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V/0115/2010

Präventionskonzept Frühe Hilfen Hier: Familienbesuche in Münster - 1. Erfahrungsbericht

Vorlagen 08.02.2010

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18817 Zeichen

Pr Pr ääventionsteam ventionsteam Familienbesuche Familienbesuche 
Hafenstraße 30 
48153 Münster 
Tel.:   +49(0)2 51 / 4 92 – 51 19 
Fax :  +49(0)2 51 / 4 92 - 79  75 
E-Mail: familienbesuche@ stadt-muenster.de 
Petra Gittner Fachstellenleiterin Bezirksübergreifen de Dienste 492 - 5169

2 
 
 
 
 
 
 
Pr Pr ääventionsteam ventionsteam Familienbesuche Familienbesuche 
/square6Anlass / Idee 
/square6Konzept 
/square6Schnittstellen 
/square6Kooperation und Vernetzung 
/square6Controlling 
/square6Erfahrungsbericht 
 
 
Die oben aufgeführten Punkte werden nachfolgend erörtert und dargestellt.

3 
 
 
 
Pr Pr ääventionsteam Familienbesuche ventionsteam Familienbesuche 
 
Das Amt für Kinder Jugendliche und Familien möchte jedes 
neugeborene Kind in Münster willkommen heißen und s einen Eltern ein 
Informations- und Beratungsangebot zur Verfügung st ellen. Auf der 
Grundlage des Ratsbeschlusses der Stadt Münster vom  18.06.2008 
zum Aufbau eines gesamtstädtischen Präventionsproje ktes besuchen 
die sechs Präventionsfachkräfte der Bezirksübergrei fenden 
Fachdienste des Kommunalen Sozialdienstes alle Neug eborenen und 
ihre Eltern in der Stadt Münster.  
 
Die Präventionsfachkräfte des Amtes für Kinder, Jug endliche und 
Familien sind Diplom Sozialpädagoginnen bzw. Diplom  
Sozialarbeiterinnen mit langjähriger Berufserfahrung.  
 
Das Wissen der Fachkräfte umfasst zum einen die vie lschichtigen 
Angebote der öffentlichen und freien Jugendhilfe in  der Stadt Münster, 
zum anderen müssen sie Belastungen und Ressourcen d er Familien 
differenziert abschätzen. Somit ist eine zielgerich tete Beratung der 
Familien hinsichtlich der Hilfe- und Unterstützungs angebote 
gewährleistet.

4 
 
 
 
Anlass / Idee Anlass / Idee 
Ausbau des primärpräventiven Bereiches 
/square6frühzeitige Unterstützung junger Familien 
/square6bestmögliche Förderung der Gesundheit & 
Entwicklung der Kinder 
/square6Erhöhung des Schutzes der Kinder 
Die Leistungsbereiche „Hilfe zur Erziehung“ und „Kinderschutz“ sind in der 
Jugendhilfe in Münster gut aufgestellt und decken e in breites und 
adäquates Angebot ab. Gleichwohl wies der primärprä ventive Bereich eine 
Lücke im Hilfe- und Unterstützungssystem für Familien auf. 
 
Mit dem Informations- und Beratungsangebot „Familie nbesuche“ erfahren 
die  Eltern von Neugeborenen in Münster frühzeitige  Unterstützung. Sie 
erhalten aussagekräftige Informationen und kompeten te Beratung zum 
Beispiel zu Angeboten der Familienbildung und -bera tung, zu Möglichkeiten 
der Kindertagesbetreuung oder allgemeinen Fragen zu r alltäglichen 
Erziehungssituation.  Ergibt sich ein weitergehende r Beratungs- oder 
Unterstützungsbedarf werden den Eltern durch zielge richtete 
Beratungsgespräche mögliche Hilfe- und Unterstützun gsangebote der 
öffentlichen und freien Jugendhilfe erläutert und ggf. vermittelt. 
 
Dieses Angebot ergänzt die vorhandenen präventiven Arbeitsansätze in der 
Stadt Münster. Es stärkt die Familie als Erziehungs instanz unabhängig von 
der Familienform, dem Vorhandensein einer Problemla ge oder eines 
erzieherischen Bedarfs. Informationen und Unterstüt zungsangebote für die 
junge Familie werden dabei in den Mittelpunkt gestellt.  
 
Das erklärte Ziel ist, die bestmögliche Förderung d er Gesundheit und 
Entwicklung der Kinder zu erreichen, sowie der Ents tehung drohender 
Vernachlässigung so früh wie möglich nachhaltig entgegen zu wirken.

5 
 
 
Anlass / Idee Anlass / Idee 
Verfahren und Handlungsschritte 
/square6professionell 
/square6systematisch 
/square6standardisiert 
/square6institutionell 
Schließung der Lücke im primärpräventiven 
Bereich der Jugendhilfe 
 
Ganz bewusst hat das Amt für Kinder, Jugendliche un d Familien der Stadt 
Münster die Qualitätsstandards für den primärpräven tiven Bereich sehr 
anspruchsvoll ausgestaltet. 
 
 
Ein systematisches und standardisiertes Verfahren u nd ebensolche 
Handlungsschritte, sind ebenso bedeutsam wie die Au sführung durch 
professionelle Fachkräfte des Jugendamtes. Aufgrund  der hohen 
Qualitätsstandards stellen die Familienbesuche  ein  Angebot dar, das die 
Lücke im primärpräventiven Bereich der Jugendhilfe in Münster schließt.

6 
 
Konzept Familienbesuche Konzept Familienbesuche 
/square6Freiwilligkeit 
/square6breiter nicht fokussierter Zugang 
/square6Professionstandem optional 
/square6frühzeitig 
/square6Nutzung bestehender Angebote 
 
Der Familienbesuch  erfolgt auf freiwilliger Basis und wird den Eltern in 
schriftlicher Form angeboten. Ebenso können Eltern,  die sich einen 
Familienbesuch wünschen, dies bereits in der Geburt sklinik mitteilen oder 
direkt Kontakt zum Präventionsteam aufnehmen. 
Alle Neugeborenen und ihre Eltern in der Stadt Müns ter haben Anspruch auf 
dieses kostenfreie Angebot. Auf eine Vorauswahl anh and bestimmter 
Kriterien (Risikogruppen, belastete Wohngebiete, et c.) wird bewusst 
verzichtet, wodurch jede Stigmatisierung ausgeschlossen ist.  
Sowohl der breite nicht fokussierte Zugang als auch  die Freiwilligkeit werden 
in der Fachwelt als Optimum für die Familienbesuche favorisiert. 
Durch die Option der Präventionsfachkräfte des Amte s für Kinder, 
Jugendliche und Familien, bei entsprechendem Bedarf , den Familienbesuch 
gemeinsam mit einer Hebamme durchzuführen, werden d ie spezifischen 
Kompetenzen aus den Bereichen Jugendhilfe und Gesun dheitshilfe 
zusammengeführt. 
Die Eltern sollen frühzeitig nach der Geburt inform iert und beraten werden, 
jedoch unter Beachtung eines angemessenen Eingewöhn ungs- und 
Erholungszeitraums für die junge Familie. Acht bis zwölf Wochen nach der 
Geburt wird der Besuch möglichst durchgeführt.  
Je nach Beratungs- und/oder Unterstützungsbedarf wi rd auf die 
breitgefächerten, bestehenden Angebote sowie Hilfe-  und 
Unterstützungsleistungen der öffentlichen und freie n Jugendhilfe in der Stadt 
Münster verwiesen.

7 
 
Schnittstellen Schnittstellen 
/square6Bezirkssozialarbeit 
/square6Gesundheitsamt 
/square6Sozialamt 
Bezirkssozialarbeit  
Die Schnittstellen zwischen den Präventionsfachkräf ten und den Bezirken 
sind nachfolgend definiert. Für das Modellprojekt i n Coerde wurde das 
„Ampelmodell“ entwickelt, in dem modellhaft Indikat oren für die 
Einschätzung  der  Situation der Eltern mit ihrem n eugeborenen Kind 
aufgezeigt sind.  Bezogen auf das Ampelmodell sind folgende Schnittstellen 
auszumachen:  
 
Grüne Ampel 
 
Im Rahmen des Familienbesuchs werden keine weiteren  Bedarfe 
(Informationen, Beratung, Hilfe) deutlich bzw. von den Müttern und Vätern 
angefordert.  
 
Gelbe Ampel 
 
Es werden weitergehende Bedarfe deutlich und themat isiert. Sofern die 
Eltern nicht eigenständig Kontakt zu den jeweiligen  Anbietern aufnehmen 
wollen und sich nach Erteilung einer Datenfreigabe eine Kontaktherstellung 
und Vermittlung durch die Präventionsfachkraft wüns chen, wird diese tätig. 
Je nach festgestelltem Bedarf werden dann Hebammen,  Beratungsstellen 
vor Ort etc eingeschaltet oder der Kontakt zur Bezirkssozialarbeit gesucht.  
Bezogen auf die Kooperation mit Bezirkssozialarbeit  kann die 
Präventionsfachkraft im Einzelfall mit der Erlaubnis der Eltern Kontakt zur/m 
zuständigen Bezirkssozialarbeiter/-in aufnehmen und  einen gemeinsamen 
Hausbesuch anbieten und vereinbaren.  Dieser gemein same Hausbesuch 
soll zeitnah terminiert werden und innerhalb von 10 Werktagen erfolgen. 
Falls keine Einwilligung der Eltern zur Hinzuziehun g der Bezirkssozialarbeit 
erteilt wird, erfolgt kein weiteres Angebot bzw. Tä tigwerden der 
Präventionsfachkraft.

8 
 
Schnittstellen Schnittstellen 
/square6Bezirkssozialarbeit 
/square6Gesundheitsamt 
/square6Sozialamt 
Rote Ampel  
Die Präventionsfachkraft stellt während ihres Famil ienbesuchs eine deutliche 
Kindeswohlgefährdung fest und benachrichtigt im Bei sein der Eltern die 
jeweils zuständige Bezirksleitung, die dann das wei tere Vorgehen veranlasst 
und koordiniert.  
Die Präventionsfachkraft wartet die Ankunft der Kol legen/-innen der 
Bezirkssozialarbeit ab, schildert die Vorkommnisse bzw. ihren Eindruck und 
beendet danach ihr Tätigsein in diesem Einzelfall. 
 
Gesundheitsamt 
 
Das Gesundheitsamt hat sich bezogen auf die Arbeit des Präventionsteams 
Familienbesuche zu einer engen Kooperation mit dem Amt für Kinder, 
Jugendliche und Familien verpflichtet. So wurden di e Kooperationsgespräche 
mit dem Sozialdienst für Flüchtlinge und Spätaussie dler gemeinsam geführt. 
Die Erarbeitung der Kooperationsvereinbarung mit de n niedergelassenen 
Hebammen (Tandemlösung Familienbesuche) erfolgte ar beitsteilig. Es 
besteht ein regelmäßiger Austausch bezogen auf Frag estellungen in der 
Zusammenarbeit mit: - Kinderärzten/-innen, - Geburt skliniken, - Hebammen  /  
Familienhebammen. 
Mit der Beratungsstelle für Entwicklungsfragen wurd en Zugangswege zu 
deren Angeboten erörtert und Weichen für eine gute Zusammenarbeit gestellt. 
 
Sozialamt 
 
Neugeborene  Kinder und ihre Eltern in Flüchtlingseinrichtungen erhalten 
ebenfalls einen Familienbesuch. Dieser wird von ein er Mitarbeiterin des 
Sozialdienstes und einer Familienhebamme des Gesund heitsamtes 
durchgeführt. Die Materialien werden vom Amt für Ki nder, Jugendliche und 
Familien zur Verfügung gestellt.

9 
 
 
 
Kooperation und Vernetzung Kooperation und Vernetzung 
/square6Geburtskliniken 
/square6Gesundheitsamt 
/square6Hebammen 
/square6Kinderärztinnen / -ärzte 
 
Geburtskliniken 
 
Alle Geburtskliniken und das Geburtshaus in der Sta dt Münster sind 
umfassend über die Arbeit des Präventionsteams Fami lienbesuche 
informiert. Ziel ist es zu erreichen, dass die Elte rn neugeborener Kinder 
bereits in der Geburtsklinik über die Möglichkeit d es Familienbesuchs 
informiert werden. Somit wird den jungen Familien d ie Möglichkeit 
gegeben, zu diesem frühen Zeitpunkt Kontakt zum Prä ventionsteam 
aufzunehmen.  
 
Mit allen Geburtskliniken in Münster besteht ein entsprechender Kontrakt.  
 
 
 
Gesundheitsamt  
Siehe Ausführungen unter dem Punkt Schnittstellen.

10  
 
 
 
Kooperation und Vernetzung Kooperation und Vernetzung 
/square6Geburtskliniken 
/square6Gesundheitsamt 
/square6Hebammen 
/square6Kinderärztinnen / -ärzte 
Hebammen  
Am 13.10.2008 wurde mit sieben niedergelassenen fre iberuflich tätigen 
Hebammen eine Abstimmung zur künftigen Kooperation im Rahmen der 
Familienbesuche getroffen. Seit dem 15.10.2008 werden in den Stadtteilen 
Coerde, Kinderhaus, Berg Fidel und Angelmodde die Familienbesuche von 
einer Hebamme und der zuständigen Präventionsfachkr aft in der sog. 
„Tandemlösung“ durchgeführt. Es handelt sich hier u m die Stadtbereiche 
von Münster, in denen eine geringe Inanspruchnahmeq uote für mögliche 
Hebammenleistung durch das Gesundheitsamt der Stadt  Münster 
nachgewiesen werden kann.  
Durch die gemeinsamen Familienbesuche soll erreicht  werden, dass die 
Leistung und Hilfestellung der Hebammen frühzeitig von den Familien in 
Anspruch genommen wird. 
 
 
Kinderärztinnen und Kinderärzte 
 
Die in Münster tätigen Kinderärztinnen und Kinderärzte stellen eine weitere 
wichtige Kooperationsebene dar. Folglich stellte sich die jeweils zuständige 
Präventionsfachkraft bei den Kinderärztinnen und Ki nderärzten der 
Stadtteile vor und informierte diese ausführlich üb er das Angebot der 
Familienbesuche.

11  
 
 
 
 
Controlling Controlling 
/square6Erhebungsbogen 
/square6Verfahren 
/square6erste Ergebnisse 
 
 
 
Die oben aufgeführten Punkte zum Controlling bezoge n auf die 
Familienbesuche werden nachfolgend erörtert und dargestellt.

12  
 
 
 
 
Erhebungsbogen Erhebungsbogen 
/square6freiwillig 
/square6partizipativ 
/square6anonym 
 
Der Erhebungsbogen wird am Ende des Familienbesuchs  gemeinsam 
mit den Eltern besprochen und ausgefüllt. Dies sich ert größtmögliche 
Transparenz und Offenheit. Die Teilnahme ist freiwi llig. Möchten die 
Eltern keine Angaben machen, werden lediglich das D atum des Besuchs 
sowie der Name der Präventionsfachkraft bzw. der He bamme zu 
statistischen Zwecken festgehalten.  
 
Sind mit der Familie keine weiteren Absprachen getr offen worden, wird 
der Bogen im Anschluss an den Familienbesuch an die  Koordinatorin 
des Präventionsteams Familienbesuche übermittelt un d von dieser 
anonymisiert. Dies geschieht indem an der vorgesehe nen Schnittstelle 
der Name und das Geburtsdatum abgetrennt werden. Da durch wird 
verhindert, dass personenbezogene Daten gesammelt werden.  
 
Sind mit der Familie Absprachen getroffen und weite re Kontakte 
vereinbart worden, verbleibt der komplette Bogen so  lange bei der 
zuständigen Präventionsfachkraft, bis die Vereinbar ungen erfüllt sind. 
Erst dann wird er an die Koordinatorin weitergeleitet und anonymisiert.

13  
 
 
 
Verfahren Verfahren 
/square6Übermittlung der Erhebungsbögen an FaCo 
/square6Systematisierung und Auswertung durch FaCo 
/square6Interpretation und Diskussion der Ergebnisse 
im Präventionsteam 
Die Koordinatorin des Präventionsteams Familienbesu che übermittelt 
die gesammelten Erhebungsbögen jeweils am Ende eine s Monats an 
das Fachcontrolling. Das Fachcontrolling wertet die  Bögen aus und 
systematisiert die Ergebnisse. Diese werden dann al le drei Monate im 
Präventionsteam vorgestellt, diskutiert und interpretiert.  
 
Neben dem fachlichen Nutzen der erhobenen Daten, wi e z.B. zur 
Planung bedarfsgerechter Angebote in den Stadtteile n/Stadtbezirken, 
dienen die Erhebungsbögen zum Nachweis durchgeführt er 
Familienbesuch und zur Abrechnung der Familienbesuc he mit den 
Hebammen.

14  
 
 
Erfahrungsbericht Erfahrungsbericht 
/square6Wir sind zu Gast in einer Familie 
/square6Wir treten in das Leben „junger Familien“
/square6Das Willkommensgeschenk 
/square6Die Zusammenarbeit mit den Hebammen 
/square6Wir reagieren 
Wir sind zu Gast in einer Familie  
/square4 jede Familie zeigt mit Stolz ihren Säugling 
/square4 wir werden sehr gastfreundlich empfangen  
 
Wir treten in das Leben „junger Familien“  
/square4 es begegnen uns unterschiedliche Kulturen 
/square4 verschiedene Familienkonstellationen und Familiengeschichten  
/square4 es ergeben sich immer Fragen und Gespräche rund um das Baby und 
die Geburt  
 
Das Willkommensgeschenk  
/square4 nehmen die Eltern gerne entgegen und freuen sich  
 
Die Zusammenarbeit mit den Hebammen  
/square4 ist durchweg positiv 
/square4 und ermöglicht eine umfassende Beratung der Eltern  zum Thema 
Stillen, Ernährung und Umgang mit dem Säugling  
 
Wir reagieren  
/square4 auf jede Familie ganz individuell und situationsabhängig  
/square4 jedes Gespräch verläuft und entwickelt sich anders  und ist nur zum 
Teil planbar

15  
 
Erfahrungsbericht Erfahrungsbericht 
/square6In den Gesprächen 
/square6Leitthemen der Gespräche 
/square6Die Hemmschwelle „Angst vor Kontrolle“
/square6Ausblick 
 
In den Gesprächen  
/square4 entstehen offene Dialoge in einer lockeren Gesprächsatmosphäre 
/square4 werden Informationen gegeben und Hilfen vermittelt  
/square4ergänzen sich Hebamme und Präventionsfachkraft 
/square4 wird ein positives Bild der Kinder- und Jugendhilfe vermittelt 
/square4 können Fragen gestellt und direkt beantwortet werden 
/square4 steht die Ansprechpartnerin auch noch zu einem spät eren Zeitpunkt 
der Familie zur Verfügung  
 
 
Leitthemen der Gespräche sind  
/square4 Inanspruchnahme von Hebammenbetreuung 
/square4 Wahl einer Kinderarztpraxis 
/square4 Durchführung und Ergebnisse der U-Untersuchungen 
/square4 familiäre Strukturen 
/square4 Kindertagesbetreuung 
/square4 Angebote der Familienbildung

16  
 
Erfahrungsbericht Erfahrungsbericht 
/square6In den Gesprächen 
/square6Leitthemen der Gespräche 
/square6Die Hemmschwelle „Angst vor Kontrolle“
/square6Ausblick 
 
 
Die Hemmschwelle „Angst vor Kontrolle“ wird abgebaut durch  
/square4 die persönliche Vorstellung in den sozialen Einric htungen im 
Stadtbezirk 
/square4 die Presse  
/square4 Familienbesuche bei Bekannten und Freunden im Umkreis der Familie 
/square4 die Information der Geburtskliniken über unser Angebot 
/square4 eine empathische Gesprächsführung  
 
 
 
Ausblick 
Durch frühzeitige Information kennen Mütter und Vät er die 
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner des Amtes für Kinder, 
Jugendliche und Familien sowie der freien Träger fü r alle Fragen, die die 
junge Familie betreffen.

17  
 
Exemplarische Zitate Exemplarische Zitate 
Der Mütter und Väter 
/square6während des Familienbesuches oder 
/square6im Anschluss an den Familienbesuch 
/square6mündlich oder 
/square6schriftlich 
geäußert 
 „Das ist so toll. Ich muss gar nichts tun, und Sie kommen trotzdem.“ 
 
" Schade, dass es die Familienbesuche bei unserem e rsten Kind noch 
nicht gab.“ 
 
"Das hätte ich gern schon alles beim ersten Kind gewusst!“ 
 
" Ich habe von anderen Städten  gehört, dass es sol che Besuche gibt. 
Toll, dass es das jetzt auch in Münster gibt.“ 
 
" Gut, dass es solche Besuche gibt, aber kommen Sie denn in die Familie 
rein, wo es nötig ist?“ 
 
„Jetzt bin ich umfassend informiert und kann erst e inmal alle wichtigen 
Informationen nachlesen". 
 
"Ich finde es super, dass wir diese Informationen m al alle gebündelt 
bekommen, dann brauchen wir uns nicht alles mühsam 
zusammensuchen“  
 
"Erst einmal bekommt man einen Schreck, wenn das Ju gendamt kommt 
oder die anderen bekommen einen merkwürdigen Eindru ck, wenn man 
erzählt, dass das Jugendamt kommt. Jetzt, nach dem Gespräch, finde 
ich gut, dass sie da waren."

18  
 
Exemplarische Zitate Exemplarische Zitate 
Der Mütter und Väter 
/square6während des Familienbesuches oder 
/square6im Anschluss an den Familienbesuch 
/square6mündlich oder 
/square6schriftlich 
geäußert 
 "Schön, dass Sie vorbei kommen."  
 
"Wollen Sie auch das Kinderzimmer oder die Wohnung sehen?" 
 
Auszug aus der E-Mail einer Alleinerziehenden Mutter: 
  
„Liebe Frau (…), wir möchten uns herzlich bedanken für die gute und 
hilfreiche Information, die Sie uns gegeben haben. Mein Alltag mit (…) 
wird besser koordiniert und ich schaffe etwas mehr am Tag. Er ist 5 
Monate alt, ab jetzt kommunizieren wir besser und t rotz viel Arbeit kann 
ich immer noch lachen und bin sehr dankbar, dass er da ist (…)“ 
 
"Das ist ja ein tolles Geschenk für die Kinder - da  hat sich die Stadt aber 
richtig ins Zeug geworfen.“ 
 
"Schade, dass es so ein Angebot Familienbesuch nich t früher schon 
gegeben hat. Ich bin mit 18 Jahren das erste Mal Mu tter geworden und 
stand ohne familiäre Unterstützung und Partner da. Damals hätte ich ihre  
Informationen und Beratung dringend gebraucht.“ 
 
Eine Großmutter mit türkischen Migrationshintergrun d berichtet sehr 
emotional über die traumatische Geburt (der Säuglin g wäre fast 
gestorben) ihrer Schwiegertochter. Zum Ende des Gespräches bedanken 
sie sich sehr herzlich für den Besuch und die Mögli chkeit bekommen zu 
haben in ihrer Muttersprache 
 über die schlimmsten Stunden erzählen zu 
dürfen.

Berichtsvorlage

17929 Zeichen

V/0115/2010 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Kinder, Jugendliche und Familien 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Präventionskonzept Frühe Hilfen  
Hier: Familienbesuche in Münster - 1. Erfahrungsbericht 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
02.03.2010   Ausschuss für Gleichstellung                                                                             Bericht 
03.03.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien Bericht
14.04.2010 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung Bericht
28.04.2010 Hauptausschuss Bericht 
 
 
Bericht: 
 
1.  Ausgangslage 
Mit Ratsbeschluss vom 18.06.2008 wurde die Grundlage für die neue Angebotsform „Familien-
besuche“ des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien geschaffen. Seit dem 1. August 2008 
besteht für alle Neugeborenen und ihre Eltern in der Stadt Münster die Möglichkeit, den kosten-
freien und freiwilligen Familienbesuch in Anspruch zu nehmen. Somit wird der primärpräventive 
Bereich der Familienhilfe in Münster gestärkt. Alle jungen Familien erhalten umfassende und ak-
tuelle Informationen zur Versorgung, Betreuung und Erziehung ihres Kindes. Diese gesamtstädti-
sche Neuausrichtung der Kinder- und Jugendhilfe im Bereich der „Frühen Hilfen“ stärkt die Fami-
lie als Erziehungsinstanz unabhängig von der Familienform, dem Vorhandensein einer Problem-
lage oder eines erzieherischen Bedarfs. Informationen und Unterstützungsangebote für die junge 
Familie werden dabei in den Mittelpunkt gestellt. Erklärtes Ziel ist es, die bestmögliche Förderung 
der Gesundheit und Entwicklung der Kinder zu erreichen. Im Einzelfall kann auch Problemen in 
der Versorgung und Erziehung des Kindes so früh wie möglich nachhaltig entgegen gewirkt und 
der Schutz von Kindern in Münster sichergestellt werden. 
 
 
2.  Familienbesuche in Münster 
Oberstes Ziel der Familienbesuche in Münster ist es, Eltern wertschätzend und anerkennend zu 
begegnen, sie ernst zu nehmen und in ihrer Schlüsselposition für alle Erziehungsbelange zu be-
stärken. Mit dem Informations- und Beratungsangebot „Familienbesuche“ erfahren Mütter und 
Väter von Neugeborenen frühzeitige Unterstützung. Sie erhalten aussagekräftige Informationen 
und kompetente Beratung zum Beispiel zu Angeboten der Familienbildung und -beratung, zu 
Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung oder bei allgemeinen Fragen zur alltäglichen Erzie-
hungssituation. 
Vorlagen-Nr.: 
V/0115/2010 
Auskunft erteilt: 
Frau Gittner 
Frau Trockel 
Ruf: 
492 - 5169 
492 - 5112 
E-Mail: 
Gittner@stadt-muenster.de 
Trockel@stadt-muenster.de 
Datum: 
08.02.2010 
Öffentliche Berichtsvorlage

2 
V/0115/2010 
 
Auch bei weitergehendem Beratungs- oder Unterstützungsbedarf werden den Eltern im persönli-
chen Gespräch die breit gefächerten Angebote der öffentlichen und freien Jugendhilfe erläutert 
und ggf. auch vermittelt. Die ersten Ansprechpartnerinnen für junge Familien in Münster sind die 
städtischen Präventionsfachkräfte. Zu ihrem Selbstverständnis gehört es daher, auch einige Zeit 
nach dem Familienbesuch für nachgehende Beratungs- und Informationswünsche zeitnah kom-
petente AnsprechpartnerInnen zu benennen und zu vermitteln. 
 
2.1  Fachliche Standards und Konzeption 
Ganz bewusst hat das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster die Qualitäts-
standards für das Angebot „Familienbesuche“ sehr anspruchsvoll ausgestaltet. 
Die Präventionsfachkräfte, die den Familienbesuch durchführen, sind Diplom Sozialpädagogin-
nen bzw. Diplom Sozialarbeiterinnen mit langjähriger Berufserfahrung. Das Wissen der Fachkräf-
te umfasst zum einen die vielschichtigen Angebote der öffentlichen und freien Jugendhilfe in der 
Stadt Münster, zum anderen müssen sie Belastungen und Ressourcen der Familien differenziert 
abschätzen. Somit ist eine zielgerichtete Beratung der Familien hinsichtlich der Hilfe- und Unter-
stützungsangebote gewährleistet. Als vorrangige Beratungsthemen haben sich die vorhandenen 
Familienstrukturen und die alltäglichen Anforderungen an die junge Familie, die Inanspruchnah-
me von Hebammenbetreuung, die Möglichkeiten der Kindertagesbetreuung, die Angebote der 
Familienbildung und –beratung im Stadtteil, die Durchführung und die Ergebnisse der U-
Untersuchungen sowie die Wahl einer Kinderarztpraxis herauskristallisiert.  
Die Option der Präventionsfachkräfte des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, bei ent-
sprechendem Bedarf, den Familienbesuch gemeinsam mit einer Hebamme durchzuführen, hat 
sich als eine sinnvolle Verzahnung der Kinder- und Jugendhilfe mit der Gesundheitshilfe erwie-
sen. Insbesondere in den Stadtteilen Coerde, Kinderhaus, Berg Fidel und Angelmodde, Stadtteile 
mit einer geringen Inanspruchnahmequote der Hebammenleistung, zeigt sich die „Tandemlö-
sung“ als hilfreich. Die Quote der frühzeitigen  Inanspruchnahme der Leistung und Hilfestellung 
der Hebammen von den Familien, stellt sich sehr unterschiedlich dar, so dass sich der bedarfs-
orientierte Einsatz des Professionstandems bewährt hat. 
Sowohl der breite Zugang zu allen Familien als auch die Freiwilligkeit haben in der nunmehr ein-
einhalbjährigen Praxis dazu geführt, dass dieses Angebot von fast allen jungen Familien in Müns-
ter angenommen wird. Diese hohe Inanspruchnahmequote zeigt den Informations- und Bera-
tungswunsch junger Mütter und Väter. Denn Eltern benötigen heute vielseitige Kompetenzen und 
das Vermögen, diese in allen belangen des Alltags in Balance zu halten. 
 
2.2  Kooperationsbezüge, Vernetzung und Schnittstellen 
Kooperation, Vernetzung und Schnittstellendefinition sind unabdingbar, sollen Handlungs- und 
Verfahrensschritte systematisiert und standardisiert ablaufen. Sie tragen maßgeblich zur Quali-
tätssicherung bei. Im Folgenden werden diese exemplarisch dargestellt, da eine Beschreibung zu 
umfangreich wäre. 
Im Oktober 2008 wurde mit sieben niedergelassenen freiberuflich tätigen Hebammen
 eine Ab-
stimmung zur künftigen Kooperation im Rahmen der Familienbesuche getroffen und eine ent-
sprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Seit dem 15.10.2008 werden die Familien-
besuche bedarfsorientiert gemeinsam mit einer Hebamme durchgeführt (s. Punkt 2.1). 
Die Geburtskliniken
 und das Geburtshaus  in der Stadt Münster wurden umfassend über die Ar-
beit des Präventionsteams Familienbesuche informie rt. Mit einigen Geburtskliniken in Münster 
wurde bereits ein entsprechender Kontrakt noch in 2008 herbeigeführt. In 2009 wurde dies mit 
weiteren Kliniken fortgesetzt, so dass aktuell mit allen Geburtskliniken ein Kontrakt besteht. Auch 
diese Möglichkeit, sich  bereits in der Gebur tsklinik über das Angebot „Familienbesuche“ zu in-
formieren und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt Kontakt zum Präventionsteam aufzunehmen, 
wurde von Eltern neugeborener Kinder in Anspruch genommen.

3 
V/0115/2010 
 
Eine enge Kooperation, bezogen auf die Arbeit des Präventionsteams Familienbesuche, besteht 
zum Gesundheitsamt 1 der Stadt Münster. So erfolgte die Erarbeitung der Kooperationsvereinba-
rung mit den niedergelassenen Hebammen arbeitsteilig. Weitergehend besteht ein regelmäßiger 
Austausch bezogen auf Fragestellungen in der Zusammenarbeit mit: - Kinderärzten/-innen, - Ge-
burtskliniken, - Hebammen / Familienhebammen. Mit der Beratungsstelle für Entwicklungsfragen 
wurden Zugangswege zu deren Angeboten erörtert und Weichen für eine gute Zusammenarbeit 
gestellt. 
Ein weiterer Kooperationspartner ist das städtische Sozialamt
. Hier wurden gemeinsam mit dem 
Gesundheitsamt Kooperationsgespräche mit dem Sozialdienst für Flüchtlinge und Spätaussiedler 
geführt. Auf dieser Grundlage konnte ermöglicht werden, dass auch die neugeborenen  Kinder 
und ihre Eltern in Flüchtlingseinrichtungen einen Familienbesuch erhalten. Konkret bedeutet dies, 
dass der Besuch von einer Mitarbeiterin des Sozialdienstes und einer Familienhebamme des 
Gesundheitsamtes durchgeführt wird, wobei das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien die 
Materialien zur Verfügung stellt.  
Bereits in 2008 erfolgte eine Kontaktaufnahme mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises der Kin-
derärztinnen und Kinderärzte in Münster. Die in Münster tätigen Kinderärztinnen und Kinderärzte 
stellen eine weitere wichtige Kooperationsebene dar. Folglich stellte sich die jeweils zuständige 
Präventionsfachkraft bei den Kinderärztinnen und Kinderärzten der Stadtteile vor und informierte 
diese ausführlich über das Angebot der Familienbesuche. 
Vernetzungskontakte bestehen mit der Familientagesklinik für Säuglinge, Klein- und Vorschulkin-
der und deren Eltern des Universitätsklinikums Münster  ebenso wie zu „Bunte Kreise Münster-
land“, Verein zur Familiennachsorge e.V. und den Schwangerschaftsberatungsstellen in Münster. 
Eine weitere Vernetzung besteht bzgl. des Angebotes „wellcome“ der Ev. Familienbildungsstätte, 
die dieses familienentlastende Angebot für Familien direkt nach der Geburt seit Mai 2009 in 
Münster vorhält. Ebenso bestehen Kooperationsbezüge mit der Elternschule , einem Kooperati-
onsprojekt zwischen dem St. Franziskushospital und dem Haus der Familie Münster. 
Des Weiteren wurden Vernetzungskontakte insbesondere in den Stadtteilen zu den Kirchenge-
meinden, den Arbeitskreisen sowie den Familienzentren hergestellt. 
Ferner wurden die Schnittstellen zwischen den Präventionsfachkräften und der Bezirkssozialar-
beit des Kommunalen Sozialdienstes  definiert. Diese wurden jeweils für die drei Ampelphasen 
des für Münster modifizierten „Ampelmodells“2 mit den entsprechenden Handlungsschritten fest-
gelegt. 
 
2.3 Familiengutscheine 
Am 25.03.2009 hat der Rat der Stadt Münster die Einführung der Familiengutscheine beschlos-
sen. Entsprechend wurde am 29. April 2009 ei ne Kooperationsvereinbarung zwischen dem Amt 
für Kinder, Jugendliche und Familien und den vier Familienbildungsstätten
3 in der Stadt Münster, 
bzgl. des Angebotes „Familiengutschein“, unterzeichnet. Jungen Eltern frühzeitig Kenntnisse in 
Erziehungsfragen zu vermitteln und weitergehend die Erziehungs- und Beziehungskompetenz zu 
stärken, gehört zu den grundsätzlichen Zielen von Familienbildung. Die Familienbildungsstätten 
halten hierfür spezifische Angebote für junge Familien vor. Die Maßnahme „Familiengutschein“ 
soll dazu beitragen, trotz einer sozialen und wirtschaftlichen Benachteiligung oder einer eventuel-
len verschlechterten wirtschaftlichen Situation von Familien, die niedrigschwelligen Zugänge zu 
sichern und die Inanspruchnahme der Angebote der Familienbildung zu steigern. Mit einer Gut-
scheinhöhe von 20 Euro können die jungen Familien an diesen Angeboten partizipieren. Durch 
die Koppelung des Familiengutscheins an die Familienbesuche ist garantiert, dass dieser grund-
sätzlich in Verbindung mit einem Beratungsgespräch übergeben wird, in welchem die Eltern auf 
                                                
 
1 Fachstelle Aufsuchende Gesundheitshilfen und sozialmedizinische Hilfen / Gesundheitsförderung ; Kin-
der- und Jugendärztlicher Dienst 
2 In diesem sind modellhaft Indikatoren für die Einschätzung  der  Situation der Eltern mit ihrem neugebo-
renen Kind aufgezeigt. 
3 Anna-Krückmann-Haus e.V, arbeitskreis soziale bildung und beratung e.V, Evangelische Familienbil-
dungsstätte, Haus der Familie Münster – katholisches Bildungsforum im Stadtdekanat Münster e.V.

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die Angebote der Familienbildungsstätten aufmerksam gemacht werden. Somit stellt der Famili-
engutschein eine weitere Form zur Förderung der Partizipation der Familien an den Angeboten 
der Familienbildungsstätten dar. Seit Mitte/Ende Mai 2009 wird der Gutschein im Rahmen des 
Familienbesuches jungen Familien überreicht. Inner halb dieses Zeitraumes von sechs Monaten 
wurden 287 Gutscheine eingelöst (Stichtag: 01.12.09). Die Erfahrungswerte des Präventions-
teams Familienbesuche zeigen, dass ein großes Interesse und eine positive Annahme der Mütter 
und Väter für den Familiengutschein besteht. 
 
3.  Daten und Fakten 
3.1 Grunddaten  
Im Sinne der Qualitätssicherung und -entwicklung wurden bei jedem Familienbesuch mittels ei-
nes Fragebogens Daten erhoben. Dieser Bogen wurde gemeinsam mit den Müttern und Vätern 
vom Präventionsteam Familienbesuche ausgefüllt und anschließend anonym ausgewertet. Fol-
gende Grunddaten sind relevant:  
 
Anzahl der durchgeführten Familienbesuche in 2009 gesamt 2069
Davon Anzahl der Besuche von Neugeborenen in Flüchtlingseinrichtungen  15
Davon Anzahl der Familienbesuche mit Hebammen (Tandem) 313
 
In der Regel wurden die Familien zum vereinbarten Besuchstermin angetroffen, nur in Ausnah-
mefällen musste ein erneuter Termin ausgemacht werden.  
In einigen Gesprächen mit den jungen Familien wurde weitergehender Informations- und Unter-
stützungsbedarf deutlich. Dieser ist nachfolgend dargestellt: 
 
Anzahl Vermittlung weitergehender Informationen und Beratung an Eltern 134
Davon Vermittlung von Hebammenberatung 29
Davon Kontaktherstellung zur Bezirkssozialarbeit 13
Davon Vermittlung zu Angeboten der Familienbildung oder Beratungsstellen 92
 
3.2  Gesprächsthemen  und Anregungen aus den Familienbesuchen 
Viele Familien zeigten großes Interesse an den infrastrukturellen Angeboten im Stadtteil. Anhand 
von Broschüren und Flyern vermittelten die Mitarbeiterinnen des Präventionsteams einen umfas-
senden Überblick über die vorhandenen Angebote. Dies erwies sich als guter Gesprächseinstieg, 
um mögliche Fragestellungen hinsichtlich des Bedarfs der jeweiligen Familie und der dazu pas-
senden Unterstützungsangebote zu thematisieren. 
 
Gleichzeitig konnten die Mütter und Väter in diesem Kontext benennen, welche Voraussetzungen 
für junge Familien in Münster verbessert oder verändert werden sollten. Hierbei ergaben sich 
sehr ausdifferenzierte Anregungen. Nachfolgend werden die wesentlichen genannt: 
 
ƒ Ausbau der u3 - Betreuung  
Schon in den ersten Lebensmonaten ihres Kindes beschäftigen sich Eltern mit der zukünftigen 
Tagesbetreuung ihres Kindes. Beide Elternteile möchten ihre Berufstätigkeit ausführen und ihr 
Kind gut betreut wissen. Daher wünschen sie sich ein größeres Angebot an Betreuungsplät-
zen sowohl im Bereich der Kindertagespflege als auch in den Einrichtungen (Kiga, Kita). 
 
ƒ Flexiblere Betreuungszeiten bei der Kindertagesbetreuung 
Vor dem Hintergrund der Berufstätigkeit beider Elternteile und der hohen Anforderungen an 
Flexibilität seitens der Arbeitswelt wünschen sich Eltern eine ebenso große Flexibilität bezüg-
lich der Betreuungszeiten ihrer Kinder. Insbesondere für Eltern, die im Schichtdienst tätig sind, 
stellen die vorhandenen Rahmenbetreuungszeiten kein ausreichendes Angebot dar.

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ƒ Familienbildung vor Ort 
In Folge der unterschiedlichen Anforderungen an die junge Familie ist Zeit ein wichtiges Gut. 
Daher wünschen sich Mütter und Väter kurze Wege zu den Angeboten der Familienbildungs-
stätten. So nannten Eltern durchweg den Wunsch nach mehr und flexibleren Angeboten der 
Familienbildung im Stadtteil. Insbesondere für Eltern-Baby-Kurse und Babytreffs gibt es einen 
hohen Bedarf. 
 
ƒ Anzahl, Gestaltung und Sauberkeit der Spielplätze 
Die Spielplatzgestaltung in Münster ist für viele Familien ein wichtiges Thema. Sie empfinden 
die Spielgeräte als wenig geeignet für klei ne Kinder und sehen zahlreiche Mängel bezüglich 
der Sauberkeit, vor allem der Sandkästen. Insgesamt wünschen sie sich mehr Spielplätze im 
gesamten Stadtgebiet.  
 
ƒ Verkehrsplanung 
Etliche junge Familien bemängeln die Verkehrssituation in ihrem Stadtgebiet. Besonders bei 
Straßen mit einem hohen Verkehrsaufkommen vermissen sie sichere Verkehrsüberwege in 
Form von Fußgängerampeln oder Zebrastreifen. In ihrem direkten Wohnumfeld wünschen sich 
die Eltern mehr Spielstraßen, damit ihre Kinder ungefährdeter im Freien spielen können. 
 
4.  Resümee und Ausblick  
Das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien hat beabsichtigt, mit dem Angebot „Familienbesu-
che“ den primärpräventiven Bereich zu stärken und gleichzeitig die Lücke im Hilfe- und Unter-
stützungssystem zu schließen. Dies ist gelungen. 
Das Angebot „Familienbesuche“ wird aufgrund der beschriebenen Qualitätsstandards auf einem 
hohen Niveau durchgeführt und erfährt aus diesem Grunde eine große Akzeptanz bei den jungen 
Eltern. Die hohe Inanspruchnahmequote zeigt jedoch auch den vorhandenen Bedarf für dieses 
Informations- und Beratungsangebot bei den Müttern und Vätern in Münster. Denn besonders in 
den ersten Monaten mit dem Baby ist das Wissen um ein tragfähiges soziales Unterstützungs-
netz für die junge Familie bedeutsam. Dieser Gesichtspunkt unterstreicht, wie wichtig die flä-
chendeckende Ausrichtung dieses präventiven Angebotes ist. 
Bei all den bereits erwähnten und beschriebenen positiven Wirkungen für die junge Familie, darf 
ein weiterer wesentlicher Aspekt der Familienbesuche nicht außer Acht gelassen werden. Das 
Bild der öffentlichen Jugendhilfe bei den Kindern, Jugendlichen und Familien in der Stadt Müns-
ter hat sich verändert. Der erste Kontakt zum Jugendamt ist grundsätzlich positiv, wertschätzend 
und unterstützend. Daher wird es für Eltern im Einzelfall leichter, in schwierigen Lebenssituatio-
nen Kontakt aufzunehmen und Hilfeleistungen frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Somit wurde 
eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um das Zuspitzen familiärer Krisensituationen zu ver-
meiden. Das Angebot wirkt daher nicht nur unmittelbar frühzeitig: es schafft Vertrauen und wirkt 
nachhaltig. 
 
Mütter und Väter erhalten frühzeitige Informationen. Sie kennen die AnsprechpartnerInnen des 
Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien sowie der freien Träger für alle Fragen, die junge 
Familien betreffen. Ein wichtiger Beitrag, um Familien zu stärken und sie frühzeitig mit den Ange-
boten vertraut zu machen. Die positive Resonanz von 2069 Besuchen im ersten Berichtsjahr ist 
die beste Bestätigung des städtischen Programms Familienbesuche. 
 
I.V. 
gez. 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
 
Anlagen: 
Handout „Präventionsteam Familienbesuche“

Beratungsverlauf (4)

02.03.2010 Ausschuss für Gleichstellung
TOP 5 Bericht
Zur Sitzung
03.03.2010 Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien
TOP 7 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
14.04.2010 Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung
TOP 5 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung
28.04.2010 Hauptausschuss
TOP 3 Bericht Entscheidung

Beschluss: zur Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Hafenstraße 30
  • Kinderhaus

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0115/2010
Typ
Vorlagen
Datum
08.02.2010
Erstellt
06.10.2020 14:37