BKA 0884
Aktuelle Ergebnisse aus dem Grundwassermodell des LANUK
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Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss (Modellergebnisse_LANUK_2026_final)
4736 Zeichen
Landesamt für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK), Juli 2026 Seite 1 von 2 Aktuelle Ergebnisse aus dem Grundwassermodell des LANUK Hydraulische Systemanalyse im Hinblick auf den Ausgleich von Grundwasserstandsdifferenzen im stationären Endzustand - Garzweiler - (ca. nach dem Jahr 2150) Bearbeitungsstand 2026 In den Jahren 2023 und 2024 wurden mit dem Grundwassermodell des LANUK Berechnungen zu verschiedenen Seespiegelhöhen für den Tagebausee Garzweiler durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass im Bereich des Schwalmquellgebietes und des Mühlenbaches im stationären Endzustand (etwa nach dem Jahr 2150) negative Grundwasserstandsdifferenzen gegenüber dem bergbauunbeeinflussten Zustand nicht ausgeschlossen werden können. Ursache dafür ist die Nähe zum Tagebausee Garzweiler, dessen Seespiegelhöhe gemäß geändertem Braunkohlenplan Garzweiler II (Entwurf 2025) mit 66m NHN niedriger liegt als der vorbergbauliche Grundwasserstand in diesem Bereich. Über die Ergebnisse wurde der BKA in den Sitzungen 12/2023 und 11/2025 informiert. Davon ausgehend wurden in einem nächsten Schritt verschiedene Modellvarianten zur Analyse des hydraulischen Systems im Bereich Schwalmquellgebiet und Mühlenbach mit dem Grundwassermodell des LANUK gerechnet. Ziel war es dabei, Möglichkeiten zu untersuchen, mit denen Grundwasserabsenkungen in diesem Bereich im Hinblick auf den Schutz von Feuchtgebieten und Oberflächengewässern, ausgeglichen werden können. Dabei wurde ein weiterer Betrieb von einigen wenigen Infiltrationsanlagen über das bislang geplante Ende (ca. im Jahr 2100) hinaus simuliert. Außerdem wurde die Auswirkung der im Umfeld gelegenen Wasserwerke auf die Grundwassersituation untersucht. Die Modellergebnisse zeigen, dass es mit einem weiteren Betrieb von Infiltrationsanlagen im Schwalmquellgebiet und am Oberlauf des Mühlenbachs möglich ist, die Grundwasserabsenkung im stationären Endzustand auszugleichen. Dafür könnten die bestehenden Infiltrationsanlagen genutzt werden. Die Anzahl der benötigten Anlagen und die erforderliche Infiltrationswassermenge ist erheblich geringer als der aktuelle Bedarf. (Zum Vergleich wurden im Jahr 2025 knapp 64 Mio. m³ Wasser im gesamten Einflussgebiet des Tagebaus Garzweiler infiltriert. Aus den Modellrechnungen lässt sich für den Ausgleich der Grundwasserabsenkung im Bereich der Feuchtgebiete im Schwalmquellgebiet und am Mühlenbach ein Infiltrationswasserbedarf von etwa 1 Mio. m³/a abschätzen1.) Zum Verständnis der hydrologischen Gesamtzusammenhänge im Bereich Schwalmquellgebiet und Mühlenbach wurde in weiteren Simulationsvarianten der Einfluss von Wasserwerken auf die Grundwasserstände im obersten Grundwasserstockwerk für den stationären Endzustand untersucht. Dabei wurde unterstellt, dass die vier Wasserwerke, die dort heute betrieben werden (Uevekoven, Gatzweiler, Rheindahlen, Beeck), im stationären 1Die Modellrechnungen berücksichtigen bisher keine möglichen Klimaveränderungen. Endzustand die gleiche Wassermenge fördern wie im Jahr 2023 (insgesamt 6,2 Mio.m³/a). Die möglichen Auswirkungen eines demographischen Wandels, eines veränderten Wasserbedarfs oder klimatischer Veränderungen bis zum stationären Endzustand wurden für diese Systemanalyse nicht berücksichtigt. Veränderte hydrochemische Bedingungen, die sich aufgrund eines zurückgehenden Infiltrationswasserzustroms oder aufgrund sich verändernder Entnahmen ergeben können, wurden hier ebenfalls nicht betrachtet. In den Modellvarianten wurde untersucht, welche theoretische Grundwassersituation sich im stationären Endzustand einstellen würde, wenn die Förderung reduziert oder in tiefere Grundwasserstockwerke verlagert würde. Dabei zeigten die hier angesetzten Änderungen der Fördermengen positive Auswirkungen auf die Grundwasserstände in den Feuchtgebieten. Die Verlagerung der Förderung in tiefere Grundwasserstockwerke wirkt sich aufgrund der komplexen Geologie nur mit Einschränkungen oder gar nicht günstig aus. Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass auf der Grundlage der Modellberechnungen Aussagen über die hydraulischen Zusammenhänge im Bereich der Feuchtgebiete im Schwalmquellgebiet und am Mühlenbach gemacht werden können. Sie liefern auf dem heutigen Stand der Erkenntnisse beruhende erste Hinweise über Möglichkeiten zum Ausgleich einer verbleibenden Grundwasserabsenkung im stationären Endzustand. Diese können auch in zukünftige wasserwirtschaftliche Planungen einbezogen werden. Für eine Konkretisierung werden Detailbetrachtungen nötig sein, die sinnvollerweise zu einem späteren Zeitpunkt unter den dann relevanten Randbedingungen durchgeführt werden müssen. Sie können auf den hier gewonnenen Erkenntnissen aufbauen.
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- BKA 0884
- Typ
- Sitzungsvorlage Braunkohlenausschuss
- Datum
- 25.09.2026
- Erstellt
- 15.09.2026 09:22