V/0462/2016
Gesamtstädtische Bevölkerungsvorausberechnungen für den Zeitraum 2015 – 2030 als Grundlage für die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2015 - 2025:
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Berichtsvorlage
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V/0462/2016 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Gesamtstädtische Bevölkerungsvorausberechnungen für den Zeitraum 2015 – 2030 als Grundlage für die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2015 - 2025: Szenarien und Annahmen im Kontext der Zuwanderung Zufluchtssuchender Beratungsfolge 15.06.2016 Ausschuss für Soziales, Stiftungen, Gesundheit, Verbraucherschutz und Arbeitsförderung Bericht 16.06.2016 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht 29.06.2016 Haupt- und Finanzausschuss Bericht 29.06.2016 Rat Bericht Bericht: 1. Auftragslage und Zielstellung Mit Beschluss des HFA vom 29.05.1985 (Vorl. 125/85) wurde festgelegt, die Kleinräumige Bevöl- kerungsprognose (KBP) der Stadt Münster kontinuierlich fortzuschreiben und die Ergebnisse den städtischen Infrastrukturplanungen zugrunde zu legen. 2014 wurde eine Aktu alisierung für den Zeitraum vom 31.12.2013 (Ausgangsbestan d) bis zum 31.12.2020 (Enddatum der Prognose) vorgelegt (V/0637/2014). Zur Vorbereitung der Fortschreibung der Kleinräumigen Bevölkerung s- prognose für den Zeitraum 2015 bis 2025 erfolgten Vorausberechnungen auf der Ebene der G e- samtstadt bis zum Jahr 2030, deren zentrale Ergebnisse und Annahmen in dieser Vorlage vorge- stellt werden. Das Vorschalten und die Kommunikation der Ergebnisse der gesamtstädtischen Bevölkerungsvo- rausberechnungen 2015 – 2030 ist einerseits in der hohen Zuwanderung Zufluchtssuchender i m Zeitraum 2015 bis heute begründet und andererseits ermöglicht es die Darstellung der Progn o- seergebnisse der Stadt Münster im Kontext der Einwohnerprognose von IT.NRW und weiterer Quellen. Vorlagen-Nr.: V/0462/2016 Auskunft erteilt: Frau Dr. Kreft-Kettermann Frau Ruten Ruf: 492 61 70 492 61 38 E-Mail: KreftH@stadt-muenster.de RutenChr@stadt-muenster.de Datum: 30.05.2016 Öffentliche Berichtsvorlage 2 V/0462/2016 Es sind insbesondere die Unsicherheiten in der weiteren Entwicklu ng der Flüchtlingszahlen und das sowohl auf Bundes-, Landes- und insbesondere kommunaler Ebene, die die Erarbeitung von Rechenläufen in Szenarien notwendig machen. Schließlich sind es die Ergebnisse der unte r- schiedlichen Szenarien der gesamtstädtischen Ein wohnervorausberechnungen, die die Grundla- ge der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose (KBP) bilden. Diese stellt ihrerseits mit dem Pro g- nosehorizont 2015 – 2025 auf der Ebene von 6 Stadtbezirken und 45 Stadtteilen für die infr a- strukturplanenden Fachämter die Orientierungsgröße für die mittelfristige Infrastruktur- und Inves- titionsplanung (z. B. Kindertagesbetreuung, Schulentwicklungsplanung, Pflege - und Altenhilf e- planung) dar. Auch dient die KBP als ‚Frühwarnsystem‘ für den demografischen Wandel auf der Ebene der Stadtteile. Vor diesem Hintergrund sollen die Ergebnisse der unterschiedlichen En t- wicklungsszenarien vorgestellt werden. In der Erarbeitung der Rechnungsläufe wurde bei der Annahmensetzung eine Basisvariante g e- rechnet, die ausgehend vom Bevölkerungsbe stand am 31.12.2015 die Strukturen der Stadt Münster mit ihrem Profil als dynamischer Wisse nschafts- und Wirtschaftsstandort berücksichtigt und fortschreibt. Darauf aufbauend wurden zwei Szenarien mit unterschiedlich ausgeprägter Entwicklung der Flüchtling szuwanderung gerechnet. Die Annahmen für die Flüchtlingszuwand e- rung der Szenarien gehen auf aktualisierte Abschätzungen des Sozialamtes aus dem Monat Mai 2016 zurück. Die Ergebnisse dieser Gesamtstädtischen Vorausberechnungen für den Zeitraum 31.12.2025 sind damit Orientierungswerte für die Kleinräumige Bevölkerungsprognose (2015 – 2025), die im Anschluss durchgeführt wird. 2. Methodik und Annahmen Die Vorausberechnungen wurde mit dem bewährten SIKURS -Prognosemodell gerechnet, mit dem über 60 größere Städ te und Institutionen in Deutschland arbeiten und das regelmäßig vom Verband der kommunalen Städtestatistiker (VDSt) weiterentwickelt wird. Entscheidend für die Qualität der Vorausberechnungen ist die Tragfähigkeit der Annahmen. Für den Nachvollzug der Ergebnisse sind folgende Annahmen hervorzuheben: Basisvariante: Dynamischer Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort, ohne zusätzlichen erhöhten Flüchtlingszu- zug Grundlegend für die Basisvariante ist die Annahme, dass die Hochschulen ihre Zuzugskraft behalten und Münster weiterhin Bevölkerung durch einen starken Arbeits- und Wohnungs- markt anziehen bzw. halten kann. Ausgangsbestand ist die Bevölkerung am 31.12.2015 (Quelle: Einwohnermelderegister) 3 V/0462/2016 Berücksichtigung der erhöhten Geburtenrate im Stützzeitraum 2013 – 2015. Berücksichtigung der geschlechterdifferenzierten Erhöhung der Lebenserwartung (gemäß 13. Koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes, Basisannah- me L1): Erhöhung bei Frauen von 83,8 Jahre auf 85,1 Jahre, bei Männern von 79,2 Jahre auf 81,1 Jahre. Für das Zuzugsvolumen wurden Annahmen für den jährlichen Gesamtzuzug unter Berück- sichtigung der KMK-Prognose zur Entwicklung der Studienanfängerzahlen getroffen. Szenarien: zusätzliche Flüchtlingszuwanderung Spezifische Geburtenraten für ausländische Mütter Für das Zuzugsvolumen wurden zwei Szenarien mit folgenden Annahmen gerechnet: - Szenario 1 Flüchtlingszuwanderung, reduzierte Variante: Die Annahmen orientieren sich für 2016 mit 1 100 Personen an dem gegenüber 2015 r e- duzierten Zuzugsvolumen in den ersten Monaten des Jahres 2016; für 2017 und die Folgejahre wurde eine Stabilisierung auf diesem Niveau und damit das gleiche Volumen angenommen wie für 2016. - Szenario 2 Flüchtlingszuwanderung, erweiterte Variante: In diesem Szenario wird angenommen, dass die Zahl zuziehender Flüchtlinge in der zwei- ten Jahreshälfte 2016 erneut steigen und sich im gesamten Jahr auf ca. 2 000 Personen belaufen wird. Für 2017 orientieren sich die Annahmen an der Vorlage V/0343/2016, in der von 3 000 Pers onen ausgegangen wird. Danach gehen die Annahmen davon aus, dass sich die Flüchtlingszuwanderungen insgesamt stabilisieren werden und eine Red u- zierung der Flüchtlingszahlen in Deutschland und damit auch in Münster ab 2018 nicht unrealistisch ist. Eine unsi chere und häufig instabile Situation in Drittstaaten mit hohen Flüchtlingszahlen sowie eine weltpolitisch und zunehmend auch klimatisch unbeständige Lage in vielen Ländern lässt aber nicht erwarten, dass die Flüchtlingszahlen wieder auf das relativ niedrig e Niveau des Jahres 2014 und der Jahre davor z urückgehen werden. Ab 2018 wird daher ein zusätzlicher Zuzug von 2 000 Flüchtlingen je Jahr für die Berec h- nung angenommen. 3. Zentrale Ergebnisse der Vorausberechnungen 2016 bis 2025/2030 (Anlage 1 und 2) Zentrale Ergebnisse der gesamtstädtischen Bevölkerungsvorausberechnungen sind in der nac h- folgenden Tabelle nach Betrachtungsjahren dargestellt. Das Ergebnis für 2025 ist der Orienti e- rungswert für die Kleinräumige Bevölkerungsprognose 2015 bis 2025 je nach Szenarien. Die Annahmen der Prognoserechnungen führen zu dem Ergebnis, dass für Münster bis 2030 weiterhin ein starkes Bevölkerungswachstum vorausberechnet wird. Hervorzuheben ist, dass die 4 V/0462/2016 aufgezeigte Bevölkerungsentwicklung bei Eintreten der Annahmen sowohl durch einen Gebu r- tenüberschuss (zu ca. 20 %) als auch vor allem durch einen Wanderungsüberschuss (zu ca. 80 %) gespeist würde. Jahr am 31.12. Gesamtstädtische Bevölkerungsvorausberechnungen 2015-2030 Wohnberechtigte Bevölkerung Basisvariante dynamischer Wissen- schafts- und Wirt- schaftsstandort Szenario 1 Flüchtlingszuwanderung reduziert Szenario 2 Flüchtlingszuwanderung erweitert Ist 2015 305 235 Prognose / Szenarien absolut Diff. zu 2015 absolut Diff. zu 2015 absolut Diff. zu 2015 2016 307 608 + 2 373 308 708 + 3 473 309 608 + 4 373 2017 309 716 + 4 481 311 843 + 6 608 314 583 + 9 348 2018 311 586 + 6 351 314 676 + 9 441 318 139 + 12 904 2019 313 352 + 8 117 317 350 + 12 115 321 498 + 16 263 2020 314 982 + 9 747 319 839 + 14 604 324 639 + 19 404 … 2025 321 608 + 16 373 330 158 + 24 923 333 791 + 32 556 … 2030 326 204 + 20 969 337 635 + 32 400 347 484 + 42 249 Das Wachstum der nächsten Jahre stellt die Stadtentwicklung und den Wohnungsmarkt vor ent- sprechende Herausforderungen. Die Fortschreibung des Baulandprogramms 2016 – 2025 (Vor- lage V/0153/2016 „Bericht zur Wohnbaulandentwicklung 2015 und Fortschreibung des Baulan d- programms 2016 – 2025“) leistet dabei einen wesentlichen Beitrag zur künftigen Wohnungsve r- sorgung der wachsenden Bevölkerung. 4. Aussagekraft und Tragfähigkeit der Gesamtstädtischen Bevölkerungsvorausberec h- nungen Grundsätzlich liegt der Berechnung das Wenn -Dann-Prinzip zugrunde, d. h. nur wenn alle ei n- fließenden Annahmen eintreten, dann entwickelt sich die Bevölk erung wie errechnet. Im Berec h- nungszeitraum können sich sozioökonomische und politische Rahmenbedingungen verändern, die sich auf die Bevölkerungsentwicklung auswirken können. Grundsätzlich sind zwei wichtige Einflussfaktoren auf die Güte der Berechnungen zu berücksich- tigen: Die Einwohnergröße des Betrachtungsgebietes und die Entfernung vom Ausgangsjahr. Bei einer gesamtstädtischen Vorausberechnung ist die Einwohnerzahl ausreichend. Hinsichtlich des Zeitraums sind aktuell aufgrund der unsicheren Annahmen z ur Zuzugsentwicklung ein Abgleich der Prognoseergebnisse mit dem Ist-Bestand jährlich und eine Fortschreibung der Prognose alle 3-5 Jahre sinnvoll. 5 V/0462/2016 Festzuhalten bleibt, dass die Gesamtstädtischen Vorausberechnungen die Entwicklungsrichtung im Rahmen der entsprechenden Schwankungsbreiten aufzeigen. Die Berechnungen liefern somit Orientierungswerte, können aber keine Garantien geben. Von den Szenarien zur Entwicklung der Flüchtlingszuwanderung kann nur die Zuzugsannahme für das Jahr 2016 des Szenarios 1 mit der Orientierung an der bisherigen Entwicklung im Jahr 2016 zum jetzigen Zeitpunkt als wahrschei n- lich eintreffend angenommen werden. Alle weiteren Annahmen sind abhängig von der künftigen Entwicklung der Rahmenbedingungen. 5. Ausblick und weiteres Vorgehen Im Anschluss an die gesamtstädtische n Vorausberechnungen erfolgt die planmäßige Fortschrei- bung der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose mit dem Prognosehorizont 2025. Dabei ist das Ergebnis der Gesamtstädtischen Vorausberechnung nach Alter und Geschlecht für 2025 Zielwert für die Kleinräumige Berechnung. Die Ergebnisse der Kleinräumigen Bevölkerungsprognose 2015 bis 2025 werden voraussichtlich Ende des 3. Quartals/Anfang de s 4. Quartals 2016 vorli e- gen und dann in die parlamentarische Beratung gehen. I. V. Gez. Peck Stadtrat Anlagen: Anlage 1: Bevölkerungsentwicklung in Münster – Ergebnis der Gesamtstädtischen Bevölke- rungsvorausberechnungen (Abbildung) Anlage 2: Vergleich der Gesamtstädtischen Bevölkerungsvorausberechnungen Münster mit der Bevölkerungsvorausberechnung von IT.NRW 2014-2040 (Abbildung)
V_0462_2016_Anlage1_2
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Anlage 1 der Vorlage V/0462/2016 Anlage 2 der Vorlage V/0462/2016
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0462/2016
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 24.05.2016
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37