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Pilotprojekt Großwohnanlagen

Vorlage V/0836/2004 vom 12.11.2004

Stand: Noch keine Beratung bekannt.

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    DER OBERBÜRGERMEISTER Abfallwirtschaftsbetriebe Münster Betrifft Pilotprojekt Großwohnanlagen Beratungsfolge 30.11.2004 Werksausschuss der Abfallwirtschaftsbetriebe Bericht 30.11.2004 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht 08.12.2004 Hauptausschuss Bericht 08.12.2004 Rat Bericht Bericht: Anlässlich der Gebührenerhöhung zum Jahr 2003 wurden die AWM beauftragt, gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft (Aktionsbündnis Müllgebühren) ein Pilotprojekt zu entwickeln und durch- zuführen, um mögliche Potentiale zur Senkung des Abfallvolumens und somit der Gebührenbe- lastung in Großwohnanlagen zu ermitteln. Zunächst wurden die bisherigen Erfahrungen in Münster sowie die verschiedensten Ansätze in anderen Städten ausgewertet. Alle Erfahrungen zeigten, dass man in Großwohnanlagen zwar mit großem Aufwand für Abfallberatung etc. deutliche Abfallreduzierungen erreichen kann, dass die- ser Personaleinsatz aber dauerhaft nicht tragbar ist. Alle Beteiligten des Pilotprojektes waren sich einig, dass aufgrund der hohen Fluktuation in den Objekten sowie der individuellen Problemlagen der Bewohner abfallpädagogische Ansätze nicht zu dauerhaftem Erfolg führen. Aus diesem Grund wurde ein Pilotprojekt konzipiert, das auf logistische Lösungen setzt. Es wur- den folgende 5 Standorte in Münster y Kristiansandstr. 125 - 139 y Büningheide 65-69 y Sprickmannstr. 11 - 21 y Twenteweg 8-10 + 32-34 y Von-Corfey-Straße 1 mit neuen Behältern ausgestattet. Diese sog. „Deckel in Deckel - Behälter“ verhindern die Befül- lung der großen 1,1 m 3 - Behälter mit sperrigen Materialien und verringern somit das benötigte Restabfall - Volumen. Auf diese Weise wurde bei allen Pilotstandorten von Beginn (01.01.2004) an eine Volumen- und somit Gebührenreduktion von ca. 20 % erreicht. Vorlagen-Nr.: V/0836/2004 Auskunft erteilt: Frau Peters Ruf: E-Mail: Datum: 08.11.2004 Öffentliche Berichtsvorlage 2 Um einer evtl. Verschmutzung des Umfeldes durch die nun nicht mehr in die Behälter einzufül- lenden sperrigen Gegenstände entgegen zu wirken, haben die AWM eine zusätzliche Sperrgut- abfuhr und eine wöchentliche Standplatzreinigung durchgeführt. Nach fast einjährigen Erfahrungen kann man die Ergebnisse des Pilotprojektes folgendermaßen zusammenfassen: ƒ Die 20 % ige Verringerung der Behältervolumina ist zu 100 % umgesetzt und über den Ge- bührenbescheid und die Nebenkostenabrechnung an die Bewohner der jeweiligen Häuser weitergegeben worden. ƒ Darüber hinaus war festzustellen, das der Erfolg der Behälter wesentlich durch begleitende Maßnahmen erhöht werden kann. Diese Maßnahmen sind vor allem die Standplatzgestaltung und die Betreuung der Standplätze durch Hausmeister oder Müllbeauftragte. An einem Objekt sind dadurch Reduzierungen bis auf 50 % des vorherigen Volumens erzielt worden. Hier wird deutlich, in welch großem Umfang die Wohnungsbaugesellschaften durch eigenen Maßnah- men zur Verbesserung der Situation in Großwohnanlagen beitragen können. ƒ Auch die Ausstattung der Großwohnanlagen mit Papierbehältern hat einen großen Beitrag zur Senkung der Behältervolumina geleistet, da große Pappen etc. in die Papier- statt in die Restmüllbehälter gefüllt wurden. ƒ Die zusätzliche Standplatzreinigung durch die AWM hat sich aufgrund der eingesetzten Hausmeister und Müllbeauftragten als überflüssig erwiesen und wurde eingestellt. ƒ Die zusätzliche Sperrgutabfuhr findet derzeit nur noch in einem Teilbereich statt. An den übri- gen Standorten hat sie sich ebenfalls als überflüssig erwiesen. Nach Ablauf des Pilotprojektes müsste dies ggf. als Sperrgut Sonderleerung gegen Gebühr erfolgen. Als Ergebnis des Pilotprojektes werden die AWM die neuartigen Deckel bei den 1,1 m 3 – Behäl- tern in Großwohnanlagen einsetzen, soweit der Einsatz sinnvoll ist. Die Behälter bringen nur dort einen Nutzen, wo es in größerem Umfang zu Fehlbefüllungen mit sperrigen Materialien kommt und wo diese Situation nicht anders (z.B. durch Abfallberatung etc.) behoben werden kann. Grundsätzlich gilt weiterhin die Verantwortung der Grundstückseigentümer und Bürger in Müns- ter für die Vermeidung und Getrenntsammlung der Abfälle. Nur dort, wo strukturelle Probleme eine geordnete Wertstoff-Sammlung verhindern, ist der Einsatz des neuen Behälterdeckels sinn- voll. Die Entscheidung über den Einsatz der Deckel liegt im Organisationsermessen der AWM. Die AWM werden kurzfristig ca. 200 der neuen Deckel- (Behälter) bestellen. Das Pilotprojekt endet zum 31.12.2004 planmäßig und erfolgreich. Die regelmäßige Zusammen- arbeit mit dem Aktionsbündnis Müllgebühren hat sich als erfolgreich erweisen und wird auch in Zukunft weitergeführt. I.V. gez. Joksch Stadtbaurat

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