V/0363/2016
Maßnahmenprogramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster - Umsetzung jugendbezogener Maßnahmen in 2016 und 2017 -
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Beschlussvorlage
18977 Zeichen
DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Kinder, Jugendliche und Familien Betrifft Maßnahmenprogramm einer kind- und jugendbezogenen Armutsprävention in Münster - Umsetzung jugendbezogener Maßnahmen in 2016 und 2017 - Beratungsfolge 31.05.2016 Ausschuss für Gleichstellung Vorberatung 01.06.2016 Integrationsrat Vorberatung 08.06.2016 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Vorberatung 15.06.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Vorberatung 29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 29.06.2016 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Das „Maßnahmenprogramm einer kind - und jugendbezogenen Armutsprävention“ wird um weitere Maßnahmen ergänzt, die gezielt die Lebenssituation von Jugendlichen bis zum Übe r- gang von der Schule in das Berufsleben unterstützen. 2. Die im Rahmen der Mittelerhöhung für das „Maßnahmenprogramm einer kind - und jugendbe- zogenen Armutsprävention“ zur Verfügung stehenden Mittel werden in den Jahren 2016 und 2017 für die Etablierung der jugendbezogenen Maßnahmen verwendet. 3. Die Verwaltung wird den politischen Gremien zum Ablauf des Förderzeitraums im Herbst 2017 einen Fachbericht vorlegen. Vorlagen-Nr.: V/0363/2016 Auskunft erteilt: Frau Pohl Frau Tigger Ruf: 492-5100 492-5527 E-Mail: Pohl@stadt-muenster.de Tigger@stadt-muenster.de Datum: 11.05.2016 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0363/2016 II. Finanzielle Auswirkungen: Im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Haushaltsjahr 2015 hat der Rat der Stadt Münster für das Maßnahmenprogramm einer kind - und jugendbezogenen Armutsprävention in der Stadt Mün s- ter für die Jahre 2016 und 2017 Mittel in Höhe von insgesamt 700.000 €uro zur Verfügung gestellt. Mit dieser Beschlussvorlage wird die bisher nicht verplante Summe von 128.160 €uro mit jugendbe- zogenen Maßnahmen hinterlegt. Teilergebnisplan Nr. Bezeichnung Haush.- jahr Betrag € Bemerkun- gen Produktgruppe 0604 Familienförderung 2016 2017 58.330 € 69.830 € Zeile 16 Sonstige ordentliche Auf- wendungen Summe: 128.160 € Die zur Finanzierung erforderlichen Ermächtigungen sind im Haushaltsplan bei o. g. Produktgruppe veranschlagt. Begründung: 1. Ausgangslage Im Rahmen der Mittelerhöhung für die Jahre 2015 bis 2017 hat die Ver waltung mit der Vorlage V/0190/2015 eine Erweiterung des Maßnahmenprogramms einer kindbezogenen Armutsprävent ion in Münster vorgelegt. Mit Beschluss des Rates vom 06.05.2015 (V/0190/2015/1.Erg) und entspr echend der Empfehlung des AKJF vom 29. April 2015 w urde die Verwaltung beauftragt, das Maßnahmenprogramm insb e- sondere für Jugendliche im Übergang Schule-Beruf weiter auszubauen. Mit der Vorlage V/0621/2015/1.Erg wurde am 04.11.2015 vom Rat entschieden, die „Erweiterung der pädagogischen Angebote für Kind er und Jugendliche in Flüch tlingseinrichtungen“ einmalig in 2015 zu finanzieren. Die Fortführung der pädagogischen Angebote für Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingseinrichtungen wurde mit der Beschlussvorlage „Absicherung und Ausbau der pädagog i- schen Angebote für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingseinrichtungen ab 2016 “ (V/0741/2015) am 16.12.2015 vom Rat gesichert. Die im Maßnahmenprogram angesetzten Mittel in Höhe von 108.160, - €uro für die Flüchtlingsa rbeit im Jahr 2016 wurden wieder frei. Die Verwaltung wurde beauftragt, das Maßnahmenpr ogramm im Rahmen des zur Verfügung stehenden Bu dgets für Kinder und Jugendliche ab dem schulpflichtigen Alter bis zum Übergang Schule / Beruf für die Jahre 2016 und 2017 weiter zu entwickeln. Das Angebot „Kompetent im Wir“ wurde im Rahmen des Maßnahmenprogramms beschlossen. Zw i- schenzeitlich wurde die Förderung durch die Aktion Mensc h übernommen, so dass die Z uschüsse durch die Stadt Münster nicht benötigt werden. Die Mittel in Höhe von insgesamt 20.000 €uro stehen wieder zur Verfügung und werden für die Umsetzung weiterer Maßnahmen mit eingebunden. Insgesamt können somit 128.160 €uro für die Planung jugendbezogener Maßnahmen eingesetzt werden. - 3 - V/0363/2016 2. Sachstand: Die Liste der bereits beschlossenen Maßnahmen der kind- und jugendbezogenen Armutsprävention stellt sich für 2016 und 2017 wie folgt dar: Nr. Maßnahme 2016 2017 1 Gesundes Frühstück in ausgewählten Kitas 20.000 € 20.000 € 2 Ausbau der Präventionskette für Kinder ab dem 1. Lebensjahr mit einer Kinderkrankenschwester 25.000 € 25.000 € 3 Fallmanagement „Ernährung in Familien“ sowie Ernäh- rungsschule in Kitas 15.000 € 15.000 € 4 Schulvorbereitung an der Eichendorffschule in Angelmodde und Ludgerusschule in Hiltrup 12.000 € 12.000 € 5 „wellcome“ – praktische Hilfen für Familien nach der Geburt 10.000 € 10.000 € 6 Stadtteilkoordination Frühe Hilfen: Bezirk Mitte und Nord, Stadtteil Kinderhaus 70.000 € 70.000 € 7 Weiterführung der Maßnahme „Safe“ in der Kita Killingstr. und Übertragung auf weitere Familienzentren 9.000 € 9.000 € 8 Vortragsreihe für Eltern „Was Kinder heute brauchen“ 3.000 € 3.000 € 9 Resilienz-Kurs für Vorschulkinder: Weiterführung der Maßnahme „Prik“ in der Kita Killingstr. und Übertragung auf weitere Familienzentren 3.600 € 3.600 € 10 FEU-Kampagne im Bezirk Nord - - 11 Stadteilkoordination Frühe Hilfen, Bezirk Hiltrup 35.000 € 35.000 € 12 Qualifizierungsangebote für Fachkräfte in Kita, OGS, Kin- der- u. Jugendarbeit zu Armutsfragen und Resilienz- Förderung 3.000 € 3.000 € 13 Einsatz von Kulturmittlerinnen in Kitas 15.000 € 15.000 € 14 Präventionskonferenz Münster 5.000 € - 15 Sure Start in Berg Fidel und Kinderhaus 19.000 € 19.000 € 16 Aufwind – Gruppenangebot für seelisch belastete Eltern 6.500 € 6.500 € 17 Familienpaten 5.000 € 5.000 € 18 Starthilfe 10.000 € 10.000 € 19 Erweiterung der pädagogischen Angebote für Kinder und Jugendliche in Flüchtlingseinrichtungen - - 20 „come on“ – ankommen – mitkommen - weiterkommen 6.600 € 6.600 € 21 Schuldenprävention für Jugendliche und junge Erwachse- ne 8.000 € 8.000 € 22 „Kompetent im Wir“ - - 23 Boxprojekt 20.000 € 20.000 € 24 Social Media - Medienkompetenz 9.000 € 8.080 € Summe: 309.700 € 303.780 € Ansatz: 400.000 € 300.000 € Übertrag Vorjahr: 41.640 € (aus 2015) 131.940 € (aus 2016) Übertrag Folgejahr: 131.940 € 0 € Verfügbar: 128.160 € - 4 - V/0363/2016 3. Neue Maßnahmen zur jugendbezogenen Armutsprävention ab 2016 Zusätzlich zu den bereits realisierten Maßnahmen sollen für die Jahre 2016 und 2017 folgende jugendbezogene Maßnahmen initiiert werden: Die Verwaltung hat gemeinsam mit den freien Trägern und unter Beteiligung der A rbeitsgemein- schaften nach § 78 SGB VIII jugendpädagogische Maßnahmen für die Präventionskette entwickelt und gemäß der für das Maßnahmenprogramm abgestimmten Aufgabenbereiche im Handlungsfeld 4 „Bildung ermöglichen – Leben lernen“ verortet. „Kinder- und Jugendarmut geht häufig einher mit Bildungsarmut. Deshalb gilt es, soziale oder herkunftsbedingte Nachteile durch gezielte Maßnahmen oder Förderprogramme auszugleichen, damit Kinder und Jugendli che so un- terstützt werden, dass sie ihre individuellen Potenzia le voll entfalten können und schwierige Bi l- dungsverläufe vermieden werden.“ (vergl. Vorlage V/0624/2014) Unter dieser Prämisse werden für die neuen Maßnahmen insbesondere Jugendliche in den Blick genommen, die im Rahmen ihrer bisherigen Biographie benachte iligt sind. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Schwächen auszugleichen und auf den individuellen Stärken der Jugendlichen aufz u- bauen, um so die Chancen auf eine soziale Teilhabe im zukünftigen Berufsleben zu erhöhen. 3.1 Kurzdarstellung der Maßnahmen: Nr. 25) Interkulturelle Mädchenarbeit in Kinderhaus Mit dem bedarfsgerechten Ausbau der interkulturellen Mädchenarbeit durch das Begegnungs - zentrum Sprickmannstraße e.V. werden in Kinderhaus zwei Angebotselemente umgesetzt: Das offene Treffangebot am Sprickmannplatz richtet sich an Mädchen aus unterschiedlichen Kultu r- kreisen im Alter von 10–14 Jahren, die im Bereich Kinderhaus-Brüningheide leben. Die neue Gruppe wird von Betreuerinnen begleitet, die selbst eine Migrationsvorgeschichte haben und aus dem Sozi- alraum stammen. Diese Brückenpersonen haben ein sehr gutes Verständnis für die Sorgen und Probleme der Mädchen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Im Rahmen des Mädchentreffs b e- gleiten und unterstützen sie durch die Reflexion des Verhaltens das Rollen - und Selbstverständnis der Mädchen in der Phase der Berufs- und Lebenswegplanung. Zusätzlich wird in Kinderhaus ein Trendsportangebot für Mädchen von 10–14 Jahren in der Sporthal- le der Paul-Schneider-Schule initiiert. Hier erhalten die Mädchen in einem Sonntagsnachmittagskurs die Möglichkeit, neue Sportarten kennenzulernen, sich im geschützten Raum auszupr obieren und mit dem erlebten Erfolg an Selbstbewusstsein zu gewinnen. Mit diesem sportlichen Angebot wird die Bedeutung von Bewegung und Gesundheit bereits in frühen Jahren erlernt und die Teilhabe der Mädchen am gesellschaftlichen Leben vermittelt. Durch das hinzugewonnene Selbstverständnis und die Selbstständigkeit der Mädchen wird einer sozialen Ausgrenzung entgegengewirkt. Nr. Maßnahme 2016 2017 25 Interkulturelle Mädchenarbeit in Kinderhaus, Begegnungszentrum Sprickmannstraße e.V. 6.700 € 6.700 € 26 Mädchen Fragen? Mädchen Wissen!, SeHT e.V. 3.000 € 3.000 € 27 Handwerker- und Lebensplanungsprojekt an der Waldschule Kinderhaus, JAZ 18.500 € - 28 StilWerk – Jugendliche und Berufsexperten im Dialog, JAZ 15.000 € 15.000 € 29 Maßband, ViP 15.130 € 15.130 € 30 Aufsuchende Jugendsozialarbeit in Gremmendorf West, Katholische Kirchengemeinde St. Ida 30.000 € Summe: 58.330 € 69.830 € Ansatz: 128.160 € - 5 - V/0363/2016 Nr. 26) Mädchen Fragen? – Mädchen Wissen! – Gesundheitsförderung als Schritt zu Cha n- cengleichheit und Armutsprävention Mit dem Projekt „Mädchen Fragen? – Mädchen Wissen!“ unterstützt SeHT e.V. sozial benachteiligte Mädchen im Alter zwischen 11–17 Jahren mit einem sozialen, emotionalen al s auch kognitiven För- derbedarf, um Grundkenntnisse über den eigenen Körper, Körperhygiene und Gesundheitsfü rsorge zu erlangen. Diese Themen sind häufig mit Scham besetzt und es mangelt an positiven Rollenvo r- bildern im familiären Umfeld. Der Verein SeHT e.V . wird das Angebot an den Förde rschulen und an den Schulen mit gemeinsamem Lernen als niedrigschwelliges Gruppenangebot installieren. Dies erleichtert den Zugang zu den Mädchen, so dass eine Kontaktperson die Mädchen einfüh lsam und in einfacher Sprache informieren kann. Mit Hilfe der Wissensvermittlung und der Handlungsorienti e- rung sollen das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit der Mädchen gestärkt we rden. Das Wissen über Körperhygiene, Gesundheit und die Zugänge zur Gesundheitsfürsorge dienen der V or- beugung von späteren Gesundheitsstörungen und erhöhen die Teilhabechancen der jungen Frauen in Arbeitswelt und Gesellschaft. Nr. 27) Handwerker- und Lebensplanungsprojekt an der Waldschule In der Waldschule Kinderhaus wird im Schuljahr 2016/2017 gemein sam mit dem Jugendausbi l- dungszentrum JAZ ein weiterer Baustein zur Berufsvorbereitung für lernschwache Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 –9 eingerichtet. Mit Hilfe einer konzentrierten und individuellen Zusatzförd e- rung sollen diese Jugendlichen in die Lage versetzt werden, ihren Hauptschulabschluss zu erreichen und auf Praktika außerhalb der Schule vorbereitet werden. In der Kooperation mit dem JAZ können die Teilnehmenden in der Stadtteilwerkstadt Nord verschiedene Handwerksbereiche kennenlernen. Neben dem handwerklichen Geschick stehen Arbeitsbereitschaft, Durchhaltevermögen, Teamfähi g- keit und das Verstehen und Umsetzen von Arbeitsanweisungen als Ziele im Vo rdergrund. Mit der Einrichtung des Handwerkerprojektes können die FörderschülerInnen innerhalb des schulischen Umfeldes Berufsfelder praxisnah erproben und ihre eigenen Ideen handwerklich umsetzten. Die g e- fertigten Produkte können der ganzen Schule zu Verfügung gestellt werden, was zur Identifikation mit der Schule als Lebensort beiträgt, den Schüle rInnen Anerkennung verschafft und einer mögl i- chen Schulmüdigkeit entgegenwirkt. Im Handwerker - und Lebensplanungsprojekt werden Förde r- schülerInnen Selbstkompetenzen und Arbeitstugenden vermittelt, die eine Partizipation an Bildungs- und Ausbildungsprozessen und die anschließenden berufliche Integration ermöglichen. Nr. 28) StilWerk – Jugendliche und Berufsexperten im Dialog Mit dem Projekt StilWerk setzt das Jugendausbildungszentrum JAZ im Rahmen der Ber ufsvorberei- tung einen Fokus auf die Aspekte äußere Erscheinung, gepflegtes Auftreten und Umgangsfo rmen. Dazu bringt das JAZ Experten - u.a. aus der Agentur für Arbeit, den Handwerkskammern, Persona l- verantwortliche ausgewählter Unternehmen und Trainer für Rhetorik der WWU - in Kontakt mit Schülerinnen und Schülern der Klassen 8–10. In zweitägigen Veranstaltungen erhalten die Teilne h- menden durch die sozialpädagogische Kraft des JAZ und die kompetenten und engagierten Fac h- leute aus der Berufswelt handlungsbezogene, lebensnahe und fächerübergreifende Unterstü tzung. Die Jugendlichen werden auf Vorstellungsgespräche vorbereitet, bekommen eine Rückme ldung zu ihrer äußeren Erscheinung und erhalten Hilfen beim Erwerb von Umgangsformen, so dass sie Ängs- te und Unsicherheiten abbauen können. Mit dem gestärkten Selbstve rtrauen können sie eigene schulische und berufliche Perspektiven entwickeln, die eine Einmündung in eine Berufsau sbildung erleichtert, ohne dass es zu unnötigen Verzögerungen im Lebenslauf kommt. Darüber hi naus haben die Berufsexperten durch diese Kooperat ion die Möglichkeit , in der unmittelbaren B egegnung mit den Jugendlichen für ihren Beruf zu werben und einem ggf. drohenden Nachwuchsmangel in b e- stimmten Berufsfeldern entgegenzuwirken. Nr. 29) Maßband Der Verein sozial -integrativer Projekte (ViP) ist zus tändig für die Vermittlung gemeinnütziger Arbeit für Jugendliche und junge Heranwachsende, die im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit verurteilt wurden. Mit dem Projekt Maßband soll der besondere Fokus auf Jugendliche gelegt werden, die aufgrund von Schulabsentismus in einem Ordnungswidrigkeitsverfahren zur Ableistung von gemei n- nütziger Arbeit oder soziale Trainingsmaßnahmen angehalten sind. Die Jugendlichen werden durch schulfördernde Trainingsmaßnahmen der Fachstelle Jugendhilfe an weiterführenden Sch ulen nicht - 6 - V/0363/2016 erreicht. Das Projekt ergänzt die Leistungen der Fachstelle als äußerst niedrigschwelliges Angebot und steht hierzu mit dieser in engem Austausch. Ist im Projekt Maßband ein Kontakt zustande g e- kommen, werden die Gründe für die Schulverweigerung innerhal b des Systems eruiert und gemei n- sam mit den Jugendl ichen individuelle Hilfs - und Unterstützungsangebote erarbeitet. Kernaufgabe ist es, die bei den Jugendlichen bestehenden Ängste, als auch Ziel - und Perspektivlosigkeit, abzu- bauen. Das Netzwerk um den Ju gendlichen soll für die Problematik sensibilisiert und mit Hilfe von Beratungsangebote gestärkt werden mit dem Ziel, die Schullaufbahn mit einem Abschluss zu bee n- den und so das Risiko einer beruflichen Desintegration zu mindern. Nr. 30) Aufsuchende Jugendsozialarbeit in Gremmendorf Ab 2017 wird, unter der Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Nikolaus, im Kontext des offenen Kinder- und Jugendtreffs St. Ida, die Aufsuchende Jugendsozialarbeit in Gremmendorf bedarfsgerecht ergänzt. Das zusätzlic he Angebot spricht Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14 –27 Jahren an, die im öffentlichen Raum anzutreffen sind und häufig von anderen A n- geboten des Hilfesystems nicht mehr erreicht werden. Diese „heterogenen“ Jugendlichen haben Unterstützungsbedarf, sie sind oftmals von Ausgrenzung, Stigmatisierung und einem höheren A r- mutsrisiko bedroht. Mit dem niedrigschwelligen Angebot sollen die Jugendlichen in ihrer Leben swelt erreicht werden, um ihnen erweiterte Handlungs - und Erfahrungsräume aufzuzeigen und so eine Integration ins gesellschaftliche Miteinander zu ermöglichen. Neben den Kernleistungen der klass i- schen Aufsuchenden Jugendsozialarbeit wird der Träger adressatenbezogene Netzwerke initiieren und sichern. Dies geschieht über die Vernetzung der S ozialen Akteure, das Erkennen und Bene n- nen von Bedarfen, die Vermittlung zwischen den unterschiedlichen Adressatengruppen und einer gezielten Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit im Sozialraum. Bis zur Errichtung einer geplanten Einric h- tung der Kinder- und Jugendarbeit in Gremmendorf sollen mit diesem Projekte erste Bausteine einer adressatenbezogenen Präventionskette etabliert werden, die die Bildungsbiographien der Jugendl i- chen im Übergang Schule-Beruf positiv beeinflussen. 4. Fazit und Ausblick: Die neu a ufgenommenen Maßnahmen wurden auf der Grundlage einer Bedarfsanalyse der Fac h- leute vor Ort eingebracht. Mit dem Maßnahmenprogramm einer jugendbezogenen Armutsprävention werden insbesondere die Jugendlichen in den Blick genommen, die unter schwierigen Rahme nbe- dingungen aufwachsen und im besonderen Maße eine Unterstützung benötigen. Die Hilfen werden in der vorhandenen Infrastruktur dort platziert, wo Jugendliche sich aufhalten. Diese Niedrigschwelligkeit gewährleistet, dass die Schülerinnen und Schüler in ihrem gewohnten Lebensumfeld erreicht und in diesem Rahmen zusätzliche Erlebensfelder geschaffen werden. In den Projekten erhalten die Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten der Mitbestimmung, was sie als Expe r- ten in eigener Sache ernst nimmt, motiviert u nd aktiviert. Die effektive, bereichsübergreifende Ve r- netzung der Unterstützungssysteme Jugendhilfe, Schule, Gesundheit, Sport sowie Akteure aus der Berufswelt erleichtern es den Jugendlichen, den Übergang in die Berufswelt zu meistern und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Am Ende des Projektzeitraums wird eine f achliche Refle- xion der Angebotsnutzung und der Wirkung bei den Jugendlichen von den beteiligten Akteuren g e- geben, die in einem Bericht in die Beratung eingebracht wird. Das gesamte Maßnahmenprogramm der kind- und jugendbezogenen Armutsprävention, mit allen 30 Projekten, Angeboten und strukturgebenden Ansätzen läuft zum Jahresende 2017 aus. Das Finan z- volumen umfasst jährlich durchschnittlich eine Summe von 375.000 €uro. Die Verwaltung wird zur Haushaltsberatung in 2017 eine Zusammenstellung der Projektberichte vorlegen, auf deren Grun d- lage eine politische Entscheidung über die Weiterführung von Projekten, der Überführung in eine Regelfinanzierung oder der Rücknahme von Ansätzen vorgenommen werden kann. I.V. gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Sprickmannstraße
- Sprickmannplatz
- Killingstraße
- Brüningheide
- Kinderhaus 70
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Details
- Aktenzeichen
- V/0363/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.05.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37