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2026/0031

Teilnahme der Wissenschaftsstadt Darmstadt am Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) "KlimaWildnis"

Magistratsvorlage 14.01.2026

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2026/0031

6357 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
19.01.2026 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Grünflächenamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2026/0031 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 555010 
Kostenstelle:  067-030-1100 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  5550-11 Sachkonto:       
 
Betreff: Teilnahme der Wissenschaftsstadt Darmstadt am Aktionsprogramm Natürlicher 
Klimaschutz (ANK) "KlimaWildnis"  
 
Vorlage vom: 14.01.2026  
 
Beschlussvorschlag : 
1. Der Teilnahme am Bundesprogramm „KlimaWildnis“ wird zugestimmt.  
 
2. Ziel ist die Schaffung eines dauerhaften Naturwaldes zwischen Steinbrücker Teich und 
Grube Prinz von Hessen. Dazu werden die Nutzungsrechte für eine Fläche in der Größe 
von 247 ha im östlichen Stadtwald auf d ie Bundesrepublik Deutschland übertragen. 
Eigentümerin bleibt die Wissenschaftsstadt Darmstadt.  
 
3. Zur Kompensation der durch Flächenstilllegungen entfallenden Waldfunktionen werden die 
Einnahmen aus dem Aktionsprogramm im Investitionshaushalt zweckgebunden 
verwendet, um durch gezielte infrastrukturelle Aufwertungen die Naherholungsqualität für 
die Bevölkerung nachhaltig zu sichern.

- 2 - 
Anlagen: Waldkarte 
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:  
Klimarelevanz des Vorhabens:    
Auswirkungen auf Stadtklima:   ja  nein 
Auswirkungen auf THG -Emissionen:   gering1)  mittel/groß 2) 
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung:   ja  nein 
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:    
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft?   ja  nein 
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt?   ja  nein 
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr. 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 14.01.2026 
 
Flächen, auf denen sich die Natur dauerhaft nach eigenen Regeln entwickeln kann, sind un -
verzichtbar für den Erhalt der biologischen Vielfalt und wertvoll für den natürlichen Klima -
schutz. Dynamische Systeme gelten auch unter sich ändernden abiotischen Bedingungen 
grundsätzlich als anpassungsfähig und bieten Rückzugsräume für viele Arten  der sehr alten 
und sehr jungen Waldphasen, die im bewirtschafteten Wald fehlen . In 200 oder 300 Jahre 
alten Wäldern werden sich deutlich mehr Lebensraum -Strukturen entwickeln. Die Zusam-
menhänge zwischen natürlichen dynamischen Prozessen und dem Kohlenstofffest legungs-
Potenzial als Beitrag zum Klimaschutz sind für verschiedene natürliche Ökosysteme bekannt. 
Dauerhaft aus der Nutzung genommene Flächen, insbesondere Wälder stellen mittel - und 
langfristig effektive Kohlenstoffspeicher und –senken dar. Große Wildnis gebiete und auch 
kleinere Flächen mit eigendynamischer Entwicklung können also entscheidend zum natürli -
chen Klimaschutz und zur Klimaanpassung beitragen und bieten Synergien zwischen Klima - 
und Biodiversitätsschutz.  
 
Das Ziel des ANK -Programms (ANK -Maßnahme 4.1, Bundesministerium für Umwelt, Klima -
schutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit) ist die rechtlich dauerhaft gesicherte eigendy -
namische Waldentwicklung auf klar definierten Flächen.  
 
Durch die Teilnahme an diesem Programm leistet Darmstadt einen w ertvollen Beitrag zum 
natürlichen Klimaschutz. Außerdem wird für die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit 
geschaffen, natürliche Entwicklungsprozesse auf der eigenen Gemeindefläche beobachten zu 
können. Der Gedanke des Leitbildes Wald der Stadt Darmstadt  wird fortgeführt und der An-
teil der Referenzflächen für eigendynamische Waldentwicklung wird erhöht.  Der Verzicht auf 
Holzentnahme führt zu einem dichterem Kronendach und besserem Bodenschutz, welches 
die Stabilität des städtischen Waldes im Klimawandel erhöht. 
 
Die Auswahl der Fläche erfolgte unter ausführlicher Bewertung der Baumaltersklassen im 
betreffenden Bereich, der Anschlussfähigkeit an bestehende Schutzgebiete (bspw. Natur -
schutzgebiete) und die Unbetroffenheit wichtiger übergeordneter Fuß - und Radverbindungen 
im Stadtwald. Die Maßnahme wurde vorab mit dem Expert*innengremium Stadtwald und am 
Runden Tisch Wald positiv diskutiert.  
 
Die Übertragung des Nutzungsrechts erfolgt mittels Eintrags einer Grunddienstbarkeit im 
Grundbuch. Dadurch wird das N utzungsrecht an dieser Waldfläche dauerhaft an den Bund 
übertragen. Eine Rückkehr in eine Waldbewirtschaftung ist ausgeschlossen. Alternative För -
derinstrumente können künftig nicht auf diesen Flächen genutzt werden. Die Flächen stehen 
nicht mehr für Kompe nsationsmaßnahmen zur Verfügung.  Die Stadt bleibt Eigentümerin der 
Flächen. 
 
Die Stadt Darmstadt kann einmalige Einnahmen von ca. 5 bis 6 Mio. € (ca. 20.000 bis 
25.000 €/ha; gedeckelt auf den Marktwert) erwarten. Die bisherige Förderung über KLAWAM 
(Klimaangepasstes Waldmanagement) wird für diese Teilfläche verzinst zurückgezahlt w er-
den müssen. Bei einer jährlichen Förderung von 55 € / (ha × a) und dem vorgeschriebenen 
Zinssatz ergibt sich für drei Jahre ein Rückzahlungsbetrag von rund 47.000 €.  Diese Relation 
von Einnahmen und Rückzahlungsbetrag ist so günstig, dass sie ausschließ lich positiv zu 
bewerten ist.  
 
Zur Kompensation der durch Flächenstilllegungen entfallenden Waldfunktionen sollen die 
Einnahmen aus dem KlimaWildnis-Programm dem Investitionshaushalt zugeführt werden, 
um durch gezielte infrastrukturelle Aufwertungen – etwa die Errichtung eines Wald -Informati-

- 4 - 
onszentrums oder attraktiver Erholungseinrichtungen wie Aussichtsplattformen und Riesen-
schaukeln – die Naherholungsqualität für die Bevölkerung nachhaltig zu sichern. Diese inves -
tiven Maßnahmen dien en der aktiven Steuerung der Besucherströme und stärken die Öffent -
lichkeitsarbeit im Sinne einer erlebnisorientierten Naturvermittlung . 
 
 
Dezernat III     Dezernat IV 
 
 
 
 
Michael Kolmer     André Schellenberg  
Stadtrat     Stadtkämmerer

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196 Zeichen

Stilllegungsfläche KlimaWildnis (247 ha)
Staatswald
Bestehende Stilllegungsflächen
Klimaangepasstes Waldmanagement (Kriterium 12)
Schutzgebiete
Fauna-Flora-Habitat-Gebiet
Naturschutzgebiet
Legende

Beratungsverlauf (4)

TOP 43
TOP 18
TOP 11
TOP 25

Details

Vorlagen-Nr.
2026/0031
Typ
Magistratsvorlage
Datum
14.01.2026
Erstellt
29.09.2026 00:00