3863/2022
Beantwortung der AN/1839/2022 Ausbau und Sicherstellung der Betreuung in der Bildungskette
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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
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Dezernat, Dienststelle IV/51/513 Vorlagen-Nummer 28.11.2022 3863/2022 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Jugendhilfeausschuss 29.11.2022 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 19.01.2023 Ausschuss Schule und Weiterbildung 23.01.2023 Ausschuss Allgemeine Verwaltung und Rechtsfragen / Vergabe / Internationales 30.01.2023 Beantwortung der AN/1839/2022 Ausbau und Sicherstellung der Betreuung in der Bildungskette Die SPD Fraktion richtet per AN/1839/2022 nachfolgende Anfrage zum Ausbau und zur Sicherstellung der Betreuung in der Bildungskette an den Jugendhilfeausschuss: Der aktuelle Statusbericht zum Ausbau der Kindertagesbetreuung zeigt viele positive Entwick- lungen, jedoch wird die Voraussetzung für einen weiteren erfolgreichen Ausbau sein, dass ge- nug Fachpersonal zur Verfügung steht. Nach vielfältigen Informationen und Hochrechnungen für die nächsten Jahre werden sich die Kommunen und damit auch die Stadt Köln in einer katastro- phalen personellen Situation im Bereich Bildung, Betreuung und Pflege befinden. Ausgebaute Plätze können nicht besetzt werden, wenn beispielsweise Kita- Gruppen durch Mangel an Fachpersonal nicht eröffnet werden können. Aber nicht allein Kitas werden unter dieser Situation leiden, das Problem der fehlenden Fachkräfte betrifft alle Segmen- te der Jugendhilfe sowie insgesamt die Stadtgesellschaft. Diese Situation wird sich zusätzlich weiter verschärfen, wenn der Rechtsanspruch OGS in der Schule zum Tragen kommt. Aktuell konkurrieren verschiedenste Einrichtungen sowie Organisationen mit der Jugendhilfe wie z.B. das Gesundheitswesen oder auch die Altenhilfe. Selbstverständlich ist dies ein gesamtge- sellschaftliches und strukturelles Problem vieler Städte und Kommunen deutschlandweit, jedoch kommen wir nicht umhin, hier in unserer Stadtgesellschaft eigene neue Wege zu gehen. Um das schlimm ste zu verhindern, müssen wir heute beginnen uns diesem Problem entgegen- zustellen, in dem wir Ausbildungsplatzkapazitäten erhöhen und die Perspektiven für junge Men- schen attraktiver gestalten, wie z.B. durch die Schaffung von Betriebswohnungen für Auszubil- dende oder auch Gehaltskomponenten wie z.B. „Großstadtzulagen“ zur Unterstützung bei den Lebenshaltungskosten. Auch die z.Zt. festgelegten Kriterien wie z.B. bei ISBA „Informelles stabilisierendes Bildungsan- gebot“ (vormals ÜMI), Hausaufgaben und Nachmittagsbetreuung, sind neu und niederschwelli- ger zu denken, da die Anforderung zur Besetzung der Stellen auf einen leeren Arbeitsmarkt tref- fen. 2 Vor diesem Hintergrund fragt die SPD Fraktion: 1. Welche Maßnahmen ergreift die Verwaltung bereits jetzt, um sich dem gegenwärtigen sowie sich in Zukunft verschärfenden Fachkräftemangel in Bezug auf Jugendhilfe, Betreuung, So- ziales und Erziehung entgegenzustellen? Antwort der Verwaltung: In vielen pädagogischen und sozialen Arbeitsbereichen ist ein akuter Fachkräftemangel zu verzeichnen. In den letzten Jahren wurden bereits erhebliche Anstrengungen in Zusammen- arbeit mit den Ausbildungsstätten unternommen, die verfügbaren Angebote zu erweitern. Al- leine für den Kita Bereich wurden in den vergangenen Jahren rund 300 zusätzliche Ausbil- dungsplätze geschaffen. Weitere Kapazitäten für mehr Ausbildungsplätze werden ange- strebt, beispielsweise durch eine Erweiterung des Berufskollegs Ehrenfeld, siehe Frage 4. Ein erweitertes Ausbildungsangebot bedingt nachvollziehbar auch das Mitwachsen der da- zugehörigen Strukturen und verfügbaren Ressourcen wie Räumlichkeiten, Lehrer, Praxisan- leitungen in den Ausbildungsstätten, etc. Die Zahl der aktuell über 200 Auszubildenden / Be- rufspraktikanten allein in den 218 städtischen Kindertageseinrichtungen basiert auch auf den Anstrengungen der letzten Jahre und kann daher als Erfolg verbucht werden. Neben der weiterhin dringlichen Personalakquise muss auch die Öffnung des Quereinstiegs für qualifizierte oder nachträgliche zu qualifizierende Berufsgruppen erfolgen, um vor allen Dingen kurzfristig auf den bestehenden Personalmangel reagieren zu können. Eine weitere Steigerung von Ausbildungskapazitäten kann sich erst mitte lfristig auf die Gewinnung zu- sätzlicher Fachkräfte auswirken. Die Themen werden bereits durch die Verwaltungsspitzen in den jeweiligen Arbeitskreisen des Landes mit Nachdruck platziert, zudem wird derzeit eine gemeinsame Positionierung der Jugendhilfeträger in Zusammenarbeit mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie zu not- wendigen Maßnahmen zur Begegnung des Fachkräftemangels erarbeitet. Darüber hinaus werden beispielsweise in der Personalgewinnungskampagne „Mach Köln“ diverse Berufsbilder, so auch der B ildungs- und Erziehungsbereich, vorgestellt und für die Stadt als Arbeitgeberin geworben. Auch auf diversen Berufs -, Karriere- und Ausbildungs- messen ist die Stadt als Arbeitgeberin umfangreich vertreten. 2. Wie kann die Stadt Köln als Arbeitgeber attraktive Anreize setzen, dass Fachkräfte für die Stadt arbeiten? Antwort der Verwaltung: Zufriedene Arbeitnehmer*innen sind häufig die beste Werbung, Fachkräfte für die Stadt Köln zu gewinnen. Insofern ist es von enormer Bedeutung, bereits für das Bestandspersonal gute Rahmen- und Arbeitsbedingungen sowie Qualifizierungs- und Weiterbildungsangebote und Karrierechancen anzubieten. Unbefristete Arbeitsverträge, Übernahmegarantien für Auszu- bildende oder die flexible Stundengestaltung der Arbeitszeit stell en für viele Arbeitnehmer wichtige Kriterien bei der Wahl des Arbeitgebers dar. Die Möglichkeit des mobilen Arbeitens, soweit mit der Aufgabenwahrnehmung vereinbar, gute Arbeitsschutzmaßnahmen oder An- gebote zum präventiven Gesundheitsschutz tragen ebenfall s zur Attraktivität des Arbeitge- bers Stadt Köln bei. 3 3. Wie kann die Verwaltung in Absprache mit den freien Trägern sicherstellen, dass kommuna- le und freie Träger sich nicht gegenseitig im Wettbewerb stehen, gerade im Hinblick auf die Erhaltung erprobter und stabiler Strukturen? Antwort der Verwaltung: Arbeitgeber eines Arbeitsmarktes stehen grundsätzlich in einem gewissen Wettbewerb um die Gunst neuer Beschäftigter. Durch die Vielzahl an gleichgelagerten Stellenausschreibun- gen gibt es für Arbeitnehmer*innen ein breites Angebot zur Auswahl. Der Fachkräftemangel und die hohe Anzahl vakanter Stellen fördert sicherlich zu einem gewissen Anteil die Fluktu- ation der Beschäftigten unter den Arbeitgeber*innen, ein aktives Abwerben findet allerdings erkennbar nicht statt. Umso wichtiger ist es, dass alle Träger gleichermaßen von den Maßnahmen zur Fachkräfte- gewinnung profitieren. Im Rahmen eines kontinuierlichen Austausches durch bestehende Gremienarbeit und Ar- beitsgruppen zwischen dem öffentlichen Träger und den freien Trägern der Jugendhilfe wird der Fachkräftemangel konstruktiv erörtert. Die unterschiedlichen Arbeitsbereiche bedienen für die Studienabsolventen unterschiedlichste Themenfelder. Insofern erfolgen beidseitig auch Neuanstellungen von Fachkräften, die jedoch leider den hohen Bedarf derzeit nicht ab- decken können. In der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, die von den freien Trägern wahrgenommen wird, ist es in den letzten Jahren immer problematischer geworden und momentan schwieriger denn je, Fachkraftstellen mit Sozialarbeiter*innen/Sozialpädagog*innen bzw. Erzieher*innen zu besetzen. Hier hat die Kommune die Möglichkeit, personenspezifisch auf Antrag des Trägers eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen, die die Möglichkeit gibt, Kräfte mit ähnlichen Qualifikati- onen wie oben formuliert analog zu beschäftigen und auch zu bezahlen. 4. Wie gedenkt die Verwaltung Ausbildungskapazitäten zu erhöhen, Immobilien bereitzustellen und den Ausbau der Berufsschulen zu fördern, beispielsweise durch den Ausbau der Kapa- zitäten des BK Weinsbergstraße? Antwort der Verwaltung: Um dem zukünftigen Bedarf an Kita - sowie OGS-Plätzen zu begegnen, ist die Ausbildung von zusätzlichem pädagogischem Personal unbedingt erforderlich. Die Verwaltung beabsich- tigt daher, die Kapazitäten der Bildungsgänge im Fachbereich Gesundheit, Erziehung und Soziales im Bereich Kindererziehung des Berufskollegs Ehrenfeld, Weinsbergstraße zu ver- doppeln. In der Schulbaumaßnahmenliste, die vom Rat der Stadt Köln Anfang 2019 be- schlossen wurde, ist diese Maßnahme unter dem Titel „Erweiterung für das Berufskolleg Eh- renfeld“ mit der Priorität A erfasst. Da die Erweiterungsmöglichkeiten auf dem Schulgrundstück des Berufskollegs Ehrenfeld be- reits ausgeschöpft sind, zieht die Verwaltung alle Möglichkeiten in Betracht und sondiert den Immobilienmarkt in Bezug auf Kauf, Anmietung und Projektentwicklung. Im Bereich des Allgemeinen Sozialen Dienstes werden zum 01.01.2023 die Traineestellen von jährlich 14 auf 20 erhöht. Dadurch wird eine größere Kapazität zur Einst ellung von Be- rufseinsteigern/Nachwuchskräften geschaffen. 4 5. Welche Anreize sowie Angebote für Auszubildende können geschaffen werden, um diesem Mangel entgegenzuwirken, beispielsweise durch die Bereitstellung von Auszubildendenwoh- nungen, Dienstfahrrädern u.a.? Antwort der Verwaltung: Verwaltungsintern werden derzeit mit Hochdruck ergänzende Maßnahmen zu den bereits unter Pkt. 2 aufgeführten Maßnahmen erörtert, welche zusätzliche Anreize zur Attraktivie- rung des Aufgabengebiets schaffen sollen. Die Verwaltung wird hierzu schnellstmöglich berichten, sobald entsprechende Maßnahmen abgestimmt sind. Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
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Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3863/2022
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 28.11.2022
- Erstellt
- 15.11.2022 11:16