1243/2020
Fernwärme am Rheingymnasium, Düsseldorfer Straße - mündliche Anfrage von SE Herr Donrath und RM Herr Brust in der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün vom 12.03.2020
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Beantwortung einer mündl. Anfrage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VI/26 Vorlagen-Nummer 1243/2020 Beantwortung einer mündlichen Anfrage aus einer früheren Si tzung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Umwelt und Grün 04.06.2020 Fernwärme am Rheingymnasium, Düsseldorfer Straße - mündliche Anfrage von SE Herr Donrath und RM Herr Brust in der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün vom 12.03.2020 In der Sitzung des Ausschusses Umwelt und Grün vom 12.03.2020 stellte RM Herr Brust folgende Anfrage: „Das Rheingymnasium wurde auf Fernwärme umgestellt. Wie sind hier die Einsparwerte für das Jahr 2019? Werden weitere städtische Ölheizungen ebenfalls auf Fernwärme oder zumindest auf Gas oder Solarthermie umgestellt? Werden öffentliche Einrichtungen unter das Förderprogramm des Bundes fallen?“ Antwort der Verwaltung: Fernwärmeeinsparung 2019: Bereits im Jahr 2011 wurde im Vorgriff auf den geplanten Fernwärme-Ausbau in Köln-Mülheim zwi- schen der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln und der RheinEnergie vereinbart, die bestehende alte Heizölkessel-Anlage im Rahmen der Sanierung und Erweiterung des Rheingymnasiums in der Düs- seldorfer Straße an die kommende Fernwärme anzuschließen. Die alte Heizölanlage wurde solange notdürftig instandgehalten, bis schließlich Ende 2017 der endgültige Fernwärmeanschluss hergestellt werden konnte. Mit der Erstellung des aktuellen „Energieberichtes 2019“ wurde für das Verbrauchsjahr 2018 eine enorme Einsparung von über 70 % ausgewiesen. Ein Plausibilitätsvergleich des durch die Rhein- Energie abgerechneten und übermittelten Verbrauchswertes für das Objekt mit den bei der Gebäu- dewirtschaft-Energiemanagement vorliegenden Hand-Ablesungen durch den Hausmeister ergab zunächst keinen Anlass zur weiteren Prüfung, da die abgelesenen Zählerstände nahezu identisch waren. In der Vorstellung des Energieberichts in der Lenkungsgruppe „Energiemanagementkonzept“ kam die Frage auf, die doch auffallend hohe Einsparung anhand der Jahresverbrauchswerte für das Folgejahr 2019 zu verifizieren. Nach Sichtung der Abrechnungsdaten von RheinEnergie bestätigte der Wert aus 2019 zunächst die Verbrauchseinsparung. Bei der zusätzlich vom Energiemanagement veranlassten Überprüfung des Fernwärmezählers stellte sich dann heraus, dass die Jahresrechnung der RheinEnergie zwar mit korrekten Zählerständen, jedoch mit einer falschen Einheit abgerechnet wurde. Dieser Fehler führt dazu, dass der abgerechnete Verbrauchswert (Grundlage des Energiebe- richts) um das etwa 3,6-fache zu niedrig war und daher die hohe Einsparung resultierte. Die bei der RheinEnergie umgehend erwirkte Rechnungskorrektur weist nun den richtigen Verbrauchswert aus, der für das Jahr 2018 eine witterungsbereinigte Einsparung von 17 % und 2019 von 21 % erzielt. Diese Verbrauchswerte nach Umstellung der alten Heizölkesselanlage auf eine Fernwärmeanlage liegen nun in einer plausiblen und realistischen Größenordnung. Die damit verbundene CO2- Einsparung liegt bei 684 t CO2 /Jahr (2017: Emission 828 t, 2018: 144 t, diese Werte witterungsbereinigt). Es wird darauf hingewiesen, dass die Erneuerung der Wärmerzeu- 2 gung Einsparungen generiert, die unabhängig von der Art des Energieträgers zu werten sind. Mit dem Bezug von Fernwärme ist aufgrund der guten CO2-Emissionsfaktoren der Fernwärme in Köln eine erheblich geringere CO2-Emission zu verzeichnen. Umstellung weiterer städtischer Heizölanlagen: Die Anzahl der städtischen Gebäude, die noch mit Heizölkesselanlagen ausgestattet sind, beläuft sich auf 20. Eine Prüfung, ob bei diesen Gebäuden eine Umstellung auf Fernwärme möglich ist, wur- de bereits von der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln veranlasst. Die Prüfung erfolgte unter der Maß- gabe, dass ein Fernwärmeanschluss in der Nähe der Standorte verfügbar ist und ein nennenswerter Heizölverbrauch durch eine Hauptkesselanlage vorliegt. Im Ergebnis gibt es noch 2-3 Gebäude- standorte (einer davon ist ein Betriebshof, angemietet von der KVB, mit immer wieder befristeten Mietvertragsdauern). Die verbleibenden zwei Standorte mit einem Heizölverbrauch von etwa 39.000 Litern Heizöl werden noch einer weitergehenden Betrachtungen über die Umstellmöglichkeiten unter- zogen. Das damit einhergehende CO2-Einsparpotenzial beläuft sich auf etwa 100 Tonnen CO2 pro Jahr. Eine grundsätzliche Umstellung der restlichen zum Teil recht kleinen Heizölkessel auf Erdgas, wenn Fernwärme nicht verfügbar ist, ist bisher noch nicht Bestandteil der Überlegungen. In diesem Fall ist auch die CO2-Ersparnis deutlich geringer zu erwarten, da sich die Emissionsfaktoren von Erdgas und Heizöl im Vergleich zu Fernwärme nicht im gleichen Maße unterscheiden. Förderprogramm des Bundes: Die „Austauschprämie für alte Ölheizungen“ („Abwrack-Prämie“) aus dem Förderprogramm des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gilt grundsätzlich auch für Kommunen. Hierbei handelt es sich um ein Marktanreizprogramm, mit dem unter anderem der Ersatz einer Ölhei- zung durch eine Heizung, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben wird – zum Beispiel eine Wärmepumpe oder eine Biomasse-Anlage – bezuschusst wird. Eine Fernwärmeversorgung zählt nicht dazu, da es sich bei Fernwärme nicht um eine Erzeugung aus erneuerbaren Energien handelt.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Düsseldorfer Straße
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Details
- Aktenzeichen
- 1243/2020
- Typ
- Beantwortung e. mündl. Anfrage (Auss.)
- Datum
- 07.05.2020
- Erstellt
- 28.04.2020 10:16