2109/2024
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen – Befragungsergebnisse aus der Strukturdatenerhebung in Köln 2023
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Dezernat, Dienststelle IX/153/1 Vorlagen-Nummer 09.08.2024 2109/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Unterausschuss Wohnen 02.09.2024 Wirtschaftsausschuss 05.09.2024 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 05.09.2024 Verkehrsausschuss 10.09.2024 Stadtentwicklungsausschuss 19.09.2024 Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen – Befragungsergebnisse aus der Strukturdatenerhebung in Köln 2023 Die Auswertung der im Frühsommer 2023 durchgeführten repräsentativen Strukturdatenerhe- bung liefert Informationen über die Zufriedenheit der Kölner Bevölkerung mit Köln, über die aus Sicht der Befragten größten Probleme in der Stadt aber auch über positive Entwicklungen in den letzten Jahren. Acht von zehn befragten Einwohner*innen (83 %) leben insgesamt gerne in Köln. Etwas mehr als die Hälfte aller Befragten (54 %) sagen sogar, dass sie sehr gerne hier leben. Das subjek- tiv empfundene Gefühl der Zufriedenheit mit Köln fällt mit rund 60 Prozent geringer aus. Auf- fällig ist, dass Köln besonders bei Jüngeren zwischen 18 und 34 Jahren hohe Zufriedenheits- anteile erzielt, während die Zufriedenheit mit Köln abnimmt, je länger die Befragten in der Stadt leben. Auch höhere Einkommensniveaus sind mit tendenziell niedrigerer Zufriedenheit mit der Stadt verknüpft. Dennoch: Im Vergleich zu den Befragungsergebnissen aus den Jah- ren 2009 und 2016 hat bei leicht sinkender Gesamtzufriedenheit insbesondere der Anteil der sehr Zufriedenen mit Köln zugenommen. In einigen Stadtteilen ist die Zufriedenheit mit Köln hoch, mit dem Wohngebiet dagegen gering (etwa in Finkenberg, Ostheim, Kalk oder Meschenich). In anderen Stadtteilen sind die Befrag- ten in hohem Maße mit ihren Wohngebieten, aber dafür weniger mit Köln zufrieden (zum Bei- spiel in Klettenberg, Müngersdorf, Heimersdorf oder Dellbrück). Unter Befragten mit hohem Einkommen ist dabei die Wohngebietszufriedenheit tendenziell am höchsten. Unter dem Strich fällt die Zufriedenheit mit der unmittelbaren Wohnumgebung (75 %) jedoch höher aus als mit Köln als Gesamtstadt. Von einzelnen abgefragten Aspekten und Angeboten im Wohngebiet wird die fußläufige Er- reichbarkeit von Bussen und Bahnen am besten bewertet (94 % Zufriedene). Am schlechtes- ten schneiden die Fahrradfreundlichkeit, das Angebot an sozialen Einrichtungen und Bera- tungsstellen sowie Freizeitangebote für Senior*innen ab, wobei die Zufriedenheit auch hier überwiegt (57-60 %). Wichtig ist hier zu berücksichtigen, dass je nach Gruppenzugehörigkeit 2 (Familien, Rad- oder ÖPNV-Nutzende) und damit der Betroffenheit, einzelne Aspekte wie das Schulangebot, die fußläufige ÖPNV-Erreichbarkeit oder die Fahrradfreundlichkeit kritischer oder positiver gesehen werden. Gefragt nach den größten Problemen in Köln ist die Beteiligung äußerst rege, neun von zehn Befragten haben auf die offen gestellte Frage geantwortet. Aus ihrer Sicht liegen die größten Probleme beim Thema Verkehr – darunter vor allem die mangelnde Fahrradfreundlichkeit wie auch insgesamt zu viel Verkehr. Mit Blick auf die Aufteilung des Verkehrsraums zwischen ver- schiedenen Verkehrsteilnehmenden gehen die Meinungen auseinander, wie unter anderem die Bewertung der Umwandlung von Parkflächen zeigt. An zweiter Stelle stehen Beanstan- dungen in Bezug auf den ÖPNV / die KVB hinsichtlich verschiedener Aspekte (Unzuverlässig- keit, Verspätungen, Ausfälle, zu wenige oder zu volle Bahnen), die mangelnde Sauberkeit Kölns (herumliegender Müll, dreckige Stadt) sowie der angespannte Wohnungsmarkt (zu we- nig Wohnraum, zu hohe Mieten). Der Zustand von und an Schulen sowie fehlende Kinderbe- treuungsplätze werden ebenfalls häufig genannt. Zu den oft genannten Problemthemen werden aber auch positive Aspekte oder erste Fort- schritte berichtet. So werden zum Thema Verkehr auch die meisten Verbesserungen angege- ben, darunter wiederum vor allem beim Radverkehr (mehr Radwege und Fahrradstraßen). Köln steht darüber hinaus für ein vielfältiges Freizeit-, Kultur- und Gastronomieangebot. Ob- wohl Köln oft als dreckig kritisiert wird, wird häufiger auch von verbesserter Aufenthaltsqualität in der Stadt (bessere Pflege von Grünflächen und Parks, mehr Begrünung) und gelungener Stadtgestaltung (Rheinpromenade mit Freitreppe, Rheinauhafen, Umgestaltung von Ebert- und Rudolfplatz, Neugestaltung Porzer Zentrum) berichtet. Beim kritikbehafteten Thema ÖPNV / KVB werden erste Verbesserungen bezüglich des Ausbaus sowie der Anbindungen gesehen. Die Frage nach Verbesserungen wurde häufig allgemein(er) im Sinne „wofür Köln steht“ oder „was an Köln gefällt“ beantwortet. Viele Befragte schätzen an Köln die kulturelle Vielfalt, Ak- zeptanz und Toleranz von Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie von queeren Men- schen und loben den Zusammenhalt, das Lebensgefühl in der Stadt, den 1. FC und den Kar- neval. Die Ergebnisse werden ausführlich in der vorgelegten KSN 11/2024: Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen – Befragungsergebnisse aus der Strukturda- tenerhebung in Köln 2023 beschrieben und erläutert. Die Ergebnisse basieren auf der im Frühsommer 2023 durchgeführten Strukturdatenerhebung. Die repräsentative Befragung er- mittelt planungs- und steuerungsrelevante Strukturinformationen. Diese gehen über die amt- lich vorliegenden Daten und Statistiken deutlich hinaus und liefern einen breiten Einblick in das Meinungsbild der Kölnerinnen und Kölner. Dafür wurden im Mai und Juni 2023 in zwei Wellen insgesamt 127 000 zufällig ausgewählte Kölnerinnen und Kölner angeschrieben und um Teilnahme an der Umfrage gebeten. Der Datensatz der Strukturdatenerhebung in Köln 2023 ist im Datenarchiv bei GESIS – Leib- niz-Institut für Sozialwissenschaften im Sinne der offenen Wissenschaft und Wiederverwen- dung bereits erhobener Daten archiviert: https://www.gesis.org/angebot/daten-finden-und-ab- rufen. Weitere Informationen und Ergebnisberichte zur Strukturdatenerhebung 2023 finden sich auf der Internetseite der Stadt Köln unter https://www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/umfragen Gez. Haack Anlagen Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2024): Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen – Befragungsergebnisse aus der Strukturdatenerhe- bung in Köln 2023. Kölner Statistische Nachrichten 11/2024.
Anlage 1 - KSN_11_2024_Strukturdatenerhebung_2023_Zufriedenheit_mit_Koeln
66922 Zeichen
1
Zufriedenheit mit Köln
Größte Probleme und
erreichte Verbesserungen
Befragungsergebnisse aus der
Strukturdatenerhebung in Köln
2023
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
2
Zusammenfassung
Wie gerne leben Sie in Köln? Wie zufrieden sind Sie mit Köln insgesamt? Was sind Ihrer Meinung
nach die größten Probleme in Köln und was hat sich in den letzten Jahren in Köln verbessert?
Diese und weitere Fragen wurden in der im Frühsommer 2023 in Köln durchgeführten
Strukturdatenerhebung des Amts für Stadtentwicklung und Statistik gestellt.
Die repräsentative Befragung ermittelt planungs- und steuerungsrelevante Strukturinformationen.
Diese gehen über die amtlich vorliegenden Daten und Statistiken deutlich hinaus und liefern einen
breiten Einblick in das Meinungsbild der Kölnerinnen und Kölner. Dafür wurden im Mai und Juni
2023 in zwei Wellen insgesamt 127 000 zufällig ausgewählte Kölnerinnen und Kölner
angeschrieben und um Teilnahme an der Umfrage gebeten.
Die Ergebnisse zur Zufriedenheit mit Köln, den größten Problemen und erreichten Verbesserungen
zeigen: Acht von zehn der befragten Einwohner*innen (83 %) leben insgesamt gerne in Köln. Etwas
mehr als die Hälfte aller Befragten (54 %) sagen sogar, dass sie sehr gerne hier leben. Das
subjektiv empfundene Gefühl der Zufriedenheit mit Köln fällt mit rund 60 Prozent geringer aus.
Auffällig ist, dass Köln besonders bei Jüngeren zwischen 18 und 34 Jahren hohe
Zufriedenheitsanteile erzielt, während die Zufriedenheit mit Köln abnimmt, je länger die Befragten in
der Stadt leben. Auch höhere Einkommensniveaus sind mit tendenziell niedrigerer Zufriedenheit mit
der Stadt verknüpft. Dennoch: Im Vergleich zu den Befragungsergebnissen aus den Jahren 2009
und 2016 hat bei leicht sinkender Gesamtzufriedenheit insbesondere der Anteil der sehr
Zufriedenen mit Köln zugenommen.
In einigen Stadtteilen ist die Zufriedenheit mit Köln hoch, mit dem Wohngebiet dagegen gering
(etwa in Finkenberg, Ostheim, Kalk oder Meschenich). In anderen Stadtteilen sind die Befragten in
hohem Maße mit ihrem Wohngebiet, aber dafür weniger mit Köln zufrieden (zum Beispiel in
Klettenberg, Müngersdorf, Heimersdorf oder Dellbrück). Unter Befragten mit hohem Einkommen ist
dabei die Wohngebietszufriedenheit tendenziell am höchsten. Unter dem Strich fällt die
Zufriedenheit mit der unmittelbaren Wohnumgebung (75 %) jedoch höher aus als mit Köln als
Gesamtstadt. Von einzelnen abgefragten Aspekten und Angeboten im Wohngebiet wird die
fußläufige Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen am besten bewertet (94 % Zufriedene).
Am schlechtesten schneiden die Fahrradfreundlichkeit, das Angebot an sozialen Einrichtungen und
Beratungsstellen sowie Freizeitangebote für Senior*innen ab, wobei die Zufriedenheit auch hier
überwiegt (57-60 %). Wichtig ist hier zu berücksichtigen, dass je nach Gruppenzugehörigkeit
(Familien, Fahrrad- oder ÖPNV-Nutzende) und damit der Betroffenheit einzelne Aspekte wie das
Schulangebot, die fußläufige ÖPNV-Erreichbarkeit oder die Fahrradfreundlichkeit kritischer oder
positiver gesehen werden.
Gefragt nach den größten Problemen in Köln ist die Beteiligung äußerst rege, neun von zehn
Befragten haben auf die offen gestellte Frage geantwortet. Aus ihrer Sicht liegen die größten
Probleme beim Thema Verkehr – darunter vor allem die mangelnde Fahrradfreundlichkeit wie auch
insgesamt zu viel Verkehr. Mit Blick auf die Aufteilung des Verkehrsraums zwischen verschiedenen
Verkehrsteilnehmenden gehen die Meinungen auseinander, wie unter anderem die Bewertung der
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Umwandlung von Parkflächen zeigt. An zweiter Stelle stehen Beanstandungen in Bezug auf den
ÖPNV / die KVB hinsichtlich verschiedener Aspekte (Unzuverlässigkeit, Verspätungen, Ausfälle, zu
wenige oder zu volle Bahnen), die mangelnde Sauberkeit Kölns (herumliegender Müll,
dreckige Stadt) sowie der angespannte Wohnungsmarkt (zu wenig Wohnraum, zu hohe Mieten).
Der bauliche Zustand und die Situation an Schulen (Lehrermangel, digitale Ausstattung) sowie
fehlende Kinderbetreuungsplätze werden ebenfalls häufig genannt.
Zu den oft genannten Problemthemen werden aber auch positive Aspekte oder erste Fortschritte
berichtet. So werden zum Thema Verkehr auch die meisten Verbesserungen angegeben, darunter
wiederum vor allem beim Radverkehr (mehr Radwege und Fahrradstraßen). Köln steht darüber
hinaus für ein vielfältiges Freizeit-, Kultur- und Gastronomieangebot. Obwohl Köln oft als dreckig
kritisiert wird, wird häufiger auch von verbesserter Aufenthaltsqualität in der Stadt (bessere Pflege
von Grünflächen und Parks, mehr Begrünung) und gelungener Stadtgestaltung (Rheinpromenade
mit Freitreppe, Rheinauhafen, Umgestaltung von Ebert- und Rudolfplatz, Neugestaltung Porzer
Zentrum) berichtet. Beim kritikbehafteten Thema ÖPNV / KVB werden erste Verbesserungen
bezüglich des Ausbaus sowie der Anbindungen gesehen.
Die Frage nach Verbesserungen wurde häufig allgemein(er) im Sinne „wofür Köln steht“ oder „was
an Köln gefällt“ beantwortet. Viele Befragte schätzen an Köln die kulturelle Vielfalt, Akzeptanz und
Toleranz von Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie von queeren Menschen und loben den
Zusammenhalt, das Lebensgefühl in der Stadt, den 1. FC und den Karneval.
Diese Publikation enthält einen Datenanhang im Excel-Format mit den Zahlen zu allen dargestellten
Grafiken und Karten. Der Datensatz der Strukturdatenerhebung in Köln 2023 ist im Datenarchiv bei
GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften im Sinne der offenen Wissenschaft und
Wiederverwendung bereits erhobener Daten archiviert:
https://www.gesis.org/angebot/daten-finden-
und-abrufen.
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Die große Mehrheit lebt gerne in Köln – dennoch auch Unzufriedenheit
Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) lebt sehr gerne in Köln, zusammen mit denjenigen, die
eher gerne hier wohnen ist dies die große Mehrheit (83 %). Der hohe Zuspruch zum Leben in der
Stadt spiegelt sich jedoch nicht eins zu eins in der persönlichen Zufriedenheit mit Köln wider.
Diese ist mit knapp 60 Prozent zwar ebenfalls hoch, liegt aber auf einem niedrigeren Niveau (siehe
Grafik 1). Mit anderen Worten: Obwohl die deutliche Mehrheit der Befragten gerne oder sogar sehr
gerne in Köln lebt, sehen die Befragten auch kritische Punkte.
Grundsätzlich ist anzunehmen, dass das subjektiv empfundene Gefühl der Zufriedenheit mit dem
Wohnort und damit mit Köln sowohl von äußeren Faktoren als auch von den persönlichen
Lebensumständen beeinflusst wird.1 Es lässt sich demzufolge vermuten, dass die Zufriedenheit
stark davon abhängt, welche Ansprüche an den Wohnort gestellt werden und welche Bedürfnisse
der Lebensgestaltung erfüllt werden sollen. Wie die folgenden Auswertungen zeigen, kann sich dies
wiederum nach dem Alter und der Lebensphase unterscheiden.
Grafik 1: Wie gerne in Köln gelebt wird und Zufriedenheit mit Köln (in %)
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n = 22 586 (Leben in Köln), n = 22 441 (Zufriedenheit mit Köln); personengewichtete Daten
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Unter jüngeren Leuten ist Köln besonders beliebt
Die Befragung zeigt, dass vor allem die jüngeren Einwohner*innen mit Köln sehr oder eher
zufrieden sind, während mit steigendem Alter die Zufriedenheit mit Köln abnimmt.
Der Anteil derjenigen, die mit Köln zufrieden sind, variiert zwischen der jüngsten und ältesten
Altersgruppe um 15 Prozentpunkte (siehe Grafik 2).
1 Was die befragten Kölner*innen in ihre Entscheidungsgrundlage einbezogen haben, um ihre subjektiv empfundene
Zufriedenheit mit Köln zu beurteilen oder warum sie gerne in Köln leben, lässt sich mit den zugrundeliegenden Daten
nicht ermitteln.
2
8
32
38
21
1 2
15
29
54sehr gerne
teils-teils
eher gerne
sehr ungerne eher ungerne
teils-teils
eher zufrieden
sehr zufrieden
sehr unzufrieden
eher unzufrieden
Leben in Köln Zufriedenheit mit Köln
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Die Zufriedenheit mit Köln nimmt mit der Wohndauer in der Stadt ab
Gemeinsam mit dem Alter beeinflusst auch die Wohndauer die Bewertung: Befragte mit kürzerer
Wohndauer in Köln geben deutlich häufiger an, sehr oder eher zufrieden zu sein als diejenigen, die
schon länger – teilweise seit ihrer Geburt – in Köln leben. Eine Ursache für dieses Ergebnis kann
sein, dass Köln strukturell eine sehr hohe Attraktivität für junge Erwerbstätige oder Studierende
besitzt: Junge Menschen zwischen 18 und unter 30 Jahren sind in Köln traditionell die einzige
Altersgruppe mit stabil hohen Zuzugsraten.2 In dieser Gruppe der jungen Erwachsenen lag der
Wanderungsgewinn in den Jahren 2014 bis 2023 im Durchschnitt bei jährlich rund 10 300.3
Grafik 2: Anteile sehr / eher zufrieden mit Köln nach ausgewählten Personenmerkmalen (in %)
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* Als Antwortkategorie wurde im Fragebogen auch „divers“ als drittes Geschlecht angeboten. Da nur 80 Befragte (0,4 %) von dieser
Antwortmöglichkeit Gebrauch gemacht haben, was für Auswertungen nach dem dritten Geschlecht leider eine zu geringe Fallzahl
darstellt, wurde „divers“ per Zufallsverfahren dem dichotomen Merkmal männlich / weiblich zugeordnet (Details siehe Kölner
Statistische Nachrichten 14/2023 – Strukturdatenerhebung in Köln 2023 Methodendokumentation, Seite 9).
n = zwischen 21 173 und 22 268; personengewichtete Daten
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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2 Quelle: Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem. Siehe auch: https://www.stadt-
koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/bevoelkerung-und-haushalte
3 Insbesondere junge Menschen, die beispielsweise zum Studium oder zur Ausbildung in die Stadt gezogen sind, haben
eine kürzere Wohndauer in Köln. So sind 79 Prozent der Befragten, die seit weniger als drei Jahren in Köln leben,
zwischen 18 und 34 Jahre alt. Auch bei einer Wohndauer zwischen drei und neun Jahren überwiegt die jüngste
Altersgruppe mit einem Anteil von 64 Prozent gegenüber den beiden höheren Altersgruppen.
52
55
58
68
50
60
68
70
73
52
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61
59
6 000 Euro und mehr
4 000 - 5 999 Euro
2 000 - 3 999 Euro
unter 2 000 Euro
Haushaltsnettoeinkommen
30 Jahre und länger
10 - 29 Jahre
6 - 9 Jahre
3 - 5 Jahre
weniger als 3 Jahre
Wohndauer in Köln
60 - 80 Jahre
35 - 59 Jahre
18 - 34 Jahre
Alter
weiblich
männlich
Geschlecht
Zufriedenheit mit Köln insgesamt
Geschlecht*
Alter
Wohndauer in Köln
Haushaltsnettoeinkommen
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Zufriedenheit mit Köln in unterster Einkommensgruppe am höchsten
Auch Befragte mit unterschiedlich hohen Einkommen variieren in ihrer Zufriedenheit mit Köln.
Insbesondere Personen, die weniger als 2 000 Euro netto im Monat zur Verfügung haben, geben
an, am zufriedensten mit Köln zu sein. Zu dieser Einkommensgruppe gehören mit über einem
Drittel (35 %) viele jüngere Befragte (18 bis 34 Jahre) und zu rund 28 Prozent die ältesten
Befragten (60 bis 80 Jahre).
Umgekehrt zeigen sich die Befragten in der höchsten Einkommensgruppe von 6 000 Euro und
mehr – mengenmäßig ist dies die kleinste Gruppe in der Umfrage (15 % aller befragten
Kölner*innen) – am wenigsten zufrieden mit Köln (Differenz zwischen der niedrigsten und der
höchsten Einkommensgruppe an Zufriedenen: 16 Prozentpunkte). Die 35- bis unter 60-Jährigen
sind mit fast zwei Dritteln (64 %) in dieser Einkommensgruppe am stärksten vertreten.
Mehr sehr Zufriedene über die Jahre bei insgesamt sinkender Gesamtzufriedenheit
Im Zeitverlauf ist die Zufriedenheit mit Köln konstant hoch, wenngleich insgesamt leicht rückläufig.
Dies gilt jedoch nicht für die Gruppe der sehr zufriedenen Kölner*innen. Ihr Anteil ist über die Jahre
gestiegen (siehe Grafik 3). Diejenigen, die ein gemischtes Bild von Köln haben, sind seit der
Bevölkerungsumfrage 2009 auf dem gleichen Niveau geblieben: der Anteil der Antwortkategorie
„teils-teils“ liegt in allen drei Befragungen bei ca. 30 Prozent.
Grafik 3: Zufriedenheit mit Köln im Zeitverlauf (in %)
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n = zwischen 12 862 und 22 441; personengewichtete Daten
Quelle: Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem; personengewichtete Daten
Umfragen „Demografischer Wandel 2009", „Leben in Köln 2016" und „Strukturdatenerhebung in Köln 2023“
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Zufriedenheit mit Köln rechtsrheinisch sowie am südlichen und nördlichen Stadtrand am
höchsten
Auch wenn die Zufriedenheit mit Köln insgesamt hoch ist, gibt es innerhalb des Stadtgebiets
deutliche Unterschiede (siehe Karte 1). Spitzenreiter sind die Stadtteile Finkenberg, Ostheim,
Chorweiler, Kalk, Bocklemünd / Mengenich und Godorf. Mehr als drei Viertel der Befragten, die in
diesen Stadtteilen wohnen, sind mit Köln insgesamt eher oder sehr zufrieden. In Hahnwald
hingegen – dem Stadtteil mit der geringsten Köln-Zufriedenheit – ist dies nur jede*r Vierte (24 %).
52
45
38
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16
21
4 6 81 2 2
66
61 59
5 8 10
2009 2016 2023
sehr zufrieden
(eher) zufrieden
2009 2016 2023
sehr unzufrieden
(eher) unzufrieden
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Auch in den direkt daran angrenzenden Stadtteilen Rodenkirchen (47 %), Rondorf (48 %) und
Sürth (49 %) ist die allgemeine Zufriedenheit mit Köln vergleichsweise gering, wobei ähnliche
Zufriedenheitswerte auch andernorts im Stadtgebiet vorliegen.
Karte 1: Zufriedenheit mit Köln in den 86 Kölner Stadtteilen (sehr und eher zufrieden, in %)
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n = 22 440; personengewichtete Daten; Stadtteilergebnisse mit einer Fallzahl unter 30 werden nicht ausgewiesen (grau)
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Zufriedenheit mit dem Wohngebiet höher als mit der Gesamtstadt
Köln als Ganzes und die damit verbundenen vielfältigen Rahmenbedingungen städtischen Lebens
werden weniger positiv bewertet als das unmittelbare Lebens- und Wohnumfeld des Wohngebiets.
Drei von vier Befragten geben an, mit ihrem Wohngebiet sehr oder eher zufrieden zu sein.
Anders als bei der Zufriedenheit mit Köln bestehen keine Unterschiede im Ausmaß der
Wohngebietszufriedenheit zwischen den Altersgruppen oder der Wohndauer (untersucht wurde
sowohl die Wohndauer in Köln als auch in der jetzigen Wohnung / dem Haus).4 Es zeigen sich aber
auch hier Abstufungen zwischen den Einkommensgruppen, dies jedoch in genau
entgegengesetzter Richtung wie bei der Zufriedenheit mit Köln: Befragte mit höherem
4 Frauen und Männer unterscheiden sich bei beiden Fragen nicht nennenswert voneinander .
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
8
Haushaltseinkommen sind noch einmal deutlich zufriedener mit ihrem Wohngebiet als jene mit
geringeren finanziellen Ressourcen, wenngleich auch diese mehrheitlich zufrieden sind (siehe
Grafik 4). Es lässt sich vermuten, dass die Einkommenssituation eines Haushaltes ein wichtiger
Faktor ist, der die eigene Wohnsituation und damit teilweise die Standortwahl des Wohngebietes
beeinflussen kann. So dürften finanziell besser gestellte Haushalte eine deutlich größere
Wahlfreiheit haben, sich in Wohngebieten niederzulassen, die ihren Bedürfnissen möglichst gut
entsprechen, als Haushalte mit geringen finanziellen Mitteln.
Grafik 4: Zufriedenheit mit Köln und dem Wohngebiet nach Einkommensgruppe (sehr und eher zufrieden, in %)
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n = 21 173 (Zufriedenheit mit Köln), n = 20 769 (Zufriedenheit mit dem Wohngebiet); personengewichtete Daten
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Hohe Wohngebietszufriedenheit am westlichen und östlichen Stadtrand
Obwohl drei von vier Befragten zufrieden mit ihren Wohngebieten sind und dies damit die
Zufriedenheit mit Köln übertrifft, ist die Wohngebietszufriedenheit nicht überall im Stadtgebiet gleich
(siehe Karte 2). Insbesondere die Kölner*innen aus dem Stadtbezirk Lindenthal sind deutlich
häufiger mit ihren Wohngebieten zufrieden als der Rest der Bevölkerung. In diesem Bezirk befinden
sich mit Klettenberg und Junkersdorf auch zwei der Stadtteile, deren Bewohner*innen insgesamt
die höchste Wohngebietszufriedenheit aufweisen (jeweils 92 % sehr oder eher zufrieden).
Mit Lövenich, Sülz, Widdersdorf, Lindenthal und Müngersdorf reihen sich fünf weitere Stadtteile
dieses Bezirks ein, deren Bevölkerung zu den 20 Prozent der Befragten mit der höchsten
Zufriedenheit gehört (Wohngebietszufriedenheit 87-90 %). Es folgen die Bezirke Rodenkirchen und
Nippes, die sich in der Zufriedenheit mit ihren Wohngebieten ähneln. Am anderen Ende des
Spektrums stehen Personen aus dem Stadtbezirk Kalk, die ihre Wohngebiete deutlich negativer
wahrnehmen als die anderen befragten Kölner*innen. Dort äußerte sich nur etwa ein Viertel sehr
zufrieden (26 %), wenngleich auch hier die Gruppe der grundsätzlich Zufriedenen mit insgesamt
59 Prozent überwiegt. Fünf der neun Stadtteile dieses Bezirks befinden sich in der untersten
Gruppe mit der geringsten Wohngebietszufriedenheit (sehr oder eher zufrieden zusammengenommen).
Hierzu gehören: Vingst (40 %), Höhenberg (42 %), Ostheim (43 %), Kalk (50 %) sowie
Humboldt / Gremberg (54 %).
59
68
58
55
52
75
71
72
78
82
alle Befragten
unter 2 000 Euro
2 000 - 3 999 Euro
4 000 - 5 999 Euro
6 000 Euro und mehr
Zufriedenheit mit Köln Zufriedenheit mit dem Wohngebiet
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Karte 2: Zufriedenheit mit dem Wohngebiet in den 86 Kölner Stadtteilen (sehr und eher zufrieden, in %)
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n = 21 988; personengewichtete Daten; Stadtteilergebnisse mit einer Fallzahl unter 30 werden nicht ausgewiesen (grau)
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Ein Vergleich mit der Zufriedenheit mit Köln zeigt zudem ein gegenläufiges Muster für einige
Stadtteile Kölns (siehe Karte 1): Stadtteile, in denen die Bevölkerung am zufriedensten mit Köln ist
(etwa in den rechtsrheinischen Stadtteilen am Innenstadtrand und im linksrheinischen äußersten
Süden der Stadt sowie in einigen Stadtteilen im Kölner Norden), gehören zur Gruppe der Stadtteile
mit der geringsten Zufriedenheit mit dem Wohngebiet. Umgekehrt sind die Einwohner*innen im
linksrheinischen Südwesten und Teilen des nördlichen und östlichen Stadtrands im Durchschnitt
nahezu vollständig zufrieden mit ihrem Wohngebiet, aber verhältnismäßig wenig zufrieden mit Köln.
Auf der Ebene der befragten Personen zeigt sich trotzdem ein positiver Zusammenhang: Mit einer
höheren Zufriedenheit mit Köln geht grundsätzlich auch eine höhere Wohngebietszufriedenheit
einher und umgekehrt.
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Einzelaspekte in den Wohngebieten: Höchste Zufriedenheit mit der fußläufigen
Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen
Die Gesamtzufriedenheit mit dem Wohngebiet hängt auch mit der Zufriedenheit mit einzelnen
Aspekten im Wohngebiet zusammen. Unter den drei am besten bewerteten wohnortnahen
Infrastrukturangeboten liegt die fußläufige Erreichbarkeit des ÖPNV an erster Stelle, gefolgt von
den Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf und den Parks und Grünflächen im
Wohngebiet. Nur mit der Erreichbarkeit des ÖPNV und den Einkaufsmöglichkeiten im Wohngebiet
sind mehr als die Hälfte der Befragten sehr zufrieden, bei den übrigen zehn Angeboten überwiegt
der Anteil der „eher Zufriedenen“ gegenüber den „sehr Zufriedenen“ (siehe Grafik 5).5
Grafik 5: Zufriedenheit mit Aspekten des Wohngebiets6 (in %)
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n = zwischen 7 771 (Freizeitangebot für Senior*innen) und 22 178 (fußläufige Erreichbarkeit ÖPNV); personengewichtete Daten;
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Insgesamt weichen die Antworten von verschiedenen befragten Personengruppen zu den in der
Umfrage genannten Infrastrukturangeboten des Wohngebiets nicht eklatant voneinander ab.
Nur einzelne Wohngebietsaspekte werden von vermeintlich stärker betroffenen Personengruppen
noch einmal kritischer beziehungsweise zufriedenstellender bewertet. Dies sind:
• Familien
Die wohnortnahen Kinderbetreuungsangebote, das Angebot an Schulen im Wohngebiet sowie
die dortigen Spielflächen und Spielplätzen werden von allen Befragten in ähnlicher Weise
5 Eine Übersicht über die Ergebnisse der zwölf wohnortnahen Angebote und Wohngebietsaspekte für jeden Stadtteil
findet sich im Excel-Datenanhang dieses Dokuments.
6 Da einzelne Infrastrukturangebote des Wohngebiets nicht für jeden Lebensabschnitt oder jede Lebenssituation
relevant sind, wurde die bei dieser Frage angebotene Kategorie „weiß nicht“ vermehrt dann gewählt, wenn für die
Befragten kein direkter Bezug zu einem Thema bestand. Diese Angaben sind nicht in die Berechnung der dargestellten
Zufriedenheitswerte eingegangen.
16
16
20
26
28
32
33
33
39
43
55
62
41
43
40
48
46
47
47
51
47
40
33
32
30
29
27
20
19
15
15
12
11
13
9
5
13
11
13
5
8
6
5
4
3
5
4
2
Freizeitangebote für Seniorinnen und Senioren
Angebot an sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen
Fahrradfreundlichkeit
Freizeit-/Sportangebote
Kinderbetreuungsangebote
Angebot an Spielflächen/Spielplätzen
Angebot an Schulen
Nachbarschaftskontakte
medizinische Versorgung
Parks und Grünflächen
Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf
fußläufige Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen
sehr zufrieden eher zufrieden eher unzufrieden sehr unzufrieden
weiß nicht /
keine Angabe
66
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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bewertet: Die allgemeine Zufriedenheit ist mit einem Anteil zwischen 80 bis 74 Prozent
Zufriedenen hoch. Personen, die in Haushalten mit Kindern unter 18 Jahren leben, äußern sich
allerdings gegenüber dem Schulangebot im Wohngebiet kritischer als die anderen Befragten.
So ist nahezu ein Drittel der Familien (Paare und Alleinerziehende zusammengenommen) damit
eher oder sehr unzufrieden (31 %). Dies sind bei den anderen Haushaltsformen nur rund
17 Prozent.
Bei der persönlichen Beurteilung des Kinderbetreuungsangebots sowie der Spielflächen und
Spielplätze im Wohngebiet zeigen sich diese grundsätzlichen Unterschiede zwischen
Haushalten mit und ohne Kindern unter 18 Jahren nicht. Allerdings sind Befragte mit Kindern
unter drei Jahren, die mit dem Thema noch intensiver konfrontiert sein sollten, bezüglich des
lokalen Kinderbetreuungsangebots unzufriedener als alle anderen (38 % gegenüber 25 % sehr
oder eher Unzufriedene; darunter 15 % sehr unzufrieden bei den Befragten mit Kindern unter
3 Jahren). Was die Spielflächen betrifft, so sind umgekehrt Befragte mit Kleinkindern und Kindern
unter 14 Jahren häufiger sehr zufrieden als die restlichen Befragten (39 % gegenüber 29 %).
• regelmäßige Fahrradfahrer*innen
Die Fahrradfreundlichkeit des Wohngebiets wird von täglich mit dem Rad Fahrenden (auch
E-Bike, Pedelec oder Lastenrad) deutlich kritischer bewertet als von den Nicht-Radfahrer*innen.
Mit 53 Prozent sind über die Hälfte der täglichen Radfahrer*innen sehr oder eher unzufrieden
(davon 20 % sehr unzufrieden), wohingegen dies nur knapp ein Drittel der „Nicht-Radfahrenden“
angibt (35 % sehr/eher unzufrieden).
• regelmäßige Straßenbahnnutzer*innen
Kölner*innen, die angeben, die Straßenbahn mehrmals oder sogar täglich in der Woche zu
nutzen, sind mit der fußläufigen Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen in ihrem
Wohngebiet mit 67 Prozent noch häufiger sehr zufrieden als Befragte, die die Kölner Stadtbahn
gar nicht nutzen (Differenz von 13 Prozentpunkten).
• jüngere gegenüber den ältesten Befragten
Am weitaus höchsten ist die Zufriedenheit mit der fußläufigen Erreichbarkeit von Bussen und
Bahnen bei den jüngsten Befragten unter 25 Jahren (74 % sind sehr zufrieden). Deutlich weniger
sehr Zufriedene gibt es dagegen bei den ältesten Befragten (56 %; Unterschied von
18 Prozentpunkten).
Auch die wohnortnahen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf werden, wie bereits
besprochen, allgemein als sehr zufriedenstellend eingeschätzt, wobei die Befragten zwischen
18 und 24 Jahren mit 67 Prozent noch einmal häufiger sehr zufrieden sind. Dies sind in der
höchsten Altersgruppe der 60- bis 80-Jährigen dagegen nur 47 Prozent.
Anders als bei den Infrastrukturangeboten, zu denen Familien oder bestimmte Verkehrsmittel-
nutzende einen direkteren thematischen Bezug haben dürften, könnte hier auch ein Grund sein,
dass jüngere Menschen in Köln eher in zentraleren Lagen wohnen als ältere. Es kann vermutet
werden, dass sie dort auch ein größeres Angebot an Einkaufsmöglichkeiten und ÖPNV-
Haltestellen vorfinden als in Stadtrandlagen, wo der Anteil der älteren Kölner*innen
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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vergleichsweise hoch ist. Auch in den offenen Nennungen der größten Probleme Kölns spiegelt
sich die unterschiedlich gute Erreichbarkeit des ÖPNV wider, da insbesondere in den
innenstadtfernen Stadtteilen oder im rechtsrheinischen Stadtgebiet die ÖPNV-Anbindung als
Problem wahrgenommen wird (siehe Seite 15).
Hohe Beteiligung an offener Frage nach den drei größten Problemen in Köln – Geringere
Beteiligung an Frage nach Verbesserungen
Aus Sicht der Bevölkerung gibt es in Köln eine Reihe von dringenden Problemen. Etwa neun von
zehn Befragten (rund 20 000 Personen) haben auf die offen gestellte Frage nach den drei größten
Problemen in Köln geantwortet.
Die Frage nach dem was in Köln gut gelaufen ist / was sich verbessert hat, wurde in deutlich
geringerem Umfang – von knapp der Hälfte der Befragten (49 %) – beantwortet als die Frage nach
den Problemen.
7 Darüber hinaus hat ein nicht unerheblicher Teil der Befragten (16 %)8 keine
inhaltlich verwertbaren Aussagen gemacht, sondern Antworten in der Form von „es hat sich nichts
verbessert / es hat sich eher verschlechtert“ gegeben.
Aufgrund der Vielzahl der getroffenen Aussagen zu Problemen und Verbesserungen und des damit
verbundenen hohen Auswertungsaufwandes wurde ein automatisiertes Verfahren zur Zuordnung
der Antworten zu den einzelnen Themenbereichen eingesetzt (siehe zur Methodik ausführlich den
Anhang).
Die Darstellung der genannten Problemfelder und Verbesserungen konzentriert sich im Text und in
den Tabellen auf die häufig genannten Aspekte jeder Kategorie. Die Bandbreite der gegebenen
Antworten war weitaus umfangreicher.
Größtes Problem in Köln: der Verkehr
Der Verkehr wurde – mit großem Abstand zu allen anderen Themen – am häufigsten als eines
der größten Probleme genannt (siehe Grafik 6). Probleme im Verkehr werden verstärkter von
Befragten genannt, die mehrmals die Woche oder täglich das Fahrrad9 nutzen (64 %) als von
Befragten, die selten (51 %) oder gar nicht (44 %) mit dem Rad fahren. Ebenso, wenngleich
mit geringerem Unterschied, werden von Befragten, die regelmäßig das Auto nutzen (auch Mitfahrt),
häufiger dem Thema Verkehr zugeordnete Probleme benannt als von Befragten, die kein Auto
nutzen (55 % vs. 48 %).
Die meisten Aussagen zum Thema Verkehr beziehen sich auf die mangelhafte Fahrrad-
freundlichkeit. Hier werden vor allem die Radwege beanstandet: Nach Ansicht vieler Befragter
gibt es noch zu wenige, es besteht kein gut verbundenes Netz, die vorhandenen Radwege sind
teilweise in schlechtem Zustand oder durch ihre Führung oder unzureichende Abtrennung vom
7 Auf die Frage nach Verbesserungen wurden von einem geringen Teil der Befragten (weiterhin) Probleme genannt.
Dies führt zu einer leichten Überschätzung der positiven Nennungen.
8 Diese Zahl ist leicht unterschätzt, da einige dieser Aussagen mit dem automatisierten Zuordnungsverfahren nicht
identifiziert werden konnten, beispielsweise aufgrund fehlerhafter oder individueller Schreibweisen.
9 Umfasst auch E-Bike, Pedelec, Lastenrad.
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Autoverkehr unsicher. Zudem fehlen aus Sicht der Befragten Abstellplätze für Fahrräder.
Nur vereinzelt werden die geschaffenen Radwege und etwas häufiger rücksichtslos fahrende
Radfahrer*innen als Problem benannt.10
Des Weiteren problematisieren viele Befragte, dass es in Köln generell zu viel Verkehr
beziehungsweise zu viele Autos gibt. Insbesondere in der Innenstadt wird sowohl der fließende als
auch der ruhende Verkehr als große Belastung empfunden. Ebenso sind Verkehrsführungen,
Staus, Baustellen und Ampelschaltungen, die den Verkehrsfluss behindern, häufige Kritikpunkte.
Grafik 6: Größte Probleme in Köln (Antworten nach Kategorien in %)
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n = 20 095, personengewichtete Daten
Die Kategorie „sonstige Nennungen“ umfasst einzelne Aussagen, die keiner Kategorie zugeordnet werden konnten sowie Aussagen,
die anhand der verwendeten Schlagworte nicht zugeordnet werden konnten (siehe dazu auch die Methodenbeschreibung im Anhang
Seite 24).
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Bei Fragen der Aufteilung des Verkehrsraums zwischen verschiedenen Verkehrsteilnehmenden
gehen die Meinungen auseinander. Dies zeigt sich ansatzweise schon beim Thema Rad- und
Autoverkehr und wird auch beim Thema Parkplätze deutlich. Während sich ein Teil der Befragten
den Abbau von Parkplätzen zugunsten anderer Nutzungen wünscht, sieht ein anderer Teil gerade
in der teilweise bereits erfolgten Umwandlung von Parkflächen in beispielsweise Fahrradstellplätze
ein Problem.
10 Mit der angewendeten Methode der automatisierten Kategorienzuordnung über Schlagwörter kann grundsätzlich
nicht festgestellt werden, mit welcher inhaltlichen Ausrichtung (pro oder kontra) ein Thema genannt wird. Bei der
inhaltlichen Interpretation der Ergebnisse wurden diese zusätzlich manuell gesichtet, um die grobe Verteilung
unterschiedlicher inhaltlicher Tendenzen zu ermitteln.
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sonstige Nennungen
räumliche Ungleichentwicklung
Wirtschaft und Einzelhandel
Stadtbild
Politik
Ausländer / Flüchtlinge
Umwelt- / Klimaschutz / allg. Belastungsfaktoren
Baustellen
Verwaltung
spezifische Problemorte
soziale Probleme
Kriminalität / (Un)sicherheit
Stadtgestaltung / Stadtentwicklung
Infrastruktur
Wohnungsmarkt
Sauberkeit
ÖPNV / KVB
Verkehr
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Beim Thema Verkehrskonzepte und Verkehrswende kritisieren die einen eine autofeindliche
Verkehrspolitik, wie zum Beispiel Tempo-30-Zonen oder die Einrichtung von Fahrradstraßen.
Den anderen gehen diese Regelungen nicht weit genug und sie sehen zu wenige und zu langsame
Bemühungen, von der autogerechten Stadt wegzukommen. Bereits durchgeführte
Verkehrsversuche werden oft negativ beurteilt, im Sinne von chaotisch, schlecht kommuniziert und
wenig Bürgerbeteiligung.
Vergleichsweise von weniger Befragten, aber dennoch häufiger genannt werden weitere Themen
wie der schlechte Straßen- beziehungsweise Brückenzustand, die unzureichende Leihinfrastruktur
in einigen Stadtteilen (Carsharing, Lastenräder), die unzureichende Ladeinfrastruktur für
Elektroautos sowie ungepflegte oder nicht barrierefreie Gehwege sowie E-Scooter als Gefahr und
Behinderung.
Wie vielfältig das Spektrum der genannten Themen ausfällt, ist hier am Beispiel des
wahrgenommenen größten Kölner Problems – dem Verkehr – illustriert.
Grafik 7: Größte Probleme in Köln – Häufig genannte Aspekte in der Kategorie Verkehr
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Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Auch oft bemängelt: ÖPNV / KVB, Sauberkeit und Wohnungsmarkt
Während die fußläufige Erreichbarkeit von Bussen und Bahnen (siehe Seite 10) über alle
Wohngebiete hinweg noch mit der höchsten Zufriedenheit bewertet wurde, wurde der ÖPNV
beziehungsweise die KVB in der offenen Abfrage nach den Problemen in Köln hingegen viel
beanstandet. Häufigste Kritikpunkte sind Unzuverlässigkeit durch Verspätungen und Ausfälle.
Aber auch zu wenige oder zu volle Bahnen werden beklagt und ein Ausbau des ÖPNV gefordert.
Von einem Teil der Befragten wird auch die ÖPNV-Anbindung problematisiert, insbesondere in
innenstadtferneren Stadtteilen sowie im rechtsrheinischen Stadtgebiet.
Daneben werden Verschmutzungen und (nächtliche) Unsicherheitsgefühle in Bahnen und
Haltestellen, zu hohe Preise, mangelndes Angebot in den Abend- und Nachtstunden sowie eine
eingeschränkte Barrierefreiheit durch nicht funktionierende Rolltreppen und Aufzüge als Probleme
benannt. Probleme mit dem ÖPNV beziehungsweise der KVB werden häufiger von jüngeren
Befragten (18 bis 34 Jahre: 37 %) thematisiert als von älteren Befragten (60 bis 80 Jahre: 20 %).
Die mangelnde Sauberkeit und die zunehmende Vermüllung des öffentlichen Raums ist ein
weiteres großes Problem in der Stadt, insbesondere ältere Befragte weisen häufiger darauf hin
(60 bis 80 Jahre: 38 %; 18 bis 34 Jahre: 21 %). Beklagt wird herumliegender Müll auf Straßen und
Plätzen, in Parks und auf Spielplätzen, aber Köln wird auch insgesamt als dreckige Stadt
wahrgenommen. Weitere häufiger genannte Aspekte sind fehlende Mülleimer, wilder Müll,
mangelhafte Stadtreinigung sowie die Verschmutzung durch Hundekot.
Als ein zentrales Kölner Problemthema wird auch der angespannte Wohnungsmarkt angegeben:
zu wenig Wohnraum und zu hohe Mietpreise sind die am meisten genannten Aspekte. Besonders
hiervon betroffen zeigen sich die jüngeren Befragten. In der Gruppe der 18- bis 34-Jährigen wird
der Wohnungsmarkt etwa doppelt so häufig (34 %) als eines der größten Probleme in Köln genannt,
als in der Gruppe der 60-Jährigen und Älteren (15 %).
Infrastruktur: Schulen sowie Kinderbetreuungsplätze sind ebenfalls drängendste Probleme
Die Angaben im Problemfeld Infrastruktur
werden von Befragten mit Kindern deutlich häufiger
(43 %) genannt als von Befragten ohne Kinder (17 %) und beziehen sich vor allem auf das
mangelnde Angebot an Schul- und Kitaplätzen (auch für unter Dreijährige), das Vergabesystem
der Plätze sowie den baulichen Zustand der Gebäude. Auch die (digitale) Ausstattung von Schulen,
der Mangel an qualifiziertem Personal sowie hohe Kita-Gebühren werden bemängelt.
Die vergleichsweise seltener genannten Problemfelder in Köln (siehe Grafik 6) werden in Tabelle 1
hinsichtlich der häufig genannten Aspekte näher erläutert.
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Tabelle 1: Größte Probleme in Köln – Erläuterungen zu weiteren Themen
Kategorie Am häufigsten genannte Aspekte
Stadtgestaltung /
Stadtentwicklung
• zu wenig Parks und Grünflächen (auch: zu viel Müll)
• zu lange Dauer und Kostenexplosion bei Großprojekten
• mangelnde Aufenthaltsqualität (wie schöne Plätze, Sitzgelegenheiten,
öffentliche Toiletten, Trinkwasserspender)
Kriminalität / (Un)sicherheit
• wahrgenommene Kriminalität (Kriminalitätsanstieg, Deliktformen wie
Diebstähle, Einbrüche, Kleinkriminalität, Drogenhandel)
• Unsicherheitsgefühle an bestimmten Orten
soziale Probleme
• zunehmende Obdachlosigkeit
• steigende Armut, soziale Ungerechtigkeit
• mangelnde Bevölkerungsdurchmischung in Stadtteilen
spezifische Problemorte
• Unterkategorie Innenstadt: Verwahrlosung und Unsauberkeit,
Unbehagen und Unsicherheitsgefühle durch Obdachlose, Bettelnde und
Drogenabhängige, Autoverkehr, zu wenig Grün und Sitzmöglichkeiten
• Unterkategorie Neumarkt, Ebertplatz, Wiener Platz: mangelnde
Sauberkeit, Aufenthaltsqualität, Sicherheit, multiple Problemlagen durch
Präsenz von Obdachlosen, Drogenabhängigen, Dealern und Bettelnden
Verwaltung
• schlechter Behördenservice (lange Warte- und Bearbeitungszeiten, zu
wenig Digitalisierung, träge und ineffizient)
• Umsetzung politischer Beschlüsse erfolgt nicht oder zu langsam,
schlechte Planungen (zum Beispiel bei Schulen, Verkehr)
• Klüngel und Korruption
Baustellen
• meist unspezifische Nennungen
• teilweise genannt in Bezug auf: Lärm, Dauer und Verkehrsverzögerungen
Umwelt- und Klimaschutz /
allgemeine Belastungsfaktoren
• Überschwemmungsschutz wie Begrünung, Bäume, Entsiegelung
• unzureichende Maßnahmen zur Umsetzung der Energie- und Verkehrswende
• individuelle Belastungsfaktoren: Lärmbelästigung durch Flug- und
Straßenverkehr, Baustellen, Feiernde sowie schlechte Luftqualität und
hohe Feinstaubbelastung
Ausländer / Flüchtlinge
• zu hoher Anteil an Ausländer*innen und Flüchtlingen
• seltener auch: schlechte Integration, mangelnde Infrastruktur zur
Versorgung von Flüchtlingen
Politik
• visionslos, entscheidungsschwach und langsam
• schlechte Zusammenarbeit von Politik und Verwaltung
• Klüngel und Korruption
• Entwicklung Kölns zur Party- und Eventstadt mit zunehmenden „Alkohol-
tourismus“ („Ballermanisierung“)
Stadtbild
• ungepflegtes, verwahrlostes Erscheinungsbild Kölns (Vermüllung,
Unsauberkeit, hohe Anzahl Obdachloser, Drogensüchtiger und Bettler)
Wirtschaft und Einzelhandel
• Aussterben des Einzelhandels (Geschäftsschließungen, Billigläden)
• Unattraktivität der Innenstadt beziehungsweise diverser Einkaufsstraßen
räumliche Ungleichentwicklung
• mangelnde soziale Durchmischung auf räumlicher Ebene (Verdrängung
und soziale Brennpunkte)
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Querschnittsthemen: Mangel an Aufenthaltsqualität und Sauberkeit sowie zunehmendes
Unbehagen in zentralen Bereichen der Stadt
Einige Problemlagen finden sich in verschiedenen Facetten in mehreren Themen wieder.
So werden der Mangel an Grünflächen, Begrünung und Natur (schattenspendende Bäume)
sowie der hohe Versiegelungsgrad, die Betonlastigkeit der Stadt sowohl in Zusammenhang mit
der mangelnden Aufenthaltsqualität in der Stadt als auch als wichtige, aber noch unzureichend
umgesetzte Maßnahmen für den Klimaschutz thematisiert. Mangelnde Sauberkeit wird, wie oben
beschrieben, sehr häufig als Problem an sich genannt, aber auch im Zusammenhang mit
mangelnder Aufenthaltsqualität von zentralen Plätzen und Parks sowie dem Gesamteindruck
eines ungepflegten und vernachlässigten Stadtbildes.
Als problematisch wird auch die hohe Anzahl von Obdachlosen, Drogensüchtigen und teilweise als
aggressiv erlebten Bettelnden in zentralen Bereichen der Stadt angesehen. Obdachlosigkeit wird
dabei teilweise als soziales Problem oder kontextlos genannt. Häufiger wird ein Unbehagen oder
Unsicherheitsgefühl beschrieben, ausgelöst durch sich auf Plätzen oder an Bahnhaltestellen
aufhaltende, oftmals betrunkene oder Drogen konsumierende Menschen. Zusammen mit den
Themen mangelnder Sauberkeit und Aufenthaltsqualität werden prominente Bereiche der Kölner
Innenstadt oder bedeutende Plätze wie der Neumarkt, der Ebertplatz oder der Wiener Platz häufig
als Orte beschrieben, die möglichst gemieden werden oder die sich negativ auf das
Erscheinungsbild der Stadt auswirken.
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Tabelle 2: Auszüge aus Original-Stimmen zu den größten Problemen in Köln
Verkehr
Mann, 61 Jahre, alleinlebend, seit 1982 in Köln, wohnt im Stadtteil Neuehrenfeld:
„Ungelöste Konkurrenz zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmern: Fußgänger – Radfahrer -
Roller – Autofahrer. Der vorhandene Raum müsste dringend und klarer aufgeteilt werden, sodass
alle Teilnehmer ihre Rechte, aber auch Pflichten kennen.“
Frau, 26 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2017 in Köln, wohnt im Stadtteil Ehrenfeld:
„Als Fahrradfahrerin lebt es sich in Köln sehr gefährlich. Viele Fahrradwege sind zu schmal, schlecht
ausgebaut, Pflastersteine lose oder Wege verwurzelt und hügelig. An vielen großen Kreuzungen gibt
es für Fahrradfahrer*innen keine klaren Regelungen.“
Verkehr und
ÖPNV / KVB Mann, 48 Jahre, alleinlebend, seit 2006 in Köln, wohnt im Stadtteil Poll:
„Verkehrssituation, insbesondere der dauerhaft schlechte Zustand kommunaler Straßen und
Radwege, katastrophale Parksituation vor allem in der Innenstadt, keine dem Vertreiben des
Individualverkehrs aus der Stadt angepasste Verbesserung des ÖPNV.“
ÖPNV/KVB Frau, 32 Jahre, Paar-Haushalt mit einem Kind unter 18 Jahren, seit 2016 in Köln, wohnt im Stadtteil
Neustadt/Süd:
„ÖPNV viel zu schlecht. Bahnen fallen ständig aus, Taktung ist eh zu gering. Manche Stationen
unmöglich mit Kinderwagen zu nutzen (z.B. Barbarossaplatz, da man Stufen hoch muss, um die
Bahn zu betreten). Aufzüge & Rolltreppen ständig defekt.“
Sauberkeit
Frau, 59 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, gebürtige Kölnerin, wohnt im Stadtteil Lindenthal:
„Zu schmutzig im Vergleich zu anderen sogar größeren Städten. Sehr peinlich, wenn man mit
Besuch aus dem Aus- oder Umland die Stadt besichtigt. Häufigste Reaktion ist, Köln ist nicht schön.“
Mann, 37 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2017 in Köln, wohnt im Stadtteil Humboldt/Gremberg:
„Die Stadt Köln muss sauberer werden, insbesondere in Stadtteilen wie Kalk. An ausgewählten Orten
soll es auch öffentliche Toiletten geben. So wie es jetzt ist, pinkeln einige Leute auf die Straße!“
Wohnen
Mann, 38 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2017 in Köln, wohnt im Stadtteil Junkersdorf:
„Miet- und Kaufpreise. Für junge Menschen / Familien ist es finanziell oft nicht möglich, sich für ein
Stadtleben entscheiden zu können.“
Mann, 37 Jahre, Mehrpersonenhaushalt ohne Kinder, seit 2018 in Köln, wohnt im Stadtteil Bayenthal:
„Die Mietkosten explodieren und werden selbst für mich aus dem gehobenen Mittelstand langsam
nicht mehr bezahlbar. Außerdem ist es fast unmöglich eine Wohnung zu finden.“
Infrastruktur
Frau, 39 Jahre, alleinerziehend mit einem Kind unter 18 Jahren, seit 2009 in Köln, wohnt im Stadtteil
Sülz:
„Familienfreundlichkeit ist ein Problem: ausreichend Kita- und Schulplätze in Wohnortnähe, bessere
Betreuungsangebote, Freizeitmöglichkeiten für große Kinder und Jugendliche.“
Mann, 46 Jahre, Paar-Haushalt mit zwei Kindern unter 18 Jahren, seit 1998 in Köln, wohnt im Stadtteil
Westhoven:
„Zu geringe Investitionen in die Schulbildung: Mangel an Personal, marode oder geschlossene
Schwimmbäder, reparaturbedürftige Klassenräume und Schulgebäude insgesamt.“
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Tabelle 3: Auszüge aus Original-Stimmen zu positiven Entwicklungen / Verbesserungen in Köln
Verkehr
Frau, 43 Jahre, Paar-Haushalt mit einem Kind unter 18 Jahren, seit 2014 in Köln, wohnt im Stadtteil Kalk:
„Der Beginn einer fahrradfreundlichen Politik ist sehr gut und sollte unbedingt fortgeführt werden,
am besten in noch größerem Umfang. Besonders rechtsrheinisch gibt es noch einige
Möglichkeiten.“
Mann, 62 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, gebürtiger Kölner, wohnt im Stadtteil Braunsfeld:
„Ring Frei! und andere vernünftige Radwege, die auch zu einer Verbesserung der
Bewegungsfreiheit der Fußgänger geführt hat. Leider ist das noch Stückwerk, ich hoffe auf
schnelle Fortsetzung!!!“
Infrastruktur
Mann, 42 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2001 in Köln, wohnt im Stadtteil Neustadt/Süd:
„Grünflächen sind insgesamt besser geworden, mehr Sitzflächen, gute Spielplätze. Gerne mehr
von diesen grünen Oasen in der Stadt.“
Frau, 37 Jahre, alleinlebend, seit 2021 in Köln, wohnt im Stadtteil Bickendorf:
„Das kulturelle Angebot (Karneval, Konzerte, Comedy, Theater, Science Slams, Pubquizzes,
Weinfest) bringt Leute verschiedener Couleur zusammen und macht Lust auf mehr Miteinander.“
Stadtgestaltung /
Stadtbild
Mann, 56 Jahre, Mehrpersonenhaushalt ohne Kinder, gebürtiger Kölner, wohnt im Stadtteil
Zollstock:
„Stadtbild: Die Grünflächen und Parks wirken meistens sehr gepflegt, das war nicht immer so. Es
tut sich was. Grillscouts im Park. Reinigungspersonal bei Veranstaltungen. Gut!“
Mann, 55 Jahre, Paar-Haushalt mit zwei Kindern unter 18 Jahren, seit 2003 in Köln, wohnt im
Stadtteil Longerich:
„Erscheinungsbild der Innenstadt aufgewertet bzw. Aufwertung in Arbeit (z.B. Treppe
rechtsrheinisch, Baumaßnahmen Altstadtufer linksrheinisch).“
ÖPNV / KVB
Mann, 21 Jahre, Mehrpersonenhaushalt ohne Kinder, gebürtiger Kölner, wohnt im Stadtteil Urbach:
„Ausbau des ÖPNV Angebots (auch wenn noch nicht abschließend zufriedenstellend) und
Zugang in den Straßenverkehr für Fahrräder.“
Mann, 53 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2003 in Köln, wohnt im Stadtteil Klettenberg:
„Verbesserung und Erhöhung der Anzahl von barrierefreien Straßenbahnhaltestellen.“
Pandemie-
bewältigung /
Corona Frau, 29 Jahre, Paar-Haushalt ohne Kinder, seit 2020 in Köln, wohnt im Stadtteil Nippes:
„Allgemein eine gute Kommunikation seitens der Stadt bzw. des Gesundheitsamtes in der
Corona-Krise. Informationen zu Impfangeboten und Hygieneregeln waren online und regelmäßig
aktuell auffindbar.“
Verwaltung
Mann, 45 Jahre, alleinerziehend mit zwei Kindern unter 18 Jahren, seit 2021 in Köln, wohnt im
Stadtteil Buchheim:
„Ich fand die Behördengänge bisher echt unerwartet geil! Beim Ummelden den kompetenten
Azubi, der gute Arbeit gemacht hat! Beim Auto Ummelden den richtig sympathischen ruhigen
Mitarbeiter, und die Meldungen über “sag’s Köln“ wurden auch bearbeitet.“
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Verbesserungen in Köln: Thema Verkehr auch hier Spitzenreiter
Das Thema Verkehr ist das am häufigsten genannte Problem in Köln. Von den Befragten werden
zum Thema Verkehr aber auch die meisten Verbesserungen berichtet. Verbesserungen im Verkehr
werden insgesamt verstärkter von den Jüngeren und Befragten mittleren Alters (18 bis 59 Jahre)
genannt (35 %; 60- bis 80-Jährige: 20 %). Auch Befragte, die das Fahrrad mehrmals pro Woche
oder täglich nutzen, haben häufiger eine dem Verkehr zugeordnete Verbesserung genannt (50 %)
als Befragte, die es nur einmal (31 %) und vor allem als solche, die es gar nicht (20 %) nutzen.
Ebenso berichten vermehrt Befragte aus dem Stadtbezirk Innenstadt und den Stadtteilen am
Innenstadtrand (wie Zollstock, Sülz, Lindenthal, Ehrenfeld oder Nippes) Verbesserungen im Bereich
Verkehr.
Grafik 8: Verbesserungen in Köln (Antworten nach Kategorien in %)
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n = 14 784,
personengewichtete Daten
Die Kategorie „sonstige Nennungen“ umfasst einzelne Aussagen, die keiner Kategorie zugeordnet werden konnten sowie Aussagen,
die anhand der verwendeten Schlagworte nicht zugeordnet werden konnten (siehe dazu auch die Methodenbeschreibung im Anhang
Seite 24).
Die Kategorie „Pandemiebewältigung / Corona“ enthält neben Aussagen zum Krisenmanagement auch andere Aspekte im
Zusammenhang mit der Corona-Zeit wie Erweiterungsmöglichkeiten für die Außengastronomie, Freude über die wiedergewonnene
Freiheit, Karnevalfeiern et cetera).
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
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Mit deutlichem Abstand werden insbesondere Verbesserungen beim Radverkehr genannt.
Die Befragten sehen es vielfach als positiv an, dass Radwege ausgebaut, Autospuren zu
Radwegen und Fahrradstraßen umgewidmet werden und wurden. Auch wird die Einrichtung von
Abstellplätzen thematisiert.
Ein weiterer Teil der Befragten lobt Verbesserungen bei anderen Teilaspekten der Verkehrswende:
verkehrsberuhigte Bereiche mit Tempo-30-Zonen, autofreie Zonen oder mehr Fußgängerzonen in
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sonstige Nennungen
Politik
Ausländer / Flüchtlinge
Wohnungsbau
Wirtschaft, Einzelhandel und Tourismus
Umwelt- / Klimaschutz
Kriminalität / (Un)sicherheit
Pandemiebewältigung / Corona
Köln Typisches
Sauberkeit
Lebensgefühl / sozialer Zusammenhalt
Verwaltung
ÖPNV / KVB
Stadtgestaltung / Stadtbild
Infrastruktur
Verkehr
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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innenstädtischen Bereichen wie der Ehrenstraße und der Deutzer Freiheit.11 Vergleichsweise
etwas seltener, aber dennoch häufiger genannt, werden Fortschritte im Bereich der E-Mobilität wie
der Ausbau von E-Ladestationen, die Zunahme von E-Bussen und modernen Sharing-Angeboten
(Car-Sharing, Leihfahrräder, E-Roller) berichtet. Weitere genannte Aspekte sind:
Verkehrsreduzierung, verbesserte Verkehrsführungen (Kreuzungen, Kreisverkehre) sowie der Mut
zu Verkehrsversuchen, wobei die Umsetzung teilweise als chaotisch beschrieben wird.
Trotz Problemen: Verbesserungen auch bei Infrastruktur, Stadtgestaltung / Stadtbild sowie
ÖPNV / KVB
Ähnlich wie oben beim Thema „Verkehr“ zeigt sich, dass ein kleiner Teil der Befragten in den von
einer größeren Mehrheit wahrgenommenen Problemthemen auch vereinzelt positive Aspekte oder
erste Verbesserungen sieht.
Mit Abstand am häufigsten positiv benannt werden bei infrastrukturellen Aspekten die vielfältigen
Freizeit-, Kultur-und Gastronomieangebote, für die Köln steht. Die Ausweitung der Außen-
gastronomie, die durch die Corona-Zeit sowie durch Umwidmungen von Parkplätzen entstanden ist,
stößt auf große Zustimmung. Die Stadtbibliothek sowie die Stadtteilbibliotheken werden ebenso
häufiger positiv hervorgehoben. Auch werden verbesserte Sportangebote wie Outdoor-Sport-
anlagen in Parks und Skateranlagen sowie die vielen neu gestalteten Spielplätze im Stadtgebiet (wie
der Wasserspielplatz am Grüngürtel) gelobt, wenn auch vergleichsweise seltener genannt.
Beim Thema Stadtgestaltung / Stadtbild werden die verbesserte Aufenthaltsqualität wie zum
Beispiel durch bessere Pflege von Grünflächen und Parks, mehr Begrünung und Blumenwiesen,
mehr öffentliche Toiletten und Trinkbrunnen am meisten genannt. Auch die Verhinderung des
FC-Ausbaus
12 auf der Gleueler Wiese wird von einem Teil Befragter als positiver Aspekt
thematisiert – teilweise im Zusammenhang mit einer guten Aufenthaltsqualität in der Stadt, aber
auch als Klimaschutzmaßnahme.13
Häufiger werden zudem bestimmte Orte als gelungen hervorgehoben, wie zum Beispiel die
Deutzer Rheinpromenade mit der Freitreppe, der Rheinauhafen, die Umgestaltung des Ebert-
und Rudolfplatzes sowie die Neugestaltung des Porzer Zentrums.
Neben den oben beschriebenen Problemen mit dem öffentlichen Personennahverkehr werden
ÖPNV / KVB öfter auch als Stichworte bei Verbesserungen genannt. Konkretere Aussagen
beziehen sich meist auf Verbesserungen beim Ausbau des ÖPNV, der Anbindungen sowie der
Einführung des Deutschlandtickets.
Die vergleichsweise seltener genannten Verbesserungen (siehe Grafik 8) werden in Tabelle 4
näher erläutert.
11 Diese war zum Zeitpunkt der Umfrage in einem Teilabschnitt Fußgängerzone.
12 Zum Zeitpunkt der Umfrage im Sommer 2023 sah die Entscheidungslage so aus, dass der Grüngürtelausbau nicht
umgesetzt wird.
13 Die Verhinderung des FC-Ausbaus wird jedoch von einzelnen Befragten auch als „Problemthema“ genannt
(Kategorie Politik).
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Tabelle 4: Verbesserungen in Köln – Erläuterungen zu weiteren Themen
Kategorie Am häufigsten genannte Aspekte
Verwaltung
• Verbesserungen im Bürgerservice (freundlichere Mitarbeiter*innen,
mehr Digitalisierung, Bürgertelefon, „Sag’s mir“ Funktion der Köln App)
Lebenswerte Stadt /
sozialer Zusammenhalt
• Weltoffenheit und Toleranz
• Akzeptanz von unterschiedlichen Menschen (Herkunft, LGTBQI)
• kulturelle Vielfalt, freundliche Menschen, Zusammenhalt, Bürger-
initiativen und ehrenamtliches Engagement (auch: Flüchtlingsarbeit)
Sauberkeit
• gute und zuverlässige Arbeit der AWB (insbesondere Müllentsorgung)
• gute Straßenreinigung
• gute Sperrmüllentsorgung (Wertstoffcenter, Abholservice)
• Verfügbarkeit von Hundekotbeuteln
Köln Typisches
• 1.FC (auch: Klassenerhalt)
• Karneval (auch: gute Organisation und Sicherheitskonzept)
Pandemiebewältigung/Corona
• gute Bewältigung der Corona-Pandemie (Gesundheitsamt, Impfzentrum)
• auch: „Corona“ als Thema in anderen Zusammenhängen zum Beispiel
mehr Außengastronomie
Kriminalität / (Un)sicherheit
• Verbesserung der Sicherheit in einigen Bereichen (höhere Polizei-
präsenz, mehr Kontrollen und Videoüberwachung)
Umwelt- / Klimaschutz
• mehr insektenfreundliche Wildblumenwiesen, Baumpflanzungen und
Begrünung
• Verhinderung Ausbau des Grüngürtels für den 1.FC
• Verbesserungen bei Hochwasserschutz, Luftqualität
• Einführung von E-Bussen, Förderprogramme (Grün hoch 3, Lasten-
räder, energetische Sanierungen)
Wirtschaft, Einzelhandel &
Tourismus
• gute Einkaufsmöglichkeiten insgesamt oder im Stadtteil
(lange Öffnungszeiten, gute Versorgungsmöglichkeiten für täglichen
Bedarf)
Wohnungsbau • Bau von Wohnungen, Baulückenschließung
Ausländer*innen / Flüchtlinge • Aufnahme(-bereitschaft) von Flüchtlingen
Politik • stärkere Bürgerbeteiligung in Projektplanungsphase
Quelle: Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Amt für Stadtentwicklung und Statistik – Statistisches Informationssystem
Die Frage nach Verbesserungen wurde häufig allgemein(er) im Sinne „wofür Köln steht“ oder „was
an Köln gefällt“ beantwortet. Insbesondere die Antworten der Kategorie Lebensgefühl / sozialer
Zusammenhalt und Köln Typisches spiegeln dies vielfach wider: Viele Befragte schätzen an Köln
die kulturelle Vielfalt, Akzeptanz und Toleranz von Menschen unterschiedlicher Herkunft sowie von
queeren Menschen und loben den Zusammenhalt, das Lebensgefühl in der Stadt, den 1. FC und
den Karneval.
Kölner Statistische Nachrichten 11/2024 –
Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Datengrundlage:
Strukturdatenerhebung des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln
Das Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln hat im Frühjahr und Frühsommer 2023
die Strukturdatenerhebung in Köln 2023 durchgeführt. Diese Umfrage erhebt Informationen von
Kölner Bürgerinnen und Bürgern, die für die Arbeit der Stadtverwaltung wichtig sind, jedoch nicht
aus anderen Quellen wie den der Verwaltung vorliegenden Daten entnommen werden können.
Es wurden rund 127 000 nach dem Zufallsprinzip aus dem Einwohnermelderegister der Stadt Köln
ausgewählte Kölnerinnen und Kölner angeschrieben und um Teilnahme an der freiwilligen
Umfrage gebeten.
Befragungsthema Strukturdatenerhebung in Köln 2023
Befragungsmethode Papier-Umfrage mit Online-Option
Befragungszeitraum 17. Mai bis 03. Juli 2023
Grundgesamtheit Kölner*innen im Alter von 18 bis 80 Jahren (Deutsche und
Ausländer*innen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz, ohne
Heimbewohner*innen): 843 232 Personen
(Einwohnermelderegister, Stand: 31. März 2023)
Wellenzahl zwei Befragungswellen
Stichprobe einfache Zufallsstichprobe
Bruttostichprobe
(= angeschriebene Personen) 1. Welle: 70 000
2. Welle: 57 000
in der Summe 127 000
davon neutrale Ausfälle
(= verzogen, verstorben) 2 075
Nettostichprobe (bereinigt) 124 925
auswertbare Fragebögen insgesamt 22 809; davon
10 871 Online-Teilnahmen (47,7 %),
11 938 Papier-Teilnahmen (52,3 %)
Beteiligung insgesamt 18,3 % der (bereinigten) Nettostichprobe
Quote / Anzahl 1. Welle* 18,4 % / 12 650
Quote / Anzahl 2. Welle* 18,1 % / 10 139
für 20 Befragte ist keine Zuordnung möglich
Die ausführliche Beschreibung der Methodik und eine Grundauszählung der Befragungsdaten
finden Sie im Bericht: „Strukturdatenerhebung in Köln 2023 – Methodendokumentation“
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Zufriedenheit mit Köln: Größte Probleme und erreichte Verbesserungen
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Anhang
Auswertung offener Antworten
Schritt 1: Kategorienschema und Schlagwortsuche
Im ersten Schritt wurden die Antworten auf die offene Frage 39 „Alles in allem gesehen: Was sind
Ihrer Meinung nach die größten Probleme in Köln?“ und auf die offene Frage 40 „Und was ist Ihrer
Meinung nach in Köln in den letzten Jahren gut gelaufen bzw. hat sich verbessert?“ gesichtet, um
das Spektrum der häufig genannten Themen zu erfassen. Auf diese Weise wurde für jede der
beiden Fragen ein Kategorienschema entwickelt. Für die Antworten auf Frage 39 (Probleme)
wurden 17 Themenkategorien identifiziert, für die Frage 40 (Verbesserungen) waren es
16 Themenkategorien (zu den Kategorien siehe die Grafiken 6 und 8).
Die Zuordnung der offenen Antworten zu den Themenkategorien erfolgte automatisiert
14 über
vorgegebene Schlagworte. Um die Bestimmung der Schlagworte zu erleichtern, wurden den
Themenkategorien inhaltlich voneinander abgrenzte Unterthemen zugeordnet. Für die Suche
nach geeigneten Schlagworten wurden zum einen die Originalaussagen kursorisch gesichtet.
Zum anderen wurden Listen mit häufig in den Aussagen vorkommenden Wörtern verwendet.
Über eine alphabetische Sortierung konnten auch falsche Schreibweisen wichtiger Schlagwörter
identifiziert werden.
Schritt 2: Automatisierte Kategorienzuweisung
Anhand der definierten Schlagworte wurden die Antworten den entsprechenden Themenkategorien
zugeordnet. Das Ergebnis der Zuordnungen waren 0/1 kodierte Variablen für jede Oberkategorie,
da alle Befragten mehrere problematische oder gut laufende Aspekte nennen konnten. Eine „1“
wurde vergeben, wenn das Thema genannt wurde, andernfalls erhielt die Variable eine „0“.
Aussagen, die anhand der Schlagworte keiner Themenkategorie zugeordnet werden konnten,
wurden in einer weiteren Variable „sonstige Nennungen“ zusammengefasst. Es wurden alle
Nennungen der Befragten kodiert, auch wenn innerhalb eines Statements mehr als ein Thema
benannt wurde. Themen, die von einer Person mehrfach genannt wurden, gingen nur einmal in die
Auswertung ein. In einem letzten Schritt wurden die 0/1 kodierten Variablen der jeweiligen
Themenkategorien sowie die Variable „sonstige Nennungen“ zu einem Multiple Response Set
zusammengefasst und die Häufigkeiten der Nennungen für die beiden offenen Fragen berechnet.
Hinweise zur Methode der automatisierten Kategorienzuweisung
Die Kategorie „sonstige Nennungen“ ist aufgrund der automatisierten Kategorienzuordnung
umfangreich. Sie umfasst zum einen klassische „sonstige“ Antworten, das heißt einzelne Aussagen
zu sehr spezifischen Themen, die keiner Oberkategorie zugeordnet werden konnten. Zum anderen
finden sich hier aber auch Aussagen, die anhand der verwendeten Schlagworte nicht zugeordnet
werden konnten, aber de facto einem Themenbereich zuzuordnen wären. Dabei handelt es sich
meist um Aussagen, die Rechtschreibfehler enthalten oder stilistisch textlastig „blumig“ formuliert
14 Genutzt wurde das Programm R.
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sind und dabei zentrale Schlagworte, die für eine thematische Zuordnung notwendig wären,
nicht enthalten.
Für das Ziel der Auswertung, eine Rangfolge der in den offenen Fragen genannten Themen zu
bilden, sind die Kommentare, die durch die automatisierte Zuordnungsmethode nicht zugeordnet
werden können, jedoch unproblematisch. Zum einen weil die „Nichtzuordnungen“ unsystematisch
sind, sprich alle Themen gleichermaßen betreffen, zum anderen, weil die sehr große Zahl der
zugeordneten Aussagen ein verlässliches Ergebnis gewährleistet. Vereinzelt werden Aussagen
durch die automatisierte Kategorienzuordnung einer „falschen“ Themenkategorie zugeordnet,
wenn wichtige Schlagworte wider Erwarten in anderem Kontext auftreten. Dies ist aufgrund der
sehr geringen Anzahl falscher Zuordnungen und der Vielzahl richtig zugeordneter Aussagen für
das Ranking der Häufigkeiten der genannten Themenkategorien ebenfalls unerheblich.
Mit der angewendeten Methode der automatisierten Kategorienzuordnung über Schlagwörter kann
nicht festgestellt werden, mit welcher inhaltlichen Ausrichtung (pro oder kontra) ein Thema genannt
wird. Bei der inhaltlichen Interpretation der Ergebnisse wurden die entsprechenden Statements
zusätzlich manuell gesichtet, um die grobe Verteilung unterschiedlicher inhaltlicher Tendenzen zu
ermitteln.
Amt für Stadtentwicklung und Statistik
Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise)
nur mit Quellenangabe 13/15/0/07.2024
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www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Beratungsverlauf (5)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2109/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 09.08.2024
- Erstellt
- 02.07.2024 14:14