V/0114/2012
Anregung des Integrationsrates an den Rat der Stadt Münster Nr. AIR/0004/2010 "Beschäftigung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster"
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beschlussvorlage
10427 Zeichen
V/0114/2012 DER OBERBÜRGERMEISTER Personal- und Organisationsamt Betrifft Anregung des Integrationsrates an den Rat der Stadt Münster Nr. AIR/0004/2010 "Beschäftigung von Menschen mit Migrationsvorgeschichte in Münster" Beratungsfolge 15.02.2012 Integrationsrat Vorberatung 13.03.2012 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Es wird ein Konzept zur Erhebung der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte in der Stadt- verwaltung Münster erarbeitet. 2. Auf der Basis der Daten der Erhebung werden weitere Maßnahmen zur Integration von Me n- schen mit Migrationsvorgeschichte konzipiert. Begründung: Die Verwaltung wird in der Anregung des Integrationsrates an den Rat der Stadt Münster (Nr. AIR/0004/2010) aufgefordert: 1. Bei künftigen Personaleinstellungen (Voll - oder Teilzeitbeschäftigung, zeitlich befristete A r- beits-, Projektarbeits-, Praktikums- bzw. Ausbildungsverträge) werden - bei gleicher Eignung und Befähigung bzw. gleichen Voraussetzungen wie z.B. bei Ausbildungs- und Praktikumsein- stellungen - Menschen unterschiedlicher Herkunft / bzw. Migrationsvorgeschichte viel mehr als bisher berücksichtigt. Dabei soll ein Modus ausgearbeitet werden, der gewährleistet, dass st u- fenweise ein a ngemessener, weitestgehend repräsentativer Anteil dieses Personenkreises an der Gesamtzahl der Beschäftigten bei den verschiedenen Verwaltungsebenen ermöglicht und auch tatsächlich erreicht wird. 2. Darüber hinaus möge der Rat darauf (Verwaltung) hinwirken, dass nach diese m Modus auch die städtischen Gesellschaften verfahren. Vorlagen-Nr.: V/0114/2012 Auskunft erteilt: Herr Heise / Frau Reckfort Ruf: 492-1123 / 7059 E-Mail: HeiseW@stadt-muenster.de Reckfort@stadt-muenster.de Datum: 07.02.2012 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0114/2012 3. Die Verwaltung legt einen aktuellen Bericht über Anzahl und Stellung (Funktion) der Beschä f- tigten ausländischer Herkunft sowie die Anzahl der Bewerber dieses Personenkreises der let z- ten Jahre und danach regelmäßig jährlich vor. 4. Die Verwaltung erarbeitet und setzt nach Beratung im Integrationsrat ein Konzept um, das speziell bei Bewerbern ausländischer Herkunft vorhandene Informationsdefizite ausgleicht und diese zu einer Bewerbung ermutigt werden. Die derzeitigen Altersstrukturen in der Verwaltung machen es zunehmend notwendig, Personal am Arbeitsmarkt zu rekr utieren. Das bedeutet, dass die Stadtverwaltung Münster künftig sich noch mehr der Konkurrenz am Arbeitsmarkt stellen muss. Zu den Beschlussvorschlägen: Zu Beschlussvorschlag 1: Die Vielfalt in unserer Gesellschaft wird durch den demografischen Wandel und damit die älter werdenden Gesellschaft als auch zahlreiche Wanderungsbewegungen der zurückliegenden Jah r- zehnte geprägt. Sowohl die absolute Zahl als auch der relative Anteil von Menschen mit Migrat i- onsvorgeschichte an der Gesamtbevölkerung Deutschlands wächst. So hat z.B. fast jedes dritte Kind unter zehn Jahren eine Migrationsvorgeschichte. Infolge steigender Lebenserwartungen und rückläufiger Geburtenzahlen verschiebt sich der Bevölkerungsaufbau. Dies hat Auswirku ngen auf die Stadt Münster als Arbeitgeberin und als kommunaler Dienstleister. Es ist erkennbar, dass aufgrund der anhaltend niedrigen Geburtenrate sich in den kommenden Jahrzehnten ein Arbeitskräftemangel am Arbeitsmarkt abzeichnet. Schon heute beklagen sich ei n- zelne Branchen über einen Mangel an Fachkräften. Auch die Stadt Münster muss sich dieser He r- auforderung stellen. Die kommunalen Aufgaben entwickeln sich durch wandelnde gese llschaftliche und politische E r- wartungen an die öffentliche Verwaltung. Das bedeutet einen kontinuierlichen Anpassungsprozess. Die Arbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern einer Kommune wird sich dahingehend verändern müssen, dass sich die Beschäftigten im täglichen Umgang mit den Bürgerinnen und Bürgern künf- tig noch stärker auf eine heterogene Kundengruppe einstellen müssen. Dies schließt nicht nur die unterschiedlichen Kulturen ein, sondern insbesondere auch eine immer älter werdende Gesel l- schaft. Hier gilt es die Beschäftigten auf diese vielfältigen Herausforderungen gut vorzubereiten und dieses Wissen stetig zu aktualisieren. Die Notwendigkeit, sich mit diesem gesellschaftlichen Wandel zu beschäftigten, haben der Integra- tionsrat und die Stadt Münster frü hzeitig erkannt und in einem breit angelegten und viele gesel l- schaftliche Gruppen einschließenden Prozess ein Migrationsleitbild entwickelt, das der Rat der Stadt im Jahr 2008 beschlossen hat. Im darauf folgenden Jahr ist die Stadt Münster der Charta der Vielfalt beigetreten, um u.a. stärker als in der Vergangenheit durch aktives Tun die Vielfalt der G e- sellschaft auch in der Stadtverwaltung zu fördern. Die Anerkennung und Förderung der vielfältigen Potentiale der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört dahe r zu den wichtigen Zielen der Verwa l- tung. In Umsetzung des Migrationsleitbildes und der Charta der Vielfalt ist die Personalakquise seit ein i- ger Zeit verändert. So werden z.B. die Migrantenselbsthilfeorganisationen bei externen Stellenaus- schreibungen explizit angeschrieben, um hierüber mehr Menschen mit Migrationsvorgeschichte zu erreichen. Außerdem wurde der Ausschreibungstext bei externen Stellenausschreibungen geä n- dert, so dass sich mögliche Bewerber/innen mit Migrationsvorgeschichte deutlicher angespro chen fühlen. - 3 - V/0114/2012 Gleichwohl fehlen noch Zahlen und Daten zu Beschäftigten der Stadtverwaltung Münster, die eine Migrationsvorgeschichte haben. Bisher gab es dazu auch noch keinen Anlass zu einer Erhebung, denn für alle Bewerbern/innen unabhängig von deren Ges chlecht, Behinderung, kultureller und sozialer Herkunft, Alter, Religion, Weltanschauung oder sexueller Identität gibt es einen uneing e- schränkten Zugang zur Stadtverwaltung Münster. Die Umsetzung des Migrationsleitbildes hat aber gezeigt, dass der Erfolg nur messbar ist, wenn Zahlen und Daten vorhanden sind. Von besonderer Bedeutung sind diese Zahlen und Daten jedoch, um zu erkennen, ob und wie sich die Stadtverwal- tung Münster als Arbeitgeberin noch verbessern muss, um die Integration von Menschen mit Mi g- rationsvorgeschichte weiter zu forcieren. Die interkulturelle Öffnung der Verwaltung wird auch durch die Stärkung von Handlungskompete n- zen der Beschäftigten unterstützt. Hierzu dien ein interkulturelles, angepasstes und erweitertes Qualifizierungsangebot. Eine heterogen zusammengesetzte Belegschaft kann sich allerdings noch besser auf die Anliegen und Anforderungen der verschiedenen Kundinnen/en einstellen. In der Bevölkerung in Münster sind ca. 140 verschiedene Nationen vertreten. Wie und in welcher Form sich die städtische Belegschaft zusammensetzt, soll die notwendige Erhebung der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte ergeben. Bereits seit 2009 wird im Personal - und Organisationsamt darüber nachgedacht, ob und ggf. wie Aussagen zur Anzahl und zur Fu nktion (bzw. Beruf) der Menschen mit Migrationsvorgeschichte gemacht werden sollen und können. Dabei wurde der Kontakt zu anderen Städten (z.B. Osn ab- rück, Bielefeld) gesucht, die bereits Daten zu den Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte e rho- ben haben. Zwei Erkenntnisse hat es dazu gegeben. Soll die Erhebung die nötige Nachhaltigkeit haben, ist diese mit großem Aufwand verbunden. So z.B. erschließt sich aus den Bewerbungsu n- terlagen, dem Namen oder dem äußeren Erscheinungsbild nicht automatisch eine Migr ationsvor- geschichte der Bewerberin oder des Bewerbers. Außerdem verlangt die Datenerhebung eine se n- sible Herangehensweise, denn viele Beschäftigte mit Migrationsvorgeschichte haben auf die D a- tenerhebung sehr negativ reagiert. Aktuell kann das für die Ein wohner/innen der Stadt Münster vorhandene Instrument der Geburts - ortecodierung lediglich einen ersten Blick auf die Gemengelage liefern, stellt aber kein belastbares Datenmaterial dar. Deshalb konzentriert sich Münster ebenso wie das Land NRW und das Ministe- rium darauf, diesem Thema mit stabilen Daten gerecht zu werden und entwickelt dafür ein Ko n- zept. Das Personal- und Organisationsamt wird in Abstimmung mit der Koordinierungsstelle für Migrat i- on und Interkulturelle Angelegenheiten und dem Personalrat ei n Konzept zu einer nachhaltigen Datenerhebung erarbeiten, welches erwarten lässt, dass es eine hohe Akzeptanz der Beschäfti g- ten mit Migrationsvorgeschichte haben wird. Dem Integrationsrat und dem Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung wird dieses Konzept zum Beschluss vorgelegt. Zu Beschlussvorschlag 2: Bevor über die Anregungen des Integrationsrates Nr. AIR/0004/2010 entschieden wird, die die Anzahl der Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte bei der Stadtverwaltung Münster erhöhen oder die evt. vor handene Informationsdefizite ausgleicht, muss die Anzahl und die Funktion bzw. der Beruf der Menschen mit Migrationsvorgeschichte ermittelt werden. Nur auf dieser Grundlage kann dann entschieden werden, ob und ggf. welche Handlungsnotwendigkeiten ergriffen werden sollten. Die Anregungen des Integrationsrates werden aufgegriffen, sobald Zahlen und Daten zu Beschäftigten mit Migrationsvorgeschichte vorliegen. Bis dahin wird weiter die Umsetzung des Migrationsleitbildes verfolgt und es werden ggf. ergä n- zende Maßnahmen ergriffen. So z.B. das Projekt der Stadt Münster zur interkulturellen Persona l- entwicklung. Dies hat die Stadt Münster angestoßen und dazu die Städte Bielefeld und Hamm mit eingeladen. Neben der Entwicklung einer weiteren interkulturellen Fortbil dung "Kompetent und souverän im Umgang mit kultureller Vielfalt" sollte ein Weg gefunden werden, wie sich die Ko m- munalverwaltungen künftig als Arbeitgeberinnen für Menschen mit Migrationsvorgeschichte int e- - 4 - V/0114/2012 ressanter machen können. Dies Projekt wurde vom Lan d NRW gefördert und von der Kommun a- len Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) begleitet. Das Ergebnis "Interkult u- relle Personalentwicklung – Ein Gemeinschaftsprojekt der Städte Bielefeld, Hamm und Münster" liegt inzwischen vor und ist bereits in der Umsetzungsphase. In Vertretung In Vertretung gez. gez. Dr. Heinrichs Paal Stadtrat Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0114/2012
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 07.02.2012
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37