1859/2020
Tätigkeitsbericht Projekt Integrationslotsinnen und Integrationslotsen 2019
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Mitteilung Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle OB/16/162 Vorlagen-Nummer 05.08.2020 1859/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 18.08.2020 Ausschuss Soziales und Senioren 20.08.2020 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 25.09.2020 Tätigkeitsbericht Projekt Integrationslotsinnen und Integrationslotsen 2019 Integration bedeutet gleiche Teilhabemöglichkeiten für alle Menschen in der Gesellsellschaft, unab- hängig von ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer geschlechtlichen Identität, sexuellen Orientierung, Hautfarbe und Religion und unabhängig davon, ob sie eine Behinderung haben. In wie weit diese Teilhabe gelingt, hängt davon ab, ob eine Stadtgesellschaft mit ihren Institutionen wie Schulen, Be- hörden, Vereinen und Unternehmen offen für die Vielfalt ihrer Einwohnerinnen und Einwohner ist und ob gleichzeitig Zugewanderte die ihnen zur Verfügung stehenden Angebote kennen und nutzen (kön- nen). Die Zuwanderungszahlen in der Stadt Köln steigen. Aktuell haben mehr als 40 % der Kölner Bevölkerung einen sogenannten Migrationshintergrund. Bei den unter 18-Jährigen sind es weit mehr als 50%. So übernimmt das Projekt der Integrationslotsinnen und Integrationslotsen eine wichtige Brückenfunktion zwischen Neuzugewanderten, diversen Einrichtungen und den Kölnerinnen und Köl- nern. Die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben selbst einen Migrationshintergrund, ausrei- chende bilinguale und bi- bzw. multikulturelle Kenntnisse sowie interkulturelle Kompetenzen. So kön- nen sie zwischen den neu Zugewanderten und den vorhandenen Dienstleistungsstrukturen vermitteln und unterstützen sowie Integration im Sinne der Verbesserung von Zugangs- und Teilhabechancen zielgerichtet zu fördern. Das Projekt wird seit 2009 städtisch jährlich mit 33.000,00 Euro finanziert. Die Fördermittel werden zu gleichen Teilen an die fünf beteiligten Integrationsagenturen • Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Mittelrhein e.V., Integrationsagentur, • Caritasverband für die Stadt Köln e.V., Integrationsagentur; • Deutsches Rotes Kreuz, Integrationsagentur Gesundheit; • Synagogen-Gemeinde Köln, Integrationsagentur, • Förderungs- und Bildungsgemeinschaft jugend- und Altenarbeit Vingst/Ostheim e.V. Köln, Integrationsagentur, ausgezahlt. Von diesem Betrag zahlen die Integrationsagenturen vereinbarungsgemäß mindestens 70 % als Auf- wandsentschädigung an die Lotsinnen und Lotsen für deren konkrete Einsätze. Einen weiteren wich- tigen Kostenfaktor bildet die Aus- und Fortbildung der Integrationslotsinnen und –lotsen. Im Jahr 2019 stand die Unterstützung und Begleitung von Neuzugewanderten im Fokus der Projekt- arbeit. Während sich zu Projektbeginn vor 10 Jahren die Integrationsfrage vornehmlich auf die so genannten Gastarbeiter/-innen und ihre Nachkommen konzentrierte, dominierte in den letzten vier Jahren insbesondere die Zielgruppe geflüchteter Frauen, Männer und Kinder. 2 Aufgrund dieser Entwicklungen erlebten die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen eine Ver- schiebung der Themen und damit einhergehend eine Neuausrichtung ihrer Unterstützungsaktivitäten: Die im Laufe der Jahre entwickelten Netzwerke, Strukturen und Kontakte der Lotsinnen und Lotsen erleichterten das Ankommen der Menschen in Köln erheblich. Mit Wirkung zum 1. Dezember 2018 gehört das Kommunale Integrationszentrum Köln zum Amt für Integration und Vielfalt im Dezernat der Oberbürgermeisterin. Auch für dieses Projekt bedeu- tet dies eine Schärfung der strategischen Ausrichtung sowie eine effektivere Bündelung der Netzwer- ke. Qualifizierung - Zur Weiterqualifizierung der ehrenamtlichen Lotsinnen und Lotsen wurde u.a. eine Fortbil- dungsreihe durch die fünf Integrationsagenturen organisiert: Inhalte sind u.a. Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie Kommunikations- und Motivationsstrategien in der ehrenamtlichen Arbeit. - Zum neuen Amt für Integration und Vielfalt gab es eine ganztägige Vorstellung der unter- schiedlichen Sachgebiete und Zuständigkeiten, um über die Ansprechpartnerinnen und – partner innerhalb der neuen Struktur zu informieren. - Ein Workshop beschäftigte sich mit dem Thema Antisemitismus im Alltag. - Für die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen wurde ein praktischer Atelierkurs und eine Führung im Römisch Germanischen Museum angeboten. Ferner wurden in den jeweiligen fünf Integrationsagenturen regelmäßig Reflektions- und Austausch- runden, Supervisionen sowie weitere interne Fortbildungen angeboten. Jubiläum Zum 10-jährigen Bestehen des Integrationslotsenprogrammes wurde die Jubiläumsveranstaltung „10 Jahre Integrationslotsinnen und Integrationslotsen“ ausgerichtet. Am 22. November 2019 kamen knapp 120 Gäste aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft aus ganz Köln zusammen. Eröffnet wurde die Veranstaltung durch den Gastgeber Herrn Peter Krücker, Vorstand Caritasverband für die Stadt Köln e.V. und Frau Asli Sevindim, Abteilungsleiterin Integration im Ministerium für Kinder, Fami- lie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Frau Oberbürgermeisterin Reker bedankte sich mit folgenden Worten "Sie weisen Menschen, die neu nach Köln kommen, den Weg in die Mitte unserer Gesellschaft. Für diesen Einsatz für unsere Kölschen Werte, für unseren sozialen Zusammenhalt, für das Gelingen der Integration von Zugezogenen danke ich Ihnen herzlich!". Hervorgehoben wurde, dass das Integrationslotsenprogramm seit 2009 in Köln umgesetzt wird und sich zum festen Bestandteil der Kölner Integrationsarbeit etabliert hat. Abgerundet wurde die Veran- staltung durch den Beitrag von Herrn Sari, der die Aktivitäten der letzten 10 Jahre ins Gedächtnis rief. Die Leistungen der Integrationslotsinnen und Integrationslotsen wurden von allen Akteuren gelobt und Erfahrungen ehrenamtlicher Integrationsarbeit reflektiert. Die Möglichkeit, sich am Nachmittag in klei- nen Gruppen intensiv auszutauschen, erfuhr, wie die Veranstaltung insgesamt, ein positives Feed- back. Einen Eindruck über die Veranstaltung können Sie sich über diesen Link verschaffen (https://ki- koeln.de/projekte/integrationslotsen/). Netzwerkarbeit, Kooperationen und Öffentlichkeitsarbeit Bestehende Vernetzungen, sowohl mit Behörden als auch mit Vereinen und Initiativen, konnten in 2019 gepflegt sowie kontinuierlich ausgebaut werden. Bei den Lotsinnen und Lotsen besteht ein In- formationsbedarf über die Zielgruppe „Neuzugewanderte“. Um auf eine Strukturoptimierung im Rahmen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit hinzuwirken, wur- den mehrere Abstimmungsgespräche mit diversen Akteuren geführt. Beispielsweise mit der Freiwilli- genagentur, um die Angebote zu schärfen und abzugrenzen, so dass den zahlreichen interessierten Neuzugewanderten die passende Anlaufstelle vermittelt werden kann. Ausblick für 2020 3 Die Herausforderung bei der Aufnahme und Versorgung von neuzugewanderten Menschen seit 2015 erfordert insbesondere bei der großen Aufgabe der Integration eine Neujustierung der Integrationsar- beit in Köln. Die Menschen, die neu nach Köln kommen, erfordern ein neues Kompetenzprofil der Integrationsarbeit und der interkulturellen Öffnung der Verwaltung. Interkulturelle Öffnung wird dabei verstanden als eine ständige Anpassung der Angebote und Leistungen der Verwaltung an eine sich durch Einwanderung verändernde Gesellschaft. Dabei wird es von entscheidender Bedeutung sein, alle mitzunehmen, sowohl Neuzugewanderte als auch Menschen mit einer lange zurückliegenden oder durch vorangehende Generationen erfolgten Einwanderung. Der Zugang zu Bildung, die Möglichkeit allgemeiner gesellschaftlicher Teilhabe, der Zugang zum Ar- beitsmarkt und schließlich die Wohnraumversorgung werden für die Integration entscheidend sein. Das in Köln neu gegründete Amt für Integration und Vielfalt, das einen Überblick über die Anzahl der Geflüchteten im Asylverfahren hat, erlaubt differenzierte Analysen der Situation und stellt Planung und Steuerung auf eine verlässlichere Grundlage. Die beteiligten Akteure haben viel Erfahrung in der Integrationsarbeit und täglichen Zugang zu den betreffenden Menschen. Dennoch und weiterhin bleibt die Koordination der Einsätze der Integrationslotsen für die fünf Integrationsagenturen eine große Herausforderung. Zahlen und Daten Am häufigsten eingesetzte Sprachen waren Türkisch, Englisch, Kurdisch, Arabisch, Russisch, Ukrai- nisch, Dari und Farsi. Für folgende Sprachen konnte nicht immer eine Integrationslotsin oder ein In- tegrationslotse bereitgestellt werden: Kroatisch, Urdu, Tigrinisch, Koreanisch und die mongolische Sprache. Die Grafik 1 verdeutlicht, dass die Anzahl von Integrationslotsinnen und Integrationslotsen in den zehn Jahren um 70 Prozent gestiegen ist. Die Zahlen von 2019 decken nur vier Integrationsagenturen ab, da eine Integrationsagentur das Projekt nicht durchgeführt hat. 4 Die Grafik 2 stellt dar, dass die Zahl der Einsätze und der Stunden deutlich zum Vorjahr gestiegen sind. Die Zahlen von 2019 decken nur vier Integrationsagenturen ab, da eine Integrationsagentur das Projekt nicht durchgeführt hat. (s. oben) Die Grafik 3 zeigt auf, dass die Zahl der begleiteten Personen um 30 % gestiegen ist. Die Zahlen von 2019 decken nur vier Integrationsagenturen ab, da eine Integrationsagentur das Projekt nicht durch- geführt hat. (s. oben) 5 Die Grafik 4 veranschaulicht, dass die Integrationslotsinnen und Integrationslotsen deutlich mehr von Erwachsenen und Senioren wahrgenommen werden. Die Zahlen von 2019 decken nur vier Integrati- onsagenturen ab, da eine Integrationsagentur das Projekt nicht durchgeführt hat. (s. oben) Die Grafik 5 zeigt auf, dass mehr Frauen die Angebote der Integrationslotsinnen und Integrationslot- sen wahrnehmen als Männer. Die Zahlen von 2019 decken nur vier Integrationsagenturen ab, da eine Integrationsagentur das Projekt nicht durchgeführt hat. (s. oben) Gez. Reker
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1859/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 18.09.2020
- Erstellt
- 17.06.2020 16:15