A-R/0015/2025
Der Rat wird Vorreiter für den Klimaschutz: Einführung eines veganen Verpflegungsangebots
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A-R-0015-2025
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13.05.2025 Der Rat wird Vorreiter für den Klimaschutz: Einführung eines veganen Verpflegungsangebots Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung Der Rat möge beschließen: Die Verpflegung bei allen Gremiensitzungen (insb. Ratssitzungen, Ausschüssen und Arbeitsgruppen) wird ab dem 01.07.2025 auf vegan umgestellt. Es werden möglichst regionale und saisonale Lebensmittel verwendet. Begründung: Die Stadt Münster geht mit ambitionierten Zielen wie dem „Masterplan 100 % Klimaschutz“ (2017) und der Klimaneutralität bis 2030 (2019) bereits vorbildlich voran – daher ist es nur folgerichtig, dass sie auch bei der Rats- und Gremienverpflegung eine Vorreiterrolle einnimmt und konsequent auf vegane Angebote setzt. Damit würde der Rat Münster auch gegenüber der Bevölkerung zeigen, dass er seine Ziele engagiert und konsequent verfolgt. Eine echte Klimaneutralität beinhaltet nicht nur technische Änderungen, wie z.B. im Bereich der Mobilität oder der Energieversorgung, sondern auch einen Wandel im Bereich der Ernährung. Laut dem IPCC-Bericht (2022) trägt das globale Ernährungssystem – inklusive Landnutzung, Produktion und Transport – zu 34 % der weltweiten Treibhausgasemissionen bei, wobei die Tierhaltung allein für 20 % verantwortlich ist (IPCC, 2022, Kap. 7). Es kursieren weiterhin unterschiedliche Zahlen, je nachdem, ob Landnutzungsänderungen wie das Abholzen von Regenwäldern für Futtermittel oder Weideflächen einbezogen werden. Laut einer Studie der Welternährungsorganisation (FAO) aus dem Jahr 2023 trägt die Tierhaltung – inklusive indirekter Effekte wie Entwaldung für Futtermittelanbau – etwa 14,5–18 % zu den globalen Emissionen bei. Allerdings werden in der Diskussion auch höhere Schätzungen von 20–30 % vermehrt genannt (Lucas, 2024). Selbst die konservativere Schätzung der FAO übertrifft die Emissionen des gesamten Transportsektors (Straßen-, Luft- und Schiffsverkehr), der 2023 für 16 % der globalen CO -Emissionen verantwortlich war (IEA, 2023, S. 5). Der entscheidende Antrag an den Rat Nr. A-R/0015/2025 Unterschied: Während der Verkehrssektor primär CO ausstößt, dominieren in der Tierhaltung Methan (CH ) aus der Rinderhaltung und Lachgas (N O) aus Düngemitteln – Gase, die kurzfristig 80- bzw. 265-mal klimawirksamer sind als CO (IPCC, 2022, Kap. 7). Aktuelle Modellierungen zeigen, dass eine Reduktion des Fleischkonsums in Industrieländern um 50 % die ernährungsbedingten Emissionen bis 2050 um 30–50 % senken könnte (IPCC, 2022, Kap. 12). Besonders Rindfleisch und Milchprodukte stehen im Fokus, da sie pro Kalorie bis zu 10-mal mehr Emissionen verursachen als pflanzliche Alternativen (IPCC, 2022, Kap. 7). Angesichts der wissenschaftlich belegten Klimawirkung tierischer Produkte und der ambitionierten Ziele, die sich die Stadt Münster selbst gesetzt hat, wäre es widersprüchlich, wenn ausgerechnet der Stadtrat in seinem eigenen Wirkungsbereich nicht entsprechend handelt. Die Einführung eines rein veganen Verpflegungsangebots ist eine vergleichsweise einfache, aber symbolisch und praktisch wirkungsvolle Maßnahme, um Klimaschutz glaubwürdig zu leben. Wer von Bürger*innen tiefgreifende Veränderungen erwartet, sollte im eigenen Einflussbereich mit gutem Beispiel vorangehen. Der Rat hat die Chance, Haltung zu zeigen – und sie sollte nicht ungenutzt bleiben. gez. Katharina Geuking, Heiko Wischnewski, Fatma Karana Die Linke Ratsfraktion Münster Quellenachweis: Lucas. (2024, 7. November). Klima und Tierproduktion - ARIWA. ARIWA. https://www.ariwa.org/klima/ IEA. (2023). CO2 emissions in 2023: Global trends and sectoral analysis. International Energy Agency. https://www.iea.org/reports/co2-emissions-in- 2023 IPCC. (2022). Climate change 2022: Mitigation of climate change. Contribution of Working Group III to the Sixth Assessment Report of the Intergovernmental Panel on Climate Change. Cambridge University Press. https://doi.org/10.1017/9781009157926
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0015/2025
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 13.05.2025
- Erstellt
- 13.05.2025 14:42