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Jahresbericht 2025 zum Hitzeaktionsplan Köln

Mitteilung Ausschuss 1366/2026 vom 09.06.2026

Stand: Am 18.06.2026 im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.

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    Dezernat, Dienststelle VIII/57/574 Vorlagen-Nummer 09.06.2026 1366/2026 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren 11.06.2026 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 18.06.2026 Jahresbericht 2025 zum Hitzeaktionsplan Köln Der Rat der Stadt Köln hat am 08.12.2022 die Fortführung der Hitzeaktionsplanung beschlos- sen (Vorlage 2388/2022). Der „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ (Laufzeit: 01.2019 bis 06.2022) ist daraufhin aus der Projektphase in die Verstetigung überge- gangen und wird seitdem auf weitere vulnerable Gruppen ausgeweitet. Die Verwaltung wurde beauftragt, jährlich über die Umsetzung der Maßnahmen zu berichten. Die Aktivitäten der Hitzeaktionsplanung aus dem Jahr 2025 sind in dem beigefügten Jahres- bericht dokumentiert. Dieser wird hiermit zur Kenntnisnahme vorgelegt. Gez. Wolfgram Anlage: Anlage 1 Jahresbericht 2025 zum Hitzeaktionsplan Köln
  • Anlage 1 Jahresbericht Hitzeaktionsplan Köln 2025

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    Hitzeaktionsplanung Köln Strategien ausbauen – Maßnahmen umsetzen. Jahresbericht 2025 Anlage 1 Mit freundlicher Unterstützung von Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz Amt für Kinder, Jugend und Familie, Stadt Köln Amt für Soziales, Arbeit und Senioren, Stadt Köln Geographisches Institut, Universität zu Köln GeoHealth Centre, Institut für Hygiene & Public Health (IHPH), Universitätsklinikum Bonn Gesundheitsamt, Stadt Köln Institut für Allgemeinmedizin, Universitätsklinikum Köln Institut für Öffentliches Gesundheitswesen der Uniklinik Köln Institut für Technische Gebäudeausrüstung (TGA), TH Köln Institute for Natural Resources Technology and Management (ITT), TH Köln Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen KlimaDocs e.V. LfGA.NRW Landeszentrum Gesundheit NRW LIGA Wohlfahrt Köln – Diakonisches Werk Köln und Region Seniorenvertretung Köln Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), Universität zu Köln 3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung ............................................................................................................................... 4 Klimatrends in Köln: 2025 – Ein weiteres Jahr des Hitzetrends ............................................ 4 2. Arbeitsstruktur ..................................................................................................................... 6 3. Maßnahmenübersicht .......................................................................................................... 8 4. Bericht aus dem Jahr 2025 ................................................................................................. 23 4.1 Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ..................................... 23 4.1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM) ....................................................................... 23 4.1.2 Integriertes Klimaanpassungskonzept IKA-Köln ..................................................... 23 4.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems ......................................................................................... 24 4.2.1 Stadtweite Verbreitung der Hitzewarnung des DWD ............................................. 24 4.3 Information und Kommunikation ........................................................................................... 25 4.3.1 Das Kölner Hitze-Portal und die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ ............. 25 4.3.2 Klimabildung vor Ort ...................................................................................................... 26 4.3.3 Sonnencremespender und UV-Index Tafeln für Kölner Freibäder ....................... 30 4.4 Besondere Beachtung von Risikogruppen ......................................................................... 32 4.4.1 Das Hitzetelefon .............................................................................................................. 32 4.4.2 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln ........................ 34 4.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme ......................................................... 36 4.5.1 Universitäre Ausbildung ................................................................................................. 36 4.5.2 Informationsmaterial für Schulen ................................................................................ 36 4.6 Forschungsprojekte ........................................................................................................... 37 4.6.1 Projekt AKT@HoMe – Anpassung an den Klimawandel durch Teilhabe ............ 37 4.6.2 Projekt Klima:reaktion – Interdisziplinäres Bildungsmodul zur Klimaanpassung ......................................... 37 4.7 Veranstaltungen und Fachvorträge ....................................................................................... 38 5. Ausblick auf das Jahr 2026 ................................................................................................. 42 Abkürzungsverzeichnis ........................................................................................................... 43 Quellenverzeichnis ................................................................................................................... 44 4 1. Einleitung Die Stadt Köln verfolgt eine klimawandelgerechte Hitzeaktionsplanung mit dem Ziel, die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Folgen extremer und langanhaltender Hitze zu schützen. Durch gezielte Maßnahmen soll die Widerstandsfähigkeit gegenüber hitze- bedingten Gesundheitsrisiken gestärkt werden. Ein zentraler Meilenstein war der Abschluss des Förderprojektes „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ (Projektlaufzeit: 01/2019 – 06/2022), in dessen Rahmen erste Multiplikator*innen, Maßnahmen und Handlungsfelder identifiziert wurden. Auf Beschluss des Rats der Stadt Köln vom 08.12.2022 (Vorlage 2388/2022) wurde die Hitzeaktionsplanung verstetigt und ab dem Jahr 2023 dauerhaft in das Verwaltungs handeln integriert. Seither erfolgt eine schrittweise Erweiterung mit dem langfristigen Ziel, den Schutz vor Hitze auf die gesamte Bevölkerung auszudehnen. Köln gehört in Deutschland zu den Vorreitern bei der Entwicklung und Umsetzung eines kommunalen Hitzeaktionsplans. Die gewonnenen Erkenntnisse werden fortlaufend dokumentiert und mit anderen interessierten Kommunen bundesweit geteilt. Der Jahresbericht 2023 „Vom Forschungsprojekt in die Verstetigung“ ist auf dem Kölner Hitzeportal zu finden: www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima-umwelt-tiere/klima/ hitzeportal-koeln/projektendbericht-hitzeaktionsplan-koeln Im Jahr 2024 wurde die Zielgruppe der (Klein-)Kinder in den Fokus gesetzt. Es wurden relevante Multiplikator*innen identifiziert und in den Arbeitskreis „Runder Tisch Hitze- aktionsplanung“ eingebunden. Gemeinsam sind gezielte Maßnahmen entwickelt worden, um diese besonders schutzbedürftige Gruppe besser zu erreichen und die Kölner Hitze- aktionsplanung um eine weitere zentrale Zielgruppe zu erweitern. Die Umsetzung der Maßnahmen ist ein fortlaufender Prozess, der im Jahr 2025 weitergeführt wurde. In diesem Jahr lag der Fokus auf der Fortführung und Weiterentwicklung der bestehenden Maß- nahmen. Der vorliegende Jahresbericht gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Kölner Hitzeaktionsplanung sowie die im Jahr 2025 realisierten Maß nahmen. Zudem enthält er einen kurzen Ausblick auf die geplanten Aktivitäten im Jahr 2026. Klimatrends in Köln: 2025 – Ein weiteres Jahr des Hitzetrends Auch im Jahr 2025 setzte sich der Trend der steigenden Temperaturen in Köln fort. Mit einer Durchschnittstemperatur von etwa 11,5 Grad Celcius (Stand: aktuelle Auswertung des Deut- schen Wetterdienstes) belegte das Jahr erneut einen Spitzenplatz in der langjährigen Statistik. Das Jahr 2025 war in Nordrhein-Westfalen durch deutlich veränderte klimatische Rahmen- bedingungen geprägt. Die durchschnittliche Jahrestemperatur erreichte 10,8 Grad Celsius 5 und lag damit um 1,8 Grad über dem langjährigen Referenzwert von 9,0 Grad Celsius. Gleich- zeitig blieb die Niederschlagsmenge mit rund 700 l/m² erheblich unter dem klimatologischen Mittel von 875 l/m² , was einem Minus von etwa 20 Prozent entspricht. Auffällig war zudem die außergewöhnlich hohe Sonnenscheindauer, die sich auf etwa 1.890 Stunden belief und den üblichen Vergleichswert von 1.440 Stunden deutlich übertraf. Damit zählte das Jahr zu den fünf sonnenreichsten seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1951. Die Auswertung ausgewählter meteorologischer Kenntage verdeutlicht für das Jahr 2025 insbesondere die ausgeprägte Wärmebelastung im Kölner Stadtgebiet. An der inner- städtischen Messstation Köln – Turiner Straße wurden insgesamt 59 Sommertage sowie 16 heiße Tage registriert. Zudem traten 20 Tropennächte auf, was den urbanen Wärmeinsel- effekt und die damit verbundene nächtliche Hitzebelastung deutlich widerspiegelt. Insgesamt unterstreichen die Daten die zunehmende Relevanz von Hitzeereignissen für das Stadtklima Kölns. Dieser deutliche Erwärmungstrend bedeutet für Köln häufiger extreme Hitzebelastung, insbesondere während langer und intensiver Sommerphasen. Für die Bewohner*innen steigt damit das Risiko für hitzebedingte Gesundheitsprobleme, vor allem für ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke. Die Grafik zeigt die Temperaturabweichungen in Köln von 1850 bis 2024, im Vergleich zum Mittelwert der Jahre 1961 – 2010. Während im 19. und frühen 20. Jahrhundert die meisten Jahre deutlich unter dem Referenzmittel (blaue Balken) lagen, zeigen seit etwa den 1990er- Jahren fast alle Jahre eine deutliche Abweichung in überdurchschnittlich warme Temperaturen (rote und dunkelrote Balken), die in den letzten Jahren stark zunehmen. Die Grafik verdeutlicht damit den deutlichen und langfristigen Erwärmungstrend in Köln.1,2,3,4,5 1890 1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000 2010 2020 Temperatur 8 9 10 11 Warming Stripes für Nordrhein−Westfalen 1881−2025 Datengrundlage: Deutscher Wetterdienst (DWD) Warming Stripes Köln 1881 – 2025 6 2. Arbeitsstruktur Die Arbeitsstruktur „Runder Tisch Hitzeaktionsplanung“ wurde im Frühjahr 2023 gegründet, um die Koordination bestehender Maßnahmen zur Hitzeprävention sicherzustellen, Stake holder zu vernetzen, neue Maßnahmen gemeinsam zu entwickeln und Aufgaben ziel gerichtet zu verteilen. Ziel ist es, die initiierten gemeinsamen Aktivitäten nachhaltig fort- zuführen. Die Organisation und Koordination dieses Arbeitskreises obliegt dem Umwelt- und Verbraucher schutzamt der Stadt Köln. Die Umsetzung und inhaltliche Ausrichtung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt. Im Jahr 2025 fanden drei Arbeitstreffen des „Runden Tisches Hitzeaktionsplanung“ statt. Zu den Teilnehmenden gehörten Vertreter*innen der Stadtverwaltung (Amt für Soziales, Arbeit und Senioren; Amt für Kinder, Jugend und Familie; Gesundheitsamt; Umwelt- und Verbraucherschutzamt; Amt für Feuerschutz, Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz), des Gesundheitswesens (GeoHealth Centre, Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit des Univer-sitätsklinikums Bonn; Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Köln; Institut für Öffentliches Gesundheitswesen der Uniklinik Köln; Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK), Universität zu Köln; Geographisches Institut, Universität zu Köln; Institute for Natural Resources Technology and Management der Technischen Hochschule Köln (TH); KlimaDocs; Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen) sowie Vertretungen verschiedener Zielgruppen (unter anderem verschiedene Seniorenvertretungen; LIGA Wohlfahrt Köln – Diakonisches Werk Köln und Region). Der erste „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ wurde im Januar durchgeführt. Schwerpunkte des Treffens waren die Identifikation und Analyse der neuen vulnerablen Zielgruppe der (Klein-) Kinder und ihrer Eltern sowie die Entwicklung zielgerichteter Maßnahmen für den Sommer 2025. Die Ausarbeitung der Maßnahmen wurde im März beim zweiten „Runden Tisch Hitze- aktionsplanung“ zielgerichtet fortgeführt. Ergänzend wurden verschiedene Projekte zu den Themen Trinkwasser, UV-Schutz und Sport und Bewegung mit älteren Menschen bei Hitze vorgestellt. Der im November 2025 durchgeführte „Runde Tisch Hitzeaktionsplanung“ diente erneut der Evaluation der im laufenden Jahr umgesetzten Maßnahmen sowie der Reflexion der bestehen- den Arbeitsweise. Wie bereits im Vorjahr stand der offene Austausch im Mittelpunkt. Die Rück- meldungen der Teilnehmenden wurden systematisch an Stellwänden erfasst und bildeten die Grundlage für die Bewertung der Arbeitsplattform und ihrer Weiterentwicklung. Die Ergebnisse zeigen eine insgesamt sehr hohe Zufriedenheit mit der Zusammenarbeit. Die Anzahl von drei Arbeitstreffen pro Jahr wurde erneut als passend bewertet. Positiv hervor- gehoben wurden die konstruktive Arbeitsatmosphäre sowie das Angebot der TH Köln und der Universität zu Köln zur Verknüpfung von Fragestellungen der Hitzeaktionsplanung mit Bachelor- und Masterarbeiten. 7 Zur Weiterentwicklung wurde der stärkere Einbezug weiterer Ämter und die Einbindung kirchlicher Träger im Kontext „kühle Orte“ angesprochen. Eine Kooperation mit evangelischen Pfarrgemeinden ist bereits im Aufbau; eine Ausweitung auf das Erzbistum ist geplant. Im Hinblick auf Fördermaßnahmen berichteten Teilnehmende von positiven Erfahrungen, etwa mit der Solarförderung oder dem Projekt „Grünzug Nippes“ im Rahmen des Bundes- programms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ in Kooperation mit dem Grünflächen- und Jugendamt. Gleichzeitig wurde deutlich, dass nicht allen Teilnehmenden bekannt ist, für welche Maßnahmen Fördermittel beantragt werden können. Ergänzend wurden die aktuellen Förderprogramme vorgestellt, inklusive Übersicht und Kontaktdaten zur Fördermittelberatung. Teilnehmende können bei Bedarf eine Förderberatung oder gezielte Recherche zu geplanten Projekten in Anspruch nehmen. Für die Umsetzung von Maßnahmen wurde insbesondere die Unterstützung durch Vorgesetzte, politische Beschlüsse und die Einbindung der Zivilgesellschaft als wichtig genannt. Weiterhin bestehen Bedarfe an internen und externen Kooperationen, der Nutzung bestehender Maßnahmen sowie Informationen zu konkretem Forschungs- und wissen- schaftlichem Unterstützungsbedarf. Die Ergebnisse der Evaluation bestätigen den hohen Stellenwert des „Runden Tisches Hitzeaktionsplanung“ als etablierte, vertrauensvolle und effektive Arbeitsplattform. Die Anregungen und Bedarfe werden in die weitere Arbeit des Arbeitskreises und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Hitzeaktionsplanung einfließen. Abbildung 1: Der Arbeitskreis „Runder Tisch Hitzeaktionsplanung“ und seine Mitglieder*innen (25.11.2025) 8 3. Maßnahmenübersicht Im Rahmen des Förderprojekts „Hitzeaktionsplan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ wurde ein umfassender Maßnahmenkatalog, in Anlehnung an die acht Kernelemente der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erarbeitet. Die darin enthaltenen Maßnahmen werden kontinuierlich umgesetzt und fortgeschrieben. Die vorliegende Tabelle bietet eine Übersicht über den aktuellen Umsetzungsstand der Maßnahmen im Jahr 2025. Der Umsetzungsstatus wird durch folgende Farbcodierung dargestellt: „erfolgreich etabliert“ (grün), „in Vorbereitung“ (gelb) und „ausstehend/offen“ (weiß). Ergänzende Informationen sind in der Rubrik „Bemerkung“ zusammengefasst. 9 Legende: erfolgreich etabliert in Vorbereitung/in Bearbeitung ausstehend/offen Kernelement I (KE): Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM) Mit dem Ratsbeschluss vom 15.06.2023 (2352/2022 „Bestandsaufnahme und Strategie zur Integrierten Klimafolgen- anpassung“) wurde die Koordinationsstelle „KlimaAnpassungsManagement (KAM)“ beim Umwelt- und Verbraucherschutzamt einge- richtet. Sie stellt das effiziente Zusammenspiel der unterschiedlichen Aufgabenbereiche und -schwerpunkte, die interne und externe Kommunikation, die Fortschreibung von bereits laufenden sowie die Identifikation von weiteren Klimaanpassungs- und Sofort- maßnahmen sicher. Auch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Hitzeaktionsplanung ist Teil des KlimaAnpassungsManagementes. Durch die Bündelung der Aufgaben ergeben sich für die Kölner Hitzeaktionsplanung unter anderem Synergieeffekte mit der Fördermittelakquise oder mit aktuellen Stadtklimauntersuchungen. KE 1.2 Trisektorale Vernetzung Das Ziel der trisektoralen Vernetzung besteht in der Förderung der Zusammenarbeit und des Informationsaustauschs zwischen den Kölner Akteur*innen. Dies wird durch regelmäßige lokale Netzwerktreffen sowie durch einen Rundbrief gewährleistet, der alle interessierten Akteur*innen über den aktuellen Sachstand des Kölner Hitzeaktions- plans informiert. 10 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 1.3 Interkommunale Vernetzung Der im Rahmen des Projektes „Hitzeaktions- plan für Menschen im Alter für die Stadt Köln“ initiierte bundesweite Städtedialog findet jährlich statt. Der Städtedialog 2025 wurde gemeinsam von den Städten Köln, Dresden und Nürnberg unter dem Thema „Wasser vernebler im öffentlichen Raum“ durchgeführt. Im Jahr 2024 hat das LZG.NRW die Arbeits- gruppe „AG Kommunale Arbeitshilfen“ ins Leben gerufen, zur Entwicklung und Verbreitung von Arbeitshilfen zum gesund- heitsbezogenen Hitzeschutz für Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Das Umwelt- und Verbraucherschutzamt sowie das Gesundheitsamt der Stadt Köln sind Mitglieder dieser Arbeitsgruppe, sodass die in Köln gewonnenen Erkenntnisse ein- bezogen werden können. In 2025 wurden die kommunalen Arbeitshilfen und ein Kommunikationskatalog veröffentlicht. Darüber hinaus findet fortlaufend eine bundesweite Vernetzung statt und der Kölner Hitzeaktionsplan wurde durch diverse Vorträge im Laufe des Jahres einem breiten (Fach-)Publikum auf Landes- und Bundes- ebene vorgestellt. KE 1.4 Runder Tisch Hitzeaktionsplanung Der Runde Tisch Hitzeaktionsplanung hat das Ziel, die beteiligten Akteur*innen zu vernetzen und eine gemeinsame Arbeits- plattform zu etablieren. Im Jahr 2025 kam das Gremium insgesamt drei Mal zusammen: Zwei Treffen fanden im Frühjahr zur Vor- bereitung auf den Sommer statt, während beim dritten Treffen im Winter ein kritischer Maßnahmenrückblick sowie eine Evaluierung und Weiterentwicklung des Gremiums durchgeführt wurde. 11 Kernelement II: Nutzung eines Hitzewarnsystems Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 2.1 Verbreitung des DWD-Newsletters „Hitzewarnung“ und „UV-Warnung“ Der Newsletterservice des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zur Information über amtliche Hitze- und UV-Warnungen wird über verschiedene Kanäle wie beispielsweise auf dem Kölner Hitzeportal, im Hitzeknigge oder auf Bürgerveranstaltungen beworben, erklärt und zum Download zur Verfügung gestellt. KE 2.2 Verbreitung der App Luftwarnung (UBA) für erhöhte bodennahe Ozonwerte Die App „Luftqualität“ des Umweltbundes- amtes (UBA) wird über die Neuauflage des Hitzeknigge angeworben und zum Download zur Verfügung gestellt. KE 2.3 Stadtweite Verbreitung der Hitzewarnung des DWD Die Hitzewarnung des DWD wird als Hitze- information an die Kölner Bevölkerung über den Warnverteiler sowie das Modulare Warnsystem (MoWaS) der Feuerwehr, welches regionale und überregionale Medienstationen bedient, im Auftrag des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes weitergegeben. Die NINA und KATWARN App werden automatisch vom DWD angestoßen. Außerdem erscheint die Hitzewarnung des DWD automatisiert auf dem Internetportal der Stadt Köln und verweist auf das Kölner Hitzeportal zur weiteren Information. 12 Kernelement III: Information und Kommunikation Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 3.1 Interaktive Erfrischungskarte Auf dem Hitzeportal steht die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ zur Verfügung. Hier haben Bürger*innen die Möglichkeit, ihre Empfehlungen für schattigen Plätze und Abkühlungsmöglichkeiten in eine digitale Karte einzutragen und sie allen Einwohner*innen Kölns zugänglich zu machen. KE 3.2 Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterialien für die Gesamtbevölkerung Zur kompakten Information wurden 11 Hitzetipps erarbeitet. Die „11 Hitzetipps“ liegen gedruckt als Poster vor und werden an Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und weitere interessierte Einrichtungen zum Aushang verteilt. Außerdem werden während des Sommers Roll-Ups stadtweit in Bezirks- ämtern aufgestellt. Ein weiteres Informations- medium ist eine Wanderausstellung zum Thema Hitze und Gesundheit. Diese wird im Stadthaus Deutz dauerhaft gezeigt und steht allen Interessierten zur Verfügung. KE 3.3 Lebensmittel Trinkwasser Die Sensibilisierung älterer Menschen für ein hitzeangepasstes Trinkverhalten ist ein zentraler Bestandteil der Maßnahmen zur Gesundheitsprävention in dieser Zielgruppe. Im Rahmen von Veranstaltungen werden daher bedruckte Trinkflaschen verteilt, die als visuelle Erinnerung zur regelmäßigen Flüssig- keitsaufnahme dienen und so zur Förderung einer ausreichenden Hydratation beitragen. KE 3.4 Stadtweite Sensibilisierungs-Kampagne Eine umfassende Informationskampagne in unterschiedlichen Medienformaten wird durchgeführt: Das Kölner Hitzeportal vereint sämtliche Informationen und fungiert als zentrale Plattform. Ergänzend werden im Sommer digitale Informationsplakate eingesetzt. 13 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 3.5 Hitzeeinsatzplan Im Rahmen des Projektes wurde ein erster Entwurf eines Hitzeeinsatzplans erstellt. Dieser dient dazu, die wesentlichen Akteur*innen mit ihren Aufgaben in der Hitzeaktions planung zu beschreiben. Grundlage ist zudem die verbindliche Umsetzung von Maßnahmen in den einzelnen Dienst stellen. Weitere Absprachen erfolgen im Rahmen des Runden Tisches Hitze- aktionsplanung. Im Rahmen des Integrierten Klimaanpassungskonzeptes ist die Weiter- entwicklung des Hitzeeinsatzplanes als eine prioritäre Maßnahme aufgenommen worden. KE 3.6 Pressearbeit und Veröffentlichungen Verschiedene Aktionen werden durch Pressemitteilungen begleitet. KE 3.7 Projektsong „Drinke“ mit Imagefilm Der Projektsong „Drinke“ von der kölschen Band Klabes ist auf dem Kölner Hitzeportal und bei YouTube abrufbar: www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/klima- umwelt-tiere/klima/hitzeportal-koeln/hitze- wasser-trinken Die Band steht weiterhin für Sensi bilisierungsprojekte vor Ort zur Verfügung (zum Beispiel Auftritte bei Stadtteilfesten). KE 3.8 Kühlung öffentlicher Plätze mit Wasser Nach der Pilotierung 2022 in Rheingarten (Weltjugendtagsweg) wurde die Rhein- Energie AG beauftragt an drei Standorten in der Innenstadt Aktionen bei entsprechenden Wetterlagen durchzuführen. Im Jahr 2025 wurden drei dieser Aktionen unter dem Titel „Cooling Cologne“ durchgeführt. Am 02.07.2025 auf dem Severinskirchplatz und am 12.08.2025 auf dem Chlodwigplatz und Rudolfplatz. 14 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 3.9 Erwachsenenbildung vor Ort Mit dem Ziel der niedrigschwelligen Ver mittlung von Informationen zur Klima- bildung und Stärkung der dies bezüglichen Gesundheitskompetenzen wurden Informationsstände auf Wochenmärkten in verschiedenen Kölner Stadtteilen einge- richtet. Dies ermöglicht ein leicht zugäng- liches Informationsangebot zu Hitzegefahren, verbunden mit persönlichem Kontakt zu den Bürger*innen. KE 3.10 UV-Schutz Im Juli 2024 wurden in drei Kölner Freibädern kostenlose Sonnencremespender aufgestellt. Diese wurden nach der UEFA EURO 2024 vom BfS an die Stadt Köln übergeben und im Sinne der Nachhaltigkeit an die KölnBäder GmbH weitergegeben. Neu ergänzt wurden diese in 2025 durch UV-Index Tafeln, die in Zusammenarbeit mit dem Center for Molecular Medicine der Uniklinik Köln ent- wickelt und zur Verfügung gestellt wurden. 15 Kernelement IV: Reduzierung von Hitze in Innenräumen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 4.1 Förderung von außenliegenden Sonnenschutzeinrichtungen an Wohngebäuden Von Oktober 2023 bis Oktober 2024 wurde das Förderprogramm der Stadt Köln „Klimafreundliches Wohnen“ („Gebäude- sanierung – klimafreundliches Wohnen“ , „Photovoltaik – klimafreundliches Wohnen“ und „Photovoltaik – klimafreundliches Arbeiten“) erfolgreich genutzt. Es diente dazu Eigentümer*innen von Wohngebäuden und weiteren Investor*innen einen erhöhten Anreiz für die kostenaufwendige Nachrüstung der Bestandsgebäude mit außenliegendem Sonnenschutz zu liefern. Der Fördertopf war bereits im August 2024 ausgeschöpft. Seit Juni 2025 sind diese Förderprogramme wieder in Kraft getreten. KE 4.2 Informationskampagne zur Kühlung von Innenräumen Die Maßnahme wurde in 2025 noch nicht initiiert. Kernelement V: Besondere Beachtung von Risikogruppen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 5.1 T elefonische Beratungsmöglich- keiten während der Hitzeperiode Für alle Kölner Bürger*innen mit besonderem Focus auf alleinlebende Menschen im Alter wurde 2023 das Hitzetelefon eingerichtet und in den Folgejahren weiterentwickelt. Es bot auch in 2025 wieder kostenfreie Beratung zu den gesund heitlichen Auswirkungen von Hitze, sowie zu potenziellen Schutzmaß- nahmen und auf Wunsch die Weitergabe von Informationen zu Hitzewarnungen des DWD für die Stadt Köln an. (www.stadt-koeln.de/service/produkt/hitze- telefon-hitzeregister-des-gesundheitsamtes) 16 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 5.2 Vulnerabilitätsanalyse Im Projekt wurde die Hitzebelastungen älterer Menschen in Köln untersucht und räumlich differenziert bewertet. Die Vulnerabilitätsanalyse diente der Fest- legung der Stadtteile und Sozialräume für die Befragung der dort lebenden Menschen im Alter zur Hitzeanpassung und gesund- heitlichen Aspekten. Die Maßnahme ist abgeschlossen. KE 5.3 Zielgruppen- gerechte Informations- materialien Menschen im Alter Die Informationsbroschüre „Hitzeknigge“ wurde im Jahr 2025 inhaltlich aktualisiert und um relevante Themen (zum Beispiel Luft- qualität und UV-Strahlung) ergänzt. Der Hitze- knigge wird fortlaufend über verschiedene lokale Multiplikator*innen, auf Veranstaltungen sowie persönlich an interessierte Bürger*innen verteilt. Zusätzliche Produkte zur Sensi- bilisierung älterer Menschen für Hitze, wie Fächer und Trinkflaschen, wurden ebenfalls verbreitet. (Klein-) Kinder Für die Zielgruppe der (Klein-)Kinder und Eltern wurde 2024 die Broschüre „Klima- schutz ist Kinderschutz“ in Kooperation mit dem „KlimaDocs e.V. “ zum Thema Hitze und Gesundheit erweitert und verteilt. Zur Sensibilisierung der Kinder und ihren Eltern vor schädlicher UV-Strahlung wurden UV-Armbänder, Hitzewarn-Aufkleber und anderes Material auf Veranstaltungen verteilt. Straßen- obdachlose Menschen Über Streetworker*innen und in den Kontakt- und Beratungsstellen werden jährlich im Stadtgebiet Sonnenschutzmittel (Sonnencremes, Kopfbedeckung) kostenlos an obdachlose Menschen ausgegeben. Je nach örtlichen Gegebenheiten werden auf vorhandenen nutzbaren Außenflächen der Beratungsstellen Pavillons aufgestellt, um überschattete zusätzliche Aufenthaltsorte zu schaffen. 17 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 5.4 Manual zum Selbst-Check Ein manuell ausfüllbarer Selbst-Check soll die Zielgruppe ab 65 Jahren für Hitze- perioden und individuelle Risikofaktoren sensibilisieren. Er soll das Bewusstsein für die Zugehörigkeit zur Risikogruppe während Hitzeperioden stärken. Ein erster Entwurf wurde erstellt und umfasst sowohl Risiko- faktoren als auch Präventionsmaßnahmen. Die Fortschreibung steht aus. KE 5.5 Unterstützende Dienste bei Hitze anbieten und Integration von Hitze in die vorsorgenden Hausbesuche Die Versorgung selbstständig lebender älterer Menschen soll in Hitzebelastungs- situationen gestärkt und gesichert werden. Es bestehen verschiedene mögliche Ansätze. Eine Herausforderung besteht darin, geeignete Organisationen zu identifizieren, die diese Aufgabe übernehmen könnten. KE 5.6 Auswertung Wegebeziehungen / Erreichbarkeiten Im Rahmen des Förderprojekts wurde eine detaillierte Analyse von hitzebelasteten Gebieten und vulnerablen Bevölkerungs- gruppen durchgeführt, um die Entfernung von der Wohnadresse älterer Menschen zur nächsten Grünfläche zu ermitteln. Die Ergebnisse können zur zielgerichteten Entwicklung von Maßnahmen im Bereich grüner Infrastruktur genutzt werden. Die Maßnahme ist abgeschlossen. KE 5.7 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln Im Jahr 2025 wurde eine weitere Hitze- Stadtteilkarte, der „Hitzespickzettel“ für das Kunibertsviertel/Eigelstein, fertiggestellt. Fünf weitere Spickzettel sind in Vorbereitung. Für diese wurden bereits Hitzespaziergänge durchgeführt, sodass im folgenden Jahr weitere Hitzespickzettel folgen werden. Dabei haben ältere Menschen gemeinsam mit anderen Akteuren, zum Beispiel ihren Senior*innenvertretungen und -netzwerken, ihre nähere Umgebung erkundet, um schattige Sitzgelegenheiten, Orte zum Trinken und zur Toilettennutzung zu identifizieren. 18 Kernelement VI: Vorbereitung Gesundheits- und Sozialsysteme Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 6.1 Zusammenstellen von Ausbildungs- unterlagen für medizinisches Personal und Apothekenpersonal Für die Durchführung von Schulungen in Einrichtungen der stationären Altenpflege wurden zielgruppengerechte Präsentationen und Schulungsunterlagen erarbeitet. Die Schulungsunterlagen werden fortlaufend aktualisiert und können als Grundlage für weitere Ausbildungsunterlagen genutzt werden. KE 6.2 Einbezug des Themas Hitze in F orschung und Lehre An der medizinischen Fakultät der Universität zu Köln wird seit 2023 durch das Institut für Allgemeinmedizin das Thema Hitze und Gesundheit gelehrt. Entsprechende Inhalte werden insbesondere im 6., 7. und 8. Semester in verschiedenen Lehrformaten unterrichtet und schriftlich in Prüfungen abgefragt. Auch im Studiengang Angewandte Hebammen- wissenschaft wurde eine Vorlesung zum Thema Klimawandel und Gesundheit gehalten. Im Lehramtsstudiengang an der Sporthoch- schule fand eine Vorlesung zum Umgang mit Hitze und UV-Strahlung im Sport statt. Seit Januar 2024 wird im Projekt AdaptHeat (Förderung durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesauschusses) unter- sucht, welche Auswirkungen Medikamente bei chronischen Erkrankungen auf das hitze- bedingte Gesundheitsrisiko haben. Es soll eine Liste der relevanten Medikamente und Empfehlungen zur Medikamentenanpassung erarbeitet werden. In dem dreijährigen Projekt werden Materialien für das Fachpersonal und für Patient*innen entwickelt. Im Projekt Klima:reaktion wird an der TH Köln ein interdisziplinäres Lehrmodul zur Klima- wandelanpassung entwickelt und umgesetzt, das in regionale Strategien ein gebettet ist. Studierende erarbeiten im Rahmen praxisorientierter Projekte gemeinsam mit regionalen Akteur*innen offene Monitoring- und Lösungsansätze zu klimabedingten Heraus forderungen und stellen die Ergebnisse öffentlich zur Verfügung. 19 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 6.2 Einbezug des Themas Hitze in F orschung und Lehre Das Projekt AKT@HoMe des Geographischen Instituts der Universität zu Köln und das Institute for Natural Resources Technology and Management (ITT) der TH Köln untersuchen, wie unterschiedlich Bevölkerungsgruppen in urbanen Quartieren zur Beteiligung an Maß- nahmen der Klimawandelanpassung bereit und befähigt sind. In zwei Kölner Stadtteilen mit unterschiedlicher Sozialstruktur werden dazu Wahrnehmung, Teilhabebereitschaft und lokale klimatische Bedingungen analysiert und in simulationsgestützte Szenarien zur Klima- anpassung überführt. Darüber hinaus bieten die beiden Institute verschiedene Lehrveranstaltungen zu städtischer Hitze sowie Adaption und Hitzeschutz Eingang in den angebotenen Studiengänge an. Im englischsprachigen Modul „Ecological and Social Risks“ , das an der Uni Köln und der TH Köln unterrichtet wird, wird das Thema urbane Hitze aus Sicht der Risikoforschung, u.a. anhand von Fallstudien aus Köln und Leverkusen, betrachtet. Grund- lagen urbaner Hitze werden in Exkursionen zum Stadtklima in Köln vermittelt. Im fach- methodischen Kurs „Urban Climatology“ können Studierende die Modellierung von Anpassungsmaßnahmen zur Hitze mitigation und deren Wirksamkeit anhand eines Raum- beispiels in Köln erlernen. KE 6.3 Durchführen von Schulungen zur Sensibilisierung von Multiplikator*innen Ein- richtungen der stationären Altenpflege Vortrag bei der Fachveranstaltung Bundes- arbeitsgemeinschaft Selbsthilfe. Ein zentraler Aspekt ist die Sensibilisierung für den besonderen Schutzbedarf von Menschen mit Vorerkrankungen und Behinderung. Ärzteschaft Im Juni 2025 wurde der Hitzeaktionsplan Köln dem Landesverband des ÖGD mit dem Vortrag „Hitzeschutz auf kommunaler Ebene“ vorgestellt. 20 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 6.4 Verstärkte Berücksichtigung sommerlicher Hitzeereignisse im Qualitätsmanagement der Pflegeeinrichtungen In Kooperation mit Vertretern aus dem Gesundheits- und Pflegesektor hat das LfGA.NRW Arbeitshilfen für den Hitze- schutz in Einrichtungen entwickelt. Diese Arbeitshilfen für den einrichtungsbezogenen Hitzeschutz sind modular aufgebaut und umfassen eine Checkliste für den Schnell- einstieg, grundlegende Dokumente sowie detaillierte Handlungsinformationen mit direkt verwendbaren Materialien. Einrichtungsbezogener Hitzeschutz – LfGA.NRW (www.lzg.nrw.de/ges_foerd/klima_gesundheit/ hsp/index.html) KE 6.5 Information zu „Möglichkeiten zum Hitzeschutz für Arztpraxen“ Die Förderung klimasensibler Beratung, inklusive Hitzeschutz, in Arztpraxen soll durch gezielte Sensibilisierung und Schulung von Ärzt*innen gefördert werden. Ziel ist es das Themenfeld in den Praxen dauerhaft zu implementieren. Die Durchführung ist für 2026 geplant, wenn Drittmittel zur Verfügung stehen. KE 6.6 Information zu „Möglichkeiten zum Hitzeschutz durch Arztpraxen“ Im Juni 2025 hat das Institut für Allgemeinmedizin der Universität zu Köln über den Verteiler der Kassenärztlichen Vereinigung in Köln Informationsmaterial (Flyer „Möglichkeiten zum Hitzeschutz für Arztpraxen“ , Hitzeknigge, 11 Hitzetipps, Postkarte Hitzetelefon sowie Kontak- tinformationen des Hitzeaktionsplans) versendet. KE 6.7 Befragung zum Hitzeschutz in Kindertagesstätten Das Gesundheitsamt hat 2023 – 2024 eine Online-Befragung zur Hitzebelastung in Kitas mit Einrichtungen in freier sowie städtischer Trägerschaft durchgeführt, um eine umfassende Erhebung des Bedarfs an hitzeangepassten Maßnahmen in allen Kölner Kindertagesstätten zu ermöglichen. Ergänzend wurden qualitative Interviews mit Einrichtungsleitungen und Beschäftigten in ausgewählten Stadtteilen und Sozialräumen durchgeführt. Die Auswertung erfolgte im Rahmen einer Masterarbeit am Geo- graphischen Institut der Universität Bonn. 21 Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen *KE 6.8 Informationsmaterial für Schulen Im Jahr 2024 wurde für das Lehrpersonal an Schulen die Informationsbroschüre „Gesundheitsrisiko durch Hitze und UV-Strahlung“ sowie ein Poster zur Sensi- bilisierung und zum Aushang in Schulen entwickelt. Die Materialien wurden über das Amt für Schulentwicklung per Mail an alle Kölner Schulen verschickt. Auf Anfrage konnten die Materialien auch in gedruckter Fassung bestellt werden. Das Angebot bestand auch im Jahr 2025. Es ist geplant in 2026 die Schulen erneut per E-Mail auf dieses Angebot aufmerksam zu machen. Kernelement VII: Langfristige Stadtplanung und Bauwesen Die im Kernelement VII aufgeführten Maßnahmen sind nicht länger Bestandteil des Hitze aktionsplans, da sie bereits im Integrierten Klimaanpassungskonzept (IKA) Köln verankert sind. Innerhalb des IKA werden der Umsetzungsstand und die Fortschritte dieser Maßnahmen dokumentiert und fortgeschrieben. Aus diesem Grund erfolgt künftig keine Fortschreibung dieser Maßnahmen im Hitzeaktionsplan und werden lediglich an dieser Stelle des Jahresberichts zum Hitzeaktionsplan aufgeführt. Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 7.1 Integration des Themas Hitzeschutz in die Bauleitplanung Das Ziel ist vordefinierte „Bausteine“ als verbindliche, einheitliche Vorgaben für Bebauungsplan-Verfahren als Checkliste einzuführen: Hier werden die Themen- bereiche Entsiegelung, Begrünung, Bewässerung, Verschattung, Verbesserung des Innenraumklimas beziehungsweise der Aufenthaltsqualität und Wasser zur Kühlung bearbeitet. Der Leitfaden zur Fassaden- begrünung ist fertiggestellt, die Arbeit an einem Leitfaden für die Dachbe grünungen wurde aufgenommen. Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 7.2 Ausbildungsunterlagen für Architekt*innen und Stadtplaner*innen Die Sensibilisierung und Information von Architektur- und Stadtplanungs- studierenden für klimaangepasstes Planen und Bauen erfordert weitere Entwicklung und Abstimmung mit relevanten Multiplikator*innen. KE 7.3 Satzung zur Begrünung und Bepflanzung von Vorgärten zur Hitzeminderung Eine Freiraumsatzung zielt darauf ab, die Versiegelung und Verschotterung von Flächen zu reduzieren und so eine nach- haltige Innenentwicklung zu fördern. Zudem bietet sie eine Option für den klimawandel- gerechten Umbau von Bestandsgebäuden. Es ist jedoch erforderlich, die rechtliche Zulässigkeit zu prüfen. Kernelement VIII: Monitoring und Evaluation der Maßnahmen Kategorie Maßnahme Status Bemerkungen KE 8.1 Evaluation der durchgeführten Maßnahmen des Hitzeaktionsplans Eine regelmäßige Berichterstattung erfolgt anhand eines Jahresberichtes. Die letzten Jahresberichte erschienen für 2023 und 2024. Eine Evaluation der durchgeführten Maßnahmen Evaluation der Arbeitsplattform „Runder Tisch Hitzeaktionsplanung“ wurde im November durchgeführt. 23 4. Bericht aus dem Jahr 2025 4.1 Zentrale Koordinierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit 4.1.1 KlimaAnpassungsManagement (KAM) Das Klimaanpassungsmanagement wurde in der Umweltverwaltung eingerichtet und umfasst neben der Hitzeaktionsplanung die Fördermittelakquise und die Stadtklimatologie. Ein zentraler Bereich des KAMs ist die Koordination und Vereinheitlichung von Anpassungs- maßnahmen und die Koordinierung der Umsetzung 4.1.2 Integriertes Klimaanpassungskonzept IKA-Köln Um Klimaanpassung als Querschnittsaufgabe in der Verwaltung zu verankern, hat der Rat der Stadt Köln am 15. Juni 2023 die Verwaltung beauftragt, die Vielzahl der Maßnahmen in einer integrierten Strategie zusammenzuführen. Auf Grundlage der Anforderungen des Klimaanpassungsgesetzes des Bundes (KAnG) vom 16. November 2023 soll das Integrierte Klimaanpassungskonzept eine systematische Basis schaffen, um die Aktivitäten zur Klimaanpassung in Köln auf ein für die integrierte Ziel- erreichung erforderliches Niveau zu heben. Ziel ist es, die Toleranz und Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels ebenso wie die Vorsorge- und Reaktionsfähigkeit der Stadtverwaltung und der Stadtgesellschaft weiter zu stärken. Die Erarbeitung des Konzepts erfolgt federführend durch das KlimaAnpassungsManagement und wird von einer ämter- und ressortübergreifenden Steuerungsgruppe begleitet. In dieser sind insbesondere jene Dienststellen vertreten, die bereits Anpassungsmaßnahmen umsetzen oder über einschlägige konzeptionelle Planungen verfügen. Um eine erfolgreiche spätere Umsetzung des Klimaanpassungskonzepts sicherzustellen, wurden über die Steuerungsgruppe hinaus von Beginn an weitere Fachämter der Stadt Köln in den Erarbeitungsprozess einbezogen. Derzeit befindet sich das IKA Köln in der abschließenden Fertigstellung. Mitte 2026 ist die politische Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Köln vorgesehen. Die Hitzeaktionsplanung wird in das Integrierte Klimaanpassungskonzept integriert. Das IKA Köln fungiert dabei als übergeordnete Dachstrategie, in die weitere ergänzende und konkretisierende Projekte auf strategischer Ebene eingebunden werden. 24 4.2 Nutzung eines Hitzewarnsystems 4.2.1 Stadtweite Verbreitung der Hitzewarnung des DWD Die Feuerwehr der Stadt Köln verfügt über eine Vielzahl von Warnmöglichkeiten, die je nach Schadensereignis zum Einsatz kommen. Für das Thema Hitze wurden der Warn- verteiler sowie das Modulare Warnsystem (MoWaS) als geeignete Instrumente identifiziert. Diese Verteiler werden bereits im Rahmen der Amtshilfe genutzt, beispielsweise bei Warnungen im Zusammenhang mit Bombenentschärfungen. Über den Warnverteiler werden ver schiedene Empfänger*innen, wie die Leitstelle der KVB, Radio Köln, regionale Medien anstalten, das Bürgertelefon und das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit über eine bestehende Gefahrenlage informiert. Das MoWaS ermöglicht es, satellitengestützte Warnungen an Empfänger*innen wie Warn-Apps (zum Beispiel NINA) sowie an regionale und überregionale Medienstationen zu verschicken. Zur Warnung der Bevölkerung vor starker und extremer Hitze wurde ein Standardtext erstellt, der bei anstehenden Hitzeperioden verbreitet werden kann: „Hitzeinfo an Kölner*innen im Auftrag des Umwelt- und Verbraucherschutzamtes Achtung Hitze vom 12.08. – 13.08.! Vermeiden Sie längere Aufenthalte und Aktivitäten im Freien, insbesondere in der Mittagshitze. Schützen Sie sich vor direkter Sonnenein- strahlung und tragen im Freien eine Kopfbedeckung sowie Sonnencreme mit aus- reichendem Lichtschutzfaktor. Trinken Sie viel Wasser und achten Sie auf leichte Kost. Weitere Informationen und Maßnahmen zur Abkühlung finden Sie unter www.stadt-koeln.de/hitzeportal. Eine weitere Meldung erfolgt nicht. “ Im Zuge der Novellierung des DWD-Gesetzes wurde eine Funktion zur Hitzewarnung in den NINA- und KATWARN-App integriert, die die Hitzewarnungen des DWD automatisch weitergibt. Auch auf der Startseite der Stadt Köln erscheint weiterhin automatisiert die Hitzewarnung des DWD. 25 4.3 Information und Kommunikation 4.3.1 Das Kölner Hitze-Portal und die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ Das Kölner Hitzeportal bietet aktuelle Informationen sowie praxisnahe Empfehlungen zum richtigen Verhalten bei hohen Lufttemperaturen. Die Plattform stellt eine umfassende Übersicht über alle hitzerelevanten Themen bereit und wird kontinuierlich aktualisiert (www.stadt-koeln.de/hitzeportal) Ein zentrales Element des Portals ist die interaktive Karte „Kühle Orte in Köln“ . Diese ermöglicht es Bürger*innen, schattige Plätze und Abkühlungsmöglichkeiten digital zu erfassen und für die gesamte Stadtgemeinschaft zugänglich zu machen. Auch im Jahr 2025 wurde diese von engagierten Bürger*innen und Senior*innenvertretungen erweitert. Diese Ergänzung berücksichtigt insbesondere die Bedürfnisse von Kindern als vulnerable Bevölkerungsgruppe. Wasser- und Matschspielplätze bieten nicht nur eine Möglichkeit zur Abkühlung an heißen Tagen, sondern ermöglichen es Kindern auch, länger und sicher im Freien zu spielen. Darüber hinaus fördert das Spielen mit Wasser, Sand und Matsch die sensorische Wahrnehmung, indem es den Tastsinn stimuliert und verschiedene Texturen sowie Temperaturen erfahrbar macht. Auch im Jahr 2025 wurden neue Wasser- und Matschspielplätze in der digitalen Karte aufgenommen. Abbildung 2: Die Einträge in die interaktive Kölner interaktive „Kühle Orte Karte“ seit dessen Implementierung in 2023. 0 20 40 60 80 100 120 140 160 2023 71 2024 91 2025 144 Einträge in Kühle Orte Karte nach Jahr (n=306) 26 4.3.2 Klimabildung vor Ort Aufgrund der positiven Resonanz in den beiden Vorjahren wurden im Jahr 2025 erneut Informationsstände zum Thema „Hitze und Gesundheit“ auf Kölner Wochenmärkten sowie im Rahmen verschiedener Aktionstage eingerichtet. Ziel war es, ein niedrigschwelliges und gut zugängliches Informationsangebot zu Hitzegefahren bereitzustellen und den persönlichen Austausch mit Bürger*innen in unterschiedlichen Kölner Stadtteilen mit variierenden sozialen Strukturen zu fördern. Um das niederschwellige Angebot auch in 2025 durchzuführen, wurden vier Personen mit Werkverträgen im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 30. September 2025 eingestellt. Dadurch war es möglich, sämtliche Kölner Stadtbezirke abzudecken und insgesamt 18 Wochen- märkte sowie 8 Veranstaltungen zu besuchen. Besonders viele Wochenmärkte wurden in den Sommermonaten Juli und August aufgesucht. Aufgrund der niedrigeren Standdichte auf den Wochenmärkten während der Sommerferienzeit, konnten das Angebot auch auf Märkten stattfinden, die während der restlichen Saison keinen Platz haben. Abbildung 3: Aktueller Stand der „Kühle Orte Karte“ im März 2026. 27 Abbildung 4: Anzahl der besuchten Veranstaltungen, sortiert nach Eventart und Monat. 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Mai 1 1 4 1 1 76 3 2 Juni AugustJuli September Wochenmärkte (18) Aktionstage (8) Abbildung 5: Anzahl erreichter Bürger*innen an 23 Terminen, sortiert nach Gruppe und Eventart. Für drei Aktionstage liegen keine Schätzungen der Besucher*innenzahlen vor, weshalb die Zahl der tatsächlich erreichten Bürger*innen höher ist. 609 Erwachsene auf Aktionstagen 950 Erwachsene auf Wochenmärkten 199 Kinder auf Wochenmärkten 266 Kinder auf Aktionstagen Anzahl erreichter Gruppen in 2025 nach Eventart Anzahl der besuchten Wochenmärkte und Aktionstage in 2025 nach Monat (n = 26) 28 Die Auswertungen zeigen, dass die Resonanz der Bürger*innen von äußeren Faktoren wie Wetter, Ferienzeiten und parallelen Ereignissen abhing. Während sonnige Tage zu hohen Besucherzahlen und intensiven Gesprächen führten, war die Reichweite bei ungünstigen Witterungsbedingungen deutlich geringer. Inhaltlich wurden insbesondere der Wunsch nach mehr Begrünung und Entsiegelung im öffentlichen Raum sowie der Bedarf an Sitzgelegenheiten und öffentlichen Toiletten häufig geäußert. Die Informations- und Präventionsmaterialien, insbesondere Hitzespickzettel und UV-Armbänder, stießen insgesamt auf große Zustimmung. Insgesamt konnten im Aktionszeitraum über 2.000 Bürger*innen erreicht werden. Die Ergebnisse verdeutlichen das hohe Interesse am Thema Hitzeschutz und bestätigen Wochenmärkte als geeignetes Format zur Ansprache breiter Bevölkerungsschichten, während Aktionstage vertiefte Beratungsgespräche ermöglichten. Darüber hinaus war das Amt für Soziales, Arbeit und Senioren in diesem Jahr sehr aktiv. Über diverse Veranstaltungen wurde in Zusammenarbeit mit Trägern der Freien Wohl- fahrt auf den Hitzeaktionsplan verwiesen und das zur Verfügung stehende Informations- material zum Hitzeaktionsplan (Hitzeknigge, Hitzespickzettel und Fächer) verteilt. Abbildung 6: Klimabildung auf verschiedenen Kölner Wochenmärkten Abbildung 7: Klimabildung auf verschiedenen Kölner Wochenmärkten 29 Wochenmarktbesuche im Sommer 2025 30 4.3.3 Sonnencremespender und UV-Index Tafeln für Kölner Freibäder Im vergangenen Jahr wurden in drei Kölner Freibädern erstmals Sonnencremespender auf- gestellt, die den Badegästen kostenlosen Sonnenschutz anbieten. Diese Spender wurden vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bereitgestellt und nach den letzten Spielen der UEFA EURO 2024 im Kölner RheinEnergieSTADION an die Stadt Köln übergeben. Im Sinne der Nachhaltigkeit setzte die Stadt Köln die Verwendung fort, indem sie die Spender an die KölnBäder GmbH übertrug. Die Spender konnten in den Freibädern Lentpark, Stadionbad und Agrippabad genutzt werden. Der Spender im Agrippabad erwies sich im letzten Jahr als defekt, die verbliebenen beiden sind weiterhin intakt und in Benutzung. Zusätzlich steht ein weiterer Sonnencremespender in der Magistrale des Stadthauses Deutz während der Sommermonate kostenlos zur Verfügung und ergänzt die Ausstellung zu den Themen Hitze, Gesundheit und Klimaanpassung. Die Bereitstellung der Sonnencremespender verfolgt zwei wesentliche Ziele: Gesundheitsschutz und Prävention. Ein effektiver Schutz der Haut vor ultravioletter (UV-) Strahlung ist insbesondere beim Aufenthalt im Freien, wie in Freibädern, essenziell. Übermäßige UV-Exposition kann zu gesundheitlichen Schäden führen, im schlimmsten Fall zu Hautkrebs. Die in den Spendern bereitgestellte Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor (LSF) 50 unterstützt die Badegäste, sich vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Diese Maßnahme ist besonders während der Sommerferien sinnvoll, wenn Freibäder, insbesondere von Kindern, stark frequentiert sind und die Sonneneinstrahlung hoch ist. Die KölnBäder GmbH berichtete in einem Beitrag in der „Aktuelle Stunde“ im Juli 2025, dass die Spender aufgrund der hohen Nachfrage täglich aufgefüllt werden. In Kombination mit den Sonnen- cremespendern wurden zu Beginn der Freibadsaison im Sommer 2025 in den Freibändern auch UV-Index Tafeln ange- bracht. Sie dienen als Sensibilisierungs- maßnahme vor schädlichen Einflüssen von Sonneneinstrahlung. Die Aktivitäten erfolgten im Rahmen des Hautkrebspräventionsprojekts DIE SONNE UND WIR in Kooperation mit der KölnBäder GmbH und richteten sich an alle Besucher*innen der Kölner Freibäder während der Sommermonate. Die Tafeln dienen der tagesaktuellen Information über die Intensität der Sonneneinstrahlung und vermittelten grundlegende Hinweise zu empfohlenen Schutzmaßnahmen bei erhöhter UV-Belastung. Ergänzend dazu wurde im August 2025 eine Informations- und Aktionsreihe in mehreren Freibädern durch- geführt. An sechs Standorten fanden während der Sommerferien Veranstaltungen statt, die jeweils über ein bis zwei Tage angesetzt waren. Die Aktionen wurden im Stadionbad, Lentpark, Höhenbergbad, Naturfreibad Vingst, Zollstockbad und Zündorfbad umgesetzt. Abbildung 8: Beitrag in der Aktuellen Stunde zu UV-Schutz und den KölnBädern 31 Vor Ort wurden Informationsangebote und niedrigschwellige Mitmachformate zum Thema Sonnenschutz bereitgestellt. Die inhaltliche und organisatorische Durchführung der Aktivitäten lag beim Projekt DIE SONNE UND WIR. Das Projekt ist am Zentrum für Molekulare Medizin Köln der Universität zu Köln sowie an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie des Universitätsklinikums Köln angesiedelt. Es ist in bundesweite Präventionsstrukturen eingebunden und arbeitet im Rahmen des Kölner Hitzeaktionsplans mit dem Gesundheitsamt und dem Umwelt- und Verbraucher schutzamt zusammen. Mit der Kombination aus dauerhaften Hin- weisinstrumenten und punktuellen Infor- mationsangeboten wurde ein Beitrag zur Sensibilisierung für UV-bedingte Gesund- heitsrisiken geleistet. Die Maßnahme richtete sich insbesondere an Kinder, Jugendliche und Familien, die Freibäder während der Sommerferien intensiv nutzen. Abbildung 10: (von links nach rechts) Claudia Heckmann (Geschäftsführung KölnBäder GmbH), Heike Müller (Projekt koordination DIE SONNE UND WIR), Henriette Bunde (Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention), Marc Riemann (Leiter Betriebsmanagement Köln Bäder GmbH), Dr. Debora Grosskopf-Kroiher (Leitung des Projektes DIE SONNE UND WIR), Dr. Barbara Grüne (Gesundheitsamt Stadt Köln)6 Abbildung 9: Warntafeln mit UV-Index (UVI). Die international gültige Farbskala hat Werten von 1 (schwach) bis 11+ (extrem). Die Tafel wurde im Projekt WATCH OUT von der Deutschen Krebs- stiftung gefördert.7 32 4.4 Besondere Beachtung von Risikogruppen 4.4.1 Das Hitzetelefon Das Gesundheitsamt hat auch in diesem Jahr bereits im dritten Jahr in Folge ein Hitze- telefon für alle Kölner*innen angeboten. Die Anmeldung erfolgte telefonisch über das Bürgertelefon der Stadt Köln oder über ein Onlineformular. Für das Hitzetelefon wurden unter anderem auf Informationsveranstaltungen, Wochenmärkten und über Senioren- vertretungen geworben. Nach einer Registrierung per Onlineformular oder Anruf wurden die Personen für die eigent liche Beratung von Mitarbeiter*innen des Gesundheitsamtes unter ärztlicher Leitung zurückgerufen. Die Anrufe zur Registrierung für das Hitzetelefon wurden vom Bürgertelefon der Stadt Köln entgegengenommen. Dadurch war eine umfassende Erreichbarkeit Montag bis Freitag von 7 bis 18 Uhr gewährleistet. Die Bürger*innen erhielten ein individuelles Beratungsgespräch durch ein ärztlich geleitetes Team des Gesundheitsamtes. Inhalt der Beratung waren Anpassungsmöglichkeiten bei Hitze, allgemeine Hitzetipps sowie besondere gesundheitliche Aspekte im Zusammenhang mit Vorerkrankungen und der Einnahme von Medikamenten. Nach Vereinbarung wurden 1. Mittagshitze meiden, kühle Orte aufsuchen. 2. Stündlich ein Glas Wasser trinken. 3. Kleine Portionen und leichte Kost essen. 4. Kopfbedeckung und Sonnenschutz tragen. 5. Luftig, hell und bequem kleiden. 6. Sonne meiden und Schatten suchen. 7. Bei Hitze schonen. 8. Frühmorgens und nachts lüften. T agsüber Fenster geschlossen lassen. 9. Körper mit Wasser kühlen. 10. Mit Ärzt*innen über den Umgang mit den Medikamenten sprechen. 11. Auf Mitmenschen achten und hilfsbereit sein. 11 Hitzetipps Weitere Infos: www.stadt-koeln.de/hitzeportal Stadt Köln – Gesundheitsamt Klima und Prävention Neumarkt 15 – 21, 50667 Köln Hitzetelefon Das Gesundheitsamt informiert Sie in diesem kostenfreien Angebot über allgemeine und individuelle Maßnahmen, damit Sie und die Menschen in Ihrem Umfeld die Hitzephasen gesundheitlich gut überstehen. Sie können sich in ein Hitzeregister aufnehmen lassen, um über offizielle Hitzewarnungen informiert zu werden. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich. T elefonisch beim Bürgertelefon: T: 0221 221-34347, Montag bis Freitag: 7 bis 18 Uhr Per Mail: KlimaUndPraevention@stadt-koeln.de Per Onlineformular: www.stadt-koeln.de/hitzetelefon Nach der Anmeldung rufen Mitarbeiter*innen des Gesundheitsamtes Sie an den Folgetagen zurück. Abbildung 11: Vorder- und Rückseite des Flyers mit den „11 Hitzetipps“ und Informationen zur Anmeldung beim Hitzeregister über das Hitzetelefon 33 die Nutzer*innen über Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes telefonisch oder per E-Mail informiert. Insgesamt wurden 2025 484 Personen für das Hitzetelefon registriert. Das durch- schnittliche Alter der Anrufenden lag bei 82 Jahren. Die Altersgruppe der 75 bis 84-Jährigen hat das Hitzetelefon am häufigsten in Anspruch genommen bei einer Altersspanne von 31 bis 98 Jahren. Mit einem Anteil von 61,6 % waren weibliche Ratsuchende häufiger vertreten. Die Beratung umfasste Tipps zur Verhaltensprävention bei Hitze vor dem Hinter- grund der Lebens- und Wohnsituation der Ratsuchenden sowie des individuellen Gesundheitszustandes. Die Personen wurden auf Wunsch in das Hitzeregister eingetragen, um über Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes für Köln optional telefonisch oder per E-Mail informiert zu werden. Im Jahr 2025 sind an 6 Tagen Hitzewarnungen durch den DWD ausgegeben und an die Bürger*innen mit entsprechenden Verhaltenstipps weitergegeben worden. Die Resonanz der Bürger*innen auf das Angebot Hitzetelefon war sehr positiv. Wenn im Rahmen der Beratung am Hitzetelefon ein weitergehender Unterstützungsbedarf offen- kundig wurde, erfolgte eine Vermittlung in Weitervermittlung, die in Kooperation mit dem Amt für Soziales, Arbeit und Senioren der Stadt Köln stattfand. Ziel dieser Maßnahme ist die Sensibilisierung der Bürger*innen für gesundheitliche Risiken durch Hitze, die Stärkung der Gesundheitskompetenz, die persönliche Beratung zu Schutz- und Anpassungsmaßnahmen, der Aufbau eines Registers hitzevulnerabler Personen sowie die Weitergabe von Hitzewarnungen und die Unterstützung an Tagen mit starker oder extremer Wärmebelastung. In der Zeitschrift Public Health Forum 2025 wurde unter dem Titel „Hitzetelefon der Stadt Köln: eine lokale Antwort auf den Klimawandel“ ein Fachartikel veröffentlicht (https:/ /doi.org/10.1515/pubhef-2025-0043).8 34 4.4.2 Hitzespaziergänge zur Erstellung von lokalen Hitzespickzetteln Der „Hitzespickzettel“ ist eine praktische und niederschwellige Maßnahme zur Unter stützung der Bevölkerung während heißer Tage. Insbesondere ältere Menschen legen großen Wert auf analoge Informationsmaterialien. Daher werden kompakte Faltkarten, die sogenannten „Hitzespickzettel“ , für verschiedene Kölner Stadtviertel erstellt. Im Jahr 2024 wurden die ersten Ausgaben für die Stadtteile Köln-Agnesviertel und Köln- Severinsviertel fertiggestellt. Die Taschenkarte dient als Orientierungshilfe innerhalb des jeweiligen Stadtviertels. Im Jahr 2025 wurde der Spickzettel für den Eigelstein und Kunibertsviertel entworfen. Die Karte zeigt kühle Rückzugsorte sowie lokale Erfrischungspunkte: • Stadtpläne mit schattigen Alleen, Sitzmöglichkeiten, Trinkwasser- und Toilettenstandorten sowie weiteren lokalen Besonderheiten, • Informationen zum Thema Hitze und Gesundheit, darunter die elf wichtigsten Hitzetipps, • eine Übersicht relevanter lokaler Notrufnummern, darunter Apotheken und weitere wichtige Anlaufstellen, • Hinweise auf zusätzliche Angebote wie das Hitzetelefon und den Hitzeknigge, • Hinweise zum Kölner Toilettenkonzept und zu Refill Angeboten. Stiftung St.Vincenz-Haus GmbH Konrad-Adenauer-Ufer 55, 50668 Köln 1 Cellitinnen-St. Marien-Hospital Kunibertskloster 11 – 13, 50668 Köln T: 0221 16290 www.st-marien-hospital.de/ 2 Basilika St. Kunibert – Kath. Kirche Kunibertsklostergasse 2, 50668 Köln T: 0221 121214 www.katholisch-in-koeln.de/ueber-uns/ st-kunibert/ 3 Fröbel-Kindergarten Maria Montessori Ursulagartenstraße 16b, 50668 Köln 5 Basilika St. Ursula Ursulaplatz 24, 50668 Köln T: 0221 7880750 www.katholisch-in-koeln.de/ ueber-uns/st-ursula 6 Bahnhofsmission Köln Trankgasse 11, 50667 Köln Hauptbahnhof Köln, Gleis 1E T: 0221 1395438 http:/ /bahnhofsmission-koeln.de/ Mo. – So. von 8:00 – 18:00 Uhr 7 Dominikanerkirche St. Andreas Komödienstraße 6 – 8, 50667 Köln 9 Überlebensstation für Obdachlose GULLIVER Trankgasse 20, 50667 Köln T: 0221 1206091 www.koelnerarbeitslosenzentrum.de/ kalz-e-v/gulliver/ Mo. – So. und an Feiertagen von 8 – 18 Uhr 10 Kölner Dom Domkloster 4, 50667 Köln 11 St. Mariä Himmelfahrt Marzellenstraße 30, 50668 Köln 8 Jugendzentrum 670 Vogteistraße 17, 50670 Köln 4 Köln Eigelstein und Kunibertsviertel Stand: 2026 Standorte SK_089_26_Hitzespickzettel_Kunibertsviertel.indd 2SK_089_26_Hitzespickzettel_Kunibertsviertel.indd 227.03.2026 10:28:0527.03.2026 10:28:05 Abbildung 12: Die Karte des neuen Hitzespickzettels für das Kuniberstviertel und Eigelstein befindet sich in Vorbereitung für den Druck und wird im Sommer 2026 als Faltkarte im Pocket-Format zur Verfügung stehen. 35 Die Erstellung der Hitzespickzettel basieren auf einer systematischen Kartierung kühler Orte innerhalb der jeweiligen Stadtviertel. Für die Kartierung der drei Stadtviertel wurde eine Kooperation zwischen älteren Menschen und Studierenden aufgebaut, die in kleinen Gruppen „Hitzespaziergänge“ durchgeführt und kühlende Orte identifiziert haben. Im Agnesviertel erfolgte dies durch die Initiative der Seniorenvertretung Köln- Innenstadt in Kooperation mit dem SeniorenNetzwerk Neustadt-Nord sowie mit Studierenden der Katholischen Hochschule NRW. Für den „Hitzespickzettel Köln-Severinsviertel“ war auch die Seniorenvertretung Köln-Innenstadt, das SeniorenNetzwerk Neustadt-Süd und Studierende der Technischen Hochschule Köln, Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften, unterwegs. Für den Eigelstein und das Kunibertsviertel wurde 2025 eine weitere Karte erstellt. Die Seniorenvertretung Köln-Innenstadt und das SeniorenNetzwerk Neustadt-Nord haben dazu in Zusammenarbeit mit der Katholischen Hochschule NRW Spaziergänge unternommen. Die Verteilung der Hitzespickzettel erfolgt über Veranstaltungen im jeweiligen Stadtviertel sowie durch lokale Multiplikator*innen. Die Resonanz der Bevölkerung ist durchweg positiv. Allerdings stellt die Organisation der Kartierung eine erhebliche Herausforderung dar, da diese von engagierten Einzelpersonen selbst initiiert und umgesetzt werden muss. Dies führt zu erheblichen Qualitätsunterschieden in den Ergebnissen. Das Umwelt- und Verbraucher- schutzamt prüft abschließend auf Plausibilität und stellt eine einheitliche Darstellung sicher. Die Produktionskosten für einen Hitzespickzettel sind finanziell vertretbar. Eine flächen- deckende Ausweitung auf alle Stadtviertel stellt jedoch vor allem eine personelle Heraus- forderung dar. Sowohl die Auswertung und Erstellung der Karten als auch die Organisation und Durchführung der Spaziergänge erfordern einen erheblichen Zeitaufwand. Eine nach- haltige Umsetzung ist daher nur mit einer gut koordinierten und personell unterstützten Struktur möglich, um die Qualität der Kartierungsergebnisse langfristig zu gewährleisten. Das Interesse an einer Erweiterung der Hitzespickzettel auf weitere Stadtteile ist groß. In den Stadtvierteln Ehrenfeld, Porz und Deutz fanden bereits zusätzliche Hitzespaziergänge zur Identifikation kühler Orte statt. 36 4.5 Vorbereitung der Gesundheits- und Sozialsysteme 4.5.1 Universitäre Ausbildung Durch Vorlesungen in der Studiengängen Angewandte Hebammenwissenschaften, Lehramt Sport und Allgemeinmedizin werden Berufsgruppen, die zukünftig mit besonders hitzevulnerablen Personen umgehen für hitzebedingte Gesundheitsrisiken sensibilisiert. Die Vermittlung von Wissen und Anpassungsstrategien in diese Tätigkeitsbereiche über diese Multiplikatoren wird erwartungsgemäß einen hohen Impact entfalten. 4.5.2 Informationsmaterial für Schulen Die im Jahr 2024 für das Lehrpersonal an Schulen erstellte Informationsbroschüre „Gesundheitsrisiko durch Hitze und UV-Strahlung“ sowie ein Poster zur Sensibilisierung und zum Aushang in Schulen wurden auch in diesem Jahr verteilt. Auf Anfrage wurden zudem Druckexemplare postalisch versandt. Die Unterlagen können auf dem Hitzeportal der Stadt Köln heruntergeladen werden unter: Weiterführendes Material für Schulen: Gesundheitsrisiko durch Hitze und UV-Strahlung – Informationen für Schulen Welche Maßnahmen sollten in Schulen während einer Hitzewarnung und abhängig vom UV-Index ergriffen werden? Trinkmenge erhöhen Um einem Flüssigkeitsmangel vorzubeugen, werden die Schüler*innen und Lehrkräfte motiviert, aus reichend zu trinken. Es werden Möglichkeiten geschaffen, während des Unterrichts zu trinken, T rinkpausen werden ein- gelegt, besonders im Sportunterricht (vor, während und nach dem Sport) und es wird eine Auffüllmöglichkeit für T rinkflaschen bereitgestellt. Zu bevorzugen sind kalte, aber nicht eiskalte Getränke, am besten Mineralwasser oder Fruchtsaftschorlen (3:1; 3 T eile Wasser: 1 T eil Saft). Schulessen Anpassung des Speiseplans bei hohen T emperaturen. Bevorzugung von leicht verdaulichen Speisen mit hohem Wasser- und Mineralstoffgehalt (besonders Gemüse, Obst oder mageres Fleisch und Fisch). Lüftungskonzept erstellen Das Gebäude in den frühen Morgenstunden und nachts (wenn dies gefahrlos möglich ist) durch Öffnen aller Fenster durchlüften. Tagsüber die Fenster ver- schatten und bis auf kurzes Lüften zur Absenkung der CO2-Konzentration überwiegend geschlossen halten. Kühle Räume nutzen Vor allem während des Nachmittags auf Unterrichts- räume ausweichen, die weniger hitzebelastet sind. Für Pausen im Freien/auf dem Schulhof sollten ausreichend Schattenplätze zur Verfügung stehen. Konsequenter Sonnenschutz Schutz vor Sonnenbränden durch Sonnenbrille, Sonnencreme mit ausreichendem Schutzfaktor und geeignete leichte (langärmlige) Kleidung, Kopf bedeckung tragen – auch beim Schulsport. Risikopersonen im Bewusstsein haben Besonders auf Schüler*innen und Mitarbeiter*innen mit Vorerkrankungen, Dauermedikation sowie auf Schwangere achten. Sport bei Hitze Körperliche Betätigungen, insbesondere im Bereich des Schulsports, sollten der Hitze angepasst werden und wenn möglich an verschatteten, kühlen Orten stattfinden. Bei Hitzewarnungen müssen gegebenenfalls geplante Sportveranstaltungen hinterfragt, beziehungsweis verlegt werden. Vorsicht ist bei Ausdauer- und Mann- schaftssportarten geboten. Die Sportschüler*innen sollten beim T raining nicht an ihr Limit gehen. Es sollte eine atmungsaktive und luftige Kleidung getragen werden, bei Sport im Freien zusätzlich Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor und eine Kopfbedeckung. Zusätzliche (T rink-)Pausen im Schatten sind wichtig, ebenso eine Ruhephase nach der Anstrengung. Lehrer*innen sollten die Schüler*innen gut beo bachten und die Belastung bei Schwäche, Übelkeit oder Schwindel abbrechen. Bei Überhitzung kann ein nasses Handtuch helfen. Maßnahmen in Abhängigkeit vom UV-Index anpassen. Kontakt Stadt Köln – Gesundheitsamt Neumarkt 15 – 21, 50667 Köln klimaundpraevention@stadt-koeln.de Stadt Köln – Umwelt- und Verbraucherschutzamt Willy-Brandt-Platz 2, 50679 Köln 57-hitzeaktionsplan@stadt-koeln.de Gesundheitsrisiko durch Hitze und UV-Strahlung Informationen für Schulen Abbildung 13: Informationsmaterial für Schulen 37 4.6 Forschungsprojekte 4.6.1 Projekt AKT@HoMe – Anpassung an den Klimawandel durch Teilhabe Das Projekt AKT@HoMe der Fakultät für Raumentwicklung und Infrastruktursysteme (TH Köln) und dem Geographischen Institut (Uni Köln) untersucht, in welchem Maße unterschiedliche Bevölkerungsgruppen bereit und befähigt sind, sich an Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel zu beteiligen. Ausgangspunkt ist die zunehmende Belastung urbaner Räume durch klimatische Veränderungen, insbesondere durch Hitzeereignisse, deren Auswirkungen innerhalb einer Stadt sozial und räumlich variieren. Im Projekt wurden zwei Kölner Quartiere mit unterschiedlicher Sozialstruktur vergleichend betrachtet: ein Untersuchungsraum in der Neustadt-Süd im Bereich der Volksgartenstraße sowie ein Quartier in Köln-Mülheim zwischen Wiener Platz, Bahnhof Mülheim und Keupstraße. Ziel war es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten hinsichtlich Wahrnehmung, Beteiligungsbereitschaft und Handlungsmöglichkeiten im Kontext der Klimaanpassung herauszuarbeiten. Ergänzend wurden klimatische Messdaten wie Lufttemperatur und Luft- feuchtigkeit im Rahmen eines Citizen-Science-Ansatzes erhoben. Die Daten dienten sowohl der Aktivierung der beteiligten Bewohner*innen als auch der Modellierung lokaler Klima- bedingungen. Auf dieser Grundlage konnten simulationsgestützte Szenarien zur Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen entwickelt werden. Zur Projektseite: AKT@HoMe 4.6.2 Projekt Klima:reaktion – Interdisziplinäres Bildungsmodul zur Klimaanpassung Das Vorhaben „Klima:reaktion“ ist ein interdisziplinäres Bildungsprojekt an der Technischen Hochschule Köln und knüpft inhaltlich an bestehende regionale Strategien zur Klima- wandelanpassung an, insbesondere an die Klimawandelvorsorgestrategie der Region Köln/Bonn. Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Umsetzung eines neuen Lehrmoduls im Studiengang Maschinenbau – Product Engineering und Context. Das Modul ermöglicht Studierenden, sich praxisnah mit Fragestellungen der Klimaan- passung auseinanderzusetzen und eigene Beiträge zur regionalen Anpassung zu leisten. Im Rahmen von projektorientierter Forschungs- und Entwicklungsarbeit werden offene Monitoring-Konzepte für umweltrelevante Faktoren wie Luftschadstoffe oder Boden- feuchte entwickelt. Die erhobenen Messdaten werden öffentlich zugänglich gemacht und sukzessive durch nachfolgende Studierendengenerationen ergänzt. 38 Ein zentrales didaktisches Element des Moduls sind digitale und immersive Lernum- gebungen. Diese vermitteln fachliche Grundlagen zu verschiedenen Handlungsfeldern der Klimaanpassung, beispielsweise zur urbanen Hitzeentwicklung oder zu Trockenstress in Wald- und Forstökosystemen. Auf dieser Basis erarbeiten die Studierenden gemeinsam mit externen Akteur*innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft und Wirtschaft Lösungsansätze für konkrete regionale Bedarfe. Zur Projektseite: Klima:reaktion – TH Köln 4.7 Veranstaltungen und Fachvorträge Im Verlauf des Jahres 2025 wurden zahlreiche Vorträge und Interviews zum Kölner Hitze- aktionsplan einer breiten (fach-)öffentlichen Zielgruppe präsentiert. Darüber hinaus nahm das Team an einer Vielzahl von lokalen sowie überregionalen Fachveranstaltungen teil. Auf lokaler Ebene werden die Maßnahmen des Hitzeaktionsplans regelmäßig in verschiedenen Arbeitskreisen in den Kölner Stadtbezirken vorgestellt. Zudem stoßen die Ergebnisse der Kölner Hitzeaktionsplanung auch auf Landes- und Bundesebene auf großes Interesse. So wurde beispielsweise an Vernetzungstreffen zur kommunalen Hitzeaktions- planung in Nordrhein-Westfalen sowie an Veranstaltungen zur Erstellung kommunaler Arbeitshilfen teilgenommen, die regelmäßig vom Landesamt für Gesundheit und Arbeits- schutz Nordrhein-Westfalen (LfGA.NRW) organisiert werden. Abbildung 14: Städtedialog zur Hitzeanpassung (4. November 2025) 39 Weitere Fachvorträge, die vom Umwelt- und Verbraucherschutzamt sowie dem Gesundheitsamt auf Veranstaltungen gehalten wurden, sind im Folgenden aufgeführt: • Vorlesung Studiengang angewandte Hebammenwissenschaften: „Klimawandel und Gesundheit, Hitzeaktionsplanung der Stadt Köln“ , Köln (21. Januar 2025) • BAG Selbsthilfe Konferenz: „Aus der Praxis, Hitzeaktionsplan der Stadt Köln“ , Düsseldorf (15. April 2025) • UV-Schutz. Watch Out, Kampagne Freibäder der Stadt Köln (7. Mai 2025) • Tag der offenen Tür Stadt Köln im Rathaus und Stadthaus (24. Mai 2025) • Kölner Vorsorge- und Gesundheitstag (24. Mai 2025) • Hitzeaktionstag, Nippes Wochenmarkt (4. Juni 2025) • Landesverband ÖGD: „Hitzeschutz auf kommunaler Ebene“ (5. Juni 2025) • Kölner Gesundheitsgespräche: „Hitze und Gesundheit – Auswirkungen und Schutzmöglichkeiten“ (17. Juni 2025) • Podiumsdiskussion Tage der Nachhaltigkeit, Uniklinik Köln: „Gesundheit schützen, Klima retten: die Universitätsmedizin als Akteure im Wandel“ (2. Juli 2025) • 3. Vernetzungstreffen zur kommunalen Hitzeaktionsplanung in NRW am Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA.NRW), Bochum: „Mitwirkung organisieren“ (9. Oktober 2025) • 6. Städtedialog Hitzeanpassung: „Wasserverneblung im Öffentlichen Raum“ , Gastgeber*innen, online Format (4. November 2025) • Vorlesung Sporthochschule Köln: „Umgang mit Hitze- und UV-Strahlung im Sport“ (17. November 2025) 40 Neben Fachveranstaltungen wurden im Jahr 2025 erneut Stadt- und Straßenfeste sowie mehrere Großveranstaltungen besucht, bei denen zahlreiche Gespräche mit Bürger*innen geführt wurden um Hitzeschutzmaßnahmen niedrigschwellig und unmittelbar mit den Bürger*innen zu kommunizieren. Neben lokalen Festen, die sich insbesondere an die vulnerable Gruppe der Menschen im Alter richteten, wie dem Senioren-Info-Tag in Rodenkirchen sowie dem Seniorensommer- fest im Stadtteil Köln-Kalk, nahm das Projektteam im Jahr 2025 auch an Veranstaltungen teil, die gezielt Familien und Kinder ansprechen. Hierzu zählten unter anderem der Klimatag im Kölner Zoo sowie der Weltkindertag im Rheinauhafen. Darüber hinaus war das Thema Hitzeschutz auch bei stadtweiten und quartiersbezogenen Veranstaltungen präsent. Im Rahmen der bundesweiten Woche der Klimawandelanpassung wurde ein Informationsstand im Stadtteil Klettenberg angeboten. Zudem wurde das Projekt beim Tag des Guten Lebens im Stadtbezirk Porz vorgestellt und mit Besucher*innen zu klima- wandelbedingten Gesundheitsrisiken und präventiven Maßnahmen ins Gespräch gekommen. Veranstaltungen in 2025 • Klimatag im Kölner-Zoo, Köln Riehl (15. Juni 2025) • Senioren-Info-Tag Rodenkirchen (27. Juni 2025) • Seniorensommerfest, Köln Kalk (06. Juli 2025) • Informationsstand zur bundesweiten Woche der Klimawandelanpassung, Köln Klettenberg (17. September 2025) • Weltkindertag im Rheinauhafen, Köln Neustadt-Süd (21. September 2025) • Tag des Guten Lebens, Köln Porz (20. September 2025) 41 Abbildung 15: Tag der offenen Tür der Stadt Köln im Rathaus und Stadthaus (24.05.2025) Abbildung 16: Klimatag im Kölner-Zoo, Köln Riehl (15.06.2025) Abbildung 17: Weltkindertag im Rheinauhafen, Köln (21. September 2025) 42 5. Ausblick auf das Jahr 2026 Der Kölner Hitzeaktionsplan ist dynamisch ausgerichtet und erfordert eine kontinuierliche Aktualisierung und Fortschreibung. Für das Jahr 2026 ist geplant, bewährte Maßnahmen weiterzuführen, um ihre langfristige Wirksamkeit zu festigen und eine Evaluierung zu ermöglichen. Um die Erreichbarkeit zielgruppengerecht zu ermöglichen, sind wieder Veranstaltungen mit Informationsständen geplant, darunter zur Woche der Klimaanpassung, dem Klimatag im Zoo und der Aktionstag Senior*innen. Der Runde Tisch Hitzeaktions- planung wird weiterhin regelmäßig stattfinden, bestehend aus zwei Vorbereitungstreffen im Frühjahr und einem Evaluationstreffen im Herbst. Im Jahr 2026 wird über ein Digitalisierungsprojekt die Fallverwaltung des Hitzetelefons vereinfacht, indem eine Datenbank entwickelt wird. Für die Klimabildung im Jahr 2026 wird mehrsprachiges Material des LfGA.NRW zur Verfügung gestellt. Zudem werden neue Hitzespickzettel erscheinen, die in den respektiven Stadtteilen an Multiplikator*innen verteilt werden. Die bisherigen Spickzettel für das Agnes- und Severinsviertel sollen eine Neuauflage erhalten. In diesem Jahr wurden über 3.304 Exemplare der Broschüre „Hitzeknigge“ auf verschiedenen Veranstaltungen und über Multiplikator*innen wie Pflegeeinrichtungen, verschiedene Netz- werke, Vereine und Arztpraxen verteilt sowie direkt an interessierte Bürger*innen durch das Umwelt- und Verbraucherschutzamt ausgegeben oder versendet (siehe Abbildung 17). 2.558 Multiplikator*innen 245 Arztpraxen 501 Veranstaltungen Abbildung 18: Verbreitung der Informationsbroschüre „Hitzeknigge“ im Jahr 2025 mit Stückzahlen Verbreitung der Broschüre „Hitzeknigge“ in 2025 (n=3.304) 43 Abkürzungsverzeichnis Abbkürzung Begriff DWD Deutscher Wetterdienst IHPH Institut für Hygiene & Public Health (des Universitätsklinikums Bonn) ITT Institute for Natural Resources Technology and Management KAM Klimaanpassungsmanagement KE Kernelement LfGA.NRW Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen NRW Nordrhein-Westfalen TGA Institut für Technische Gebäudeausrüstung TH Technische Hochschule LZG.NRW Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen UBA Umweltbundesamt UVA Umwelt- und Verbraucherschutzamt Köln UV Ultraviolettstrahlung WHO Weltgesundheitsorganisation °C Grad Celsius 44 Quellenverzeichnis 1 Deutscher Wetterdienst: Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Glossar – K – Klimatologische Kenntage, https:/ /www.dwd.de/DE/service/lexikon/Functions/ glossar.html?lv2=101334&lv3=101452 2 Deutscher Wetterdienst: Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Presse – Deutschlandwetter im Jahr 2025, https:/ /www.dwd.de/DE/presse/pressemitteilungen/ DE/2025/20251230_pm_jahr-2025_news.html 3 Landesbetrieb Information und T echnik Nordrhein-Westfalen: https:/ /www.opengeodata.nrw.de/produkte/umwelt_klima/klima/temperatur/stripes/ 4 LANUK Klima: Jahresbilanz 2025 – Ein Jahr mit viel Sonne und wenig Regen. https:/ /www.klimaatlas.nrw.de/service/aktuelles/jahresbilanz-2025-ein-jahr-mit- viel-sonne-und-wenig-regen 5 LfGA.NRW: Mehrsprachige Informationsmaterialien. https:/ /www.lzg.nrw.de/ges_foerd/klima_gesundheit/kommunikationsmaterialien/ mehrsprachigesmaterial/index.html 6 DIE SONNE UND WIR: Clever in Sonne und Schatten. https:/ /www.die-sonne-und-wir. de/aktivitaeten/uv-schutz-aktivitaeten-2025/pressetermin-mit-der-koelnbaeder-gmbh 7 Deutsche Krebshilfe: Bundesweites UV-Warnsystem „WATCH OUT“ – Blog. https:/ /www.krebshilfe.de/blog/bundesweites-uv-warnsystem-projekt-watch-out/ 8 Public Health Forum: https:/ /doi.org/10.1515/pubhef-2025-0043 Kontakt Stadt Köln Umwelt- und Verbraucherschutzamt Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln 57-hitzeaktionsplan@stadt-koeln.de Umwelt- und Verbraucherschutzamt Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Gestaltung Zentrale Dienste der Stadt Köln Bildnachweis Titel: © horstgerlach/iStock.com; Seite 7, 26, 28, 29, 32, 36, 38, 41: © Stadt Köln; Seite 30: © WDR; Seite 31 (links): © Sheila Schretzmann; Seite 31 (rechts): Stiftung Deutsche Krebshilfe; Seite 34: © Harald Woblick 13-St/170-26/57/05.2026

Beratungsverlauf

  1. 11.06.2026

    Ausschuss Soziales, Gesundheit, Seniorinnen und Senioren

    TOP 14.10, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
  2. 18.06.2026 zuletzt

    Ausschuss Klima, Umwelt und Grün

    Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen

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