AN/1151/2026
Schließung des Hauses Rosalie Rendu – Auswirkungen auf die Versorgung wohnungsloser und von Gewalt betroffener Frauen in Köln
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SPD Anfrage nach § 4
3821 Zeichen
An Herrn Oberbürgermeister Torsten Burmester An die Vorsitzende des Ausschusses für die Gleichstellung von Frauen und Männern Jasna Ibrić SPD-Fraktion im Rat der Stadt Köln Rathaus, Spanischer Bau 50667 Köln fon 0221. 221 259 50 fax 0221. 221 246 57 mail fraktion@koelnspd.de web www.koelnspd.de Eingang beim Amt des Oberbürgermeisters: 24.06.2026 AN/1151/2026 Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates Gremium Datum der Sitzung Ausschuss für die Gleichstellung von Frauen und Männern 29.06.2026 Schließung des Hauses Rosalie Rendu – Auswirkungen auf die Versorgung wohnungsloser und von Gewalt betroffener Frauen in Köln Sehr geehrter Oberbürgermeister, sehr geehrte Frau Ausschussvorsitzende, die SPD-Fraktion bittet Sie, folgende Anfrage in die Tagesordnung des Ausschusses am 29.06.2026 aufzunehmen: Mit der Beantwortung der Anfrage „Wohnungslose Frauen und Kinder in Köln – aktuelle Zahlen, Ver- sorgungslage und Handlungsbedarf“ (Vorlagen-Nr. 1234/2026) hat die Verwaltung dargestellt, dass die frauenspezifischen Unterbringungsangebote stark ausgelastet sind. In Verbindung mit der Beant- wortung der Anfrage „Prävention von sexualisierter Gewalt in Köln – Umsetzung Istanbul-Konven- tion“ (Vorlagen-Nr. 1265/2026) zeichnet sich insgesamt ein besorgniserregendes Bild der Versor- gungslage für von Gewalt betroffene Frauen in Köln ab. So seien die aktuellen Kapazitäten der Ge- walthilfest rukturen „als angespannt einzuordnen“. Zudem zeigten Rückmeldungen von Beratungs- stellen aus dem Arbeitskreis „Gegen Gewalt an Frauen“ sowie dem Netzwerk „Häusliche Gewalt“, dass die derzeitigen Beratungskapazitäten vollständig ausgelastet seien. Durch die weiterhin hohe Dunkelziffer ist klar, dass die bestehenden Unterstützungsangebote nicht ausreichen und ein be- darfsgerechter Ausbau des Hilfesystems in Köln erforderlich ist, um den im Gewalthilfegesetz veran- kerten Rechtsanspruch künftig verlässlich sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund gibt die Schließung des Hauses Rosalie Rendu in Köln-Nippes zum 30.06.2026 großen Anlass zur Sorge. Die Einrichtung bot seit vielen Jahren Frauen in Notlagen Schutz und Unterstützung. Das Angebot richtete sich insbesondere an wohnungslose Frauen und in einzel- nen Fällen auch an Frauen, die vor häuslicher Gewalt fliehen mussten. Nach Medienberichten bestä- tigte die Stadt Gespräche mit dem Träger-Orden, erklärte jedoch, dass hinsichtlich eines fachlichen Konzepts für eine zeitgemäße und zielgruppenspezifische Versorgung und Unterbringung „keine Eini- gung zur Umsetzung“ erzielt werden konnte. Zudem weise der Standort erhebliche bauliche Mängel auf, die heutigen Standards nicht mehr entsprächen. - 2 - Vor diesem Hintergrund stellt die SPD-Fraktion daher folgende Fragen: 1. Wie viele Frauen waren zuletzt im Haus Rosalie Rendu untergebracht, welche Bedarfe bestanden bei den Bewohnerinnen, und wie werden die betroffenen Frauen nach der Schließung weiter ver- sorgt? 2. Welche fachlichen Anforderungen an ein zeitgemäßes und zielgruppenspezifisches Konzept hat die Verwaltung im Rahmen der Gespräche zur Fortführung des Hauses Rosalie Rendu formuliert, und an welchen Punkten konnte keine Einigung zur Umsetzung erzielt werden? 3. Welche konkreten baulichen Mängel wurden seitens der Verwaltung festgestellt, welche Maß- nahmen zur Sanierung oder Weiterentwicklung des Standorts wurden geprüft? 4. Warum ist es trotz des bekannten Bedarfs und der angespannten Situation in der Frauen- und Gewalthilfe nicht gelungen, den Erhalt des Hauses Rosalie Rendu oder eine Nachfolgelösung am Standort sicherzustellen? 5. Welche Maßnahmen plant die Verwaltung, um die wegfallenden Kapazitäten zu kompensieren? Mit freundlichen Grüßen gez. Pascal Pütz SPD-Fraktionsgeschäftsführer
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: vertagt
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- AN/1151/2026
- Typ
- SPD Anfrage nach § 4
- Datum
- 24.06.2026
- Erstellt
- 24.06.2026 10:21