A-R/0056/2008
Modellprojekt mit alternativen Antriebskonzepten für die städtische Fahrzeugflotte auflegen - Der Verantwortung als "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" gerecht werden
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Originalantrag
7060 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0056/2008
Antrag
28.10.2008
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Münzstr. 15
48143 Münster
Telefon: 0251/ 45 314
Fax: 0251/ 511 750
spdfrak@muenster.de
www.spd-muenster.de
Modellprojekt mit alternativen Antriebskonzepten fü r die
städtische Fahrzeugflotte auflegen - Der Verantwort ung als
„Bundeshauptstadt im Klimaschutz“ gerecht werden
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Stadt Münster beschafft
für ein Modellprojekt „Elektroauto“ fünf Elektrofa hrzeuge samt E-
Tankstellen für die technischen Ämter am Standort Parkhaus Stadthaus III;
Fünf Vollhybridfahrzeuge für die Fahrzeugflotte de r Stadtverwaltung.
In der Betriebsphase findet ein Evaluationsprozess statt, über den die Gremien
informiert werden.
2. Die Stadt Münster bemüht sich, geeignete Koopera tionspartner für das
Modellprojekt zu gewinnen.
Begründung:
Münster ist Klimahauptstadt Deutschlands. In Münste r kommen aber auch auf knapp
279.000 Einwohner 143.386 zugelassene PKW. Die Gesa mtzahl der zum
01.09.2008 zugelassenen Kraftfahrzeuge beträgt soga r 186.938. Damit beträgt die
Pro-Kopf-Quote 0,67 Kraftfahrzeuge pro Einwohner. D as ist einer der höchsten
Werte in NRW. In Aachen liegt die Quote beispielswe ise bei 0,51
Kraftfahrzeugen/Kopf. Die SPD-Ratsfraktion sieht da her Handlungsbedarf, in
Münster im Bereich des motorisierten Individualverkehrs etwas für die Minderung von
Treibhausgasimmissionen zu tun.
Die Erfolge der Vergangenheit in Sachen Klimaschutz sind unbestritten. GuD-
Kraftwerk mit KWK-Technik, Einsatz von Stadtbussen mit Biodiesel und
Partikelfiltern, die Berücksichtigung ökologischer Belange im Bauplanungsrecht,
beim städtischen Immobilienmanagement, das Carshari ng-Modell für
Dienstfahrzeuge, sowie das - allerdings chronisch u nterfinanzierte -
Altbausanierungsprogramm sind hier, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, zu nennen.
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Die SPD-Ratsfraktion hat in jüngster Vergangenheit allerdings immer wieder darauf
hingewiesen, dass seit dem Bau der GuD-Anlage, die ohne Zweifel ein großer Schritt
nach vorne war, in Sachen CO 2-Einsparung zu wenig passiert. Insbesondere halten
Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten es für fal sch, bis zur Fertigstellung des
erst jetzt in Auftrag gegebenen Gutachtens für ein Klimaschutzkonzept „die Hände in
den Schoß“ zu legen.
1. Das Mobilitätsmanagement der Stadtverwaltung bietet eine gute Möglichkeit auf
dem Feld der durch Kraftfahrzeuge verursachten Trei bhausgasimmissionen
unabhängig von dem später noch zu beschließenden Ge samtkonzept für den
städtischen Klimaschutz und ohne dessen Ergebnisse vorwegzunehmen oder zu
konterkarieren – sofort – einen ersten wirksamen Schritt mit Vorbildwirkung zu tun.
Die SPD-Fraktion spricht sich deshalb für die unver zügliche Einrichtung eines
Modellprojekts „Elektroauto“ sowie für die Beschaffung von 5 Hybridfahrzeugen (als
Ersatz für abgängige Fahrzeuge) für den städtischen Fuhrpark aus. Das Beispiel
London, wo seit Einführung der Citymaut über 1.600 Elektroautos hauptsächlich von
Behörden und Firmen genutzt werden und tagtäglich a uf den Straßen unterwegs
sind, oder das nun gestartete Projekt „e-mobility B erlin“, das ebenfalls auf
Elektroautos setzt, zeigen, dass die Technik mittle rweile marktreif ist. Ab Frühjahr
2009 werden bei Karmann in Osnabrück Elektrokleintr ansporter des Typs „Quicc
Diva“ des niederländischen Herstellers „Duracar“ in Serie für den freien Verkauf
produziert. Ebenfalls 2009 startet der Verkauf des in Frankreich bei „Aixam-Mega“
derzeit ausschließlich für London produzierten „Nic e Mega City“ auf dem
europäischen Festland. Der Preis liegt hier bei umg erechnet 16.000 Euro pro
Fahrzeug. In Norwegen wird ein Zweisitzer Names „Th ink City“ für 25.000 Euro
angeboten. Außerdem können schon heute bei niederlä ndischen
Leasinggesellschaften, wie z.B. der Firma „TTd“ au s Delft auf Elektroantrieb
umgerüstete PKWs, Vans und Transporter der großen A utokonzerne geleast
werden. Schließlich produziert Toyota mit der Hybri dversion des „Prius“ als einziger
Hersteller weltweit und mittlerweile in der zweiten Generation ein Vollhybridfahrzeug
in Serie - mit einem Kraftstoffverbrauch von nur fünf Litern/100 km - innerorts.
Es ist an der Zeit diese neuen Technologien auch in die Fahrzeugflotte der Stadt
Münster einzuführen.
Mit dem Modellprojekt nimmt die Stadt Münster ihre Vorbildfunktion im Bereich
Klimaschutz und Treibhausgasreduktion war. Sie weis t auf die Marktreife und
Alltagstauglichkeit der neuen Umwelttechnik hin und schafft so Anreize zur
Nachahmung durch Private. Insofern wird auch ausdrü cklich in Kauf genommen,
dass z.B. die monatliche Leasingrate eines E-Smarts mit 480 Euro monatlich um ca.
320 Euro höher liegt, als die derzeitig günstigsten Leasingraten städtischer PKWs mit
Verbrennungsmotor. Der rasch fortschreitende Klimaw andel und die bundesweite
Verantwortung der Klimahauptstadt Münster machen es notwendig hier
selbstbewusst voranzugehen, wo andere noch zögern.
Die Stadt Münster beschafft daher in einem ersten S chritt für ein Modellprojekt
jeweils 5 Elektorfahrzeuge für die technischen Ämte r am Standort Parkhaus
Stadthaus III sowie 5 Hybridfahrzeuge vom Typ Toyot a „Prius“ für die verschiedenen
Verwaltungseinheiten.
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2. Laut mehreren Medienberichten planen der Autokonzer n Daimler und der
Stromversorger RWE eine „Elektroauto-Offensive“. So wollen die Unternehmen in
Berlin Netze mit Ladestationen für eine Flotte von Elektro-Smarts aufbauen. Dieses
Pilotprojekt verfolgt mehrere Ziele. Erprobt werden soll eine neue Antriebstechnik,
Batterietechnik und Ladeinfrastruktur. Gleichzeitig sollen Erkenntnisse über die
Akzeptanz und das Verkehrsverhalten der Nutzer dera rtiger Elektroautos gesammelt
werden. Generell soll die Alltagstauglichkeit des K onzeptes getestet und damit ein
Schritt in Richtung Serientauglichkeit gemacht werd en. Die „Klimahauptstadt
Münster“ sollte sich von Anfang an im Sinne einer „ win-win-Situation“ nach
geeigneten Kooperationspartnern für ihr Modellproje kt bemühen. Dabei sollte nach
Möglichkeit auch der städtische Partner für das Car sharing-Modell, die „Stadtteilauto
Münster GmbH“ einbezogen werden.
Die Beschlussgremien werden über den Erfolg des Mod ellprojekts in regelmäßigen
Abständen informiert. Aus diesem Grund findet auch eine Evaluation statt.
Karsten Rahn Marianne Hopmann Udo Reiter
Wolfgang Heuer Ralf Hubert Anne Schulze Wintzle r
Anika Bergner Dr. Michael Jung Joachim Tonn
Hedwig Chudziak Marianne Koch Beate Vilhjalmsson
Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Holger Wigger
Beanka Ganser Kurt Pölling Karl-Heinz Winter
Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0056/2008
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 28.10.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37