Mandari Insight

V/0691/2007

Zentrumserweiterung Nienberge

Vorlagen 31.08.2007

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 24.10.2007, TOP 5

Anlage 2

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Beschlussvorlage

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Anlage 1

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Anlage 2

17718 Zeichen

Anlage 2 zur Vorlage V/0691/2007 
 
Zentrumserweiterung Nienberge 
Bewerberauswahl- und Realisierungsverfahren  -  1.Stufe 
Niederschrift zur verwaltungsinternen Jury am 07.08.2007 
 
Teilnehmer: 
Herren Ferling (63), Michel (65), Zacharias (WFM), Dapper, Kessel (23), Kurz (61) 
 
 
Die Vorprüfung wurde vom Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung, vom 
Liegenschaftsamt und dem Amt für Wohnungswesen durchgeführt. Zum Abgabetermin lagen 
10 Angebote vor. Bei dem Angebot der MIBEG International aus Berlin handelt es sich um 
ein reines Kaufpreisangebot ohne Planunterlagen. Wegen des Fehlens zwingend geforderter 
Leistungen, wurde dieses Angebot vom weiteren Verfahren ausgeschlossen. Von den 
anderen 9 Teilnehmern wurden die geforderten Leistungen erbracht. 
Das von der Stadt geforderte Mindestkaufpreisgebot von 280,-Euro/qm zzgl. 
Entwässerungsbeitrag und Erstattungsbeitrag für Ausgleichsmaßnahmen wurde von allen 
Teilnehmern geboten bzw. überboten. 
 
Die Aufgabenstellung wird auf der Grundlage der im Exposé genannten Entwicklungsziele 
und der städtebaulichen Rahmenbedingungen erörtert. Hierzu zählen: 
 
- die Stärkung der Versorgungsfunktion des Stadttei lzentrums durch eine 
multifunktionale Nutzung bestehend aus Einzelhandel, Dienstleistung, 
Servicewohnen und / oder Pflege 
- ein Lebensmittelmarkt – als Vollsortimenter oder zweitrangig Discounter – mit 
zukunftsfähiger Ladengröße (ca. 1.000 qm VKF) 
- ein Wohn- und/oder Pflegeangebot mit insbesondere  Wohnformen für 
mobilitätseingeschränkte Menschen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher 
Lebenssituationen (mit/ohne Pflege) 
- eine mehrgeschossige Bebauung mit max. drei Gesch ossen, die auf dem Grundstück 
so anzuordnen ist, dass die Sebastianstraße einen räumlichen Abschluss erhält 
- die Beurteilung der städtebauliche Maßstäblichkei t der Planung unter 
Berücksichtigung der zentralen Lage im Stadtteil, der angestrebten Nutzungsvielfalt 
im Ortszentrum und nach der vorhandenen Nachbarbebauung 
- die Anordnung der Anlieferung an einer der Gebäud eseiten, die nicht der 
Plettendorfstraße zugewandt ist 
- die Gliederung der Stellplatzanlage durch Bäume 
 
Nach eingehender Diskussion verständigt sich die Jury darauf, die Projektentwürfe nach 
folgenden Kriterien zu beurteilen: 
1. Gestaltungskonzept: Anordnung der Bebauung auf d em Grundstück, Gliederung der 
Gebäudemassen, Maßstäblichkeit, Fassadengliederung 
2. Nutzungskonzept: Lebensmittelmarkt – unabhängig vom Betreiber: Vollsortimenter 
oder Discounter -, ergänzende Angebote, Wohnungsangebot 
3. Erschließungskonzept: Anlieferung, Anfahrbarkeit  Kundenparkplatz 
 
Das Ergebnis der Vorprüfung lag in einer schriftlichen Prüfliste zusammengefasst vor. Zur 
Prüfung der Funktionsfähigkeit der geplanten Anlieferung, wurde die Anlieferung mit einem 
Sattelzug zugrunde gelegt.  
 
Sämtliche Projektvorschläge werden in einem Informationsrundgang ausführlich und wertfrei 
erläutert. Auf der Grundlage der Beurteilungskriterien findet im Anschluss eine kritische

Erörterung der Projektentwürfe statt. Dabei werden folgende Projekte, aufgrund 
grundsätzlicher Mängel, ausgeschieden: 
 
Entwurf 5:   Architekten im Stellwerk – ARGE/ Holz GmbH Bauunternehmung 
- Anlieferung nur über Wohngebiet Mörikestraße /H.- Hesse Straße möglich 
- Zuschnitt des Ladenlokals nicht praxistauglich 
- Unzeitgemäße gestalterische Lösung 
 
Entwurf 7:   Architekt Uwe Raffloer / F. Probst GmbH 
- Discounter nach Westen von der Plettendorfstraße abgewandt 
- Zur Plettendorfstraße vorgelagerte Anlieferung 
 
Die Projektvorschläge bieten ein breites Spektrum unterschiedlicher Nutzungsdichten, das 
von  ca. 3.000 bis 4.800 qm Bruttogeschossfläche reicht. Die errechnete GFZ läge in einem 
Bereich von 0,74 – 1,18 und damit z.T. deutlich unter dem Orientierungswert der BauNVO 
von 1,2 für Mischgebiete. Folglich sind auch die Verkaufsflächen für den Einzelhandel (937 
bis 1.435 qm) und die Geschossflächen für die Wohnungen (1.092 bis 2.604 qm) sehr 
unterschiedlich und geben Hinweis auf die jeweiligen Nutzungskonzepte, die den Projekten 
zugrunde liegen.  
 
 
Bewertung  
Entwurf 1:   Architekturbüro Meyer / Finanzplanung Lielienkamp 
Der Entwurf rückt die Bebauung in den nördlichen Teil des Plangebietes. Ebenerdig werden 
ein Discounter ( 882 VKF – Fa. Aldi) und vier Ladenlokale (zusammen 190 VKF) 
vorgesehen. Während der Discounter sich nach Süden orientiert und damit von der 
Sebastianstraße abwendet, tragen die vier kleinteiligen Läden entlang der Plettendorfstraße 
zur Belebung bei. Über dem Ladengeschoss werden – verteilt auf drei Baukörper mit 
dazwischen liegender Dachterrasse – 15 Wohnungen angeordnet. Nach Osten zur 
Plettendorfstraße / Sebastianstraße sowie nach Süden sieht der Entwurf eine markante 
dreigeschossige Bebauung vor, während der westliche Gebäudeteil zur bestehenden 
Wohnbebauung hin ein Geschoss niedriger ausgeführt wird. Damit wird eine kleinteilige 
Obergeschossbebauung geschaffen, die der Umgebung gerecht wird. 
Die Stellplätze (35 St.) und die Anlieferung werden im Südteil des Grundstücks angeordnet, 
was zu Belastungen der angrenzenden Wohngebiete führen kann. Die Anlieferung mit 
Sattelzügen ist - mit Änderungen - auf dem Grundstück machbar. Das Wohnungskonzept 
zeigt Ansätze eines ambulanten bzw. teilstationären Versorgungskonzeptes auf. 
Der Entwurf weist mit ca. 3.500 qm Bruttogeschossfläche (BGF) eine im Vergleich eher 
geringe Grundstücksausnutzung auf (Anteile: Einzelhandel ca. 1.170 qm VKF, Wohnen ca. 
1.660 qm). 
 
Entwurf 2a:   Architekturbüro Maas / CM Immobilien  
Der Entwurf sieht eine Überbauung des Nordteils des Grundstückes und Stellplatzflächen 
(42 St.) im Südteil vor. Zur Plettendorfstraße ist eine durchgehend II-geschossige Bebauung 
mit ausgebautem Steildach vorgesehen. Das ebenerdige Einzelhandelsangebot umfasst 
einen Discounter ( 850 VKF – Fa. Plus) und einen Drogeriemarkt ( 425 VKF – Fa. DM) 
ergänzt um Lagerflächen. Durch die Ausrichtung des LM-Marktes nach Süden ist der Markt 
jedoch vorrangig auf den vorgelagerten Stellplatz ausgerichtet und von der Sebastianstraße 
abgewendet. Zur Einbindung in das Stadtteilzentrum wird die Plettendorfstraße und das 
gegenüberliegende Eckgrundstück in eine Platzgestaltung in Verbindung mit einer 
Verkehrsberuhigung einbezogen. 
Für die Wohnnutzung in den Obergeschossen wird mit der Diakonie als möglichem Betreiber 
eine Art Verbundlösung von Wohnen und Pflege vorgesehen, die auch das  
 
gegenüberliegende Kirchengrundstück für eine eventuelle Tagespflege und weitere 
Wohnangebote mit einbezieht.

Die Abwicklung der Anlieferung ist in der dargestellten Form auf dem Grundstück nicht 
machbar, da die Rangierflächen nicht lang genug sind. 
Der Entwurf weist mit ca. 4.500 qm BGF eine im Vergleich hohe Grundstücksausnutzung auf 
(Anteile: Einzelhandel ca. 1.280 qm VKF, Wohnen ca. 2.500 qm).   
 
Entwurf 2b:   Architekturbüro Maas / CM Immobilien 
In der Entwurfsalternative wird die Bebauung im Süden des Grundstücks mit nach Norden 
ausgerichtetem Stellplatz (56 St.) angeordnet. Die Bebauung ist III-geschossig, teils mit 
Flachdach, teils mit Steildach versehen, entlang der Plettendorfstraße geführt und nach 
Norden verlängert. Die architektonische Gestaltung und die Proportionen der Bebauung sind 
überzeugend. Damit wird ein klarer räumlicher Abschluss zur Sebastianstraße geschaffen 
und der Stellplatz abgeschirmt.    
Die Bebauung greift allerdings in den Straßenraum der Plettendorfstraße ein. Hier ist eine 
Rücknahme der östlichen Gebäudekante erforderlich. Wenig attraktiv ist auch die zum 
öffentlichen Straßenraum orientierte geschlossene Wand, die sich im Erdgeschoss auf einer 
Länge von ca. 50 m entlang der Plettendorfstraße erstreckt.  
Der LM-Markt – als LM-Vollsortimenter (1.113 VKF) – wird nach Norden zum vorgelagerten 
Kundenstellplatz (56 St.) ausgerichtet. Über einen Verbindungsgang,  ist der LM-Markt direkt 
von der Sebastianstraße und dem Stadtteilzentrum aus erreichbar. Allerdings ist der Zugang 
zu eng dimensioniert für eine deutliche Öffnung zur Sebastianstraße.  
Aufgrund zu kurzer Rangierflächen ist die Anlieferung in der dargestellten Form nicht 
funktionsfähig. Auch hier ist eine Verbundlösung von Wohnen und Pflege für die 
Wohnnutzung in Zusammenarbeit mit der Diakonie vorgesehen. 
Der Entwurf weist mit ca. 4.820 qm BGF die im Vergleich höchste Grundstücksausnutzung 
auf (Anteile: Einzelhandel ca. 1.430 qm VKF, Wohnen ca. 2.400 qm, Praxen ca. 410 qm). 
 
Entwurf 3:   Stadtraum Projekt / Prokonzept GmbH 
Der Entwurf überzeugt durch seine unspektakuläre aber sensible, für das Ortsbild von 
Nienberge angemessene, Anordnung und Gliederung der Bebauung. Die Planung sieht die 
Bebauung im südlichen Teil des Grundstücks mit nördlich vorgelagertem Stellplatz (55 St) 
vor. 
Zur Plettendorfstraße wird die Bebauung (II-geschossig mit Dachgeschoss) durch zwei 
parallel versetzte, traufenständige Baukörper mit steilem Satteldach geprägt. Rechtwinklig 
hierzu erstrecken sich zwei Gebäuderiegel mit Staffelgeschoss und Flachdach nach Westen. 
Die mittig liegende Dachterrasse als gemeinsamer Freibereich für die Wohnungen, ist zudem 
von der Plettendorfstraße über Treppenaufgänge direkt zugänglich.  
Das Erdgeschoss ist den Einzelhandelseinrichtungen vorbehalten. Neben einem Discounter 
(805 VKF) werden zur Plettendorfstraße orientiert ein Bäcker / Cafe und eine Apotheke 
vorgesehen. Zwischen beiden ist ein großzügiger Durchgang zum Discounter berücksichtigt, 
so dass  die Auffindbarkeit von der Sebastianstraße kommend gegeben ist. Die 
Plettendorfstraße und der Einmündungsbereich der Sebastianstraße werden in einen 
verkehrsberuhigten Bereich einbezogen. Neben dem räumlichen Abschluss zur 
Sebastianstraße durch die klaren Baukörper, trägt die kleinteilige Nutungsvielfalt entlang der 
Plettendorfstraße zur Belebung dieses Bereiches bei. 
Die Anlieferung ist mit geringfügigen Änderungen (Verzicht auf 2 Stellplätze) machbar. Das 
Wohnangebot umfasst Servicewohnungen und Wohngemeinschaften. Es lässt ansatzweise 
Konturen eines ambulanten pflegerischen bzw. teilstationären (Tagespflege) 
Versorgungskonzeptes erkennen. Hier sind Konkretisierungen erforderlich.  
Der Entwurf weist mit ca. 4.100 qm BGF eine vergleichsweise hohe Grundstücksausnutzung 
auf (Anteile: Einzelhandel ca. 1.040 qm VKF, Wohnen ca. 2.420 qm).

Entwurf 4:   Architekturbüro Bleckmann & Krys / WVA Geschäftsführung und 
Baubetreuung GmbH 
Mit einer durchgehenden III-geschossigen Bebauung mit Flachdach und einheitlicher 
Fassadengliederung, wird die gestalterische Eigenständigkeit der Bebauung betont und ein 
eher städtisches Konzept angestrebt. Dabei folgt die Bebauung dem Verlauf der 
Plettendorfstraße und setzt einen markanten räumlichen Abschluss zur Sebastianstraße. 
Beispiele großmaßstäblicher Bebauung finden sich im städtebaulichen Umfeld, so z.B. direkt 
gegenüber an der Sebastianstraße und an der Kurneystraße / Kirmstraße. 
Das Nutzungskonzept sieht einen Discounter (706 VKF) und zur Plettendorfstraße orientierte 
Ladenlokale sowie einen Backshop bzw. ein Cafe vor. Alle Zugänge zu den Läden und zu 
den Wohnungen in den Obergeschossen sind zur Plettendorfstraße orientiert, so dass eine 
gute Auffindbarkeit und eine Belebung des öffentlichen Raumes zu erwarten ist. 
Das Stellplatzangebot verteilt sich nördlich (39 St.) und südlich (20 St.) der Bebauung. Die 
Anlieferung von Norden ist gut gelöst und bedarf keiner Änderungen. Das Wohnkonzept 
beschränkt sich auf den Anspruch barrierefreie Wohnungen und Servicewohnungen 
vorzusehen. Aussagen zu Servicestützpunkten bzw. weitergehenden Betreiberkonzepten 
fehlen. Hier besteht Konkretisierungsbedarf. Die Ecksituation wird durch Anordnung von 
Praxisräumen betont. 
Der Entwurf weist mit ca. 3.020 qm BGF die im Vergleich geringste Grundstücksausnutzung 
auf (Anteile: Einzelhandel ca. 950 qm VKF, Wohnen ca. 1.300 qm, Praxen ca. 250 qm). 
 
 
Entwurf 6:   Hilger Architekten / Arning Bauunternehmung GmbH  
Die Bebauung konzentriert sich auf den südlichen Grundstücksteil. Entlang der 
Plettendorfstraße und zum nördlich vorgelagerten Stellplatz (41 St.) ist sie II-geschossig 
ausgeführt mit einer III-geschossigen Betonung der Ecksituation gegenüber der 
Sebastianstraße. Sowohl die nördliche Ecksituation als auch das südliche Ende sind als 
aufgeständerte Auskragungen ausgebildet, was der Bebauung im Zusammenhang mit der 
abwechselnd horizontal und vertikal gegliederten Fassaden, eine skulpturale Durchbildung 
verleiht. Die Bebauung richtet sich zur Plettendorfstraße aus. Alle Zugänge zu den Läden 
sowie zu den Obergeschossnutzungen sind hier angeordnet. Das Nutzungskonzept umfasst 
einen Vollsortimenter ( 983 VKF), 3 Läden und 1 Bäcker. Der Zuschnitt des Vollsortimenters 
erscheint nicht praxisgerecht. Hier müssen in Abstimmung mit dem potenziellen Betreiber 
Überarbeitungen erfolgen. Im Obergeschoss befinden sich Wohnungen ggf. auch 
Praxisräume. Es handelt sich um klassische Wohngrundrisse, die andere Wohnformen nicht 
ermöglichen. Aussagen zu einem pflegerischen Versorgungskonzept werden nicht gemacht. 
Zusätzlich zu dem ebenerdigen Kundenstellplatz werden weitere 36 Stellplätze in einer 
Tiefgarage, die von der Südseite des Objektes angefahren werden, angeboten. Ob diese von 
Kunden genutzt werden ist allerdings zweifelhaft. Allein für die Wohnnutzung wäre das 
Angebot überzogen. Die Anlieferung ist so nicht funktionsfähig, da die Fahrgassen für 
Rangiervorgänge zu kurz sind. Hierfür müsste auf Stellplätze verzichtet werden.  
Der Entwurf weist mit ca. 3.400 qm BGF eine eher geringe Grundstücksausnutzung auf 
(Anteile: Einzelhandel ca. 1.410 qm VKF, Wohnen ca. 1.100 qm, Praxen ca. 340 qm). 
 
 
Entwurf 8:   WALENTA Architects / Ten Brinke Projektentwicklung GmbH 
Die Bebauung wird im südlichen Grundstücksteil vorgesehen. Zur Plettendorfstraße ist ein II 
- III-geschossiger Baukörper mit weitgehend geschlossener Fassade geplant. Nur der III-
geschossige Kopfbau richtet die Wohnungen in den Obergeschossen mit den Fenstern auch 
zur Plettendorfstraße aus. Zum nördlich vorgelagerten Kundenstellplatz (39 St.) schiebt sich 
ein I-geschossiger Baukörper (Backshop) vor die Fassade und führt den Besucher von der 
Sebastianstraße zum Ladeneingang – abgewandt von der Plettendorfstraße - an der 
westlichen Ecke der Bebauung. Neben dem Ladenlokal (1.118 VKF) und dem Backshop 
sieht das Erdgeschoss nur noch Lagerflächen vor, die entlang der Plettendorfstraße 
angeordnet sind. Eine Orientierung zur Plettendorfstraße findet nicht statt. Der Zugang zu 
den Wohnungen liegt an der südlichen Gebäudespitze. Die Wohnungen sind barrierefrei

vorgesehen. Eine Servicestelle ist zwar eingeplant, ein pflegerisches Versorgungskonzept ist 
jedoch nicht ablesbar. Die Anlieferung ist wegen der erforderlichen 180° -Kehre nicht optimal 
gelöst. 
Der Entwurf weist mit ca. 3.190 qm BGF eine im Vergleich geringe Grundstücksausnutzung 
auf (Anteile: Einzelhandel ca. 1.170 qm VKF, Wohnen ca. 1.320 qm).   
 
 
Entwurf 9:   Gruppe MDK / Schomaker Bauträger GmbH 
Die Bebauung wird im nördlichen Teil des Grundstücks angeordnet. Der III-geschossige, in 
den Obergeschossen rechtwinklig ausgebildete, Baukörper tritt als markanter Solitär am 
Ende der Sebastianstraße in Erscheinung. Hierhin orientiert sich der großzügige Zugang zu 
den Pflegewohngruppen und einer Sozialstation. Das Erdgeschoss wird komplett durch den 
Vollsortimenter (937 VKF) und seine Nebenflächen beansprucht. Durch einen 
Übereckeingang wird der Laden nach Süden zum Stellplatz (61 St.) sowie zur 
Plettendorfstraße ausgerichtet ist. Durch die zur Plettendorfstraße vorgelagerten Stellplätze 
wird die Bebauung – und damit der Ladenzugang – jedoch deutlich von der Straßenkante 
abgerückt.  
Vorgesehen ist ein Pflegewohngruppenkonzept mit 4 x 15 Wohneinheiten. Die 
Obergeschossgrundrisse lassen die Konturen eines pflegerischen Versorgungskonzeptes 
erkennen. Mit 60 Pflegeplätzen wird der Bedarf von 45 Plätzen gemäß Pflegebedarfsplanung 
der Stadt für Nienberge jedoch deutlich überschritten.  
Die Anlieferung würde in der dargestellten Form dazu führen, dass die LKW-Abfahrt über die 
südlichen Wohngebiete erfolgen müsste, was aber vermieden werden soll. 
Der Entwurf weist mit ca. 4.340 qm BGF eine im Vergleich hohe Grundstücksausnutzung mit 
dem höchsten Anteil für Wohnungen aus (Anteile: Einzelhandel ca. 940 qm VKF, Wohnen 
2.600 qm). 
 
Empfehlung 
Die Jury empfiehlt – einstimmig –  folgende Projektentwürfe  - unter Berücksichtigung der 
Überarbeitungsempfehlungen - für die weitere Konkretisierung in der 2. Verfahrensstufe 
vorzusehen: 
 
Nr. 2b:  Architekturbüro Maas / CM Immobilien – Entwicklung GmbH 
- Abrücken der Bebauung von der Plettendorfstraße / Öffnen der Erdgeschosszone  
- Zugang zum Verbrauchermarkt großzügiger dimension ieren 
- Anlieferung überprüfen 
 
Nr. 3:    Stadtraum Projekt / Prokonzept GmbH 
- Konkretisierung des Versorgungskonzeptes für die Wohnungen  
 
Nr. 4:    Architekturbüro Bleckmann & Krys / WVA GmbH 
- Konkretisierung des Versorgungskonzeptes für die Wohnungen 
 
Nr. 6:    Hilger Architekten / Arning Bauunternehmung GmbH 
- Überprüfung des Ladenzuschnitts für den Vollsorti menter/Discounter  
- Differenzierung der Wohngrundrisse /Konkretisieru ng des Versorgungskonzeptes  
- Überprüfung der Anlieferung  
 
Zur Konkretisierung des Angebotes an Service-Wohnen sollte ergänzend berücksichtigt 
werden, dass in der Gesamtkonzeption für eine nachfragegerechte Ausrichtung von 
Wohnungsangeboten, grundsätzlich zugleich wohnbegleitende Pflege- oder 
Serviceleistungen ambulanter Dienste bei Bedarf (frei wählbar) vorgesehen werden müssen.  
 
gez. 
Kurz

Beschlussvorlage

4311 Zeichen

V/0691/2007 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Zentrumserweiterung Nienberge 
- Bewerberauswahl- und Realisierungsverfahren - 2. Stufe - 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
20.09.2007 Bezirksvertretung Münster-West Anhörung 
18.10.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft Vorberatung 
23.10.2007 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 
24.10.2007 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
I. Sachentscheidung: 
 
Die Bewerber 
- Architekturbüro Maas / CM Immobilien – Entwicklung GmbH (Entwurf 2b) 
- Stadtraum Projekt / Prokonzept GmbH 
- Architekturbüro Bleckmann & Krys / WVA GmbH 
- Hilger Architekten / Arning Bauunternehmung GmbH 
werden aufgefordert, ihren Projektvorschlag – unter Berücksichtigung der Überarbeitungsempfeh-
lungen (Anlage 2) – zu konkretisieren. 
 
II. Kosten/Folgekosten 
Es wird zur Kenntnis genommen, dass keine Kosten entstehen.  
 
 
Begründung: 
Der Hauptausschuss hat die Verwaltung am 13.12.2006 beauftragt, auf der Grundlage definierter 
Rahmenbedingungen und Entwicklungsziele, ein zwei stufiges Bewerberauswahl- und Realisie-
rungsverfahren für die Zentrumserweiterung in Nienberge durchzuführen. Aufzufordern waren Be-
werberteams bestehend aus Entwickler, Endinvestor und Architekten (siehe Vorlage V/0973/2006). 
 
Nach 2-monatiger öffentlicher Ausschreibung und anschließender 4-monatiger Qualifizierungspha-
se haben am 05.07.2007 neun Bewerber ihre Projektvorschläge für eine gemischt genutzte, mehr-
geschossige Bebauung des Festplatzareals an der Plettendorfstraße abgegeben (Anlage 1). Ein 
weiterer Bewerber hat lediglich ein Kaufpreisgebot abgegeben. Er musste vom Verfahren ausge-
schlossen werden, weil keine Planunterlagen zum Projekt eingereicht wurden. Von allen Teilneh-
mern wurde der geforderte Mindestkaufpreis von 280,-Euro /qm geboten bzw. überboten. 
 
Vorlagen-Nr.: 
V/0691/2007 
Auskunft erteilt: 
Herr  Kurz 
Ruf: 
492 61 40 
E-Mail: 
Kurz@stadt-muenster.de  
Datum: 
11.09.2007 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0691/2007 
Eine verwaltungsinterne, interdisziplinär zusammengesetzte, Jury hat die Projektentwürfe einge-
hend geprüft und Empfehlungen zu den Teilnehmern für die 2. Verfahrensstufe und den jeweiligen 
Überarbeitungsbedarf (Anlage 2, letzte Seite) gemacht. 
 
Eine der zentralen Zielsetzungen für die Zentrumserweiterung ist die Bereitstellung eines Lebens-
mittelmarktes mit zukunftsfähiger Größe, da eine leistungsfähige Nahversorgung entscheidend für 
die Attraktivität des Stadtteilzentrums ist. Deshalb fordert die Ausschreibung den Nachweis eines 
Vollsortimenters oder –zweitrangig - eines Discounters. In Anbetracht der zur Verfügung stehen-
den Grundstücksgröße von nur ca. 4.090 qm, sollten die Entwicklungschancen für den Standort 
durch die alternative Zulassung von Discountern, der einen geringeren Flächenbedarf als ein Voll-
sortimenter hat, bewusst vergrößert werden. Immerhin 6 von den 9 Projektentwürfen haben von 
der Alternative Gebrauch gemacht und einen Discounter ihrer Planung zugrunde gelegt. Bei der 
Bewertung der Entwürfe durch die Jury wurde keine Entscheidung zugunsten der einen oder ande-
ren Vertriebsform getroffen. Im Vordergrund stand die Tragfähigkeit des jeweiligen Nutzungskon-
zeptes in seiner Gesamtheit und die städtebauliche und gestalterische Umsetzung. Über die Priori-
tät hinsichtlich der Vertriebsform muss im weiteren Verfahren entschieden werden. Unter den 4 
Entwürfen, die konkretisiert werden sollen (Beschlusspunkt), sind sowohl Vollsortimenter als auch 
Discounter vertreten.  
 
Alle Projektentwürfe wurden am 30.08.2007 in einer öffentlichen Informationsveranstaltung in 
Nienberge vorgestellt. Ca. 55 Personen haben die Gelegenheit genutzt sich zu informieren. 
 
Die Teilnehmer der 2. Stufe erhalten – nach Abschluss der Beratung – 3 Monate Zeit um ihre Pro-
jekte detailliert zu konkretisieren (siehe Expos é, Pkt. 5.1.2., Vorlage V/0973/2006). Hierzu gehören 
u.a. Aussagen zum Branchenmix der vorgesehenen Läden und deren jeweiligen Betreibern sowie 
Darlegung der Wohn- und Pflegekonzepte. 
 
 
i.V. 
 
gez. 
Schultheiß 
Stadtdirektor 
 
 
Anlagen: 
1. Übersicht der 9 Projektentwürfe 
2. Niederschrift der Jury vom 07.08.2007

Anlage 1

683 Zeichen

Architekturbüro Ingo Meyer /
Finanzplanung Siegbert Lielienkamp
Erweiterung des Zentrums Nienberge - Kataster
1
Architekturbüro Maas und Partner /
CM Immobilien - Entwicklung GmbH2a
Anlage 1 zur Vorlage V/0691/2007

Architekten im Stellwerk - ARGE /
Holz GmbH Bauunternehmung5
Architekturbüro Bleckmann & Krys /
WVA Geschäftsführung und Baubetreuung
GmbH
4
Stadtraum Projekt GmbH & Co KG /
Prokonzept GmbH
3
Architekturbüro Maas und Partner /
CM Immobilien - Entwicklung GmbH
2b

Gruppe MDK /
Schomaker Bauträger GmbH9
WALENTA Architects u. Engenieers /
Ten Brinke Projektentwicklung GmbH
8
Architekt Uwe Raffloer /
F. Probst GmbH
7
Hilger Architekten /
Arning Bauunternehmung GmbH
6

Beratungsverlauf (4)

20.09.2007 Bezirksvertretung Münster-West
TOP 5.2 Anhörung Entscheidung

Beschluss: von der Tagesordnung abgesetzt

Zur Sitzung
18.10.2007 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wirtschaft
TOP 6.2 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung
23.10.2007 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften
TOP 6.3 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: ohne Beschlussfassung geschoben

Zur Sitzung
24.10.2007 Hauptausschuss
TOP 5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig geändert beschlossen

Zur Sitzung

Orte (5)

  • Sebastianstraße
  • Plettendorfstraße
  • Kurneystraße
  • Kirmstraße
  • Mörikestraße

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0691/2007
Typ
Vorlagen
Datum
31.08.2007
Erstellt
06.10.2020 14:37