V/0678/2009
Mitgliedschaft im Verein "Deutsches Bündnis gegen Depression e.V."
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Beschlussvorlage
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V/0678/2009 DER OBERBÜRGERMEISTER Gesundheitsamt Betrifft Mitgliedschaft der Gesundheitskonferenz Münster, vertreten durch die Stadt Münster, im Verein "Deutsches Bündnis gegen Depression e.V." Beratungsfolge 03.12.2009 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Vorberatung 09.12.2009 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Die Stadt Münster tritt zunächst befristet für 3 Jahre dem Verein „Deutsches Bündnis gegen De- pression e. V.“ bei. II. Kosten/Folgekosten Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 50 €, also 150 € für 3 Jahre. Zwischen der Stadt Münster und dem Bündnis wird ein Kooperationsvertrag geschlossen, der die Verpflichtung zur Zahlung einer Aufwandsentschädigung für 3 Jahre in Höhe von 7.800 € enthält. Die LWL-Klinik sowie die Universitätsklinik Münster haben sich bereit erklärt, je 1.500 € zu über- nehmen. Die Stadt Münster trägt die Restkosten von 4.800 €. III. Finanzierung/Mittelbereitstellung Die o.g. Sachentscheidung ist wie folgt zu finanzieren: Aufwendungen Nr. Bezeichnung Haus h.- jahr Betrag € Bemerkungen Produktgruppe 0701 Gesundheitsdienste 2009 2010 2011 1.650 1.650 1.650 Bereitstellung aus dem ver- fügbaren Haushalts- ansatz Teilergebnisplan (Zeile) 16 Sonstige ordentliche Aufwen- dungen insge- samt 4.950 Vorlagen-Nr.: V/0678/2009 Auskunft erteilt: Herr Dr. Weth Ruf: 492 53 02 E-Mail: WethClaus@stadt-muenster.de Datum: 18.11.2009 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0678/2009 Begründung: Andauernde Belastungen durch Krankheit oder Überforderungen in unterschiedlichen Bereichen, z. B. am Arbeitsplatz, Verlusterfahrungen, biologische Faktoren oder auch die Einflüsse von Fami- lie und Erziehung können zu einer erhöhten Anfälligkeit und zum Ausbruch einer Depression füh- ren. Die Symptome sind nicht bei allen Menschen gleich. Sie können von depressiver Verstim- mung über Antriebs- und Interessenverlust, Konzentrationsschwierigkeiten bis hin zu Schlafstö- rungen und Suizidgedanken reichen. Inzwischen ist die Depression in den Medien kein Tabuthema mehr, nicht zuletzt durch das Bekenntnis verschiedener Prominenter zu ihrer depressiven Erkran- kung. 18% aller Menschen erkranken ein Mal in ihrem Leben an einer depressiven Störung. Frau- en sind doppelt so häufig erkrankt wie Männer. Arbeitslose, Geringverdiener oder Alleinerziehende haben ein erhöhtes Depressionsrisiko. Auch die volkswirtschaftlichen Konsequenzen sind erheb- lich: neben den direkten Kosten für die Behandlung depressiver Erkrankungen entstehen auch sekundäre Kosten; Menschen mit affektiven Störungen, zu denen die Depression gehört, haben 2- bis 3 mal so viele Fehltage wie Nichtdepressive und Depression ist die häufigste Diagnose für eine Erwerbsunfähigkeitsrente. Wichtig für eine Erfolg versprechende Behandlung ist es, die Krankheit früh zu diagnostizieren. Dafür müssen die Öffentlichkeit und die Ärzteschaft noch besser informiert sein. Der Arbeitskreis Psychiatrie bei der Stadt Müns ter, ein Zusammenschluss aller Partner aus dem Bereich der sozialpsychiatrischen Versorgung, empfahl der Kommunalen Gesundheitskonferenz, sich mit dem Thema zu befassen. Hierbei sollten möglichst viele Aspekte wie Früherkennung, spe- zifische Diagnostik, differentielle Behandlung, Beratung, Rehabilitation, Selbsthilfe und Nachsorge, im Sinne primärer, sekundärer und tertiärer Prävention beachtet werden. Eine breitere Basis für die Vernetzung aller Beteiligten der verschiedenen Professionen sei wichtig und hilfreich. Die Gesundheitskonferenz hat daraufhin in ihrer Sitzung am 09.04.2008 den Arbeitskreis „Bündnis gegen Depression“ eingesetzt, der sich mit folgenden Themen beschäftigt hat: • Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Situation von Menschen mit einer depressiven Erkrankung in Münster • Vorbereitung des Anschlusses an das bundesweite „Bündnis gegen Depression“ Auf Empfehlung des Arbeitskreises beschloss die Gesundheitskonferenz am 01.04.2009: Die Gesundheitskonferenz, vertreten durch die Stadt Münster, tritt dem Verein „Deutsches Bündnis gegen Depression e. V.“ für zunächst 3 Jahre bei. Der Arbeitskreis „Bündnis gegen Depression“ der Gesundheitskonferenz steuert die Aktivitäten im Rahmen des Bündnisses. Die Gesundheitskonferenz wird fortlaufend über die Aktivitäten informiert. Der gemeinnützige Verein "Deutsches Bündnis gegen Depression e.V." verfolgt das Ziel, die ge- sundheitliche Situation depressiver Menschen zu verbessern und das Wissen über die Krankheit in der Bevölkerung zu erweitern. Nachdem das Bündnis in Nürnberg sehr erfolgreich gestartet ist, haben sich über 50 Städte und Regionen dem Bündnis angeschlossen und engagieren sich auf lokaler Ebene. Zur Erreichung des Zieles bietet der Verein folgende Module an: 1. Kooperationen mit Hausärzten a. differenzierte Manuale für Fortbildungen b. Videos, Flyer, Plakate für Patienten c. Screeningbogen der WHO - 3 - V/0678/2009 2. Aufklärung der Bevölkerung/Entstigmatisierung a. Plakate, Flyer, Kinospots b. Öffentliche Veranstaltungen wie Vorträge, Diskussionen (Musik, Theater, Kino) c. z. B. Antidepressionslauf oder –wanderung 3. Zusammenarbeit mit Multiplikatoren wie zum Beispiel a. Verantwortliche in Betrieben (Personalrat, Führungskräfte), bei b. Polizei/Feuerwehr c. Beratungsstellen, sowie auch d. Seelsorgekräfte e. Altenpflegekräfte f. Lehrkräfte/Erziehungspersonal g. Hausärzteschaft h. Betriebsärzteschaft i. Hebammen 4. Angebote für Betroffene und deren Angehörige a. Filme, CD-Roms zum Produktionspreis Für alle Module sind Materialien erarbeitet worden, die die Vereinsmitglieder nutzen können. Eine eigene Entwicklung von Infomaterial, Fortbildungskonzepten usw. ist also nicht notwendig. Die Mitgliedschaft spart demnach Kosten bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Vorbereitung von Fort- bildungen ein. Einen großen Nutzen sieht die Gesundheitskonferenz auch in der Nutzung der Er- fahrungen anderer Mitgliedsorganisationen. Mit dem Beitritt in das Deutsche Bündnis gegen Depression bietet sich für die Stadt Münster in besonderer Weise die Chance, das Thema Depression stadtweit zu kommunizieren und zu dem Thema zu sensibilisieren. Das Gesundheitshaus bildet dabei die Plattform für Veranstaltungen, Informationssammlung und –weitergabe. Das „Gesunde Städte-Netzwerk“ empfiehlt seinen Mitgliedern einen Beitritt. In Vertretung gez. Thomas Paal Stadtrat
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0678/2009
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.10.2009
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37