A-R/0045/2006
Ein Haushalt für alle - Chancengleichheit bei der städtischen Ressourcenverteilung
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Originalantrag
4601 Zeichen
SPD-Fraktion Antrag Nr. A-R/0045/2006 im Rat der Stadt Münster 1 Antrag 30.10.2006 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Ein Haushalt für alle – Chancengleichheit bei der städtischen Ressourcenverteilung Der Rat möge beschließen: Die Verwaltung wird aufgefordert, ein Konzept zu er stellen, mit dem im Rahmen der städtischen Haushaltsplanung die Gleichstellung von Mann und Frau als kommunale Gestaltungsaufgabe umgesetzt werden soll (sog. „Gen der Budgeting-Konzept“). Als wichtige Aspekte dieser Strategie sollten folgende Punkte berücksichtigt werden: 1. Die Einrichtung einer verwaltungsinternen Projek tgruppe, die bis zur Sommerpause 2007 einen Plan für die schrittweise Umsetzung des Konzeptes in die produktorientierte Haushaltsplanung vorlegt, um es ab dem Jahr 2008 in Pilotbereichen erproben zu können. 2. Die Erarbeitung eines Kriterienkatalogs, mit dem die voraussichtlichen Auswirkungen von geplanten städtischen Maßnahmen au f die Gleichstellung von Frauen und Männern untersucht und bewertet werden können. 3. Über die Fortschritte bei der Umsetzung des Konz eptes soll einmal jährlich dem Gleichstellungsausschuss, den zuständigen Facha usschüssen und dem Rat berichtet werden. Begründung: „Gender Mainstreaming“ bedeutet, bei allen gesellsc haftlichen Vorhaben die unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern von vornherein und regelmäßig zu berücksichtigen, um da s Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern effektiv verwirklichen zu können . Es geht dabei also darum, die Bemühungen um das Vorantreiben der Chancengleichheit nicht auf die Durchführung von Sondermaßnahmen für Frauen zu beschränken. Viel mehr sollen zur Verwirklichung der Gleichberechtigung sämtliche allgemeine politische Konzepte und Maßnahmen genutzt werden, indem die etwaigen Auswir kungen auf die Situation von Frauen bzw. Männern bereits in der Planungsphas e aktiv und erkennbar integriert werden. Mit einer geschlechtersensiblen Haushaltsplanung („Gender Budgeting“) soll vermieden werden, Verteilungsentsc heidungen zu Lasten der 2 Gleichstellung zu treffen. Die öffentlichen Finanze n – Einnahmen und Ausgaben – werden auf geschlechtsspezifische Effekte hin überp rüft und gleichstellungsorientiert umstrukturiert. Dabei sind sämtliche Politikfelder Gegenstand von Gender Budgeting. Eine Verpflichtung zur Umsetzung einer effektiven G leichstellungspolitik ergibt sich international aus Artikel 2 und Artikel 3, Abs. 2 d es Amsterdamer Vertrages (Vertrag von Amsterdam zur Änderung des Vertrags über die Eu ropäische Union). Gleichzeitig ist die Stadt gemäß Artikel 3 Abs. 2 d es Grundgesetzes verpflichtet, die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung vo n Frauen und Männern zu fördern. Die Stadt Münster hat bereits bei vielen Maßnahmen der Stadtverwaltung das Prinzip des Gender Mainstreaming angewendet. Das städtische Frauenbüro hat daran den wesentlichen Anteil. Aktive Gleichstellungspolitik ist heute nicht mehr nur die Finanzierung von Frauen- und Mädchenfördermaßnahmen . Vielmehr sollten alle wichtigen kommunalen Handlungsfelder mit dem Ziel d er Gleichstellung von Frauen und Männern überprüft werden. Um dem von der EU verpflichtenden Prinzip des Gende r Mainstreaming gerecht zu werden, müssen die Fragen der Geschlechtergerechtig keit auch in die Haushaltsplanung integriert und in jedem Arbeitsschritt behandelt werden. Das „Neue Kommunale Finanzmanagement“ fordert die Erfassung u nd Bewertung aller kommunalen Produkte. Gender Budgeting erweitert hie r die Kenntnisse über die Wirkungen von Verwaltungshandeln und kann somit hel fen, Fehlleitungen öffentlicher Mittel zu vermeiden. Für eine sparsame und wirtschaftliche Haushaltsführung ist deshalb eine aktive Umsetzung der Gender Mainstreaming- Strategie in der städtischen Haushaltsplanung geboten. Unter dem Gesichtspunkt einer nachhaltigen Umsetzun g des „Gender Budgeting“ sollten für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter de r Verwaltung entsprechende Fortbildungen angeboten werden. Anne Schulze Wintzler Anne Hakenes Karsten Rahn Marianne Hopmann Ralf Hubert Udo Reiter Wolfgang Heuer Dr. Michael Jung Moritz von Schme ling Alexander Bercht Marianne Koch Joachim Tonn Anika Bergner Gaby Kubig-Steltig Beate Vilhjalms son Philipp Gabriel Kurt Pölling Holger Wigger Beanka Ganser
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0045/2006
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 31.10.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37