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1390/2026

Projekt „Überprüfung der Kölner Straßennamen auf Zusammenhänge mit Kolonialismus oder Nationalsozialismus“

Beschlussvorlage Bezirksvertretung 05.06.2026

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Nächste Beratung: Bezirksvertretung 9 (Mülheim), Sitzung am 22.06.2026, TOP 9.1.2

Beschlussvorlage Bezirksvertretung

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Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung

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Gutachten Fritz Lehmann

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Beschlussvorlage Bezirksvertretung

4826 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
VIII/23/235/1 
 
Vorlagen-Nummer 
 1390/2026 
Freigabedatum 
  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Projekt „Überprüfung der Kölner Straßennamen auf Zusammenhänge mit 
Kolonialismus oder Nationalsozialismus“ - Handlungsempfehlung für die Fritz-
Lehmann-Straße in Köln-Mülheim: Umbenennung der Straße  
Beschlussorgan 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 
Gremium Datum 
 
Beschluss: 
Die Bezirksvertretung Mülheim nimmt das Gutachten des Historischen Beirats zur Kenntnis 
und beauftragt die Verwaltung, eine Anwohner*innenbefragung durchzuführen zwecks umfas-
sender Meinungsbildung zur empfohlenen Umbenennung der Fritz-Lehmann-Straße in Köln-
Mülheim. 
 
Bezirksvertretung 9 (Mülheim) 22.06.2026

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung: 
Ausgangslage: 
2021 hat der Verwaltungsvorstand das Projekt „Umgang mit dem (post)-kolonialen Erbe 
Kölns“ im Amt für Integration und Vielfalt initiiert.  
In einem Teilprojekt „Straßennamen“ im Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster 
wurde ein Konzept zur Untersuchung aller Kölner Straßennamen mit postkolonialem und nati-
onalsozialistischem Hintergrund erarbeitet mit dem Ziel, kritische und undemokratische Stra-
ßennamen zu identifizieren und den zuständigen Bezirksvertretungen Handlungsempfehlun-
gen zum Umgang mit diesen problematischen Straßennamen zu übermitteln.  
Die Recherche und Begutachtung wurde durch einen eigens hierfür gegründeten Historischen 
Beirat, bestehend aus einem Historiker*innenteam mit nachgewiesener Fach- und Sachkom-
petenz, durchgeführt. 
Verlauf: 
Der Historische Beirat hat sich u. A. mit der Fritz-Lehmann-Straße befasst, deren Namensge-
ber 1882 geboren wurde, 1965 verstorben ist und während der NS-Zeit Generaldirektor des 
Kölner Kabelunternehmens Felten & Guilleaume AG war. 
Dabei hat der Historische Beirat festgestellt, dass „das Verhalten Lehmanns in der NS-Zeit 
eindeutig geprägt von einer Affinität zu der nationalsozialistischen Betriebsführer- und Be-
triebsgemeinschaft war und er die direkte Verbindung mit der Partei und ihren Organisationen 
nutzte. Besonders der Einsatz von Zwangsarbeitern und seine Rüstungsanstrengungen las-
sen eindeutig erkennen, dass Lehmann das NS-System der Verfolgung, der Ausgrenzung und 
des Angriffskrieges voll unterstützte.  
Seine Mitgliedschaft in der NSDAP und der SS stellen zudem eindeutig eine Unterstützung 
der NS-Ideologie und des Unrechtssystems dar.“ „Die rückwirkende Aufnahme in die NSDAP 
während des offiziellen Aufnahmestopps, der von Mai 1933 bis 20. April 1937 galt, unter-
streicht die herausgehobene Stellung, die die NSDAP dem Manager zuwies.“ „Von 1934 bis 
1939 war Lehmann förderndes Mitglied der SS sowie Förderer des SS-Führers Himmlers.“  
„In das Zwangsarbeiterprogramm des Unternehmens Felten & Guilleaume war Generaldirek-
tor Lehmann voll involviert. Dokumente zeigen, dass Lehmann persönlich die Verantwortung 
für den Einsatz von Zwangsarbeitern und deren Behandlung im Unternehmen trug. Lehmann 
untersagte „irgendwelche nähere[n] Beziehungen“, nichtdienstliche Unterhaltungen, Ge-
schenke oder die Vermittlung von Aufträgen.“  
„Zudem kommt hinzu, dass sich Lehmann nach dem Krieg – wie so viele Belastete – nicht zu 
seinem Verhalten während der NS-Zeit bekannte, sondern mit allen Mitteln versuchte, seine 
vorherige Stellung „reinzuwaschen“. Er selbst sah sich im Entnazifizierungsverfahren stets als 
„Entlasteter“. 
Das vollständige Gutachten von Herrn Dr. Soénius vom 05.05.2026 ist als Anlage beigefügt.  
Der Historische Beirat empfiehlt aufgrund der herausgehobenen Stellung von Fritz Lehmann 
im NS-Staat, der Verbreitung von nationalsozialistischer Ideologie, der aktiven Rolle in der 
Rüstungswirtschaft, die dem Angriffskrieg diente, und der Durchführung des Zwangsarbeiter-
programms, die Fritz-Lehmann-Straße in Köln-Mülheim umzubenennen.

3 
Veranlassung: 
Gemäß den Richtlinien des Rates für die Neu- und Umbenennung von Straßen und Plätzen 
muss nach Punkt 4.4 bei einem Umbenennungsanliegen in jedem Fall eine Anwohner*innen-
befragung erfolgen. Die Teilnahme der Anwohner*innen ist freiwillig und die Ergebnisse sind 
für die politische Entscheidung nicht bindend. Die Anwohner*innenbefragung dient der Mei-
nungsbildung der Bezirksvertreter*innen. 
Weiteres Verfahren: 
Im Anschluss an die Anwohner*innenbefragung und deren Auswertung wird das Ergebnis der 
Bezirksvertretung als Beschlussvorlage zur Entscheidung vorgelegt. Die politische Entschei-
dung über die Umbenennung oder Beibehaltung der Straßenbezeichnung trifft alleinig die Be-
zirksvertretung. 
 
 
Anlage 
Gutachten des Historischen Beirats zu Fritz Lehmann

Anlage 1 Öffentlichkeitsbeteiligung

635 Zeichen

Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung 
Die Anlage Öffentlichkeitsbeteiligung ist allen Beschlussvorlagen der Verwaltung beizufügen. Kreuzen Sie 
bitte eine der folgenden drei Varianten an und machen Sie entsprechende Angaben dazu. 
 
Eine freiwillige Öffentlichkeitsbeteiligung wird nicht vorgeschlagen. 
Warum wird keine Öffentlichkeitsbeteiligung vorgeschlagen? 
- Sonstiges 
Bitte begründen Sie Ihre Entscheidung (Begründung zwingend erforderlich): 
In der Zuständigkeitsordnung der Stadt Köln sowie in den Richtlinien des Rates für die Neu- und 
Umbenennung von Straßen und Plätzen ist eine Öffentlichkeitsbeteiligung nicht vorgesehen.

Gutachten Fritz Lehmann

57243 Zeichen

1
Gutachten zum Antrag einer Umbenennung der Fritz-Lehmann-Straße, Köln-Mülheim 
 
Fritz Lehmann (1882-1965)1 
Herkunft und Ausbildung 
 
Fritz Lehmann wurde am 19. Mai 1882 in Trier als Sohn eines Juristen geboren.2 Der Katholik 
studierte Verkehrstechnik an der RWTH Aachen und an der Universität Kiel. Im Herbst 1906 bestand 
er das Ingenieursexamen. Begleitend hatte er im Herbst 1903 neben seinem Studium beim 
Eisenbahnbetriebsamt Köln-Gereon die Lokomotivführer-Prüfung absolviert. Nach dem Studium 
diente Lehmann als Einjährig-Freiwilliger bei der I. Werftdivision in Kiel. 1908 bis 1911 folgte eine 
Ausbildung zum Regierungsbauführer bei der Eisenbahndirektion Köln.3 Zeit seines Lebens führte er 
den Titel „Regierungsbaumeister a. D.“ 1911 heiratete er Elly Wimmers. Aus der Ehe gingen zwei 
Kinder hervor.4  
 
Beruflicher Werdegang 
1911 begann Lehmann eine Tätigkeit als Angestellter in der Bahnabteilung der A.E.G. in Berlin, die 
aufgrund seiner Militäruntauglichkeit im Ersten Weltkrieg nicht unterbrochen wurde. Ab 1. April 1920 
war er Generaldirektor der Städtischen Bahnen der Stadt Köln. Nach drei Jahren berief ihn 
Oberbürgermeister Konrad Adenauer unter Beibehaltung der bisherigen Position zum Beigeordneten. 
Die Stadtverordnetenversammlung stimmte am 15. März 1923 der Wahl zu, sein Amt trat der 
parteilose Wahlbeamte am 11. Mai an. Lehmann war zuständig für sämtliche Bahnen sowie für 
allgemeine Arbeiterangelegenheiten, Arbeitslosenfürsorge, Notstandsarbeiten und die Feuerwehr.5 
Beide Ämter, das des Beigeordneten und das des Leiters der Städtischen Bahnen, gab Lehmann 
1927 auf, als er in den Vorstand des Kölner Kabelunternehmens Felten & Guilleaume AG wechselte.6  
1930 war Lehmann als möglicher Nachfolger Adenauers im Amt des Oberbürgermeisters im 
Gespräch, aber er lehnte dies ab – ebenso wie ein späteres Angebot, Vorstandsvorsitzender der AEG 
zu werden.7 
 
1934 wechselte der F&G-Generaldirektor Georg Zapf in den Ruhestand und wurde 
Aufsichtsratsmitglied. Auf eigenen Wunsch – so Lehmann nach dem Krieg – wurde seine Ernennung 
zum Generaldirektor bis in das Jahr 1936 verschoben, weil dann sein Vorstandskollege Hermann 
Kramer aus Altersgründen ausschied.8 Im Amt des Vorstandsvorsitzenden blieb Lehmann bis zur 
formellen Absetzung durch die Militärregierung 1946, übte es aber seit Kriegsende nicht mehr aus. 
Lehmann nahm zahlreiche Aufsichtsratsposten in verschiedenen, von F&G abhängigen Unternehmen 
wahr, so z. B. 1935 bis 1945 als Vorsitzender des Aufsichtsrats der Clouth AG.9 Angebote anderer 
Unternehmen, in deren Aufsichtsrat einzutreten, lehnte Lehmann ab.10  
 
1 Die Biographie ist veröffentlicht, s. Ulrich S. Soénius, Ein Unternehmer im NS-Staat und der Versuch seiner Rehabilitierung - 
Fritz Lehmann. In: Jost Dülffer, Margit Szöllösi-Janze (Hrsg.): Schlagschatten auf das „braune Köln“. Die NS-Zeit und danach, 
Köln 2010 (Veröffentlichungen des Kölnischen Geschichtsvereins e. V., 49), S. 287-306. 
2 Everhard Kleinertz und Klaus Pabst: Die Kölner Beigeordneten 1906-1933 (Biographische Daten). In: Hugo Stehkämper (Hg.): 
Konrad Adenauer. Oberbürgermeister von Köln. Festgabe der Stadt Köln zum 100. Geburtstag ihres Ehrenbürgers am 5. 
Januar 1976, Köln 1976, S. 619-641, hier S. 631-632. Zu Heinrich Lehmann: Ulrich S. Soénius/Jürgen Wilhelm (Hg.): Kölner 
Personenlexikon, Köln 2008, S. 318-319. Getauft wurde Fritz Lehmann auf den Vornamen Friedrich, aber er nutzte stets seinen 
Rufnamen. Sein älterer Bruder Heinrich (1876-1963) war seit 1919 mit Gründung der Universität zu Köln Lehrstuhlinhaber für 
Römisches und Deutsches Bürgerliches Recht. 
3 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
4 Walter Habel (Hg.): Wer ist wer? Das Deutsche Who´s who, Bd. 1, Berlin 1962, S. 881. Sein gleichnamiger Sohn war später 
ebenfalls im Vorstand von F&G. 
5 Kleinertz/Pabst, Kölner Beigeordneten, S. 632.  
6 Gedanken aufgezeichnet von Herrn Generaldirektor Horatz zum 25-jährigen Dienstjubiläum des Aufsichtsratsvorsitzenden und 
langjährigen Generaldirektors der Felten & Guilleaume Carlswerk AG Herrn Regierungsbaumeister a. D. Fritz Lehmann. RWWA 
11-10-29. 
7 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
8 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
9 Listen in Ms. Carlswerksgeschichte für die Zeit von 1927-1951. RWWA 11-136-9, nach S. 58. 
10 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827.

2
 
Felten & Guilleaume in der Ära Lehmann 
Felten & Guilleaume war in der Ägide von Lehmann als Manager ein Großkonzern. Im März 1933 gab 
es im Gesamtkonzern (Carlswerk und 100-prozentige Töchter) einen Auftragseingang von ca. vier 
Millionen RM und einen Umsatz von ca. fünf Millionen RM. Im gesamten Konzern waren 4.776 
Arbeiter und 1.349 Angestellte beschäftigt. Obwohl sich die Aufrüstung im Westen sehr viel langsamer 
auswirkte als in Mitteldeutschland, konnte der Konzern 1939 höhere Auftragseingänge (21,3 Mio. RM) 
und einen gestiegenen Umsatz (23 Mio. RM) verzeichnen. Im Gesamtkonzern wurden vor dem Krieg 
ca. 20.000 Menschen beschäftigt.11 Das Unternehmen war aufgrund der Kabelherstellung ein 
bedeutendes Unternehmen der Rüstungswirtschaft, das im Krieg Rohstoff- und Materialmangel, 
Arbeitskräfteentzug sowie Kriegsschäden bewältigen musste. Dennoch wurde bei F&G Geld verdient. 
Der Reingewinn stieg im Kriegsjahr 1942 im Vergleich zur Vorkriegszeit leicht auf 6,975 Mio. RM.12  
 
Den Diversifizierungskurs seiner Vorgänger setzte Lehmann fort. 1933 wurden die 
Transportanlagenhersteller Bleichert in Leipzig und Pohlig in Köln-Zollstock erworben, 1939 das 
Bergwerk Pirin in der Nähe von Sofia gegründet. Lehmann war besonders bei dessen Gründung 
maßgeblich tätig, er reiste selbst mehrfach nach Bulgarien.13  Der F&G-Konzern war 1941 in mehrere 
„Gruppen“ eingeteilt. In diesen waren die verschiedenen in- und ausländische Werke und 
Tochterunternehmen nach Produkten zusammengefasst.14 Die Beteiligungen in Polen, Österreich, 
Ungarn und Luxemburg bestanden bereits vor dem Krieg. Auf Lehmann ist zurückzuführen, dass F&G 
sich nicht an Übernahmen von Unternehmen in den von den Deutschen besetzten Gebieten 
beteiligte.15 Nach dem Krieg bescheinigten ihm Mitarbeiter wie Externe, besonders er habe sich gegen 
jede Okkupation widersetzt, „obwohl rein kapitalistisch gesehen die Übernahme des einen oder 
anderen Werkes für das Carlswerk von allergrößtem Interesse erschien.“ Ein Mitarbeiter berichtete, 
Lehmann habe die angebotene Übernahme eines Kabelwerkes in Delft und der Philips AG in 
Eindhoven als „unmoralisch“ abgelehnt.16 Es gab auch keine „Arisierungen“.17  
 
In das Zwangsarbeiterprogramm des Unternehmens war Lehmann voll involviert. 1942 beschäftigte 
F&G 29.000 Mitarbeiter. Der Frauenanteil lag bei ungefähr einem Drittel. Dem Bericht des Vorstands 
für das Jahr 1942 ist zu entnehmen, dass die Zahl der Beschäftigten abgesunken wäre, wenn nicht 
durch die „Einstellung von Kriegsgefangenen, Westarbeitern, Ostarbeitern und Ostarbeiterinnen ein 
teilweiser Ersatz stattgefunden hätte.“ In diesem Jahr waren es insgesamt im Konzern 2.738. Im 
Carlswerk, also dem eigentlichen Kabelbetrieb, wurde im April 1943 der Höchststand mit 732 erreicht. 
Es wurde ein nach Frauen und Männern getrenntes Zentrallager eingerichtet.18 Am 29. Juni 1942 
 
11 Zusammengestellt aus den Vierteljahresberichten des Vorstandes an den Aufsichtsrat, 1933 und 1939. RWWA 11-316-2. 
12 Bericht an die Militärregierung Abt. Joint Special Financial Detachment, Düsseldorf, 15.12.1946. RWWA 11-385-14, Anlage 
23. 
13 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827.  
14 Organigramm. RWWA 11-PS223. Die wichtigsten Gruppen waren Kabel sowie Drahte und Drahtwaren. Daneben 
beschäftigte sich F&G mit der Herstellung von Papier und Gummi sowie im Anlagenbau. S. a. Specification of the affiliated 
companies belonging to the Felten & Guilleaume Carlswerk Inc., 09.05.1945. In: RWWA 11-463-5. Die Bergwerksgesellschaft 
Pirin war eine Gemeinschaftsgründung von F&G, Otto Wolff und der bulgarischen Granitoid AG zum Zwecke der Ausbeutung 
eines Blei- und Zinkvorkommens. Die Besitzverhältnisse waren seit 1941 jeweils gedrittelt. Bericht über das 
Konzernunternehmen, Mai 1946. RWWA 11-354-1. 
15 Specification of the affiliated companies belonging to the Felten & Guilleaume Carlswerk Inc., 09.05.1945. In: RWWA 11-463-
5. Nicht geklärt sind die Verbindungen zum Kabelwerk Warschau, das F&G in der „Betreuung … zugefallen“ war. Horatz, 
Gedanken. RWWA 11-10-29. Dieser berichtete, dass es keine Übernahmen gegeben habe, obwohl mehrere Angebote 
vorlagen. Daher habe man nach 1945 direkt wieder Anschluss an die Weltwirtschaft gefunden. 
16 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
17 Bedenkenlos nutzte Generaldirektor Dr. Horatz 1952 den Begriff der „Überfremdung“ – damit gemeint war die Haltung der 
NS-Regierung gegen Unternehmen, die ganz oder teilweise in ausländischem Besitz waren, wie F&G durch den Großaktionär 
ARBED. Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
18 Bericht gegenüber dem Aufsichtsrat über das Geschäftsjahr 1942, S. 2-3. RWWA 11-53-9. S. dazu auch Martin Rüther: 
Arbeiterschaft in Köln 1928-1945, Köln 1990 (Kölner Schriften zu Geschichte und Kultur, 16), S. 350. Die geringere Anzahl von 
Zwangsarbeitern bei F&G gegenüber KHD führt Rüther auf den Status von KHD als Rüstungsbetrieb zurück. Zu den 
verschiedenen Lagern des Konzerns und seiner Tochtergesellschaften s. Martin Weinmann (Hg.): Das nationalsozialistische 
Lagersystem (CCP), 3. Aufl., Frankfurt/Main 1998.

3
veröffentlichte Lehmann als „Betriebsführer“ eine Bekanntmachung über „Zivile Arbeitskräfte aus den 
altsowjetischen Gebieten“. Darin berichtete er, dass der Generalbevollmächtigte für den Arbeitseinsatz 
im Rahmen des Vierjahresplans „die Versendung sowjetischer Zivilarbeiter und Arbeiterinnen“ in die 
Industrie angeordnet habe. Auch F&G seien Arbeiter zugewiesen worden. Lehmann untersagte 
„irgendwelche nähere[n] Beziehungen“, nichtdienstliche Unterhaltungen, Geschenke oder die 
Vermittlung von Aufträgen. Die russischen Arbeiter hätten „jahrelang unter bolschewistischer 
Herrschaft gelebt“ und wären daher „systematisch zu Feinden des nationalsozialistischen 
Deutschlands und der europäischen Kultur erzogen worden.“19 Im Oktober 1943 wiederholte er die 
Verbote für den Umgang mit Kriegsgefangenen.20 Diese Dokumente zeigen, dass Lehmann 
persönlich die Verantwortung für den Einsatz von Zwangsarbeitern und deren Behandlung im 
Unternehmen trug.  
 
Lehmann und der Nationalsozialismus 
Wie sehr hat sich der Generaldirektor im Alltag mit der nationalsozialistischen Ideologie identifiziert 
und hat er diese offen propagiert? Auch wenn eine Parteimitgliedschaft kein ausschlaggebender 
Beweis für ein besonders angepasstes Verhalten ist, so ist sie zumindest ein Indiz. Lehmann gab 
nach dem Krieg an, er sei am 1. August 1935 in die NSDAP eingetreten, das Datum der Mitgliedschaft 
sei aber auf den 1. Mai 1933, dem Tag des Antrags, vordatiert worden.21 Eine rückwirkende Aufnahme 
während des offiziellen Aufnahmestopps, der von Mai 1933 bis 20. April 1937 galt, unterstreicht die 
herausgehobene Stellung, die die NSDAP dem Manager zuwies. 
 
Da er als ehemaliger städtischer Wahlbeamter in demokratischer Zeit von den NS-Funktionären 
dennoch eher kritisch beäugt wurde, bemühte sich Lehmann noch während des Krieges, seine 
Tätigkeit in der Weimarer Republik öffentlich mit seiner fachlichen Versiertheit zu begründen, diese sei 
„frei … von politischen Bindungen der damaligen Zeit“ gewesen.22 Dies war eine deutliche Distanz von 
der Weimarer Demokratie. In dieser war er dem katholischen Milieu verhaftet, so war er Mitglied 
mehrerer katholischer Verbände und als Student Mitglied einer nicht schlagenden katholischen 
Studentenverbindung. Nach dem Krieg behauptete er im Entnazifizierungsverfahren, er habe zwar vor 
1933 keiner Partei angehört, aber bis März 1933 das Zentrum gewählt. Zudem habe er sich stets offen 
zur Kirche bekannt.23  
 
Der Generaldirektor verschwieg im Entnazifizierungsverfahren nicht, dass er 1934 bis 1939 förderndes 
Mitglied der SS war. Dabei habe es sich aber „nur“ um eine monatliche Zahlung von fünf Reichsmark 
gehandelt, um den Druck von einem Werber loszuwerden. Dieser Aussage erscheint fragwürdig – 
wieso sollte ein Vorstandsmitglied eines Großkonzerns sich dem Druck einer einzelnen Person 
gebeugt haben? Offen gab er seine Zahlungen an die verschiedenen NS-Organisationen an, wobei er 
v. a. dem Winterhilfswerk jährlich 2.500 Mark zukommen ließ. In dem Fragebogen nannte er 
summarisch die Zahlungen des Unternehmens ohne die Summen an die Adolf-Hitler-Spende und das 
Winterhilfswerk sowie „Spenden auf Ersuchen und Einfluß des Aufsichtsratsvorsitzers an bzw. durch 
diesen“.24 Dahinter verbargen sich die Spenden von F&G, die an den Freundeskreis Heinrich Himmler 
geleistet wurden und die der Vorsitzende des Aufsichtsrates, der Kölner Bankier Kurt Freiherr von 
Schröder, bei dem Unternehmen verlangte. Mit der Höhe der Forderung war Lehmann nicht 
einverstanden, denn er spendete 1940 statt der geforderten Summe von 50.000 RM nur die Hälfte.25 
Aber dennoch war Lehmann ein Förderer des SS-Führers Himmlers.  
 
19 Bekanntmachung. Betrifft: Zivile Arbeitskräfte aus den altsowjetischen Gebieten, 29.06.1942. RWWA 11-411-1. 
20 Bekanntmachung. Betrifft: Bestrafung wegen Beihilfe zur Flucht von Kriegsgefangenen, Okt. 1943. RWWA 11-411-1. 
21 In der NSDAP-Mitgliederkartei im Bundesarchiv Berlin konnte seine Mitgliedschaft nicht ermittelt werden. Mitteilung des 
Bundesarchivs Berlin, 29.08.2007. 
22 Westdeutsche Wirtschafts-Zeitung, 20. Jg. (1942), S. 360. 
23 U. a. Katholischer Club Köln und Kölner Philister-Cirkel. Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827.  
24 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
25 Ulrich S. Soénius: Die Zeit des Nationalsozialismus. In: Die Geschichte der unternehmerischen Selbstverwaltung in Köln 
1914-1997, Köln 1997, S. 119-225; hier S. 177.

4
 
Der „Betriebsführer“ Lehmann trat bei öffentlichen Veranstaltungen auf und äußerte sich 
systemkonform. Bei der Ehrung der Arbeitsjubilare von F&G am 18. Dezember 1935 schloss Lehmann 
seine Rede mit einem „Hinweis auf den Wiederaufstieg des deutschen Volkes nach den langen 
Jahren der Not und des Niedergangs“ und dankte dem „Führer und Reichskanzler“.26 Im Januar 1938 
folgte eine weitere Veranstaltung dieser Art, die Lehmann im Vergleich zu den früheren 
Jubilarehrungen sehr viel stärker in den nationalsozialistischen Kontext von der Förderung der 
Betriebsgemeinschaft stellte. Lehmann empfand es als „unsere Pflicht, dem Führer für all das, was er 
für den werktätigen Menschen getan habe, zu danken.“ In seiner Ansprache ging Lehmann auf den 
„Treuegedanken“ ein, der ein „alter deutscher Gedanke“ sei. „Die Treue zur Arbeit“ beweise „die 
adelige Gesinnung des schaffenden Menschen.“27 1940 widmete er seine Ansprache bei derselben 
Gelegenheit der „sozialen Ehre“ und der „sittlichen Verpflichtung“ der Arbeiter gegen sich selbst, dem 
Unternehmen, ihren Familien und dem Staat gegenüber.28  
 
Lehmann versammelte im Krieg die Mitarbeiter zu Betriebsappellen. Im November 1940 wurde ein 
solcher im Carlswerk von der Deutschen Arbeitsfront des Unternehmens durchgeführt, an dem über 
4.000 Mitarbeiter in der großen Kabelhalle teilnahmen. Mit Lautsprechern wurde die Veranstaltung 
nach außen übertragen, damit weitere Mitarbeiter dieser folgten konnten. Die Organisatoren hatten die 
Veranstaltung auf den Schichtwechsel gelegt. So stieg der soziale Druck zur Teilnahme. Die 
Veranstaltung sollte, laut dem Betriebsleiter des Stahlwerks von F&G, „zur Stärkung der 
Kameradschaft und zur Pflege der Werkgemeinschaft“ dienen.29 Bei diesem „Appell“ stellte Lehmann 
das neue „Berufserziehungswerk“ vor, dass die Weiterbildung fördern sollte. In diesem sollte auch, 
„eine Stählung von Körper und Geist erfolgen, damit der einzelne sowohl als die Gemeinschaft die 
Hoffnungen erfüllt, die Volk und Führer auf sie setzen.“ Solche Betriebsappelle wurden mit Besuchen 
hochrangiger NS-Funktionäre wiederholt – im folgenden Jahr sprachen „Generaldirektor Pg. 
Lehmann“ und Gauleiter Josef Grohé.30 Diese Äußerungen zeugen von einem fortgeschrittenen 
Anpassungsprozess. Nach dem Krieg wurde behauptet, dass Lehmann mit der DAF Schwierigkeiten 
gehabt habe und dort zur „persona non grata“ erklärt wurde.31 Solche „Verstimmungen“ waren nicht 
untypisch, denn das allumfassende System der Betriebsgemeinschaft und die Vertretung des 
Belegschaftsinteresses gegenüber dem Unternehmen bereitete den meisten Unternehmern 
Schwierigkeiten – mehr als die sie mit den Gewerkschaften vor 1933 hatten, da sich die DAF auf die 
staatliche Rolle und den Schutz der NSDAP berufen bzw. mit Repressalien drohen konnte.32 
 
Wie sehr nationalsozialistische Gedanken in das Unternehmen Einzug hielten, wird an der 1939 von 
Lehmann unterzeichneten Betriebsordnung deutlich: „Wer dieser nationalsozialistischen 
Betriebsgemeinschaft angehören will, muß sich innerhalb und außerhalb des Betriebes stets 
nationalsozialistischer Gesinnung befleißigen.“33 Der darin formulierte Anspruch an einer 
allumfassenden Indoktrination der Mitarbeiter weist weit über den Umgang miteinander im 
Unternehmen hinaus. Man musste bei Gegnerschaft zum NS-Staat fürchten, seinen Arbeitsplatz zu 
 
26 Jubilarehrung bei der Felten & Guilleaume Carlswerk Actien-Gesellschaft. In: Felten & Guilleaume Carlswerk Rundschau, H. 
17/18, März 1936, S. 74-75. 
27 Zitate der indirekten Rede. Jubilarehrungen im Carlswerk. In: Felten & Guilleaume Carlswerk Rundschau, H. 22, März 1938, 
S. 50-52. 
28 Jubilaren-Ehrung in den Carlswerk-Betrieben. In: Felten & Guilleaume Carlswerk Rundschau, H. 26, März 1940, S. 40-43. 
29 Richard Schaller auf dem Betriebsappell des Carlswerks. In: Der Neue Tag, Nr. 320, 20.11.1940. Auch im Fol. S. auch 
Betriebsappell im Carlswerk, verbunden mit der Eröffnung des betriebseigenen Berufs-Erziehungswerks und der Betriebs-
Volksbildungsstätte. In: Felten & Guilleaume Carlswerk Rundschau, H. 27, Dezember 1940, S. 43-44. 
30 Betriebsappell, 21.10.1941. Rundschreiben, RWWA 11-102-11. Größere Menschenmengen fand Lehmann zwar 
eindrucksvoll, empfand aber auch „Schattenseiten“ dabei, wie er von den Olympischen Spielen in Berlin 1936 berichtete. 
Lehmann an Zapf, 18.08.1936. RWWA 11-185-6. 
31 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
32 Henry A. Turner: Unternehmen unter dem Hakenkreuz. In: Lothar Gall und Manfred Pohl (Hg.): Unternehmen im 
Nationalsozialismus, München 1998 (Schriftenreihe zur Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, 1), S. 15-23, hier S. 19. 
33 Betriebsordnung für die Gefolgschaft der Firma Felten & Guilleaume Carlswerk Aktiengesellschaft zu Köln-Mülheim. RWWA 
11-122-13.

5
verlieren. Die Betriebsordnung trägt die Unterschrift des „Betriebsführers“, der damit auch für den 
Inhalt Verantwortung übernahm  
 
Ausdruck dieser „nationalsozialistischen Gesinnung“ war auch der Umgang mit der jüdischen 
Bevölkerung und Mitarbeiterschaft. Der Vorstand beschloss im Juli 1937, zukünftig nur noch „Arier“ als 
Vertreter zu beschäftigen und „nur in besonderen Fällen Ausnahmen in Erwägung zu ziehen“. Vor 
allem bei Neueinstellungen sei darauf zu achten. Dies galt auch für Auslandsvertreter.34 Diese 
Formulierung ließ durchaus Ausnahmen zu. Doch wenige Monate später wurde von Lehmann 
persönlich bekräftigt, nunmehr sollten auch die „letzten jüdischen Vertreter des Carlswerks ersetzt 
werden“.35 Etwas vorsichtiger war er bei der Behandlung jüdischer Aufsichtsratsmitglieder von F&G, 
besonders bei dem Vertreter der Deutschen Bank, Dr. Georg Solmssen. Der ehemalige 
Vorstandssprecher der Bank war bis 1937 auch deren Aufsichtsratsmitglied, bevor er emigrierte. 
Lehmann war sehr bemüht, Solmssen nicht zu verstimmen. Dabei war dies keine Rücksichtnahme auf 
die Person, sondern auf die Deutsche Bank, die schließlich einen anderen Vertreter benannte.36 Die 
Auswechselung von Solmssen und anderen wurde bis 1937 vollzogen, danach war das Gremium mit 
mehreren Anhängern der NSDAP besetzt. Neben dem Vorsitzenden Kurt Freiherr von Schröder war 
dies besonders Karl Rasche, Vorstandsmitglied und seit 1943 Vorstandssprecher der Dresdner 
Bank.37 
 
Lehmann nahm im NS-Staat Ehrenämter an. Die nationalsozialistische Stadtregierung machte ihm am 
25. Juli 1938 zum Ratsherrn, in einem Stadtrat, der keinerlei Mitbestimmungsrechte mehr hatte.38 
Vermutlich erhoffte er sich hierdurch für sein Unternehmen Informationen und Einfluss. Dass der 
NSDAP-Gauleiter den Mitarbeiter Adenauers und ehemaligen Beigeordneten in die kommunale 
Vertretung berief, zeigt, dass Lehmann inzwischen im NS-Staat angekommen war. Auf die monatliche 
Aufwandsentschädigung in Höhe von 40 Mark verzichtete er und spendete diese der 
Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV). Als Ratsherr wurde er auch Aufsichtsratsvorsitzender 
der Gemeinnützigen AG für Wohnungsbau (GAG).39 
 
Im Krieg äußerte sich Lehmann begeistert über den gewonnenen Westfeldzug und dankte allen 
Mitarbeitern, die als Soldaten „in diesem gewaltigen Ringen mitgewirkt haben“. Gleichzeitig war für ihn 
– wie für viele andere auch – der Krieg nach den ersten Monaten noch nicht beendet: 
„Großdeutschland wartet nunmehr auf die bevorstehende Abrechnung mit England. Wir alle sind 
überzeugt, daß der Endsieg unser ist“. In dem entsprechenden Rundschreiben an die Mitarbeiter, die 
im Kriegsdienst waren, verabschiedete sich Lehmann enthusiastisch „Mit einem kräftigen Heil Hitler!“. 
Den Brief schloss er als „Der Führer des Betriebes“ – nicht, wie sonst üblich – als „Betriebsführer“.40 
Damit übernahm er das für den Staat und die Gesellschaft geltende „Führerprinzip“ auch für seine 
Ebene ausdrücklich. Zu diesem Verständnis gehörte es aber auch, dass er sich bei der Gestapo und 
bei Gericht für Mitarbeiter einsetzte.41 
 
Bereits vor dem Krieg hatte Lehmann in einem längeren Beitrag die Stellung des „Betriebsführers“ 
definiert. In seiner Eigenschaft als Leiter der Industrie-Abteilung der Wirtschaftskammer Rheinland (s. 
u.) veröffentlichte er kurz vor dem 1. Mai 1938 einen Beitrag in der Westdeutschen Wirtschafts-
 
34 Vorstandssitzung 03.07.1937. Protokoll, S. 3. RWWA 11-391-7. 
35 Vorstandssitzung 06.12.1937. Protokoll, S. 3. RWWA 11-391-7. 
36 Lehmann an Zapf, 06.11.1936. RWWA 11-185-6. 
37 Ralf Ahrens: Karl Rasche (1892-1951). In: Hans Pohl (Hg.): Deutsche Bankiers des 20. Jahrhunderts, Stuttgart 2008, S. 343-
355. S. a. O.M.G.U.S. Office of Military Government for Germany, United States: Ermittlungen gegen die Dresdner Bank, 
Nördlingen 1986, S. 255-267. 1945 mussten einige der Aufsichtsratsmitglieder ausscheiden. Ms. Carlswerksgeschichte für die 
Zeit von 1927-1951. RWWA 11-136-9, S. 34. Dort falsch „Paul“ Rasche. 
38 Horst Matzerath: Köln in der Zeit des Nationalsozialismus 1933-1945, Köln 2009 (Geschichte der Stadt Köln, 12), S. 153-154. 
39 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
40 Lieber Arbeitskamerad! Rundschreiben, Juli 1940. RWWA 11-77-7. 
41 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29.

6
Zeitung.42 Der Tag der Arbeit diene nicht nur der Freude und Erholung, „sondern [mit ihm sei] vor 
allem eine machtvolle Bekundung der Veränderungen, die mit dem politischen Umbruch auch in dem 
gegenseitigen Verhältnis der im Arbeitsprozeß Stehenden eingetreten“. Im Vordergrund stünde nun 
der „Gedanke der Zusammengehörigkeit aller Werktätigen und die zu seiner Verwirklichung 
unerlässliche Voraussetzung – die wahre Betriebsgemeinschaft“. Der Unternehmer – in der 
nationalsozialistischen Terminologie der allumfassenden Volksgemeinschaft der Betriebsführer – 
diene dem „Wohl der Gefolgschaft“. Dazu gehöre in erster Linie die Vermeidung der Arbeitslosigkeit. 
Drohe diese, müsse durch Umverteilung Arbeit geschaffen werden. Niemand dürfe 
„Betriebsentlassungen vornehmen, ohne sich genauestens Rechnung darüber zu geben, ob keine 
andere Lösung, keine andere Entscheidung möglich“ sei. Doch bei allem sozialen Verständnis 
bestand Lehmann darauf, dass die eigentliche Voraussetzung für die Sicherung der Arbeitsplätze die 
richtige unternehmerische Entscheidung sei. Derjenige, „der unaufhörlich für die gesunde 
wirtschaftliche Entwicklung des ihm anvertrauten Unternehmens sorgt durch regste geschäftliche 
Betätigung, durch Weiterentwicklung der Erzeugnisse und Werksanlagen und durch eine vorsichtige 
Finanzpolitik“, schaffe die Sicherung der Arbeitsplätze. Daher sei „richtige Sozialpolitik“ langfristig 
angelegt. Weitere Aufgaben der „Betriebsführer“ seien die vernünftige Lohnbildung, die angemessene 
Preisbildung, die Erhaltung der Gesundheit der Mitarbeiter, die Altersversorgung, die Unfallverhütung, 
gesunde, sichere und ansprechende Arbeitsstätten im Sinne der „Schönheit der Arbeit“, 
Werkswohnungsbau, Urlaubsgewährung und Förderung von „Kraft durch Freude“ und die Einrichtung 
von Sportmöglichkeiten im Unternehmen. Diese Aufgaben seien jeweils an den Gegebenheiten des 
Unternehmens auszurichten. Daher käme es „bei der Beurteilung des Verantwortungsbewusstseins 
des Betriebsführers nicht so sehr auf das Ausmaß des Erreichten, als auf das Ausmaß seines Wollens 
an.“ Damit relativierte Lehmann den Anspruch der DAF, die einen starken Einschnitt in die 
unternehmerische Freiheit erforderte. Lehmann pochte vehement auf die Entscheidungshoheit des 
Unternehmers und lehnte den ständigen Wettbewerb um besondere soziale Leistungen ab. Dies war 
ein scharfer Gegensatz zu den Apologeten der DAF, die sich an die Tatsachen hielten und von den 
Unternehmern „soziale Rechenschaftsberichte“ erwarteten.43 Zwar verlangte Lehmann, dass sich 
Unternehmer entsprechend um die Mitarbeiter zu bemühen hätten und damit deren Verständnis für 
unternehmerische Entscheidungen zu wecken. Aber sie sollten auch keine Versprechungen machen, 
die nicht einzulösen seien. Dabei war er kein „Arbeiterfeind“ – als er aus dem Amt des städtischen 
Beigeordneten schied, urteilte der Stadt-Anzeiger, dass Lehmann wie kaum ein anderer 
Beigeordneter eine gute Resonanz bei der äußersten Linken in deren Presseorganen gefunden habe. 
So hatte unter Lehmann die Strecken- und Tarifgestaltung der Städtischen Bahnen eine 
sozialpolitische Komponente gewonnen, da die neuen, vom Innenstadtkern und den großen 
Industriebetrieben entfernten Wohnsiedlungen an das Straßenbahnnetz angeschlossen wurden.44 
 
Lehmann und die Industrie- und Handelskammer 
Das Verhalten im Unternehmen wirft die Frage auf, wie sich Lehmann außerhalb des Unternehmens 
verhielt – dies kann anhand seiner Rolle in der Interessenvertretung der Wirtschaft analysiert werden. 
Das war traditionell die Industrie- und Handelskammer zu Köln (IHK). Nach der Machtübertragung an 
Hitler im Januar 1933 wurde die IHK „gleichgeschaltet“. Im folgenden Jahr wurde bei den Kammern 
das so genannte „Führerprinzip“ eingeführt, das dem Präsidenten der IHK in Abstimmung mit dem 
Gauwirtschaftsberater der NSDAP die Auswahl der Beiratsmitglieder überließ. Vorher wurden die 
Mitglieder der Vollversammlung von den Mitgliedsunternehmen gewählt.45 Präsident war seit April 
1933 Kurt Freiherr von Schröder, Bankier und Teilhaber des Bankhauses J. H. Stein, aber seit 1937 
 
42 Westdeutsche Wirtschafts-Zeitung, 16. Jg. (1938), S. 331-333. 
43 Der soziale Rechenschaftsbericht des Betriebsführers. Sonderdruck aus: Jahrbuch 1939 des Arbeitswissenschaftlichen 
Instituts der Deutschen Arbeitsfront. 
44 Klaus Pabst: Konrad Adenauers Personalpolitik und Führungsstil. In: Stehkämper, Adenauer, S. 249-294, hier S. 265, 268. 
45 Soénius, Zeit, S. 166, 169-172.

7
auch Aufsichtsratsvorsitzender von F&G.46 Lehmann wurde 1936 – als Nachfolger von Georg Zapf – 
in den Beirat der IHK Köln berufen.47 Ein Jahr später erfolgte seine Benennung zum Präsidialmitglied. 
 
Zeitgleich wurde er zum Leiter der Industrie-Abteilung der Wirtschaftskammer Rheinland berufen.48 
Diese war 1935 als eine von 18, später 27 Wirtschaftskammern im Reich als regionale 
Untergliederung der Reichswirtschaftskammer geschaffen worden und diente als verlängerter Arm der 
Reichsregierung. Zusammengefasst wurden in ihr die IHKs, die Handwerkskammern und die 
Wirtschaftsverbände. Der Bezirk umfasste die südliche Rheinprovinz. In der Wirtschaftskammer, 
deren Geschäfte die IHK Köln führte und die kein eigenes Gebäude besaß, wurden einzelne 
Abteilungen geschaffen, die in die Rüstungsplanung, die Devisenbewirtschaftung, die Vergabe 
öffentlicher Aufträge und die Rohstoffkontingentierung eingebunden waren. In dieser Hinsicht kam der 
Industrie-Abteilung eine besondere Rolle zu. Sämtliche Industrieunternehmen wurden von dem 
hauptamtlichen Personal der Abteilung betreut. In der Kriegswirtschaft agierte die Industrie-Abteilung 
eigenständig zwischen den staatlichen Stellen und den Unternehmen.49 Lehmann, der an der Spitze 
als Sprecher der Industrie in der südlichen Rheinprovinz amtierte, kam auch öffentlich eine 
herausgehobene Bedeutung zu – neben dem Präsidenten der beiden Kammern, von Schröder, war er 
die bekannteste Person der Wirtschaftsorganisation. Nach Auflösung der IHK sowie der 
Wirtschaftskammer zum 31. Dezember 1942 und der Errichtung der Gauwirtschaftskammer Köln-
Aachen fungierte Lehmann bis Kriegsende als Präsidialmitglied, während er auch Vorsitzender der 
weiter bestehenden Industrie-Abteilung blieb. 
 
Anlässlich seines 60. Geburtstages erhielt Lehmann eine gemeinsame Urkunde der 
Wirtschaftskammer Köln sowie der Industrie- und Handelskammer zu Köln, in der seine Ämter in der 
Wirtschaftsorganisation hervorgehoben wurden. „Mit unermüdlicher Schaffenskraft und in steter 
Hilfsbereitschaft sind Sie maßgebend um den Wiederaufbau der rheinischen Wirtschaft im 
nationalsozialistischen Deutschland bemüht gewesen und haben ihre ganze Persönlichkeit auch in 
den Dienst unserer Wehrwirtschaft gestellt, um die heimische Wirtschaft mit zum Garanten des 
deutsche Sieges im gewaltigen Völkerringen unserer Tage zu machen.“50 Zwar behauptete Lehmann 
nach dem Krieg, er habe diese Ämter nur genutzt, „um entgegen allen übertriebenen Anforderungen 
der Behörden und der Partei die Kölner Industrie vor einem sinnlosen Einsatz für den Krieg auf Kosten 
ihrer Friedensaufgaben zu schützen“, und Mitarbeiter der IHK bescheinigten ihm, es sei Lehmann zu 
verdanken, dass „trotz allen Kriegseinwirkungen die jetzige [1947] Friedensproduktion so rasch wieder 
aufgenommen werden konnte.“51 Aber während der NS-Zeit wurde dies anders gesehen: Als Leiter 
der Industrie-Abteilung habe er „bei der fein verästelten Industrie dieses Bezirks die Einschaltung des 
großgewerblichen Schaffens in die Rüstungswirtschaft“ besonders gefördert.52  
 
Wie andere Unternehmer wurde Lehmann 1938 durch das Oberkommando des Heeres zum 
Wehrwirtschaftsführer ernannt. Für ihn habe dieses Amt keine Bedeutung gehabt, denn er habe nur 
einmal kurz nach der Ernennung an „einem Bierabend im Kreise mehrerer hundert Herren in Berlin“ 
 
46 Ulrich S. Soénius: Bankier und „Geburtshelfer“ – Kurt Freiherr von Schröder. In: ders. (Hg.): Bewegen – Verbinden – 
Gestalten. Unternehmer vom 17. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift für Klara van Eyll zum 28. September 2003, Köln 2003 
(Schriften zur rheinisch-westfälischen Wirtschaftsgeschichte, Bd. 44), S. 335-350. 
47 Diese und die folgenden Daten Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
48 Die Berufung nahm von Schröder nach Vorschlag der Reichsgruppe der Industrie vor. Kölnische Zeitung, 29.11.1937; 
Rundschreiben Lehmanns an die „industriellen Firmen im Wirtschaftskammerbezirk Köln“. RWWA 11-123-12. In dieser Funktion 
veröffentlichte er unter seinem Namen am 29.12. 1937 im Westdeutschen Beobachter einen Beitrag über die Entwicklung der 
Industriebetriebe im ablaufenden Jahr. 
49 Soénius, Zeit, S. 164-167. 
50 RWWA 349-1-1. Unterschrieben wurde die Urkunde von Kurt Freiherr von Schröder, Präsident in beiden Kammern, und Dr. 
Paul Brandt, Hauptgeschäftsführer in Personalunion. 
51 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
52 Zitiert nach Soénius, Zeit, S. 181.

8
teilgenommen.53 Dieser „Ehrentitel“ hatte in der Tat deklamatorischen Charakter, eine wirkliche 
Bedeutung in der NS-Hierarchie war damit nicht verbunden. Lehmann war ferner seit 1938 Mitglied 
des Bezirksbeirats der Reichsbankhauptstelle Köln, die nur einmal 1940 tagte. 1936 ernannte ihn die 
RWTH zum Ehrenbürger. 1938 folgte die Ernennung der Universität zu Köln zum Ehrensenator.54 
Damit wurde öffentlich dokumentiert, dass Lehmann zu den Persönlichkeiten der Wirtschaft im NS-
Staat gehörte.  
 
Zu seinem 60. Geburtstag widmete die Westdeutsche Wirtschafts-Zeitung, die Zeitschrift der IHK Köln 
und der Wirtschaftskammer Rheinland, Lehmann einen zweiseitigen Beitrag unter der Überschrift 
„Persönlichkeitswerte in der Wirtschaft“.55 Darin wurde seine Tätigkeit für die Gesamtwirtschaft 
besonders gelobt. An persönlichen Eigenschaften schätzte der Verfasser, dass Lehmann sich der 
Wissenschaft verbunden fühlte, Technik und Verwaltungserfahrung einbringen konnte sowie 
Organisationsgeschick besaß. Diese Eigenschaften prädestinierten ihn, „die rheinische Wirtschaft mit 
ihrer weitverzweigten Industrie in das große Programm der deutschen Rüstungswirtschaft 
einzugliedern“. Der Artikel verzichtet auf die Nennung konkreter Handlungen Lehmanns. Auch die 
Kölnische Zeitung urteilte, dass sich Lehmann in um die Kriegswirtschaft große Verdienste erworben 
habe, vor allem bei der Umstellung von Zivilgütern auf Rüstungsproduktion: „Der Name Lehmann wird 
daher mit der kriegswirtschaftlichen Geschichte des Rheinlandes immer verbunden bleiben.“ Sein 
Wirken habe hohes Ansehen „in den führenden Kreisen der Wirtschaft und der Partei“ 
hervorgerufen.56 
 
Seit Anfang 1943 war Lehmann Bezirksobmann Köln-Aachen des Rüstungsministeriums und damit 
eingebunden in die Ausweitung der Rüstungswirtschaft im Gebiet der Gauwirtschaftskammer. Nach 
seiner Aussage bestand seine Aufgabe lediglich darin, die vom Rüstungsobmann des Wehrkreises VI 
ernannten Vertrauensleute zu unterstützen und zu schützen. Dabei handelte es sich um Forderungen 
nach Energie- und Kohlenlieferungen, nach Transportmitteln und die Abwehr von zu hoch 
erscheinenden Arbeiterabziehungen durch Einberufung. Für die Tätigkeiten in der Kriegswirtschaft 
wurde der Zivilist mehrfach ausgezeichnet, 1939 erhielt er das Luftschutzzeichen II. Klasse sowie 
1940 bzw. 1943 das Kriegsverdienstkreuz II. und I. Klasse.57 
 
Nach dem Krieg 
Am 29. Mai 1945 wurde Lehmann „vorläufig“ von seinem Amt als Generaldirektor suspendiert.58 In der 
Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember 1945 wurden in einer zonenweiten Aktion über siebzig 
Aufsichtsräte und Vorstandsmitglieder der Eisen- und Stahlindustrie vom britischen Field Security 
Service verhaftet. Der Schwerpunkt der Aktion lag im Ruhrgebiet, aber auch in Köln wurden einige 
Unternehmer abgeführt, u. a. Lehmann.59 Er blieb bis zum 19. August 1947 im 5. Civilian Internment 
Camp in Staumühle interniert. Nach seinen Angaben wurde er nicht verhört, auch Anschuldigungen 
seien ihm nicht genannt worden.60 Über die Zeit der Internierung schwieg Lehmann in den folgenden 
Jahren.61 
 
 
53 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. Zur fehlenden Eignung dieses Titels als „Indikator“ für Nachweis 
besonderer Nähe zum Nationalsozialismus s. Paul Erker. Industrieeliten in der NS-Zeit. Anpassungsbereitschaft und 
Eigeninteresse von Unternehmern in der Rüstungs- und Kriegswirtschaft 1936-1945, Passau 1993, S. 5. 
54 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
55 Westdeutsche Wirtschafts-Zeitung, 20. Jg. (1942), S. 359-360. 
56 Kölnische Zeitung, 18.05.1942. 
57 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
58 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
59 Klaus Dietmar Henke: Die amerikanische Besetzung Deutschlands, München 1995 (Quellen und Darstellungen zu 
Zeitgeschichte, Bd. 27), S. 563-564; Soénius, Im Auftrag, S. 293. Ebenfalls interniert wurden die Vorstandsmitglieder Carl 
Overhoff und Dr. Ulfilas Meyer. Ms. Carlswerksgeschichte für die Zeit von 1927-1951. RWWA 11-136-9, S. 35. 
60 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. Auch anderen Industriellen wurde ein Verhaftungsgrund nicht mitgeteilt. 
Henke, Besetzung, S. 564-566. 
61 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29.

9
Im anschließenden Entnazifizierungsverfahren brachte Lehmann eine Reihe von Zeugenaussagen 
bei, die vor allem belegen sollten, dass er sich als Generaldirektor jeglicher Einflussnahme der 
NSDAP oder ihrer Gliederungen auf das Unternehmen entgegengestellt hatte. So habe er keinen 
Mitarbeiter gedrängt in die NSDAP einzutreten, von einer Mitgliedschaft auch keine Neueinstellung 
oder Beförderung abhängig gemacht. Unter anderem soll Lehmann einem Bewerber mitgeteilt haben, 
„dass er einen Herrn braucht, der ihm die unbedingte Gewähr dafür bietet, dass die Personal- und 
Sozialabteilung nicht zu einer Filiale der NSDAP werde.“62 Dies schien gegen die DAF und ihre 
versuchten Einflüsse auf die Unternehmen gerichtet gewesen zu sein. Lehmann konnte zahlreiche 
solcher für ihn positiven Zeugnisse vorlegen. Als Beweis seiner antinationalsozialistischen Gesinnung 
führte er im Entnazifizierungsverfahren an, dass dem Unternehmen die Zuerkennung eines 
Gaudiploms für herausragende betriebliche Sozialarbeit bzw. die Anerkennung als 
„Nationalsozialistischer Musterbetrieb“ versagt blieb.63 Jedoch hatte F&G das Gaudiplom für 
Berufsausbildung und das für Gesundheitspflege erhalten. Als Entlastung hab Lehmann an, dass ihm 
die Ehrendoktorwürde aus politischen Gründen versagt wurde, da seine Tätigkeit als 
„unnationalsozialistisch“ bezeichnet und dass er von der Gestapo verdächtigt wurde.64  
 
Seine Einlassungen und die Zeugenaussagen führten schließlich 1948 zur Einstufung als „voll 
entlastet“. Dies ermöglichte Lehmann die Rückkehr in das Unternehmen. Angeblich sei ihm 1947 das 
Amt des Vorstandsvorsitzenden angeboten worden, was er aber abgelehnt haben soll.65 1948 wurde 
er daher Mitglied des Aufsichtsrates und 1952 dessen Vorsitzender. Lehmann griff wohl als 
Aufsichtsrat in das operative Geschäft ein, da er ein „Sondermandat“ erhielt, das ihn berechtigte, aktiv 
in der Unternehmensleitung tätig zu sein.66 Nach zehn Jahren gab er das Amt auf und wurde 
Ehrenvorsitzender.  
 
Im Unternehmen war Lehmann noch präsent. Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums des Carlswerks 
am 23. Juli 1949 berichtete der Direktor von F&G, Dr. Joseph Horatz, über das Ansehen des 
Unternehmens im Ausland. „Es ist mir eine Freude und Genugtuung zu sagen, daß dieser gute Klang 
auch unter dem Schatten der Ereignisse des 1000jährigen Reiches und des Krieges nicht gelitten 
hat.“ In Frankreich, den Niederlanden, Belgien und Dänemark habe er bestätigt bekommen, dass F&G 
„sich während des Krieges taktvoll und zurückhaltend benommen hat, keine fremden 
Unternehmungen erworben und keine Treuhänderschaften übernommen hat.“ Horatz sprach dem 
anwesenden Lehmann, zu der Zeit stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates, „den Dank des 
Vorstandes für diese vornehme Rücksicht und einzigartige Haltung“ aus.67. Zudem wurde er als 
Zeitzeuge herangezogen. 1951 veröffentlichte die Werkszeitschrift von F&G einen Beitrag von ihm 
über den Bau der Mülheimer Brücke.68 Neben dem Aufsichtsrat von F&G war er bis zu seinem Tod am 
2. August 1965 in Köln Vorsitzender des Aufsichtsrats des Eschweiler Bergwerkvereins, Kohlscheid, 
dem er seit 1936 angehörte und dessen Vorsitz er von 1939 an ununterbrochen innehatte.  
 
Sein Ansehen im Unternehmen und auch in der Wirtschaft war demnach wenige Jahre nach 
Kriegsende wieder hergestellt – aber einige Ämter blieben ihm verwehrt. Besonders schmerzte 
Lehmann, dass er nicht mehr Mitglied der Vollversammlung der IHK sein konnte. Am 13. Mai 1957 
wählte diese ihn jedoch zum Ehrenmitglied. Wer darauf Einfluss genommen hatte, bleibt im Dunkeln. 
„Die Wahl“, so der Text der Urkunde, „erfolgte in Anbetracht Ihrer großen Verdienste um die heimische 
Wirtschaft, die Sie als Unternehmer bei der Führung eines der bedeutendsten Industrieunternehmen 
 
62 Aussage Dr. Fritz Reermann, Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
63 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
64 Entnazifizierungsakte. LA NRW NW1049 Nr. 39827. 
65 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
66 Hilgermann an Präsident Franz Greiß, 03.05.1957. RWWA Abt. 1, 1 1101 2. 
67 Festansprache des Herrn Direktor Dr. Horatz in der Belegschaftsversammlung aus Anlaß des 75jähr. Jubiläums der Felten & 
Guilleaume Carlswerk Aktien-Gesellschaft am 23. Juli 1949. In: F & G Rundschau, H. 28, April 1950, S. 3-8. 
68 Fritz Lehmann: Erinnerungen an den Bau der ersten Köln-Mülheimer Hängebrücke (1927-1929). In: Felten & Guilleaume 
Rundschau, H. 33, 1951, S. 237-240.

10
und als Mitglied der Vollversammlung, als Vizepräsident und Vorsitzender des Industrieausschusses 
sowie durch Ihre intensive Mitarbeit in verschiedenen sonstigen Arbeitsausschüssen der Kammer 
erworben haben.“69 Hier wurde eine nicht vorhandene Kontinuität konstruiert, denn die Nachkriegs-
IHK hatte nichts gemein mit der gleichnamigen Institution im NS-Staat. Verfassung, leitende Personen 
und tatsächliche Wirkung unterschieden sich vollends. Die Überführung des prominenten 
Angestellten-Unternehmers mit seinen Ämtern aus der NS-Zeit in die Nachkriegszeit war damit 
gelungen. Dies kann als Aussöhnungspolitik verstanden werden. Während in staatlichen und 
universitären Bereichen die Kontinuität zu Amtsinhabern sehr viel früher wieder hergestellt war, hatte 
sich die Wirtschaft damit noch schwergetan. Hervorgehoben wurden 1957 die hilfreichen Verdienste 
Lehmanns um den Außenhandel. Dies habe er vollbringen können, weil er in der NS-Zeit daran 
festgehalten habe. Im Jargon der 1950er Jahre hieß dies: „Das Vertrauen des Auslandes haben Sie 
sich auch in schwierigen Zeiten durch Ihre aufrechte Haltung zu sichern gewußt.“ Lehmann habe auch 
„Widerstand gegen die im Zuge der Aktion ,Verbrannte Erde‘ befohlene Zerstörung wichtiger 
Kapitalgüter“ geleistet. Auch seine Verdienste um die betriebliche Sozialpolitik sowie der Verbindung 
zwischen Wissenschaft und Wirtschaft wurden hervorgehoben.  
 
Lehmann fühlte sich geehrt – er dankte dem Präsidenten Franz Greiß und beschönigte seine Rolle in 
der NS-Zeit. Er habe sich „immer bemüht ..., nur den wahren Interessen der Wirtschaft zu dienen und 
– soweit mir das möglich war – abzuwehren, was ich mit den Interessen nicht für vereinbar hielt.“ 
Nunmehr sei die „engere Verbindung“ zwischen der IHK und ihm wiederhergestellt.70 Eine andere 
Verbindung hätte es auch nicht geben können, denn aufgrund der fehlenden Unternehmereigenschaft 
war er nicht mehr in die IHK wählbar. Hinzu kam die politische Belastung, die die Institution in den 
ersten Nachkriegsjahren berücksichtigen musste. Lehmann bezeichnete die NS-Zeit stets als „frühere 
schwere Jahre“71 – so, als ob er ein Opfer dargebracht hätte. Aber nicht nur die IHK, sondern auch die 
Universität zu Köln zollte Lehmann 1957 eine Anerkennung, auf die er bisher verzichten musste: Er 
wurde zum Dr. rer. nat. h. c. ernannt.72 
 
In der Öffentlichkeit wurde seine Rolle als Verantwortlicher für die Kriegsrüstung zu seinen Lebzeiten 
beschönigt. Die Rezeption seiner Tätigkeit stellt ein Beispiel dar, wie die deutsche Gesellschaft 
Tätigkeiten für den NS-Staat verdrängte. Zu seinem 75. Geburtstag schrieb der Industriekurier: „Fritz 
Lehmann hat mit seinem reichen technischen Wissen und seinen umfassenden organisatorischen 
Fähigkeiten entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung des Carlswerk-Konzerns genommen. Dabei 
galt sein besonderes Augenmerk der Pflege und dem Ausbau der internationalen Beziehungen, die 
durch die Wirren der Kriegs- und Nachkriegsjahre überdauert haben.“ Anscheinend hatte der Manager 
die Kontakte mit dem Ausland – unabhängig von den militärischen Auseinandersetzungen – 
aufrechterhalten. Der Industriekurier stellte dann dieses Wirken in unmittelbaren Zusammenhang mit 
der Tätigkeit in der IHK73: „Das Vertrauen, das er in Kreisen der rheinischen Wirtschaft genießt, fand 
seinen Ausdruck darin, daß er lange Jahre Vizepräsident der IHK zu Köln als Vertreter der Industrie 
war.“ Dabei wurde verschwiegen, dass er Vizepräsident der IHK von 1936 bis 1942 und bis 1945 der 
Gauwirtschaftskammer war, aber in der Nachkriegszeit keine Ämter mehr übernehmen durfte. Fünf 
Jahre später – zum 80. Geburtstag – wiederholte der Industriekurier seine Würdigung – wiederum 
ohne Bezug zur NS-Zeit.74 Die Redaktionen bedienten sich bei solchen Meldungen des Materials, das 
die Unternehmen zur Verfügung stellten. Sowohl in den Pressemitteilungen zum 75. und zum 85. 
Geburtstag wie auch zum Ableben wurde daraufhin gewiesen, dass er 1936 Generaldirektor wurde. 
 
69 Urkunde zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft. RWWA Abt. 1, 1 1101 2. Auch im Folgenden. 
70 Fritz Lehmann an Präsident Franz Greiß, 11.06.1957. RWWA Abt. 1, 1 1101 2. Auch im Folgenden. 
71 Dankesbrief für Glückwünsche zum 80. Geburtstag. Fritz Lehmann an Präsident Eugen Gottlieb von Langen, 01.06.1962. 
RWWA Abt. 1, 1 1101 2. 
72 Zu diesem Vorgang sind im Universitätsarchiv keine Quellen vorhanden. Auskunft des UAK, 01.02.2010. Die Angabe aus 
Nachrufen. 
73 Industriekurier, 18.05.1957.  
74 Industriekurier, 17.05.1962. Ähnlich Deutsche Zeitung, Kölner Stadt-Anzeiger, Handelsblatt, 18.5.1962. Die Wortgleichheit 
lässt vermuten, dass die Redaktionen eine entsprechende Pressemitteilung des F&G-Konzerns unkritisch übernommen haben.

11
Die Absetzung und die Internierung 1945 sowie die folgenden Jahre wurden ausblendend: „1948 trat 
er in das Präsidium des Aufsichtsrats über, dessen Vorsitz er 1952 übernahm.“ – so, als wäre dies ein 
fließender Übergang gewesen.75 Ein weiteres Beispiel dafür, dass im Unternehmen an dem 
ehemaligen Vorstandsvorsitzenden festgehalten wurde, zeugte die Feierlichkeit, die ihm zum 
„25jährigen Dienstjubiläum“ 1952 gegeben wurde. Nicht nur, dass eine Aufsichtsratstätigkeit 
normalerweise nicht als „Dienstjubiläum“ gewertet wurde, es wurde in der Rede des Nachfolgers 
Horatz der Sachverhalt der Abberufung durch die Alliierten entstellt und die Diskkontinuität 
verschwiegen. Horatz erinnerte sich „mit Schaudern … an jene Zeit, wo es weder eine deutsche 
Behörde noch eine deutsche Regierung gab und wir schonungslos der Macht der Sieger ausgeliefert 
waren“.76 Dies stellte sicher einen Fall von „personeller Diskontinuität und mentaler/habitueller 
Kontinuität“ dar, die Erker als das herausragende Moment in der Betrachtung der Nachkriegsphase 
bezeichnet.77 
 
In der Öffentlichkeit wurde die „Legende“ auch nach seinem Tod 1965 weitergedreht. In zahlreichen 
Kondolenzschreiben wurde auf die Leistung Lehmanns eingegangen. Stadtdirektor Prof. Dr. Heinz 
Mohnen (SPD) schrieb dem Unternehmen, dass der Name Lehmann mit „der Entwicklung des F&G-
Konzerns … stets verbunden sein“ werde. Die Ämter des Verstorbenen in der IHK wurden in dem 
Schreiben ohne Zeitbezug angegeben. Lehmann habe sich in diesen „über den Rahmen des 
unternehmerischen Wirkens hinaus große Verdienste um die rheinische Wirtschaft erworben“. Die 
Stadtführung nahm nicht zur Kenntnis, dass die Zeit, in der Lehmann für die regionale Wirtschaft 
gewirkt hatte, die Jahre der Aufrüstung und der Kriegswirtschaft gewesen war. Seine zahlreichen 
Ehrungen wurden wie selbstverständlich aneinandergereiht: Das Große Verdienstkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland stand neben dem von einer NS-Universitätsführung 
verliehen Titel des Ehrensenators.78 Der Vorstand der Rheinische Braunkohlenwerke 
Aktiengesellschaft (Rheinbraun) erinnerte in einem Kondolenzschreiben an die Tätigkeit von Lehmann 
als Mitglied des Aufsichtsrats 1934 bis 1944 und als Mitglied des Aufsichtsratspräsidiums 1943 bis 
1944 der Rheinische Braunkohlen-Syndikat GmbH, einer Tochterfirma, die Lehmann 1948 auf Bitten 
von Rheinbraun liquidierte.79 Die Industrie- und Handelskammer vermittelte den Eindruck, er habe seit 
1936 regelmäßig an den Sitzungen teilgenommen – in Wirklichkeit war dies aber zwischen 1945 und 
1957 unmöglich gewesen. Er habe sich intensiv bemüht, „die von alliierter Seite angeordneten 
Demontagen und Zerstörungen zu vermeiden“ und damit den Wiederaufbau der durch den Krieg 
„ohnehin schwer in Mitleidenschaft gezogenen Kölner Wirtschaft wesentlich gefördert“. Lehmann, so 
bescheinigte die IHK ihrem Ehrenmitglied, habe sich „dank seiner stets lauteren Gesinnung schon 
frühzeitig“ großes Vertrauen und Ansehen im Ausland erworben.80 Dagegen fiel das 
Kondolenzschreiben des Alt-Bundeskanzlers Konrad Adenauer äußerst nüchtern aus. Auf Briefpapier 
ohne Amtsbezeichnung fasste sich der ehemalige Vorgesetzte von Lehmann, der ihn in Köln 
eingestellt hatte und mit dem er eng zusammenarbeitete, äußerst kurz: „Sehr geehrte Herren! Mit 
Ihnen betrauere ich den Heimgang Ihres Mitarbeiters [!], Herrn Dr. Fritz Lehmann, den ich sehr 
geschätzt habe. In aufrichtiger Teilnahme …“. 81  
 
Auch Jahre später schien sich niemand an die Kriegszeit zu erinnern, als am 21. Mai 1968 nach 
Lehmann eine Straße in Köln-Mülheim benannt wurde. Dauerte es nach seinem Tod weniger als drei 
 
75 Presseerklärungen 1957, 1962, 1965. RWWA Abt. 1, 1 1101 2. 
76 Horatz, Gedanken. RWWA 11-10-29. 
77 Erker, Industrieeliten, S. 18. 
78 Prof. Dr. Mohnen, Stadtdirektor, an F&G, 04.08.1965. RWWA 11-67-7. Auch der offizielle Nachruf des Unternehmens reiht 
alles aneinander. Vorblatt zu F & G Rundschau, H. 54, 1967; Ehrensenator und Mitglied des Kuratoriums der Universität Köln, 
Großes Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland zum 75. Geburtstag, Großoffizier des Ordens der Eichenkrone von 
Luxemburg (1937), Ehrenbürger RWTH Aachen, Dr. rer. nat. h. c. 1957 Universität Köln. S. auch Kleinertz/Pabst, Kölner 
Beigeordneten, S. 632; RWWA 11-66-6. 
79 Vorstand Rheinische Braunkohlenwerke Aktiengesellschaft an F&G, 05.08.1965. RWWA 11-67-7. 
80 IHK an F&G, 03.08.1965. RWWA 11-67-7. 
81 Konrad Adenauer an F&G, 05.08.1965. RWWA 11-67-7.

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Jahre, bis eine Straßenbenennung erfolgte und es wurde eine Straße in dem Stadtteil gefunden, in 
dem F&G produzierte. Bei dem fast schon vergessenen Georg Zapf belief sich der Zeitabstand 
zwischen Tod und Benennung auf über zwanzig Jahre.82 Die Vergangenheit in der NS-Zeit schien 
kein Hindernis bei der Benennung gespielt zu haben. Auch F&G ehrte Lehmann nach dem Krieg mit 
einem Erinnerungsort. Zum 75. Geburtstag wurde 1957 das um einen zweiten Bauabschnitt erweiterte 
Sozialgebäude in „Dr.-Fritz-Lehmann-Haus“ benannt.83  
 
Fazit 
Grundlegend für die Analyse der deutschen Unternehmer in der NS-Zeit ist die Studie von Paul Erker 
mit dem Titel „Industrieeliten in der NS-Zeit“.84 Darin werden als Kriterien, die eine Nähe der 
Unternehmer zum NS-Staat ausmachten, genannt: das Verhalten zu jüdischen Unternehmern und zu 
dem Einsatz von Zwangsarbeitern, die Affinität zu der nationalsozialistischen Betriebsführer- und 
Betriebsgemeinschaft, die direkte Verbindung mit der Partei und ihren Organisationen und das 
Verhalten während des Kriegs und zu dessen Auswirkungen.85  
 
Lehmann war einer der „Funktionärs-Manager“, die aus dem Kaiserreich und der Weimarer Republik 
stammten, „die gleichzeitig Ämter in der NS-Wirtschaftsverwaltung und in einem Großunternehmen 
wahrnahmen und dabei Denktraditionen und Karrieremuster der deutschen Großindustrie 
verkörperten“.86 Dieser Typ von Unternehmern wurde instrumentalisiert, um das Know-how der 
Unternehmen in die NS-Wirtschaftspolitik einzubringen. Weniger Parteibuch, dafür mehr Effizienz war 
in der Unternehmensleitung gefragt.87 Lehmann war ein solcher, technisch versierter, dem Wohl des 
Unternehmens verschriebener Lenker, der zugleich sein Wissen und Organisationskraft in die 
Wirtschaftsorganisation einbrachte. Dabei war er kein Einzelfall. Die Nationalsozialisten schafften es, 
zahlreiche Industrielle zur Übernahme von Ämtern zu bewegen, die nach außen hin Einfluss und 
Leistung bezeugten, dies aber nicht unbedingt tatsächlich hatten. Bedeutung kam den Ämtern in der 
Kriegswirtschaft zu, in denen die Verantwortlichen in das Rüstungssystem eingebunden wurden.  
 
Die unkritische, aber zeittypische fehlende Auseinandersetzung mit den Tätigkeiten in der NS-Zeit 
nach dem Zweiten Weltkrieg ist aus dem unternehmerischen Interesse nachzuvollziehen. Lehmann 
war ein erfolgreicher Manager; der F&G in seiner aktiven Zeit betriebswirtschaftlich den Aufschwung 
und der Stadt Köln volkswirtschaftlich Arbeitsplätze und Steuerzahlungen erbrachte. Dass Lehmanns 
Rolle unkritisch gesehen wurde, war ein weit verbreitetes Phänomen der Nachkriegszeit. Hinzu kam, 
dass er sein Verhalten stets rechtfertigte und keine Verantwortung übernahm, so z. B. für den Einsatz 
von Zwangsarbeitern. Bemerkenswert ist aber weniger sein Verhalten, sondern das der anderen. Der 
Erfolgsmensch Lehmann übte eine Überzeugungskraft aus, andere für seine Vorhaben und sein 
Wirken zu gewinnen.88 Wahrscheinlich musste er auch keinen Druck auf die Verantwortlichen bei F&G 
ausüben, ihn nach dem Krieg entsprechend zu würdigen. Diese führten unkritisch den Lebenslauf in 
eine Kontinuität, die die Vergangenheit ausblendete. Dabei war die Handlungsweise Lehmanns in der 
NS-Zeit durchaus verbreitet. Die meisten Unternehmer, die sich in den Dienst des Nationalsozialismus 
stellten, taten dies mehr aus Opportunismus als aus Überzeugung. Sie wollten ihr Unternehmen auch 
unter veränderter politischer Leitung führen und wurden mit zunehmender Festigung der Diktatur Teil 
des Systems, aus dem sie sich nicht mehr befreien konnten.89 Ihnen ist weniger „Täterschaft“ 
 
82 Die Georg-Zapf-Straße in Köln-Flittard wurde am 19.01.1965 gewidmet. Rüdiger Schünemann-Steffen: Kölner 
Straßennamen-Lexikon, 2. Aufl., Köln 2006, S. 167, 177. Auch das populäre Nachschlagewerk von Robert Steimel: Kölner 
Köpfe, Köln 1958, führt Zapf nicht auf, Lehmann schon. Sein Vorgänger fand erst fünfzig Jahre später Aufnahme in dem 
Nachfolgewerk. Soénius/Wilhelm, Personenlexikon. 
83 F&G. Entwicklung und Bedeutung, Köln 1960, S. 56.  
84 Erker, Industrieeliten. 
85 Erker, Industrieeliten, S. 13. 
86 Zu den verschiedenen Unternehmertypen s. Erker, Industrieeliten, S. 27. 
87 Erker, Industrieeliten, S. 29. 
88 Stadt-Anzeiger, 01.05.1927. 
89 Turner, Unternehmen, S. 20-21, 23.

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vorzuwerfen, abgesehen von der Beteiligung an tatsächlichen Verbrechen, als vielmehr das Versagen 
ihrer Eliteeigenschaften. Plumpe spricht vom „Mitmachen“ – der „Erfolg“ des Nationalsozialismus lag 
im Wesentlichen darin, dass er Personen der Wirtschaft dazu animieren konnte.90 Dazu kamen 
individuelle Verhaltensweisen, wobei sicher die meisten in erster Linie die Entwicklung ihres 
Unternehmens vor Augen hatten. Doch sie selbst bewiesen keine „Größe“. Lehmann war einer von 
vielen, denen Selbstkritik und Courage fehlten. Dennoch ist er herauszuheben aus der großen Masse, 
da an seinem Beispiel der äußere Druck mit der Entfernung aus dem Unternehmen nach dem Krieg 
nicht einherging mit der inneren Loslösung. Dabei war es nicht nur Lehmann, der nicht von F&G nicht 
lassen konnte, sondern F&G ließ ihn nicht los. Dies zeigt, dass sehr viel mehr Menschen bereit waren, 
die Vergangenheit ruhen zu lassen, die Diktatur zwischen 1933 und 1945 zu vergessen und die 
Verbundenheit mit den einstigen Verantwortlichen aufrecht zu erhalten. In der Gesellschaft, auch in 
Köln, wollten sich nur wenige der NS-Vergangenheit stellen: Sie „flüchteten“, so Horst Matzerath, „sich 
in Entschuldigungen und Selbstrechtfertigungen“.91 
 
Erfüllte Lehmann die Erkerschen Kriterien, die eine Nähe zum NS-Staat ausmachten? Eindeutig war 
sein Verhalten in der NS-Zeit geprägt von einer „Affinität zu der nationalsozialistischen Betriebsführer- 
und Betriebsgemeinschaft“ und er nutzte „die direkte Verbindung mit der Partei und ihren 
Organisationen“. Besonders der Einsatz von Zwangsarbeitern und seine Rüstungsanstrengungen 
lassen eindeutig erkennen, dass Lehmann das NS-System der Verfolgung, der Ausgrenzung und des 
Angriffskrieges voll unterstützte. Seine Mitgliedschaft in der NSDAP und der SS stellen zudem 
eindeutig eine Unterstützung der NS-Ideologie und des Unrechtssystems dar. Zudem kommt hinzu, 
dass sich Lehmann nach dem Krieg – wie so viele Belastete – nicht zu seinem Verhalten während der 
NS-Zeit bekannte, sondern mit allen Mitteln versuchte, seine vorherige Stellung „reinzuwaschen“. Er 
selbst sah sich im Entnazifizierungsverfahren stets als „Entlasteter“. 
 
Empfehlung 
Aufgrund der herausgehobenen Stellung von Fritz Lehmann im NS-Staat, der Verbreitung von 
nationalsozialistischer Ideologie, der aktiven Rolle in der Rüstungswirtschaft, die dem Angriffskrieg 
diente, und der Durchführung des Zwangsarbeiterprogramms wird eine Umbenennung der Fritz-
Lehmann-Straße empfohlen. 
 
5. Mai 2026 
 
 
 
 
Dr. Ulrich S. Soénius 
 
90 Werner Plumpe: Unternehmen im Nationalsozialismus. Eine Zwischenbilanz. In: Werner Abelshauser u. a. (Hg.): 
Wirtschaftsordnung, Staat und Unternehmen. Neue Forschungen zur Wirtschaftsgeschichte des Nationalsozialismus. Festschrift 
für Dietmar Petzina zum 65. Geburtstag, Essen 2003, S. 243-266, hier S. 257. 
91 Matzerath, Köln, S. 551.

Beratungsverlauf (1)

22.06.2026 Bezirksvertretung 9 (Mülheim)
TOP 9.1.2 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: vertagt

Zur Sitzung

Orte (4)

  • Fritz-Lehmann-Straße
  • Georg-Zapf-Straße
  • Mülheimer Brücke
  • Freiheit

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Details

Aktenzeichen
1390/2026
Typ
Beschlussvorlage Bezirksvertretung
Datum
05.06.2026
Erstellt
08.05.2026 08:28