2023/0363
Gesamtsanierung Wilhelm-Leuschner-Schule
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2023/0363
14286 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
01.11.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Schulamt
Stadtplanungsamt
Amt für Klimaschutz und
Klimaanpassung
Amt: Eigenbetrieb
Immobilienmanagement
Darmstadt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0363
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: XXXMN_000599
Kostenstelle: 14-00054 Investitionsnummer: IVO00368
Kostenträger: 201 Sachkonto: 0951010
Betreff: Gesamtsanierung Wilhelm -Leuschner-Schule
Vorlage vom: 31.10.2023
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt den Planungsstand zur Kenntnis und stimmt der Wiederholung der
Planungsleistungen und den daraus resultierenden Planungsmehrkosten zu.
2. Der Durchführung der Gesamtsanierung der Gebäude D, E und F nach dem
Entwurfsstand vom Juni 2023 wird zugestimmt.
3. Um die Zielsetzung des Stavo -Beschlusses V. -Nr.SV-2019/0053 zur CO² -Reduktion
umzusetzen, erfolgt eine Teilfinanzierung aus den Mitteln des Klimaschutzkonzeptes von
IDA.
Anlagen: WLS Folgekosten
- 2 -
WLH Datenschutzrelevante Anlage
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.10.2023
Dienstliche Veranlassung und Baubedürfnis
Die Wilhelm -Leuschner-Schule (WLS) wurde in den Jahren 1955/56 erbaut und steht als
Ensemble unter Denkmalschutz.
2005 wurde die WLS nach den damaligen Anforderungen brandschutztechnisch ertüchtigt.
2011 wurde der Neubau des Naturwissenschaftlichen Fachk lassentraktes in Betrieb
genommen.
2015 wurde aus Dringlichkeitsgründen die vorgezogene Sanierung der Turnhalle und der
Schülertoilettenanlagen umgesetzt.
Für die Gesamtsanierung und Erweiterung wurden die Planungsleistungen Architektur und
TGA-Fachplanung bis Leistungsphase 3 im I. Quartal 2020 beauftragt.
Mit BK -Beschluss vom 09.11.2021 wurde der damalige Planungsstand zur Kenntnis
genommen und der Fortführung der Planungsleistung bis einschließlich der
Baugenehmigungsplanung der Leistungsphase 4 zugestimmt.
Nach Fertigstellung der Kostenberechnung sollte die Bauvorlage zum Jahresbeginn 2022 zur
Beschlussfassung eingebracht werden.
Entgegen des o.g. BK -Beschlusses konnte die Bauvorlage nicht erstellt werden, obwohl der
Entwurf zwar abgeschlossen u nd mit Meilensteintermin präsentiert worden war, jedoch
zwischenzeitlich die Nutzung der KITA -Räume der AWO -Kita Traumwolke auf dem
Schulgelände zur Disposition stand.
Letztendlich wurde erst Ende 2022 bekannt, dass die Kita aufgrund des mangelnden
Baufortschrittes der angemieteten Räumlichkeiten, ihre Räume nicht an die Schule abgeben
würde.
Die Planungsleistungen für die Bestandssanierung wurden in diesem Zeitraum eingestellt,
bzw. in die Ausführungsplanung des Neubaus investiert.
Darüber hinaus ergab sich im Winterhalbjahr 2022/23 in der organisatorischen Ausrichtung
der Schule zur Mittelpunktschule die Erfordernis das Raumprogramm an zu passen. (siehe
hierzu Erläuterungsbericht des Schulamts). Dies erfordert die Überarbeitung des Entwurfs
von allen Fachplanern, inklusive Aktualisierung der Kosten und Terminplanung.
Dementsprechend ändert sich die Terminplanung:
Gebäudedaten und Termine
1) Termine gemäß Grobterminplan vom 08.2023
Baubeginn 1. Bauabschnitt, Neubau Mensa II. Quart. 2023
Baubeginn Sanierun g und Umbau Bestand IV. Quart. 2024
Fertigstellung aller Bauabschnitte Bestandssanierung: III. Quart. 2026
2) Gebäudekenndaten
Bestand:
- 4 -
Bruttogrundfläche EG -3.OG (BGF): 5.345 m²
Bruttorauminhalt (BRI): 19.500 m³
Nutzfläche (NUF): 3.604 m²
Verkehrsfläche (VF): 958 m²
Technikfläche (TF): 157 m²
Erläuterungsbericht
Beschreibung des Bestands
Die Wilhelm -Leuschner -Schule wird derzeit als einzige Haupt - und Realschule in Darmstadt
geführt. Die Schule ist vierzügig und wird aktuell von ca. 500 Schüler/innen besucht. Die
Räumlichkeiten werden zudem durch die Abendrealschule mit ca. 125 Schüler/innen
genutzt.
Die Schule gliedert sich in fünf unterschiedliche Gebäude. Die zwei viergeschossigen
Klassentrakte D und F werden durch den eingeschossigen Verwaltungs bau (E) verbunden und
an den jeweiligen Enden durch Turnhalle (A) und eingeschossige Pavillons (G) ergänzt. Auf
dem Gelände befindet sich außerdem ein zweigeschossiges Wohngebäude, dass als
Hausmeisterwohnsitz (C) geplant war, sowie die eingeschossige Kind ertagesstätte (H) im
direkten Anbau an die Rückseite des Klassentraktes (F).
Die offenen Umgangshallen verbinden die einzelnen Gebäude und betonen die vertikalen
Gebäudezüge und deren Lochfassade. Die Gebäude der Schule stehen inzwischen als
Ensemble unter Denkmalschutz mit Schutz der Fassadenmalereien von Ernst Vogel.
Besondere Herausforderungen bei der Gesamtsanierung sind die energetische,
haustechnische und baukonstruktive Ertüchtigung sowie die Schadstoffsanierung von u. a.
asbesthaltigen Bodenbelägen. Funktional und räumlich muss die Schule an den heutigen
pädagogischen Beda rf, der Ausweitung der Ganztagsbetreuung sowie der Nutzung als
Abendrealschule angepasst werden. Erweiterter Flächenbedarf wird durch den begonnenen
Neubau für Mensa und Ganztagsbetreuung realisiert.
Ansicht Eingang Verwaltung
- 5 -
Lageplanmodell
Planungskonzept
Für die denkmalgeschützten Gebäude waren umfangreiche Voruntersuchungen notwendig.
Die vorliegende Planung soll nach Wiederholung der Leistungsphase 3 zur
Bauantragsstellung freigegeben werden. Der Abstimmungsprozess der Planungen ist hier
durch Berücksichtigung der Belange der Denkmalpflege, der Energieeffizienz, der
Barrierefreiheit und des Brandschutzes sehr intensiv .
Dabei galt als Grundsatz die Um setzung des vorgegebenen Raumprogrammes nach den
Bedürfnissen der Pädagogik und zeitgemäßer Schulnutzung zu verfolgen.
Zusätzlich sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
• Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume
• Herstellung eines baulich en 2. Rettungsweges mit Neubeurteilung des baulichen
Brandschutzes
• Energetische und haustechnische Sanierung: effektive Verbesserung der Co² Bilanz
• Schadstoffsanierung von asbesthaltigen Boden - und Deckenbeläge
• Denkmalgerechte Sanierung: möglichster Erhalt des historischen Gesamteindrucks und
der bauzeitlichen Gestaltungselemente durch Überarbeitung, Erneuerung oder
Rekonstruktion
• Sanierung der bauzeitlich verarbeiteten erhaltenswerten Baustoffe und Einbauten
• Barrierefreie Nutzungen unter Berücksichtigung d er inneren und äußeren Erschließung
• Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Klassen - und Verwaltungsräumen , Akustik und
Wärmeschutz
Das vorgegebene Raumprogramm wird durch folgende Maßnahmen ermöglicht:
• Umstrukturierung der Verwaltung in Bauteil E sowie in den Klassentrakten D und F
• Neubaukonzept für Mensa, Ganztagesbereiche mit Bibliothek – Baubeginn Sommer
2023
- 6 -
Energetische und haustechnische Sanierung
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V -Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wurde für die Energetische Sanierung dieses Projektes eine
Energieberatung beauftragt. In diesem Zuge wird die Co2 -Emmission über Bau und Betrieb
über den Lebenszyklus von 50 Jahren betrachtet. Dabei werden Alternativen in der
Konstruktion, in der Haustechnik und in der Energiebereitstellung überprüft durch modellhaft
Berechnung.
• Änderung des energetischen Beheizungskonzepts durch Nutzung erneuerbarer
Energien:
o Großflächige Photovoltaikanlagen auf de n flach geneigten Dachflächen des
Bestands (Bauteil D und F)
o Dezentrale Belüftung mit Wärmerückgewinnung und hygienische Luftfilterung
aller Unterrichträume.
o Nutzung von Klimasplitgeräten zur Unterstützung der Beheizung und
Temperatursenkung
• Bauliche Verbesserung der Gebäudehüllflächen:
o Austausch bzw. energetische Sanierung historischer Fenster im
Verwaltungstrakt Bt. E
o Dämmung der oberen Geschossebene im Bestand mit Ertüchtigung der
Dachkonstruktion als statische Voraussetzung für die Belegung mit
Photovoltaikanlagen
o Aufbringen eines leistungsfähigen Außen -Dämmputzes (Aerogel) in
Abstimmung mit der Denkmalpflege
• Klimatische Verbesserung
o Durch bodengebundene Fassadenbegrünung der Fluchtsteganlagen wird eine
deutliche Verbesserung der Aufenthaltsquali tät im sonst versiegelten
Wirtschaftshof und den hinter der vertikalen Begrünung liegenden Räumen
erwartet
Geplante Maßnahmen im Bestand
Herstellung eines 2. Baulichen Rettungsweges
Die in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege geplanten Fluchtbalkone - und
Treppenanlagen die an den rückwertigen Gebäudelängsseiten errichtet werden, erfüllen alle
Anforderungen der Gefahrenverhütung, d. h. der Personenrettung.
Animation Rittmannsperger Architekten
- 7 -
Barrierefreie Nutzung
Der geplante Aufzug in Ergänzung mit den neuen Fluchtbalkonen an den Gebäuderückseiten
(Nordwestfassaden Bt. D und F) ermöglicht eine rollstuhlgerechte Teilhabe an allen
Gemeinschaftsräumen und Unterrichtsräumen im Klassentrakt D und F in Teilen. In der
Verwaltung wird ein zusätzlicher barrierefreier Toilettenraum eingerichtet
Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume
Die Klassentrakte werden nach heutigen pädagogischen Konzepten für eine
Mittelstufenschule umgebaut. Dies erfolgt durch Abbruch der Innenwände der
Garderobenvorräume, die jedem Unterrichtsraum vorgeschaltet sind. Teilweise werden kleine
Räume abgeteilt. Es entstehen Fachbüros, Lernlandschaften und kleinere
Differenzierungsräume, damit die SchülerInnen selbstständig und eigenverantwortlich in den
Fächern arbeiten können. Die Digitalisierung der Unterrichtsräume mit flächendeckendem
WLAN, Displays und EDV -Ausstattung werden entsprechend des Medienentwicklungsplanes
verbessert und ergänzen die pädagogische Konzeption.
Bauteil D 1.OG
Bestand
Planung für Mittelstufenschule
Denkmalgerechte Sanierung
Die Schule wurde in der Vergangenheit nur in sehr gerin gem Maße konstruktiv und in der
Nutzung verändert und ist daher als Zeitzeugnis der 1950er Jahre für den Denkmalschutz
sehr interessant. Zur Beurteilung der bauzeitlichen Elemente wurde daher ein
restauratorisches Gutachten erstellt. In den meisten Klassen räumen finden sich an den
Raumseiten noch Originaltafeln. Die Beleuchtung in Fachräumen und einigen
- 8 -
Erschließungsflächen ist erhalten geblieben. In der Verwaltung finden sich die ursprünglichen
Holzfenster, die Heizkörper und viele Bodenbeläge aus den Ents tehungsjahren. Das Foyer im
Verwaltungsgebäude sowie die stirnseitige Fassade des Klassentraktes werden von
großflächigen Wandbildern in Putzschnitttechnik (Sgraffito) geschmückt.
Erhalt und die Rekonstruktion beschädigter Bauteile insbesondere des großf lächigen
Sgraffito Fassadenbild „Spiel“ von Ernst Vogel - werden bei der Sanierung mit der
Denkmalpflege abgestimmt.
Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Klassentrakte
Durch Anbringen eines außenliegenden Sonnenschutzes an den Bestandsfenstern, nächtliche
Auskühlung der Unterrichtsräume über Klimasplitgeräte wird in Zukunft extremen
Raumtemperaturen entgegengewirkt. Die an der rückseitigen Gebäudefassade vorgesetzten
Fluchtbalkone sollen durch eine großflächige Fassadenbegrünung zusätzlich zu einer
Verbesserung der Luftqualität und Temperatur beitragen. Die Unterrichtsräume erhalten
abgehängte Decken mit integrierter Beleuchtung die den heutigen Anforderungen an Licht -
und Akustik entsprechen. Die in die Jahre gekommenen Boden - und Wandbeläge werden
erneuert und farblich ansprechend gestaltet.
Beispielklassenraum mit Lüftungsgeräten und Wärmepumpeninnengerät
- 9 -
Umstrukturierung und Sanierung der Verwaltung in Baute il E
Um das vorgegebene Raumprogramm zu realisieren und um den u -förmigen,
eingeschossigen Verwaltungsbau E als Herz der Schule zu stärken, wird die Verwaltung
umgebaut und modernisiert. Das Gebäude wird umstrukturiert und mit neuen Sanitäranlagen
inkl. barrierefreiem Toilettenraum für die Lehrkräfte ausgestattet.
Die Fenster im Verwaltungsgebäude sind bauzeitlich, d. h. inzwischen an die siebzig Jahre alt
und in einem sehr schlechten Zustand. Sie erfüllen nicht die Anforderung an den Schall -,
Wärme oder Einbruchschutz und müssen dringend restauriert und gegebenenfalls erneuert
werden.
Bei Austausch ist die Berücksichtigung der historischen Teilungen und Ansichten zu
beachten.
Der ungenutzte Innenhof soll durch Zugänge von der Ehrenhalle und ein neues
Grünflächenkonzept an Attraktivität gewinnen und der Lehrerschaft und betreuten
Schülergruppen einen angenehmen Aufenthalt im Freien ermöglichen.
Interim
Die Sanierung der 3 Gebäude soll nun in einem Bauabschnitt erfolgen. Für die Bauzeit ab
Herbst 2024 ble ibt Gebäude G, die Turnhalle, der Nawi -Trakt und das neue
Ganztagsgebäude nutzbar.
Die Verwaltung und Ausweichräume sind in Containern auf dem Schulhof unterzubringen
möglicherweise unter Mitnutzung der Kita -Räume. Der Unterricht ab Klasse 7 wird während
der Bauzeit in der nahegelegenen Hilpertstra ße stattfinden.
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Holger Klötzner
Stadtkämmerer Dezernent
anlage 3
14366 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
01.11.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat IV an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Schulamt
Stadtplanungsamt
Amt für Klimaschutz und
Klimaanpassung
Amt: Eigenbetrieb
Immobilienmanagement
Darmstadt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
IV 65
III 61 69
V 40
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0363
Magistratsbeschluss -Nr.
453
Internetfähig
Produkt-Nr.: XXXMN_000599
Kostenstelle: 14-00054 Investitionsnummer: IVO00368
Kostenträger: 201 Sachkonto: 0951010
Betreff: Gesamtsanierung Wilhelm -Leuschner-Schule
Vorlage vom: 31.10.2023
Beschlussvorschlag :
1. Der Magistrat nimmt den Planungsstand zur Kenntnis und stimmt der Wiederholung der
Planungsleistungen und den daraus resultierenden Planungsmehrkosten zu.
2. Der Durchführung der Gesamtsanierung der Gebäude D, E und F nach dem
Entwurfsstand vom Juni 2023 wird zugestimmt.
3. Um die Zielsetzung des Stavo -Beschlusses V.-Nr.SV-2019/0053 zur CO² -Reduktion
umzusetzen, erfolgt eine Teilfinanzieru ng aus den Mitteln des Klimaschutzkonzeptes von
IDA.
- 3 -
Anlagen: WLS Folgekosten
WLH Datenschutzrelevante Anlage
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom 08.11.2023
Der Vorlage wird zugestimmt.
- 4 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.10.2023
Dienstliche Veranlassung und Baubedürfnis
Die Wilhelm -Leuschner-Schule (WLS) wurde in den Jahren 1955/56 erbaut und steht als
Ensemble unter Denkmalschutz.
2005 wurde die WLS nach den damaligen Anforderungen brandschutztechnisch ertüchtigt.
2011 wurde der Neubau des Naturwissenschaftlichen Fachk lassentraktes in Betrieb
genommen.
2015 wurde aus Dringlichkeitsgründen die vorgezogene Sanierung der Turnhalle und der
Schülertoilettenanlagen umgesetzt.
Für die Gesamtsanierung und Erweiterung wurden die Planungsleistungen Architektur und
TGA-Fachplanung bis Leistungsphase 3 im I. Quartal 2020 beauftragt.
Mit BK -Beschluss vom 09.11.2021 wurde der damalige Planungsstand zur Kenntnis
genommen und der Fortführung der Planungsleistung bis einschließlich der
Baugenehmigungsplanung der Leistungsphase 4 zugestimmt.
Nach Fertigstellung der Kostenberechnung sollte die Bauvorlage zum Jahresbeginn 2022 zur
Beschlussfassung eingebracht werden.
Entgegen des o.g. BK -Beschlusses konnte die Bauvorlage nicht erstellt werden, obwohl der
Entwurf zwar abgeschlossen und mit Meilensteintermin präsentiert worden war, jedoch
zwischenzeitlich die Nutzung der KITA -Räume der AWO -Kita Traumwolke auf dem
Schulgelände zur Disposition stand.
Letztendlich wurde erst Ende 2022 bekannt, dass die Kita au fgrund des mangelnden
Baufortschrittes der angemieteten Räumlichkeiten, ihre Räume nicht an die Schule abgeben
würde.
Die Planungsleistungen für die Bestandssanierung wurden in diesem Zeitraum eingestellt, bzw .
in die Ausführungsplanung des Neubaus invest iert.
Darüber hinaus ergab sich im Winterhalbjahr 2022/23 in der organisatorischen Ausrichtung
der Schule zur Mittelpunktschule die Erfordernis das Raumprogramm an zu passen. (siehe
hierzu Erläuterungsbericht des Schulamts). Dies erfordert die Überarbeitu ng des Entwurfs von
allen Fachplanern, inklusive Aktualisierung der Kosten und Terminplanung.
Dementsprechend ändert sich die Terminplanung:
Gebäudedaten und Termine
1) Termine gemäß Grobterminplan vom 08.2023
• Baubeginn 1. Bauabschnitt, Neubau Mensa II. Quart. 2023
• Baubeginn Sanierung und Umbau Bestand IV. Quart. 2024
• Fertigstellung aller Bauabschnitte Bestandssanierung: III. Quart. 2026
2) Gebäudekenndaten
- 5 -
• Bestand:
• Bruttogrundfläche EG -3.OG (BGF): 5.345 m²
• Bruttorauminhalt (BRI): 19.500 m³
• Nutzfläche (NUF): 3.604 m²
• Verkehrsfläche (VF): 958 m²
• Technikfläche (TF): 157 m²
Erläuterungsbericht
Beschreibung des Bestands
Die Wilhelm -Leuschner -Schule wird derzeit als einzige Haupt - und Realschule in Darmstadt
geführt. Die Schule ist vierzügig und wird aktuell von ca. 500 Schüler/innen besucht. Die
Räumlichkeiten werden zudem durch die Abendrealschule mit ca. 125 Schüler/innen genutzt.
Die Schule gliedert sich in fünf unterschiedliche Gebäude. Die zwei viergeschossigen
Klassentrakte D und F we rden durch den eingeschossigen Verwaltungsbau (E) verbunden und
an den jeweiligen Enden durch Turnhalle (A) und eingeschossige Pavillons (G) ergänzt. Auf
dem Gelände befindet sich außerdem ein zweigeschossiges Wohngebäude, dass als
Hausmeisterwohnsitz (C) geplant war, sowie die eingeschossige Kindertagesstätte (H) im
direkten Anbau an die Rückseite des Klassentraktes (F).
Die offenen Umgangshallen verbinden die einzelnen Gebäude und betonen die vertikalen
Gebäudezüge und deren Lochfassade. Die Gebäude der Schule stehen inzwischen als
Ensemble unter Denkmalschutz mit Schutz der Fassadenmalereien von Ernst Vogel.
Besondere Herausforderungen bei der Gesamtsanierung sind die energetische, haustechnische
und baukonstruktive Ertüchtigung sowie die Schadstoffsanierung von u. a. asbesthaltigen
Bodenbelägen. Funktional und räumlich muss die Schule an den heutigen pädagogischen
Bedarf, der Ausweitung der Ganztagsbetreuung sowie der Nutzung als Abendrealschule
angepasst werden. Erweiterter Flächenbedarf wird durch den begonnenen Neubau für Mensa
und Ganztagsbetreuung realisiert.
Ansicht Eingang Verwaltung
- 6 -
Lageplanmodell
Planungskonzept
Für die denkmalgeschützten Gebäude waren umfangreiche Voruntersuchungen notwendig.
Die vorliegende Planung soll nach Wiederholung der Leistungsphase 3 zur Bauantragsstellung
freigegeben werden. Der Abstimmungsprozess der Planungen ist hier du rch Berücksichtigung
der Belange der Denkmalpflege, der Energieeffizienz, der Barrierefreiheit und des
Brandschutzes sehr intensiv .
Dabei galt als Grundsatz die Umsetzung des vorgegebenen Raumprogrammes nach den
Bedürfnissen der Pädagogik und zeitgemäßer Schulnutzung zu verfolgen.
Zusätzlich sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:
• Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume
• Herstellung eines baulichen 2. Rettungsweges mit Neubeurteilung des baulichen
Brandschutzes
• Energetische und haustechnische Sanierung: effektive Verbesserung der Co² Bilanz
• Schadstoffsanierung von asbesthaltigen Boden - und Deckenbeläge
- 7 -
• Denkmalgerechte Sanierung: möglichster Erhalt des historischen Gesamteindrucks und
der bauzeitlichen Gestaltungselemente durch Üb erarbeitung, Erneuerung oder
Rekonstruktion
• Sanierung der bauzeitlich verarbeiteten erhaltenswerten Baustoffe und Einbauten
• Barrierefreie Nutzungen unter Berücksichtigung der inneren und äußeren Erschließung
• Verbesserung der Aufenthaltsqualität in Klassen - und Verwaltungsräumen , Akustik und
Wärmeschutz
Das vorgegebene Raumprogramm wird durch folgende Maßnahmen ermöglicht:
• Umstrukturierung der Verwaltung in Bauteil E sowie in den Klassentrakten D und F
• Neubaukonzept für Mensa , Ganztagesbereiche mit Bibliothek – Baubeginn Sommer
2023
- 8 -
Energetische und haustechnische Sanierung
Ausführung unter Beachtung der Klimaschutzziele
Entsprechend dem Stadtverordneten Beschlusses V -Nr. SV-2019/0053 "Höchste Priorität für
den Klimaschutz" wurde für die Energetische Sanierung dieses Projektes eine Energieberatung
beauftragt. In diesem Zuge wird die Co2 -Emmission über Bau und Betrieb über den
Lebenszyklus von 50 Jahren betrachtet. Dabei werden Alternativen in der Konstruktion, in der
Haustechnik und in der Energiebereitstellung überprüft durch modellhaft Berechnung.
• Änderung des energetischen Beheizungskonzepts durch Nutzung erneuerbarer
Energien:
o Großflächige Photovoltaikanlagen auf den flach geneigten Dachflächen des
Bestands (Bauteil D und F)
o Dezentrale Belüftung mit Wärmerückgewinnung und hygienische Luftfilterung
aller Unterrichträume.
o Nutzung von Klimasplitgeräten zur Unterstützung der Beheizung und
Temperatursenkung
• Bauliche Verbesserung der Gebäudehüllflächen:
o Austausch bzw. energetische Sanierung historischer Fenster im
Verwaltungstrakt Bt. E
o Dämmung der oberen Geschossebene im Bestand mit Ertüchtigung der
Dachkonstruktion als statische Voraussetzung für die Belegung mit
Photovoltaikanlagen
o Aufbringen eines le istungsfähigen Außen -Dämmputzes (Aerogel) in
Abstimmung mit der Denkmalpflege
• Klimatische Verbesserung
o Durch bodengebundene Fassadenbegrünung der Fluchtsteganlagen wird eine
deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität im sonst versiegelten
Wirtschaftshof und den hinter der vertikalen Begrünung liegenden Räumen
erwartet
Geplante Maßnahmen im Bestand
Herstellung eines 2. Baulichen Rettungsweges
Die in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege geplanten Fluchtbalkone - und
Treppenanlagen die an den rückwer tigen Gebäudelängsseiten errichtet werden, erfüllen alle
Anforderungen der Gefahrenverhütung, d. h. der Personenrettung.
Animation Rittmannsperger Architekten
- 9 -
Barrierefreie Nutzung
Der geplante Aufzug in Ergänzung mit den neuen Fluchtbalkonen an den Gebäuderückseiten
(Nordwestfassaden Bt. D und F) ermöglicht eine rollstuhlgerechte Teilhabe an allen
Gemeinschaftsräumen und Unterrichtsräumen im Klassentrakt D und F in Teilen. In der
Verwaltung wird ein zusätzlicher barrierefreier Toilettenraum eingerichtet
Neuorganisation und Digitalisierung der Unterrichtsräume
Die Klassentrakte werden nach heutigen pädagogischen Konzepten für eine Mittelstufenschule
umgebaut. Dies erfolgt durch Ab bruch der Innenwände der Garderobenvorräume, die jedem
Unterrichtsraum vorgeschaltet sind. Teilweise werden kleine Räume abgeteilt. Es entstehen
Fachbüros, Lernlandschaften und kleinere Differenzierungsräume, damit die SchülerInnen
selbstständig und eigenv erantwortlich in den Fächern arbeiten können. Die Digitalisierung der
Unterrichtsräume mit flächendeckendem WLAN, Displays und EDV -Ausstattung werden
entsprechend des Medienentwicklungsplanes verbessert und ergänzen die pädagogische
Konzeption.
Bauteil D 1.OG
Bestand
Planung für Mittelstufenschule
Denkmalgerechte Sanierung
Die Schule wurde in der Vergangenheit nur in sehr geringem Maße konstruktiv und in der
Nutzung verändert und ist daher als Zeitzeugnis der 1950er Jahre für den Denkmalschutz sehr
interessant. Zur Beurteilung der bauzeitlichen Elemente wurde daher ein resta uratorisches
Gutachten erstellt. In den meisten Klassenräumen finden sich an den Raumseiten noch
- 10 -
Originaltafeln. Die Beleuchtung in Fachräumen und einigen Erschließungsflächen ist erhalten
geblieben. In der Verwaltung finden sich die ursprünglichen Holzfen ster, die Heizkörper und
viele Bodenbeläge aus den Entstehungsjahren. Das Foyer im Verwaltungsgebäude sowie die
stirnseitige Fassade des Klassentraktes werden von großflächigen Wandbildern in
Putzschnitttechnik (Sgraffito) geschmückt.
Erhalt und die Reko nstruktion beschädigter Bauteile insbesondere des großflächigen Sgraffito
Fassadenbild „Spiel“ von Ernst Vogel - werden bei der Sanierung mit der Denkmalpflege
abgestimmt.
Verbesserung der Aufenthaltsqualität der Klassentrakte
Durch Anbringen eines außenliegenden Sonnenschutzes an den Bestandsfenstern, nächtliche
Auskühlung der Unterrichtsräume über Klimasplitgeräte wird in Zukunft extremen
Raumtemperaturen entgegengewirkt. Die an der rückseitigen Gebäudefassade vorgesetzten
Fluchtbalkone sollen durch eine großflächige Fassadenbegrünung zusätzlich zu einer
Verbesserung der Luftqualität und Temperatur beitragen. Die Unterrichtsräume erhalten
abgehängte Decken mit integrierter Beleuchtung die den heutigen Anforderungen an Licht - und
Akustik entsprechen. Die in die Jahre gekommenen Boden - und Wandbeläge werden erneuert
und farblich ansprechend gestaltet.
Beispielklassenraum mit Lüftungsgeräten und Wärmepumpeninnengerät
Umstrukturierung und Sanierung der Verwaltung in Baute il E
Um das vorgegebene Raumprogramm zu realisieren und um den u -förmigen, eingeschossigen
Verwaltungsbau E als Herz der Schule zu stärken, wird die Verwaltung umgebaut und
modernisiert. Das Gebäude wird umstrukturiert und mit neuen Sanitäranlagen inkl.
barrierefreiem Toilettenraum für die Lehrkräfte ausgestattet.
Die Fenster im Verwaltungsgebäude sind bauzeitlich, d. h. inzwischen an die siebzig Jahre alt
und in einem sehr schlechten Zustand. Sie erfüllen nicht die Anforderung an den Schall -,
Wärme oder Einbruchschutz und müssen dringend restauriert und gegebenenfalls erneuert
werden.
Bei Austausch ist die Berücksichtigung der historischen Teilungen und Ansichten zu beachten.
Der ungenutzte Innenhof soll durch Zugänge von der Ehrenhalle und ein neues
Grünflächenkonzept an Attraktivität gewinnen und der Lehrerschaft und betreuten
Schülergruppen einen angenehmen Aufenthalt im Freien ermöglichen.
Interim
Die Sanierung der 3 Gebäude soll nun in einem Bauabschnitt erfolgen. Für die Bauzeit ab
Herbst 2024 ble ibt Gebäude G, die Turnhalle, der Nawi -Trakt und das neue Ganztagsgebäude
nutzbar.
Die Verwaltung und Ausweichräume sind in Containern auf dem Schulhof unterzubringen
möglicherweise unter Mitnutzung der Kita -Räume. Der Unterricht ab Klasse 7 wird während
der Bauzeit in der nahegelegenen Hilpertstra ße stattfinden.
Dezernat IV Dezernat V
André Schellenberg Holger Klötzner
Stadtkämmerer Dezernent
anlage 4
186 Zeichen
Punkt 7: Gesamtsanierung Wilhelm-Leuschner-Schule Einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Bildung, Schule und Digitalisierung der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen.
anlage 5
184 Zeichen
Punkt 16: Gesamtsanierung Wilhelm-Leuschner-Schule (V-Nr. 2023/0363) Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung einstimmig, der Vorlage zuzustimmen.
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2023/0363
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 31.10.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00