A-R/0042/2021
Ökologische Landwirtschaft im Münsterland stärken – Bewerbung als Öko-Modellregion auf den Weg bringen
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a-r-0042-2021-Grüne-SPD-Volt-Bewerbung Öko-Modellregion_FINAL
4332 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0042/2021
Ökologische Landwirtschaft im Münsterland stärken
– Bewerbung als Öko-Modellregion auf den Weg
bringen
- Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung -
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Die Stadtverwaltung wird beauftragt, kurzfristig eine Bewerbung der Stadt Münster
für den vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz
NRW ausgerufenen Wettbewerb zur Einführung von drei Ökomodellregionen in
Nordrhein-Westfalen ab 2021 vorzubereiten und einzureichen. Dabei werden
insbesondere integrierte und vernetzte Maßnahmen zur Steigerung des Anteils an
ökologisch bewirtschafteter Fläche in Münster und im Münsterland herausgestellt.
Begründung:
Die EU-Kommission hat im Rahmen der Biodiversitätsstrategie eine Quote von 25%
ökologischer Landwirtschaft als Ziel gesetzt. Mit der Förderung sowohl für die
Produktion wie auch für die Vermarktungswege und Informationskampagnen soll der
Absatz ökologisch produzierter landwirtschaftlicher Erzeugnisse gesteigert werden.
Die Landesregierung NRW will die Unterstützung für die Weiterentwicklung der
ökologischen Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen mit dem Wettbewerb zur
Einführung von drei Ökomodellregion ausweiten. Damit soll dem Bundesziel von 20%
Ökofläche bis 2030 Rechnung getragen werden. Derzeit werden nur 6,0 Prozent der
Agrarflächen in NRW ökologisch bewirtschaftet. Der Regierungsbezirk Münster ist in
NRW der Regierungsbezirk mit dem geringsten Anteil an ökologisch bewirtschafteter
Fläche: Lediglich 1,3 % der Flächen wurden im Jahr 2016 (der derzeit aktuellste
Erhebungsstand) ökologisch bewirtschaftet. Das Engagement hinsichtlich des
ökologischen Landbaus in Münster und im Münsterland muss erkennbar gesteigert
werden.
Das Ernährungssystem mit der Landwirtschaft als Produzenten, internationalen
Vermarktungsstrukturen und weltweiten Warenströmen einerseits und
Verbauchererwartungen und -verhalten andererseits, die von regionalen und
jahreszeitlichen Gegebenheiten abgekoppelt wurden, unterliegt seit Jahren einer
11.05.2021
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0042/2021
Fehlentwicklung hin zu einer Krise, die in Zeiten der Coronapandemie besonders
deutlich wird. Große Verarbeitungsbetriebe sowie (inter)nationale Supermarkt- und
Discounterketten verdrängen regionale Warenströme als Abnehmer
landwirtschaftlicher Produkte und setzen Landwirte unter Druck. Damit geht eine
direkte (und höhere) Wertschöpfung für den regionalen Produzenten verloren.
Für den Klimaschutz und den Schutz der Biodiversität ist ökologische Landwirtschaft
von großer Bedeutung, kann sie doch durch Humusaufbau, Einsatz biologischer
Verfahren statt chemisch-synthetischer Mittel, geschlossene biologische Kreisläufe,
extensive Weidewirtschaft und Tierhaltung sowohl zur CO2 Senkung als auch zum
Schutz der heimischen Flora und Fauna entscheidend beitragen.
Die Coronakrise hat die seit Jahren steigende Nachfrage nach Bioprodukten
nochmals deutlich beschleunigt, ebenfalls werden zunehmend regionale Produkte
bevorzugt. Dies eröffnet die Chance, mit den Projekten und Maßnahmen einer
Ökomodellregion den Anteil an ökologisch und regional erzeugten Lebensmitteln zu
erhöhen, regionale Wertschöpfungsketten zu fördern und somit Arbeitsplätze in der
regionalen Landwirtschaft zu erhalten und ökologische Lebensmittel klimabewusst
regional zu vermarkten. Dazu sollen Produzent*innen (Erzeuger*innen und
Verbeiter*innen) und Verbraucher*innen, Gastronom*innen, Behörden, Unternehmen
und weitere Akteur*innen vernetzt und die Verbraucher*innen für regionale Kreisläufe
und ökologische und regionale Lebensmittel sensibilisiert werden. Beispielweise
können Projekte zum Aufbau von bäuerlichen Liefergemeinschaften ökologischer
Lebensmittel für den regionalen Lebensmittelhandel unterstützt werden, oder der
Aufbau von Direktvermarktung für die ökologische Nahversorgung koordiniert
werden, oder Umstellungsberatung für Betriebe vermittelt werden.
gez. gez. gez.
Dr. Robin Korte Hedwig Liekefedt Tim Pasch
Christoph Kattentidt Marius Herwig Helene Goldbeck
Sylvia Rietenberg Doris Feldmann
Jule Heinz-Fischer Lia Kirsch
Andrea Blome Ludger Steinmann
Carsten Peters und Fraktion
und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- A-R/0042/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 11.05.2021
- Erstellt
- 11.05.2021 12:53