Mandari Insight

2016/0082

Frankfurter Landstraße - Fertigstellung der Fahrbahn

Magistratsvorlage 31.03.2016

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

2016/0082

158.7 KB · application/pdf

Ansehen

2016/0082

10604 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
14.04.2016 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Straßenverkehrs - 
und Tiefbauamt   OBW bei abschl. Be-
schlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2016/0082 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.:       
Kostenstelle:  066-100-1000 Investitionsnummer:  08066-6355 
Kostenträger:  5410-11 Sachkonto: 0952010 
 
Betreff: Frankfurter Landstraße - Fertigstellung der Fahrbahn  
 
Vorlage vom: 31.03.2016  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Zur Fertigstellung der Fahrbahn in  der Frankfurter Landstraße werden insgesamt ca. 
960.000 Euro (brutto) benötigt. Dazu stehen im Investitionsbudget des Bauprojektes 
Frankfurter Landstraße zur Verfügung: 610.000 Euro (HAR 2015) und weit ere 150.000 
Euro (Ansatz 2016).  
2. Die fehlenden Mittel z ur Finanzierung der Fertigstellung der Frankfurter Landstraße in H ö-
he von 200.000 Euro werden über den Haushaltsansatz 2017 zur Verfügung gestellt we r-
den müssen. 
3. Für die Fertigstellung der Fahrbahn in der Frankfurter Landstraße sind die Ausführungs - 
und Vergabeunterlagen zu erstellen.

- 2 - 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 31.03.2016 
 
 
 
Die Arheilger Ortsdurchfahrt Frankfurter Landstraße wurde zwischen 2006 und 2011 auf 
rund 2,5 Kilometer Länge grundhaft erneuert (siehe Magistratsvorlage vom 22.4.2003). Pr o-
jektmotor war die damit verbundene Erneuerung und Erweiterung der Straßenbahnanlagen 
bis zur Ortsmitte sowie die Verlängerung der Straßenbahn bis zum nördlichen Ortsrand. G e-
mäß vertraglicher Vereinbarung mit der HEAG mobilo GmbH übernahm die Stadt Darmstadt 
die Bauherrenaufgaben und die HEAG mobilo hat das Projekt bezüglich  der Straßenbahnb e-
triebsanlagen in fachlicher Zuständigkeit begleitet. Die finanzielle Beteiligung der HEAG m o-
bilo bestand vereinbarungsgemäß in eine r Einmalzahlung von knapp 2 Mio. Euro, dem ge-
schätzten Gegenwert einer Sanierung der alten Arheilger Gleisa nlagen. 
 
Als Gleisanlag e, im Wesentlichen in Form des „straßenbündigen Gleiskörpers“  (alle Fahrzeu-
ge nutzen die gleiche Fahrbahn), wurde die bis ins Jahr 2006 übliche Bauweise gewählt, das 
Rahmengleis auf Schottertragschicht, eingebettet in eine Fahrbahn a us Asphalt oder Pflaster. 
Die bautechnische Ausführung als  Pflasterfläche , die aus Verkehrssicherheitsgründen und 
gestalterischen Gründen gewählt  wurde, hat sich vor dem Hintergrund der Belastung  als 
Bauweise nicht bewährt. Im Gegenteil, die Pflasterfläche n sind störanfällig und abgängig. Es 
muss nun erneuert werden. Seit über vier Jahren ist die neue Frankfurter Landstraße in G e-
brauch und zeigt heute deutliche Schäden auf mehreren Abschnitten der Fahrbahn. Die Ver-
kehrssicherung lässt sich mit der vorgegebe nen Bauweise nicht  mehr aufrechterhalten.  
 
Das Straßenverkehrs - und Tiefbauamt und HEAG mobilo haben die Schäden festgestellt, die 
Gründe dafür untersuchen lassen, grundsätzliche Sanierungsmöglichkeiten entwickeln und 
den dafür erforderlichen Mittelbedarf  schätzen lassen. Das Schaden sbild wurde zusätzlich 
von einem öffentlich bestellten Sachverständigen begutachtet (Erich Lanicca, Borchen, 
10.3.2014) und die Schäden werden im Ergebnis auf zwei Problemfelder zurückgeführt:  
 
 Die Auswahl des Fahrbahnmaterials  Pflaster bei zu hoher Fahrzeugbelastung und 
gleichzeitiger Wechselwirkung zwischen der üblichen Dynamik des Gleiskörpers und 
der umgebenden Fahrbahndecke;  
 Die fehlende Versiegelung der Pflasterflächen gegen eindringendes Wasser in den 
Baukörper. 
 
Die Fahrbahn der Frankfurter Landstraße weist mittlerweile im Bereich der Pflasterflächen 
Schäden auf, die äußerlich durch lose und in der Höhe versetzte Pflastersteine in Ersche i-
nung treten. Diese Schäden entstanden durch die für das Fahrbah npflaster ungeeigneten  
Nutzungsbedingungen. Es wurde festgestellt, dass die gewählte Bauweise der Gesamtfah r-
bahn weder durch technische Regelwerke zertifiziert, noch im praktischen Gebrauch der A n-
lage mit seiner intensiven Nutzung für Kfz -Verkehr geeignet ist.  
 
Allein auf die Gleisanlage bezogen waren die Schäden nicht vorhersehbar, weil zahlreiche 
Anlagen dieser Bauweise eine dauerhafte Qualität grundsätzlich belegen können  (Beispiele: 
Luisenplatz und Ludwigshöhstraße) . Das Fahrbahnpflaster selbst ist allein durch die per 
Bauklasse definierte Verkehrsbelastung in seiner Eignung stark eingeschränkt. Die komplexe 
Wechselwirkung zwischen den gleisspezifischen dynamischen Eigenschaften und dem durch 
die Verkehrsbelastung geschwächten Eigenschaften des Fahrbahnpflasters bewirken das

- 4 - 
Schadenbild in seiner Gesamtheit  (Wirkungen durch Busse, Straßenbahnen, Autos, Lkw mi t-
tels Scher- und Torsionskräfte) . 
 
Der Unterschied zu der in Darmstadt bis vor der Arheilger Baumaßnahme 2006 gängigen 
Bauweise lag im konsequenten Verzicht auf den bitum inösen, dauerelastischen Fugenverguss 
zur Versiegelung gegen eindringendes Wasser. Stattdessen kam nun in Arheilgen eine ung e-
bundene Fugenfüllung mit einem regelgerechten Fugenmaterial zur Ausführung, das sich 
systembedingt danach leider ungünstig auf die Pflasterdecke auswirkte. Grund für die Mat e-
rialwahl waren Sicherheitsaspekte und stadtgestalterische Vorgaben, nach denen helle Pfla s-
tersteine ohne schwarz vergossene Fugen zur Ausführung kommen sollten. Diese Bauweise 
hat sich als nicht belastungsadäquat für zunehmend stärkere Beanspruchung erwiesen. 
 
Bis zu diesem Zeitpunkt waren Naturstein und beschlagene Stein -Verbund-Systeme statisch 
gescheitert, so dass diese Bauweise einen Versuch darstellte. Die Fachschaft schlägt nun vor, 
konsequent auf Asphalt um zusteigen oder auf Verbundsysteme (Betontragplatte, betong e-
bundene Pflasteranlagen). Im Übrigen müssen bei künftigen Entscheidungen neben neuen 
Systementscheidungen für Bauweisen auch zukünftige Belastungsszenarien und Fo lgekosten 
mit kalkuliert werden, um nachhaltige Entscheidungen treffen zu können. Dies ist bezüglich 
der Kostenentsche idungen auch mit Zuschussgebern zu verhandeln.  
 
Um die damalige Entscheidung zu korrigieren und auch entwässerungsbedingte Schäden in 
Zukunft zu vermeiden ist der nachträgli che Verguss des Gleispflasters ein geeignetes Mittel. 
Eine weitere Möglichkeit ist der Austausch des Pflasters gegen Asphalt. Andere Erhaltungs-
methoden wie ständige Reparaturen helfen nur für jeweils kurze Zeiträume und ändern nichts 
an der ursächlichen E ntwässerungsproblematik.  
 
Die schlussendliche Schadenursache ist das eindringende Wasser. Genau aus diesem Punkt 
leitet sich der Vorschlag ab, die Oberfläche nachträglich zu versiegeln. Grundsätzlich muss 
der Austausch des Pflasters gegen Asphalt vorgeseh en werden. 
 
Die aktuelle Kostenschätzung auf der Grundlage des ersten Realisierungskonzeptes zum Au s-
tausch des Pflasters gegen Asphalt geht von einem Aufwand in Höhe von etwa 960.000 Euro 
(brutto) aus. Folgende Teilbauabschnitte (siehe Anlage) sind dabei b erücksichtigt:  
- Teilbauabschnitt Im Fiedlersee (1) - 290.000 Euro (brutto)  
- Teilbauabschnitte Fuchsstraße und Löwenplatz (2 und 3) - 430.000 Euro (brutto)  
- Teilbauabschnitte Messeler Straße und Kolpingweg (4 und 5) - 240.000 Euro (brutto)  
Die jeweiligen Kost enanteile für den Schienenersatzverkehr werden nach Absprache zwischen 
der Stadt Darmstadt und HEAG mobilo in voller Höhe von HEAG mobilo übernommen.  
 
Im Investitionsbudget des Bauprojektes Frankfurter Landstraße stehen zur Verfügung: 
610.000 Euro (HAR 201 5) und 150.000 Euro (Ansatz 2016). Die noch fehlenden Mittel zur 
Finanzierung der Fertigstellung der Frankfurter Landstraße in Höhe von 200.000 Euro we r-
den aus den Investitionsmitteln ab 2017 bereitgestellt werden müssen.  
 
Die Fahrbahn der Frankfurter Land straße muss in oben genannter Form in Angriff genommen 
werden, weil einerseits Folgeschäden absehbar sind und andererseits die Herstellung der 
Anlage in der bisherigen Form baulich und auch hinsichtlich des Anlagenwertes deshalb noch 
nicht als dauerhaft he rgestellt gelten kann. Eine Gewährleistung der Baufirmen steht leider 
nicht an (kein technisches Regelwerk für eine solche Bauweise).

- 5 - 
Die nun abschließende Herstellung der Fahrbahn der Frankfurter Landstraße ist auch Voraus-
setzung für die formale Übergab e der Straßenbahnbetriebsanlagen vom Bauherrn Stadt 
Darmstadt an den Betreiber HEAG mobilo. Auch die Übernahme in die jeweiligen Anlageve r-
mögen ist für die betroffenen Fahrbahnabschnitte erst mit Abschluss der hier beschri eben 
umfassenden Nachbesserungen m öglich. 
 
Umleitung und Ersatzverkehr  
 
Die erforderlichen Arbeiten können in Teilen nur ohne Straßenbahnbetrieb und abschnitt-
weise nur mit Fahrbahnsperrungen für den Autoverkehr ausgeführt werden. Erste Bauarbe i-
ten sind für den Herbst 2016 vorgesehen. Dies e befinden sich im Bereich des besonderen 
Bahnkörpers zwischen Virchowstraße und Dürerstraße sowie der Gleisschleife Dreieichweg 
und werden im Rahmen von Instandhaltungsarbeiten der HEAG mobilo durchgeführt. Die 
Leistungen sind über die Maßnahme zu finanzi eren. Eine Verrechnung dieser Bauarbeiten 
erfolgt nach gemeinsamer Prüfung von HEAG mobilo an die Stadt Dar mstadt. Aktuell liegen 
zu dieser Vorab-Maßnahme keine Kostenschätzungen vor. Die weiteren Bauabschnitte folgen 
in Absprache mit HEAG mobilo im Sommer  2017. 
 
Im Vorfeld der Bauaktivitäten ist eine konkrete Ausführungsplanung zu erstellen und ein g e-
eignetes Vergabeverfahren durchzuführen.  
 
Bis zur Durchführung der abschließenden Fahrbahnarbeiten lässt HEAG mobilo die für den 
verkehrssicheren Betrieb der Straße wichtigsten Schadstellen provisorisch reparieren. A u-
ßerdem sind die kritischen Fahrbahnabschnitte vorsorglich mit Gefahrzeichen besch ildert. 
 
Mit dieser Vorlage ergeht der Hinweis, dass wir sämtliche so oder ähnlich ausgebauten 
Gleisstrecken oder Straßen überprüfen und in Angriff nehmen werden. Zu gegebener Zeit 
werden wir hierzu eine Gesamtplanung vorlegen.  
 
 
Darmstadt, 31.03.2016 
III-66/3/JL-61.4 
 
 
Die Dezernentin  III    Der Dezernent  IV 
 
 
Cornelia Zuschke     André Schellenberg 
Stadträtin     Stadtkämmerer

Beratungsverlauf (5)

TOP 3
TOP 4
TOP 210 beschließend
TOP 3
TOP 10

Orte (10)

  • Frankfurter Landstraße
  • Luisenplatz
  • Ludwigshöhstraße
  • Messeler Straße
  • Im Fiedlersee
  • Fuchsstraße
  • Virchowstraße
  • Dürerstraße
  • Kolpingweg
  • Dreieichweg

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Vorlagen-Nr.
2016/0082
Typ
Magistratsvorlage
Datum
31.03.2016
Erstellt
29.09.2026 00:00