2016/0243
Protokoll 15. Sitzung Gestaltungsbeirat
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2016/0243
2761 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
17.06.2016
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassu ng Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2016/0243
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 15. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 13.06.2016
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 15. Sitzung des Gestaltungsbeirates der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird
zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 15. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 13.06.2016
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491).
Die 15. Sitzung des Gestaltungsbeirats f and am 20.05.2016 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die Baudezernentin, Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände vertreten.
Zu Beginn der Sitzung begrüßte die Vorsitzende des Gestaltungsbeirates Frau Prof. Reicher
und die Baudezernentin Frau Zuschke die Mitglieder des Gestaltungsbeirates sowie die Gäste
im Plenum.
Dann wurden die Vorhaben „Rooftop -Bar Wilhelminenquartier“, „Städtebauliches Konzept zur
Nachnutzung des Echo -Geländes (Holzhofpark)“, „Neubau Wohn - und Geschäftshaus
Karlstraße 57/Heinrichstraße“ sowie „ Neubau des Mercedes Autohauses an der Rheinstraße
98/100“ durch die jeweiligen Architekten bzw. Bauherren vorgestellt; es folgte eine teilweise
lebhafte Diskussion mit den wieder zahlreich erschienenen Gästen.
Im darauf folgenden nicht -öffentlichen Sitzun gsteil wurden die Projekte mit den jeweiligen
Bauherren und den Architekten diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Die Dezernentin III
Cornelia Zuschke
Stadträtin
Darmstadt, den 13.06.2016
61.1.0 mi
Nst. 2590
anlage 1
15578 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 20.05.2016
Beginn: 10.00 Uhr
E n d e : 1 6 . 3 0 U h r
Ort: ehem. Kreistags-Sitzungssaal, Rheinstraße 67, Darmstadt
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher
Gestaltungsbeirats Dr. Jürgen Tietz
S u s a n n e W a r t z e c k
Magistrat Cornelia Zuschke, Dezernentin
Verwaltung Jochen Krehbieh l, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Andrea Feldbusch, Stadtplanungsamt
B e r n d N e u b e r t , B a u a u f s i c h t s a m t
Tina Klytta, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Ludwig Achenbach, CDU
Oliver Stienen, Bündnis 90/ Die Grünen
O l i v e r L o t t , S P D
G e o r g H a n g , U f f b a s s e
M a r t i n a H ü b s c h e r - P a u l , D i e L i n k e
L e i f B l u m , F D P
A r t u r P a r d e l a , A F D
Entschuldigt: Prof. Ulrike Kirchner
P r o f . R o l f W e s t e r h e i d e
T i m H u ß , S P D
Projekte
Sanierung/ Umbau Gülsen-Gruppe, Darmstadt
Wilhelminenpassage Netzwerkarchitekten, Darmstadt
Nachnutzung Terra Projekt- und Baubetreuungs GmbH, Darmstadt und
Echo-Gelände Molitor Immobilien GmbH, Ingelheim am Rhein
(Holzhofpark) planquadrat, Darmstadt
Wohn- und Geschäfts- Bauherr Tim Lotter, Darmstadt
Haus Karlstraße 57 Knut Jahn, Darmstadt
Neubau Autohaus Daimler Real Estate GmbH, Berlin
Darmstadt, Rhein- Geisendö rfer Architekten, Würzburg
Straße 98/100
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 13.00 Uhr)
Ortsbesichtigung:
Im nicht-öffentlichen Teil erfolgte zunächst die Ortsbesichtigung Rheinstraße 98/ 100
(Neubau Autohaus Darmstadt Daimler/ Mercedes), Karlstraße 57/ Heinrichstraße
(Wohn- und Geschäftshaus Lotter) sowie Holzhofallee (Nachnutzung Echo-Gelände).
Frau Feldbusch und Herr Krehbiehl erläutern bei den jeweiligen Projekten die Situation
im Bestand, den Ansatz der jeweiligen Entwürfe sowie die stadträumliche Einbindung
der Standorte.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der Projekte.
Öffentlicher Teil (13.00 Uhr – ca. 15.00 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.15 Uhr – 16.30 Uhr)
Begrüßung durch Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des Gestaltungsbeirates und
Cornelia Zuschke, Dezernentin
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen
Architekten bzw. Bauherren/ Investoren vorgestellt.
Die Empfehlungen des Beirates folgen im Anhang.
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind
folgende Termine festgelegt worden:
Fr 14.10.2016 ca. 10.00 – 17.00 Uhr
Fr 27.01.2017 ca. 10.00 – 17.00 Uhr
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter
http://www.darmstadt.de/standort/stadtentwicklung-und-
stadtplanung/stadtplanung/gestaltungsbeirat/index.htm veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt
Darmstadt, 01.06.2016
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitzende Gestaltungsbeirat
Aachen, 01.06.2016
Anlage:
Empfehlungen des Gestaltungsbeirates
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
15. Sitzung – 20.05.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Sanierung/ Umbau
Wilhelminenpassage
Rooftop-Bar
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Netzwerkarchitekten, Darmstadt
Bauherr
Gülsen-Gruppe, Darmstadt
Beschreibung
In der Weiterentwicklung des Projektes Wilhelmingenpassage ist die Idee entstanden,
eine Bar im Dachgeschoss zu realisieren. Die Studie zur Realisierung dieses
Vorhabens wird von Netzwerkarchitekten in ihren Grundzügen vorgestellt.
Das Projekt sieht eine über zwei Geschosse organisierte Bar vor, die über das
bestehende Treppenhaus erschlossen wird. Die Ausprägung des Volumens setzt sich
mit der Dachlandschaft auseinander und versucht, sich in dieses zu integrieren.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat hält eine öffentliche Bar-Nutzung im Dachgeschoss grund-
sätzlich für möglich und wünschenswert. Diese Einschätzung wird auch von der
Unteren Denkmalbehörde geteilt.
Aus den bisherigen Plänen/Visualisierungen ist nicht klar ersichtlich, inwiefern das
Volumen der Aufstockung aus der Fussgängerperspektive tatsächlich wahrgenommen
werden kann.
Dieser Aspekt ist zu überprüfen und realistisch darzustellen.
Der Beirat weist darauf hin, dass von einer Bar-Nutzung im Dachgeschoss
Emmissionen durch Lärm und Licht ausgehen, die im Hinblick auf ihre Beein-
trächtigung der angrenzenden Nutzungen zu klären sind.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Der Beirat wünscht sich eine Vorstellung des Projektes nach Überprüfung der
aufgeführten Aspekte und der baurechtlichen Machbarkeit.
Votum
Christa Reicher
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
15. Sitzung – 20.05.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Nachnutzung Echo-Gelände
Holzhofallee (Holzhofpark)
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Büro planquadrat, Darmstadt
Bauherr
Terra Projekt- und Baubetreuungs GmbH und Molitor Immobilien GmbH, Darmstadt
Beschreibung
Im Verlagsviertel ist durch die Verlagerung der Tageszeitung „Darmstädter Echo“ ein
Block frei geworden, auf dem sich die Verwaltungs-, Druck- und Logistikgebäude des
„Echo“ befunden haben. Auf dem ehemaligen Echo-Gelände ist unter der Überschrift
„Holzhofpark“ eine Nutzung aus Wohnen und Parken geplant. Das siebengeschossige
Bestandsgebäude an der Holzhofallee wird erhalten und umgebaut.
Das derzeitige Defizit an Stellplätzen im Verlagsviertel soll durch ein entsprechend
Stellplatzangebot in einer Parkgarage im Übergang zur Hochschule Darmstadt
behoben werden. Wegen der Störproblematik des Turbinenhauses wurde aus
bauplanungsrechtlicher Sicht zwischen künftiger Wohnbebauung und Bestand ein
Parkhaus plaziert, das als Garage für die h_da genutzt werden soll. Das Parkhaus soll
über das Gelände der h_da erschlossen werden. Die Grenzbebauung wurde
vorgeschlagen, um möglichst sicher und nah die Lärmquelle abzuschotten.
Eine fünfgeschossige Mantelbebauung mit Wohnen rahmt das Parkhaus ein.
Die Planung sieht neben der Parkgarage Wohnungen mit Wohnungsgrößen von 1– bis
4-Zimmer-Wohnungen vor.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat begrüsst die intensive Auseinandersetzung mit dem Kontext des
Echo-Geländes sowie die schlüssige Ableitung des vorgestellten Konzeptes.
Grundsätzlich äußerst der Beirat Zustimmung zu dem städtebaulichen Entwurf.
Hinterfragt wird – mit Blick auf die Zukunft der Mobilität – die Tiefgaragen-Lösung
unter den Wohngebäuden. Tiefgaragen „verbannen“ einerseits die parkenden Autos
unter die Erde, ermöglichen jedoch langfristig keine Umnutzug des gebauten
Volumens.
Der Beirat formuliert folgende Empfehlungen:
- Die Ausformulierung von privaten und öffentlichen Flächen und deren
Übergänge sind noch nicht überzeugend. Dieses Anliegen sollte in Verbindung
mit einer stärkeren Adressbildung (Zugänge zu den Häusern, Orientierung)
weiter entwickelt werden.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
- Bei dem vorgestellten Spektrum an Wohnungen sollte auch dem Anliegen von
gefördertem bzw. kostengünstigen Wohnungsbau Rechnung getragen werden.
Eine möglichst große Mischung aus Wohnungen und Bewohnergruppen ist
wünschenswert.
- Die Konzeption für den Wohnungsbau setzt sich im Wesentlichen aus zwei
Typologien (Riegelbauten und Punktbauten) zusammen. Im Sinne einer
stärkeren Quartiersbildung sollte die Typologie profiliert und differenziert
werden.
- Es sollte keine „Staffel-Geschoss-Architektur“ entstehen.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Der Beirat wünscht sich eine Wiedervorstellung des Projektes nach der Weiter-
entwicklung der aufgeführten Aspekte und der Konkretisierung der Architektur.
Votum
Christa Reicher
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
15. Sitzung – 20.05.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Wohn- und Geschäftshaus
Eckbebauung Karlstraße 57/
Heinrichstraße
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Knut Jahn, Darmstadt
Bauherr
Tim Lotter, Darmstadt
Beschreibung
Der Vorentwurf sieht den Abriss eines Lebensmittelmarktes
und den Neubau eines
Wohnhauses mit Tiefgarage, Studentenapartments und Loftwohnungen mit einer
extensiven Dachbegrünung und einer Entsiegelung des Hofes an der Kreuzung
Heinrich- Ecke Karlstraße vor.
Auf seiner der Innenstadt zugewandten Seite (Norden) ist der Ort durch eine
bemerkenswerte 50er Jahre Architektur gekennzeichnet (Nordwesten), die durch ihre
feinteilige Abstufung des Baukörpers zu einer differenzierten Raumbildung führt.
Dem steht auf der gegenüberliegenden südöstlichen Seite der Heinrichstraße ein
öffentlicher Park(platz) mit schönem Baumbestand gegenüber, der durch eine
Höhendominate abgeschlossen wird. Dieser Bau ist jedoch deutlich in die zweite Reihe
an der Karlsstraße zurückgezogen. Ihm misst der Gestaltungsbeirat daher keine
Vorbildfunktion zu, sondern bewertet ihn als einen baulichen „Ausreißer“.
Derzeit wird das zu bebauende Grundstück (Südwesten) durch einen eingeschossigen
Lebensmittelmarkt besetzt.
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat hält eine Bebauung des Grundstücks für möglich und
wünschenswert, da ihm im Zusammenspiel mit dem Stadtzugang und der Magistrale
Heinrichstraße eine hervorgehobene Bedeutung zukommt. Zudem begrüßt der
Gestaltungsbeirat ausdrücklich, dass die Planung bereits zu einem frühen Zeitpunkt
zur Beratung vorgestellt wird.
Eine turmartige Betonung der Ecke sieht der Beirat jedoch kritisch. Vielmehr erfordert
die spezielle städtebauliche Situation des Ortes eine angemessen zurückhaltende
Gestaltung, die sich homogen in das Umfeld einfügt. Dabei hat der Entwurf zu
berücksichtigen, dass sich der Stadteingang nicht auf der Südseite der Heinrichstraße
befindet, sondern an deren Nordseite.
Als kritisch betrachtet der Gestaltungsbeirat ferner, dass die geplante Tiefgarage rund
einen Meter über das Niveau des Bürgersteigs herausragen soll.
Zudem weist er darauf hin, dass in der vorgestellten Planung der gültige Fluchtlinien-
plan nicht beachtet wird.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt, mit der Planung noch einmal einen Schritt zurück zu
treten und unter Beachtung der möglichen Höhenentwicklung gegenüber den
angrenzenden Bauten sowie unter Einhaltung des gültigen Fluchtlinienplans eine
Planung neu zu entwickeln, die an Hand von Grundriss und Modell diskutiert werden
kann.
Eine mögliche Aufgabe könnte es sein, an dieser Stelle der Stadt eine zeitgemäße
Antwort auf die feingliedrige 50er Jahre Architektur der Nachbarschaft zu formulieren
und so auch einen Mehrwert für den öffentlichen Raum insgesamt zu schaffen.
Darüberhinaus rät der Gestaltungsbeirat der Wissenschaftsstadt Darmstadt die
Heinrichstraße in ihrer Gesamtheit auf ihre Qualitäten und Potentiale mit Blick auf
eine künftige Entwicklung ganzheitlich zu untersuchen. Dabei betont der Gestaltungs-
beirat auch, dass das im Südosten der Straßenkreuzung liegende Areal mit seinem
schönen Baubestand derzeit als Parkplatz nicht angemessen genutzt erscheint und
das Potential zu einer städtischen Oase an der Heinrichstraße besitzt.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Vorstellung des Projekts nach einer grundlegenden Überarbeitung ist notwendig.
Votum
Jürgen Tietz
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
15. Sitzung – 20.05.2016
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Neubau Autohaus Darmstadt
Rheinstraße 98/ 100
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
Geisendörfer Architekten, Würzburg
Bauherr
Daimler Real Estate GmbH, Berlin
Beschreibung
Vorgestellt wird die Neuordnung der Niederlassung Darmstadt auf dem bereits seit
Jahrzehnten durch Mercedes genutzten Grundstück zwischen Pfalzweg/ Rheinstraße/
Berliner Allee. Geplant ist ein zweigeschossiger Baukörper, der wesentliche Teile des
umfangreichen Raumprogramms unter einem großen Flugdach zusammenfasst.
Das Gebäude tritt von den Straßenfluchten zurück, um hier Freiflächen für die
Aufstellung von Fahrzeugen zu erzeugen. Die Hauptzufahrt zum Gelände wird über
eine Einfahrt an der Berliner Allee realisiert, die auch auf den neuen Haupteingang
zuführt. Die Zufahrt an der Rheinstraße bleibt bestehen und ist vorwiegend dem
Zuliefererverkehr gewidmet.
Empfehlung
Die Weiterentwicklung des Standortes und insbesondere die Neuordnung und
Zusammenfassung unterschiedlichster Nutzungen unter einem Dach wird begrüßt.
Städtebaulich ist der Wechsel der Hauptzufahrt von der Rheinstraße auf die Berliner
Allee jedoch wenig verständlich. Das Potenzial der eigentlichen Adresse des Stand-
ortes an der Rheinstraße und damit am Stadteingang Darmstadts wird aus Sicht des
Gestaltungsbeirats nicht hinreichend genutzt.
Der Wunsch, das Autohaus auf zwei Ebenen zu organisieren, kann nachvollzogen
werden, ist aber aus Sicht des Gestaltungsbeirats eher eine Antwort für eine
Positionierung bzw. Projektentwicklung auf „der grünen Wiese“. Der zentrale Standort
in Darmstadt wird unterschätzt und auch „unternutzt“. Hier wäre ein deutlicherer,
städtischerer Auftakt mit einer höheren Geschossigkeit und einer stärkeren Sicht-
barkeit wünschenswert. Dies wäre auch ein deutlicheres Signal für die Wahrnehmung
der Marke „Mercedes“ an diesem Standort.
Das geplante Gebäude rückt vom Straßenraum ab, die so entstehenden Freiflächen
sollen als Präsentationsflächen für PKWs genutzt werden. Diese Freiflächen vor dem
Gebäude bilden keinen qualifizierten, der Marke Mercedes entsprechend hochwertigen
Übergang vom öffentlichen Raum zum Autohaus.
Die Fassade der Hauptecke des Gebäudes Berliner Allee/Rheinstraße wird im Sockel-
bereich der CI folgend geschlossen, auch diese Maßnahme trägt weder zur Wahr-
nehmbarkeit der Fahrzeuge noch zum Dialog mit dem öffentlichen Raum und seinen
Nutzern bei. Diese geschlossene Eckausbildung sollte überarbeitet werden.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 20.05.2016
Stadtplanungsamt Darmstadt
Auch die Ausbildung der Ecke Rheinstraße /Pfalzweg mit untergeordneten Nutzungen,
welche zum Teil hinter einer Begrünung verschwinden sollen, ist gestalterisch wenig
nachzuvollziehen und trägt nicht zur Wahrnehmung aus der Perspektive des
Straßenraums bei.
Das Bekenntnis des Konzerns zum Standort wird von allen Beteiligten sehr begrüßt.
Der Gestaltungsbeirat möchte daher den Bauherrn ermutigen - trotz der
fortgeschrittenen Planung - über einen prägnanteren Auftritt der Marke „Mercedes“
an diesem Standort nachzudenken und in den Dialog mit dem Stadtplanungsamt zu
treten.
Zusammenfassung der Rückmeldung
Eine Wiedervorstellung und eine intensive Abstimmung mit der Bauaufsicht /
Stadtplanung sind notwendig.
Votum
Susanne Wartzeck
Beratungsverlauf (1)
Orte (6)
- Karlstraße 57
- Rheinstraße 67
- Heinrichstraße
- Holzhofallee
- Berliner Allee
- Pfalzweg
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2016/0243
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 13.06.2016
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00