V/0483/2018
Antrag an den Rat Nr. A-R/0025/2010: Bürgerschaft am Klimaschutz beteiligen
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Beschlussvorlage
7893 Zeichen
V/0483/2018 V/0483/2018 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Antrag an den Rat Nr. A-R/0025/2010: Bürgerschaft am Klimaschutz beteiligen Beratungsfolge 19.06.2018 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Vorberatung 04.07.2018 Haupt- und Finanzausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Haupt- und Finanzausschuss nimmt zur Kenntnis, dass die Bürgerschaft intensiv in Kli- maschutzaktivitäten und den Ausbau der erneuerbaren Energien für ein klimaneutrales Münster eingebunden werden und die Ansätze des Antrages modifiziert aufgegriffen worden sind. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, über die Ergebnisse aus der Umsetzung des Teilkonzeptes erneuerbare Energien im Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen zu be- richten. 3. Der Antrag A-R/0025/2010 ist damit erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen: keine Begründung: Gemäß dem o.g. Antrag der CDU -Fraktion (Anlage 1), den der Rat in seiner Sitzung am 17.03.2010 zur weiteren Beratung an den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen hat, soll die Verwaltung öffent- liche Fläche n in Münster zur Nutzung regenerativer Energieerzeugung suchen und definieren und eine internetgestützte Plattform einrichten, über die geeignete Dachflächen zur Nutzung der Photovol- taik vermittelt werden können. Des Weiteren sollen die Stadtwerke Münster GmbH mit der Entwic k- lung von Angeboten zur Umsetzung von Projekten beauftragt werden, an denen sich die Bürgerschaft finanziell beteiligen kann. Der Ansatz, die Bürgerschaft am Klimaschutz zu beteiligen, ist integrativer Bestandteil des Han d- lungskonzepts zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010) , so dass die Verwa l- tung die Belange des Antrages modifiziert mit der Umsetzung des Handlungskonzeptes aufgegriffen Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 04.06.2018 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Wildt / Herr Böning Telefon: 492-67 03 / 67 04 WildtB@stadt-muenster.de boening@stadt-muenster.de - 2 - V/0483/2018 hat. Der formale Abschluss ist leider nicht zeitnah erfolgt und sollte später in di e Erarbeitung des vom Bundesumweltministerium geförderten Klimaschutzteilkonzeptes Erneuerbare Energien eingebunden werden. Die Stadt Münster hat seit 2010 den Ausbau der Erneuerbaren Energien und insbesondere der Ph o- tovoltaik im Stadtgebiet aktiv voran getrieben, so dass mittlerweile fast 50 MWp in Münster installiert sind. Auf städtischen Dachflächen sind dabei bislang insgesamt 41 Photovoltaikanlagen mit fast 1.500 kWp Leistung errichtet worden. Die Stadtwerke Münster GmbH betreibt sowohl auf städtischen Frei- und Dachflächen als auch auf großen privaten Gebäuden Anlagen mit einer Leistung von rund 8.500 kWp. Seit 2010 werden potenzielle Investoren für die Errichtung von Photovoltaikanlagen auf städtischen Dachflächen über die Internetseite www.klima.muenster.de aktiv dazu aufgefordert, sich bei Interesse an das Amt für Immobilienmanagement zu wenden. Dieses Angebot wurde jedoch kaum wahrg e- nommen. In den Jahren 2012 und 2013 erfolgte mit den Überarb eitungen des EEG ( Erneuerbare-Energien- Gesetz) eine drastische Kürzung der Einspeisevergütungssätze für Strom aus Photovoltaikanlagen und eine deutlich Bevorzugung des Eigenverbrauchs. Seitdem ist es aufgrund der gesunkenen Ei n- speisevergütungssätze und der kontinuierlich sinkenden Kosten für Photovoltaikanlagen wirtschaf t- lich, wenn der Betreiber der Anlage einen möglichst hohen Anteil des Solarstroms selbst verbraucht. Dadurch ist für Investoren der wirtschaftliche Anreiz, Photovoltaikanlagen auf nicht-eigenen Gebäude- flächen zu errichten, erheblich gesunken, so dass von der Einrichtung einer Dachbörse von Seiten der Verwaltung abgesehen wurde. Ergänzend haben die Stadtwerke Münster GmbH auf Basis des Handlungskonzeptes zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010 inkl. V/0592/2010/E1) verschiedene finanzielle Beteili- gungsmodelle für die Bürgerschaft entwickelt und umgesetzt: Energiegenossenschaft UNSERE MÜNSTER-ENERGIE eG Sparkassen-Klima-Sparbrief mit attraktiver Verzinsung Genussrechte an zahlreichen Photovoltaik-Anlagen - 3 - V/0483/2018 Der Verein fairPla.net konnte darüber hinaus verschiedene Projekte mit der evangelischen Kirche und dem Studentenwerk Münster durch Bürgerbeteiligung umsetzten. Seit 2016 fördert die Stadt Münster die Errichtung von privaten Solarstromanlagen (V/0351/2016). Im Jahr 2016 konnten mit den städtischen Mitteln 12 Anlagen und im Jahr 2017 neun Anlagen ge fördert werden. Im November 2017 hat der Rat eine Aktualisierung der Richtlinien auf Grund deutlich gesu n- kener Modulpreise beschlos sen (V/0890/2017). Ergänzend wurde der Fördertopf im Rahmen der Haushaltsplanberatungen 2018 auf insgesamt 52.000 € für die Jahre 2018 – 2020 aufgestockt. Der große Erfolg des Förderprogrammes hat sich in diesem Jahr mit insgesamt 45 Anträgen fortgesetzt, denn auch die aufgestockten Fördermittel waren bereits bis Ende März 2018 verausgabt. Eine Erhö- hung des Fördertopfes auf 100.000 € ist im Mai 2018 beschlossen worden. Zum weiteren Ausbau des Anteils der Erneuerbaren Energien in Münster wurde 2015 beim Bu ndes- ministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) ein Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien für Münster beantragt und mit der Erarbeitung konnte Anfang 2016 gestartet werden. Aus der Potenzialerhebung und Bewertung der Möglichkeiten der Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet Münster wurden im Anschluss konkrete Maßnahmen abgeleitet, um dieses Potenzial zu nutzen. Beispielhaft sind hier einige Maßnahmen genannt: - So wird die Errichtung von Photovoltaikanlagen zur Eigenbedarfsdecku ng auf den 29 städt i- schen KiTas/Schulen vorgeschlagen. Erste Projekte befinden sich hier bereits in der Umse t- zung. - Die Erstellung eines Solarkatasters, um das weiterhin große Potenzial zur Nutzung der So n- nenenergie auf privaten und gewerblichen Dachfläche n zu erschließen, wird empfohlen. Mit Hilfe dieses Solardachkatasters wird es Gebäudeeigentümern möglich sein, das Potential des eigenen Daches zu ermitteln und eine erste Abschätzung der Wirtschaftlichkeit für den Betrieb einer Photovoltaikanlage durchzuf ühren. Die Verwaltung bereitet zurzeit die Erstellung des Solardachkatasters für alle Gebäude im Stadtgebiet vor. - Fortführung der intensiven Öffentlichkeitarbeit zur Mobilisierung privater Gebäudeeigentümer zur Nutzung des Dachpotenzials. Neben dem oben er wähnten Förderprogramm Photovoltaik führt die Stadt gemeinsam mit lokalen Partnern bereits seit 2005 Kampagnen zum Thema S o- larenergie in Münster durch. In den kommenden Wochen veröffentlicht die Stadt Münster z u- dem eine Broschüre, die sich an interessierte Bürger richtet und über die Themen Photovolta- ik, Elektrische Speicher und Solarthermie informiert. - Entwicklung von PV -Mieterstrommodellen und konkreten Projekten gemeinsam mit den Stadtwerken Münster GmbH und der Wohnungswirtschaft. - Ausbau der bestehenden PV-Freiflächenanlage auf dem Deponiekörper in Coerde - Entwicklung eines solaren Stadtteils als Leuchtturmprojekt Die Bürgerschaft wird wie dargestellt seit vielen Jahren aktiv in den Ausbau der erneuerbaren Ene r- gien eingebunden. Wie bereits im Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010) dargestellt, ist die Stadt Münster zur Erreichung ihrer ehrgeizigen Klimaschutzziele auf das Engagement der Wirtschaft und der Bürgerschaft angewiesen. Von daher wird die Bürgerschaft auch bei der Durchführung kommender Klimaschutzaktivitäten und insbesondere dem Ausbau der Erneuerbaren Energien intensiv mit eingebunden. i.V. gez. Matthias Peck Stadtrat Anlage 1: Antrag der CDU-Fraktion A-R/0025/2010 – Bürgerschaft am Klimaschutz beteiligen
Anlage A
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Anlage A zur V/0483/2018 Kurzüberblick Gemäß dem Antrag der CDU-Fraktion A-R/0025/2010 soll die Bürgerschaft am Klimaschutz beteiligen werden. Der Ansatz des Antrages ist integrativer Bestandteil des Handlungskonzepts zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010), so dass die Verwaltung die Belange des Antrages modifiziert mit der Umsetzung des Handlungskonzeptes aufgegriffen hat. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität Mit der Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er- lebnisqualität und hoher Umwelt- und Naturqualität weiterentwickeln“ verfolgt. Das Teilziel lautet „Ausbau der Erneuerbaren Energien in Münster und Beteiligung der Bürger- schaft gemäß Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010 inkl. V/0592/2010/E1). Zielerreichung: Beteiligung der Bürgerschaft am Klimaschutz Finanzierung Produktgruppe: 1401 Übergreifender Umweltschutz Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? x Ja Nein Keine finanziellen Auswirkungen. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gemäß dem Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010 inkl. V/0592/2010/E1) soll die Nutzung erneuerbarer Energien in Münster ausgebaut werden und die Bürgerschaft intensiv an den Klimaschutzaktivitäten beteiligt werden. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Mit der Vorlage werden die Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster positiv unterstützt.
Anlage 1_V_0483_2018_a-r-0025-2010
3990 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0025/2010
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
22. Februar 2010
Antrag
Bürgerschaft am Klimaschutz beteiligen
Die Verwaltung wird beauftragt,
in einem ersten Schritt öffentliche Flächen in Münster zu suchen und zu definieren,
die für die wirtschaftliche Erzeugung regenerativer Energien genutzt werden
Können. Besonders Dachflächen kommen dafür in Frage.
In einem zweiten Schritt soll eine Dachbörse eingerichtet werden, bei der über eine
internetgestützte Plattform Dachflächen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen
angeboten und nachgefragt werden können.
Die Stadtwerke Münster GmbH sollen anschließend einzelne Projekte oder
Projektgruppen erarbeiten und konkrete Angebote zur Umsetzung formulieren. Dabei
sollen neben der Leistungsstärke, dem CO2-Einsparvolumen und der
Investitionssumme vor allem auch Rendite- und Beteiligungsmöglichkeit für
Bürgerinnen und Bürger an der Anlage genannt werden. Bei öffentlichen Gebäuden
soll auch die Möglichkeit eines wirtschaftlichen Nutzens für die Stadt Münster
berücksichtigt werden, z.B. ob eine mögliche Miete in die Bauunterhaltung der
genutzten Gebäude, z.B. Schulen, fließen kann.
Die Stadtwerke sollen aufgefordert werden einen Fonds oder ein geeignetes
Beteiligungsinstrument aufzulegen mit dem sich die Bürgerschaft an diesen
Projekten beteiligen kann.
Dabei sollen auch kleine Beteiligungen möglich sein, z.B. als „Geschenk-Aktie“, die
für den Beschenkten über eine Urkunde die geschätzte CO2-Reduzierung
ausweisen. Hier sollte überlegt werden, ob nicht paketweise die Rendite dieser vielen
Kleinstbeteiligungen einer Organisation, z.B. Zoo, oder einer Einrichtung zufließen
kann.
Begründung:
Weltweit steigt die Nachfrage nach Energie. Bis zum Jahr 2050 wird mit einer
Verdopplung des Energieverbrauchs gerechnet. Die Abhängigkeit Deutschlands vom
Import knapper werdender und teurer Energierohstoffe und der Klimawandel stellt
unser Land aber auch die politisch Verantwortlichen in der Kommune vor enorme
Herausforderungen.
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
Der beste Garant für eine saubere, sichere und bezahlbare Energieversorgung
ist ein breit gefächerter und am Wettbewerb orientierter Energiemix.
Weltweit und in Deutschland werden selbst bei größten Anstrengungen zur Erhöhung
des Anteils der erneuerbaren Energien in den kommenden Jahrzehnten die fossilen
Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) unverzichtbar bleiben. Entscheidend ist es,
deren Einsatz durch hohe Effizienz so klimaverträglich wie möglich zu gestalten. Die
erneuerbaren Energien als heimische Energieträger können einen wesentlichen
Beitrag zur Erhöhung der Versorgungssicherheit und zum Klimaschutz leisten.
Die CDU setzt sich für eine Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien an der
Strombereitstellung auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020 ein. Dazu soll der Ausbau der
erneuerbaren Energien weiter gefördert und gezielt Flächen für die Installation von
Photovoltaikanlagen angeboten werden.
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenb äumer
Olaf Dre ßen
Edgar Dr üge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von G öwels
Gilbert Hartmann
Horst Kisnat
Rolf Klein
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Stefan-Alexander Roth
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Mauritzstraße 7
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Details
- Aktenzeichen
- V/0483/2018
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 24.05.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37