/Osnabrück befindet sich weiter in einem ambitionierten
Wettbewerbsumfeld. Das abgelaufene Geschäftsjahr 'mit entsprechend hohen
Wachstumsraten unterstrich, dass es dem Flughafen jedoch wieder fortwährend
gelingt, sich im Wettbewerbsumfeld entsprechend zu positionieren. Nachdem das

Liniensegment in. den vergangenen Jahren eine stetige Wachstumsquelle war, .

konnte 2017 insbesondere das Segment der Urlaubsverkehre verlorene Marktanteile
“ zurückgewinnen. Diese Marktanteile werden nach dem nun vollständigen Rückzug
der Air Berlin zunehmend von anderen Marktteilnehmern belegt. Sollte sich diese
Tendenz verstärken und sollten sich aktuelle Serviceprobleme an Großflughäfen
tatsächlich als langfristige Kapazitätsprobleme erweisen, könnte der FMO sukzessive
in eine nachhaltige Wachstumsphase kömmen. j

Risiken, die, dieser Entwicklung im Weg stehen könnten, sind u.a. die Entwicklung

des Rohölpreises, politische Unruhen und speziell für den deutschen Markt der

Mangel an Fachkräften in der Branche. Während der Rohölpreis und politische
Unruhen bereits in den letzten Jahren stetige Risiken für die weitere Entwicklung des
Luftverkehrs, darstellten, kann der deutsche Fachkräftemangel am . Arbeitsmarkt
aktuell zu einer ernsthaften Wachstumsbremse führen. Exemplarisch zeigt sich

5

dieses Thema auch an Großfiughäfen in NRW, die ihre Passagiere um eine
frühzeitige Anreise bitten, um Verspätungen aufgrund von Personalmangel an den
Sicherheitskontrollen zu vermeiden. Extrem lange Wartezeiten an Sicherheits-
kontrollen, eingeschränkte Serviceleistungen im Zusammenhang mit auf Flugreisen
verschwundenen Gepäckstücken sowie Verspätungen aufgrund von Check-In
Problemen, insbesondere an Großflughäfen, zeigen möglicherweise, dass speziell im
Segment der größeren Airports das Problem der Kapazitätsengpässe in der
Dienstleistungskette sukzessive auftaucht. j

Sollten sich die Tendenzen manifestieren, könnte dies eine entsprechende Chance
für kleine Flughäfen sein. Während die ‚Fokussierung der Airlines in den
vergangenen Jahren insbesondere auf größere Flughäfen deutlich spürbar war,
könnte sich hierdurch nun ein Trend abzeichnen, die Verkehre auch wieder auf
kleinere Airports zu lenken.

Dies reduziert nicht nur mögliche Anreisezeiten für Fluggäste, sondern ermöglicht
_ kleineren Airports auch ungestört von Kapazitätsengpässen die Erbringung eines für
den Fluggast optimalen Services.

Am Standort FMO könnte sich hier durchaus eine Chance entwickeln, sich vom
Wettbewerb abzugrenzen. Sollte es gelingen, dem Kunden eine. ungestörte
Dienstleistungskette mit qualitativ adäquatem Service zu bieten, würde dies
möglicherweise zu einem erneuten Nachfragedruck vom Markt führen.

Die Fokussierung im Airlinemarkt auf eine stetig sinkende Anzahl von
Marktteilnehmern führt dazu, dass sich die entsprechende Marktmacht weiter zu
Gunsten der Airlines verschiebt. Dies könnte, neben weiterhin bestehenden
Überkapazitäten bei einigen Regionalairports, zu weiterem Preisdruck und analogen

Erlöseinbußen führen. Trotz des erfreulichen Wachstums des Jahres 2017 kann der

FMO-relevante Markt keinesfalls als stabil angesehen werden, so dass-auch in den
kommenden Jahren verschiedene, Marktverwerfungen zu entsprechenden Folgen für
den Standort und das Unternehmensergebnis führen können.

Neben Marktentwicklungen bergen auch einige unternehmensinterne Organisations-
maßnahmen Chancen und Risiken. Die konzernartig aufgebaute Unternehmens-,
organisation der FMO GmbH führte in der Vergangenheit in einzelnen Bereichen zum
Verlust von Synergieeffekten. Im Rahmen anstehender Optimierungen der Unter-
nehmensorganisation wird versucht werden, diese verlorengegangenen Synergien
wieder zu heben. Beispielhaft kann hier die in 2017 vollzogene . vollständige
Übernahme der Gesellschaftsanteile der FMO Passenger Services GmbH genannt
werden. Diese Übernahme war Grundvoraussetzung für nun anstehende weitere
. ofganisatorische Veränderungen wie mögliche Verschmelzungen verschiedener
Abteilungen. Diese diversen Organisationsmaßnahmen, die fast alle Betriebsteile
betreffen, haben zum Ziel, die Kostenstrukturen den geänderten Marktbedingungen
anzupassen.

Primäres Ziel bleibt allerdings, den FMO am Markt weiter zu stabilisieren. Die
Neuakquisition von Airlines, aber auch die Direktansprache an potenzielle
Passagiere, steht im Fokus, damit der FMO langfristig am Markt erfolgreich agieren

kann. Neben einer neuen Parktechnik und neuen attraktiven Parkgebühren können

auch neue Angebote im Bereich Non-Aviation dazu führen, dass der FMO im
Bewusstsein des Endverbrauchers wieder zunehmend eine Rolle spielt. Der
-jetztendliche Erfolg all dieser. Maßnahmen ist natürlich abhängig von vielen, teilweise
kaum beinflussbaren Rahmenbedingungen des Marktes wie z. B. der geopolitischen

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Stabilität und sonstigen Einflussfaktoren, die traditionell den gesamten Luftverkehr
stark beeinflussen. -

V. Prognosebericht

Im Zeitpunkt der Wirtschaftsplanung 2018 wurden leicht sinkende Passagierzahlen
im Vergleich zum 'Vorjahr erwartet. Insbesondere Erlöse aus dem Non-Aviation-
Bereich 'sorgen dafür, dass die Vorjahreserlöse übertroffen werden. Der zu
erwartende Jahresfehlbetrag von -6,81 Mio. € sowie das entsprechende EBITDA
nach dem Beteiligungsergebnis in Höhe von -1,0 Mio. € entsprechen exakt dem
Planungsansatz des Finanzierungskonzeptes. j j

Insbesondere das abermalige Einhalten des Finanzierungskonzeptes mit den
entsprechenden finanziellen Rahmendaten sowie der in 2017 erstmals wieder
deutlich zu erkennende Wachstumspfad der Flughafengesellschaft lassen keine
erheblichen Risiken erkennen. Auch. der beschriebene Marktaustritt der
Air Berlin/NIKI ist äufgrund des mittlerweile äußerst geringen Marktanteils am FMO
mit wenig Risiken verbunden. j

VI. Einhaltung der öffentlichen Zwecksetzung

Die FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH führt auf "Basis des
Gesellschaftsvertrags den Betrieb des Flughafens Münster/Osnabrück wahr. Dazu
gehören auch die Förderung der zivilen Luftfahrt sowie alle im Zusammenhang mit
Vermietung ‘und Verpachtung stehenden Geschäfte einschließlich der Versorgung
Dritter mit elektrischer Energie für den Bereich des Flughafens. Die Gesellschaft
nimmt somit Aufgaben der Daseinsvorsorge wahr, die in hohem Maße einem
öffentlichen Zweck entsprechen. \

Beratungsverlauf (1)

04.07.2018 Haupt- und Finanzausschuss
TOP 5.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
V/0551/2018
Typ
Vorlagen
Datum
14.06.2018
Erstellt
06.10.2020 14:37