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2023/0065

Waldzustandsbericht 2022 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2022)

Magistratsvorlage 17.03.2023

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2023/0065

9257 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
21.03.2023 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Grünflächenamt  
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2023/0065 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 555010 
Kostenstelle:  067-030-1100 Investitionsnummer:   
Kostenträger:  555011 Sachkonto: div. Sachkonten  
 
Betreff: Waldzustandsbericht 2022 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2022)  
 
Vorlage vom: 17.03.2023  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Waldzustandsbericht 2022 wird zur Kenntnis genommen.  
 
 
 
Anlagen: Waldzustandsbericht 2022  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 17.03.2023 
 
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen des Klimawandels setzen unserem 
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch 
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde und 
dessen Abschlussbericht der Magistrat am 13.01.2021 und die Stadtverordnetenver -
sammlung am 27.05.2021 zugestimmt hat, soll für den Stadtw ald Darmstadt jährlich ein 
Waldzustandsbericht erstellt werden. Darin soll der Waldzustand erfasst und dauerhaft 
jährlich dokumentiert werden. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur grundlegenden 
Analyse des Zustands unseres West - und Ostwaldes und lie fert differenzierte, kleinräumige 
Erkenntnisse, welche im weiteren Prozess ermöglichen sollen die richtigen Maßnahmen zum 
Schutz des Ökosystems Wald ableiten zu können.  
 
In Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen,  
wurde ein Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht erarbeitet und zwischen Mitte Juli 
bis Mitte August 2022 zum dritten  Mal eine dezidierte engmaschige Erhebung des 
Waldzustands im Stadtwald Darmstadt durchgeführt. Es wurde hierfür ein dichtes 
Aufnahmeraster (Raster 250 m x 250 m) gewählt, um eine hohe Auflösung der Ergebnisse 
getrennt nach den standörtlich und klimatisch sehr unterschiedlichen Waldgebieten des 
West- und Ostwaldes zu erzielen. Der Waldzustandsbericht 2022 für den Stadtwald 
Darmstadt ist in der Anlage beigefügt.  
 
Die Ergebnisse für das Jahr 2022 sind wieder nicht überraschend und dennoch alarmierend. 
Die Waldschäden im Darmstädter Stadtwald sind im Jahr 2022 infolge der langanhaltenden 
sommerlichen Trockenheit und außergewöhnlichen Hitz e nochmals angestiegen.  
Insbesondere im Westwald, der sich in der Rheinebene auf trockenen und substratarmen  
Standorten erstreckt, ist der Waldzustand weiterhin in einem sehr kritischen Zustand. Derzeit 
sind mehr als zwei Drittel aller Bäume im Stadtwald deutlich geschädigt. Knapp ein Viertel 
der Bäume gelten sogar als stark geschädigt bzw. sind bereits abgestorben. Der überaus 
hohe Schädigungsgrad des Darmstädter Stadtwaldes wird auch im Vergleich mit dem 
Kronenzustand des Landes Hessen bzw. des ebenfalls  stark geschädigten 
Sonderuntersuchungsgebietes „Rhein -Main-Ebene“ deutlich. Besonders gravierend sind die 
Waldschäden im Darmstädter Westwald, der bereits seit über zwei Jahrzehnten 
außergewöhnlichen Belastungen infolge häufig auftretender Hitze - und Trockenperioden und 
Windwürfen, starkem Maikäferbefall sowie einer hohen Zerschneidung durch Verkehrswege 
und Versorgungsachsen ausgesetzt ist.  
 
Im Jahr 2022 führte die andauernde Hitze - und Dürrephase im Juli und August bei vielen 
Bäumen wiederholt zu einem erheblichen Trockenstress. Vermehrte Schäden wurden dabei 
auch an jüngeren Bäumen mit geringer Durchwurzelungstiefe festgestellt. Nach den 
Trockenjahren 2018 bis 2020 und einer sehr leichten Erholung in 2021  auf Grund eines 
Sommers mit überdurchschnittlich en Niederschlägen und durchschnittlichen Temperaturen  
stiegen die Waldschäden in 2022 wieder deutlich an. Zudem führte eine erhöhte 
Fruktifikation sowie in Eichen -Laubwäldern ein stärkerer Befall durch blattfressende 
Schmetterlingsraupen im letzten Jahr  zu einer zusätzlichen Belastung der Bäume. 
Gleichzeitig hat sich die Mortalitätsrate im Vergleich zum Vorjahr verringert, was auf einen 
vorübergehend verzögerten Absterbeprozess aufgrund des eher kühlen und feuchten Jahres 
2021 schließen lässt. Nach der D ürre 2022 ist jedoch wieder mit einer Zunahme der 
Mortalität in den nächsten Jahren zu rechnen, da die Anzahl der stark geschädigten Bäume 
dieses Jahr deutlich angestiegen ist.

- 4 - 
Die Auswirkungen des Klimawandels sind im Darm städter Stadtwald unübersehbar . Vor allen 
Dingen in der stark geschädigten Rheinebene werden die Waldbestände durch 
Absterbeprozesse zunehmend aufgelichtet, in deren Folge lockere Bestandsstrukturen mit 
deutlich jüngeren Bäumen entstehen. Eine Verjüngung der Waldbestände stellt jedoch 
vielerorts eine große Herausforderung dar, die u.  a. durch aufkommende Konkurrenzflora, 
wie die der spätblühenden Traubenkirsch e, der nicht heimischen Ba umarten Götterbaum und 
Robinie oder d es Japanischen Knöterichs, zahlreiche Engerlinge des Maikäfers sow ie eine 
hohe Wilddichte erschwert wird. Und nicht zuletzt trocknet der Oberboden durch die 
Auflichtung der Bestände schneller aus, so dass junge Bäume häufig unter Trockenstress 
geraten und vertrocknen. Die Walderhaltung steht in derart geschädigten Waldbe ständen im 
Fokus des waldbaulichen Handelns, mit der Zielsetzung eine Bestandesstruktur mit 
möglichst viel Beschattung des Waldbodens zu erhalten. Stark geschädigte Bäume und 
Dürrständer werden daher nicht mehr entnommen, sondern bleiben i m Inneren der 
Waldbestände als Trocken- bzw. Totholz stehen. Neben einer Beschattung soll die im 
Bestand verbleibende Biomasse langfristig für eine Verbesserung der Böden, insbesondere 
für eine bessere Wasserspeicherfunktion sorgen. Durch gezielte Maßnahmen wie z.B. 
Zaunbau wird zudem dafür Sorge getragen, dass klimaangepasste Baumarten wie z.  B. die 
Eiche geschützt und in ihrer Entwicklung gefördert werden.  
 
Sowohl weite Teile des südlichen Westwaldes aber auch größere zusammenhängende 
Gebiete im Ostwald weisen keine oder  nur eine geringe Anzahl an Naturverjüngung auf. Im 
Ostwald ist dies an den meisten Punkten auf eine relativ geschlossene Bestandesstruktur 
zurückzuführen, die wenig Licht auf den Boden lässt, so dass sich nur wenige Jungpflanzen 
ansiedeln können. Im deutl ich aufgelichteten Westwald ist die geringe Anzahl an 
Jungpflanzen offensichtlich durch unwirtliche klimatische Bedingungen der vergangenen 
Jahre sowie die insbesondere im südlichen Teil mitunter hohe  Maikäferpopulation im Boden 
begründet.  
 
Für eine erfol greiche Waldverjüngung sind aber auch angepasste Wildbestände eine wichtige 
Voraussetzung. Die aktuellen Erhebungen zeigen einen unterschiedlich starken Einfluss des 
Wildverbisses auf einzelne Waldgebiete sowie auf einzelne Baumarten. So konnte gezeigt 
werden, dass derzeit sowohl im West - als auch im Ostwald Areale mit erhöhtem Wildverbiss 
auftreten und dass dabei in großer Anzahl die Baumart Hainbuche betroffen ist. Durch 
wilddicht umzäunte Probeflächen, sogenannte Weiserzäune, kann die Waldverjüngung ohne  
Wildeinfluss zusätzlich standortsbezogen erhoben und quantifiziert werden, wobei – 
sozusagen als Nebenprodukt – innerhalb weniger Jahre für die Bestandesstruktur wichtige 
Verjüngungskegel entstehen können. Bedeutend hierfür sind kontinuierliche Kontrollen  der 
Zäune durch die städtischen Forstwirte und eine regelmäßige Aufnahme der aufkommenden 
Waldvegetation.   
 
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwaldes derzeit gravierend sind, bieten sie 
auch eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphas en und Kalamitäten gehören zu 
einem natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, stehendes Totholz oder 
umstürzende Stämme, stellen für viele Tier - und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom 
Aussterben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebe nsraum dar. Zudem kann ein erhöhter 
Totholzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und langfristig zu einem 
verbesserten Bodenzustand der Wälder beitragen.  
  
Die Waldzustandserhebung  2022 dokumentiert die aktuellen Waldschäden und beschreibt 
die zeitliche und räumliche Entwicklung der Wälder im Stadtwald Darmstadt. Infolge der 
aktuell dynamischen Veränderung ist ein detailliertes, kontinuierliches Monitoring der Wälder

- 5 - 
durch die jährlichen Waldzustandsberichte von großer Bedeutung, um daraus ge eignete 
Maßnahmen zur langfristigen Walderhaltung ableiten zu können. Die Waldzustandserhebung 
kann dabei neben der reinen Dokumentation gleichzeitig auch zur Bewertung und Anpassung 
eingeleiteter Maßnahmen genutzt werden. Sie liefert damit einen wichtigen  Beitrag zur 
Entwicklung eines widerstandsfähige n und klimaangepasste n Stadtwaldes. 
 
Dezernat III       
 
 
 
Michael Kolmer                         
Stadtrat

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Im Auftrag der:   Bearbeitung:  
 
Wissenschaftsstadt Stadt Stefan Meining 
Der Magistrat Büro für Umweltüberwachung 
Grünflächenamt  www.stefanmeining.de 
 
 
 
 
 
 
Waldzustandsbericht 2022 
für den Stadtwald Darmstadt

Inhaltsverzeichnis 
1 Methodik ................................................................................................................. 3 
Durchführung 2022 ................................................................................................................................ 5 
2 Ergebnisse ............................................................................................................... 8 
Stadtwald Darmstadt.............................................................................................................................. 8 
Nadel-/Blattverlust ........................................................................................................................................ 8 
Vergilbung ................................................................................................................................................... 10 
Schadstufen ................................................................................................................................................. 10 
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate ................................................................................................... 12 
Fruktifikation ............................................................................................................................................... 13 
Buche ......................................................................................................................................................... 134 
Kiefer ........................................................................................................................................................... 15 
Eiche ............................................................................................................................................................ 16 
Sonstige Laubbäume ................................................................................................................................... 16 
Sonstige Nadelbäume ................................................................................................................................. 17 
Westwald .............................................................................................................................................. 18 
Ostwald ................................................................................................................................................. 20 
3 Witterung ...............................................................................................................22 
Das Jahr 2021 ....................................................................................................................................... 22 
Das Jahr 2022 ....................................................................................................................................... 23 
Witterungstrend ................................................................................................................................... 23 
4 Bestandes- und Verbisserhebung ............................................................................24 
Bestandeserhebung .............................................................................................................................. 24 
Verbisserhebung................................................................................................................................... 26 
5 Fazit ........................................................................................................................28 
6 Glossar ...................................................................................................................29 
7 Literatur- un Fotoverzeichnis ..................................................................................30

3 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
1 Methodik 
Die Waldzustandserhebung untersucht den Kronenz u-
stand der Waldbäume. Um auftretende Belastungen 
der Wälder kontinuierlich erfassen und die Entwic k-
lung des Waldzustandes aufzuzeigen zu können, wird 
die Waldzustandserhebung jährlich durchgeführt. Da 
es sich hierbei um ein etab liertes Verfahren handelt, 
welches bundes - und europaweit mit vergleichbarer 
Methodik erhoben wird, können gesicherte Aussagen 
über den Gesundheitszustand der Wälder getroffen 
werden. Die Waldzustandserhebung im Darmstädter 
Stadtwald erfolgt auf einem dich ten Raster mit einem 
Abstand von 250x250 Metern (Abb.  2). Dadurch ist 
eine ausreichende Genauigkeit der Ergebnisse für die 
standörtlich und klimatisch sehr unterschiedlichen 
Waldgebiete des West - und des Ostwaldes gewäh r-
leistet.  
An jedem Stichprobenpunkt  der Waldzustandserh e-
bung werden im Stadtwald Darmstadt acht Bäume des 
herrschenden Bestandes dauerhaft nach einem sy s-
tematischen Verfahren ausgewählt, markiert und jähr-
lich auf den Kronenzustand hin untersucht  (Abb. 1) . 
Für jeden aufgenommenen Baum wird v isuell der 
Nadel-/Blattverlust in Fünf -Prozentstufen eing e-
schätzt, wobei 0% eine vollbelaubte Baumkrone und 
100% eine abgestorbene Baumkrone repräsentiert. 
Analog zum Nadel -/Blattverlust wird die Vergilbung 
der Bäume erhoben, die als prozentualer Anteil e in-
deutig gelb verfärbter Nadeln bzw. Blätter definiert ist. 
Der Nadel -/Blattverlust und die Vergilbung werden 
anschließend zu Schadstufen verrechnet (Tab. 1).  
Abb. 1: Stark geschädigte Baumgruppe im Darmstädter Stadtwald. 
0 - 10 % 11 - 25 % 26 - 60 % 61 - 100 %
0 - 10 % 0 0 1 2
11 - 25 % 1 1 2 2
26 - 60 % 2 2 3 3
61 - 99 % 3 3 3 3
100% 4
Schadstufe 0
Schadstufe 1
Schadstufe 2
Schadstufe 3
Schadstufe 4
mittelstark geschädigt
deutlich geschädigtstark geschädigt
abgestorben
Kronen-
verlichtung
Vergilbung
ungeschädigt
schwach geschädigt Warnstufe
Tab. 1: Herleitung der Schadstufen

4 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Zusätzlich wird an jedem Baum eine ausführliche 
Schadansprache durchgeführt, bei der alle erkenn ba-
ren Symptome an Nadeln bzw. Blättern, Ästen und am 
Stamm erhoben werden. Hierunter fallen insbesond e-
re Schäden durch Insekten, Witterungseinflüsse wie 
Trockenheit oder Frost sowie Schäden durch eine 
mangelnde Nährstoffversorgung der Bäume. Scheiden 
Bäume aus der Stichprobe der Waldzustandserhebung  
aus, z.  B. durch Fällung, Sturmwurf oder biotische 
Gründe, werden sie durch nächststehende Nachba r-
bäume ersetzt. Stehend tote Bäume verbleiben dag e-
gen solange in der Stichprobe bis sie kein Feinreisig 
mehr in  der Oberkrone aufweisen. Das gesamte Au f-
nahmeverfahren im Stadtwald Darmstadt wird gemäß 
dem bundesweit abgestimmten Leitfaden zur Waldz u-
standserhebung durchgeführt (Wellbrock et al. 2018).  
Abb. 2: Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung i m Stadtwald Darmstadt getrennt nach Westwald 
(orange) und Ostwald (blau) (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).

5 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Neben Faktoren wie Witterung, Schadorganismen 
oder Nährstoffver sorgung, hat das Baumalter einen 
großen Einfluss auf den Kronenzustand der Waldbä u-
me. Während jüngere Bäume bis zu einem Alter von 
etwa 60 Jahren oftmals vitaler erscheinen, sind bei 
älteren Bäumen in der Regel häufiger Schadsymptome 
und dementsprechend li chtere Baumkronen festz u-
stellen. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung 
werden daher auch getrennt nach den Altersstufen 
„bis 60 Jahre“ und „über 60 Jahre“ ausgewertet.  
Die Waldzustandserhebung wird in Deutschland jäh r-
lich seit dem Jahr 1984 durchgeführ t. In Hessen findet 
die Erhebung durch die Nordwestdeutsche Versuch s-
anstalt (NW -FVA) auf dem weitmaschigen 8x8 km -
Raster statt, um repräsentative Ergebnisse über den 
Waldzustand auf Landesebene bereitstellen zu kö n-
nen. In der stark belasteten Rhein -Main-Ebene wurde 
das Raster auf 4x4 km verdichtet. Beide Erhebungen 
können mit den Ergebnissen der Waldzustandserh e-
bung im Darmstädter Stadtwald herangezogen we r-
den, da die Aufnahmen auf der gleichen Verfahren s-
weise beruhen und in enger Abstimmung mit der NW -
FVA stattfinden. 
 
Durchführung 2022 
Die dritte Waldzustandserhebung im Stadtwald Dar m-
stadt fand im Zeitraum vom 19. Juli bis 11. August 
durch forstliche Sachverständige mit langjähriger E r-
fahrung in der Waldzustandserhebung statt. Im g e-
samten Stadtwald konnten  dieses Jahr an 298 Stic h-
probenpunkten insgesamt 2.384 Bäume auf ihren 
Vitalitätszustand hin unter sucht werden (Tab.  2). G e-
genüber dem Vorjahr wurde ein Stichprobenpunkt 
wieder reaktiviert, so dass alle potentiell verfügbaren 
Punkte des Aufnahmenetzes aufg enommen werden 
konnten.  
Die häufigste Baumart in der Stichprobe der Waldz u-
standserhebung ist die Buche (33  %), gefolgt v on den 
sonstigen Laubbäumen (28  %). Dahinter folgen Kiefer 
(19 %), Eiche (17  %) und sonstige Nadelbaumarten 
(3 %). Die sonstigen Laubbä ume setzen sich aus einer 
Vielzahl verschiedener Baumarten zusammen, wobei 
Bergahorn, Spätblühende Traubenkirsche und Rote i-
che die höchsten Anteile innerhalb dieser Baumarte n-
gruppe einnehmen. Dagegen setzt sich die Baumar - 
 
tengruppe der sonstigen Nadelbäu me im Wesentl i-
chen aus Lärchen, Fichten und Douglasien zusammen.  
Bezogen auf den gesamten Stadtwald entfallen 44  % 
aller Bäume auf die Altersstufen „bis 60 Jahre“ und 
56 % auf die Altersstufe „über 60 Jahre“. Eine ähnliche 
Altersverteilung ergibt sich auc h im Durchschnitt für 
den West - bzw. Ostwald. Bei genauerer Betrachtung 
der Altersklassenverteilung ergeben sich jedoch U n-
terschiede zwischen den beiden Waldgebieten 
(Abb. 3, oben). Im Westwald liegt der Schwerpunkt bei 
den jüngeren und mittelalten Bäumen, dagegen ist der 
Anteil an sehr alten Bäumen vergleichsweise gering. 
Im Gegensatz dazu stehen im Ostwald deutlich mehr 
alte Bäume. Der Schwerpunkt der Altersklassenverte i-
lung ist jedoch mit über 25 % bei Bäumen zwischen 
21-40 Jahren zu finden. In der Verte ilung der Brusthö-
hendurchmesser (BHD) sind dementsprechend im 
Westwald deutlich mehr dünnere Stämme vorzufi n-
den, während im Ostwald stärkere Durchmesser vo r-
kommen (Abb. 3, unten).  
Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent
Aufnahmepunkte 298 100% 165 55% 133 45%
alle Baumarten 2.384 100% 1.320 55% 1.064 45%
bis 60 Jahre 1.058 44% 576 44% 482 45%
über 60 Jahre 1.326 56% 744 56% 582 55%
Buche 786 33% 357 27% 429 40%
Kiefer 453 19% 398 30% 55 5%
Eiche 409 17% 157 12% 252 24%
sonstige 
Nadelbaumarten 60 3% 2 0% 58 6%
sonstige 
Laubbaumarten 676 28% 406 31% 270 25%
Westwald OstwaldGesamt
Tab. 2: Anzahl untersuchter Stichprobenbäume

6 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Im Westwald wurden an 165 Stichprobenpunkte 1.320 
Bäume auf den Vitalitätsz ustand hin untersucht. Die 
häufigste Baumartengruppe stellen hier mittlerweile 
die sonstigen Laubbäume(31 %) dar, dicht gefolgt von 
Kiefer (30 %) und Buche (27 %). Die Eiche ist dagegen 
mit 12 % etwas geringer vertreten. Die Baumarte n-
gruppe der sonstigen Nadelbaumarten ist in der Stic h-
probe der Waldzustandserhebung lediglich mit zwei 
Bäumen vertreten, so dass hierzu keine gesonderten 
Auswertungen erstellt wurden.  
Im Ostwald konnten 133 Stichprobenpunkte mit in s-
gesamt 1.064 Bäumen bei der Waldzustandserhebu ng 
aufgenommen werden. Mit großem Abstand ist hier 
die Buche (40  %) die häufigste Baumart, gefolgt von 
den sonstigen Laubbäumen (25  %) und der Eiche 
(24 %). Der Anteil an Kiefer (5  %) ist im Ostwald so 
gering, dass der Kronenzustand der Kiefer zusammen 
mit den sonstigen Nadelbäumen (ebenfalls 5  %) au s-
gewertet wird. 
 
0
5
10
15
20
25
1-20
21-40
41-60
61-80
81-100
101-120
121-140
>140
Anteil der Bäume in %
Baumalter
West Ost
0
10
20
30
40
50
1-20 21-40 41-60 61-80 >80
Antiel der Bäum in %
Brusthöhendruchmesser (cm)
Abb. 3: Oben: Anteil der Baumalter eingeteilt nach Alter s-
klassen (Altersklassenverteilung). Unten: Anteil der geme s-
senen Brusthöhendurchmesser (BHD) aller Bäume der 
Waldzustandserhebung. Im Vergleich Westwald zu Ostwald. 
Abb. 4: Mitarbeiter der Waldzustandserhebung beim 
Messen des Brusthöhendurchmessers einer alten Eiche 
mit einem Umfangmaßband.

7 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
 
Abb. 5: Verschiedene Stadien der Kronenverlichtung jeweils von links nach rechts: Buche (oben):0, 30 und 70  % Blattverlust. 
Kiefer (Mitte): 15, 40 und 75 % Nadelverlust. Eiche (unten): 5, 25 und 95  % Blattverlust (aus: Arbeitsgemeinschaft Kronenzu-
stand, 2007).

8 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
2 Ergebnisse 
Stadtwald Darmstadt  
Im Jahr 2022 hat sich der Waldzustand im Stadtwald 
Darmstadt deutlich verschlechtert. In den Wäldern 
führten die große Hitze und anhaltende Dürre des 
Sommers 2022 erneut zu erheblichen Schäden. Vor 
allem in der Rheinebene im Westwald ist der Anteil an 
stark geschädigten und abgestorbenen Bäumen b e-
sonders hoch. 
Nadel-/Blattverlust 
Nachdem sich der Kronenzustand im Stadtwald Dar m-
stadt im vergangenen Jahr 2021 aufgrund der eher 
kühlen und niederschlagsreichen Witterung etwas 
erholen konnte, erhöht sich der mittlere Nadel -/Blatt-
verlust über alle Bäume im Jahr 2022 deutlich um 2,4 
Prozentpunkte auf 43,0  % (Abb. 6). Damit liegt der 
Schädigungsgrad der Bäume deu tlich höher als in den 
ersten beiden Erhebungen der Jahre 2020 und 2021. 
Auch im Vergleich zur landesweiten Waldzustandse r-
hebung in Hessen zeigt sich der besonders hohe Sch ä-
digungsgrad der Wälder im Stadtwald Darmstadt: 
Während im Landesdurchschnitt für 2022 ein mittlerer 
Nadel-/Blattverlust von lediglich 28 % ermittelt wurde, 
liegt die Kronenverlichtung in der stark belasteten 
Rhein-Main-Ebene im Durchschnitt bei 39 % (Tab. 3).  
Ein besonders großer Anstieg der Kronenschäden ist 
dieses Jahr bei den jünger en Bäumen (Altersstufe „bis 
60 Jahre“) zu beobachten, deren mittlere Kronenve r-
lichtung auf 33,7  % ansteigt (2021: 25,7  %). Häufig 
gerieten jüngere Bäume mit geringer Durchwurz e-
lungstiefe während des Sommers als erstes unter 
Trockenstress. Aber auch bei de n Bäumen der älteren 
Altersstufe „über 60 Jahre“ ist eine Zunahme der Kr o-
nenschäden zu verzeichnen. Für sie steigt der mittlere 
Nadel-/Blattverlust auf 50,4 % (2021: 46,9  %). Das 
deutlich erhöhte Schadniveau der älteren Bäume ist 
dabei auf eine abnehmende Baumvitalität mit anste i-
gendem Baumalter zurückzuführen. 
Schadensschwerpunkte lassen sich vor allem im 
Westwald identifizieren ( Abb. 7). Besonders im südl i-
chen Teil des Westwaldes, nördlich von Eberstadt und 
südlich des Hauptfriedhofes, sind die Waldschäde n 
besonders hoch. Der Anteil an Stichprobenpunkten 
mit einem mittleren Nadel-/Blattverlust von über 40 % 
bzw. über 60  % überwiegt hier deutlich. An einigen 
Waldorten ist der Schädigungsgrad der Wälder derart 
fortgeschritten, dass nahezu nur noch stehend to te 
Bäume in der herrschenden Baumschicht zu finden 
sind. Im Ostwald sind die Waldschäden dagegen insge-
samt geringer. Der weit überwiegende Teil der Stic h-
probenpunkte weist hier einen mittleren N adel-/Blatt-
verlust von unter 41  % auf. Lediglich an drei Punk ten 
Abb. 6: Mittlerer Nadel -/Blattverlust ( 95% Konfidenz -
intervall). 
Tab. 3: Kennzahlen der Waldzustandserh ebung im Vergleich. Mittlerer Nadel -/Blattverlust (NBV), Anteil stärkerer Sch ä-
den und Mortalitätsrate im Stadtwald Darmstadt (Gesamt, Westwald, Ostwald) gegenüber Hessen (Gesamt, Rhein -
Main-Ebene) (NW-FVA 2022a, NW-FVA 2022b) 
Gesamt Westwald Ostwald Rhein-Main-
Ebene
Hessen 
gesamt
mNBV 43,0% 50,5% 33,7% 39% 28%
mNBV bis 60 Jahre 33,7% 40,8% 25,2% 23% 17%
mNBV über 60 Jahre 50,4% 58,0% 40,6% 41% 31%
stärkere Schäden 23% 34% 9% 19% 9%
Mortalitätsrate 1,6% 3,1% 0,4% 2,5% 0,9%
HessenStadtwald Darmstadt

9 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
im Ostwald  steigt die Kronenverlichtung im Mittel 
über 60 % an . In Bezug auf die unterschiedlichen  
Altersstufen wird deutlich, dass vor allem die älteren 
Bäume für eine erhöhte Kronenverlichtung sorgen 
(Abb. 8). Der Anteil an Stichprobenpunkten mit ho hen 
Nadel-/Blattverlusten ist bei  der Altersstufe „über 60
Jahre“ besonders hoch, während an Punkten mit vo r-
nehmlich jüngeren Bäumen (Altersstufe „bis 60 Ja h-
re“) die Verlustwerte deutlich geringer sind. Für beide 
Altersstufen lässt sich wiederum ein eindeu tiger Scha-
densschwerpunkt der Waldschäden für den Westwald 
feststellen. 
Abb. 7: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Stichprobenpunkte alle Altersstufen  in Prozent  (Kartenhintergrund: OpenStree t-
Map).

10 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
 
Vergilbung 
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung im Stad t-
wald Darmstadt zeigen, dass eine Vergilbung der 
Baumkronen für den Vitalitätszustand der Bäume de r-
zeit kaum eine Rolle sp ielt. Lediglich ein Prozent der 
Bäume wiesen 2022 stärkere Vergilbungssymptome 
auf.  
Eine Vergilbung der Nadeln bzw. der Blätter deutet in 
der Regel auf einen akuten Nährstoffmangel der Bä u-
me hin, der oftmals nach Bodenversauerung und d a-
mit einhergehender Verarmung der Böden auftreten 
kann. Insbesondere ein Mangel an dem Makronä h-
relement Magnesium führt häufig bei Waldbäumen zu 
einer typischen Gelbfärbung der Blattorgane. 
 
Schadstufen 
Im Stadtwald Darmstadt gelten aktuell nur noch 7 % 
aller Bäume als ungeschädigt (Schadstufe 0) und damit 
12 Prozentpunkte weniger als noch im Jahr 2021 
(Abb. 9). Der Anteil an schwach geschädigten Bäumen 
(Schadstufe 1) verringert sich gegenüber dem Vorjahr, 
wenngleich nur leicht auf aktuell 24  % ( -2 Prozen t-
punkte). Dagegen ist eine deutliche Zunahme der mi t-
telstark geschädigten Bäume (Schadstufe  2) zu erke n-
nen, die gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozentpunkte 
auf 46  % zunehmen. Erheblich angestiegen ist auch 
der Anteil der stark geschädigten Bäume (Schadst u-
fe 3) von 11 % im Jahr 2021 auf 16 % im Jahr 2022. Der 
Anteil stehend abgestorbener Bäume (Schadstufe  4) 
verringert sich leicht um zwei Prozentpunkte auf in s-
gesamt 7 %.  
Abb. 8: Mittlerer Nadel -/Blattverlust je Stichprobenpunkt getrennt na ch jüngeren und älteren Bäumen. Je Stichprobe n-
punkt mindestens vier Bäume der Altersstufe „bis 60 Jahre“ bzw. „über 60 Jahre“ (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).  
Bäume bis 60 Jahre 
 Bäume über 60 Jahre

11 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Die Bäume der Schadstufen  2 bis 4 werden bei der 
Darstellung der Ergebnisse der Waldzustandserhebung 
als deutlich geschädigte Bäume zusammengefasst. Im 
Stadtwald Darmstadt gelten demnach insgesamt 69  % 
der Bäume aktuell als deutlich geschädigt. Gegenüber 
den beiden Vorjahren stellt dies einen starken Anstieg 
der geschädigten Bäume dar. Schadensschwerpunkte 
zeigen sich dabei vor allem im südlichen Teil des 
Westwaldes (Abb. 11).  
Im Vergleich zur landesweiten Waldzustandserhebung 
in Hessen ist vor allem der sichtlich erhöhte Anteil an 
stärkeren Schäden (starke Schäden + abgestorbene 
Bäume) im Stadtwald Darmstadt auf fallend. Während 
im Landesdurchschnitt im Jahr 2022 lediglich 9 % stä r-
kere Schäden festgestellt wurden, liegt der Anteil im 
Darmstädter Stadtwald mittlerweile bei 23 % und d a-
mit auch 4 Prozentpunkte höher als in der Rhein -
Main-Ebene (Tab. 3).  
 
 
 
Abb. 10: Waldbestand mit stark geschädigten Buchen und abgestorbenen Kiefern.  
Abb. 9: Entwicklung der Schadstufenverteilung der Jahre 
2020 bis 2022 im Stadtwald Darmstadt.

12 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
 
Abb. 11: Prozentualer Anteil stark geschädigter bzw. abgestorbener  Bäume (Schadstufe 3 und 4) je Stichprobenpunkt  (Kar-
tenhintergrund: OpenStreetMap). 
0 % 
1-25 % 
26-50% 
51-75 % 
76-100 %

13 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate 
Solange stehend tote Bäume noch Trockenreisig in der 
Baumkrone aufweisen, verbleiben sie verfahrensb e-
dingt in der Stichprobe der Waldzustandserhebung. 
Erst wenn das gesamte Trockenreisig herausgebr o-
chen ist, die Baumkro ne in sich zusammenbricht oder 
der ganze Baum umstürzt, fällt der Baum aus der 
Stichprobe heraus. Dadurch ist es möglich den ta t-
sächlichen Zustand des Waldes abzubilden.  
Im Stadtwald Darmstadt ist der Anteil an stehend t o-
ten Bäumen mit 7  % außergewöhnlich hoch. Über die 
Hälfte der toten Bäume sind Kiefern, danach folgen 
Buchen und Eichen. Im Westwald sind dabei beso n-
ders viele tote Bäume aufzufinden ( Abb. 12). Hier ist 
jeder zehnte Baum (10 %) stehend tot. Dagegen ist im 
Ostwald der Anteil mit 3 % deutlich geringer.  
Um die Entwicklung stark geschädigter Wälder besser 
erfassen zu können, wird aus den Daten der jährlichen 
Waldzustandserhebung eine Mortalitätsrate berec h-
net, die alle Bäume einbezieht, die im Verlauf eines 
Jahres abgestorben sind. Im Jahr 2022  hat sich die 
Mortalitätsrate im Darmstädter Stadtwald auf 1,6  % 
gegenüber 3,6  % im Vorjahr mehr als halbiert, liegt 
jedoch weiterhin deutlich über dem Landesdurc h-
schnitt (Tab.  3). Im Westwald ist die Mortalitätsrate 
mit 3,1 % deutlich erhöht, während sie im Ostwald mit 
0,4 % geringer ausfällt. 
Fruktifikation 
Nach der sehr geringen Fruktifikation im vergangenen 
Jahr wurde bei vielen Bäumen im Jahr 2022 eine e r-
höhte Blüten - und Fruchtausbildung beobachtet. Vor 
allem bei den sonstigen Nadelbaumarten, wie Lä rche 
und Fichte, konnte eine vermehrte Zapfenbildung 
festgestellt werden. Über 40  % der Bäume dieser 
Baumartengruppe wiesen 2022 eine mittelstarke bis 
starke Fruktifikation auf ( Abb. 13). Für die Buche e r-
höhte sich der Anteil stärker fruktifizierender Bäum e 
auf 32  %, für die Eiche auf 24%. Bei der Gruppe der 
sonstigen Laubbäume zeigten dieses Jahr vor allem die 
Baumarten Bergahorn, Erle und Linde einen hohen 
Fruchtbehang. Dagegen fiel die Fruktifikation der Ki e-
fer, wie bereits in den vergangenen zwei Jahren , rela-
tiv gering aus. Lediglich 11  % aller Kiefern im blühfäh i-
gen Alter zeigten im Verlauf des Sommers 2022 einen 
mittleren bzw. starken Zapfenbehang. 
Eine starke Fruchtausbildung bedeutet für die Bäume 
eine hohe physiologische Belastung, da große Mengen 
an Nährstoff- und Energiereserven der Bäume für die 
Ausbildung der Früchte, wie Zapfen, Bucheckern oder 
Eicheln, benötigt werden. Häufig wird daher in starken 
Fruktifikationsjahren (Mastjahren) das vegetative 
Wachstum reduziert, was sich unmittelbar durch d as 
Ausbilden kleinerer Nadeln bzw. Blätter oder einer 
geringeren Seitenverzweigung im Kronenzustand der 
Bäume bemerkbar macht. 
Abb. 12: Stehend tote Bäume im Jahr  2022 im Vergleich 
zwischen gesamtem Stadtwald, Westwald und Ostwald. 
Abb. 13: Anteil der mittelstark und stark fruktifizierenden 
Bäume nach Baumart bzw. Baumartengruppe.

14 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Buche 
Die Vitalität der Buchen hat sich gegenüber dem Vo r-
jahr deutlich verschlechtert. Der mittlere Blattverlust 
erhöht sich i m Jahr 2022 um 7,9 Prozentpunkte auf 
49,3 % ( Abb. 16). Damit steigt das Schadniveau der 
Buchen auf den höchsten Wert der letzten drei Jahre. 
Insgesamt gelten 77  % aller Buchen als deutlich g e-
schädigt ( Abb. 17). Besonders auffällig ist der hohe 
Anteil an st ark geschädigten Buchen, der mit 30 % so 
hoch, ist wie bei keiner anderen Hauptbaumart.  
Die langanhaltende trockene und sehr heiße Witt e-
rung des Jahres 2022 führte bei den Buchen wiede r-
holt zu einer sehr starken Belastung, die sich akut in 
einer deutlichen Verschlechterung des Kronenzusta n-
des auswirkte. In den Baumkronen der Buchen wurde 
im Verlauf des Sommers häufig eine vorzeitige Verfä r-
bung und Welke sowie ein Abwurf noch grüner Blätter 
beobachtet. Zudem weisen über 50  % aller Buchen 
einen hohen Anteil an Trockenästen in der Oberkron e 
auf, wodurch es oftmals zu einem starken Befall holz 
zersetzender Pilzarten kommt (Abb. 15). Dadurch wird 
die Verkehrs- und Arbeitssicherheit in den betroffenen 
Waldgebieten stark gefährdet. Aus diesem Grund 
mussten im St adtwald Darmstadt bereits einzelne 
Waldwege vorübergehend gesperrt werden (Abb. 14).  
Abb. 14: Sperrung eines Waldweges wegen akuter Gefahr 
durch herunterbrechender Dürräste. 
Abb. 15: Buchen-Waldbestand mit sehr hohem Totholzanteil im Darmstädter Westwald.

15 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Neben erheblichen Kronenschäden an mittelalten und 
alten Buchen traten in diesem Sommer auch deutliche 
Schäden an jungen Buchen auf. Aufgrund der geringen 
Durchwurzelungstiefe gerieten sie im Verlauf des 
Sommers zunehmend unter Trockenstress. Insbeso n-
dere auf den warm -trockenen Standorten der Rhei n-
ebene ist der Kronenzustand der Buchen als gravi e-
rend zu bezeichnen. Jedoch erhöht sich die mittlere 
Kronenverlichtung dieses Jahr aufgrund der ausg e-
prägten Dürre auch auf den besser versorgten Stan d-
orten des Odenwaldvorlandes. Schadensverstärkend 
wirkt sich dieses Jahr zudem die gegenüber dem Vo r-
jahr erhöhte Fruktifikation der Buchen aus. Ein starker 
Fruchtbehang führt regelmäßi g bei der Buche zu der 
Ausbildung lichterer Baumkronen. 
Kiefer 
Der Kronenzustand der Kiefer hat sich im Gegensatz zu 
den anderen Hauptbaumarten im Jahr 2022 leicht 
verbessert. Der mittlere Nadelverlust verringert  sich 
um 2,6 Prozentpunkte, bleibt jedoch mit 46,5  % auf 
einem sehr hohen Schadniveau ( Abb. 16). Insgesamt 
sind 77 % aller Kiefern im Stadtwald Darmstadt deu t-
lich geschädigt ( Abb. 17). Gegenüber dem Vorjahr hat 
sich der Anteil an abgestorbenen Kiefern etwas verrin-
gert, er bleibt jedoch mit über 20  % weiterhin auße r-
gewöhnlich hoch.  
Der leichte Rückgang des mittleren Nadelverlusts der 
Kiefern in diesem Jahr ist im Wesentlichen durch zwei 
Faktoren begründet: Zum einen sind infolge der die s-
jährigen Winterstürme zahlreiche bereits abgestorb e-
ne Kiefern umgefallen oder mussten aufgrund mass i-
ven Kronenbruchs aus der Stichprobe der Waldz u-
standserhebung entfernt werden. Zum anderen wi r-
ken sich die Folgen einer Sommerdürre bei der Kiefer 
meist nicht unmittelbar auf den Kronenzustand aus, 
sondern zeigen sich oftmals erst im darauffolgenden 
Jahr. Nichtsdestotrotz ist der Schädigungsgrad der 
Kiefern auch in diesem Jahr erschreckend hoch.  
Abb. 18: Kiefer mit starkem Mistelbefall. 
Abb. 16: Mittlerer Nadel -/Blattverlust nach Baumarten 
bzw. Baumartengruppen (95 % Konfidenzintervall). 
Abb. 17: Anteil deutlich geschädigter Bäume im Stadtwald 
Darmstadt (orange: mittelstark geschädigt, rot: stark g e-
schädigt, grau: abgestorben).

16 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Während die Kiefer im Ostwald mit nur sehr geringen 
Anteilen vorkommt, ist sie im Westwald auf den 
überwiegend sandigen Stan dorten weit verbreitet. 
Gerade auf den trocken -warmen Standorten der 
Rheinebene zeigt die Kiefer jedoch unter den derzeit i-
gen klimatischen Veränderungen erhebliche Vitalität s-
einbußen. Dabei führen sowohl Belastungen durch 
sommerliche Trockenheit und Hitze sowie Belastungen 
durch eine verkürzte Winterruhe aufgrund von milden 
Temperaturen in Herbst und Winter zu einer zune h-
menden Anfälligkeit der Baumart. Die Widerstandsf ä-
higkeit der Kiefer wird zudem in der Rheinebene durch 
die massive Verbreitung der Kiefer nmistel g e-
schwächt, die dem Baum neben lebenswichtigem 
Wasser auch darin gelöste Nährstoffe entzieht  
(Abb. 18). Derart geschwächte Kiefern sind sogleich 
sehr anfällig gegenüber dem Diplodia -Triebsterben, 
einem pilzlichen Erreger , der in den letzten Jahren in 
Kombination mit anderen Schadinsekten zu massiver 
Schädigung von Kiefernbeständen führte. 
Eiche 
Der mittlere Blattverlust der Eichen hat sich gege n-
über dem Vorjah r um 3,5 Prozentpunkte auf 35,8  % 
erhöht ( Abb. 16). Insgesamt gelten 62  % aller Eichen 
als deutlich geschädigt  (Abb. 17). Der Anteil an stark 
geschädigten und abgestorbenen Eichen ist allerdings 
im Vergleich zu den Baumarten Buche und Kiefer 
deutlich kleiner.  
Durch ihr tiefreichendes Wurzelwerk ist die Eiche eine 
sehr trockenheitstolerante Baumart. Dennoch wurden 
in den letzten Jahren vor allem im Westwald akute 
Trocknisschäden auch in den Eichenkronen mit stark 
erhöhtem Totastanteil festgestellt (Abb. 19).  
Neben witterungsbedingten Belastungen wirkte sich 
dieses Jahr ein leicht erhöhter Befall  durch blattfres-
sende Schmetterlingsraupen vitalitätsmindernd auf 
die Eiche und andere sonstige Laubbaumarten, wie 
Hainbuche und Linde, aus. Raupen der sogenannten 
Eichenschadgesellschaft, die sich aus den Arten Fros t-
spanner, Eichenwickler und Schwammspinn er zusam-
mensetzt, führen regelmäßig in Eichenbeständen zu 
Blattverlusten, die zum Teil durch Regeneration s-
belaubung wieder ausge glichen werden kann. Die 
gegenüber dem Vorjahr erhöhte Fruktifikation der 
Eichen führte zudem zu einer Belastung stärker mas t-
tragender Eichen. 
Sonstige Laubbäume 
Der Kronenzustand der sonstigen Laubbaumarten hat 
sich dieses Jahr deutlich verschlechtert. Der mittlere 
Blattverlust erhöht sich gegenüber dem Vorjahr um 
10,3 Prozentpunkte auf 38,5 % ( Abb. 16). Insgesamt 
gelten 62 % der sonstigen Laubbäume im Darmstädter 
Stadtwald als deutlich geschädigt ( Abb. 17). Allein 
15 % der Bäume sind als stark geschädigt klassifiziert.  
Die Baumartengruppe der sonstigen Laubbäume setzt 
sich aus einer Vielzahl verschiedener Baumarten z u-
sammen. Am häufigsten kommt hierbei der Bergahorn 
vor, gefolgt von Roteiche und Spätblühender Trauben-
Abb. 19: Eiche mit trockenen Starkästen in der Oberkrone.

17 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
kirsche. Mit kleine ren Anteilen dahinter folgen Hai n-
buche, Linde, Roterle und Birke, sowi e zahlreiche wei-
tere Baumarten.  
Infolge der langanhaltenden Trockenperiode de s Jah-
res 2022 ist bei allen Baumarten der sonstigen Lau b-
bäume eine Verschlechterung des Kronenzustandes zu 
erkennen ( Abb. 20). Einen besonders hohen Anstieg 
der mittleren Kronenverlichtung ist dabei bei der 
Spätblühenden Traubenkirsche, der Linde und dem 
Bergahorn zu verzeichnen. Während des Sommers 
wurde zudem eine erhöhte Ausfallrate von Birken, 
Eschen und Bergahörnern festgestellt. Während Bi r-
ken häufig unter extremem Trockenstress absterben, 
treten bei vorgeschwächten Eschen und Bergahörnern 
zudem oftmals verschiedene pilzliche Schadpathogene 
auf, die die Bäume schließlich zum Absterben bringen. 
Die Esche wird seit nunmehr mehr als 15 Jahren eur o-
paweit massiv durch das sogenannte Eschentriebste r-
ben geschädigt, so dass der Eschenanteil in den Wä l-
dern seit Jahren stark zurückgeht. Dagegen tritt beim 
Bergahorn erst seit wenigen Jahren die sogenannte 
Ahorn-Rußrindenkrankheit auf, bei sich schwarze Pilz -
Sporenlager unter der Rinde bilden und die betroff e-
nen Bäume innerhalb kurzer Zeit absterben. 
Sonstige Nadelbäume 
Der mittlere Nadelverlust der sonstigen Nadelbäume 
erhöht sich dieses Jahr geringfügig um 1,5 Prozen t-
punkte auf 32,2 % (Abb. 16). Allerdings ist der statist i-
sche Fehlerrahmen aufgrund der sehr geringen Anzahl 
an sonstigen Nadelbäumen vergleichsweise  hoch, der 
eine detaillierte Bewertung der Ergebnisse erschwert. 
Insgesamt gelten 45  % der sonstigen Nadelbäume im 
Darmstädter Stadtwald als deutlich geschädigt 
(Abb. 17).  
Im Gegensatz zu den sonstigen Laubbäumen setzt sich 
die Gruppe der sonstigen Nadelb äume nur aus wen i-
gen Baumarten zusammen. Mittlerweile nimmt die 
Lärche dabei den höchsten Anteil ein. Dahinter folgen, 
mit etwa gleichgroßen Anteilen, die Baumarten Fichte 
und Douglasie, sowie wenige Weymouthskiefern. 
Die anhaltend warme und trockene Witte rung im 
Sommer 2022 führte landesweit wieder zu einem 
starken Borkenkäferbefall, der sich vor allem in einer 
erhöhten Schadfläche in Fichtenbeständen äußerte. 
Trotz des geringen Anteils an Fichten im Stadtwald 
Darmstadt schreitet auch hier der Borkenkäferb efall 
weiter voran, so dass der mittlere Nadelverlust we i-
terhin stark von stehend toten Fichten beeinflusst 
wird (Abb. 21). 
Abb. 20: Blattwelke an Bergahorn durch akuten Trocke n-
stress im Sommer 2022.  
Abb. 21: Fraßgang des Fichten -Borkenkäfers (Buch -
drucker) unter der Rinde.

18 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Westwald 
Der Westwald ist seit einigen Jahren geprägt durch 
massive Waldschäden, die in diesem Jahr nochmal 
zugenommen haben. Der  mittlere Nadel -/Blattverlust 
der Bäume erhöht sich um 4,8 Prozentpunkte auf 
50,5 % (Abb. 23). Ein besonders hoher Anstieg gege n-
über dem Vorjahr ist dabei bei jüngeren Bäumen „bis 
60 Jahre“ zu beobachten.  
Der Anteil an deutlich geschädigten Bäumen beträg t 
im Westwald insgesamt 79  %. Lediglich etwa jeder 
fünfte Baum wird im Westwald als ungeschädigt (6  %) 
oder schwach geschädigt (15  %) eingestuft ( Abb. 24). 
Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Anteil an mitte l-
stark und stark ges chädigten Bäumen mit 8 bzw. 
9 Prozentpunkten nochmal deutlich erhöht. Vor allem 
der Anteil an stark geschädigten Bäumen, d.  h. Bäume 
mit einem Nadel -/Blattverlust über 60  %, der mittle r-
weile fast ein Viertel aller Bäume einnimmt, zeigt n e-
ben den zahlreichen abgestorbenen Bäumen den h o-
hen Schädigungsgrad des Westwaldes. I m Vergleich 
Abb. 23: Mittlerer Nadel -/Blattverlust nach Alt ersgruppen – 
Westwald (95 % Konfidenzintervall) 
Abb. 25: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Hauptbaumarten 
bzw. Baumartengruppen – Westwald.  
Abb. 24: Verteilung der Schadstufen – Westwald (Werte in 
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an) 
Abb. 26: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Westwald 
(orange: mittelstark gesc hädigt, rot: stark geschädigt, 
grau: abgestorben). 
0
20
40
60
80
100
Kiefer Buche Eiche sLb
Antei der Bäume in %
Abb. 22: Stark geschädigte Buche im Westwald.

19 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
zum Vorjahr ist der Anteil an stehend toten Bäumen 
um 4 Prozentpunkte gesunken, was vor allem an dem 
Ausscheiden zahlreicher toter Kiefern durch Sturm -
wurf zurückzuführen ist.  
Der Kronenzustand der Buche v erschlechtert sich di e-
ses Jahr erneut und erzielt mit 66,1  % Blattverlust den 
Höchstwert aller Hauptbaumarten im Westwald 
(Abb. 25). Mittlerweile gelten 96  % aller Buchen im 
Westwald als deutlich geschädigt ( Abb. 26). Ausg e-
sprochen hoch ist dabei der Antei l an stark geschädig-
ten Buchen, der allein 55  % einnimmt. Der mittlere 
Nadelverlust der Kiefern verringert sich gegenüber 
dem Vorjahr leicht auf 47,9  %. Der Rückgang wird 
stark beeinflusst durch den Ausfall zahlreicher Kiefern 
mit 100 % Nadelverlust infolg e der Winterstürme im 
Februar 2022. Insgesamt sind 79  % der Kiefern im 
Westwald deutlich geschädigt. Der Anteil an stehend 
toten Kiefern ist dabei mit 23  % immer noch hoch, 
jedoch im Vergleich zum Vorjahr etwas verringert. Der 
Kronenzustand der Eiche hat s ich im Westwald dieses
Jahr geringfügig verschlechtert. Der mittlere  Blattver-
lust erhöht sich auf 42,3  % und liegt damit deutlich 
unter dem Verlustprozent von Buche und Kiefer. 72  % 
aller Eichen im Westwald werden als deutlich gesch ä-
digt eingestuft. Erhebl ich verschlechtert hat sich di e-
ses Jahr im Westwald der Kronenzustand der sonst i-
gen Laubbaumarten, deren mittlerer Blattverlust auf 
42,4 % ansteigt. Dabei sind 68  % der sonstigen Lau b-
bäume im Jahr 2022 deutlich geschädigt.  
Die trocken -heiße Sommerwitterun g im Jahr 2022 
führt im Darmstädter Westwald wieder zu einem mas-
siven Anstieg der Waldschäden. Viele Waldbestände 
sind stark aufgelichtet und durch einen hohen Tot ast-
anteil bzw. einen hohen Anteil an toten Bäumen g e-
kennzeichnet (Abb. 27). Insbesondere di e Baumarten 
Buche und Kiefer aber auch die meisten anderen 
Baumarten zeigen auf den oftmals sandigen und w e-
nig wasserhaltenden Standorten der Rheinebene i n-
folge langanhaltender Trockenperioden akute Troc k-
nisschäden.
Abb. 27: Von oben abtrocknender Waldbestand im Darmstädter Westwald.

20 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Ostwald 
Im Gegensatz zum Westwald herrs chen im Darmstä d-
ter Ostwald noch stabile Wälder mit geschlossener 
Bestandesstruktur und deutlich geringerem Schäd i-
gungsgrad vor. Nachdem sich der Kronenzustand der 
Bäume im Ostwald im letzten Jahr noch verbessert 
hatte, erhöht sich im aktuellen Jahr der mi ttlere N a-
del-/Blattverlust um 6,0 Prozentpunkte auf 33,6  % 
(Abb. 29). Der Anstieg der Kronenschäden ist dabei in 
etwa gleichermaßen auf jüngere und ältere Bäume 
verteilt.  
Im Ostwald gelten 57  % aller Bäume als deutlich g e-
schädigt (Abb. 30). Im Gegensatz zum Westwald ist 
der Anteil an ungeschädigten und schwach ge schädig-
ten Bäumen mit 9 bzw. 34  % noch vergleichsweise 
hoch. Jedoch ist in diesem Jahr infolge der trockenen 
Sommerwitterung eine deutliche Abnahme an ung e-
schädigten Bäumen im Ostwald zu erkennen.  Demge-
genüber hat sich der Anteil an mittelstark geschädi g-
ten Bäumen erheblich erhöht und nimmt nun mit 48 %
Abb. 29: Mittlerer Nadel -/Blattverlust nach Altersgruppen – 
Ostwald (95 % Konfidenzintervall). 
Abb. 30: Verteilung der Schadstufen – Ostwald (Werte in 
der Klammer geben die Veränderung zum Vorjahr an). 
Abb. 31: Mittlerer Nadel -/Blattverlust der Hauptbaumarten 
bzw. Baumartengruppen – Ostwald. 
 
Abb. 32: Anteil d eutlich geschäd igter Bäume – Ostwald 
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschädigt, grau: 
abgestorben). 
0
10
20
30
40
50
60
Buche Eiche sNb sLb
Anteil der Bäume in %
2020 2021 2022
0
20
40
60
80
100
Buche Eiche sNb sLb
Anteil der Bäume in %
Abb. 28: Birke mit welkem Laub im Sommer 2022 im Os t-
wald.

21 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
den größten Anteil  ein. Während 6  % der Bäume im 
Ostwald als stark geschädigt eingestuft werden, ist an 
stehend abgestorbenen Bäumen ein Anteil von  3 Pro-
zent zu verzeichnen.  
Der mittlere Blattverlust der Buchen hat sich dieses 
Jahr m erklich auf 35,3  % erhöht ( Abb. 31). Insgesamt 
sind 61 % aller Buchen im Os twald deutlich geschädigt 
(Abb. 31). Der Anteil an stärker geschädigten Bäumen 
ist in Bezug a uf die übrigen Hauptbaumarten mit 9 % 
vergleichsweise hoch. Sichtbar verschlechtert hat sich 
auch der Kronenzustand der Eichen, deren mittlerer 
Blattverlust auf 31,8 % ansteigt. Bei der Eiche sind 
56 % der Bäume deutlich geschädigt,  wobei der Anteil 
an stä rker geschädigten und abgestorbenen Bäumen 
sehr gering ist  (Abb. 3 3). Die sonstigen Nadelbäume 
weisen einen mittleren Nadelverlust von 33,9  % auf 
und es sind ebenf alls, wie bei der der Eiche, 56  % der 
Bäume deutlich geschädigt. Allerdings ist der Anteil 
stehend abgestorbener Bäumen bei den sonstigen 
Nadelbäumen durch Borkenkäferbefall an Fichte deut-
lich höher. Wie bei allen anderen Hauptbaumarten hat
sich auch dieses Jahr der Kronenzustand der sonstigen 
Laubbaumarten im Ostwald verschlechtert. Der mittle-
re Blattverlust erhöht sich aktuell auf 32,6  %. Insg e-
samt sind 53 % aller sonstigen Laubbäume im Ostwald 
deutlich geschädigt. Der leicht erhöhte Anteil an stark 
geschädigten Bäumen ist im Wesentlichen auf 
schlecht belaubte Hainbuchen, Birken und Eschen 
zurückzuführen (Abb. 28).  
Auch im Ostwald führt die ausgeprägte sommerliche 
Hitze- und Trockenperiode im Jahr 2022 zu einem 
starken Anstieg der Waldschäden, wenngleich der 
Schädigungsgrad der Wälder im Vergleich zum 
Darmstädter Westwald noch deutlich geringer i st. 
Durch die wasserstauende Wirkung des anstehenden 
Grundgesteins „Rotliegendes“ ist auf vielen Stando r-
ten im Ostwald eine gute Wasserverfügbarkeit für die 
Bäume gegeben, die lediglich in Gebieten eing e-
schränkt ist, in denen die tonige Stauschicht zu hoch  
ansteht und es so, während anhaltender Trockenph a-
sen, zu einer Austrocknung des Wurzel raumes der 
Bäume kommt.  
Abb. 33: Vitale Eichenkrone im Darmstädter Ostwald.

22 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
3 Witterung  
Nach den Trockenjahren 2018 bis 2020 sorgte die pha-
senweise kühle und feuchte Witterung im Sommer 
2021 für eine zwischenzeitliche Erholung für das  
Waldökosystems. Jedoch sind durch das erhebliche 
Niederschlagsdefizit und die sehr heißen Temperat u-
ren während der Vegetationszeit im Jahr 2022 die 
Belastungen für die Wälder wieder deutlich angesti e-
gen. 
Das Jahr 2021 
Nach den sehr heißen  und trockenen Jahren 2018 bis 
2020, die in den Wäldern massive Schäden verursac h-
ten, fielen in der Vegetationszeit 2021 mehr Niede r-
schläge bei meist vergleichsweise kühlen Temperat u-
ren. In den Monaten Mai bis Juli 2021 lagen die Ni e-
derschlagssummen an der  Wetterstation Darmstadt 
mit jeweils knapp 100  mm deutlich über der üblich en 
monatlichen Regenmenge ( Abb. 34), so dass die 
Waldbäume ausreichend mit Wasser versorgt waren. 
Dabei blieben die Temperaturen in den meisten M o-
0
5
10
15
20
25
0
5
10
15
20
25
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
Monatsmitteltemperatur Mittel 2004-2022
20222021
Abb. 34: Temperatur- und Niederschlagsverteilung der Station Darmstadt (Quelle: DWD 2022) im Vergleich z um Mittel der 
Jahre 2004 bis 2022. Temperatur in Grad Celsius, Niederschlag in mm.  
0
20
40
60
80
100
120
0
20
40
60
80
100
120
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt
Niederschlagssumme Mittel 2004-2022
20222021

23 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
naten unter dem langjährigen Mittel.  Lediglich im Juni 
wurde eine überdurchschnittliche Monatsmittelte m-
peratur registriert. Im September war es dagegen 
wieder deutlich zu trocken, während in den restlichen 
Monaten des Jahres bei leicht unterdurchschnittlichen 
Temperaturen wieder mehr Niederschlag fiel. 
 
Das Jahr 2022 
Das Jahr 2022 begann mild und mit ausreichenden 
Niederschlägen, die in den ersten beiden Monaten 
über dem langjährigen Mittel lagen. Mitte Februar 
führte eine Serie von Sturm - und Orkantiefs lande s-
weit zu teils großen Schäden. U nd auch im Stadtwald 
Darmstadt wurden dabei einzelne Sturmwürfe regi s-
triert. Zum Frühlingsbeginn gingen die Niederschläge 
im Stadtgebiet drastisch zurück. Im März wurden an 
der Wetterstation in Darmstadt mit 29  mm weniger 
als die Hälfte der üblichen Regenm enge gemessen. 
Dagegen war der April wiederum überdur chschnittlich 
nass und zu kühl (Abb. 34) 
Ab dem Wonnemonat Mai stiegen die Temperaturen 
deutlich an. Gleichzeitig war der Mai ausgesprochen 
trocken. Während im Juni zeitweise wieder mehr Ni e-
derschlag fiel, waren die Sommermonate Juli und A u-
gust von einer langanhaltenden Trocken - und Hitz e-
phase geprägt, die zu einer hohen Belastung in den 
Wäldern führten. Im Juli gingen gerade einmal 9 mm 
Regen zu Boden, was ein Niederschlagsdefzit von über 
85% darstellt. Im August betrug das Def izit über 70 %. 
Zeitgleich war es im Juli und vor allem im August mit 
3,0° Celsius über dem langjährigen Monatsmittel au s-
gesprochen heiß, so dass sich die Transpiration der 
Bäume stark erhöhte und somit der Wasserbedarf 
bzw. der Trockenstress in den Wäldern im Verlauf der 
Zeit zunahm.  
Erst im September sorgten einsetzende Regenfälle für 
ein abruptes Ende der sommerlichen Dürrephase. An 
der Wetterstation im Stadtgebiet wurden rekordve r-
dächtige 112 mm Niederschlag für den September 
gemessen. Und auch im sehr warmen Oktober blieben 
die Niederschlagsmengen überdurchschnittlich hoch. 
Witterungstrend 
Die Witterungsdaten der Wetterstation „Darmstadt 
Rosenhöhe“ zeigen für die Vegetationszeit (April bis 
September) im Zeitraum 2005 bis 2022 e inen langfris-
tigen Trend steigender Temperaturen und abnehme n-
der Niederschläge ( Abb. 35). Im Temperaturverlauf ist 
im Trend für den betrachteten Zeitraum ein Anstieg 
von knapp einem Grad Celsius zu erkennen. Deutlich 
zu warm waren dabei die Vegetationszeit en der Jahre 
2018 und 2022, während in den Jahren 2010 und 2021 
deutlich kühlere Temperaturen vorherrschten.  
Im Verlauf der Niederschläge ergibt sich für den gle i-
chen Zeitraum ein gegenläufiger Trend. Im Zeitraum 
2005 bis 2022 haben sich die Niederschlagssummen in 
der Vegetationszeit im Trend um ca. 150  mm verri n-
gert. Die höchsten Niederschläge wurden dabei im 
Jahr 2010 registriert, die niedrigsten in den Jahren 
2015 und 2018. 
15
16
17
18
19
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
mittlere Temperatur (°C)
100
200
300
400
500
600
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2014
2015
2016
2017
2018
2019
2020
2021
2022
Niederschlagssumme (mm)
Abb. 35: Verlauf der mittleren Temperatur und der Niede r-
schlagssumme der Wetterstation Darmstadt in der Veget a-
tionszeit (April bis September) in den Jahren 2005 bis 2022. 
Die gestrichelte Linie stellt jeweils den linearen Trend dar 
(Quelle: DWD 2022).

24 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
4 Bestandes- und Verbisserhebung 
Seit dem Jahr 2021 wird die Waldzustandserheb ung 
im Stadtwald Darmstadt neben der reinen Bewertung 
der Vitalität der Bäume auch genutzt, um zusätzliche 
Informationen über die Bestandesentwicklung und 
den Wildverbiss zu erhalten. Im Hinblick auf die 
Walderhaltung und das zukünftige Management des 
Stadtwaldes sind detaillierte Informationen über den 
Waldaufbau und das Verjüngungspotential des Waldes 
von großer Bedeutung.  
An den 298 Stichprobenpunkten der Waldzustandse r-
hebung werden hierfür verschiedene Probekreise a n-
gelegt. Für die Bestandeserhebung wi rd in einem R a-
dius von zehn Metern für jede Baumart getrennt nach 
Hauptbestand, Zwischenstand und Verjüngung 
(>60 cm) der Deckungsgrad, die Baumhöhe sowie eine 
mittlere Durchmesserklasse bestimmt.  
Die Wildverbisserhebung wird in einem Radius von 
zwei Metern durchgeführt, wobei zwischen Verbiss an 
der Terminalknospe und Verbiss im oberen Drittel mit 
und ohne Schädigung des Terminaltriebs unterschi e-
den wird. In diesem Jahr wurden dabei alle Bäume 
zwischen einer Höhe von 8 bis 20  cm und zwischen 21 
bis 100 cm untersucht. 
Bestandeserhebung 
In den vergangenen Jahren ist aufgrund der massiven 
Schädigung eine zunehmende Herab setzung des D e-
ckungsgrades in Teilen des Darmstädter Stadtwaldes 
zu erkennen. Durch das Absterben einzelner Bäume 
lichtet der Bestand auf u nd der Kronenschluss des 
Hauptbestandes verringert sich. Dabei zeigen sich 
zwischen West - und O stwald teils deutliche Unte r-
schiede. Während im weniger geschädigten Ostwald 
geringe Deckungsgrade im Hauptbestand nur an sehr 
wenigen Stichprobenpunkten vorkomm en, ist der 
Anteil an sehr lichten Wäldern im Westwald dagegen 
deutlich größer ( Abb. 36). An über einem Drittel aller 
Stichprobenpunkte im Westwald liegt der Deckung s-
grad im Hauptbestand bei 30 % oder kleiner. Dagegen 
finden sich geschlossenere Waldbeständ e, mit einem 
höheren Deckungsgrad im Hauptbestand, vorwiegend 
im Ostwald. 
Während im Westwald die oberste Baumschicht 
hauptsächlich von Kiefern und Buchen dominiert wird, 
sind im Ostwald Buche und die Eiche die am häufig s-
ten vorkommenden Baumarten im Haupt bestand 
(Abb. 38, oben). Für den Westwald ist festzuhalten, 
dass sich die Spätblühende Traubenkirsche mittlerwei-
le an knapp 10 % aller Stichprobenpunkte im Hauptbe-
stand etabliert hat. Im Zwischenstand ist die invasive 
Abb. 36: Deckungsgrad des Hauptbestandes.  
 
0
2
4
6
8
10
12
14
10 20 30 40 50 60 70 80 90 100
Stichprobenpunkte in %
Deckungsgrad in %
West Ost
Abb. 37: Dichte Buchen -Naturverjüngung an einem Stic h-
probenpunkt der Waldzustandserhebung im Ostwald.

25 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Baumart mittlerweile die mit Abstan d am häufigste n 
vertretene Baumart im Westwald , während Buche, 
Bergahorn und Linde deutlich seltener vorkommen 
(Abb. 38, Mitte). Der Zwischenstand im Ostwald wird 
dagegen klar von der schattentoleranten Buche und 
mit deutlichen Abschlägen von der Hainbauche d omi-
niert. Im Jungbestand zeigt sich die deutliche Konkur-
renzstärke der Spätblühenden Traubenkirsche auf den 
Standorten des Westwaldes. An über 60 % der Stic h-
probenpunkte ist die invasive Baumart mittlerweile an 
der Verjüngung beteiligt ( Abb. 38, unten). Da gegen 
finden sich vergleichsweise wenige Standorte, auf 
denen andere Baumarten, wie Buche, Bergahorn oder 
Linde nachwachsen. Im Ostwald ist vor allem eine 
Verjüngung der Buche zu beobachten, die in einzelnen 
Lichtkegeln der oftmals noch geschlossenen Bestä nde 
aufwachsen kann (Abb. 37). Deutlich seltener kommen 
dagegen die Baumarten Hainbuche, Bergahorn und 
Linde vor. Mittlerweile ist auch im Westwald eine 
Ausbreitung der Spätblühenden Traubenkirsche zu 
beobachten. Immerhin an 5  % der Stichprobenpunkte 
ist sie an der Verjüngung beteiligt.  
Trotz des relativ hohen Eichenanteils im Hauptbestand 
spielt die Baumart Eiche im Zwischen - und Jungb e-
stand weder im West- noch im Ostwald eine prägende 
Rolle. Dies liegt an den natürlichen Eigenschaften der 
Eiche, die als Lichtbaumart vor allem auf größeren 
Freiflächen und weniger im Halbschatten anderer 
Baumarten als Jungpflanze konkurrenzfähig ist.  
Die Bestandeserhebung im Darmstädter Stadtwald 
zeigt zudem, dass die Verjüngung vieler aufgelichteter 
Flächen nur langsam st attfindet. Auf potentiellen Ve r-
jüngungsflächen mit einem Deckungsgrad des Haupt - 
und Zwischenstandes unter 50  % konnten bisher of t-
mals nur wenige Jungpflanzen festgestellt werden, 
obwohl die Lichtverhältnisse für den Aufbau einer 
neuen Waldgeneration ausreichend wären. An solchen 
Stellen könnte einzelfallweise eine künstliche Verjü n-
gung durch z.  B. Pflanzung oder Saat in Erwägung g e-
zogen werden.  
Zusätzlich wurden während des Sommers dieses  Jah-
res zahlreiche Jungpflanzen durch die anhaltende Tr o-
ckenheit der art geschädigt, dass es zu einer vo r-
zeitigen Blattwelke und Absterben der obersten Triebe 
kam. Inwieweit dies zu einer erhöhten Absterberate 
junger Bäume im nächsten Jahr führt, bleibt abzuwa r-
ten. 
0
10
20
30
40
50
60
70
Kie Bu Ei BAh TrKir Hbu Bir REr
Anteil der Stichprobenpunkte in %
Hauptbestand
West Ost
0
10
20
30
40
50
60
70
TrKir Bu Bah Li Hbu Bir Fi Ei
Anteil der Stichprobenpunkte in %
Zwischenbestand
West Ost
0
10
20
30
40
50
60
70
TrKir Bu Bah Li Rob Hbu Nu Kie
Anteil der Stichprobenpunkte in %
Jungbestand
West Ost
Abb. 38: Anteile der Stichprobenpunkte und Baumartena n-
teile nach Haupt -, Zwischen - und Jungbestand getrennt 
nach West- und Ostwald.

26 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Verbisserhebung 
An den 298 Stichprobenpunkten der Waldz ustandser-
hebung wurden an 226 Punkten Bäume mit einer H ö-
he zwischen 8 bis 100  cm festgestellt. Innerhalb der 
Probekreise konnten so insgesamt 3.282 Bäume u n-
tersucht werden, davon 1.471 Bäume mit einer Höhe 
zwischen 8 bis 20 cm und 1.811 Bäume mit einer Höhe 
von 21 bis 100 cm. 
Die Ergebnisse zeigen, dass im Stadtwald Darmstadt 
21 % der Bäume mit einer Höhe von 8 bis 20  cm und 
44 % der Bäume mit einer Höhe von 21 – 100 cm von 
Wildtieren verbissen sind (Abb. 40). Während der Ver-
biss der kleinen Bäum e bis 20  cm im Ostwald etwas 
höher ausfällt, liegt der Verbiss der Bäume ab 21 cm in 
beiden Waldgebieten etwa auf gleichem Niveau. Der 
Wildverbiss ist im Wesentlichen auf das vorhandene 
Rehwild und im geringerem Umfang auf Feld - bzw. 
Waldhase zurückzuführen.  
Besonders häufig verbissen ist die Hainbuche. Bei den 
Bäumen bis 100  cm weist die Hainbuche mit 98 % die 
höchste Verbissrate auf ( Abb. 41). Dahinter folgen mit 
knapp der Hälfte verbissener Pflanzen die Baumarten 
Bergahorn und Spätblühende Traubenkirsche. Bei den 
kleineren Bäumen bis 20  cm ist ebenfalls die Hainb u-
che (64  %) vor dem Bergahorn die Baumart mit dem 
stärksten Verbiss (Abb. 41). Bei allen anderen Baumar-
ten wurde weniger häufig Verbiss festgestellt. 
In Abbildung 42 ist der prozentuale Anteil an verbiss e-
nen Bäumen je Stichprobenpunkt in drei unterschie d-
lichen Klassen von gering, mittel bis stark dargestellt. 
Einbezogen wurden nur Stichprobenpunkte mit mi n-
destens fünf Bäumen zwischen 8 und 100  cm. Alle 
anderen Punkte sind als weiße Kreise in der Karte 
markiert. Stichprobenpunkte mit hohem Verbiss la s-
sen sich an verschiedenen Orten im West - und Os t-
wald erkennen. Je nach Bestandesstruktur der Wälder 
und Verweildauer des Wildes fällt die Verbissbela s-
tung jedoch , über den gesamten Stadtwald gesehen, 
örtlich sehr unterschiedlich aus. 
Abb. 40: Anteil der Bäume mit Verbiss im Gesamtwald, 
Ost- bzw. Westwald getrennt nach den Höhenstufen 8 bis 
20cm und 21 bis 100 cm.  
21
13
27
44 44 45
0
10
20
30
40
50
Gesamt West Ost
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Abb. 41: Anteil der Bäume mit Verbiss für die häufigsten 
vorkommenden Baumarten getrennt nach den Höhenst u-
fen 8 bis 20  cm und 21 bis 100  cm. Nur Baumarten mit 
mindestens 50 Jungpflanzen in der Stichprobe.  
31
12 16 19
64
6
47 46
35
16
98
42
0
20
40
60
80
100
BAh TrKir Bu Ei Hbu SAh
Anteil der Bäume in %
8 bis 20cm 21 bis 100cm
Abb. 39: Verbissene Hainbuche.

27 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
Eine besondere Häufung an geschädigten Bäumen ist 
dieses Jahr unter anderem im Westwald, westlich des 
Hauptfriedhofs und in Teilgebieten westlich der A5, zu  
erkennen. Zudem treten auch im Ostwald, z.  B. im 
westlichen Teilgebiet südlich der Dieburger Straße, 
erhöhte Verbissraten auf.  
Abb. 42: Verbissschäden aller Bäume von 8 bis 100 cm Oberhöhe je Stichprobenpunkt in den Stufen gering, mittel und 
stark. Keine Angabe: es waren keine bzw. weniger als vier Bäume am Stichprobenpunkt v orhanden (Kartenhintergrund: 
OpenStreetMap).

28 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
5 Fazit  
Die Waldschäden im Darmstädter Stadtwald sind im 
Jahr 2022 infolge der langanhaltenden sommerlichen 
Trockenheit und außergewöhnlichen Hitze nochmals 
angestiegen. Derzeit sind mehr als zwei Drittel aller 
Bäume deutlich geschädigt. Knapp ein Viertel der 
Bäume gelten sogar als stark geschädigt bzw. sind 
bereits abgestorben. Der überaus hohe Schädigung s-
grad des Darmstädter Stadtwaldes wird auch im Ve r-
gleich mit dem Kronenzustand des Landes Hesse n 
bzw. des ebenfalls stark geschädigten Sonderunters u-
chungsgebietes „Rhein -Main-Ebene“ deutlich. Beso n-
ders gravierend sind die Waldschäden im Darmstädter 
Westwald, der bereits seit über zwei Jahrzehnten a u-
ßergewöhnlichen Belastungen infolge häufig auftr e-
tender Hitze - und Trockenperioden und Windwürfen, 
starkem Maikäferbefall sowie einer hohen Zerschne i-
dung durch Verkehrswege und Versorgungsachsen 
ausgesetzt ist.  
Im Jahr 2022 führte die andauernde Hitze - und Dürre-
phase im Juli und August bei vielen Bäumen w ieder-
holt zu einem erheblichen Trockenstress. Vermehrte 
Schäden wurden dabei auch an jüngeren Bäumen mit 
geringer Durchwurzelungstiefe festgestellt. Nach den 
Trockenjahren 2018 bis 2020 stiegen somit die Wal d-
schäden wieder deutlich an. Zudem führte eine erhöh-
te Fruktifikation sowie in Eichen-Laubwäldern ein stär-
kerer Befall durch blattfressende Schmetterlingsra u-
pen dieses Jahr zu einer zusätzlichen Belastung der 
Bäume. Gleichzeitig hat sich die Mortalitätsrate im 
Vergleich zum Vorjahr verringert, was auf ei nen v o-
rübergehend verzögerten Absterbeprozess aufgrund 
des eher kühlen und feuchten Jahres 2021 schließen 
lässt. Nach der Dürre 2022 ist jedoch wieder mit einer 
Zunahme der Mortalität in den nächsten Jahren  zu 
rechnen, zumal die Anzahl der stark geschädigt en 
Bäume dieses Jahr deutlich angestiegen ist.  
Die Auswirkungen des Klimawandels sind  im Darm -
städter Stadtwald unübersehbar. Vor allen Dingen i n 
der stark geschädigten Rheinebene werden die Wal d-
bestände durch Absterbeprozesse zunehmend aufg e-
lichtet, in d eren Folge lockere Bestandesstrukturen 
mit deutlich jüngeren Bäumen entstehen. Eine gezielte 
Verjüngung der Waldbestände stellt jedoch vielerorts 
eine große Herausforderung dar, die u. a. durch au f-
kommende Konkurrenzflora, wie die Kermesbeere 
oder der Japa nische Knöterich, zahlreiche Engerlinge 
des Maikäfers sowie eine hohe Wilddichte erschwert 
wird. Und nicht zuletzt trocknet der Oberboden durch 
die Auflichtung der Bestände schneller aus, so dass 
junge Bäume häufig unter Trockenstress geraten und 
vertrocknen. Die Walderhaltung steht in derart g e-
schädigten Waldbeständen im Fokus des waldbaul i-
chen Handelns, mit der Zielsetzung eine Besta n-
desstruktur mit möglichst viel Beschattung des Wal d-
bodens zu erhalten. Stark geschädigte Bäume und 
Dürrständer werden daher nicht entnommen, sondern 
bleiben in den Wäldern stehen. Neben einer Bescha t-
tung soll die im Bestand verbleibende Biomasse lan g-
fristig für eine Verbesserung der Böden, insbesondere 
für eine bessere Wasserspeicherfunktion , sorgen. 
Durch gezielte Maßnahmen w ird zudem dafür Sorge 
getragen, dass klimaangepasste Baumarten , wie z.  B. 
die Eiche, geschützt und in ihrer Entwicklung gefördert 
werden.  
Für eine erfolgreiche Waldverjüngung sind angepasste 
Wildbestände eine wichtige Voraussetzung. Die akt u-
ellen Erhebungen zeigen einen unterschiedlich starken 
Einfluss des Wildverbisses auf einzelne Waldgebiete 
sowie auf einzelne Baumarten. So konnte gezeigt we r-
den, dass derzeit sowohl im West- als auch im Ostwald 
Areale mit erhöhtem Wildverbiss auftreten und dass 
dabei in großer Anzahl die Baumart Hainbuche betro f-
fen ist. Durch wilddicht umzäunte Probeflächen, sog e-
nannte Weiserzäune, kann die Waldverjüngung ohne 
Wildeinfluss zusätzlich standortsbezogen erhoben und 
quantifiziert werden, wobei – sozusagen als Nebe n-
produkt – innerhalb weniger Jahre für die Besta n-
desstruktur wichtige Verjüngungskegel entstehen 
können. Bedeutend hierfür sind kontinuierliche Ko n-
trollen der Zäune und eine regelmäßige Aufnahme der 
aufkommenden Waldvegetation. 
Die Waldzustandserhebung dokumentiert d ie aktue l-
len Waldschäden und beschreibt die zeitliche und 
räumliche Entwicklung der Wälder im Stadtwald 
Darmstadt. Infolge der aktuell dynamischen Veränd e-
rung ist ein detailliertes, kontinuierliches Monitoring 
der Wälder von großer Bedeutung, um daraus gee ig-
nete Maßnahmen zur langfristigen Walderhaltung 
ableiten zu können. Die Waldzustandserhebung kann 
dabei neben der reinen Dokumentation gleichzeitig 
auch zur Bewertung und Anpassung eingeleiteter 
Maßnahmen genutzt werden. Sie liefert damit einen 
wichtigen Beitrag zur Entwicklung widerstandsfähiger 
und klimaangepasster Wälder.

29 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
6 Glossar 
Abiotisch: ohne Beteiligung von Lebewesen. 
Biotisch: mit Beteiligung von Lebewesen. 
Brusthöhendurchmesser: Durchmesser eines stehe n-
den Baumes in der Brusthöhe von 1,30m. 
Deutlich geschädigte Bäume:  Nach der Definition der 
Waldzustandserhebung gelten alle Bäume mit einem 
Nadel-/Blattverlust größer als 25% als deutlich g e-
schädigt (Zusammenfassung der Schadstufe 2 bis 4).  
Deckungsgrad: Anteil der Bestandesfläche, die durch 
Baumkronen überdeckt ist.  
Disposition: Anfälligkeit/Empfänglichkeit eines Ba u-
mes für bestimmte Krankheiten bzw. Schädlinge. 
Fruktifikation: Fruchtbildung einer Pflanze / eines 
Baumes. 
Invasive Arten: Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer 
Ausbreitung Lebensrä ume, Arten oder Ökosysteme 
beeinträchtigen und der ökologische Vielfalt schaden.  
Kraft´sche Klasse: Einteilung der Bäume in Baumklas-
sen nach ihrer soziologischen Stellung innerhalb eines 
Bestandes nach G. Kraft. Kraft´sche Klassen 1 bis 5: 
vorherrschen, h errschend, gering mitherrschend, b e-
herrscht und ganz unterständig.  
Konfidenzintervall: statistisch berechneter Vertrau-
ens-oder Erwartungsbereich innerhalb der die Werte 
mit einer definierten Wahrscheinlichkeit liegen. Oft 
wird der 95%-Vertrauensbereich angegeben.  
Mortalität: Absterberate der Bäume, die in einem Jahr 
(seit der letzten Erhebung) abgestorben sind.  
Nadel-/Blattverlust: eingeschätzter Verlust der B e-
nadelung bzw. der Belaubung. Der Nadel -/Blattverlust 
wird in 5 -Prozentstufen am Einzelbaum gesc hätzt und 
zum mittleren Nadel-/Blattverlust (mNBV) verrechnet.  
Resilienz: Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastu n-
gen.  
 
 
Schadstufen: Zusammenfassung der Nadel -/Blatt-
verluststufe und der Vergilbungsstufe. Schadstufe 0 = 
ungeschädigt, 1= schwach geschädi gt, 2=mittelstark 
geschädigt, 3= stark geschädigt, 4= abgestorben.  
Sukzession: zeitliche Abfolge der an einem Standort 
aufeinanderfolgenden Pflanzengesellschaften. 
Trockenreisig: dünne abgestorbene, trockene Äste in 
der Baumkrone  
Verjüngung: Nachwuchs von Bäumen (natürliche Ve r-
jüngung, Saat oder Pflanzung). 
Vitalität: „Lebenskraft“, Gesundheit, gutes Wachstum, 
Widerstandskraft gegenüber Stressfaktoren.  
Weiserzaun: Kontrollzaun, der eine begrenzte Fläche 
wilddicht umschließt und so eine Beurteilung des 
Wildeinflusses im Vergleich zur nicht umzäunten Fl ä-
che ermöglicht.

30 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 2022 
 
7 Literatur- und Fotoverzeichnis 
Literatur: 
Arbeitsgemeinschaft Kronenzustand (2007): Waldbäume – Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlichtungen 
bei Waldbäumen. BMVEL (Hrsg.), 130 S. 
NW-FVA (202 2a): Waldzustandsbericht 202 2. Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft 
und Verbraucherschutz (Hrsg.), 39 S.  
NW-FVA (2022b): schriftliche Auskunft der NW-FVA. 23.11.2022 
Wellbrock, N., Eickenscheidt, N., Hilbrig, L., Dü hnelt, P-E., Holzhausen, M., Bauer, A., Dammann, I., Strich, S., E n-
gels, F., Wauer, A. (2018): Leitfaden und Dokumentation zur Waldzustandserhebung in Deutschland. Brau n-
schweig: Johann Heinrich von Thünen -Institut, 97 S., Thünen Working. Paper 84,  DOI: 10.3220/ 
WP1513589598000. 
 
Fotos: 
Alle abgebildeten Fotos in diesem Bericht inklusive des Titelbildes stammen von: 
Stefan Meining (Büro für Umweltüberwachung, Freiburg)

anlage 3

205 Zeichen

Punkt 8: Waldzustandsbericht 2022 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2022) 
 (V-Nr. 2023/0065) 
- Kenntnisnahme - 
 
Der Ausschuss für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz nimmt von der 
Vorlage Kenntnis.

Beratungsverlauf (2)

TOP 136
TOP 8

Orte (1)

  • Dieburger Straße

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2023/0065
Typ
Magistratsvorlage
Datum
17.03.2023
Erstellt
29.09.2026 00:00