Transformation des Treffpunkt Solars in einen mobilen One-Stop-Shop
Mitteilung Ausschuss 1637/2025 vom 10.06.2025
Stand: Am 12.06.2025 im Ausschuss Klima, Umwelt und Grün beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Anlage 1_Konzept OSS
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Anlage 1 zu Verfügung „One-Stop-Shop“ Konzept zur Transformation des „Treffpunkt Solar“ in einen mobilen One-Stop-Shop1 Quelle: www.istockphoto.com Stand Mai 2025 1 Verfasser*innen: Alice Bauer, Dr. Florian Sevenig, Birte Herzer, Dr. Minh -Chau Tran, Petra Zimmer- mann-Buchem I Inhalt 1 Hintergrund ................................ ................................ ................................ ................ - 3 - 2 Ziel des mobilen One-Stop-Shops ................................ ................................ .............. - 3 - 3 Umsetzungskonzept eines mobilen One-Stop-Shops ................................ ................. - 4 - 3.1 Infrastruktur ................................ ................................ ................................ ......... - 4 - 3.2 Personal ................................ ................................ ................................ .............. - 5 - 3.3 Öffentlichkeitsarbeit ................................ ................................ ............................. - 5 - 3.4 Evaluation ................................ ................................ ................................ ........... - 6 - 4 Anhang ................................ ................................ ................................ ....................... - 6 - 4.1 Übergeordnetes Projekt „Tailormade – Sanierungsquote steigern“ als konzeptionelle Klammer ................................ ................................ ................................ . - 6 - 4.2 Verschränkung von Planung (kommunale Wärmeplanung) und Beratung (Tailormade) für eine nachhaltige Quartierstransformation................................ ............. - 8 - - 3 - 1 Hintergrund Mit der nationalen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie besteht ab 2026 für Kommu- nen die Verpflichtung zentrale Anlaufstellen für die energetische Sanierung von Ge- bäuden (One-Stop-Shops) einzurichten. Die Novelle der Europäischen Gebäudericht- linie (EPBD) von 2024 fordert die Mitgliedsstaaten in Artikel 18 auf, zentrale Anlauf- stellen zu schaffen, in denen gebündelte Informations- und Beratungsleistungen im Kontext der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden angeboten werden. Dies ist eine Aufgabe, die auf die Kommunen in Deutschland zukommt und voraussichtlich bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt wird. Dabei soll laut EPBD eine zentrale Anlauf- stelle u.a. für je 80.000 Einwohner, in Gebieten mit überdurchschnittlich hohem Ge- bäudealter oder mit einer Erreichbarkeit innerhalb von 90 Minuten eingerichtet wer- den.2 Um diese Aufgabe erfüllen zu können, soll innerhalb einer zweijährigen Pilotphase ein One-Stop-Shop (OSS) als mobiles Angebot initiiert werden, das der Erprobung von Beratungsangeboten und der Erhebung der Beratungsbedarfe in den verschie- denen Bezirken dienen soll. Das neue Beratungsprojekt nimmt den Prüfauftrag (AN/1637/2023) aus dem Aus- schuss Klima Umwelt und Grün auf, den „Treffpunkt Solar“ zu einem Energie-Bera- tungszentrum auszubauen, unter Beachtung notwendiger Finanz- und Personalbe- darfe und unter Beteiligung der Verbraucherzentrale sowie weiterer Energieberaterin- nen und -berater. Es wird angestrebt, ab Herbst 2025 das mobile Konzept eines OSS umzusetzen. Vorteil gegenüber einer stationären Anlaufstelle ist eine vergleichbare Anzahl an Be- ratungen zu deutlich niedrigeren Kosten (s. Abschnitt 5), bei einer gleichzeitig besse- ren Erreichbarkeit für die Bürgerschaft durch die aufsuchende Beratung in den Quar- tieren. Mittels dieses Piloten können Erfahrungen gesammelt werden, wie die Gebäu- derichtlinie von der Stadt Köln nach ihrem Inkrafttreten bestmöglich und ressourcen- schonend umgesetzt werden kann. 2 Ziel des mobilen One-Stop-Shops Die Ausrufung des Klimanotstandes mit dem Ratsbeschluss 2019 (2081/2019) zeigt auf, dass der Klimaschutz eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit darstellt und hohe Priorität genießt. Mit der Erstellung des Gutachtens „Köln Klimaneutral 2035“ hat die Stadtverwaltung diese Aufgabe in ein Handlungskonzept übersetzt. Nur auf 15% der CO2 Emissionen hat der Konzern Stadt direkten bzw. indirekten Einfluss. Die übrigen 85% liegen in den Händen der Stadtgesellschaft. Laut Gutachten spielt die umfangreiche energetische Gebäudesanierung bei der Erreichung der Klimaneut- ralität eine elementare Rolle. Die Stadtverwaltung kann über aktivierende, motivie- 2 Vgl. EPBD Artikel 18: Richtlinie - EU - 2024/1275 - EN - EUR-Lex - 4 - rende, informierende und sensibilisierende Maßnahmen Einfluss auf die Sanie- rungstätigkeit im Kölner Gebäudebestand nehmen. Die Energieberatung steht hier im Fokus. Der One-Stop-Shop ist eine neutrale, unabhängige und mobile Anlaufstelle zu The- men rund um die energetische Gebäudesanierung mit dem Ziel, die Sanierungsrate in Köln zu steigern sowie den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen zu reduzie- ren. Zu diesem Zweck sollen die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg zur Kli- maneutralität 2035 mit gezielten Beratungsaktionen begleitet und aktiviert werden. Hier sind vor allem die Themen zur Gebäudeenergieeffizienz (z.B. Wärmepumpe, Dämmung, PV, Fenstertausch, etc.) ein wichtiger Baustein und eine wichtige Ergän- zung zur Solarberatung. Neben der thematischen und quartiersspezifischen Erweite- rung des Beratungsangebotes werden auch digitale Angebote zum Einsatz kommen wie beispielsweise das Solarkataster. Der mobile OSS soll durch das Stadtgebiet touren und die Bürgerinnen und Bürger dort beraten, wo sie sich zu Hause fühlen: in ihrem Veedel. Die bisherigen Evaluationen zum „Treffpunkt Solar“, Bibliotheksbus sowie zu weite- ren Beratungsangeboten der Partnerinnen zeigen auf, dass es entscheidend ist, die Personen vor Ort abzuholen und zu beraten und somit einen niederschwelligen Zu- gang zu ermöglichen. 3 Umsetzungskonzept eines mobilen One-Stop-Shops Für die Umsetzung des OSS wurden drei rahmengebende Leistungsbausteine defi- niert: 3.1 Infrastruktur Ein bisher im Klimaveedel genutztes Mobil wird durch die RheinEnergie AG zur Ver- fügung gestellt (siehe Abbildung 1) inkl. der Bausteine Transport, Überwachung, Rei- nigung und Wartung, Lagerung. Die Folierung des Mobils wird auf den mobilen OSS angepasst. Abbildung 1: aktuelles Klimaveedel-Mobil der RheinEnergie - 5 - 3.2 Personal Die Energieberatungen werden durch Personal der VZ NRW (Festangestellte sowie Honorarkräfte) durchgeführt. Zusätzlich wird angestrebt, die Bürgerinnen und Bürger mittels Promotion-Kräften auf das Beratungsangebot aufmerksam zu machen und sie so zu motivieren, sich beraten zu lassen. Die Beauftragung erfolgt durch die Rhein- Energie. Die Einbindung von Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfegern durch die Handwerkskammer zu Köln ist zudem im Gespräch sowie die Einbindung weiterer Energieberaterinnen und -berater. Die Handwerkskammer zu Köln wird als Schnitt- stelle zu den Handwerksbetrieben fungieren. 3.3 Öffentlichkeitsarbeit Die adressatengerechte und quartiersspezifische Bewerbung des OSS ist ein wichti- ger Baustein für die Auslastung des Beratungsangebotes. Die Öffentlichkeitsarbeit teilt sich in die Maßnahmen der Projektpartnerinnen und -partner auf, die durch die Stadtverwaltung koordiniert werden. Die Zielgruppe wurde für die Pilotphase folgendermaßen definiert: - Eigentümerinnen und Eigentümer von Einfamilien- und Reihenhäusern - Mieterinnen und Mieter - Wohnungseigentümergemeinschaften Aus den ersten Erfahrungen der Quartiersberatungen ist deutlich geworden, dass die Adressierung der Zielgruppe(n) je nach den spezifischen Gegebenheiten im Quartier variabel angepasst werden muss und ggf. auch weitere Zielgruppen ergänzt werden können. Das Beratungsangebot des OSS wird sich auf folgende Bereiche fokussieren: - Energieberatung - Sanieren und Bauen - Erneuerbare Energien - Heizen - Energie sparen - Fördermittelberatung - Digitale Angebote (z.B. Solarkataster) - Verweisstruktur Handwerksbetriebe und Energieberatende - Synergien zu anderen Initiativen: z.B. Packs drauf, Solarparty, Wärmepumpen- party etc. Tourplanung - zwei Jahre Pilotphase - Start September 2025 - Der OSS soll flankierend bei Straßenfesten und verknüpft mit Quartiersaktionen aus „Tailormade“ insbesondere in der Zeit von April bis Oktober eingesetzt wer- den. Dies sind die sechs Quartiersaktionen pro Jahr (fünf Beratungstage pro Quartier) plus die zusätzlichen Straßen- und Stadtteilfeste in den Quartieren so- wie größeren jährlichen Veranstaltungen wie beispielsweise Klimatag im Zoo, - 6 - Green World Tour, Kölner Immobilienmesse, Tag des guten Lebens inkl. Porzer Klimawoche. - Standzeiten vor Ort im Quartier: fünf Tage je Quartier (kann nach Pilotphase an- gepasst werden). - Insgesamt: 10 Tage in 2025; ca. 30 Tage in 2026; ca. 20 Tage in 2027 Es wird angestrebt, den mobilen OSS bereits ab September 2025 mit Personaleinsatz der RheinEnergie im Rahmen des Tag des guten Lebens sowie einer Quartiersaktion in Porz zu testen. 3.4 Evaluation Um die Qualität und Wirksamkeit des mobilen OSS aufzeigen zu können, ist für die Pilotphase eine begleitende Evaluation der Maßnahme geplant. Die Daten fließen ins Klimaschutz-Monitoring ein. In der Folge werden bei einer Fortführung auf Basis der gewonnenen Daten bedarfsgerechte Anpassungen vorgenommen. 4 Anhang 4.1 Übergeordnetes Projekt „Tailormade – Sanierungsquote steigern“ als konzeptionelle Klammer Im Kontext der Fortschreibung des Projektportfolios des Aktionsplans Klimaschutz (Handlungsfeld 1 „Gebäude und Quartiere werden klimaneutral“, Handlungsschwer- punkt „Bestandsgebäude“) wurde in 2024 das Projekt „Tailormade – Sanierungs- quote steigern“ entwickelt (vgl. Abbildung 2 und Anlage 2). Tailormade befasst sich mit dem Aufbau einer konzeptionellen Klammer für innovative Beratungsformate mit großer Reichweite (langfristig) – zielgruppenspezifisch, quartiersbezogen. Ziel von Tailormade ist es, möglichst viele Bürgerinnen und Bürger in Energieberatung zu bringen. - 7 - Abbildung 2: Übersicht Beratungsformate im Projekt "„Tailormade“ - Sanierungsquote steigern" (eigene Darstel- lung) „Tailormade“ umfasst zunächst die in den oberen drei Zeilen von Abbildung 2 darge- stellten Formate, die unter der Kooperation von der Stadt Köln mit der Verbraucher- zentrale NRW (VZ NRW) entwickelt und aktuell von der VZ NRW operativ pilotiert werden: 1. Ein regelmäßiges Online-Informationsangebot für Kölner Bürgerinnen und Bürger (Reihe „Et bliev nix wie et wor. Mit deinem Haus in die Zukunft“), 2. Quartiersberatungsaktionen 3. Themenspezifische Energieberatung für Mitarbeitende großer Betriebe 4. Der mobile OSS würde Tailormade als ein viertes Beratungsformat ergänzen Als Zielgruppe adressiert Tailormade mit den Quartiersaktionen insbesondere Besit- zende von Einfamilien- und Reihenhäusern in den ausgewählten Quartieren und ver- folgt folgende Projektziele: - Erhöhung der Inanspruchnahme einer Energieberatung in Köln - Erhöhung der Reichweite der Beratung zu Energie- und Gebäudethemen - Motivation der Kölnerinnen und Kölner sich mit der eigenen Immobilie zu be- schäftigen und erste Schritte zu vollziehen - Informationsvermittlung im Kontext der Kommunalen Wärmeplanung - Aufzeigen der Chancen und Möglichkeiten einer Energieberatung in der eige- nen Immobilie - 8 - 4.2 Verschränkung von Planung (kommunale Wärmeplanung) und Beratung (Tailormade) für eine nachhaltige Quartierstransformation Zum Anschieben von Aktivitäten zur Quartierstransformation durch Dritte bilden die Tailormade-Formate den Einstieg und münden im besten Fall in Umsetzungshan- deln. Dabei ist das Bestreben des Tailormade-Ansatzes, ein Angebot für die Lücke zwischen der kommunalen Wärmeplanung (KWP) und dem daraus resultierenden Beratungsbedarf zu schaffen, das die Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen kann, die Energieeffizienz ihrer Gebäude zu verbessern und den zukunftsgerechten Umbau ihrer Immobilie zu planen. Die Umsetzungsstrategien der KWP verfolgen vier Umsetzungsziele. 1. Ausbau und Verdichtung von bestehenden Wärmenetzen 2. Neubau von dezentralen Wärmenetzen 3. Unterstützung von Bedarfsreduktion durch Sanierungen 4. Unterstützung beim Heizungstausch zur dezentralen Wärmeversorgung Unter der Klammer des Tailormade Projekts soll die Einführung eines mobilen OSS Vorbehalte gegenüber dem komplexen Thema Wärmewende und Sanierung ab- bauen und Beratungsangebote näher an die Zielgruppen heranführen. Auf diese Weise stellt der OSS einen wichtigen Bestandteil der Umsetzungsstrategien der KWP dar. Weitere Synergien zwischen KWP und dem OSS lassen sich wie folgt benennen: - Integration von erneuerbaren Energien: Die Wärmeplanung kann gezielt auf die Nutzung von erneuerbaren Energien (z.B. Fernwärme, Solarthermie) ausgerichtet werden, was die Grundlage für die Energieberatung bilden kann. - Zielgerichtete Maßnahmen: Durch die Identifikation von Wärmebedarf und -ange- bot können spezifische Sanierungsmaßnahmen empfohlen werden, die auf die Gegebenheiten der jeweiligen Quartiere abgestimmt sind. - Datenbasierte Empfehlungen: Die Informationen aus der kommunalen Wärmepla- nung können in die Energieberatung einfließen, um maßgeschneiderte Empfeh- lungen zu geben, die den lokalen Gegebenheiten entsprechen. - Fördermöglichkeiten: Energieberatende können Bürgerinnen und Bürger über re- levante Förderprogramme informieren und so die Umsetzung von Sanierungs- maßnahmen erleichtern. -
Anlage 2 Übersicht Bausteine Tailormade - OSS
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Tailormade – Sanierungsquote steigern Entwicklung und Pilotierung innovativer Beratungsformate mit großer Reichweite – zielgruppenspezifisch, quartiersbezogen Externe Ko operationspartner Et bliev nix, wie et wor (seit 10/24) Ziel Zielgruppe Leistungsangebot Art der Leistungserbringung Zeit fürs Klima (seit 11/24) Quartiers- aktionen (ab 3/25) One-Stop- Shop (OSS) (ab 10/25) Treffpunkt Solar (bis 12/25) • Verbraucherzentrale • ggf. weitere externe Akteure • Verbraucherzentrale • ggf. weitere externe Akteure wie Geoplex • Verbraucherzentrale • Multiplikatoren im Veedel • RheinEnergie • Verbraucherzentrale • Handwerkskammer • Ggf. weitere Energieberatende • RheinEnergie • Handwerkskammer • Interesse für die eigene Immobilie wecken • Informationsvermittlung zur Aktivierung • Interesse für die eigene Immobilie wecken • Informationsvermittlung zur Aktivierung Erhöhung der Inanspruchnahme von Energieberatungs- angeboten Erhöhung der Inanspruchnahme von Energieberatungs- angeboten Steigerung des PV Zubaus Kölner*innen: Private Gebäude-/ Wohnungseigentümer*innen Mitarbeitende großer Betriebe: Private Gebäude-/ Wohnungseigentümer*innen Bewohner*innen eines Veedels: Private Gebäudeeigentümer*innen Bewohner*innen eines Veedels, Kölner*innen: Private Gebäudeeigentümer*innen Kölner*innen: Private Gebäudeeigentümer*innen Informationsangebot zu Gebäude und Energie mit thematischem Fokus (Detailinfos zum Thema) Informationsangebot zu Gebäude und Energie mit thematischem Fokus (Kurzinfo, Einstieg ins Thema) Niederschwellige Beratungsaktion: • Energieberatung • Fördermittelberatung • Energieberatung • Fördermittelberatung • Digitale Angebote • Verweisstruktur Handwerksbetriebe • PV Beratung • Fördermittelberatung • Verweisstruktur Handwerksbetriebe • Online • Internet • 120 min • Online • Intranet • 45 min • Persönlich • vor Ort im Veedel • im Eigenheim • Persönlich • vor Ort im Veedel • Info-Mobil • Persönlich • im Beratungshaus der RheinEnergie Format Anlage 2 zu Verfügung „Tailormade“ & „One-Stop-Shop“ -
Mitteilung Ausschuss
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Dezernat, Dienststelle VIII/VIII/2 Vorlagen-Nummer 1637/2025 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 12.06.2025 Transformation des Treffpunkt Solars in einen mobilen One-Stop-Shop 1. Hintergrund Mit dem Antrag (AN/1637/2023) wurde die Verwaltung vom Ausschuss Klima Umwelt und Grün beauftragt zu prüfen, inwieweit der „Treffpunkt Solar“ zu einem Energie-Beratungszent- rum ausgebaut werden kann, unter Beachtung notwendiger Finanz- und Personalbedarfe und unter Beteiligung der Verbraucherzentrale sowie weiterer Energieberaterinnen und -berater. Der Kooperationsvertrag des „Treffpunkt Solar“ läuft Ende 2025 aus und soll aufgrund sinken- der Beratungszahlen nicht fortgeführt werden. Nach rund 2.200 Beratungen seit Einrichtung des „Treffpunkt Solar“ im Jahr 2022 ist der Bedarf an stationärer Beratung gedeckt. Die Ko- operationspartnerinnen verfolgen weiterhin das gemeinsame Ziel zur Erreichung der Kli- maneutralität (AN/1377/2021) und beabsichtigen, mit der Neuausrichtung Angebote für wei- tere Zielgruppen zu schaffen. Es wird angestrebt, die Kooperation mit anderer Ausrichtung fortzuführen und die bereits vorhandenen Ressourcen weiter zu nutzen. Zu diesem Zweck soll in einem Pilotprojekt ein mobiler One-Stop-Shop initiiert werden. Darüber hinaus ist geplant, die Kooperation um eine weitere Partnerin (Verbraucherzentrale NRW) zu erweitern. Mit der nationalen Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie besteht ab 2026 für Kommunen die Verpflichtung, zentrale Anlaufstellen für die energetische Sanierung von Gebäuden (One- Stop-Shops) einzurichten. Die Novelle der Europäischen Gebäuderichtlinie (EPBD) von 2024 fordert die Mitgliedsstaaten in Artikel 18 auf, zentrale Anlaufstellen zu schaffen, in denen ge- bündelte Informations- und Beratungsleistungen im Kontext der Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden angeboten werden. Dies ist eine Aufgabe, die auf die Kommunen in Deutschland zukommt und die voraussichtlich bis Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt wird. Dabei soll laut EPBD eine zentrale Anlaufstelle u.a. für je 80.000 Einwohner, in Gebieten mit überdurch- schnittlich hohem Gebäudealter oder mit einer Erreichbarkeit innerhalb von 90 Minuten einge- richtet werden.1 Um diese Aufgabe erfüllen zu können, soll innerhalb einer zweijährigen Pilotphase ein One- Stop-Shop (OSS) als mobiles Angebot initiiert werden, das der Erprobung von Beratungsan- geboten und der Erhebung der Beratungsbedarfe in den verschiedenen Bezirken dienen soll. Das mobile Konzept eines OSS soll ab Herbst 2025 umgesetzt werden. Der Vorteil gegenüber einer stationären Anlaufstelle ist eine vergleichbare Anzahl an Beratungen zu deutlich gerin- geren Kosten (s. Anlage 1: Konzept OSS), bei einer gleichzeitig besseren Erreichbarkeit für 1 Vgl. EPBD Artikel 18: Richtlinie - EU - 2024/1275 - EN - EUR-Lex 2 die Bürgerschaft durch die aufsuchende Beratung in den Quartieren. Mittels dieses Piloten können Erfahrungen gesammelt werden, wie die Gebäuderichtlinie von der Stadt Köln nach ihrem Inkrafttreten bestmöglich und ressourcenschonend umgesetzt werden kann. Darüber hinaus wird die Beteiligung an einem durch das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie koordinierten Forschungsprojekt geprüft. Die damit verbundenen Fördergelder im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms des BMWK2 würden unter anderem für die Initi- ierung von Sanierungsgemeinschaften in Quartieren als Dienstleistungsangebot des One- Stop-Shops zur Verfügung stehen. Durch die Zusammenarbeit mit dem international renom- mierten Wissenschafts- und Forschungsinstitut kann auf wertvolle Erfahrungen mit der Ent- wicklung und dem Betrieb von OSS zugegriffen und die geplante Evaluation durch die wissen- schaftliche Expertise gestärkt werden. Zusätzlich würde im Rahmen des Projektes der Aus- tausch mit anderen deutschen Kommunen vertieft und die Sichtbarkeit der Kölner Klima- schutzmaßnahmen erhöht werden. 2. Zielsetzung Die Ausrufung des Klimanotstandes mit dem Ratsbeschluss 2019 (2081/2019) zeigt auf, dass der Klimaschutz eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit darstellt und hohe Priorität ge- nießen sollte. Mit der Erstellung des Gutachtens „Köln Klimaneutral 2035“ hat die Stadtverwal- tung diese Aufgabe in ein Handlungskonzept übersetzt. Nur auf 15% der CO2 Emissionen hat die Stadt Köln direkten bzw. indirekten Einfluss. Die übrigen 85% liegen in den Händen der Stadtgesellschaft. Laut Gutachten spielt das komplexe Feld der energetischen Gebäudesanie- rung bei der Erreichung der Klimaneutralität eine elementare Rolle. Die Stadtverwaltung kann über aktivierende, motivierende, informierende und sensibilisierende Maßnahmen Einfluss auf die Sanierungstätigkeit im Kölner Gebäudebestand nehmen. Die Energieberatung steht hier im Fokus. Ziel ist es, die Bürgerinnen und Bürger auf dem Weg zur Klimaneutralität mit gezielten Bera- tungsaktionen zu aktivieren und zu begleiten. Hier sind vor allem die Themen zur Gebäu- deenergieeffizienz (z.B. Wärmepumpe, Dämmung, PV, Fenstertausch, etc.) wichtige Bau- steine und wichtige Ergänzungen zur bereits bestehenden Solarberatung. Neben der themati- schen und quartiersspezifischen Erweiterung des Beratungsangebotes werden auch digitale Angebote zum Einsatz kommen wie beispielsweise das Solarkataster (vgl. 1690/2025). Der mobile OSS soll durch das Stadtgebiet touren und die Bürgerinnen und Bürger dort beraten, wo sie sich zu Hause fühlen: in ihrem Veedel. Die bisherigen Evaluationen aus dem „Treffpunkt Solar“, dem Bibliotheksbus sowie aus weite- ren Beratungsangeboten der Partnerinnen zeigen auf, dass es entscheidend ist, die Personen vor Ort abzuholen und zu beraten und somit einen niederschwelligen Zugang zu ermöglichen. Alle Kooperationspartnerinnen (RheinEnergie AG, Handwerkskammer zu Köln und Stadt Köln (vertreten durch die Koordinationsstelle Klimaschutz) sowie die Verbraucherzentrale NRW) unterstützen diese Projektidee. Der GIH NRW (Interessenvertretung für Energieberatende in NRW) ist perspektivisch ebenfalls an einer Kooperation interessiert und kann in der Zukunft einen wichtigen Baustein für den nächsten Schritt abdecken. Dieser besteht in der tieferge- henden Beratung – aufbauend auf der Initialberatung der Verbraucherzentrale NRW – bei den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort in ihrem Zuhause. Es wird angestrebt, den Kooperationsvertrag zum „Treffpunkt Solar“ zwischen RheinEnergie AG, Handwerkskammer zu Köln und Stadt Köln in einen neuen Kooperationsvertrag zu einem mobilen OSS zu aktualisieren und um die Partnerin Verbraucherzentrale NRW zu erweitern. 3. Aufgabenverteilung Geplant ist, die Aufgaben des Kooperationsprojektes in der Pilotphase von zwei Jahren fol- gendermaßen unter den Projektpartnerinnen aufzuteilen: Der Baustein „Infrastruktur“ soll 2 Vgl. 8. Energieforschungsprogramm zur angewandten Energieforschung 3 durch die RheinEnergie AG umgesetzt werden. Das Beratungspersonal, das vor Ort die Bür- gerinnen und Bürger berät, wird durch die Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW be- reitgestellt. Die Öffentlichkeitsarbeit wird auf die Schultern der Projektpartnerinnen verteilt und durch die Stadt Köln koordiniert. Gez. Wolfgramm Anlagen Anlage 1: Konzept OSS Anlage 2: Übersicht Bausteine Tailormade - OSS
Beratungsverlauf
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12.06.2025
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 7.8, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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