EF/0001/2008
Sicherheitsbefragung für Menschen mit ausländischer Herkunft
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Original Einwohner/innenfrage
2908 Zeichen
An den Oberbürgermeister der Stadt Münster Ioana Popa
Herrn Dr. Berthold Tillmann Konradstr. 9
Klemensstraße 10 48145 - Münster
48127 Münster popa_ioana@gmx.net
Tel: 0176 - 29544241
03.06.08
Antrag auf EinwohnerInnenfragestunde
Sehr geehrter Herr Tillmann,
ich beabsichtige folgende Fragen am 18.06.2008 in öffentlicher Ratssitzung an Politik und
Verwaltung der Stadt Münster zu stellen. Es ist aus meiner Sicht notwendig, dass die
Stadtratsfraktionen in der Sitzung zum Thema Stellung nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Ioana Popa.
Fragen für EinwohnerInnfragestunde im Stadtrat
1. Auf welcher Rechtsgrundlage werden Menschen ausländischer Herkunft/ggf. mit
Migrationshintergrund einer Sicherheitsbefragung unterzogen?
2. Welche Personengruppe ist von dieser Befragung betroffen? Wird die Befragung auf Grundlage
von personenspezifischen Merkmalen, wie sie in §1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz genannt
werden, durchgeführt?
3. In welchem Zeitraum wurde/wird diese Befragung durchgeführt?
4. Wie viele Menschen wurden befragt?
5. Für welchen Zeitraum müssen die Daten gespeichert werden ? Wo sind die Daten gespeichert?
Welche Ämter und Behörden haben auf die Daten Zugriff? An welche Behörden werden die Daten
weitergereicht, hier im Besonderen: Bundesnachrichtendienst, Verfassungsschutz, Zollämter ?
6. Hält die Stadt Münster die Befragung für verhältnismäßig? Wie beurteilt die Stadt Münster die
Rechtmäßigkeit der Befragung im Besonderen vor dem Hintergrund der Rechtssprechung des
Bundesverfassungsgerichts, z.B. zur Rasterfahndung (siehe BVerfG, 1 BVR 518/02 vom 4.4.2006)?
7. Welche Konsequenzen kann es für die bezeichnete Personengruppe haben, wenn bei der
Befragung mit "ja" beantwortet wird ? Welche Konsequenzen hat eine Verweigerung der
Beantwortung der Fragen?
8. Wie viele Datensätze wurden bislang an die Sicherheitsbehörden weitergeleitet?
9. Hat die Stadtverwaltung dafür Verständnis, dass AusländerInnen diese
Praxis als diskriminierend empfinden? Sehen die politische Verantwortlichen persönlich moralische
Bedenken bei der Diskriminierung politisch Verfolgter ?
10. Welche ggf. schädlichen Auswirkungen der Befragung auf die Integration von
ausländischen MitbürgerInnen in Münster werden durch die Stadt gesehen? In welcher Hinsicht
sind solche Befragungen vereinbar mit den Bemühungen der Stadt und der Menschen mit
Migrationshintergrund um Integration, insbesondere vor dem Hintergrund des jüngst beschlossenen
Migrationsleitbildes ?
11. Ist die Stadt Münster davon überzeugt, dass diese Befragung der sogenannten
"Terrorabwehr" dienlich ist?
12. Wie will die Stadt Münster vorgehen, um die unter Generalverdacht stehenden EinwohnerInnen
und BürgerInnen vor der Sicherheitsbefragung zu schützen? Welche Maßnahmen sind geplant?
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Konradstraße 9
- Klemensstraße 10
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Details
- Vorlagen-Nr.
- EF/0001/2008
- Typ
- Einwohnerfragen
- Datum
- 04.06.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37