A-R/0045/2010
Münster unterstützt die Kampagne "Steuer gegen Armut"
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0045/2010 Antrag 20.04.2010 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Resolution Münster unterstützt die Kampagne „Steuer gegen Armut“ Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. Der Rat der Stadt Münster unterstützt die Forder ung vieler politischer, kirchlicher und gesellschaftlicher Organisationen ( Kampagne „Steuer gegen Armut“) nach Einführung einer möglichst globalen St euer auf Finanztransaktionen in Höhe von 0,05%. 2. Der Rat fordert den Deutschen Bundestag und die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, die Steuer auf nationaler und in ternationaler Ebene zu verwirklichen. Begründung: 1. Notwendigkeit Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat die Stadt Müns ter hart getroffen. Im städtischen Haushalt sind die Gewerbesteuereinnahme n und Einnahmen aus den Umlagen der übrigen (Bundes-)Steuern eingebroch en. Auch dadurch befindet sich die Stadt am Rande der Haushaltssicherung. Gleichzeitig werden die Steuern auf Bundesebene immer weiter gesenkt und die Kommunen so an den Rand der Handlungsunfähigkeit getrieben. Münste r braucht wie alle Kommunen endlich eine solide Finanzausstattung. Neb en einer Neuordnung des vertikalen Finanzausgleichs zwischen Bund, Länd ern und Gemeinden wird eine Steuer auf Finanztransaktionen helfen, st aatliche Investitionen in Bildung, Forschung und Infrastruktur zu finanzieren. Der Finanzmarkt ist zudem immer noch nicht stabil, weitere Spekulationsblasen werden prognostiziert. Dies gefä hrdet Arbeitsplätze und die Handlungsfähigkeit des Staates und der Kommunen . Eine Steuer, die langfristige Investitionen belohnt, hoch spekulativ e, kurzzeitige Investitionen aber erschwert, ist das richtige Mittel zum Schutz der Wirtschaft, des Staates und der Kommunen. 2. Eine faire Steuer In den vergangenen 15 Jahren ist die Anzahl der Fin anztransaktionen um 450 Prozent angewachsen. Heute, auch nach der Krise, is t das globale Finanzsystem 70-mal größer als die Realwirtschaft. Selbstverständlich wird eine gesunde Finanzwirtschaft für eine funktioniere nde Volkswirtschaft bebraucht, allerdings müssen auch die Beteiligten a n den Finanzmärkten angemessen zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen. !"#$% " &&&!"##$% " 2 Eine Finanztransaktionssteuer würde dazu beitragen, die Anzahl der Finanzaktivitäten, insbesondere die besonders schäd lichen Spekulationen, zu begrenzen. Die Finanztransaktionssteuer wäre umfass ender als die sogenannte „Tobin Tax“, die sich nur auf Währungsgeschäfte bezieht. Sie wäre auch wirksamer als die von der Bundesregie rung geplante „Bankenabgabe“, die auch Banken (wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken), die sich nicht an den Spekulationen beteiligt haben, zur Kasse bittet und darüber hinaus durch das gerin ge Aufkommen von geplanten eine Milliarde Euro weder weitere Spekula tionen erschwert, noch nachhaltig die Folgen der Krise finanzieren kann. Z udem bezahlen letztlich alle Kundinnen und Kunden der Banken die Bankenabga be und finanzieren damit ein zweites Mal die Krisenfolgen selbst. Auch die Stadt wird aufgrund geringerer Ausschüttungen der Sparkasse die Krise doppelt bezahlen. Die Finanztransaktionssteuer schafft dagegen echten Spielraum in den öffentlichen Haushalten – und auch für die dringend benötigten Rettungsschirme für Kommunen. 3. Die Einnahmen der Steuer Eine globale Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0 ,05 Prozent könnte jährlich globale Einnahmen in Höhe von ein Prozent des nominalen Welteinkommens generieren. Das wären weltweit rund 500 Milliarden Euro. 200 Milliarden Euro könnten allein in der Europäisc hen Union eingenommen werden. Diese Einnahmen können für nachhaltige Inve stitionen in die Armutsbekämpfung, den Kampf gegen den Klimawandel u nd in den Bildungsbereich verwandt werden. Dadurch würde auch die weltweite Solidarität gestärkt werden. Wolfgang Heuer Dr. Michael Jung Anne Schulze Wintzler Thorsten Kornblum Marianne Koch Petra Seyffe rth Dr. Fritz Baur Gaby Kubig-Steltig Aliye Stra cke-Gönül Thomas Fastermann Thomas Marquardt Beate Vilh jalmsson Philipp Gabriel Robert von Olberg Holger Wig ger Beanka Ganser Kurt Pölling Karl-Heinz W inter Anne Hakenes Karsten Rahn
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0045/2010
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 21.04.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37