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A-R/0027/2012

Masterplan Frühe Hilfen Münster 'präventiv - offensiv - qualifiziert - vernetzt

Antrag an den Rat 06.06.2012

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 27.06.2012, TOP 45.1

Originalantrag

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Originalantrag

7166 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0027/2012  
 
 
 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen 
 
Die Verwaltung wird beauftragt, einen Masterplan Frühe Hilfen 
vorzulegen. Der Masterplan soll Erkenntnisse aus der 
Präventionskonferenz aufgreifen und Förderungen aus den 
Bereichen Jugendhilfe, Soziales, Gesundheit und Bildung/Schule 
verbinden.  
 
Der Masterplan soll ausführen, wie die Umsetzung „Früher Hilfen“ in der Stadt 
Münster erfolgen soll und ein Zukunftsszenario „Ergebnisse und Erfolge des 
Masterplans Früher Hilfen, Stand März 2015“ beschreiben. 
 
Im Rahmen dieses Masterplanes sollen Module erarbeitet werden wie 
 
- Stadtteilkoordinatorinnen und –koordinatoren in (w eiteren) zu definierenden 
Stadtteilen/Sozialräumen/Quartieren, die für die Vernetzung im Sinne eines 
präventiven, offensiven (Ziegler) und qualifizierten Masterplans Frühe Hilfen 
zuständig sind 
- Ein fachübergreifendes Konzept zum Einsatz von Fam ilienhebammen 
angelehnt an die Regelungen des Bundeskinderschutzgesetzes zum 
frühzeitigen Erreichen von Familien mit Kindern im Alter von bis zu 2 
Jahren 
- Besondere Angebote für Zielgruppen wie Kinder von psychisch 
beeinträchtigten Eltern, Kinder aus Zuwandererfamilien, Kinder aus 
Familien mit hohem Armutsrisiko 
-  Die Qualifizierung der Familienzentren zu niedrig schwelligen 
Anlaufpunkten unterschiedlicher Sozial- und Beratungsleistungen in den 
Stadtteilen 
- Die Beschreibung einer lückenlosen Präventionskett e mit der Integration 
aller bestehenden zentralen Bausteine zur Förderung von Kinder und Eltern 
 
Begründung:  
 
Anlässlich der Präventionskonferenz zum Thema Frühe Hilfen in Münster schreibt 
die Stadt in den Konferenzunterlagen: „Bislang wurden die Maßnahmen in den 
unterschiedlichen Handlungsfeldern der jeweiligen Fachdisziplinen häufig 
unabhängig voneinander entwickelt und standen eher unverbunden 
nebeneinander. Ein aufeinander abgestimmtes Handlungskonzept mit dem Fokus 
einer gemeinsamen kindzentrierten Präventionsstrategie gab es bislang eher 
punktuell bzw. maßnahmen- oder zielgruppenbezogen.“ 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
Ratsfraktion Münster 
 
Windthorststr. 7 
48143 Münster 
 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
Fax: 0251 / 8 99 58 15 
ratsfraktion@ gruene-muenster.de 
www.gruene-muenster.de 
Antrag 
„Masterplan Frühe Hilfen Münster 
'präventiv – offensiv – qualifiziert – 
vernetzt' “ 
 
06.06.2012

2 
 
 
Die bereits bestehenden Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte, wie z.B.: 
 
- Die Maßnahmen im Rahmen des laufenden Maßnahmenpro gramms einer 
kindbezogenen Armutsprävention, des Landesprogramms „Kein Kind 
zurücklassen“ 
- Die (Weiterentwicklung der) Zusammenarbeit mit Geb urtskliniken und 
niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzte 
- Die Familienbesuche zur Geburt eines Kindes 
- Der Einsatz von Familienhebammen 
- Hebammensprechstunden und Sprechstunden der 
Erziehungsberatungsstellen in den Familienzentren  
- Die sozialraumbezogene Vernetzung durch Stadtteilk oordinatoren Früher 
Hilfen  
- Projekte wie „Gesund aufwachsen in......“ 
 
sollen in ein städtisches Gesamt- und Handlungskonzept Früher Hilfen 
einbezogen werden. 
 
Präventionsketten sind biografisch angelegt und darauf ausgerichtet, allen 
Kindern und allen  Jugendlichen fördernde Begleitung von der Geburt bis zum 
erfolgreichen Berufseinstieg je nach Bedarf und zu jedem möglichen Zeitpunkt 
zuzusichern. 
 
Ein Masterplan Frühe Hilfen ist ressort- und fachübergreifend (Jugend, Schule, 
Gesundheit, Soziales) zu entwickeln; denn Frühe Hilfen verlangen die Auflösung 
der Versäulung von Unterstützungssystemen und die Zusammenarbeit von 
Gesundheits-, Bildungs- und Kinder- und Jugendhilfesystem in Netzwerken. 
 
Die Maßnahmen, Angebote und Leistungen werden stadtteil- und 
quartiersbezogen realisiert und folgen dem Grundgedanken einer kindbezogenen 
Entwicklung, Förderung und Prävention; das heißt alle  Kinder erhalten die 
Chance, gesund aufzuwachsen, ihre individuellen Fähigkeiten zu entwickeln, 
Bildungs- und Förderangebote wahrzunehmen und so eine gute Ausgangsposition 
für ihre weitere Lebensgestaltung und ihre berufliche Perspektive zu erhalten. 
 
Kind bezogene Frühe Hilfen sichern vor allem, dass Eltern – und Erwachsene, die 
mit diesem oder einem Kind zu tun haben (Verwandte, Freunde, Ärzte, Nachbarn 
etc.) – fachlich qualifizierten Rat und AnsprechpartnerInnen finden.  
 
Gerade für Eltern, die den frühen Entwicklungsbestrebungen ihrer Kinder, ihren 
Autonomiebestrebungen, der Neugierde und der aktiven Erkundung der Welt 
manchmal ängstlich, irritiert und das Kind begrenzend begegnen, brauchen 
Unterstützung im Sinne Früher Hilfen für ihr Kind. Sie benötigen 
AnsprechpartnerInnen, die ihnen bekannt sind oder auf die sie von Bekannten und 
Nachbarn hingewiesen werden, die sie aufsuchen oder mit denen sie sich 
verabreden können, ohne damit zugleich „hilfsbedürftig“ zu erscheinen oder sich 
schämen zu müssen.  
 
Die Finanzierung kann aus dem Landesprogramm „Kein Kind zurücklassen“ 
(V/0216/2012) und der Bundesinitiative „Netzwerke frühe Hilfen und

3 
 
Familienhebammen“ erfolgen. Für die Bundesinitiative stellt der Bund im Jahr 
2012 30 Millionen Euro, im Jahr 2013 45 Millionen Euro und ab dem Jahr 2014 
dauerhaft jährlich 51 Millionen Euro zur Verfügung.  
 
gez. Jutta Möllers  gez. Hery Klas  
gez. Helga Bennink  gez. Jörn Möltgen  
gez. Petra Diekmann  gez. Anne Naegels  
gez. Dr. Brigitte Hasenjürgen  gez. Carsten Peters  
gez. Gerhard Joksch  gez. Otto Reiners  
gez. Christoph Kattentidt  gez. Tim Rohleder  
gez. Manfred Kehr  gez. Dr. Ludwig Schipmann  
gez. Annette Kemper  gez. Dr. Rita Stein-Redent 
 
 
 
Grüne Anträge im Kontext Armut von Kindern als Folge von Familienarmut wirksam 
bekämpfen – Teilhabe sichern, Soziale Frühwarnsysteme, Frühe Hilfen seit 2005: 
 
• „Alle Chancen für Kinder von Anfang an!“ 02.05.200 5 
• Münster gibt jedem Kind eine Chance - Fairen Zugan g zu Bildung, Gesundheit 
und früher Förderung sichern 1.5.2007 
• „Ein sicherer Start ins Kinderleben! Einführung ei nes flächendeckenden sozialen 
Frühwarnsystems und „früher  Hilfen“ – jetzt!“ 18.12.2007 
• Münster für Alle: Münsterpass wieder auflegen! 17. 02.2008 
• Haushaltantrag 2008 (Frühe Hilfen, Soziale Frühwar nsysteme) 
• Haushaltsantrag 2009 (dto.) 
• Antrag zum Haushalt 2009: „Bildungschancen und -pe rspektiven junger 
Menschen verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 26.11.2008 
• Antrag zum Haushalt 2010 „Bildungschancen und -per spektiven junger Menschen 
verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 18.01.2010 
• Antrag zum Haushalt 2011: „Bildungschancen und -pe rspektiven junger 
 Menschen verbessern – Beitragsfreiheit erweitern“ 18.11.2010 
• Hearing „Kinderarmut – eine drängende Handlungsauf forderung an die 
Kommunalpolitik“ („Sixpack“-Antrag auf grüne Initiative) 
• „Chancen für alle Kinder in unserer Stadt - Maßnah meprogramm zur Bekämpfung 
der Kinderarmut in Münster“ 30.11.2009 („Sixpack“-Antrag) 
• Haushaltsantrag 2011: Chancen für alle Kinder von Anfang an – 
Maßnahmenprogramm zur Bekämpfung der Kinderarmut in Münster 
• Antrag zum Haushalt 2012: Maßnahmeprogramm für ein e kind- und 
jugendbezogene Armutsprävention aufstocken

Beratungsverlauf (1)

27.06.2012 Rat
TOP 45.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Windthorststraße 7

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0027/2012
Typ
Antrag an den Rat
Datum
06.06.2012
Erstellt
06.10.2020 14:37