A-R/0030/2026
Schutz stärken - Perspektiven schaffen: Münster als Modellstadt für modernen Gewaltschutz
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A-R-0030-2026
3847 Zeichen
Münster, 17.06.2026 Ratsantrag Schutz stärken – Perspektiven schaffen: Münster als Modellstadt für modernen Gewaltschutz Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept für ein kommunales Modellprojekt „Oranje Huis Münster“ zu erarbeiten. Ziel ist es, bestehende Frauenhäuser und Beratungsangebote nicht zu ersetzen, sondern gezielt zu ergänzen und Versorgungslücken zwischen Akutschutz, Stabilisierung und dauerhaftem Wohnen zu schließen. Grundlage ist der vorliegende Entwurf zum Oranje-Huis-Modell. Das Konzept soll als Bausteinmodell entwickelt werden, das schrittweise umgesetzt werden kann. Dabei sind insbesondere folgende Bausteine zu prüfen: 1.Bedarf und bestehende Strukturen Die Verwaltung stellt dar, welche Schutz-, Beratungs- und Wohnangebote für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder in Münster bestehen, wo Engpässe auftreten und welche Zielgruppen bisher nur eingeschränkt erreicht werden. 2. Schutzwohnungen als erster Schritt Es wird geprüft, ob die Stadt kurzfristig einzelne Schutzwohnungen bereitstellen, anmieten oder über Kooperationen mit Wohnungsbaugesellschaften sichern kann. Diese sollen Frauen und Kindern nach der akuten Schutzphase eine sichere Übergangslösung bieten. 3. Begleitetes Übergangswohnen Aufbauend auf den Schutzwohnungen soll ein Konzept für begleitetes Übergangswohnen entwickelt werden. Dazu gehören sozialarbeiterische Begleitung, psychosoziale Stabilisierung, Unterstützung bei Behördenkontakten, Wohnungssuche sowie Hilfen für betroffene Kinder. 4. Sicherheits- und Betreuungskonzept Die Verwaltung prüft gemeinsam mit Polizei, Jugendhilfe, Frauenhäusern, Beratungsstellen und weiteren Fachakteuren die notwendigen baulichen, technischen und organisatorischen Schutzstandards. 5. Housing First für Frauen Es wird geprüft, ob ein Pilotprojekt „Housing First für Frauen“ entwickelt werden kann, um gewaltbetroffenen Frauen möglichst früh eine verlässliche Wohnperspektive zu eröffnen. Antrag an den Rat Nr. A-R/0030/2026 6. Perspektive Modellstandort Mittelfristig soll geprüft werden, ob ein eigener Modellstandort „Oranje Huis Münster“ sinnvoll, finanzierbar und sicher umsetzbar ist. 7. Finanzierung und Umsetzung Die Verwaltung stellt Kosten, Fördermöglichkeiten, Trägermodelle und einen realistischen Zeitplan dar. Dem Rat ist binnen zwölf Monaten ein Umsetzungs- und Finanzierungsbericht vorzulegen. Begründung Gewalt gegen Frauen und Kinder ist eine dauerhafte gesellschaftliche Herausforderung. Münster verfügt bereits über wichtige Schutz- und Beratungsangebote. Gleichzeitig entstehen insbesondere nach der akuten Schutzphase häufig Lücken: Es fehlt an sicherem Wohnraum, stabilisierender Begleitung und einer Perspektive auf ein eigenständiges Leben. Das Modell „Oranje Huis Münster“ soll diese Lücke schließen. Es verbindet Schutz, Wohnen, Beratung und den Weg in Selbstständigkeit. Dabei soll Münster nicht sofort ein großes neues Haus schaffen, sondern schrittweise beginnen: mit Schutzwohnungen, Übergangswohnen, verlässlicher Begleitung und einer klaren Wohnperspektive. Die CDU-Ratsfraktion setzt auf Kooperation mit bestehenden Trägern und Fachstellen. Ziel ist ein moderner, wirksamer und verantwortungsvoller Gewaltschutz. Kommunale Verantwortung endet nicht an der Tür des Frauenhauses. Frauen und Kinder brauchen Schutz, Sicherheit und eine echte Zukunftsperspektive. gez. Stefan Weber Meik Bruns Martin Peitzmeier Mathias Kersting Dr. Dietmar Erber Dr. Britta Riederer Freifrau von Paar Carmen Greefrath Alf Rüdiger Kaßenbrock Carolin Schwarz Angela Stähler Stefan Leschniok Jolanta Vogelberg Marcus Bielefeld Babette Lichtenstein van Thomas Werth Olaf Bloch Lengerich Peter Wolfgarten Andreas Bracht Jutta Malik
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0030/2026
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 17.06.2026
- Erstellt
- 17.06.2026 18:17