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3609/2023

Mündliche Fragen der Fraktion Die Linke. – Frau Lange - zu TOP 7.9: „Erzeugungsbericht 2020-2022“ - Berichterstattung über den Fortschritt bei der Umstellung auf erneuerbare Energien im Bereich der RheinEnergie AG

Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.) 14.11.2023

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 23.11.2023, TOP 8.3

Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss

8233 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
II/II/2 
 
Vorlagen-Nummer  14.11.2023 
 3609/2023 
Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Sitzung 
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 23.11.2023 
 
Beantwortung von mündlichen Fragen der Fraktion Die Linke. – Frau Lange -  zu TOP 
7.9: „Erzeugungsbericht 2020-2022„ - Berichterstattung über den Fortschritt bei der 
Umstellung auf erneuerbare Energien im Bereich der RheinEnergie AG 
In der Sitzung am 21.09.2023 hat die Fraktion Die Linke. – Frau Lange zu TOP 7.9: „Erzeu-
gungsbericht 2020-2022“ - Berichterstattung über den Fortschritt bei der Umstellung auf er-
neuerbare Energien im Bereich der RheinEnergie AG mehrere mündliche Fragen gestellt. 
 
Die Verwaltung hat die RheinEnergie AG um deren Beantwortung gebeten. Die jeweiligen 
Antworten lauten - den konkreten Fragen zugeordnet - wie folgt: 
 
• Unter „zentrale Erzeugungsanlagen“ ist in Punkt 4 angegeben, dass 2022 gegenüber 2020 
fast 35% weniger Strom erzeugt worden ist. Dafür ist aber in gleichen Zeitraum knapp 23 
% mehr Strom aus Braunkohle hergestellt worden. Dadurch ist, wenig überraschend, die 
CO2-Bilanz im Verhältnis zur erzeugten Energiemenge schlechter geworden. Rheinenergie 
will bis 2025 ihre Kohlekraftwerksanlage stilllegen. Von den Energiemengen kommt Rhein-
energie auch gut ohne diese Anlage aus. Jetzt ist der Erdgasmarkt chaotischer geworden 
und das Erdgas teurer. Bleibt es unter diesen Umständen bei den Plänen, die GuD-Erd-
gasanlage in Merkenich zu ertüchtigen? Rheinenergie sagt zu Erdgas folgendes: „Trotz der 
inzwischen etwas entspannteren Lage an den Energiemärkten bleibt eine gewisse Unsi-
cherheit und entsprechende Volatilität in der energiewirtschaftlichen Preisentwicklung wei-
terbestehen. Der Einsatz von Erdgas wird voraussichtlich wieder etwas ansteigen, aber 
hinter den Mengen der früheren Jahre zurückbleiben.“ 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Es bleibt nicht nur bei den Plänen die GuD-Anlage zu ertüchtigen, sondern dies wird schon 
aktiv umgesetzt. Die Modernisierungsmaßnahmen am Standort sind in vollem Gange. Eine 
Inbetriebnahme der modernisierten Anlage ist Ende 2024/Anfang 2025 vorgesehen. Damit 
einhergehend soll der Braunkohleblock am selben Standort (Köln-Merkenich) endgültig au-
ßer Betrieb gehen. (Wichtig im Kontext und Bezug nur auf Köln). Darüber hinaus hat die 
Bundesnetzagentur im Rahmen der Ausschreibung zur Stilllegung jüngst zugestimmt, so-
dass diese rechtsverbindlich umgesetzt werden muss. 
 
• Unter Punkt 4.2.4 „dezentrale Erzeugungsanlagen“ sind fünf Strom-Wärmepumpen ange-
geben. Diese erzeugten 2020 noch 1.524 MWh thermische Energie. 2022 waren es nur 
noch 390 MWh. Das ist ein Rückgang von über 74 %. Wie ist das zu erklären?  
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Strombasierte Wärmepumpen sind ein wesentlicher Bestandteil der Dekarbonisierung so-

2 
 
wohl im Neu- als auch im Bestandskundengeschäft. Im Jahr 2022 waren zwei der beste-
henden strombasierten Wärmepumpen nur teilweise in Betrieb, da an den zu versorgenden 
Objekten umfangreiche Umbaumaßnahmen durchgeführt wurden. Zusätzlich führten die 
Energiesparmaßnahmen der Bundesregierung (u.a. Absenkung der Raumtemperatur in öf-
fentlichen Gebäuden auf 19 Grad) zu einer signifikanten Reduktion der Wärmemenge. 
 
• Und warum stehen die Wärmepumpen nicht unter der Rubrik 4.3 „erneuerbare Energie“? 
Liegt es daran, dass diese Wärmepumpen mit Graustrom betrieben werden? 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Die Wärmepumpen werden mit dem Strom aus dem Netz der allg. Versorgung betrieben. 
Für den Erzeugungsbericht wurde unterstellt, dass der bezogene Strom den Residualmix 
des Lieferanten RheinEnergie des jeweiligen Jahres widerspiegelt (siehe auch 
https://drop.stadt-koeln.de/link?id=BAgAAADrVtpUmrlggcEAAABfm36urT3p4RgHjILlD-
pYbUz0fIW5p78bSw8pWd9myKRF4-swPr85Xa2smkBQYAkvpzMY-
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e1HBj_0X338vyapKfMWvp2hoK5C_ZpfXMP13Lns0eOFT0cr55KGz7VnlvIaywKl0).  
Somit stellt der für die Wärmepumpen bezogene Strom einen Mix aus Erneuerbaren Ener-
gien und anderen Energieträgern dar und verursacht entsprechend des unterstellten Mixes 
rechnerische CO2-Emissionen. Somit wäre derzeit eine Zuordnung zu den Erneuerbaren 
Energien nicht sachgerecht. 
 
• Mit welchem Strom soll die in Planung befindliche Großwärmepumpe mit der Leistung von 
150 MW betrieben werden? 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Die Wärmepumpe wird an das Stromnetz der allgemeinen Versorgung angeschlossen und 
insbesondere zu Zeiten betrieben, in denen eine hohe Einspeisung erneuerbarer Energie 
vorliegt und preisgünstigen Strompreise vorliegen. Mit weiterem Ausbau der erneuerbaren 
Energien im Strommarkt werden diese Stunden zunehmen, bis hin zu einer klimaneutralen 
Stromversorgung. Daran beteiligt sich die RheinEnergie aktiv und erweitert ihren bereits 
bestehenden Anlagenpark zur Bereitstellung erneuerbarer Energien aktuell um zahlreiche 
weitere Projekte. 
In den Stunden, in denen die erneuerbare Stromerzeugung nicht ausreicht und unsere 
KWK-Anlagen gebraucht werden, stellen diese Anlagen nicht nur Strom, sondern auch die 
Wärme zur Verfügung und werden perspektivisch auf Wasserstoff umgerüstet und damit 
ebenfalls klimaneutral betrieben. 
 
• Die beiden Biogasanlagen werden überwiegend mit Mais betrieben. In welchen Mengen 
kann/soll hier Pferdemist beigemengt werden? 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Pferdemist wird inzwischen in der Biogasanlage Randkanal-Nord in Köln-Roggendorf ein-
gesetzt. Aktuell ist ein Einsatz von bis zu 5.000 t/a vorgesehen. Das sind etwa 30 % der 
derzeit insgesamt eingesetzten Substratmengen, mit denen etwa 15 % der gesamten Bio-
gasmenge produziert werden. Je nach Verfügbarkeit von geeignetem Pferdemist ist in den 
nächsten Jahren eine Erhöhung der Menge auf 10.000 t/a denkbar. 
 
• Die Anzahl der Biomethan-Blockheizkraftwerke hat sich von 2020 mit 16 Anlagen im Jahr 
2022 auf 21 Anlagen erhöht. Zugleich ist aber die elektrische Energie der gesamten Anla-
gen um knapp 43 % zurückgegangen und die thermische Energie um gut 41 %. Warum ist 
das so? Aus welchen Stoffen wird das Biomethan für die Blockheizkraftwerke hergestellt? 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Aufgrund der heterogenen Kundenstruktur umfasst das Anlagenportfolio sowohl größere 
als auch kleinere Biomethan-Blockheizkraftwerke. Das Heizwerk in Köln-Weiden gehört mit 
einer elektrischen Leistung und einer thermischen Leistung von 2 MW zu den größten Er-
zeugungsanlagen. Im Jahr 2022 wurden an dieser Anlage geplante Revisionsarbeiten 
durchgeführt. Aufgrund dessen wurde die Anlage nicht ganzjährig betrieben, dies führte zu

3 
 
einem Rückgang in der Erzeugungsmenge. Nach erfolgreichem Abschluss der Revisions-
arbeiten ist das Biomethan-Blockheizkraftwerk wieder vollumfänglich in Betrieb genommen 
worden. 
 
• Es ist festzuhalten, dass 2022 9,7 % der elektrischen Energie und 1,6 % der thermi-
schen Energie erneuerbar war. Positiv betrachtet, hat Rheinenergie hier noch ein großes 
Entwicklungspotential. 
 
 
Antwort der RheinEnergie AG 
Die RheinEnergie wird sukzessive die Strom- und auch die Wärmeerzeugung weiter dekar-
bonisieren.  
Auf die Vielzahl von Aktivitäten bei dezentralen Erzeugungsanlagen (Wind Onshore/PV) 
verweisen wir auf Ziffer 3.3 des Erzeugungsberichtes. Zugegebenermaßen gelingt dies ak-
tuell nur im PV-Bereich (rd. 60 % mehr installierte Leistung gegenüber 2020). Im Bereich 
Wind Onshore stockt der Ausbau jedoch bundesweit, wovon die RheinEnergie sich nicht 
abkoppeln kann (z. B. Genehmigungsproblematik). 
Bei der Dekarbonisierung der zentralen Erzeugung wird es eher zu „Sprungfortschritten“ 
(keine kontinuierliche Entwicklung) kommen, da hiermit Großprojekte verbunden sind. Bei-
spielsweise erarbeitet die RheinEnergie derzeit den Transformationsplan für die Dekarboni-
sierung des Fernwärmenetzes der Innenstadt. In diesem Kontext gehen wir aktuell davon 
aus, dass im Jahre 2027 eine Großwärmepumpe mit 150 MWel in Betrieb genommen wird, 
wodurch die zentrale Wärmeerzeugung zu einem erheblichen Teil dekarbonisiert wird. Wei-
tere Projekte sind bereits in Planung. 
 
 
Prof. Dr. Diemert

Beratungsverlauf (1)

23.11.2023 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 8.3 Kenntnisnahme (Mitteilung) Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
3609/2023
Typ
Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
Datum
14.11.2023
Erstellt
07.11.2023 10:42