V/0964/2005
Entwicklung der RB63 (Münster - Coesfeld) als erste Stadtbahnstrecke in Münster
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Anlage 1
9576 Zeichen
Antrag ee HünDNzSs 00
„Leitantrag: Entwicklung der RB63
(Minster-Coesfeld) als erste
Stadtbahnstrecke in Münster“
Ratsfraktion Minster
Brommr Str. 54
48155 Münster
Fan: 025118995810
Fax: 0251/89958 15
gruene ratsfrakfion@@fmuenster.de
Der Rat möge beschließen: wer gruene-munnster.de
Die Verwaltung wird beauftragt, die Regionalbahnstrecke RB63 Münster-
Coesfeld im Stadtgebiet Münster als erste Stadtbahnstrecke in Münster
zu entwickeln.
Dazu ist die Errichtung mehrerer Haltepunkte, möglichst auf
Grundstücken im Besitz der Stadt bzw. der Deutschen Bahn AG mit
vorhandener Widmung als Fläche für öffentlichen Verkehr,
beschleunigi zu betreiben.
Planungszeiten, Ausbaustandard und Baukosten sind dabei zu
optimieren. Sie orientieren sich an den funktionalen Notwendigkeiten. Die
Planungsverwaltung wird beauftragt, für jeden Haltepunkt die jeweils
wirtschaftlichste Variante mit einer Kostenschätzung vorzustellen.
Im Einzelnen sind folgende Maßnahmen einzuleiten:
1. Haltepunkt Roxel:
Statt der am 24.2.2005 vorgestellten Planung für eine Mobilstation,
die naues Planungsrecht und umfangreichen Grunderwerb erfordert,
sollte folgende Variante geprüft werden, die auch in der
Bürgeranhörung vorgeschlagen wurde:
- Bau eines Bahnsteigs nordwestlich des Bahnübergangs Pienersallee
mit Zugang von der Zufahrtstraße zum ehemaligen Bahnhof.
Fahrradständer und evil, Parkplätze auf dem Brachgelände zwischen
Gleis und Zufahrt;
- Ausweisung einer Bushaltestelle mit Querungshilfe an der
Pienersallee nördlich der o.a. Straßeneinmündung.
2. Haltepunkt Mecklenbeck:
Angesichts der in Vorlage V/0133/2005 vom 15.2.2005 dargestellten
Schwierigkeiten bei der Realisierung des Haltepunktes Meckienbeck
und der damit verbundenen zeitlichen Verzögerung sollten folgende
„Varlanten geprüft werden:
a) Bau eines Bahnsteigs östlich der Querung Heroldstraße (alter
Bahnhof), Busanbindung mit Linie 10 mit neuer Haltestelle
Heroldstraße, Haltestelle Weseler Str./ Meckmannweg ca 200 m
b) Bau eines Bahnsteigs nördlich oder südlich der Kreuzung mit der
Weseler Str., neue Haltestelle für die Buslinien 15/16 und
Regionalbusse an der Weseler Str.. Vorteile: Bessere Busanbindung
und Anbindung an das Gewerbegebiet An der Hansalinie/Harkortstr.
3. Haltepunkt Geist: .
Die Bedeutung des Clemenshospitais mit neuem Medical Center und
die Bevölkerungszahl im Umfeld rechtfertigen diesen zusätzlichen
Haltepunkt westlich des früheren Bahnhofs Geist. Dazu wird
vorgeschlagen:
Bau eines Bahnsteigs nordöstlich des Bahnübergangs Geist entlang der
Straße Sternbusch. Entfernung zur Bushaltestelle Goltfriedkirche und
zum Clemenshospital/Medica! Center je ca 200 m.
4. Haltepunkt Coerde/Speicherstadt:
Über den Haltepunkt Zentrum-Nord hinaus sollte die Strecke auf
vorhandener Trasse um ca. 1,5km bis in die Speicherstadt verlängert
werden, um das Gewerbegebiet "Speicherstadt” und den Stadtteil
Coerde optimal an den Schienenverkehr anzubinden,
Begründung:
1. Probleme der bisherigen Planungen
Der Stand der Planungen zu den Haltepunkten Roxel {vg.
Bürgerinformation am 24.2.05, WN 28.2.05) und Mecklenbeck (Vorlage
v/0133/2005 vom 15.2.2005) zeigt, dass an beiden Stellen bei der
jetzigen Planung mit langen Vorlaufzeiten und hohen Kosten zu rechnen
ist: Beim geplanten HP Roxel ist neues Planungsrecht zu schaffen,
danach ist der größere Teil des Geländes nach zu erwerben, dazu
kommen Schwiengkeiten bei der Buszufahrt, die evtl. einen Umbau des
Bahnübergangs notwendig machen.
Beim geplanten HP Mecklenbeck geht die DB davon aus, "dass die
Errichtung eines Haltepunktes an der stark belasteten Kbs 425 (MS-
Recklinghausen) mit dem Integrierien Taktfahrplan (ITF) nicht vereinbar
ist." Für einen Haltepunkt nur an der RB 63 ist aber die bisherige Planung
ungeeignet. Da der jetzt geplante Bahnsteig zwischen den Gleisen nur
über die Unterführung Heroldstraße erschlossen werden kann, wird er
abhängig von der Finanzierung der Unterführung, außerdem wäre eine
behindertengerechte Erschließung nur mit hohen Kosten (Aufzug oder
Rampe) zu gewährleisten. Für die eingleisige Coesfelder Strecke reicht
aber ein direkt von der Straße zugänglicher Bahnsteig.
2. Die Potentiale der Coesfelder Strecke {RB 63, Kbs 408}
Mit zusätzlichen Haltepunkten könnte die RB 63 bereits jetzt die Funktion
einer Stadtbahn übernehmen und damit die Perspektive einer "stärkeren
Einbindung " des SPNV in den Stadtverkehr (vgl. Entwurf 2.
Nahverkehrsplan Stadt Münster Mai 2005 S. 170) ausfüllen. Sie verbindet
westliche und südliche Stadtteile miteinander, mit dem
Hauptbahnhof/Stadtzentrum und darüber hinaus mit dem Zentrum’Nord,
wo z.Zt. die meisten Arbeitsplätze neu angesiedelt werden. Bei
Verlängerung um nur ca 1,5 km auf vorhandener Trasse würden auch
Coerde und das neue gewerbliche Zentrum der Speicherstadt optimal
angebunden.
Die Kursbuchstrecke 408 ist nicht durch Fernverkehre belastet und hat auf
absehbare Zeit freie Kapazitäten. Sie wird z.Zt. im 60-Minuten-Takt
bedient, der z.Zt. in Aufstellung befindliche 2. SPNV-Nahverkehrsplan des
Zweckverbands SPNV sieht eine Taktverbesserung auf 30 Minuten vor
{val. Entwurf 2. Nahverkehrsplan Stadt Münster, Mai 2005, S. 169).
Bereits bei der jetzigen Bedienung ergeben sich erhebliche Zeiterparnisse
sowohl gegenüber dem Bus (von Roxel ca 20' Erspamis zum Hbf, weitere
u zum Zentrum Nord, ohne Umsteigezeiten) wie auch gegenüber dem
KW.
Besondere Möglichkeiten bieten sich durch kombinierte Verkehre, z.B.:
c) Der HP Roxel bietet, bei gut abgestimmten Busangebot, eine ideale
Verbindung zu Kliniken und Naturwissenschaftlichen Instituten für
Besucher und Pendler aus dem westlichen Münsterland wie auch aus
den von der Strecke erschlossenen Teilen der Stadt Münster,
d) die Anfahrt mit dem Rad oder die gegenüber dam Bus wesentlich
leichtere Radmitnahme ergeben auch für Münster noch erhebliche
Zuwachspotentiale für den umweltfreundlichen Radverkehr.
3, Verkehrsentlastung und Umwelteffekte
Neuralgische Punkte im Verkehrsnetz können entlastet werden
(Durchfahrt Roxel, 2. Tangentenring West und Nord, Weselerstr.).
Durch die Verlagerung von Verkehren auf den SPNV ergeben sich
Entlastungen bis in die Innenstadt, somit ergibt sich durch die
Reaktivierung der Haltepunkte auch ein Effekt im Rahmen von
Luftreinhalteplänen nach der EG-Luftreinhaltungsrichtlinie für den
betroffenen Korridor.
4. Synergieeffekte durch Realisierung möglichst alter Haltepunkte
Es ist wesentlich, die Haltepunkte nicht isoliert zu betrachten. Erst durch
die zeitnahe Realisierung möglichst aller neuen Haltepunkte an der
Stadtstrecke ergeben sich die nötigen Synergieeffekte und damit
Fahrgastzahlen für die einzelnen Haltepunkte, Daher ist es z.B, sinnvoller,
den Haltepunkt Mecklenbeck zunächst am suboptimalen Standort
Heroldstraße mit einfachen Mitteln zu realisieren, statt auf die "große"
Lösung im Zuge der geplanten Unterführung zu warten. Auch kann der
Ausbau des HP Roxel zu einer Mobilitätsstation durchaus auf einen
späteren Zeitpunkt verschoben werden, wesentlich ist seine Funktionen
als erster Haltepunkt im Stadtgebiet, ferner die Busanbindung zu den
Kliniken.
5. Zu den Haltepunkten im Einzelnen:
1. Der HP Roxel wäre der erste Haltepunkt auf Stadtgebiet, er erschließt
einen wachsenden Stadtteil mit einer Bevölkerung von 7800 Einw.
sowie mehrere Gewerbegebiete. Im Umkreis von 1.000 m leben z.Zt.
etwa 2.800 Einwohner. Mit einer direkten Busanbindung an die
Kliniken/naturwissenschaftlichen Institute bildet er ein attraktives
Angebot für Pendier aus dem westlichen Münsterland und entlastet
kurzfristig die Ortsdurchfahrt Roxel. Für Pendler aus der näheren
Umgebung (z.B. Tilbeck, Schapdetten) in die Innenstadt und den
Norden wäre er auch als P&R-Station geeignet.
2. Der HP Mecklenbeck erschließt ebenfalls größere Wohn- und
Gewerbegebiete (9400 Einw., davon 6.000 im 1.000 m-Umkreis).
Zeiterspamis zur Innenstadt ergibt sich nur für einen kleineren
Umkreis, die zum Norden der Stadt ist aber erheblich. Attraktiv ist er
für Einpendier aus dem westlichen Münsterland und entlastet die
Ortsdurchfahrten Roxel und Mecklenbeck (Dingbänger Weg).
3. Der HP Geist bedient vor allem das regionale medizinische Zentrum
des Clemenshospitals, und ist damit attraktiv sowohl für Personal wie
für Besucher. Dazu kommen Bewohner, Personal und Besucher der
unmittelbar angrenzenden Senioreneinrichtungen und -wohnungen.
Er erschießt weiträumige Wohngebiete (Duesberg 6850 Einw., Berg
Fidel 5800 Einw., 11.400 Einwohner im 1.000 m-Umkreis) und ist für
Pendler interessant, die mit dem Rad anfahren und deren Ziele über
den Hbf. hinausgehen. Für die in unmittelbarer Umgebung
Wohnenden ist die Zeitersparnis zum Hauptbahnhof erheblich.
Der Haltepunkt kann zur Entlastung der vielbefahrenen Achse
Geringhoffstraße-Düssbergweg beitragen.
4. HP CoerdeiSpeicherstadt: Die geringfügige Verlängerung der
Strecke auf bestehender Trasse erschließt ein bisher suboptimal
angebundenes neues Gewerbe- und Dienstleistungszentrum, einen
größeren Stadtteil (Coerde 9900 Einw.) sowie besonders für
Radfahrer aus südwestlichen Stadtteilen das beliebte
Naherholungsgebiet und Vogelschutzreservat Rieselfelder.
Für bestimmte Fahrgastgruppen (Bahnreisende und -pendier) kann
sich auch eine Anreise mit dem Bus z.B. aus Kinderhaus (16 200
Einw.) lohnen.
gez. Jöm Möltgen gez. Hery Klas gez. lise Schleef
gez. Helga Bennink gez. Maria Klein-Schmeink gez. Claudia Scholz
gez. Wilhelm Breitenbach gez. Jutta Möllers gez. Dr. Rita Stein-Redent
gez. Christof Hoffmann gez. Carsten Peters gez. Brigitte von Schoenebeck
gez. Manfred Kehr gez. Tim Rohleder
Beschlussvorlage
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V/0964/2005 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Entwicklung der RB63 (Münster - Coesfeld) als erste Stadtbahnstrecke in Münster Antrag der Fraktion Bündnis90/Die Grünen/GAL an den Rat (A-R/0028/2005) Beratungsfolge 07.12.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL (A-R/0028/2005) an den Rat, die RB63 (Münster – Coesfeld) als erste Stadtbahnstrecke zu entwickeln, wird nicht weiter verfolgt. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass keine Kosten und Folgekosten entstehen Begründung: Die Entwicklung der RB63 Münster – Coesfeld als erste Stadtbahnstrecke in Münster ist, wie im Ratsantrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat beschrieben, planungsrechtlich nur schwer umsetzbar und fachlich nicht empfehlenswert. Folgende Aspekte sprechen dagegen: Die Stadt Münster ist für die angesprochene Strecke rechtlich nicht zuständig. Die Kursbuchstre- cke 406 von Münster nach Coesfeld wird zurzeit als Regionalbahnstrecke im 60’-Takt betrieben. Zuständig für dieses Bedienungsangebot ist der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland und nicht die Stadt Münster. Das derzeit gefahrene Bedienungsangebot auf dieser Strecke ist das Ergebnis eines Wettbewerbsverfahrens. Es ist vertraglich zwischen dem ZVM und dem Betreiber, der Regionalbahn Westfalen geregelt. Darüber hinaus hat sich die Verwaltung mit der Frage der Stadtbahntauglichkeit des bestehenden regionalen Schienennetzes auf der Grundlage eines Antrages der SPD-Fraktion und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL aus dem Jahr 1996 ausführlich befasst. Mit der Vorlage 132/96 an den Haupt- und Finanzausschuss wurde auf der Grundlage dieses Antrages die Verwaltung beauf- tragt, die Vergabe eines Gutachtens „Von der Regionalbahn zur Stadtbahn“ vorzubereiten. Ziel des Vorlagen-Nr.: V/0964/2005 Auskunft erteilt: Herr König Ruf: 492 61 51 E-Mail: KoenigD@stadt-muenster.de Datum: 11.11.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0964/2005 Gutachtens war es, Potentiale und Netzstrukturen zu ermitteln, die geeignet sind, die regional schienengebundene Verkehrsbedienung in der Stadtentwicklung Münster fortzuführen und städte- baulich verträglich zu integrieren (Vorlage 132/96, Beschlusspunkt 2). Mit der Vorlage 891/96 wurde das Büro „BSV Büro für Stadt- und Verkehrsplanung Dr.-Ing. Rein- hold Baier GmbH“ beauftragt, in Zusammenarbeit mi t dem Eisenbahninstitut der Universität Stutt- gart (Prof. Heimerl) ein Gutachten zur oben dargestellten Fragestellung zu erstellen. Die Gutachter kamen in ihren Untersuchungen dabei zu einem Ergebnis, dass sich in zwei Kern- aussagen zusammenfassen lässt: − Die Stadt Münster liegt von dem modellmäßig ermittelten Fahrgastpotenzial – auch unter Be- rücksichtigung bereits optimierter Regionalbahnangebote – nur im unteren Bereich des not- wendigen Mengengerüstes für ein Stadtbahnsystem. Bei der Ermittlung der potentiellen Ver- kehrsnachfrage wurde die für die Stadt Münster im Raumfuntionalen Konzept Münster 2010 vorgesehenen Strukturentwicklung und für das Münsterland die regionale Einwohner-Prognose des Gebietsentwicklungplanes (GEP, 1996) zugrunde gelegt. − Das ermittelte Fahrgastangebot lässt sich dabei jedoch nur erreichen, wenn o Die Stadtbahn bis in die Region geführt und auch dort zur direkten Erschließung des Fahrgastpotenzials vereinzelt aus dem bestehenden Gleiskörper in den Straßenraum zur unmittelbaren Anfahrt der Kernbereiche der Mittelzentren ausgeschleift wird. Denn zur Absicherung des notwendigen Fahrgastaufkommens wird zwingend auch der Regi- onalkunde benötigt und o Die Stadtbahn bis in und durch das unmittelbare Stadtzentrum, die Altstadt Münsters, geführt wird. Nur unter diesen Prämissen schlägt der Gutachter in seinem Konzeptvorschlag 2010 ein integrier- tes Regional-Stadtbahn-System mit einem darauf abgestimmten Busangebot für vier der unter- suchten Korridore vor. Dieses sind die Streckenäste: − Münster Hbf. – Gievenbeck sowie Münster Hbf. – Wolbeck – Neubeckum (WLE) und − Münster Hbf. – Kinderhaus – Burgsteinfurt sowie Münster Hbf – Hiltrup – Hamm, die jeweils verknüpft und damit als Durchmesserlinien zu planen sind. Im Umkehrschluss lässt sich aus diesem Untersuchungsergebnis ableiten, dass für die im Ratsan- trag vorgeschlagene Strecke nach Coesfeld kein ausreichendes Fahrgastpotenzial für eine Stadt- bahnbedienung ermittelt werden konnte. Auf der Basis des Gutachterergebnisses hat der Rat mit der Vorlage 746/2001 u.a. beschlossen: − Zur kurz- und mittelfristigen und damit zeitnahen Stärkung und Weiterentwicklung des regiona- len und kommunalen ÖPNV/SPNV haben die auf der Basis des ÖPNV-Ausbauplanes NRW, des 100-Bahnhöfe-Programmes sowie des regionalen SPNV-Nahverkehrsplanes Münsterland und des kommunalen Nahverkehrsplanes der St adt Münster formulierten Maßnahmen und Ar- beitsaufträge Handlungs- und Planungspriorität. − Die weiteren notwendigen Untersuchungsschritte zur Prüfung und Vorbereitung einer Ent- scheidung über die Einführung eines Regional-S tadtbahn-Systems in Münster/im Münsterland werden zurückgestellt. Hier gilt es……. Diese Vorgehensweise hat sich seit dem Beschluss im Jahr 2001 als sehr erfolgreich erwiesen. So sind heute große Erfolge im SPNV im Münsterland zu verzeichnen. Über eine Ausweitung der jähr- - 3 - V/0964/2005 lichen Zugkilometerleistung auf inzwischen 8,8 Mio. Zugkilometer/Jahr und damit verbunden ver- besserten an den Kundenwünschen angepassten Betriebszeiten konnte die Fahrgastzahl inzwi- schen auf ca. 71.000 Fahrgäste/Tag im Bereich des Zweckverbandes Münsterland gesteigert wer- den. Das sind etwa 50 % mehr Fahrgäste als noch 1996. Dies ist umso positiver zu bewerten, als bislang die auch in der Vorlage angesprochenen infra- strukturellen Maßnahmen nur sehr begrenzt umgesetzt werden konnten. So sind zum Beispiel die im SPNV-Bedarfsplan des Landes NRW beschloss enen Maßnahmen für die auf Münster gerichte- ten Kursbuchstrecken Kbs 406 Münster – Warendorf - (Bielefeld), Kbs 407 Münster – Seinfurt und Kbs 408 Münster - Coesfeld noch nicht umgesetzt. Hier ist nach einer Verbesserung der Inf- rastruktur die Einführung eines 30’-Taktes vorgesehen. Allein für diese Maßnahmen sind finanziel- le Aufwendungen in Höhe von ca. 76 Mio. Euro erfo rderlich. Im 2. Nahverkehrsplan SPNV des Zweckverbandes Münsterland, der derzeit als Entwurf vorliegt, sind diese Maßnahmen wiederum verankert worden. Die Stadt Münster plant neben anderen Maßnahmen im SPNV insbesondere die Reaktivierung der Haltepunkte Roxel und Mecklenbeck, die beide an der im Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grü- nen/GAL an den Rat angesprochenen Kursbuchstrecke 408 (RB63 Münster – Coesfeld) liegen: 1. Haltepunkt Münster-Roxel Vorgesehen ist die Anlage des Haltepunktes Münster-Roxel an der eingleisigen Strecke mit einem Bahnsteig östlich der Pienersallee. Konzeptioneller Hintergrund ist zum einen die Schaffung einer schnellen Verbindung für die Roxelaner in Richtung Innenstadt und zum anderen die Schaffung einer zielorientierten Umsteigemöglichkeit von der Regionalbahn auf die Stadtbusse für Pendler aus dem westlichen Umland mit Zielen im Westen des Stadtge- bietes, z.B. Unikliniken. Geplant ist der Haltepunkt als Mobil-Station mit der Möglichkeit eines direkten Bus- Schiene-Umstiegs sowie mit Park-and-Ride- und Bike-and-Ride-Anlagen. Seit 2005 befin- det sich für die Flächenausweisung und die Baurechtssetzung ein Bebauungsplan in der Aufstellung. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung und Beteiligung der Träger öffentlicher Be- lange wurde im Frühjahr 2005 durchgeführt. Zielsetzung ist, den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan bis zum Juni 2006 herbeizuführen. Der Bau des Haltepunktes Roxel muss noch für das ÖPNV-Landesprogramm Nordrhein-Westfalen angemeldet werden. 2. Haltepunkt Münster-Mecklenbeck Die Stadt Münster stellt derzeit einen Bebauungsplan zur Beseitigung des höhengleichen Bahnüberganges an der Heroldstraße auf. Bestandteil des Bebauungsplanes ist auch die Ausweisung eines neuen Haltepunktes Münster-Mecklenbeck an der Eisenbahnstrecke Münster-Coesfeld. Das Betriebskonzept der DB sieht für die eingleisige Bahnstrecke im Haltepunkt Münster- Mecklenbeck einen Kreuzungspunkt vor, so dass der Bau eines Inselbahnsteiges erforder- lich wird. Zur Nutzung von Synergieeffekten soll der Zugang zum Inselbahnsteig von der Straßenunterführung der verlegten Heroldstraße aus erfolgen. Aufgrund der Lage des ge- planten Haltepunktes, ca. 120 m südlich der Einmündung Weseler Stra- ße/Meyerbeerstraße, ist eine gute Anbindung an das Zentrum Mecklenbeck und die neuen Wohngebiete gegeben. Eine Verknüpfung mit den Buslinien auf der Weseler Straße soll über die Haltestelle Meyerbeerstraße erfolgen. Im laufenden Bebauungsplanverfahren hat die Beteiligung der Bürger und der Träger öf- fentlicher Belange stattgefunden. Eine Offenlegung des Bebauungsplanes kann in Abhän- gigkeit von den noch durchzuführenden Untersuchungen frühestens im Jahr 2006 erfolgen. - 4 - V/0964/2005 Für den Bau des Haltepunktes ist eine Aufnahme in das ÖPNV-Landesprogramm Nord- rhein-Westfalen noch zu beantragen. Eine Verlegung der geplanten Haltepunkte Mecklenbeck und Albachten an einen anderen Stre- ckenabschnitt ist zumindest für den Haltepunkt Mecklenbeck nicht ohne weiteres möglich. Die La- ge von Haltepunkten an einer eingleisigen Strecke ist nicht beliebig, sondern hängt von dem zugrunde zu legenden Betriebsprogramm ab. Im konkreten Fall ist im Haltepunkt Mecklen-beck eine Zugkreuzung erforderlich, für die die entsprechenden Gleise vorhanden sein müssen. Dies ist in der aktuellen Planung berücksichtigt. Darüber hinaus ist nach Auskunft des Zweckverband SPNV Münsterland ein zusätzlicher Halt im Bereich Geist und auch eine Verlängerung der Strecke bis in die Speicherstadt, wie in dem Leitantrag gefordert, mit dem derzeitigen Betriebskonzept der RB63 nicht möglich. Damit sind wesentliche Eckpunkte in der seit geraumer Zeit kontinuierlich fortgeführten Weiterent- wicklung des SPNV-Angebotes in Münster/im Münsterland gesetzt. Aufbauend auf dem gültigen Ratsbeschluss aus 2001, dem beschlossenen 2. Nahv erkehrsplan der Stadt Münster und dem im Entwurf vorliegenden 2. Nahverkehrsplan SPNV Müns terland sollte diese bislang sehr erfolgrei- che Vorgehensweise weiter verfolgt werden. I.V. Gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlage: Ratsantrag (A-R/0028/2005) der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL vom 13.06.2005
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (10)
- Pienersallee
- Heroldstraße
- Weseler Straße
- Meckmannweg
- An der Hansalinie
- Geringhoffstraße
- Meyerbeerstraße
- Harkortstraße 3
- Kinderhaus
- Sternbusch
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0964/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 14.11.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37