V/0443/2025
Toilettenkonzept der Stadt Münster - Bewirtschaftung und Neustrukturierung der öffentlichen Toilettenanlagen
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Anlage 1 zur Beschlussvorlage
166023 Zeichen
Toilettenkonzept der Stadt Münster Die bedarfsgerechte Bereitstellung von öffentlichen Toilettenanlagen sicherstellen Juli 2025 KIM GmbH im Auftrag der Stadt Münster Anlage 1 zur Beschlussvorlage Toilettenkonzept Münster i Inhaltsverzeichnis A. Zusammenfassung ................................ ................................ ................................ ...... iii B. Bericht................................ ................................ ................................ .......................... 1 1. Einleitung ................................ ................................ ................................ ..................... 1 2. Hintergrund und Ausgangslage ................................ ................................ .................... 2 2.1 Allgemeines ................................ ................................ ................................ ............... 2 2.2 Vergleich mit anderen Städten ................................ ................................ ................... 2 2.3 Ausschreibung ................................ ................................ ................................ ........... 4 2.4 Ziele ................................ ................................ ................................ .......................... 4 2.5 Projektbeteiligte ................................ ................................ ................................ ......... 5 3. Bestandsaufnahme ................................ ................................ ................................ ...... 6 3.1 Vorgehen ................................ ................................ ................................ ................... 6 3.2 Methoden ................................ ................................ ................................ .................. 6 3.3 Ergebnisse................................ ................................ ................................ ................. 7 4. Integration von Interessengruppen und Trägern öffentlicher Belange ......................... 17 4.1 Zielgruppen ................................ ................................ ................................ .............. 17 4.2 Beteiligung von Interessenvertretungen ................................ ................................ ... 18 4.3 Integration der Bezirksvertretungen ................................ ................................ .......... 22 4.4 Online-Bürgerbeteiligung ................................ ................................ .......................... 25 5. Prüfung des Konzepts „Die nette Toilette“ in Münster ....................................................... 32 5.1 Allgemeines ................................ ................................ ................................ ............. 32 5.2 Methoden ................................ ................................ ................................ ................ 32 5.3 Ergebnisse................................ ................................ ................................ ............... 33 6. Standortempfehlungen ................................ ................................ ............................... 40 6.1 Allgemeines ................................ ................................ ................................ ............. 40 6.2 Methoden ................................ ................................ ................................ ................ 40 6.3 Ergebnisse................................ ................................ ................................ ............... 43 6.4 Exkurs: Toiletten an Veranstaltungsflächen ................................ .............................. 50 7. Zusammenstellung künftiger Ausstattungsmerkmale ................................ .................. 54 7.1 Markterkundung ................................ ................................ ................................ ....... 54 7.2 Trockentrenntoiletten ................................ ................................ ............................... 59 7.3 Ausstattungsmerkmale ................................ ................................ ............................. 60 7.4 „Toilette für Alle“ ................................................................................................................... 61 7.5 Zusammenfassung Ausstattungsmerkmale ................................ .............................. 62 Toilettenkonzept Münster ii 8. Bewertungsmaßstäbe für zukünftige Bedarfsmeldungen ................................ ............ 63 8.1 Ausgangslage ................................ ................................ ................................ .......... 63 8.2 Methoden ................................ ................................ ................................ ................ 63 8.3 Ergebnisse................................ ................................ ................................ ............... 63 9. Zusammenfassende Handlungsempfehlungen ................................ ........................... 64 9.1 Handlungsempfehlungen resultierend aus der Bestandsaufnahme .......................... 64 9.2 Handlungsempfehlungen resultierend aus den Beteiligungsverfahren ...................... 64 9.3 Standortempfehlungen ................................ ................................ ............................. 64 9.4 Ausstattungsempfehlungen ................................ ................................ ...................... 65 9.5 Empfehlungen zum Betrieb der Toilettenanlagen ................................ ..................... 66 9.6 Empfehlungen zum Marketing ................................ ................................ .................. 67 10. Quellen ................................ ................................ ................................ ................... 68 C. Abbildungsverzeichnis ................................ ................................ ................................ 69 D. Tabellenverzeichnis ................................ ................................ ................................ .... 72 E. Anhang ................................ ................................ ................................ ...................... 74 Anhang 1 Bestandsaufnahmematrix ................................ ................................ .............. 74 Anhang 2 Übersichtskarte ................................ ................................ .............................. 75 Anhang 3 Übersichtskarte Erreichbarkeiten ................................ ................................ ... 76 Anhang 4 Ergebnisse Beteiligungsverfahren ................................ ................................ .. 77 Anhang 5 Übersicht Bedarfsquellen ................................ ................................ ............... 89 Anhang 6 Ergebnisse Standortempfehlungen ................................ ................................ 90 Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“ .................................................................................... 93 Anhang 8 Auszug Bewertungsmatrix ................................ ................................ ............. 95 Toilettenkonzept Münster iii A. Zusammenfassung Die Stadt Münster betrieb gemeinsam mit der Werbefirma WALL mehrere öffentliche Toilettenanlagen. Diese Partnerschaft endete zum Jahresbeginn 2024, da eine gesetzliche Neuregelung die Verknüpfung von Werbeverträgen mit dem Betrieb öffentlicher Sanitäranlagen untersagt. Infolgedessen demontierte die WALL GmbH sämtliche ihrer Anlagen. Eine Überprüfung durch die Stadt Münster ergab, dass die Übernahme und Weiterführung dieser Toiletten aufgrund ihres Gesamtzustands wirtschaftlich nicht vertretbar wären. Um ein grundlegendes Angebot im Jahr 2024 an öffentlichen Toiletten aufrechtzuerhalten, errichtete die Stadt Münster an drei stark frequentierten Standorten Ersatzanlagen. Zudem zeigte sich in den vergangenen Jahren – insbesondere während der Sommermonate –, dass sich viele Freizeitaktivitäten zunehmend in den Außenbereich verlagern. Damit wird eine höhere Verfügbarkeit öffentlicher Sanitäranlagen immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund wurde die KIM GmbH1 mit der Entwicklung eines umfassenden Toilettenkonzepts beauftragt. Dieses umfasst die Identifikation neuer Standorte , die Einbindung relevanter Akteure sowie die Festlegung eines Ausstattungsstandards. Eine Bestandsaufnahme der verbleibenden Toilettenanlagen sowie der im Rahmen des Projekts „Die nette Toilette“ in Restaurants und Cafés bereitgestellten Sanitäranlagen ergab, dass nur wenige Standorte den geltenden Barrierefreiheitsnormen entsprechen. Zudem wurde die Auffindbarkeit der öffentlichen Toiletten als verbesserungswürdig eingestuft. In einem mehrstufigen Beteiligungsprozess wurden Bezirksbürgermeister, Interessenvertretungen – darunter die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit B ehinderungen – sowie Bürgerinnen und Bürger eingebunden. Sie konnten Standortvorschläge einreichen und Anforderungen an die Ausstattung neuer Toilettenanlagen formulieren. Auch eine Online-Umfrage ist mit etwas mehr als 1500 Teilnehmenden auf hohes Interesse gestoßen. So konnte eine Vielzahl an Perspektiven gesammelt werden. Die Ermittlung des Bedarfs an neuen öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet erfolgte auf Grundlage identifizierter Bedarfsquellen, darunter öffentliche Parks, Ortskerne, Einkaufsstraßen u nd Verkehrsknotenpunkte. Zudem wurden die im Beteiligungsprozess eingegangenen Vorschläge in die Standortanalyse einbezogen. Eine abschließende Priorisierung unter Berücksichtigung der Bürgerbeteiligung sowie der Ergebnisse aus Stakeholder-Gesprächen führte zu 18 Standortvorschlägen, die in drei Prioritätsstufen (A, B und C) eingeteilt wurden. Aus den Gesprächen mit den Trägern öffentlicher Belange und Interessengruppen sowie im Rahmen von Markterkundungen und der Sichtung geltender Normen zum Thema Barrierefreiheit wurden Ausstattungsempfehlungen für neue WCs abgeleitet. Eine Abfrage von Marktpreisen resultierte in einer ersten Kostenschätzung für die neu zu errichtenden Anlagen. 1 Im Laufe des Juli / August 2025 wird die KIM GmbH gesellschaftsrechtlich mit der Mainzer Stadtwerke AG verschmolzen. Das Team des Kompetenzzentrum Intelligente Mobilität steht weiterhin - nun als Teil der Mainzer Stadtwerke AG - Kommunen und Kommunalen Unternehmen für Dienstleistungen rund um Smart City und Intelligente Mobilität zur Verfügung. KIM - Kompetenzzentrum Intelligente Mobilität ist eine Marke der Mainzer Stadtwerke AG. Toilettenkonzept Münster iv Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass insbesondere im Bereich der Innenstadt und des Aasees sowie des Kanalufers / Stadthafens große Potentiale für neue WC -Standorte zu finden sind und die Ersatzanlagen dringend durch fest installierte Stadt -WCs ersetzt werden müssen. Auch sollten die Bekanntheit und Auffindbarkeit der „netten Toiletten“ verbessert werden. Das große Interesse im Rahmen der Bürgerbeteiligung hat gezeigt, dass das Thema bewegt und im Sinne einer menschenzentrierten Stadtplanung angegangen werden muss. Toilettenkonzept Münster 1 B. Bericht 1. Einleitung Ein gut durchdachtes Konzept für öffentliche Toiletten trägt wesentlich zur Lebensqualität, Gesundheit und Attraktivität einer S tadt bei. Es ist ein unverzichtbarer Bestandteil der städtischen Infrastrukturplanung, da öffentliche Toiletten ein grundlegendes menschliches Bedürfnis erfüllen. Menschen, die sich in der Stadt aufhalten, benötigen Zugang zu sauberen und gut gewarteten Toiletten. Das Vorhandensein öffentlicher Toiletten fördert die öffentliche Gesundheit. Ohne ausreichende Toilettenmöglichkeiten kann es vermehrt zu öffentlichem Urinieren kommen, was zu hygienischen Problemen und Konflikten führen kann, wie es in Münster in der Vergangenheit bereits beobachtet wurde. Öffentliche Toiletten müssen barrierefrei sein, um sicherzustellen, dass Menschen mit Behinderungen die Stadt uneingeschränkt nutzen und erleben können. Angesichts einer alternden Bevölkerung und der zunehmenden Vielfalt an Bedürfnissen ist es wichtig, öffentliche Toiletten anzubieten, die allen Menschen gerecht werden. Saubere und leicht zugängliche öffentliche Toiletten verbessern die Lebensqualität in einer Stadt erheblich. Menschen fühlen sich wohler, und die Stadt wird als lebenswerter empfunden. Derzeit existieren in der Stadt Münster sieben feste öffentliche Toilettenanlagen mit unterschiedlichen Ausstattungsmerkmalen, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Von diesen sind drei dauerhaft in Betrieb, drei weitere werden nur an Markttagen betrieben. Eine Anlage ist aus Kostengründen dauerhaft geschlossen. Die mittlerweile in die Jahre gekommenen Anlagen entsprechen nicht immer den Anforderungen an Barrierefreiheit und sind oft Gegenstand von Beschwerden, die Politik, Gremien und Verwaltung beschäftigen. Zudem endete ein Vertrag mit der Firma WALL, die in den letzten Jahren zahlreiche öffentliche WC-Anlagen betrieben hatte. Diese Toiletten stehen aktuell nicht mehr zur Verfügung, und es muss geprüft werden, an welchen Standorten ein Weiterbetrieb sinnvoll ist. Die Instandsetzung der Anlagen ist ressourcenintensiv, während gleichzeitig Versorgungslücken im Stadtgebiet bestehen. In den letzten Jahren, geprägt von der Corona - Pandemie, haben sich Menschen vermehrt im Freien aufgehalten, wodurch die mangelhafte Verfügbarkeit und Qualität von öffentlichen Toiletteneinrichtungen noch stärker in den Fokus rückte. Daher hat sich die Stadt Münster dazu entschlossen, ein gesamtstädtisches Toilettenkonzept zu erarbeiten. Zur bedarfsgerechten Versorgung mit öffentlichen Toilettenanlagen ist eine individuelle Betrachtung einzelner Örtlichkeiten erforderlich. Hierbei sind die Besonderheiten der einzelnen Flächen, insbesondere die Nutzungshäufigkeit du rch Veranstaltungen, zu berücksichtigen. Ergänzend sind die städtebaulichen Gegebenheiten, gestalterische Aspekte sowie einzelfallbezogene Aspekte und Umweltbelange zu berücksichtigen. Toilettenkonzept Münster 2 2. Hintergrund und Ausgangslage 2.1 Allgemeines Die Stadt Münster steht vor einer bedeutenden Herausforderung im Bereich der öffentlichen Toilettenanlagen. Trotz finanzieller Engpässe und gestiegener Bewirtschaftungskosten sieht sich die Stadt in der Verantwortung, das Angebot zu verbessern und die bestehenden Anlagen weiterhin zu betreiben. Derzeit befinden sich sieben Toilettenanlagen im Eigentum der Stadt. Eine entscheidende Veränderung trat am 1. Januar 2024 in Kraft: Die Stadt Münster hat den eigenständigen Betrieb ihrer öffentlichen Toilettenanlagen wieder übernommen. Grund hierfür ist ein rechtliches Verbot, die Bewirtschaftung öffentlicher Toiletten an Werberechte zu koppeln. In diesem Zuge wurde der Rückbau der von der WALL GmbH betriebenen Standorte durch die Firma Außenwerbung Zeiger GmbH durchgeführt. Um die funktionstüchtigen Toiletten zu ersetzen, wurden während der Sommermonate an drei Standorten Toilettenkabinen der Firma TOITOI & DIXI aufgestellt, die mit Einhausungen versehen sind. In Zusammenarbeit mit Münster Marketing und der Initiative starke Innenstadt wurde zudem das Konzept „Die nette Toilette“ erweitert. Das Konzept „Die nette Toilette“ ist eine Lösung, um das Angebot an öffentlich zugänglichen Toiletten zu erweitern, ohne dabei erhebliche Investitionen in neue Anlagen tätigen zu müssen. Im Rahmen dieses Projekts kooperiert die Stadt Münster mit Gastronomiebetrieben, Cafés, Restaurants, Geschäften und anderen Einrichtungen, die ihre sanitären Anlagen der Öffentlichkeit kostenfrei zur Verfügung stellen. Die teilnehmenden Betriebe sind durch einen gut sichtbaren Aufkleber mit dem „nette Toilette“- Logo gekennzeichnet, sodass Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher diese leicht erkennen können. Zudem sind die Betriebe, deren Standorte und Öffnungszeiten in der App von „Die nette Toilette“ gelistet und auf einer Kartenansicht zur Navigation verortet. Für ihre Beteiligung erhalten die Betriebe von der Stadt eine Aufwandsentschädigu ng, die die zusätzlichen Reinigungskosten und den erhöhten Pflegeaufwand abdeckt. 2.2 Vergleich mit anderen Städten Um eine bessere Einschätzung der aktuellen Situation der öffentlichen Toilettenanlagen in Münster zu erhalten, wurden die Anzahl der aktuell ver fügbaren öffentlichen Toiletten, Einwohnerzahl, Größe des Stadtgebiets und Bevölkerungsdichte der Stadt Münster mit acht weiteren deutschen Städten (Wiesbaden, Erfurt, Augsburg, Kassel, Magdeburg, Mainz, Halle (Saale) und Freiburg) ähnlicher Größenordnung verglichen. Die zum Zeitpunkt der Betrachtung geschlossenen, außer Betrieb genommenen und nur bedingt geöffneten Anlagen wurden nicht berücksichtigt. Toilettenkonzept Münster 3 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Abbildung 1: Verhältnis Anzahl öffentlicher Toiletten zur Größe des Stadtgebiets. Daten: Eigene Recherche. 45 40 35 30 25 20 15 10 5 0 Abbildung 2: Verhältnis Anzahl öffentlicher Toiletten zur Bevölkerungsdichte. Daten: Eigene Recherche. Aus den Ergebnissen geht hervor, dass die Stadt Münster bezogen auf die Anzahl der öffentlichen Toiletten im Verhältnis zur Größe des Stadtgebiets an letzter Stelle steht (vgl. Abb. 1). Ebenso liegt die Stadt Münster auf letzten Platz, wenn man das Verhält nis der Toilettenanzahl zur Bevölkerungsdichte betrachtet (vgl. Abb. 2). „Nette Toiletten“ wurden in dieser Übersicht nicht berücksichtigt. Allerdings weist die Stadt Münster unter den hier ausgewählten deutschen Großstädten das mit Abstand größte Stadtgeb iet bei einer geringeren Bevölkerungsdichte auf. Dies lässt auf eine in großen Teilen eher lockere Bebauung und viele Vorort -Gemeinden schließen, was mit einer geringeren Nachfrage an öffentlichen Toiletten einhergeht. Die Stadt Wiesbaden stellt den Spitzenwert an öffentlichen Toiletten in dieser Vergleichsgruppe auf. Hierbei ist zu beachten, dass in Wiesbaden neben den 21 öffentlichen Toiletten an allen 21 öffentlichen Friedhöfen ebenfalls WC-Anlagen vorgehalten werden. Diese sind während den Öffnungszeiten der Friedhöfe durchgehend geöffnet. Auf Platz zwei folgt die Stadt Karlsruhe, die 41 öffentliche WC-Anlagen zusammen mit der Werbefirma WALL betreibt. Zwei weitere Anlagen befinden sich in der badischen Residenzstadt noch in Planung. Karlsruhe Wiesbaden Mainz Mannheim Bonn Magdeburg Halle Augsburg Bielefeld Wuppertal Freiburg Münster 0 50 100 150 200 250 300 350 Größe Stadtgebiet (in km2) Wiesbaden Karlsruhe Mainz Mannheim Magdeburg Bielefeld Augsburg Bonn Freiburg Halle Wuppertal Münster 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 Bevölkerungsdichte (in Einwohner/km2) Anzahl öffentlicher Toiletten Anzahl öffentlicher Toiletten Toilettenkonzept Münster 4 Im Mittelfeld liegen Städte wie Magdeburg, Mannheim oder Bonn, die bei 250.000 bis 320.000 Einwohnern je 17 oder 22 (Mannheim) öffentliche WC-Anlagen betreiben. Die Öffnungszeiten der Toilettenanlagen liegen bei den meisten Städten im Schnitt zwischen 7 und 22 Uhr. Lediglich zwei Städte haben Toiletten, die rund um die Uhr geöffnet sind. Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Stadt Münster in Bezug auf öffentli che Toilettenanlagen im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größe deutlich im Hintertreffen ist. Die aktuell drei regulär geöffneten öffentlichen Anlagen bedeuten den letzten Platz im Ranking. 2.3 Ausschreibung Um die Herausforderungen im Bereich der öffentlichen Toiletten nachhaltig zu lösen, hatte die Stadt Münster im März 2024 eine Ausschreibung zur Erstellung eines gesamtstädtischen Toilettenkonzepts veröffentlicht. Ziel ist es, eine bedarfsgerechte Bereitstellung öffentlicher Toilettenanlagen zu g ewährleisten, die sowohl den Bedürfnissen der Bürger als auch den Anforderungen einer wachsenden Stadt gerecht wird. Die Ausschreibung wurde im Rahmen einer Verhandlungsvergabe durchgeführt, auf die sich das Kompetenzzentrum Intelligente Mobilität (KIM) be worben hatte und daraufhin den Zuschlag bekam. 2.4 Ziele Das übergeordnete Ziel des gesamtstädtischen Toilettenkonzepts ist eine bedarfsgerechte Bereitstellung öffentlicher Toilettenanlagen in Münster. Die Erstellung des Konzepts soll insbesondere folgende Anforderungen und Zielsetzungen berücksichtigen: 1. Zentrale Schwerpunkte in Münster: Das Konzept soll eine systematische Analyse der Bedarfe in verschiedenen Stadtteilen umfassen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf stark frequentierten Orten wie: Touristische Anziehungspunkte Zentrale Anlaufstellen des ÖPNV bzw. am Busbahnhof Veranstaltungsorte Naherholungsgebiete Marktplätze 2. Ausstattung der neu errichteten Toiletten: Die neuen Toilettenanlagen sollen modernen Standards entsprechen und barrierefrei gestaltet sein. Besondere Anforderungen sind: Vandalismus hemmende Ausstattung (Voll)automatische Reinigung Barrierefreie Nutzbarkeit Einbeziehen von Umweltaspekten z. B. durch sparsamen Wasserverbrauch oder nachhaltige Materialien Gendergerechte Nutzung Kostenpflichtige Benutzung Toilettenkonzept Münster 5 Kostenfreie Nutzung für Menschen mit Behinderung Anpassung der Ausstattung an die örtliche Gegebenheit 3. Standortfaktoren: Die Auswahl geeigneter Standorte soll auf Basis von Zugänglichkeit, Frequenz und regionalen Bedürfnissen erfolgen. Folgende Kriterien spielen dabei eine entscheidende Rolle: Auffindbarkeit Zugänglichkeit Beachtung der zukünftigen Entwicklung der Stadt Münster Gestalterische Einordnung im städtischen Umfeld gut beleuchteter Standort aufgrund von Sicherheitsaspekten Durch diese Aspekte soll eine möglichst effiziente Versorgung des Stadtgebiets mit öffentlichen Toilett enanlagen sowie eine hohe Akzeptanz durch die Bevölkerung und eine optimale Nutzerfreundlichkeit angestrebt werden. 2.5 Projektbeteiligte Das Projekt zur Entwicklung eines gesamtstädtischen Toilettenkonzepts wird durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure getragen, die jeweils spezifische Aufgaben und Verantwortlichkeiten übernehmen. Auftraggeberin: Stadt Münster Die Stadt Münster ist die initiierende und federführende Instanz des Projekts. Vertreten durch das Ordnungsamt, steuert sie die strategischen und operativen Prozesse. Das Ordnungsamt übernimmt dabei die Koordination und stellt sicher, dass die Anforderungen an das Konzept in Einklang mit den städtischen Zielen und Bedürfnissen stehen. Auftragnehmerin: KIM GmbH Die KIM GmbH wurde als Auftragnehmerin im Rahmen der Verhandlungsvergabe ausgewählt. Sie ist für die Erstellung des Konzepts verantwortlich. Zu den Aufgaben der KIM GmbH gehören: Die Analyse der Bedarfe vor Ort, Die Entwicklung konkreter Vorschläge für Standorte und Ausstattung der Toilettenanlagen, Die Berücksichtigung von Nachhaltigkeits- und Effizienzaspekten. Weitere Fachämter: Im Projekt sind zudem weitere Fachämter der Stadt Münster beteiligt. Diese spielen eine unterstützende Rolle, indem sie ihre fachspezifische Expertise und lokale Kenntnisse einbringen. Toilettenkonzept Münster 6 3. Bestandsaufnahme 3.1 Vorgehen Ziel der Bestandsaufnahme war das Erfassen des aktuellen Zustands der Toilettenanlagen sowie das Ableiten von Handlungsempfehlungen. Vorbereitend zur Bestandsaufnahme wurde ein Bestandsaufnahmeformular erarbeitet, welches als Kriterienkatalog zur Bewertung der Toilettenanlagen diente. Mithilfe eines standardisierten Bewertungsschemas konnten die bestehenden Anlagen untersucht und miteinander verglichen werden. Betrachtet wurden sowohl bauliche Ausstattungsmerkmale als auch Qualitätskriterien wie Zustand und Sauberkeit der Anlagen. Ein besonderes Augenmerk wurde zudem auf die Barrierefreiheit der Bestandsanlagen gelegt, da es sich hierbei um eine Grundanforderung öffentlicher Einrichtungen handelt. Die DIN -Norm 18040 "Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude" wurde als Grundlage für die Bestandsaufnahme sowie das weitere Konzept herangezogen. Sie beschreibt Anforderungen an barrierefreie Gebäude, die für alle Menschen zugänglich sein sollten, unabhängig von Alter, Größe, Fähigkeiten oder körperlichen Einschränkungen. Die Ergebnisse der Bestandsaufnahme dienten als Grundlage, um den Zugang zu und die Qualität von öffentlichen Toilettenanlagen im weiteren Verlauf zu verbessern. Abbildung 3: Vorgehen bei der Bestandsaufnahme. Eigene Darstellung. 3.2 Methoden 3.2.1 Begehung Zunächst wurde eine ausführliche Tabelle mit Bewertungskriterien erstellt, die anschließend in eine Vorlage für die Bestandsaufnahme überführt wurde (vgl. Anhang 1). Zu den wichtigsten Bewertungskriterien gehören unter anderem die Auffindbarkeit, die Barrierefreiheit, die Nutzungsmöglichkeiten, die Anzahl der WCs und Pissoire, die Ausstattung und Sicherheitsmerkmale, wie z. B. eine automatische Türöffnung, der Verschmutzungsg rad und die Funktionsfähigkeit. Für die Durchführung der Begehung wurden die Toilettenanlagen kartiert und in Bereiche unterteilt. Die Bereiche wurden im Anschluss an drei verschiedenen Tagen in Zweierteams begangen und die Toilettenanlagen untersucht. Für jede Anlage wurden die Bewertungskriterien in der Vorlage notiert und mit Fotos dokumentiert. Nach Abschluss der Begehungen wurden die Daten digitalisiert und in einem Dokument zusammengefasst sowie ausgewertet. Toilettenkonzept Münster 7 3.2.2 Erreichbarkeitsanalyse bestehender Anlagen Mit einer Erreichbarkeitsanalyse der bestehenden Anlagen wurden die realistischen Einzugsbereiche der WC -Standorte identifiziert und unterversorgte Areale im Stadtgebiet ermittelt. So werden im Gegensatz zum einfachen Ziehen eines Radius die trennende Wirkung von Schnellstraßen und Wegebeziehungen berücksichtigt. Wir gehen davon aus, dass der realistische Einzugsbereich einer Toilette im Stadtgebiet eine Wegstrecke von fünf Minuten (einfacher Weg) bei einer langsamen bis mittleren Schrittgeschwindigkeit von 4,3 km/h nicht übersteigen soll. Als Richtwert für die Schrittgeschwindigkeit von Fußgängern und Fußgängerinnen führen die Richtlinien für die Bemessung von Lichtsignalanlagen einen Referenzwert von 1,2 m/s beziehungsweise 4,3 km/ h an. Die Schwankungsbreite reicht von 1,0 bis 1,5 Meter pro Sekunde (zwischen 3,6 und 5,4 km/h) (vgl. FSGV, 2015). Um auch langsameren Verkehrsteilnehmenden Rechnung zu tragen, folgen wir diesen Werten und setzen für unsere Analysen eine durchschnittliche Schrittgeschwindigkeit von 1,2 m/s bzw. 4,3 km/h an. 3.3 Ergebnisse 3.3.1 Erreichbarkeitsanalyse Es wurden zwei Erreichbarkeitsanalysen durchgeführt. In einem ersten Schritt wurde die Erreichbarkeit der wenigen verbliebenen öffentlichen -WC-Standorte durchgeführt. Danach wurde die Erreichbarkeitsanalyse inklusive der zahlreichen Nette -Toilette-Standorte wiederholt. Öffentliche WC -Anlagen und „nette Toiletten“ ergänzen sich und decken große Teile der Innenstadt und Hiltrups ab (siehe Abb. 4). Aufgrund der zahlreichen, sich überschneidenden Einzugsbereiche der „netten Toiletten“ in Hiltrup und der Innenstadt kann von einer partiellen Überversorgung ausgegangen werden. Eine vertiefte Analyse hierzu ist in Kapitel 5 Prüfung des Konzepts „Die nette Toilette“ in Münster zu finden. Im Südviertel entlang der Hammer Straße sind weitere Anlagen zu finden. Der Südpark wird westlichen Ende von einem WC abgedeckt. Der Osten und Westen der Stadt ist nicht mit WC-Anlagen abgedeckt. Im Norden befindet sich eine öffentliche Anlage im Wienburgpark. Auch in den äußeren Stadtteilen befinden sich keine WC-Anlagen. Am Aasee sind zwei Standorte vorhanden, wobei die „nette Toilette“ im Mövenpick-Hotel vom See nicht innerhalb von fünf Minuten erreichbar ist. Die Analyse zeigt, dass größere Umwege in Kauf genommen werden müssen. Es ist fraglich, ob Besuchende am See diesen Standort aufsuchen. Wir gehen davon aus, dass nur wenige Personen einen Weg von mehr als 10 Minuten für den Hin- und Rückweg zu einer öffentlichen Toilette zurücklegen wollen. Toilettenkonzept Münster 8 Abbildung 4: Ergebnisse der Erreichbarkeitsanalyse aller verfügbarer Toilettenanlagen („nette Toilette“ und öffentliche WC-Anlagen): Eigene Darstellung. 3.3.2 Begehung Im August 2024 war die KIM GmbH vor Ort, um die bestehenden Toilettenanlagen in Münster sowie die Standorte des Konzepts „Die nette Toilette“ zu besichtigen. Die Begehung erfolgte in Teams, die die verschiedenen Einrichtungen systematisch betrachtet und bewertet haben. Ziel war es, die bestehenden öffentlichen Toilettenanlagen der Stadt Münster sowie die „nette Toilette“-Standorte auf ihre Funktionsfähigkeit, Ausstattungsmerkmale sowie ihre Erreichbarkeit zu überprüfen. Dafür wurde ein Bestandsaufnahmeformular genutzt (siehe Anhang 1 Bestandsaufnahmematrix ), das eine detaillierte Dokumentation der jeweiligen Anlagen ermöglichte. Neben Informationen zum allgemeinen Bestand der Toiletten, wie z.B. Sauberkeit, Barrierefreiheit, Zugänglichkeit und W artungszustand, wurden auch Fotodokumentationen angefertigt. Bei den folgenden Ergebnissen ist zu berücksichtigen, dass es sich um den Stand August 2024 handelt. Die detaillierten Ergebnisse zu jeder Anlage wurden der Stadt Münster zur Verfügung gestellt. Toilettenkonzept Münster 9 Münster-Mitte Münster-Hiltrup Abbildung 5: Anzahl Toilettenanlagen nach Stadtteilen. Eigene Darstellung. Insgesamt wurden 42 Standorte untersucht. Davon befanden sich 26 Standorte in Münster- Mitte und 16 Standorte im Stadtteil Hiltrup. Nicht mehr existente Anlagen Nette Toilette Öffentliche Toiletten Insgesamt 0 10 20 30 40 50 Münster-Mitte Münster-Hiltrup Abbildung 6: Anzahl Toilettenanlagen nach Stadtteilen und Betreibern. Eigene Darstellung. Zehn Toilettenanlagen befanden sich zu diesem Zeitpunkt im Eigentum der Stadt Münster, bzw. wurden über die Stadt Münster von TOITOI & DIXI gemietet. Davon neun in Münster - Mitte und eine Anlage in Hiltrup. Betrachtet wurden auch die teilnehmenden Betriebe der „netten Toilette“. Hier befand sich der Großteil der Anlagen mit 15 von insgesamt 28 16 26 16 4 9 0 13 15 1 26 Toilettenkonzept Münster 10 * davon drei Anlagen durchgängig und drei nur an Markttagen in Betrieb. teilnehmenden Betrieben im Stadtteil Hiltrup. Darüber hinaus wurden die Standorte der vier nicht mehr existenten Anlagen in Münster-Mitte besichtigt. Abbildung 7: Betriebszustand der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. Bei der Begehung wurde zunächst der Betriebszustand der Toilettenanlagen erfasst. Von den teilnehmenden Betrieben der „netten Toilette“ waren alle 28 Toilettenanlagen in Betrieb. Von den insgesamt zehn Toilettenanlagen in der Stadt Münster waren zum Zeitpunkt der Begehung sechs in Betrieb. Eine Anlage war außer Betrieb und weitere drei Anlagen wurden durch DIXI- Toiletten ersetzt. Zusammengefasst waren von den insgesamt 42 Standorten 34 Anlagen in Betrieb, eine Anlage außer Betrieb, drei Anlagen durch DIXI-Toiletten ersetzt und vier Anlagen ersatzlos nicht mehr existent. Durchgehend Eingeschränkt * durchgehend = jeden Tag in der Woche; eingeschränkt = nur an bestimmten Tagen oder Jahreszeit Abbildung 8: Öffnungszeiten der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. Bei der Erfassung der Öffnungszeiten der Toilettenanlagen wurde zunächst nur zwischen durchgehend, d.h. an allen Wochentagen, und nicht durchgehend, d.h. nur an bestimmten Tagen, geöffneten Anlagen unterschieden. Nur etwa ein Drittel (12) der betrachteten Anlagen sind durchgehend geöffnet. Der Großteil der betrachteten Anlagen (25) ist dagegen eingeschränkt geöffnet. Besondere Regelungen gelten für die Toiletten an den Wochenmärkten. Die öffentliche Toilette am Domplatz ist ausschließlich an Markttagen von 12 25 Nette Toilette 28 0 In Betrieb* Außer Betrieb Stadt Münster 6 1 3 0 Derzeit DIXI als Ersatz Ehemaliger WALL Standort, nicht mehr existent Insgesamt 34 1 3 0 10 20 30 40 50 4 Toilettenkonzept Münster 11 05:00 Uhr bis 16:00 Uhr geöffnet. Die Toiletten am Geistmarkt und am Wochenmarkt in Hiltrup werden wie „nette Toiletten“ behandelt und von den Marktbeschickern selbst gereinigt. Innenliegend Freistehend DIXI Unterirdisch Abbildung 9: Anlagetypen der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. Bei der Erfassung des Anlagetyps wurde zwischen den vier Kategorien innenliegend, freistehend, DIXI und unterirdisch unterschieden. Der Anlagetyp innenliegend überwiegt mit 31 Anlagen deutlich. Freistehende Anlagen und DIXI -Toiletten sind mit jeweils 3 Toilettenanlagen vertreten. Eine der Toilettenanlagen ist dem Anlagentyp unterirdisch zuzuordnen. sehr gut gut ausreichend mangelhaft unzumutbar nicht berechnungsfähig Abbildung 10: Zustand der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. Der Zustand der Anlagen wurde anhand folgender Faktoren berechnet: Verschmutzung, Geruch, Hygiene (definiert als das Vorhandensein von Sensorik für Spülung, Wasser, Seife und Händetrockner), Funktionsfähigkeit und Optik. Dabei wurden die Faktoren nach ihre r Bedeutung für die Nutzung der Anlagen gewichtet: Verschmutzung (35%), Geruch (20%), Hygiene (10%), Funktionsfähigkeit (25%) und Optik (10%). Der errechnete Zustand wurde anschließend in die Kategorien „sehr gut“, „gut“, „ausreichend“, „mangelhaft“ und „unzumutbar“ eingeordnet. Bewertet wurden alle Anlagen, die zum Zeitpunkt der Begehung in Betrieb waren. Für drei Anlagen konnte der Zustand nicht erfasst werden, da sie zu diesem Zeitpunkt nicht begehbar waren. 3 1 3 31 2 10 3 18 14 Toilettenkonzept Münster 12 Die Auswertung zeigt, dass der Zustand von rund der Hälfte der Anlagen (18) als „sehr gut“ bewertet wurde. Weitere 14 Anlagen wurden als „gut“ bewertet. Zwei der Anlagen wurden mit einem noch „ausreichenden“ Zustand bewertet. Lediglich eine Anlage wies einen „mangelhaften“ Zustand auf. Behinderten-WC vorhanden kein Behinderten-WC vorhanden Abbildung 11: Toilettenanlagen mit Behinderten-WC. Eigene Darstellung. Vor der Bewertung der Barrierefreiheit der Anlagen wurde zunächst unterschieden, ob die Anlagen über ein Behinderten-WC verfügen oder nicht. Es zeigte sich, dass nur etwas mehr als die Hälfte (19) der Anlagen über ein Behinderten -WC verfügen. Zwei der drei nicht begehbare Anlagen konnten in dieser Bewertung nicht berücksichtigt werden. Vollständig barrierefrei Größtenteils barrierefrei Eingeschränkt barrierefrei Kaum barrierefrei Nicht barrierefrei Abbildung 12: Erfüllung der Kriterien für Behinderten-WCs nach DIN-Norm 18040. Eigene Darstellung. Zur Beurteilung der Barrierefreiheit der Anlagen mit Behinderten-WC wurden die Kriterien der DIN 18040 herangezogen und überprüft. Die Begehung ergab, dass drei der 19 Anlagen nicht barrierefrei sind. Weitere drei Anlagen sind eingeschränkt barrierefrei. Fünf Standorte sind mit Einschränkungen barrierefrei. Sieben Anlagen sind weitgehend barrierefrei (d.h. mit maximal drei nicht vollständig erfüllten Kriterien). Nur bei einer Anlage konnte eine vollständige Erfüllung der Kriterien für Behinderten-WCs nach DIN 18040 festgestellt werden. 17 19 3 1 3 7 5 Toilettenkonzept Münster 13 sehr gut gut ausreichend mangelhaft unzumutbar Abbildung 13: Sicherheit der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. Als weiteres Kriterium wurde die Sicherheit der Toilettenanlagen bewertet. Die Sicherheit der Toilettenanlagen wurde anhand der Anzahl der erfüllten Kriterien bewertet. Die Kriterien sind dem Bestandsaufnahmeformular (Anhang 1) zu entnehmen. Insgesamt gab es 4 Kriterien. Die Note 1 wurde vergeben, wenn alle 4 Kriterien erfüllt waren. Die Note 2 wurde vergeben, wenn 3 Kriterien erfüllt waren. Note 3 wurde vergeben, wenn 2 Kriterien erfüllt waren. Note 4 wurde vergeben, wenn 1 Kriterium erfüllt war. Note 5 wurde vergeben, wenn kein Kriterium erfüllt war. Auf dieser Grundlage wurde eine Note berechnet, die die Bewertung der Sicherheit der jeweiligen Anlage widerspiegelt. Es zeigt sich, dass nur bei drei Anlagen die Sicherheit mit „sehr gut“ bewertet wurde. Mehr als die Hälfte (19) der Anlagen weisen eine „gute“ Sicherheit auf. Bei den restlichen 14 Anlagen wurde die Sicherheit mit „ausreichend“ bewertet. Dies zeigt, dass der überwiegende Teil der Anlagen sicher ist, es aber noch Verbesserungspotential bei der Sicherheit der Anlagen gibt. 3.3.3 Erhebung von Nutzungszahlen Im Rahmen der Bestandsaufnahme sollten zusätzlich die Nutzungszahlen erhoben werden, um einen Eindruck über die Auslastung und den Bedarf an versc hiedenen Standorten zu bekommen. Die Zählungen erfolgten an zwei verschiedenen Wochentagen zu drei unterschiedlichen Tageszeiten innerhalb jeweils einer Stunde. Als Stichprobe wurden die zwei Toilettenanlagen Stadthaus 1 und Schlossplatz ausgewählt. Am Stadthaus 1 wurden Zählungen in den Zeiträumen 10:00-11:00 Uhr, 13:00-14:00 Uhr und 17:00-18:00 Uhr durchgeführt. Die Wahl dieser Zeiten beruht auf der Annahme, dass die Toiletten vor allem während des Besuchs der umliegenden Geschäfte und bei Erledigungen genutzt werden. Vormittags und nachmittags sind Zeiten, in denen viele Menschen einkaufen, zum Arzt gehen oder anderen alltägliche Erledigungen nachgehen. Der späte Nachmittag wurde ebenfalls berücksichtigt, da hier viele Menschen nach der Arbeit noch Bes orgungen tätigen oder sich treffen. Am Schlossplatz wurde in den Zeiträumen von 11:00-12:00 Uhr, 15:00-16:00 Uhr und 19:00- 20:00 Uhr gezählt. Hier wurde davon ausgegangen, dass die Toilette aufgrund der umliegenden Grünflächen und Spielplätze eher nachmit tags und zu später Stunde stärker frequentiert wird. Zusätzlich wurde eine Zählung zwischen 11:00 und 12:00 Uhr durchgeführt, 0 3 14 19 Toilettenkonzept Münster 14 um den gesamten Tag abzubilden und eventuelle Unterschiede zwischen der Nutzung am Vormittag und am Nachmittag feststellen zu können. Darüber hinaus wurden allgemeine Annahmen zu beeinflussenden Faktoren für die Toilettennutzung nach Tageszeit getroffen un d bei der Auswahl der Zählzeitpunkte berücksichtigt. Diese Faktoren umfassen Tätigkeiten wie den Besuch des Einzelhandels und alltägliche Erledigungen, Arztbesuche, Spaziergänge sowie Treffen mit anderen Personen zum Verweilen. Auch die Standorte bzw. die direkte Umgebung der Toilettenanlagen, wie Einkaufsstraßen und Points of Interest (POI) mit Aufenthaltsqualität, spielten eine Rolle. Schließlich wurde auch die Berufstätigkeit der Nutzer berücksichtigt, wobei zwischen ganztags, halbtags, arbeitslos, in Rente sowie Elternzeit, Urlaub unterschieden wurde. Während der Zählungen wurden neben Datum und Tageszeit auch die Nutzungsmöglichkeit (Männer-WC, Frauen-WC, Behinderten-WC) sowie mögliche beeinflussende Faktoren auf die Nutzungszahlen (Wetter, Besonderheiten am Standort) erhoben. Zudem wurden Kleinkinder in Begleitung von Erwachsenen gesondert gezählt. Die Ergebnisse der Zählung sind nicht repräsentativ, können jedoch einen ersten Eindruck zum Nutzungsverhalten geben. Tabelle 1: Anzahl Personen, die die Toilettenanlagen genutzt haben. Ergebnisse der Zählung. (+Zahl) = Anzahl Kleinkinder, die in Begleitung der gezählten Erwachsenen das WC genutzt haben. Eigene Darstellung. Standort Datum Tageszeit Frauen-WC Männer-WC Behinderten- WC Stadthaus 1 06.08.2024 17:00- 18:00 3 4 (+1) 0 07.08.2024 10:00- 11:00 6 4 (+1) 0 07.08.2024 13:00- 14:00 16 (+6) 8 0 Schlossplatz 06.08.2024 18:00- 19:00 2 6 0 07.08.2024 11:00- 12:00 2 7 0 07.08.2024 14:00- 15:00 3 6 0 Während die Nutzerzahlen am Schlossplatz über die Tageszeiten hinweg konstant waren, wurde die Toilette am Stadthaus 1 vermehrt zur Mittagszeit genutzt. Da zu dieser Zeit viele Erwachsene gemeinsam mit Kleinkindern gezählt wurden, kann die Annahme getroffe n werden, dass die hohen Zahlen zu dieser Tageszeit auf den vorm Stadthaus 1 aufgebauten „Maxi-Sand“, einen großen Sandkasten für Kinder, zurückzuführen sind. Toilettenkonzept Münster 15 Tabelle 2: Wetter und Besonderheiten während der Zählung. Eigene Darstellung. Standort Datum Wetter Besonderheiten Stadthaus 1 06.08.2024 sonnig, 30°C Maxi-Sand geöffnet 07.08.2024 sonnig mit Wolken, 24°C Schlossplatz 06.08.2024 sonnig, 30°C Veranstaltung auf dem Schlossplatz (Sommernachtskino), jedoch mit 2 eigenen Toilettencontainern 07.08.2024 sonnig mit Wolken, 24°C 3.3.4 Zeitwertermittlung Der Zeitwert einer WC -Anlagen wurde durch die Differenz zwischen dem ursprünglichen Anschaffungswert und der kumulierten Abschreibung ermittelt. Diese Berechnung berücksichtigt die Nutzungsdauer und den Zustand der Anlage, um den aktuellen Wert zu bestimmen. Die Abschreibung erfolgt linear über die Nutzungsdauer der Anlage. Abbildung 14: Standorte (von links): Schlosspatz, Aasee/Hansahafen und Geistmarkt. Eigene Darstellung. Schlossplatz Anschaffungsjahr: 2010 Anschaffungswert: 12.215,94 EUR Abschreibung: 10 Jahre Aktueller Buchwert: 0 EUR Aasee / Hansahafen Anschaffungsjahr: 2010 Anschaffungswert: 62.566,24 EUR Abschreibung: 10 Jahre Aktueller Buchwert: 40.859,62 EUR Geistmarkt Anschaffungsjahr: 2010 Toilettenkonzept Münster 16 Anschaffungswert: 46.533,38 EUR Abschreibung: 10 Jahre Aktueller Buchwert: 30.389,16 EUR Anmerkung: Die WC-Anlagen in den Stadthäusern 1 und 2 sind Bestandteil des Gebäudes und haben daher keinen separat ausgewiesenen Wert. Die Containeranlage in Hiltrup sowie die mobilen Toiletten an den Standorten Breul, Südpark und Wienburgpark konnten nicht bewertet werden. Auch die unterirdische WC-Anlage am Domplatz konnte nicht in die Zeitwert- Berechnung einbezogen werden. Toilettenkonzept Münster 17 4. Integration von Interessengruppen und Trägern öffentlicher Belange 4.1 Zielgruppen Die Zielgruppen für öffentliche Toiletten sind vielfältig und umfassen im Wesentlichen alle Menschen, die sich in öffentlichen Räumen aufhalten. Wir gehen davon aus, dass insbesondere die folgenden Personengruppen häufig öffentliche Toiletten aufsuchen werden. Personen, die sich zu Freizeitzwecken oder zum Zweck von Erledigungen im Stadtgebiet aufhalten: (Tages-)Touristen und Reisende: Personen, die Städte besuchen oder durchreisen, benötigen oft Zugang zu öffentlichen Toiletten, da sie sich in der Gegend nicht gut auskennen oder keinen schnellen Zugang zu privaten Toiletten haben. Menschen, die in Einkaufszentren, Märkten oder Einkaufsstraßen unterwegs sind, benötigen oft öffentliche Toiletten, um ihre Einkäufe komfortabel erledigen zu können. Familien mit kleinen Kindern: Eltern mit Babys und Kleinkindern sind oft auf gut ausgestattete öffentliche Toiletten angewiesen, die Wickelmöglichkeiten bieten. Teilnehmer an öffentlichen Veranstaltungen: Besucher von Festivals, Konzerten, Märkten oder Sportveranstaltungen benötigen ebenfalls Zugang zu ausreichenden und sauberen öffentlichen Toiletten. Ältere Menschen Auf dem Weg von und zu Erledigungen im Stadtgebiet. Senioren, die möglicherweise häufiger Toilettenpausen benötigen, sind ebenfalls auf leicht zugängliche öffentliche Toiletten angewiesen Häufige Ziele: Parkanlagen, Aasee, Innenstadt, Stadtteilzentren, Spielplätze, Wochenmärkte, Arzthäuser, Friedhöfe Gesundheitlich beeinträchtige Personen: Menschen mit Behinderungen: Barrierefreie Toiletten sind essenziell für Personen mit Mobilitätseinschränkungen oder anderen besonderen Bedürfnissen. Menschen mit gesundheitlichen Problemen: Personen, die aufgrund von gesundheitlichen Problemen, wie z. B. Blasen- oder Darmproblemen, häufig Toiletten benötigen, sind auf gut erreichbare öffentliche Toiletten angewiesen. Häufige Ziele: identische Ziele wie Gruppe 1; Parkanlagen, Aasee, Innenstadt, Stadtteilzentren, Spielplätze, Wochenmärkte, Arzthäuser, Friedhöfe Toilettenkonzept Münster 18 Personen, die sich zwangsläufig im Stadtgebiet aufhalten: Personen ohne festen Wohnsitz sind oft auf öffentliche Toiletten angewiesen, um grundlegende Hygiene aufrechtzuerhalten. Häufige Ziele: Bahnhöfe, Haltestellen, Einkaufsstraßen, Parkanlagen Pendler und Berufstätige Personen, die lange Arbeitswege haben oder in der Stadt arbeiten und unterwegs sind, nutzen öffentliche Toiletten, insbesondere in Bahnhöfen und an Bus- oder Straßenbahnhaltestellen. Dennoch sind Erwerbstätige auf Arbeitswegen oder Personen mit terminierten Erledigungen (Arztbesuche o.ä.) sind nur in Ausnahmefällen Zielgruppe von öffentlichen Toilettenanlagen. Diese Personen planen ihre Wege entsprechend, ohne auf öffentliche WC-Anlagen angewiesen zu sein. Häufige Ziele: Bahnhöfe, Haltestellen, Einkaufsstraßen, jeweiliger Arbeitsort Um ein möglichst umfassendes Meinungsbild der relevanten Zielgruppen zu erfassen, wurde ein dreistufiges Beteiligungsverfahren durchgeführt: Einbindung von Interessenvertretungen: Zur Berücksichtigung der Perspektiven von Senioren, Menschen mit Behinderungen und weiteren vulnerablen Gruppen, wie beispielsweise wohnungslosen Menschen, wurden gezielte Austauschtermine mit den entsprechenden Interessenvertretungen organisiert. Beteiligung politischer Vertreter: Die Bezirksbürgermeister der Stadtteile wurden in den Prozess eingebunden, da sie in engem Austausch mit der Bevölkerung ihrer jeweiligen Stadtteile stehen und deren Interessen vertreten. Öffentliche Bürgerbeteiligung: Um die Sichtweise der Münsteraner Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen, wurde eine Online-Beteiligung über das Portal „Beteiligungen NRW“ durchgeführt. 4.2 Beteiligung von Interessenvertretungen Im Rahmen des Beteiligungsprozesses wurden verschiedene Interessenvertretungen, wie das Amt für Gleichstellung, das Sozialamt, die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung (KIB), die Seniorenvertretung und die Bischoff-Herrmann-Stiftung, einbezogen, um eine umfassende und inklusive Perspektive zu gewährleisten. Die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung (KIB) wurde beteiligt, um sicherzustellen, dass die Anliegen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen angemessen berücksichtigt werden. Darüber hinaus wurde das Sozialamt der Stadt Münster sowie die Bischof-Hermann-Stiftung, die in den Bereichen Wohnungslosenhilfe, Eingliederungshilfe, Jugendhilfe und Migrationshilfe tätig ist, um auch die Bedürfnisse dieser Gruppen zu berücksichtigen. Toilettenkonzept Münster 19 Das Konzept wurde in zwei Sitzungen vorgestellt und diskutiert. Unser Vorgehen umfasste mehrere Schritte: Zunächst wurden die KIB sowie die Seniorenvertretung und die Genderbeauftragte angefragt. Anschließend erfolgten die Terminkoordination sowie die Vorbereitung und Durchführung der Treffen mit den Stakeholdern, sowohl online als auch vor Ort. Während dieser Treffen wurde der aktuelle Arbeitsstand des Konzepts vorgestellt und eine offene Diskussion zur Erfassung der Anforderungen und Aufnahme der Standortwünsche geführt. Die Ergebnisse dieser Diskussionen wurden dokumentiert, ausgewertet und abschließend präsentiert. 4.2.1 Ergebnisse des Beteiligungsprozesses Durch diesen umfassenden Beteiligungsprozess konnte sichergestellt werden, dass das Toilettenkonzept die Bedürfnisse und Wünsche der verschiedenen Interessengruppen berücksichtigt und eine breite Akzeptanz findet. Diskussion zu den Standortempfehlungen Die Teilnehmenden zeigten eine breite Zustimmung zu den von der KIM GmbH und der Stadt Münster erarbeiteten Standortempfehlungen. Viele der vorgeschlagenen Standorte wurden bestätigt, da dort ein klarer Bedarf gesehen wird. Zusätzlich brachten die Teilnehmer eigene Standortvorschläge ein, die ebenfalls berücksichtigt wurden. Die im Rah men der Sitzungen eingebrachten Vorschläge und Empfehlungen sind in der nachfolgenden Tabelle dargestellt. Tabelle 3: Diskussion zu den Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. Interessens- vertretung Standort Kommentar / Beschreibung Bischof- Herrmann- Stiftung Servatiiplatz Siemensstraße "viele Prostituierte" Parkplatz Albersloher Weg kleiner Parkplatz Kiosk Ecke Albersloher Weg, viel Abendgeschäft Hansaplatz Wolbecker Straße, Ecke Hansaring Linnenbrinks Garten Marienplatz Senioren- vertretung Giant Pool Balls Aasee viele Partygäste Albersloher Weg Achse Bahnhof Bremer Straße zum Haverkamp Hamburger Straße 4 Hamburger Tunnel wird aktuell erneuert, wird als Toilette benutzt, zwingend erforderlich, auf der Achse Richtung Albersloherweg Sozialamt Fernbushaltestelle/Hafen- straße Barrierefreie Anlage für umsteigende Fahrgäste im Rollstuhl; inzwischen Toilettenkonzept Münster 20 geschlossen. Hier wäre eine neue Anlage sinnvoll (Richtung) Rosenplatz Altstadt Münster mehr Richtung Rosenplatz, richtig Altstadt, Hotspot Gastronomie KIB Allgemeine Anmerkungen zu den Standorten Naherholungsgebiete, z.B. in der Nähe der Rieselfelder „Toilette für Alle“ ist wichtig, vor allem an zentralem Ort, der über eine soziale Kontrolle verfügt, z.B. in unmittelbarer Nähe des Stadthauses 1. „Toilette für Alle“: Eine Anlage ist ohnehin vorgesehen. Allerdings wären hier noch weitere Standorte erwünscht, z. B. im Zoo, da es hier schon Beschwerden gab. Standortvorschläge in Münster-Mitte Nähe des Mühlenhofs auf Seite des Aasees Handwerkskammer Bildungszentrum (BWZ) / Haus Kump, Mecklenbecker Straße Warendorfer Straße gegenüber des Cinema Filmtheaters barrierefreie Anlage Am Aegidiimarkt „Toilette für Alle“ Südpark wird als wichtig erachtet, da hier insbesondere an Sommertagen viele Besucher sind. Am Meßkamp barrierefreies WC Standortvorschläge in Münster-Hiltrup Zentrum Hiltrup, nahe der Sankt Clemens Kirche oder in der Nähe des Bahnhofs „nette Toilette“ in Hiltrup nur bis 18:00 Uhr barrierefrei möglich barrierefreie Toilettenanlage in Hiltrup Mecklenbeck Bürgerzentrum Mecklenbeck. Barrierefreie Anlage oder „nette Toilette“ in der Mecklenbecker Ortsmitte Toilettenkonzept Münster 21 Diskussion zu den Ausstattungsmerkmalen Zudem erfolgte eine Diskussion zu den Ausstattungsmerkmalen der öffentlichen Toiletten in Münster. Dabei wurden die Anforderungen und Wünsche der Interessensvertret er an die Ausstattung öffentlicher Toilettenanlagen erörtert. Das Sozialamt befürwortete ein einheitliches Notrufsystem innerhalb der öffentlichen Toilettenanlagen, wobei noch geklärt werden muss, wohin die Notrufe geleitet werden. Außerdem wurde die Einri chtung von Toiletten für Alle (siehe Kapitel 7.4 „Toilette für Alle“ ) unterstützt, basierend auf einem Antrag der KIB vom letzten Jahr. Der Domplatz wurde als geeigneter Standort vorgeschlagen, da er sowohl mit dem Auto als a uch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist. Die Beschilderung sollte in guter Lesehöhe und kontrastreich sein und Informationen über die nächstgelegenen öffentlichen Toiletten enthalten, falls eine Toilette besetzt ist. Die Öffnungszeiten soll ten ebenfalls deutlich angegeben werden. Im Idealfall sollten die Toiletten rund um die Uhr geöffnet sein. Obwohl der EURO-Schlüssel die Toiletten öffnet, sind die Informationstafeln zu den Öffnungszeiten oft verwirrend. Eine kontrastreiche Farbgestaltung sollte nicht nur auf barrierefreien Toiletten, sondern auch auf regulären Toiletten angewendet werden, da diese häufig von Menschen mit Sehbehinderung genutzt werden. Das Amt für Gleichstellung schlug vor, genderneutrale Toiletten einzurichten, um alle Geschlechter zu berücksichtigen und lange Wartezeiten zu vermeiden. Einzelkabinen mit Waschbecken sollten vorhanden sein, um Menstruationsprodukte reinigen zu können. Hygienebehälter sollten in allen Toiletten vorhanden sein. Kompost - und Trockentoiletten wurden als umweltfreundliche Alternativen vorgeschlagen. Es sollten Urinale für Frauen und Männer bzw. Unisex-Urinale vorhanden sein. Selbstreinigende Toiletten wurden al s Lösung für das Sauberkeitsproblem vorgeschlagen. Die Seniorenvertretung betonte, dass Toiletten für Alle sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV gut erreichbar sein sollten. Der Domplatz ist mittlerweile nicht mehr mit dem Auto erreichbar. Maßnahmen ge gen Vandalismus, wie Graffiti, sollten ergriffen werden. Die Standorte müssen gewartet und gepflegt werden, um den langfristigen Betrieb sicherzustellen. Die Beschilderung sollte gut sichtbar und erkennbar sein, mit sprachlicher Vielfalt (mindestens Deutsch, Englisch und Niederländisch). Eine Kombilösung aus App - und Barzahlung sollte möglich sein. Die Idee der Trockentoiletten wurde unterstützt. Vor allem am Kanal, wo viele Spaziergänger unterwegs sind, wurden temporäre Einrichtungen als sinnvoll erachtet. Das Konzept „Die nette Toilette“ sollte mehr beworben werden. Die Bischoff -Herrmann-Stiftung hob die Bedeutung ausreichender Beleuchtung hervor, um Angsträume zu vermeiden. Maßnahmen zur Vermeidung von Verstopfungen sollten ergriffen werden. Trinkwasseranlagen sollten an jeder öffentlichen Toilettenanlage vorhanden sein. An vielen Standorten wäre ein Spritzenabwurf sinnvoll. Die Standortwahl für „Toiletten für Alle“ sollte gut bedacht werden. Türen der Toilettenanlagen sollten nach einer besti mmten Zeit automatisch öffnen, um Drogenkonsum zu vermeiden und im Notfall eingreifen zu können. Eine zentrale Beschilderung im Innenstadtbereich sollte Aufschluss über alle öffentlichen Toilettenanlagen geben. Alle Anlagen sollten im Sinne des Klimaschutz es eine Dachbegrünung erhalten. Toilettenkonzept Münster 22 Die Kommission für Inklusion und Barrierefreiheit (KIB) hat zentrale Anforderungen an barrierefreie Toilettenanlagen formuliert. Die Beschilderung und Information müssen klar und auffällig auf Standorte und Entfernungen hinweisen. Ein Verzeichnis aller Anlagen, das auch in Apps wie "Toiletten -Finder" oder "Handicap-X" integriert und auf der städtischen Website leicht auffindbar ist, wird dringend gewünscht. Beim Zugang wird auf Barrierefreiheit und Vandalismusschutz geachtet. Eine automatische Türöffnung per Knopfdruck in Verbindung mit dem EURO -Schlüssel soll die Nutzung für Rollstuhlfahrer erleichtern. Eine schwellenlose Gestaltung wird bevorzugt, wobei technische Lösungen das Eindringen von Regenwasser verhindern müssen. Notrufsysteme in stark frequentierten Anlagen sollen das Zwei -Sinne- Prinzip erfüllen und Sprach - oder Schreibfunktionen beinhalten. Ihre Funktionsweise, einschließlich der Verbindung zur Feuerwehr, muss klar definiert und zuverlässig sei n. Im Bereich der Hygiene ist eine regelmäßige, wöchentliche bis mehrmalige tägliche Reinigung unerlässlich. Geruchsdicht verschließbare Abfallbehälter für Windeln werden als wichtig erachtet. Selbstreinigende Toiletten können unterstützend wirken, ersetze n aber nicht die manuelle Reinigung. Darüber hinaus wird eine umfassende Ausstattung gefordert: Barrierefreie Toiletten sollten über Liegeflächen, beidseitige Haltegriffe, kontrastreiche Farben und Kleiderhaken für unterschiedliche Körpergrößen verfügen. 4.3 Integration der Bezirksvertretungen Neben den Interessengruppen wurden ebenfalls die Bezirksvertretungen beteiligt, um ein tieferes Verständnis zu den jeweiligen Stadtteilen zu erlangen. So wird sichergestellt, dass lokale Besonderheiten und Anforderungen in den Planungen berücksichtigt werden. 4.3.1 Allgemeines Die Stadt Münster ist in sechs Bezirke unterteilt, die jeweils durch eine Bezirksvertretung repräsentiert werden. Die Bezirke sind: Mitte Nord Ost Südost Hiltrup West Abbildung 15: Stadtbezirke mit Vertretungen. Quelle: Stadt Münster. Zur Einbindung der Bezirksvertretungen wurde ein Gesprächstermin organisiert, bei dem der aktuelle Stand des gesamtstädtischen Toilettenkonzepts vorgestellt wurde. Die Ver tretungen der Bezirke Münster-Mitte, -Nord, -Ost und -Hiltrup nahmen am Termin teil, während die Bezirksvertretungen von Münster -Südost und -West verhindert waren. In einer rund zweistündigen Informationsveranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichke it, Anregungen und Wünsche einzubringen. Ziel war es, einerseits über den Fortschritt und die geplanten Maßnahmen zu informieren und andererseits Meinungen, Vorschläge sowie konkrete Bedarfsmeldungen aufzunehmen, um das Konzept weiter an die lokalen Bedürfnisse anzupassen. Toilettenkonzept Münster 23 Tabelle 4: Liste der Bezirksvertretungen und Bezirksbürgermeister. Eigene Darstellung. Bezirksvertretung Bezirksbürgermeister Münster-Mitte Martin Honderboom Münster-Nord Ralf Kiewit Münster-Ost Benedikt Spangenberg Münster-Südost Peter Bensmann Münster-Hiltrup Wilfried Stein Münster-West Stephan Brinktrine Eine Übersicht der aktuellen Bezirksbürgermeister der Stadt Münster steht unter folgendem Link zur Verfügung: https://www.stadt-muenster.de/rathaus/rat-und-politik . 4.3.2 Ergebnisse des Beteiligungsprozesses Diskussion zu den Standortempfehlungen Im Rahmen der Diskussion mit den Bezirksvertretungen konnten einige neue Erkenntnisse zu möglichen Standorten gewonnen werden, die in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst sind. Tabelle 5: Diskussion der Bezirksvertretungen zu den Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. Allgemein Standortvorschläge mit verfügbaren Flächen und Aufwand in Bezug auf Schaffung von Infrastruktur abgleichen. Priorität auf grundsätzlicher Verfügbarkeit öffentlicher Toiletten, Ausstattung ist zweitrangig. Mitte Fernbushaltestelle Kanal, insbesondere im Sommer Stadthäuser (1-4) Aasee, Parkplätze Weitere Standorte können nach Sichtung der geplanten Standorte ergänzt werden Ost Kanal, insbesondere im Sommer Wolbecker Straße, wird neugestaltet Toilettenkonzept Münster 24 Hiltrup Marktallee war bereits im Gespräch, ist jedoch schwierig umsetzbar aufgrund von fehlenden Flächenpotentialen Nord Coerde Hamannplatz, ist Quartiersplatz, wird neugestaltet in Kinderhaus am Idenbrockplatz Diskussion zu den Ausstattungsmerkmalen Zudem erfolgte eine Diskussion zu den Ausstattungsmerkmalen der öffentlichen Toiletten in Münster. Dabei wurden die Anforderungen und Wünsche der Bezirksbürgermeister an die Ausstattung öffentlicher Toilettenanlagen erörtert. Die nachfolgende Tabelle fasst die Anmerkungen zusammen. Tabelle 6: Anmerkungen der Bezirksvertretungen zu den Ausstattungsmerkmalen. Eigene Darstellung. Allgemein Optik ist zweitrangig, Hygiene und Funktionalität sowie vandalismushemmende Ausstattung und Graffitischutz sollten priorisiert werden Hygiene Toiletten am Kanal müssten im Sommer mehrfach am Tag gereinigt werden In Hiltrup am Markt kann behindertengerechte Toilette derzeit nicht genutzt werden, weil die Pflege und Reinigung nicht gegeben sind. Zukünftig muss Instandhaltung und Reinigung sichergestellt werden, damit öffentliche Toiletten langfristig dauerhaft zugänglich sind. Weitere Ausstattungsmerkmale Blaues Licht, beispielsweise an Fernbushaltestelle Im Rahmen der Veranstaltung wurde zudem angemerkt, dass Bedarfe nicht ausschließlich durch die „nette Toilette“, sondern in erster Linie durch öffentliche Toilettenanlagen gedeckt werden sollten, insbesondere an touristischen und hochfrequentierten Orten. Zudem ist die „nette Toilette“ unter den Bürgerinnen und Bürgern nicht ausreichend bekannt, vor allem in der Innenstadt. Toilettenkonzept Münster 25 4.4 Online-Bürgerbeteiligung 4.4.1 Vorgehen und Methode Die Online-Bürgerbeteiligung wurde durchgeführt, um die optimalen Standorte für öffentliche Toilettenanlagen in der Stadt Münster zu ermitteln. Die Beteiligung wurde mittels eines Fragebogens auf der Online -Plattform „Beteiligung NRW“ organisiert und fand im Zeitraum vom 29.07.2024 bis 26.08.2024 statt. Das Ziel der Online -Bürgerbeteiligung bestand darin, den Bürgerinnen und Bürgern eine Plattform für ihre Bedürfnisse und Wünsche zu geben und konkrete Standortvorschläge aus der Bürgerschaft zu erhalten. Wei terhin sollte die Umfrage Aufschluss über die Zufriedenheit mit dem Konzept „Die nette Toilette“ geben. Dazu wurde zunächst ein Online -Fragebogen erstellt. Dieser umfasste neben soziodemografischen Fragen zum Geschlecht und Alter auch Fragen zur Identifizi erung von bevorzugten Standorten für öffentliche Toiletten in Münster. Die befragten Bürger und Bürgerinnen wurden gebeten, zunächst ihre Präferenzen aus verschiedenen Standortkategorien (z.B. Innenstadt, Parks oder Spielplätze) zu wählen und anschließend möglichst explizite Standortvorschläge zu äußern. Zusätzlich wurden sie nach ihren Wünschen bezüglich der Ausstattung befragt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Konzept „Die nette Toilette“, wobei ermittelt wurde, wie bekannt das Konzept ist, wie häufig es genutzt wird und wie zufrieden die Nutzenden damit sind. Der Fragebogen ist im Anhang 4 Ergebnisse Beteiligungsverfahren, Fragebogen der Online- Bürgerbeteiligung nachzulesen. Die Münsteraner wurden durch verschiedene Kommunikationskanäle (u.a. Webseite der Stadt, Presse Service, Soziale Medien) über die Online -Befragung informiert. Die Umfrage wurde sehr gut angenommen und von insgesamt 1533 Personen ausgefüllt. 4.4.2 Ergebnisse Nach Ablauf der Frist wurden die gesammelten Antworten und Daten anonymisiert ausgewertet. Ein Datensatz musste bei der Sichtung aufgrund fehlender Angaben gelöscht werden, daher beträgt die Stichprobe (n) 1532 Personen. Männlich Weiblich Divers Keine Antwort Abbildung 16: Geschlechtsidentität der Befragten (n=1532). Eigene Darstellung. 2371 478 960 Toilettenkonzept Münster 26 Die Geschlechterverteilung innerhalb der befragten Gruppe zeigt eine Vielfalt der Teilnehmenden. V on den insgesamt 1461 Teilnehmenden (71 Personen haben ihre Geschlechtsidentität nicht angegeben) identifizierten sich 478 als männlich (32,72 %), 960 als weiblich (65,71 %). Zudem gaben 23 Befragte (1,57 %) an, sich als divers zu identifizieren. Im Vergleich zur Zusammensetzung der Münsteraner Bevölkerung zeigt sich, dass an dieser Umfrage rund 24 % mehr weibliche Personen teilgenommen haben (vgl. Stadt Münster, 2024). 600 500 400 300 200 100 0 Unter 18 18 - 25 26 - 35 36 - 45 46 - 65 66 und älter Keine Antwort Abbildung 17: Altersverteilung der Befragten (n=1532). Eigene Darstellung. Die Altersverteilung der Befragten zeigt eine breite Spanne (zwischen unter 18 und über 66), wobei die Mehrheit mit 481 Teilnehmenden zwischen 26 und 35 Jahren liegt. Den geringsten Anteil machen die jüngsten und ältesten Alterskategorien aus. Die Altersverteilung der Teilnehmenden spiegelt nicht die Bevölkerung Münsters wider. Insbesondere die 26 bis 3 5- Jährigen sind hier überrepräsentiert (vgl. ebd.). Aasee Innenstadt Parks Kanal Spielplätze Hafen Äußere Stadtteile Haltestellen Sonstiges 0 200 400 600 800 1000 1200 Abbildung 18: Allgemeine Standortvorschläge aus Liste (n=1532). Eigene Darstellung. Teilnehmende der Umfrage konnten mehrere Standortvorschläge aus einer Liste auswählen Toilettenkonzept Münster 27 und zusätzlich in einer offenen Frage weitere explizite Vorschläge äußern. Aus der Liste wurde Toilettenkonzept Münster 28 der Aasee (1104 Stimmen) und die Innenstadt (1090 S timmen) am häufigsten angegeben, dicht gefolgt von Parks (970 Stimmen) und dem Kanal (860 Stimmen). Auch an Spielplätzen und am Hafen wünschen sich etwas über die Hälfte der Teilnehmenden Standorte für Toilettenanlagen. Weniger häufig wurden äußere Stadtte ile und Haltestellen genannt. Dennoch sind diese Standorte mit 548 und 448 Stimmen nicht zu vernachlässigen. Mit der Kategorie „Sonstiges“ wurden am häufigsten die Promenade und der Hauptbahnhof genannt, gefolgt von der Angabe, dass „überall“ mehr öffentli che Toiletten platziert werden sollten. Die Antworten wurden mit den offenen Angaben zu expliziten Standortvorschlägen in Tabelle 7 zusammengefasst. Insgesamt wurden von den Befragten 2163 explizite Standortvorschläge eingereicht. Diese Vorschläge verteilen sich auf verschiedene Bereiche der Stadt und zeigen eine breite Vielfalt an Präferenzen und Ideen der Teilnehmenden. Abbildung 19: Übersicht expliziter Standortvorschläge mit Anzahl der Nennungen (Gesamtstadt). Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 29 Abbildung 20: Übersicht expliziter Standortvorschläge mit Anzahl der Nennungen (Fokus Zentrum). Eigene Darstellung. Besonders häufig wurden erneut Vorschläge für den Aasee eingereicht, mit 193 Nennungen. Auch Aufenthaltsflächen entlang des Kanals, der Hafenbereich, die Innenstadt und Einkaufsbereiche und der Südpark erhielten jeweils über 120 Vorschläge. Dies ergänzt die Standortnennungen aus der Liste von Vorschlä gen sehr gut (vgl. Abb. 18). Einige der eingereichten Vorschläge waren sehr detailliert und präzise, was zeigt, dass sich die Teilnehmenden intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt und konkrete Vorstellungen haben. Tabelle 7: Übersicht der fünf am häufigsten genannten Standorte in offenen Angaben, mit Anzahl der Nennungen und Rang. Eigene Darstellung. Standort Nennungen Rang Aasee 200 1 Promenade 143 2 Innenstadt / Einkaufsstraßen 142 3 Brücken am Kanal / Kanal allgemein 141 4 Südpark 133 5 Toilettenkonzept Münster 30 Zusammengefasst liegt unter den offenen Angaben (Standortvorschläge kategorisiert: Kategorie „Sonstiges“ und explizite Standortvorschläge in offenem Textfeld) der Aasee mit 200 Nennungen bei den Wünschen der Bürgerinnen und Bürger deutlich auf Rang eins. Auf den Rängen zwei bis fünf folgen die Promenade, die Innenstadt und Einkaufsbereiche, Aufenthaltsflächen entlang des Kanals und der Südpark. Die Standorte sind beliebte Aufenthaltsorte in Münster, stark frequentiert und teils von Grünflächen geprägt. Sie haben entsprechend Potential, als Standorte für öffentliche Toiletten priorisiert zu werden. Auffindbarkeit Personalbedient kostenpflichtiger Zugang Urinale Mehr Frauentoiletten/ Unisex Ausgabe Hygieneartikel regelmäßige Wartung und Pflege Durchgehende Öffnungszeiten Ansprechende Gestaltung Sicherheit (u.a. Beleuchtung, Abschließbarkeit) Kostenfreier Zugang Barrierfreiheit einfache Bedienung, funktional Gute hygienische Bedingungen, Ausstattung… 0 100 200 300 400 500 600 700 800 900 1000 Anzahl der Nennungen Abbildung 21: Auswahl der Wünsche an die Ausstattung von WC -Anlagen, kategorisiert (n=1480). Eigene Darstellung. Auf die Frage nach gewünschten Ausstattungsmerkmalen für öffentliche Toiletten wurden 1251 Vorschläge gemacht, die im Zuge der Auswertung kategorisiert wurden. 229 Personen äußerten keine Wünsche nach der Ausstattung. Die relevantesten Vorschläge sind in Abbildung 21 dargestellt. Die wichtigsten Anforderungen umfassen Sauberkeit und gute hygienische Bedingungen, eine Ausstattung nach Standard (fließendes Wasser, Toilettenpapier, etc.) sowie die kostenlose Nutzung und Barrierefreiheit. Regelmäßige Wartung und Pflege sind unerlässlich, um die Qualität der Toilettenanlagen zu gewährleisten. Auch die Sicherheit, insbesondere durch Beleuchtung und Abschließbarkeit, ist ein zentrales Anliegen. Weiterhin wurde der Wunsch nach durchgehenden Öffnungszeiten häufig genannt. Aspekte wie kostenfreier Zugang, Auffindbarkeit, mehr Frauentoiletten bzw. Unisex-Toiletten, einfache und funktionale Bedienung sowie Urinale wurden ebenfalls hervorgehoben. Zu den selten genannten Wünschen zählen die Bereitstellung von Hygieneartike ln und Menstruationsprodukten sowie eine ansprechende Gestaltung. Kategorie Toilettenkonzept Münster 31 Ja Nein Abbildung 22: Kennen Sie das Konzept „nette Toilette“ in Münster (n=1480). Eigene Darstellung. 1 - sehr gut 2 - gut 3 - eher gut 4 - eher schlecht 5 - schlecht 6 - sehr schlecht Abbildung 23: Bewertung des Konzepts „nette Toilette“ (n=515). Eigene Darstellung. Nie Selten Gelegentlich Häufig Sehr häufig Abbildung 24: Häufigkeit der „nette Toilette“ Nutzung (n=515). Eigene Darstellung. Von den Befragten kennt etwa ein Drittel das Konzept „Die nette Toilette“ in Münster. Für die Teilnehmenden, die das Konzept nicht kannten, endete der Fragebogen an dieser Stelle. Aus 515 965 31 13 64 127 141 139 36 9 184 125 161 Toilettenkonzept Münster 32 diesem Grund fällt die Anzahl der Teilnehmenden ab Abbildung 23 stark ab. Die Teilnehmenden, denen das Konzept bekannt ist, bewerten es überwiegend mit sehr gut bis Toilettenkonzept Münster 33 gut (Abb. 23). Allerdings wird es nur von etwa einem Drittel gelegentlich bis sehr häufig genutzt (Abb. 24). Standorte sind nicht bekannt An benötigten Standorten ist keine Nette Toilette vorhanden Kein Bedarf Sonstiges Öffnungszeiten passen nicht Nicht barrierefrei Hygiene der Toiletten 0 20 40 60 80 100 120 Abbildung 25: Gründe für die Nicht-Nutzung der „netten Toiletten" (n=184). Eigene Darstellung. Grund für die Nicht -Nutzung ist in erster Linie, dass die Standorte nicht bekannt sind (108 Nennungen) oder an benötigten Standorten keine „nette Toilette“ vorhanden ist (67 Nennungen). Weitere Gründe umfassen keinen Bedarf (43 Nennungen), unpassende Öffnungszeiten (32 Nennungen), fehlende Barrierefreiheit (14 Nennungen) und mangelnde Hygiene (8 Nennungen). Unter sonstigen Gründen (33 Nennungen) wurde insbesondere die Hürde genannt, die Gaststätte oder Einrichtung zu betreten und fragen zu müssen, ob man die Toilette nutzen darf. Die Teilnehmenden der Umfrage äußerten abschließend verschiedene Anmerkungen. Zu öffentlichen Toiletten wurde angemerkt, dass es mehr barrierefreie Toiletten und Ausstattungen für pflegebedürftige Menschen, wie Wickelmöglichkeiten, geben sollte. Barrierefreie Toiletten sollten häufiger nur mit EURO -Schlüssel zugänglich sein. Sauberkeit wurde als wichtiger Aspekt hervorgehoben, und es wurde gefordert, die Umfrageergebnisse öffentlich zu kommunizieren. Die Meinungen zu den Kosten für d ie Nutzung öffentlicher Toiletten waren geteilt (kostenlos vs. 1 €). Es wurde der Bedarf an mehr Frauenkabinen bzw. Frauenurinalen, Toiletten in Grüngegenden/Parks und Unisex -Toiletten betont. Auch die Öffnungszeiten sollten ausgeweitet werden, insbesonder e sonntags und abends. Öffentliche Toiletten sollten besser ausgewiesen sein, beispielsweise durch Wegweiser, Apps, Karten an öffentlichen Plätzen oder Google Maps. Zum Konzept „Die nette Toilette” wurde angemerkt, dass die Toiletten besser ausgewiesen sein sollten, da die „nette Toilette” -App kaum bekannt ist und die Sticker sehr klein sind. Es sollte mehr barrierefreie Toiletten geben, und die Öffnungszeiten wurden als nicht ausreichend empfunden. Allgemein wurde die Initiative, das Thema Toiletten anzugehen, begrüßt und die Umfrage als gute Idee bewertet. Einige bemängelten jedoch, dass das Thema zu spät angegangen wird, und forderten eine zeitnahe Umsetzung von Maßnahmen, da es insgesamt an Toiletten fehlt. Toilettenkonzept Münster 34 5. Prüfung des Konzepts „Die nette Toilette“ in Münster 5.1 Allgemeines Das Konzept „Die nette Toilette" ist eine Initiative, bei der Händler und Gastronomen ihre Toiletten der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellen. Im Gegenzug erhalten sie von der Stadtverwaltung eine monatliche Aufwandsentschädigung von etwa 60 bis 100 Euro. Dieses Konzept wurde erstmals im Jahr 2000 in Aalen umgesetzt und hat sich seitdem in vielen deutschen Städten verbreitet 1. Es hilft Städten, die hohen Kosten für den Bau und die Wartung öffentlicher Toiletten zu sparen, während Bürgerinnen und Bürger Zugang zu sauberen und gepflegten Toiletten haben. Abbildung 26: Werbeaufkleber zum Konzept „Die nette Toilette" in Münster. Foto: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Münster. In Münster wird das P rojekt zum Konzept „Die nette Toilette“ kontinuierlich ausgebaut. Zum Zeitpunkt unserer Begehung gab es 28 teilnehmende Betriebe, die ihre Toiletten der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stellen. Das Projekt wurde 2022 in Hiltrup gestartet und seit Ende 2023 auf die Innenstadt ausgeweitet. Im Rahmen dieses Toilettenkonzepts wurden die bisherigen Standorte überprüft. Dabei wurden mehrere Aspekte berücksichtigt: Zunächst erfolgte eine Prüfung von Überschneidungen hinsichtlich der Erreichbarkeiten und Öffnungszeiten der teilnehmenden Partner. Zusätzlich wurden die Bewertungen der Toiletten hinsichtlich Barrierefreiheit, Sicherheit und Zustand betrachtet. Dies umfasste die Überprüfung, ob die Toiletten für Menschen mit Behinderungen zugänglich sind, ob sie sicher und sauber sind und ob sie den allgemeinen Standards entsprechen. Zudem wurden alle teilnehmenden Betriebe mittels Online-Umfrage befragt. Durch diese umfassende Standortprüfung wird beurteilt, ob die „nette Toilette“ -Partner ein zuverlässiges und qualitativ hochwertiges Angebot für die Bürgerinnen und Bürger bereitstellen und gleichzeitig keine übermäßige Häufung von Angeboten auftritt. 5.2 Methoden 5.2.1 Standortprüfung & -konsolidierung Die Bestandsaufnahme und Überprüfung der Barrierefreiheit erfolgte während der Begehung aller Anlagen und ist in Kapitel 3 Bestandsaufnahme dokumentiert. Derzeit nimmt eine Vielzahl von Betrieben am Projekt „nette Toilette“ teil. Um hier Kosten einzusparen, wurde seitens der Stadt Münster der Wunsch geäußert, zu überprüfen, ob alle derzeit an der „netten Toilette“ teilnehmenden Betriebe weiterhin benötigt we rden oder ob einzelne Betriebe aufgrund ihrer Nähe zu anderen „netten Toiletten“ ausgeschlossen werden Toilettenkonzept Münster 35 können. Toilettenkonzept Münster 36 Durch eine GIS -Analyse wurde ermittelt, ob sich die Einzugsbereiche der verschiedenen Standorte überlappen. Gleichzeitig wurden die Barrierefreiheit und die Öffnungszeiten der Standorte untersucht. Als Ergebnis wurde eine Gesamtnote für die jeweiligen Stan dorte sowie Teilnoten für Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und Zustand vergeben. Im letzten Schritt werden Standorte identifiziert, die aus dem Projekt ausgeschlossen werden können, da sie sich mit besser bewerteten Standorten geographisch überschneiden. 5.2.2 Online-Befragung Die am Konzept „Die nette Toilette“ teilnehmenden Betriebe in Münster wurden eingeladen, an einer weiteren Online -Umfrage teilzunehmen. Das Ziel der Umfrage war es, umfassende Rückmeldungen von den teilnehmenden Standorten zu sammeln, um di e Effektivität und Akzeptanz des Konzepts zu bewerten. Konkret sollte die Umfrage Aufschluss darüber geben, wie häufig die Toiletten durch die zusätzliche Nutzung in Anspruch genommen werden, welcher Mehraufwand bei der Reinigung dadurch entsteht und wie z ufrieden die Standorte insgesamt mit dem Konzept sind. Darüber hinaus sollten Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge erfasst werden, um das Konzept weiter zu optimieren. 5.3 Ergebnisse 5.3.1 Standortüberprüfung Da aktuell eine große Anzahl an Betrieben am Konzept „ Die nette Toilette“ teilnimmt, wurde zusätzlich geprüft, ob Überschneidungen hinsichtlich Erreichbarkeiten und Öffnungszeiten der „nette Toilette“ -Partner bestehen. Um im Falle von Überschneidungen eine fundierte Entscheidung treffen zu können, wurden die Bewertungen der „nette Toilette“ -Anlagen hinsichtlich Erreichbarkeit, Sicherheit und Zustand analysiert und ausgewertet. Zuvor wurden im Rahmen der Bestandsaufnahme je nach erfüllten Kriterien Noten von 1 bis 5 in der jeweiligen Kategorie vergeben. 1 - 2 3 4 -5 nicht bewertet Abbildung 27: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Barrierefreiheit. Eigene Darstellung. Die Bewertung der „nette Toilette"-Anlagen hinsichtlich der Barrierefreiheit zeigt, dass nur 11 % (3) der Anlagen mit der Note 1 -2 bewertet wurden. Demgegenüber erhielten 18 % (5) der untersuchten „nette Toilette“-Anlagen die Note 3, während die Barrierefreiheit des Großteils der Anlagen mit 64 % (18) eher schlecht bewertet wurde. 7 % (2) der Standorte konnten im 7% 11% 18% 64% Toilettenkonzept Münster 37 Rahmen der Bestandsaufnahme nicht bewertet werden. Ein detailliertes Ranking der „nette Toilette"-Anlagen nach Barrierefreiheit befindet sich in Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“. 1 - 2 3 4 -5 nicht bewertet Abbildung 28: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Sicherheit. Eigene Darstellung. Die Bewertung der „nette Toilette“ -Standorte hinsichtlich ihrer Sicherheit fällt dagegen überwiegend positiv aus. Der Großteil der Anlagen, 82 % (23) wurden hier positiv mit der Note 1-2 bewertet. Weiterhin wurden 11 % (3) der Standorte neutral mit der Note 3 bewertet. 7 % (2) der Standorte konnten im Rahmen der Bestandsaufnahme nicht bewertet werden. Ein detailliertes Ranking der „nette Toilette“ -Anlagen nach Sicherheit befindet sich in Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“. 1,0 - 2,4 2,5 - 3,4 3,5 - 5,0 nicht bewertet Abbildung 29: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Zustand. Eigene Darstellung. Auch die Bewertung der „nette Toilette“ -Standorte nach ihrem Zustand erwies sich weitestgehend als positiv. Hier wurden ebenfalls 82 % (23) der Anlagen positiv mit 1,0 - 2,4 bewertet. 11 % (3) der Standorte wurden neutral mit der Note 2,5 - 3,4 bewertet. A uch hier konnten 7 % (2) der Anlagen im Rahmen der Bestandsaufnahme nicht bewertet werden. Ein detailliertes Ranking der „nette Toilette“ -Anlagen nach Zustand befindet sich in in Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“. Zuletzt wurden die „nette Toilette“-Standorte hinsichtlich ihrer Öffnungszeiten bewertet. Dazu wurden die geöffneten Stunden pro Woche der jeweiligen Anlage addiert. Das Bewertungsschema nach geöffneten Stunden pro Woche ist Tabelle 8 zu entnehmen. 0% 7% 11% 82% 0% 7% 11% 82% Toilettenkonzept Münster 38 Tabelle 8: Schema zur Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Öffnungszeiten. Eigene Darstellung. 147 – 168 1 105 – 146 2 1 - 2 3 4 -5 nicht bewertet 63 – 104 3 21 – 62 4 0 – 20 5 Abbildung 30: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Öffnungszeiten. Eigene Darstellung. Es zeigt sich, dass gerade einmal 3 % (1) der betrachteten Standorte positiv mit der Note 1 - 2 bewertet wurden. Bei einem Viertel der Anlagen (7) wurden die Öffnungszeiten dagegen mit der Note 3 neutral bewertet. Ganze 68 % (19) Standorte wurden hinsichtl ich ihrer Öffnungszeiten negativ mit den Noten 4 und 5 bewertet. In diesem Fall konnte nur eine Anlage (4 %) nicht bewertet werden. Ein detailliertes Ranking der „nette Toilette“ -Anlagen nach Öffnungszeiten befindet sich in Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“. Anschließend wurden die Ergebnisse der einzelnen Bewertung hinsichtlich Barrierefreiheit, Sicherheit und Zustand zu einem Gesamtergebnis zusammengetragen, das die Bewertung aller „nette Toilette“-Standorte insgesamt widerspiegelt. 1,0 - 2,4 2,5 - 3,4 3,5 - 5,0 nicht bewertet Abbildung 31: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach ihrem Gesamtergebnis. Eigene Darstellung. Insgesamt zeigt sich, dass 21 % (6) der „nette Toilette“ -Standorte im Gesamtergebnis positiv mit 1,0 - 2,4 bewertet wurden. Der Großteil der Standorte, 72 % (20) erweisen sich insgesamt als neutral und wurden mit 2,5 - 3,4 bewertet. Negativ wurde insgesamt keiner der „nette Toilette“-Standorte bewertet. Auch hier konnten 7 % (2) der Anlagen nicht bewertet werden. Das detaillierte Ranking der „nette Toilette“ -Standorte nach ihrem Gesamtergebnis befindet sich in Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“. 4% 3% 25% 68% 7% 21% 72% h / Woche Note Toilettenkonzept Münster 39 Abbildung 32: Nette-Toilette-Standorte (türkis) in Münster mit Erreichbarkeitsradien. Eine Häufung von teilnehmenden Betrieben in der Innenstadt und Hiltrup ist offensichtlich. Eigene Darstellung. 5.3.2 Standortkonsolidierung Bei der Prüfung von Überschneidungen hinsichtlich der Erreichbarkeit und Öffnungszeiten der „nette Toilette“-Standorte wurde festgestellt, dass bestimmte Standorte aus dem Projekt ausgeschlossen werden sollten. Innenstadt Es wird empfohlen, die Standorte Enchilada, Der Bunte Vogel und Fyal Central aus dem Projekt zu entfernen. Diese Standorte überschneiden sich mit besser bewerteten Standorten, sind nicht barrierefrei und haben eingeschränkte Öffnungszeiten. Hiltrup In Hilt rup wurde eine Prüfung der Überschneidungen hinsichtlich der Erreichbarkeit und Öffnungszeiten der „nette Toilette"-Standorte durchgeführt. Es wird empfohlen, die Standorte Eiscafé Martini, Onkel Alex und SuperBioMarkt Hiltrup aus dem Projekt zu entfernen. Auch diese Standorte überschneiden sich mit besser bewerteten Standorten, sind nicht barrierefrei und haben eingeschränkte Öffnungszeiten. Toilettenkonzept Münster 40 5.3.3 Befragung der teilnehmenden Standorte Die „nette Toilette“ Standorte wurden per E -Mail vom Ordnu ngsamt der Stadt Münster kontaktiert und in der Woche vor Teilnahmeschluss zweimal erinnert. Die Befragung lief zunächst über zwei Wochen und wurde dann um eine weitere Woche verlängert, da die Beteiligung zu diesem Zeitpunkt sehr gering war. Die Teilnahme war freiwillig, und die Angabe des Betriebs war optional, um ein anonymes Feedback zu gewährleisten. Nach Abschluss der Umfrage wurden die Ergebnisse ausgewertet und der Stadt Münster zusammen mit Empfehlungen zum Projekt präsentiert. Insgesamt haben 9 von 28 Betrieben an der Umfrage teilgenommen, damit liegt die Rücklaufquote mit fast einem Drittel bei 32,14 %. Weniger als 5 Mal pro Tag 5-10 Mal pro Tag 10-20 Mal pro Tag Mehr als 20 Mal pro Tag Abbildung 33: Häufigkeit der Nutzung durch Nicht-Kunden (n=9). Eigene Darstellung. Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt, dass die Toiletten der teilnehmenden Standorte im Rahmen des Konzepts „Die nette Toilette“ überwiegend moderat genutzt werden. Die meisten Standorte schätzen, dass ihre Toiletten 5–10-mal pro Tag von Nicht-Kunden besucht werden (5 Nennungen), gefolgt von 10–20-mal pro Tag (4 Nennungen). Keiner der Standorte gab an, dass die Toiletten weniger als 5-mal oder mehr als 20-mal pro Tag genutzt werden. Sehr niedrig Niedrig Angemessen Hoch Sehr hoch 0 4 5 1 0 3 5 Toilettenkonzept Münster 41 Abbildung 34: Zusätzliche Auslastung durch „nette Toilette“ (n=9). Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 42 Bezüglich der Auslastung empfinden die meisten Standorte diese als angemessen (5 Nennungen), während einige sie als niedrig (3 Nennungen) und nur ein Standort sie als hoch bewertet. Keine zusätzliche Reinigung notwendig 1-2 Mal zusätzlich pro Tag Mehr als 2 Mal zusätzlich pro Tag Abbildung 35: Anzahl zusätzlicher Reinigungen pro Tag (n=9). Eigene Darstellung. In Bezug auf den Reinigungsaufwand gaben die meisten Standorte an, dass keine zusätzliche Reinigung notwendig ist (5 Nennungen). Einige Standorte müssen die Toiletten 1 -2 Mal zusätzlich pro Tag reinigen (4 Nennungen), während keiner der Standorte mehr als 2 zusätzliche Reinigungen pro Tag benötigt. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass das Konzept „Die nette Toilette“ eine moderate zusätzliche Nutzung der Toiletten verursacht, die in den meisten Fällen keinen erheblichen zusätzlichen Reinigungsaufwand erfordert. 5 4 3 2 1 0 1 2 3 4 5 Abbildung 36: Zufriedenheit mit dem Konzept „Die nette Toilette“, 1-5 Sterne (n=9). Eigene Darstellung. Die Auswertung der Zufriedenheit mit der Teilnahme am Konzept „Die nette Toilette“ zeigt ein gemischtes Bild. Die Mehrheit der Teilnehmenden bewertet das Konzept positiv, wobei die höchste Zufriedenheit (Bewertung 5, 4 Nennungen) am häufigsten genannt wurde. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen, die auf bestehende Probleme hinweisen und das Konzept als unzureichend bewerten. Die Zufriedenheit wurde zudem mittels des Net Promoter Scores (NPS) ausgewertet. Der NPS ist eine Kennzahl, die ursprünglich dafür verwendet wird Kundenzufriedenheit und -loyalität zu 0 4 5 Toilettenkonzept Münster 43 messen. Er basiert auf der Frage, wie wahrscheinlich es ist, dass Kundinnen und Kunden ein Unternehmen oder eine Dienstleistung weiterempfehlen. Im Fall der Umfrage zum Konzept „Die nette Toilette“ wird dementsprechend untersucht, wie wahrscheinlich es ist, dass die teilnehmenden Betriebe das Konzept weiterempfehlen. Die Antworten werden auf einer Skala von 0 bis 10 bewertet und in drei Kategorien eingeteilt: Promotoren (9-10): Zufriedene Betriebe, die das Konzept aktiv weiterempfehlen. Passive (7-8): Zufriedene, aber nicht begeisterte Betriebe, die das Konzept weder aktiv empfehlen noch davon abraten. Detraktoren (0-6): Unzufriedene Betriebe, die das Konzept eher nicht weiterempfehlen und möglicherweise negativ darüber sprechen. Der NPS wird berechnet, indem der Prozentsatz der Detraktoren vom Prozentsatz der Promotoren abgezogen wird. Ein positiver NPS zeigt an, dass mehr Betriebe das Konzept weiterempfehlen würden, als davon abraten. Abbildung 37: Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung des Konzepts „Die nette Toilette“ an andere Betriebe (n=9). Eigene Darstellung. Die Auswertung zeigt, dass es unter den teilnehmenden Betrieben vier Promotoren, drei Passive und zwei Detraktoren gibt. Der Net Promoter Score für die Teilnahme am Konzept „Die nette Toilette“ liegt somit bei 22. Dies deutet auf eine überwiegend positive Einstellung der Teilnehmenden hin, mit einer signifikanten Anzahl von Promotoren, die das Konzept weiterempfehlen würden. Die Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge der Teilnehmenden zeigen einige zentrale Anliegen. Mehrere Kommentare betonen die Notwendigkeit eines neuen Konzepts für öffentliche Toiletten, da das Konzept „Die nette Toilette“ dies nicht ersetzen kann. Um die Bekanntheit und Nutzung der Toiletten bei „nette Toilette“ Standorten zu erhöhen, wird vorgeschlagen, die „nette Toilette“ App bekannter zu machen, um die Auffindbarkeit der teilnehmenden Toiletten zu verbessern. Zudem wird angeregt, dass mehr Betriebe am Konzept „Die nette Toilette“ teilnehmen sollten, um die Verfügbarkeit zu steigern. Toilettenkonzept Münster 44 6. Standortempfehlungen 6.1 Allgemeines Die sich über das Stadtgebiet erstreckenden Anlagen decken nur einen Teil der Bedarfe in Münster ab. Im Rahmen der Best andsaufnahme wurden die vorhandenen öffentlichen Toiletten verortet und deren Erreichbarkeiten dargestellt. Mit zusätzlichen Daten werden Versorgungslücken identifiziert und Standortvorschläge erarbeitet. Karten und alle räumlichen Analysen wurden mit der OpenSource-Software QGIS erstellt. Für die Erstellung des Kartenmaterials wurde die Projektion EPSG:25832 ETRS89 / UTM Zone 32N verwendet. Diese Projektion nutzt als Maßeinheit Meter und eignet sich daher besonders für diese Art von Analysen. Alle Grunddaten stammen von OpenStreetMap und werden von Servern der Geofabrik GmbH bezogen (vgl. Geofabrik, 2024). Basisinformationen zum Bestand an Toilettenanlagen und weitere Daten zum Platzbedarf von Veranstaltungen innerhalb der Stadt Münster wurden von Ansprechpartnern bei der Stadt Münster bezogen. Unser Vorgehen für ein gesamtstädtisches Toilettenkonzept in Münster zielt darauf ab, eine bedarfsgerechte Versorgung mit öffentlichen Toilettenanlagen zu gewährleisten. Dabei konzentrieren wir uns auf die sor gfältige Auswahl neuer Standorte unter Berücksichtigung folgender zentraler Schwerpunkte: Touristische Anziehungspunkte: Gewährleistung einer ausreichenden Verfügbarkeit von Toilettenanlagen in der Nähe beliebter Sehenswürdigkeiten, um den Bedürfnissen von Besuchern gerecht zu werden. Zentrale Anlaufstellen des ÖPNV/Busbahnhof: Sicherstellung einer leicht zugänglichen Toiletteninfrastruktur an Knotenpunkten des öffentlichen Verkehrs, um Reisenden Komfort zu bieten. Zentrale Plätze und Fußgängerzonen: Bereitstellung ausreichender Toilettenkapazitäten an Orten, an denen hohe Passantenfrequenzen erreicht werden und auch regelmäßig Veranstaltungen stattfinden. Naherholungsgebiete / Parkanlagen: Installation von Toiletten anlagen in Grün - und Erholungsgebieten, um die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Touristen zu verbessern. Marktplätze: Einrichtung von Toiletten in der Nähe von Marktplätzen, um Besuchern und Händlern gleichermaßen einen Zugang zu sanitären Einricht ungen zu ermöglichen. 6.2 Methoden 6.2.1 Vorgehen zur Standortfindung In einem ersten Schritt wurden Bedarfsquellen identifiziert. Dies umfasst die Klassifizierung von Orten im Stadtgebiet, an denen sich aufgrund ihrer spezifischen Eigenschaften ein hoher Anteil an Personen der identifizierten Zielgruppen aufhält oder vorbeikommt. Der Fokus lag dabei auf den Aktivitäten Einkauf und Freizeit. Zu den Bedarfsquellen zählen Parkanlagen und Spielplätze, touristische Sehenswürdigkeiten, die Innenstadt und das Zentrum, Ortskerne und Stadtteilzentren, Friedhöfe, Verkehrsknotenpunkte sowie regelmäßig wiederkehrende Veranstaltungen wie beispielsweise Wochenmärkte. Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Blick auf die Siedlungsstruktur. Stadtteile mit einer hohen Bevölkerungsdichte, Toilettenkonzept Münster 45 touristischen Attraktionen und Straßen und Plätzen mit längerer Verweildauer sind zu priorisieren. In einem zweiten Schritt wurden die Erreichbarkeitsradien der Bestandsanlagen in die Analyse mit aufgenommen. Areale rund um bestehende WC -Anlagen gelten als versorgt und wurden nicht weiter betrachtet. In nächsten Schritt wurden unterversorgte Stadtteile identifiziert. Auf Basis der Bedarfsquellen und Erreichbarkeitsradien der bestehenden WC-Anlagen ergab sich ein Bild unterversorgter Stadtteile, wobei auch hinsichtlich der vorherrschenden Siedlungsstruktur differenziert wurde. Stadtteile, deren vorherrschende Siedlungstypen „Überwiegend Wohnen“, „Mischgebiet“ (teils Wohnen, teils Gewerbe) sowie „Gewerbe“ sind, wurden nicht weiter betrachtet, da sich hier in der Regel keine bis nur sehr geringe Bedarfe für öffentliche WC-Anlagen ergeben. Tabelle 9: Das Stadtgebiet wird nach unten aufgeführten Siedlungstypen differenziert. Versorgungslücken werden für mittel bis hoch priorisierte Siedlungstypen ausgesprochen. Siedlungstypen nach BMWK, 2024. Siedlungstyp Priorisierung überwiegend Gewerbe niedrig Mischgebiet niedrig überwiegend Wohnen, Einfamilienhäuser niedrig überwiegend Wohnen, Mehrfamilienhäuser, lockere Bebauung niedrig Vororte, Blockrandbebauung mit Gewerbe und/oder Restaurants/Cafés mittel Innenstadt, Blockrandbebauung mit Gewerbe und/oder Restaurants/Cafés hoch Fußgängerzone Innenstadt hoch touristisches Zentrum hoch Ortskern Ortsteil mittel bis hoch Im vierten Schritt wurden die von Interessengruppen und die im Rahmen der Online - Bürgerbeteiligung erhobenen Standortvorschläge in die Analyse integriert. Eine Standortempfehlung für neue WC -Anlagen wurde am Schnittpunkt von Bedarfsquellen unter Einbezug der Vorschläge aus Bürgerschaft und Gremien abzüglich der Erreichbarkeitsradien der bestehenden WC -Anlagen ausgesprochen. Im weiteren Verlauf erfolgte eine Priorisierung der Standortempfehlungen sowie eine Differenzierung nach Anlagegröße mit Blick auf die Anzahl und Größe umliegender Bedarfsquellen je Standort. 6.2.2 Priorisierung Die erarbeiteten Vorschläge wurden priorisiert und in drei Gruppen (A, B und C) zusammengefasst. Dazu wurden folgende Faktoren herangezogen: Toilettenkonzept Münster 46 Die Anzahl an Bedarfsquellen in der Umgebung Die Anzahl der Nennungen im Rahmen der Bürgerbeteiligung Standortvorschlag durch Interessengruppen Tabelle 10: Kriterien für die Priorisierung der Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. Bedarfsquellen Nennungen bei Bürgerbeteiligung Vorschlag Interessengruppe Begründung Bedarfsquellen sind die verlässlichste quantitative Kennzahl, um Bedarfe vor Ort abzuschätzen. Der im Rahmen der Bürgerbeteiligung/ Online- Umfrage geäußerter Wille der Bürgerinnen und Bürger ist zu berücksichtigen. Den Vorschlägen von Interessengruppen, die sich in Münster schon länger mit dem Thema „öffentliche WC-Anlagen“ beschäftigen, ist Gewicht zu verleihen. Die Standorte mit der höchsten Priorität liegen alle in Arealen mit mehreren wichtigen Bedarfsquellen in unmittelbarer Nähe sowie in einer Siedlungsstruktur mit hoher Dichte. Darunter fallen Spielplätze, Parkanlagen, Ortszentren und das Aaseeufer. Nennungen bei der Bürgerbeteiligung und Vorschläge aus städtischen Gremien wurden berücksichtigt. Diese Empfehlungen fassen wir in Gruppe A zusammen. Standorte mit einer mittleren Priorität liegen in Arealen mit mehreren Bedarfsquellen in unmittelbarer Nähe und weiteren Bedarfsquellen in näherer Entfernung sowie einer Siedlungsstruktur mit mittlerer bis höherer Dichte. Nennungen bei der Bürgerbeteiligun g und Vorschläge aus städtischen Gremien wurden berücksichtigt. Diese Empfehlungen fassen wir in Gruppe B zusammen. Standorte mit einer niedrigeren Priorität liegen in Arealen mit wenigen Bedarfsquellen in unmittelbarer Nähe und weiteren Bedarfsquellen in näherer Entfernung sowie einer Siedlungsstruktur mit mittlerer Dichte. Nennungen bei der Bürgerbeteiligung und Vorschläge aus städtischen Gremien wurden berücksichtigt. Diese Empfehlungen fassen wir in Gruppe C zusammen. 6.2.3 Empfehlungen zur Anlagengröße Auf B asis der Richtlinie VDI 3818 (Öffentliche Sanitärräume) wurde abgeschätzt, welche Anlagengröße am empfohlenen Standort berücksichtigt werden sollte. Die VDI 3818 gilt für Planung, Errichtung, Betrieb und Instandhaltung von öffentlichen Sanitärräumen, unabhängig von deren Eigentumsverhältnissen (vgl. VDI, 2008). Je 5.000 bis 10.000 Einwohner ist ein barrierefreies WC sowie ein WC für Männer und Frauen mit Handwaschbecken erforderlich. Die Minimalausstattung stellt eine Einraum-Anlage dar, die all diese Funktionen vereint. Für Münster empfehlen wir folgende Anlagengrößen. Gemäß den erhobenen Anforderungen in den Gesprächen mit Interessenvertretern verzichten wir zugunsten von Unisex-Anlagen auf eigene Pissoir-Räume. Toilettenkonzept Münster 47 Tabelle 11: Empfohlene Anlagengrößen im Rahmen des Toilettenkonzepts. Eigene Darstellung. Größe „L“ Mehrraum-Anlage Größe „M“ Zweiraum-Anlage Größe „S“ Einraum-Anlage Fußgängerzonen, touristisches Zentrum Für höchst- und hochfrequentierte Bereiche Innerstädtisch und in hochfrequentierten Ortsteilen In Ortsteilen und bei begrenzten Platzverhältnissen Minimalausstattung 1x barrierefreies WC 2x Unisex WC 1x barrierefreies WC 2x Unisex WC 1x Unisex, barrierefreies WC Aufgrund hoher Baukosten geht der Trend zu kleineren Anlagen mit hohen hygienischen und technischen Standards wie: Sitzbrillenreinigung Automatische Fußbodenreinigung Automatische Spülung nach Nutzung Umfassende Sensortechnik 6.3 Ergebnisse 6.3.1 Versorgungslücken Wie in Kapitel 3 der Bestandsaufnahme bereits aufgezeigt, sind etliche Stadtgebiete nicht oder nur unzureichend mit öffentlichen WC-Anlagen versorgt. Insbesondere trifft dies auf folgende Gebiete zu: Aasee, Kanalufer, Stadthafen, Promenade, Hauptbahnhof Die beiden großen Parkanlagen, Nord- und Südpark, sind zum Zeitpunkt der Begehung durch temporäre Anlagen abgedeckt. Die „nette Toilette“ -Standorte können weite Teile der Innenstadt und Hiltrups abdecken. Allerdings sind diese in ihrer überwie genden Mehrheit nicht barrierefrei und durch die eingeschränkten Öffnungszeiten nicht durchgängig verfügbar. Die Stadteile Münsters außerhalb des Bezirks Mitte, mit Ausnahme Hiltrups, weisen einen überwiegenden Wohncharakter auf. In diesen Stadteilen werde n keine Versorgungslücken erkannt, da die Siedlungsstruktur nicht auf eine Notwendigkeit an öffentlichen WC -Anlagen schließen lässt. In Kinderhaus, Coerde, Wolbeck und Gievenbeck sind größere Freizeiteinrichtungen vorhanden, die als unterversorgt klassifiziert werden können. Toilettenkonzept Münster 48 Abbildung 38: Identifizierte Versorgungslücken im Stadtgebiet Münster. Eigene Darstellung. 6.3.2 Standortvorschläge In mehreren Beteiligungsterminen (siehe Kapitel 4.2 Beteiligung von Interessenvertretungen) wurden Standortvorschläge entgegengenommen und in der Karte „Standortvorschläge aus Gremien und von Trägern öffentlicher Belange“ eingetragen. Diese Vorschläge wurden bei der Standortempfehlung berücksichtigt. Allerdings konnten nicht alle Standorte in die Empfehlung aufgenommen werden. Unsere Methodik sieht vor, neue Standorte für öffentliche WC-Anlagen dort zu empfehlen, wo große Bedarfsquellen bestehen, die auf hohe Fußgängerströme schließen lassen und ein öffentli ches Interesse an der Errichtung von WC-Anlagen besteht. Öffentliche WC-Anlagen dienen nicht als Ersatz für privatwirtschaftliche Einrichtungen, auch wenn diese beispielsweise keine vollständig barrierefreien Toiletten zur Verfügung stellen können. 6.3.3 Standortempfehlungen für neue Anlagen Anmerkungen Jeder Standort wurde gemäß des Abschnitts Priorisierung bewertet: A | B | C Zudem fand eine Zuordnung des empfohlenen Toilettentyps statt: Kanalanschluss mit Trinkwasser (= Stadt-WC) oder Trockentoilette ohne Kanalanschluss. Toilettenkonzept Münster 49 Zusätzlich wird die Größe der Anlage empfohlen (siehe Abschnitt Empfohlene Größe der Anlagen): Kategorien „S“, „M“ und „L“ sowie die Sonderausstattung „Toilette für Alle“. Gruppe A - Die Grundversorgung sicherstellen Die acht Toilettenanlagen der Gruppe A schließen wesentliche Versorgungslücken im Bereich Aasee, Innenstadt und Stadthafen und beenden die temporäre Situation in den Parkanlagen Südpark und Nordpark. Sie stellen somit die Grundversorgung mit barrierefreien, öffentlichen Toiletten sicher. Es werden für diese Standorte ausschließlich moderne Stadt -WCs mit Kanal- und Trinkwassera nschluss empfohlen. An allen Standorten ist mit einer hohen bis sehr hohen Nutzung, insbesondere in den Sommermonaten zu rechnen. Daher sind robuste und langlebige Anlagen zu installieren. Abbildung 39: Standorte der Gruppe A (blau). Bes tehende Standorte sind in grün (Stadt -WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. Tabelle 12: Standortvorschläge der Gruppe A nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ID Name Typ u. Größe Begründung A1 Aasee, Giant Pool Balls Stadt-WC; M Bedarfsquellen Naherholungsgebiet Aasee sowie Eingang zur Innenstadt, der Parkanlage Promenade und Spielplatz Kanonengraben innerhalb der TOP5 bei der Bürgerbeteiligung, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen hohe Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten und zu Veranstaltungen auf der Promenade und am Aasee A2 Aasee, Westufer – Höhe Torminbrücke Stadt-WC; M Bedarfsquellen Naherholungsgebiet Aasee innerhalb der TOP5 bei der Bürgerbeteiligung, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen Hohe Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten und zu Veranstaltungen am Aasee Toilettenkonzept Münster 50 ID Name Typ u. Größe Begründung A3 Südpark Stadt-WC; M Bedarfsquelle Stadtpark, Zentrum des Südviertels; innerhalb der TOP5 bei der Bürgerbeteiligung; zurzeit Ersatzstandort mit provisorischer Anlage, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen Hohe Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten A4 Domplatz Stadt-WC; L Bedarfsquelle Stadtzentrum, Touristische Sehenswürdigkeit, Marktplatz; innerhalb der TOP10 bei der Bürgerbeteiligung, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen, hier: Barrierefreier Neubau Ganzjährig hohe Bedarfe A5 Coerdeplatz (Flugzeugspielplatz) Stadt-WC, M Bedarfsquelle Stadtpark/ Promenade, großer Kinderspielplatz, Eingangsroute zur Innenstadt; zurzeit Ersatzstandort mit provisorischer Anlage; Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen Hohe bis mittlere Bedarfe, ganzjährig A6 Kanalpromenade/ Schillerstraßenbrücke Stadt-WC, M Bedarfsquelle Parkanlage/ Kanalufer, innerhalb der TOP10 bei der Bürgerbeteiligung; Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen, Hohe bis mittlere Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten A7 Stadthafen 1 Stadt-WC, M Bedarfsquelle Stadtteilzentrum/ Park, hier Hafenufer, innerhalb der TOP10 bei der Bürgerbeteiligung, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen Hohe bis mittlere Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten A8 Wienburgpark Stadt-WC, M Bedarfsquelle Stadtpark, innerhalb der TOP10 bei der Bürgerbeteiligung; zurzeit Ersatzstandort mit provisorischer Anlage, Vorschlag bei der Beteiligung der Interessengruppen Hohe Bedarfe, insbesondere in den Sommermonaten Toilettenkonzept Münster 51 Gruppe B - Lücken schließen Die sechs Toilettenanlagen der Gruppe B schließen weitere Versorgungslücken im Bereich Innenstadt und Kanalpromenade. Zudem wurden größere Freizeiteinrichtungen in Gievenbeck und Wolbeck berücksichtigt. Es werden für diese Standorte Stadt - WCs sowie auch Trockentoiletten empfohlen. An allen Standorten ist mit einer mittleren bis hohen Nutzung in den Sommermonaten zu rechnen. Abbildung 40: Standorte der Gruppe B (pink). Bestehende Standorte sind in grün (Stadt-WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. Tabelle 13: Standortvorschläge der Gruppe B nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ID Name Typ u. Größe Begründung B1 Fernbushaltestelle Münster Stadt-WC, M Bedarfsquelle zentraler ÖPNV-Knoten, Busbahnhof Vorschlag im Beteiligungsverfahren B2 Kanalpromenade / Brücke Manfred von Richthofen-Str. Trockentoilette, S Bedarfsquelle Kanalufer, Naherholungsfläche insbesondere in den Sommermonaten Häufiger Vorschlag bei der Bürgerbeteiligung B3 Promenade, Höhe Buddenturm Stadt-WC, S Bedarfsquelle Parkanlage, Spielplatz Kreuzschanze und öffentlicher Parkplatz; Innenstadtnah, wichtige Wegeverbindung in die Innenstadt Häufiger Vorschlag bei der Bürgerbeteiligung B4 Grüne Finger Gievenbeck Trockentoilette, S Bedarfsquelle Parkanlage, Spielplatz und öffentliche Sportanlagen, Vorschlag bei der Bürgerbeteiligung B5 Hansaplatz Stadt-WC, S Bedarfsquelle Quartiersplatz; Vorschlag im Beteiligungsverfahren B6 Wolbeck, Spielplatz / Pumptrack Trockentoilette, S Bedarfsquelle Parkanlage, Spielplatz und öffentliche Sportanlagen; Vorschlag bei der Bürgerbeteiligung Toilettenkonzept Münster 52 Gruppe C - Eine größtmögliche Versorgung sicherstellen Die vier Toilettenanlagen der Gruppe C schließen weitere Versorgungslücken in den Stadtteilen Kinderhaus, Coerde, West und Mitte-Süd. Es werden für diese Standorte drei Stadt - WCs und eine nette Toilette empfohlen. An allen Standorten ist mit einer niedrigen bis mittleren Nutzung zu rechnen. Abbildung 41: Standorte der Gruppe C (lila). Bestehende Standorte sind in grün (Stadt -WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. Tabelle 14: Standortvorschläge der Gruppe C nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ID Name Typ u. Größe Begründung C1 Park St. Stephanus / Von-Stauffenberg- Str. Stadt-WC, S Bedarfsquelle Stadtpark, mehrere Spielplätze in der Nähe Mittlerer bis niedriger Bedarf C2 Naturspielplatz Kinderbachtal Stadt-WC, S Bedarfsquelle Spielplätze, Naherholungsfläche insbesondere in den Sommermonaten Mittlerer bis niedriger Bedarf C3 Coerde, Hamannplatz Stadt-WC, S Bedarfsquelle Stadtteilzentrum, Park, Spielplätze, Naherholungsfläche insbesondere in den Sommermonaten Mittlerer bis niedriger Bedarf C4 Kinderhaus, Idenbrockplatz Stadt-WC, S / „nette Toilette“ Bedarfsquelle Stadtteilzentrum, Park, Spielplätze, Naherholungsfläche insbesondere in den Sommermonaten Mittlerer bis niedriger Bedarf Wenig Platz vorhanden, Kinderbachpark aufgrund von Hochwassergefahr nicht geeignet. Toilettenkonzept Münster 53 Sonderfall – „Toilette für Alle“ In den Gesprächen mit den Interessenvertretungen und Trägern öffentlicher Belange wurde der Wunsch geäußert, eine öffentliche WC -Anlage für Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen vorzuhalten. Diese Anlagen sind kosten- und wartungsintensiver und können daher nur an ausgewählten Standorten geplant werden. Wir schlagen daher vor, eine „Toilette für Alle“ an einem zentralen Punkt in der Innenstadt von Münster zu errichten, der sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch mit dem privaten PKW erreicht werden kann. In Absprache mit der Stadt Münster wird vorgeschlagen, die bestehende öffentliche Toilette im Stadthaus 1 an die Anforderungen einer „Toilette für Alle“ anzupassen. Dieser Standort ist besonders geeignet, da sich im Erdge schoss bereits eine behindertengerechte öffentliche Toilette befindet, die bereits Merkmale einer „Toilette für Alle“ aufweist, wie beispielsweise eine Liege. Zudem ist das Stadthaus 1 sehr zentral gelegen und gut erreichbar, auch für Menschen mit Behinder ungen, da Behindertenparkplätze und öffentliche Verkehrsmittel in unmittelbarer Nähe vorhanden sind. Durch die Anpassung der bestehenden Einrichtung können die Bedürfnisse von Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen besser berücksichtigt und ihr e Teilhabe am öffentlichen Leben weiter verbessert werden. Zusammenfassung Insgesamt werden 18 neue Standorte für öffentliche WC-Anlagen empfohlen. Diese verteilen sich auf Gruppe A (8), Gruppe B (6) und Gruppe C (4). Davon ist eine Anlage der Größe L, 8 Anlagen der Größe M und 9 Anlagen der Größe S zugeordnet. Drei der empfohlenen Standorte sollen als Trockentoilette errichtet werden, da der Aufwand für einen Kanalanschluss für diese Standorte als außerordentlich hoch betrachtet wird. Ein zusätzlicher Standort soll als „Toilette für Alle“ hergestellt werden. Tabelle 15: Mengenübersicht empfohlener Standorte nach Priorisierung, Größe und Art. Eigene Darstellung. Anzahl gesamt davon Größe L Größe M Größe S davon Stadt-WC Trocken- toilette Gruppe A 8 1 7 0 8 0 Gruppe B 6 0 1 5 3 3 Gruppe C 4 4 A 4 Gesamt 18 1 8 9 15 3 A Alternative: Am Idenbrockplatz ist ggfs. eine Lösung via Konzept „Die nette Toilette“ vorteilhafter. Toilettenkonzept Münster 54 Abbildung 42: Die Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Priorisierung in die Gruppen A (blau), B (pink) und C (lila) inkl. des Standorts für eine „Toilette für Alle“. Eigene Darstellung. 6.4 Exkurs: Toiletten an Veranstaltungsflächen An zahlreichen Orten im Stadtgebiet finden unterjährig Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen statt. Veranstaltungen bringen einen erheblichen Bedarf an WC-Anlagen mit sich, der abhängig von der Dauer und der Anzahl an Besuchenden ist. Es ist zu diskutie ren, ob eine zielgerichtete Installation von öffentlichen WC -Anlagen an Plätzen mit regelmäßigen Veranstaltungen sinnvoll ist. 6.4.1 Ausgangslage An 16 Plätzen im Stadtgebiet finden mehr als 3 Veranstaltungen pro Jahr statt. Diese Flächen konzentrieren sich auf das Stadtzentrum und rund um den Aasee. Sie liegen zum Teil im Einzugsbereich vorhandener öffentlicher WC -Anlagen respektive im Einzugsbereich von in Kapitel 6.3 Ergebnisse empfohlenen Standorten. Toilettenkonzept Münster 55 Tabelle 16: Anzahl an Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen. Es werden nur Veranstaltungsflächen gelistet, die mehr als dreimal im Jahr genutzt werden. Daten von der Stadt Münster. Rang Ort Summe Tage Rang Ort Summe Tage 1 Schlossplatz 76 9 Rathaus 8 2 Innenstadt 45 10 Am Hawerkamp 5 3 Schlossgarten 32 10 Marktallee 5 4 Überwasserkirchplatz 28 11 Albachten 4 5 Mühlenhof Freilichtmuseum 15 11 Coerheide 4 6 Promenade 11 11 Domplatz 4 7 Aasee 10 11 Preußenstadion 4 8 Hafenbecken 9 11 Prinzipialmarkt 4 Wie viele WC-Anlagen bei einem Event notwendig sind, ist von der Größe der Veranstaltung und der zu erwartende Besucherfrequenz abhängig. Während bei privaten Feiern Erfahrungswerte ausreichen mögen, wird dies bei öffentlichen Events über die Versammlungsstättenverordnung des jeweiligen Bundeslandes geregelt. Anforderungen an die Dienstleistungen und Produkte für den Einsatz von mobilen anschlussfreien Toilettenkabinen werden dagegen über die DIN EN16194 gesteuert, die – unter anderem bezogen auf Kabinen und Sanitärprodukte sowie den Reinigungsumfang – den Mindeststandard festlegt. Wie in anderen Planungsbereichen, ist auch im sanitären Sektor der Behindertenanteil unter den Besuchern der Veranstaltung ein Faktor, der berücksichtigt werden muss. In der Versammlungsstättenverordnung ist festgehalten, dass stufenlos erreichbare Toilett en vorhanden sein müssen. Vorgeschrieben ist mindestens eine Toilette je zehn Rollstuhlfahrern. Neben ausreichend Platz für eine komfortable und barrierefreie Nutzung, sind häufig auch ein Babywickeltisch für junge Familien sowie integrierte Sicherheitswarnsysteme Teil des Moduls, damit Menschen mit Behinderungen im Notfall einen Alarm auslösen können. 6.4.2 Situation in Nordrhein-Westfalen Die Sonderbauverordnung von 2017 schreibt keine Berechnung auf Basis der zu erwartenden Besucherzahlen vor. Somit ist künftig der Besucherschlüssel für die Ermittlung der Anzahl der Toiletten nicht mehr heranzuziehen und es erfolgt eine Einzelfallbetrachtung, ob die Versammlungsstätte über die ausreichende Anzahl von Toiletten verfügt. Aus der Begründung zur Änd erung der Sonderbauverordnung geht ausdrücklich hervor, dass getrennte Toilettenräume für Damen und Herren nicht mehr vorgeschrieben sind. Auszug aus der Verordnung über Bau und Betrieb von Sonderbauten (Sonderbauverordnung – SBauVO) vom 02.12.2016: Toilettenkonzept Münster 56 § 12 Toilettenräume (1) In Versammlungsstätten muss eine ausreichende Anzahl von Toiletten vorhanden sein. Auf dem Gelände der Versammlungsstätte oder in der Nähe vorhandene Toiletten können angerechnet werden, wenn sie für die Besucherinnen und Besucher der Versammlungsstätte zugänglich sind. Bis zum Jahr 2017 galt mit der alten Verordnung ein Berechnungsschlüssel (siehe Abb. 43). Abbildung 43: Zusammenfassung des §12 der alten BauVO zur Berechnung der Anzahl an Toilettenräumen bei Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen. Die Bereitstellung der notwendigen Anzahl bei Veranstaltungen kann durch mobile Anlagen geschehen. Stationäre WCs im Umfeld können laut Verordnung angerechnet werden. Standard-WC-Anlagen für Kommunen haben in großer Ausbaustufe meist maximal 4-5 WC- Kabinen. Sie fallen folglich, selbst bei einem deutlich großzügig bemessenen Schlüssel, bei großen Veranstaltungen kaum ins Gewicht. Zudem fallen für die Kommune pro WC-Standort Kosten zur Installation einer Anlage von 150.000 € bis 400.000 € an. Dazu kommen monatliche Wartungs- und Betriebskosten. 6.4.3 Empfehlung Wir empfehlen für (ausschließliche) Veranstaltungsflächen grundsätzlich mobile WC-Anlagen einzusetzen, die vom Veranstalter gemäß geltenden Verordnungen bereitgestellt werden müssen. Die Kosten werden mittelbar durch Eintrittstickets, Getränke, etc. gedeckt. Eine Vorhaltung öffentlicher, kommunaler WC-Anlagen an Veranstaltungsorten geht mit hohen Kosten einher und belastet den kommunalen Haushalt. Falls der politische Wille und entsprechende Mittel im Haushalt da sind, kann eine Kommune an den größten Veranstaltungsorten eigene WC-Anlagen installieren, die ganzjährig vorgehalten werden. In diesem Fall sollte der kommunale Betreiber der WC -Anlagen eine Nutzungspauschale erheben. Andernfalls kann eine gegebenenfalls anfallende Sonderreinigung vor - und nach einer Veranstaltung vom lokalen City-Marketing oder der Wirtschaftsförderung übernommen werden. Entsprechende Prozesse sind einzuführen. Toilettenkonzept Münster 57 An etlichen Plätzen werden dennoch öffentliche WC -Anlagen empfohlen, da diese aufgrund weiterer Bedarfsquellen und der Lage im Stadtgebiet als geeignet angesehen werden können und auch abseits der Veranstaltungen regelmäßig genutzt werden. Toilettenkonzept Münster 58 7. Zusammenstellung künftiger Ausstattungsmerkmale Im Rahmen des gesamtstädtischen Toilettenkonzepts ist die Zusammenstellung künftiger Ausstattungsmerkmale ein zentraler Bestandteil. Ziel dieses Kapitels ist es, die Anforderungen und Empfehlungen für die Ausstattung der zukünftigen öffentlichen Toilettenanlagen zu definieren, um eine bedarfsgerechte, nachhaltige und benutzerfreundliche Infrastruktur zu gewährleisten. Die Ausstattungsmerkmale sollen sicherstellen, dass die neuen Toilettenanlagen den vielfältigen Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht werden. Dazu gehören Aspekte wie Barrierefreiheit, um allen Bürgern, einschließlich Menschen mit Behinderungen, einen gleichberechtigten Zugang zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist die Berücksichtigung von Umweltaspekten, wie der Einsatz von nachhaltigen Materialien, um die ökologischen Auswirkungen zu minimieren. Die gendergerechte Gestaltung der Anlagen ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt, um eine inklusive Nutzung für alle Geschlechter zu fördern. Darüber hinaus wird die Ausstattung an die spezifischen örtlichen Gegebenheiten angepasst, um eine optimale Integration in das städtische Umfeld zu gewährleisten. Dies umfasst die Anpassung der Anlagengröße und -konfiguration an di e Frequentierung und die standortspezifischen Anforderungen. Im Folgenden werden die spezifischen Ausstattungsmerkmale detailliert beschrieben, die für die zukünftigen Toilettenanlagen in Münster empfohlen werden. Diese umfassen sowohl technische als auch gestalterische Aspekte, die dazu beitragen, eine funktionale, sichere und ästhetisch ansprechende Toiletteninfrastruktur zu schaffen. 7.1 Markterkundung Ziel der Markterkundung ist es, einen umfassenden Überblick über die verfügbaren Technologien, Produkte u nd Anbieter zu erhalten, um die bestmöglichen Lösungen für die öffentlichen Toilettenanlagen in Münster zu identifizieren. Dabei werden verschiedene Aspekte wie Qualität, Kosten, Nachhaltigkeit und Benutzerfreundlichkeit berücksichtigt. Im Rahmen der Markterkundung wurden führende Hersteller von Toilettenanlagen in Deutschland und Europa kontaktiert. Diese Hersteller bieten eine Vielzahl von Produkten an, die den spezifischen Anforderungen der Bürger gerecht werden können. Zu den wichtigs ten Anbietern gehören: 1. HERING Sanikonzept GmbH Allgemein: HERING Sanikonzept GmbH ist der Marktführer in Deutschland mit über 45 Jahren Erfahrung und mehr als 6.200 geplanten und gebauten öffentlichen WC - Anlagen. Das Unternehmen hat sich einen Namen gemacht durch seine innovativen und nachhaltigen Lösungen, die auf Langlebigkeit und Benutzerfreundlichkeit ausgelegt sind. Toilettenkonzept Münster 59 Portfolio: Das Unternehmen bietet eine breite Palette von Produkten an, darunter Einraumanlagen, Zweiraumanlagen, Dreiraumanlagen und spezielle Toiletten für Alle, die jeweils barrierefrei sind. Diese Anlagen sind modular aufgebaut und können je nach Bedarf erweitert oder angepasst werden, um den spezifischen Anforderungen der Stadt Münster gerecht zu werden. Einraumanlage Zweiraumanlage Dreiraumanlage Toilette für Alle Abbildung 44: Modulanlagen der Firma HERING Sanikonzept GmbH. Einraumanlage (barrierefrei): Eine kompakte, barrierefreie Toilette, ideal für kleinere Standorte. Zweiraumanlage (1x barrierefrei, 1x nicht -barrierefrei): Bietet sowohl eine barrierefreie als auch eine nicht-barrierefreie Toilette, geeignet für mittlere bis größere Standorte. Dreiraumanlage (1x barrierefrei, 1x nicht -barrierefrei, 1x Urinal): Eine vielseitige Anlage mit zusätzlichen Urinalen, ideal für stark frequentierte Bereiche. „Toilette für Alle“ (barrierefrei): Speziell für die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen konzipiert, inklusive Wickeltisch und höhenverstellbarem WC. 2. Toilitech PTMatic S.r.l: Allgemein: Toilitech PTMatic S.r.l ist ein italienischer Hersteller, der sich auf selbstreinigende und automatische Toiletten spezialisiert hat. Das Unternehmen ist bekannt für seine hochwertigen und technologisch fortschrittlichen Produkte, die eine hohe Benutzerfreundlichkeit und geringe Wartungskosten bieten. Portfolio: Das Unternehm en bietet verschiedene Modelle von Einraum - und Zweiraumanlagen. Diese Anlagen sind so konzipiert, dass sie sowohl in städtischen Toilettenkonzept Münster 60 als auch in ländlichen Gebieten eingesetzt werden können und eine hohe Flexibilität in der Anwendung bieten. Einraumanlage „TONE“ Zweiraumanlage „HN“ Zweiraumanlage „HU“ Einraumanlage „H“ Abbildung 45: Modulanlagen der Firma Toilitech PTMatic S.r.l. Einraumanlage „TONE“ (nicht barrierefrei): Eine einfache, nicht barrierefreie Toilette, geeignet für Standorte mit geringem Platzbedarf. Einraumanlage „H“ (barrierefrei): Eine barrierefreie Toilette, die den Anforderungen der DIN-Norm entspricht. Zweiraumanlage „HU“ (1x barrierefrei + 1x Urinal): Kombiniert eine barrierefreie Toilette mit einem Urinal, ideal für mittlere Standorte. Zweiraumanlage „HN“ (1x barrierefrei + 1x nicht barrierefrei): Bietet sowohl eine barrierefreie als auch eine nicht-barrierefreie Toilette, geeignet für größere Standorte. 3. RBL Media GmbH (by Epsilon N.V.) Allgemein: RBL Media GmbH ist ein Anbieter von modularen, vollautomatischen WC- Anlagen für den öffentlichen Raum. Das Unternehmen ist in mehreren deutschen Städten aktiv (u. a. Leipzig, Dortmund, Aachen) und bietet ausschließlich Full-Service- Dienstleistungen an. RBL Media wurde kürzlich in die Ströer -Gruppe integriert und arbeitet mit dem belgischen Hersteller Epsilon N.V. zusammen, der für die technische Entwicklung und Produktion der Anlagen verantwortlich ist. Toilettenkonzept Münster 61 Portfolio: RBL bietet ausschließlich Full -Service-Dienstleistungen auf Basis standardisierter Module an. Zum Einsatz kommen 1 -Raum-Anlagen, Pissoir-Module sowie projektbezogen auch Mehrraumanlagen. Die Module entsprechen den geltenden DIN-Normen und werden je nach Standort individuell gestaltet. Einraumanlage Pissoir Einraumanlage 3-Raum-Modell Abbildung 46 Modulanlagen der Firma RBL Media GmbH (by Epsilon N.V.) 1-Raum-Anlagen (barrierefrei): Für Einzelstandorte mit geringem Platzbedarf 3-Raum-Anlagen (barrierefrei): Für P&R-Plätze oder größere Standorte mit höherem Nutzungsaufkommen. Pissoir-Module: Für stark frequentierte Außenbereiche. Individuelle Anpassungen je nach Standort: Modulgrößen, Fassade, Dach, Beleuchtung etc. 4. EcoToiletten GmbH Allgemein: EcoToiletten GmbH bietet seit 2013 Trockentrenntoiletten an, die besonders umweltfreundlich sind und keine Anschlüsse für Strom, Wasser oder Abwasser benötigen. Das Unternehmen legt großen Wert auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung. Toilettenkonzept Münster 62 Portfolio: Das Unternehmen bietet barrierefreie und barrierearme Module sowie Einzelkabinen an. Diese Anlagen sind modular und autark, was bedeutet, dass sie flexibel an verschiedenen Standorten eingesetzt werden können und sich besonders für temporäre oder mobile Anwendungen eignen. Autark + Modular (barrierefrei) Autark + Modular Einzelkabine (nicht barrierefrei) Autark + Modular LIGHT (barrierearm) Abbildung 47: Modulanlagen der Firma EcoToiletten GmbH. Autark + Modular (barrierefrei): Eine autarke, barrierefreie Toilette, die modular erweiterbar ist. Autark + Modular LIGHT (barrierearm): Eine leichtere Version der autarken Toilette, die barrierearm gestaltet ist. Autark + Modular Einzelkabine (nicht barrierefrei): Eine kompakte, nicht barrierefreie Einzelkabine, ideal für kleinere Standorte. 5. Nowato GmbH: Allgemein: Nowato GmbH bietet seit 2011 Kompost- und Trockentrenntoiletten an, die flexibel einsetzbar sind und sich durch ihre umweltfreundliche Technologie auszeichnen. Das Unternehmen hat sich auf die Entwicklung von Lösungen spezialisiert, die ohne Wasser und Abwasseranschlüsse auskommen und somit besonders nachhaltig sind. Portfolio: Zu den Produkten gehören die barrierefrei Trockentrenntoiletten, sowie nachhaltige WCs mit Verdunstungstechnologie. Diese Anlagen sind besonders für den Einsatz in öffentlichen Parks, an Wanderwegen und in anderen Freizeiteinrichtungen geeignet und bieten eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Toilettenkonzept Münster 63 MODO KUBUS KAAB BUMPER Abbildung 48: Modulanlagen der Firma nowato GmbH. MODO (barrierefrei, mit/ohne Urinal): Eine flexible, barrierefreie Toilette, die mit oder ohne Urinal erhältlich ist. KUBUS (barrierefrei, mit/ohne 1-2 Urinale): Eine modulare Anlage, die je nach Bedarf mit einem oder zwei Urinalen ausgestattet werden kann. KAAB BUMPER Verdunstungs-WC (barrierefrei, mit/ohne Urinal): Ein umweltfreundliches Verdunstungs-WC, das ohne Wasseranschluss auskommt. 7.2 Trockentrenntoiletten Trockentrenntoiletten sind eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen öffentlichen Toiletten, die ohne Wasser auskommen. Diese Toiletten sind besonders in öffentlichen Bereichen wie Parks und städtischen Plätzen nützlich, wo eine Anbindung an das Abwassersystem nicht immer möglich ist. Zu den führenden Herstellern von Trockentrenntoiletten gehören die nowato GmbH und die EcoToiletten GmbH. Das Funktionsprinzip basiert auf der Trennung von flüssigen und festen Ausscheidungen, was die Geruchsbildung reduziert, und die Entsorgung erleichtert. Ein Förderband trennt Feststoffe und transportiert diese in den Sammelbereich hinter der Toilette. Urin wird an der Toilette direkt getrennt und einzeln gesammelt. Abbildung 49: Funktionsprinzip Trockentrenntoiletten (nowato GmbH). Trockentrenntoiletten sind umweltfreundlich, kosteneffizient und flexibel einsetzbar. Sie erfordern jedoch regelmäßige Wartung und haben höhere laufende Kosten (Tankentleerung) im Vergleich zu herkömmlichen Toiletten. I nsgesamt bieten sie eine nachhaltige Lösung für viele öffentliche Einsatzbereiche. Toilettenkonzept Münster 64 7.3 Ausstattungsmerkmale Die Ausstattung öffentlicher Toilettenanlagen ist ein zentraler Aspekt bei der Planung und Umsetzung des städtischen Toilettenkonzep ts. Eine gut durchdachte Ausstattung trägt wesentlich zur Akzeptanz und Nutzung der Anlagen bei und stellt sicher, dass sie den Bedürfnissen aller Nutzer gerecht werden. Wichtige Ausstattungsmerkmale umfassen Aspekte wie Barrierefreiheit, Hygiene, Sicherhe it und Nachhaltigkeit. Diese Merkmale sorgen dafür, dass die Toilettenanlagen nicht nur funktional und benutzerfreundlich sind, sondern auch langlebig und umweltfreundlich betrieben werden können. In den folgenden Abschnitten werden die verschiedenen Ausst attungsmerkmale detailliert beschrieben, die für die öffentlichen Toilettenanlagen in Münster vorgesehen sind. Dabei wird auf die grundlegenden Anforderungen sowie auf spezielle Optionen eingegangen, die die Nutzung und Wartung der Anlagen optimieren. 7.3.1 DIN-Normen für öffentliche Toilettenanlagen Die Ausstattung öffentlicher Toilettenanlagen richten sich nach geltenden DIN-Normen: DIN 18040-1: Diese Norm legt die Anforderungen an barrierefreies Bauen fest, um die Zugänglichkeit und Nutzung für alle Menschen zu gewährleisten VDI 3818: Diese Richtlinie umfasst die Planung, Errichtung, den Betrieb und die Instandhaltung von öffentlichen Sanitärräum en, einschließlich Anforderungen an Raumgrößen, Platzbedarfe und Wasserversorgung. DIN 18024 -2: Diese Norm behandelt die Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden und Arbeitsstätten, einschließlich Anforderungen an Türen, Rampen und Orientierungshilfen für Menschen mit verschiedenen Behinderungen. 7.3.2 Standardausstattung Die Standardausstattung moderner öffentlicher Toilettenanlagen umfasst eine Vielzahl von Merkmalen, die auf Benutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Hygiene abzielen. Diese Ausstattung stellt sicher, dass die Anlagen robust, vandalismussicher und leicht zu reinigen sind, während sie gleichzeitig den Komfort und die Bedürfnisse aller Benutzer, einschließlich Menschen mit Behinderungen, berücksichtigen: Barrierefreie Kabine Sensorgesteuerte Auslösungen Vandalismussichere Materialien Belegungsanzeige LED-Beleuchtung Belüftungssystem Elektro-Fußbodenheizung Türverriegelungssystem Schmutzabweisende Beschichtung Kleiderhaken … Toilettenkonzept Münster 65 7.3.3 Empfohlene Zusatzausstattung Zusätzlich zur Standardausstattung empfehlen wir bestimmte Zusatzausstattungen, um die Funktionalität, Langlebigkeit und Benutzerfreundlichkeit der öffentlichen Toilettenanlagen weiter zu verbessern. Um ein breites Verständnis der benötigten Zusatzausstatt ungen zu erhalten, wurde eine umfassende Bürgerbeteiligung in Münster durchgeführt. Dabei wurden Träger öffentlicher Belange, politische Gremien und Interessenvertretungen befragt (siehe Kapitel 4.2 Beteiligung von Interessen vertretungen). Zusätzlich fand eine Online - Bürgerumfrage statt und es wurden Bezirksvertretungen, einschließlich der Bezirksbürgermeister, konsultiert (siehe Kapitel 4). Aus den gewonnenen Erkenntnissen ergeben sich folgende Zusatzausstattungen: Dachbegrünung Graffitischutz Trinkwasserbrunnen Marktanschlusskasten Automatische Sitzbrillenreinigung Vorbereitung Zahlungssysteme (Kartenzahlung) Kalkschutz Wickeltisch Diese Zusatzausstattungen bieten erhebliche Vorteile und tragen zur Erhöhung der Lebensdauer und der Benutzerzufriedenheit der Toilettenanlagen bei. 7.4 „Toilette für Alle“ Die Sonderausstattung „Toilette für Alle“ wurde von der Stiftung Leben pur ins Leben gerufen, um die Teilhabe von Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Öffentliche Toiletten und Behindertentoiletten sind heutzutage weit verbreitet, jedoch reichen diese oft nicht aus, um den Bedürfnissen vo n Menschen mit komplexen Behinderungen gerecht zu werden. Eine „Toilette für Alle“ bietet spezielle Einrichtungen, die über die Standardausstattung hinausgehen. Dazu gehören unter anderem eine Liege und ein Personen -Lifter, der es ermöglicht, Menschen sicher und rückenschonend vom Rollstuhl auf das WC oder die Liege zu befördern. Diese Toilettenräume sind groß genug, um ausreichend Platz für Begleitpersonen zu bieten, die bei der Pflege und Hygiene unterstützen. Diese Anlagen sind kosten- und wartungsintensiver und können daher nur an ausgewählten Standorten geplant werden. Toilettenkonzept Münster 66 Abbildung 50: Blick in die „Toilette für Alle“ am Sendlinger Tor in München (Stiftung Leben pur, 2023). 7.5 Zusammenfassung Ausstattungsmerkmale Die Markterkundung zeigt, dass jeder Hersteller eine Vielzahl von Sonderausstattungen anbietet, die die Funktionalität und den Komfort der Toilettenanlagen verbessern können. Diese Zusatzoptionen erhöhen jedoch die anfänglichen Investitionskosten erheblich. Daher muss die Auswahl der Ausstattungsmerkmale sorgfältig abgewogen werden, um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kosten und Nutzen zu gewährleisten. Die Vielfalt der angebotenen Optionen ermöglicht es, die Toilettenanlagen an die spezifischen Bedürfn isse und Anforderungen der Nutzer in Münster anzupassen und somit eine höhere Zufriedenheit zu erreichen. Toilettenkonzept Münster 67 8. Bewertungsmaßstäbe für zukünftige Bedarfsmeldungen 8.1 Ausgangslage Die Stadt Münster benötigt eine Bewertungsmatrix, um zukünftig ein gehende Bedarfsmeldungen an öffentlichen Toiletten transparent und nachvollziehbar bewerten zu können. Die Bewertungsmatrix soll eine Aussage darüber treffen, ob am vorgeschlagenen Standort eine neue öffentliche Toilettenanlage mit Blick auf zu erwartende Bedarfe installiert werden kann. 8.2 Methoden Mit Hilfe eines gängigen Tabellenkalkulationsprogramms wurde eine Bewertungsmatrix geschaffen, die verschiedene Faktoren berücksichtigt. Die Bewertung von Standortvorschlägen erfolgt auf Basis folgender Abfragen: Liegt der eingegangene Standortvorschlag innerhalb der Erreichbarkeitsradien der Bestandsanlagen und der im Rahmen des Konzepts vorgeschlagenen Standorte? Welche Bedarfsquellen liegen in der Umgebung des Standortvorschlags? o Die Bedarfsquellen sind mit Blick auf ihre Besucherfrequenz zu bewerten. Was ist die vorherrschende Siedlungsstruktur im Umkreis des Standortvorschlags? o Abfrage nach Art der Bebauung und vorwiegender Nutzung des Areals rund um den vorgeschlagenen Standort. Wohnviertel und Gewerbegebiete sind anders zu bewerten als Ortszentren. Abgleich mit der bisherigen Versorgungslage öffentlicher Toiletten im Stadtteil des Standortvorschlags o Unterversorgte Stadtteile erhalten einen Bonus. 8.3 Ergebnisse Ergebnis ist eine einfach zu bedienende, interaktive Bewertungsmatrix, die nach dem Ausfüllen eine Empfehlung abgibt und den Standortvorschlag entweder ablehnt oder ihn befürwortet und in die im Rahmen dieses Konzepts erarbeiteten Gruppen A, B oder C einordnet. Über eine Hilfe-Seite werden den Benutzenden Erläuterungen angeboten. Ein Auszug der Bewertungsmatrix findet sich im Anhang. Das interaktive Dokument wurde der Stadt Münster mit diesem Bericht übergeben. Abbildung 51: Schematische Darstellung der Funktionsweise der Bewertungsmatrix. Eigene Abbildung. Toilettenkonzept Münster 68 9. Zusammenfassende Handlungsempfehlungen 9.1 Handlungsempfehlungen resultierend aus der Bestandsaufnahme Nach der Bestandsaufnahme lassen sich verschiedene Handlungsempfehlungen festhalten: Öffnungszeiten und unterjährige Schließzeiten der Anlagen an den Anlagen selbst und auf den zur Verfügung stehenden (digitalen) Kanälen transparent kommunizieren Hygienische Situation verbessern, kommunizierte Reinigungsintervalle des Dienstleisters hinterfragen Defekte Bauteile zeitnah instandsetzen Auffindbarkeit vor Ort verbessern, Beschilderung an den Anlagen und im Umkreis der Anlagen 9.2 Handlungsempfehlungen resultierend aus den Beteiligungsverfahren Die Beteiligungsverfahren haben gezeigt, dass – bezogen auf aktuellen Zustand und Ausstattung der Bestandsanlagen – große Handlungsbedarfe bestehen. An den drei Ersatzstandorten sind diese vor allem der Tatsache geschuldet, dass dort temporäre Baustellen-WCs („Dixies“) errichtet wurden. Weiterhin wünschen sich die Beteiligten neue Toilettenanlagen an verschiedensten Standorten über das Stadtgebiet verteilt mit einer zeitgemäßen, hygienischen und barrierefreien Ausstattung. Handlungsempfehlungen bezogen auf Bestandsanlagen Barrierefreiheit sicherstellen Hygienische Situation verbessern Defekte Bauteile zeitnah instandsetzen Auffindbarkeit der Anlagen verbessern, insb. durch Beschilderung an den Anlagen und im Umkreis der Anlagen Empfehlungen für künftige Anlagen Selbstreinigende Toiletten Barrierefreie Ausstattung nach geltenden Normen Sicherheit durch Abschließbarkeit und Beleuchtung gewährleisten Empfehlungen für künftige Standorte Ersatzneubauten an den Standorten mit Ersatzanlagen (Südpark und Wienburgpark, Coerdeplatz) Aufnahme etlicher Standortvorschläge; Versorgungslücken in der Innenstadt, am Aasee und Kanalufer sollen geschlossen werden 9.3 Standortempfehlungen Neue Standorte Nach der Analyse der Bestandssituation und Ermittlung von Potentialflächen und Bedarfsquellen wurden Standortvorschläge für neue Anlagen erarbeitet. Insgesamt wurden 18 potenzielle neue Standorte für Toilettenanlagen identifiziert, die in die Gruppen A, B und C Toilettenkonzept Münster 69 aufgeteilt wurden. Der Gruppe A wird die höchste Priorität zugewiesen. Die Gruppen B und C folgen. Tabelle 17: Standortvorschläge der Gruppe A. Lfd. Nr. Standort Gruppe Rang in der Gruppe 1 Aasee, Giant Pool Balls A A1 2 Aasee, Westufer – Höhe Torminbrücke A2 3 Südpark A3 4 Domplatz A4 5 Coerdeplatz (Flugzeugspielplatz) A5 6 Kanalpromenade/ Schillerstraßenbrücke A6 7 Stadthafen 1 A7 8 Wienburgpark A8 Nette Toilette Es wird empfohlen, mehrere Standorte des Projekts „Die nette Toilette“ auszuschließen, da in Hiltrup und der Innenstadt durch die Vielzahl teilnehmender Betriebe eine teilweise Überversorgung entstanden ist. Vorgeschlagen wird, vorrangig jene Betriebe auszuschließen, die in Bezug auf Barrierefreiheit und Öffnungszeiten die schlechtesten Bewertungen erhalten haben. Tabelle 18: Auszuschließende Betriebe im Projekt "Die nette Toilette". Eigene Erhebungen. Stadtteil Auszuschließende Betriebe Begründung Innenstadt Enchilada Der Bunte Vogel Fyal Central Mangelnde Barrierefreiheit bei gleichzeitiger Verfügbarkeit barriereärmerer Standorte in unmittelbarer Umgebung. Hiltrup Eiscafé Martini Onkel Alex SuperBioMarkt Hiltrup 9.4 Ausstattungsempfehlungen Innenausstattung Die Gespräche mit den Trägern öffentlicher Belange, politischen Gremien und Interessenvertretungen und die Prüfung geltender Normen mit Blick auf Barrierefreiheit haben zu einer nicht abschließenden Liste an Ausstattungsmerkmalen geführt. Neben der Serienausstattung bestehend aus WC, Waschbecken, Seife, Handtrocknung und sicherer, vandalismushemmender Ausstattung werden somit folgende zusätzliche Ausstattungsmerkmale empfohlen. Barrierefreiheit nach geltenden Normen bei barrierefreien Kabinen Dachbegrünung Graffitischutz außen und innen Bodenplatte Toilettenkonzept Münster 70 Trinkwasserbrunnen Marktanschlusskasten Automatische Sitzbrillenreinigung Klappbarer Babywickeltisch Kalkschutzsystem Vorbereitung Kartenzahlung Höhenverstellbarer WC-Topf Außengestaltung Modulanlagen bieten eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Die Empfehlung liegt auf einer robusten und witterungsbeständigen HPL-Fassade, deren Farbgebung je nach Standort beliebig zusammengestellt werden kann. Dächer sollen begrünt werden. 9.5 Empfehlungen zum Betrieb der Toilettenanlagen Im Rahmen der Entwicklung eines nachhaltigen und wirtschaftlich tragfähigen Toilettenkonzepts für die Stadt Münster wurden drei Betreibermodelle am deutschen Markt identifiziert. Diese wurden für den Bet rieb von vier neuen öffentlichen Toilettenanlagen über einen Zeitraum von zehn Jahren untersucht. Ziel war es, eine fundierte Entscheidungsgrundlage für die Auswahl eines geeigneten Modells zu schaffen, das sowohl den betrieblichen Anforderungen als auch d en personellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt gerecht wird. Modell 1 sieht die Einzelvergabe von Bau, Reinigung und baulicher Bewirtschaftung vor. Dieses Modell bietet eine hohe Flexibilität bei der Auswahl von Dienstleistern und ermöglicht eine differenzierte Steuerung der Leistungen. Gleichzeitig ist es mit einem erheblichen Koordinationsaufwand verbunden. Insbesondere die bauliche Unterhaltung würde zusätzliche personelle Ressourcen im Amt 23 erfordern. Nach aktueller Marktrecherche stellt Modell 1 die kostenintensivste Variante dar. Modell 2 kombiniert die Vergabe von Bau und Reinigung als Leistungspaket, während die bauliche Unterhaltung weiterhin separat organisiert wird. Dadurch reduziert sich der Verwaltungsaufwand im Vergleich zu Model l 1, jedoch bleibt der Personalbedarf für die bauliche Unterhaltung bestehen. Vandalismusschäden bis zu einem vereinbarten Betrag sind in diesem Modell abgedeckt. Auch dieses Modell erfordert eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Stellen und Dienst leistern. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller Marktrecherche zwischen Modell 1 und Modell 2. Modell 3 basiert auf einem Full-Service-Modell, bei dem sämtliche Leistungen – einschließlich Bau, Reinigung, Wartung, Betriebskosten, Verbrauchsmaterialien sow ie Vandalismusbeseitigung – in einem Gesamtpaket enthalten sind. Die Gesamtkosten werden jährlich über eine empfohlene Vertragslaufzeit von 8–10 Jahren abgerechnet. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit besteht die Möglichkeit, die Anlagen in das Eigentum der S tadt zu übernehmen. Die Stadt Münster wird organisatorisch deutlich entlastet, da keine zusätzlichen Personalressourcen erforderlich sind. Die Gesamtkosten liegen nach aktueller Marktrecherche unter denen der beiden anderen Modelle. Dieses Modell bietet zudem eine hohe Betriebssicherheit, planbare Kosten und eine klare vertragliche Regelung der Zuständigkeiten. Toilettenkonzept Münster 71 Nach Abwägung aller relevanten Kriterien – insbesondere der Wirtschaftlichkeit, der organisatorischen Umsetzbarkeit und der langfristigen Betriebssicherheit – erscheint das Full- Service-Modell der RLB Media GmbH („Gesamtpaket“ – Modell 3) am attraktivsten. Es stellt die wirtschaftlichste Lösung dar, entlastet die Verwaltung nachhaltig und gewährleistet den langfristigen Betrieb der Anlagen. Die Option des Eigentumsübergangs stärkt zudem die kommunale Handlungsfähigkeit über die Vertragslaufzeit hinaus. 9.6 Empfehlungen zum Marketing Beschilderung Auffindbarkeit der Toilettenanlagen vor Ort durch eine Beschilderung und Wegführung verbessern Entsprechende Beschilderung an den Anlagen selbst anbringen Marketing für das Projekt „Die nette Toilette“, um den Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Digitale Kanäle Informationen zu Toilettenanlagen sind auf gängigen Kartenportalen sowie regionalen Diensten hinterlegt. Werbemaßnahmen Werbekampagne begleitend zur Einführung neuer Anlagen Einheitliches Logo zur Steigerung der Wiedererkennung Die im Sommer durchgeführte Online -Bürgerbeteiligung ergab, dass 65% der Befragten das Konzept „nette Toilette“ bislang nicht kannten (vgl. Kapitel 4.4 Online- Bürgerbeteiligung, Abbildung 22). Um dem entgegenzuwirken, startete die Stadt Münster Ende November 2024 eine Plakatkampagne im gesamten Stadtgebiet. Toilettenkonzept Münster 72 10. Quellen BMWK – Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (2024): Projektträger Jülich, Enargus, Siedlungstypen. Online unter: https://www.enargus.de/pub/bscw.cgi/d11549- 2/*/*/Siedlungstyp.html?op=Wiki.getwiki, letzter Zugriff: 06.01.2025. FGSV - Forschungsgesellschaft für Straßen - und Verkehrswesen e.V. (2015, Hrsg.): Richtlinien für Lichtsignalanlagen - Lichtzeichenanlagen für den Straßenverkehr. FGSV Verlag, Köln. Geofabrik GmbH (2024): OpenStreetMap Data Extracts. Online unter: https://download.geofabrik.de/, Letzter Zugriff: 06.06.2024. VDI Verein Deutscher Ingenieure (2008): VDI 3818 Öffentliche Sanitärräume. Beuth Verlag GmbH, Berlin. Stadt Münster – Stadtplanungsamt, Statistikdienststelle (2024, Hrsg.): Stadtplanungsamt Bevölkerung. Jahres-Statistik 2023. Online unter: https://www.stadt- muenster.de/fileadmin/user_upload/stadt-muenster/61_stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres- Statistik_2023_Bevoelkerung.pdf, letzter Zugriff: 07.02.2025. Toilettenkonzept Münster 73 C. Abbildungsverzeichnis Abbildung 1: Verhältnis Anzahl öffentlicher Toiletten zur Größe des Stadtgebiets. Daten: Eigene Recherche. ................................ ................................ ................................ ................ 3 Abbildung 2: Verhältnis Anzahl öffentlicher Toiletten zur Bevölkerungsdichte. Daten: Eigene Recherche. ................................ ................................ ................................ ............................ 3 Abbildung 3: Vorgehen bei der Bestandsaufnahme. Eigene Darstellung. ............................... 6 Abbildung 4: Ergebnisse der Erreichbarkeitsanalyse aller verfügbarer Toilettenanlagen („nette Toilette“ und öffentliche WC-Anlagen): Eigene Darstellung. ................................ ........ 8 Abbildung 5: Anzahl Toilettenanlagen nach Stadtteilen. Eigene Darstellung ........................... 9 Abbildung 6: Anzahl Toilettenanlagen nach Stadtteilen und Betreibern. Eigene Darstellung. 9 Abbildung 7: Betriebszustand der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. ..............................10 Abbildung 8: Öffnungszeiten der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. ................................ 10 Abbildung 9: Anlagetypen der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. ................................ ....11 Abbildung 10: Zustand der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. ................................ .........11 Abbildung 11: Toilettenanlagen mit Behinderten-WC. Eigene Darstellung. ............................12 Abbildung 12: Erfüllung der Kriterien für Behinderten-WCs nach DIN-Norm 18040. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................12 Abbildung 13: Sicherheit der Toilettenanlagen. Eigene Darstellung. ................................ ......13 Abbildung 14: Standorte (von links): Schlosspatz, Aasee/Hansahafen und Geistmarkt. Eigene Darstellung................................. ................................ ................................ ...............15 Abbildung 15: Stadtbezirke mit Vertretungen. Quelle: Stadt Münster ................................ .....22 Abbildung 16: Geschlechtsidentität der Befragten (n=1532). Eigene Darstellung. ..................25 Abbildung 17: Altersverteilung der Befragten (n=1532). Eigene Darstellung. .........................26 Abbildung 18: Allgemeine Standortvorschläge aus Liste (n=1532). Eigene Darstellung. ........26 Abbildung 19: Übersicht expliziter Standortvorschläge mit Anzahl der Nennungen (Gesamtstadt). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ......................27 Abbildung 20: Übersicht expliziter Standortvorschläge mit Anzahl der Nennungen (Fokus Zentrum). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ..............................28 Abbildung 21: Auswahl der Wünsche an die Ausstattung von WC-Anlagen, kategorisiert (n=1480). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ..............................29 Abbildung 22: Kennen Sie das Konzept „nette Toilette“ in Münster (n=1480). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................30 Abbildung 23: Bewertung des Konzepts „nette Toilette“ (n=515). Eigene Darstellung. ............ 30 Abbildung 24: Häufigkeit der „nette Toilette“ Nutzung (n=515). Eigene Darstellung. ................ 30 Toilettenkonzept Münster 74 Abbildung 25: Gründe für die Nicht-Nutzung der „netten Toiletten" (n=184). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................31 Abbildung 26: Werbeaufkleber zum Konzept „Die nette Toilette" in Münster. Foto: mit freundlicher Genehmigung der Stadt Münster ................................ ................................ ......32 Abbildung 27: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Barrierefreiheit. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................33 Abbildung 28: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Sicherheit. Eigene Darstellung. . ................................ ................................ ................................ ................................ ............34 Abbildung 29: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Zustand. Eigene Darstellung. 34 Abbildung 30: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Öffnungszeiten. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................35 Abbildung 31: Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach ihrem Gesamtergebnis. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................35 Abbildung 32: Nette-Toilette-Standorte (türkis) in Münster mit Erreichbarkeitsradien. Eine Häufung von teilnehmenden Betrieben in der Innenstadt und Hiltrup ist offensichtlich. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................36 Abbildung 33: Häufigkeit der Nutzung durch Nicht-Kunden (n=9). Eigene Darstellung...........37 Abbildung 34: Zusätzliche Auslastung durch „nette Toilette“ (n=9). Eigene Darstellung. ......... 37 Abbildung 35: Anzahl zusätzlicher Reinigungen pro Tag (n=9). Eigene Darstellung. .............38 Abbildung 36: Zufriedenheit mit dem Konzept „Die nette Toilette“, 1-5 Sterne (n=9). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................38 Abbildung 37: Wahrscheinlichkeit der Weiterempfehlung des Konzepts „Die nette Toilette“ an andere Betriebe (n=9). Eigene Darstellung. ................................ ................................ ..........39 Abbildung 38: Identifizierte Versorgungslücken im Stadtgebiet Münster. Eigene Darstellung. . ................................ ................................ ................................ ................................ ............44 Abbildung 39: Standorte der Gruppe A (blau). Bestehende Standorte sind in grün (Stadt-WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. ......................................................... 45 Abbildung 40: Standorte der Gruppe B (pink). Bestehende Standorte sind in grün (Stadt-WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. ......................................................... 47 Abbildung 41: Standorte der Gruppe C (lila). Bestehende Standorte sind in grün (Stadt-WC) und türkis („nette Toilette“) aufgeführt. Eigene Darstellung. ........................................................ 48 Abbildung 42: Die Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Priorisierung in die Gruppen A (blau), B (pink) und C (lila) inkl. des Standorts für eine „Toilette für Alle“. Eigene Darstellung. ............................................................................................. 50 Abbildung 43: Zusammenfassung des §12 der alten BauVO zur Berechnung der Anzahl an Toilettenräumen bei Veranstaltungen in Nordrhein-Westfalen ................................ ...............52 Abbildung 44: Modulanlagen der Firma HERING Sanikonzept GmbH ................................ ...55 Toilettenkonzept Münster 75 Abbildung 45: Modulanlagen der Firma Toilitech PTMatic S.r.l ................................ ..............56 Abbildung 46 Modulanlagen der Firma RBL Media GmbH (by Epsilon N.V.) .........................57 Abbildung 47: Modulanlagen der Firma EcoToiletten GmbH ................................ .................58 Abbildung 48: Modulanlagen der Firma nowato GmbH ................................ .........................59 Abbildung 49: Funktionsprinzip Trockentrenntoiletten (nowato GmbH) ................................ ..59 Abbildung 50: Blick in die „Toilette für Alle“ am Sendlinger Tor in München (Stiftung Leben pur, 2023) ................................ ................................ ................................ .............................62 Abbildung 51: Schematische Darstellung der Funktionsweise der Bewertungsmatrix. Eigene Abbildung ................................ ................................ ................................ .............................63 Abbildung 52: Übersichtskarte, Toilettenstandorte in Münster. Eigene Darstellung. ...............75 Abbildung 53: Erreichbarkeitsanalyse Bestandsstandorte Toiletten in Münster. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................76 Abbildung 54: Standortvorschläge im Rahmen der Beteiligungsverfahren (ohne Online- Umfrage). Eigene Darstellung. ................................ ................................ .............................79 Abbildung 55: Aggregierte Standortvorschläge aus der Online-Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................88 Abbildung 56: Bedarfsquellen im Stadtgebiet Münster inkl. Veranstaltungsorte mit mehr als 3 Veranstaltungen pro Jahr. Eigene Darstellung mit Daten der Stadt Münster ..........................89 Abbildung 57: Identifizierte Versorgungslücken. Eigene Darstellung. ................................ .....90 Abbildung 58: Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Typ (Stadt- WC vs. Trockentoilette) ................................ ................................ ................................ ........91 Abbildung 59: Die Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Priorisierung in die Gruppen A, B und C inkl. des Standorts für eine „Toilette für Alle“. ......... 92 Titelfoto: Bild von Erich Westendarp auf Pixabay. Online unter: https://pixabay.com/de/photos/m%C3%BCnster-prinzipalmarkt-westfalen-1341104/, letzter Zugriff: 10.02.2025. Toilettenkonzept Münster 76 D. Tabellenverzeichnis Tabelle 1: Anzahl Personen, die die Toilettenanlagen genutzt haben. Ergebnisse der Zählung. (+Zahl) = Anzahl Kleinkinder, die in Begleitung der gezählten Erwachsenen das WC genutzt haben. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................14 Tabelle 2: Wetter und Besonderheiten während der Zählung. Eigene Darstellung. ................15 Tabelle 3: Diskussion zu den Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. ............................19 Tabelle 4: Liste der Bezirksvertretungen und Bezirksbürgermeister. Eigene Darstellung. ......23 Tabelle 5: Diskussion der Bezirksvertretungen zu den Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................23 Tabelle 6: Anmerkungen der Bezirksvertretungen zu den Ausstattungsmerkmalen. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................24 Tabelle 7: Übersicht der fünf am häufigsten genannten Standorte in offenen Angaben, mit Anzahl der Nennungen und Rang. Eigene Darstellung. ................................ ........................28 Tabelle 8: Schema zur Bewertung der „nette Toilette“-Standorte nach Öffnungszeiten. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..............35 Tabelle 9: Das Stadtgebiet wird nach unten aufgeführten Siedlungstypen differenziert. Versorgungslücken werden für mittel bis hoch priorisierte Siedlungstypen ausgesprochen. Siedlungstypen nach BMWK, 2024 ................................ ................................ .......................41 Tabelle 10: Kriterien für die Priorisierung der Standortempfehlungen. Eigene Darstellung. ....42 Tabelle 11: Empfohlene Anlagengrößen im Rahmen des Toilettenkonzepts. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................43 Tabelle 12: Standortvorschläge der Gruppe A nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................45 Tabelle 13: Standortvorschläge der Gruppe B nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................47 Tabelle 14: Standortvorschläge der Gruppe C nach Typ und Größe mit Begründung. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..........................48 Tabelle 15: Mengenübersicht empfohlener Standorte nach Priorisierung, Größe und Art. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................................ ..............49 Tabelle 16: Anzahl an Veranstaltungen auf öffentlichen Plätzen. Es werden nur Veranstaltungsflächen gelistet, die mehr als dreimal im Jahr genutzt werden. Daten von der Stadt Münster ................................ ................................ ................................ .......................51 Tabelle 17: Standortvorschläge der Gruppe A................................ ................................ .......65 Tabelle 18: Auszuschließende Betriebe im Projekt "Die nette Toilette". Eigene Erhebungen. . ................................ ................................ ................................ ................................ ............65 Tabelle 19: Auflistung der Standorte mit weiteren Informationen ................................ ...........77 Toilettenkonzept Münster 77 Tabelle 20: Liste der eingegangenen Standortvorschläge im Rahmen der Online- Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. ................................ ................................ ................84 Tabelle 21: Ausstattungswünsche gemäß der Online-Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. . ................................ ................................ ................................ ................................ ............87 Tabelle 22: Ranking mit Schulnoten der „nette Toilette“-Standorte nach Barrierefreiheit, Sicherheit und Zustand und Gesamtnote. Eigene Erhebungen ................................ ............93 Toilettenkonzept Münster 78 E. Anhang Anhang 1 Bestandsaufnahmematrix Die ausgefüllten Steckbriefe sind als separate Datei beigefügt. Toilettenkonzept Münster 79 Anhang 2 Übersichtskarte Abbildung 52: Übersichtskarte, Toilettenstandorte in Münster. Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 80 Anhang 3 Übersichtskarte Erreichbarkeiten Abbildung 53: Erreichbarkeitsanalyse Bestandsstandorte Toiletten in Münster. Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 81 Anhang 4 Ergebnisse Beteiligungsverfahren Liste aller Vorschläge von Interessengruppen Tabelle 19: Auflistung der Standorte mit weiteren Informationen. Standortvorschlag Adresse/ Ort Einbringende Stelle Datum Hamannplatz zw. den beiden Kirchen, Hamannplatz/ Gehweg BBGM Nord, Hr. Kiewit 29.11.2024 Idenbrockplatz Idenbrockplatz BBGM Nord, Hr. Kiewit 29.11.2024 Hansaplatz Hansaplatz KIM und Beteiligung, BHS 24.07.2024 Servatiiplatz Servatiiplatz / Bahnhofstr. Beteiligung, BHS 24.07.2024 Siemensstr. Siemensstr. Mitte Beteiligung, BHS 24.07.2024 Parkplatz Albersloher Weg Albersloher Weg/ Hansaring Beteiligung, BHS 24.07.2024 Linnebrinks Garten Warendorfer Str. / Rudolfstr. Beteiligung, BHS; KIB 24.07.2024 , 04.11.2024 Marienplatz Ludgeristraße Beteiligung, BHS 24.07.2024 Rosenplatz Rosenplatz Stadtverwaltung 25-7 24.07.2024 Kiosk Hansaring Hansaring 2, 48155 Münster Vorschlag Studenten, Kioskbetreiber 24.07.2024 Aasee, Höhe Mühlenhof Aasee Ufer, Höhe Mühlenhof KIB 04.11.2024 Haus Kump Reiner-Klimke-Weg KIB 04.11.2024 Hiltrup Zentrum Marktallee/ Markt KIB 04.11.2024 Hiltrup Bahnhof Bergiusstraße/ Bhf KIB 04.11.2024 Mecklenbeck Zentrum / Kirche Dingbängerweg/ Kirche KIB 04.11.2024 Stadthafen 1 Münster Hafenpl., 48155 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Flugzeugspielplatz Breul 16B, 48143 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Hauptbahnhof / Taxistand Berliner Pl. 8-10, 48143 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Fernbushaltestelle Hafenstrasse 31, 48153 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Aasee / Giant Pool Balls Adenauerallee, 48149 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Toilettenkonzept Münster 82 Standortvorschlag Adresse/ Ort Einbringende Stelle Datum Südpark Dahlweg 7A, 48153 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Wienburgpark 48147 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Altstadt Muenster Prinzipalmarkt 10, 48143 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Am Kanal Süd Wolbecker Str. 148A, 48155 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Am Kanal Nord Warendorfer Str. 227, 48145 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Domplatz (barrierefrei) Domplatz, 48149 Münster Bürger*innen (Fr. Janz) 2024 Neue Bushaltestelle Hafenstrasse Hafenstrasse 9, 48153 Münster Stadtwerke Münster 2024 Clemensgarten An d. Clemenskirche 14, 48143 Münster Stadt Münster (Fr. Janz) 2024 Engelenschanze 48143 Münster Stadt Münster (Fr. Janz) 2024 Toilettenkonzept Münster 79 Karte aller Vorschläge von Interessengruppen Abbildung 54: Standortvorschläge im Rahmen der Beteiligungsverfahren (ohne Online-Umfrage). Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 80 Fragebogen der Online-Bürgerbeteiligung Die Beteiligung wurde mittels eines Fragebogens auf der Online-Plattform „Beteiligung NRW“ durchgeführt und fand im Zeitraum vom 29.07.2024 bis 26.08.2024 statt. Toilettenkonzept Münster 81 Toilettenkonzept Münster 82 Toilettenkonzept Münster 83 Toilettenkonzept Münster 84 Liste der eingegangenen Vorschläge Tabelle 20: Liste der eingegangenen Standortvorschläge im Rahmen der Online-Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. Standort Anzahl der Nennungen Platz Aasee Allgemein 200 1 Promenade 143 2 Innenstadt / Einkaufsstraßen 142 3 Brücken am Kanal / Kanal allgemein 141 4 Südpark 133 5 Giant Pool Balls (Aasee) / Westerholtsche Wiese / Spielplatz Kanonengraben 100 6 Stadthafen 90 7 Prinzipalmarkt / Domplatz / Salzstraße 87 8 größere Spielplätze 82 9 Wienburgpark (Spielplatz) 77 10 Hauptbahnhof / Servatiiplatz 68 11 Schlossplatz / Schlossgarten / Alter Zoo 60 12 Wolbeck (Pumptrack / Spielplatz Holtrode / Ort) 59 13 Schillerbrücke/ Kanal 48 14 Wewerka Pavillion / Torminbrücke (Aasee) 42 15 Naherholungsgebiete / Parkanlagen 42 15 Ludgeriplatz 41 17 Überall 40 18 Nahe Zoo / Aaseebrücke (Aasee) 39 19 Gievenbeck / Grüner Finger 28 20 Busbahnhof / Bushaltestellen / Bahnhöfe 25 21 Kinderhaus 23 22 Sportanlagen Ostbad / Memelufer / Prozessionsweg 23 22 Flugzeugspielplatz / Zwinger 23 22 Schleuse Münster 22 25 Kreuzschanze / Buddenturm / Kreuzviertel 21 26 Bült 20 27 Dortmund-Ems Kanalbrücke Wolbecker Straße 18 28 Toilettenkonzept Münster 85 Standort Anzahl der Nennungen Platz Hiltruper See / Kanal 18 28 Marienplatz 18 28 Barrerefreie Toiletten 15 31 Ortskerne 14 32 Bahnhof Hiltrup / Hiltrup Ort 14 32 Öffentliche Plätze 13 34 Bremer Platz / Zumsandeplatz 13 34 Fußweg Bismarckallee zum Aasee (Aasee) 11 36 Raststätten / Parkplätze 11 36 Linnenbrinks Garten / Spielplatz Oststraße 11 36 Gremmendorf 11 36 Hansaring 10 40 Preußenstation 10 40 Aegidiimarkt 9 42 Rosenplatz 9 42 Angelmodde 9 42 Fahrradrouten 8 45 Rieselfelder 8 45 Wochenmärkte / Weihnachstmärkte 6 47 Mauritz-Ost 6 47 Veranstaltungen 6 47 Coerde 6 47 Friedenspark 6 47 Handorf 6 47 Rüschhaus 6 47 alte Standorte (WALL) 5 54 Geistmarkt 5 54 Wolbecker Tiergarten 4 56 Gelmer 4 56 Sprakel 4 56 Park Sentmaring 4 56 Bahnhof Zentrum Münster Nord 3 60 Friedhöfe 3 60 Sportplätze 3 60 Toilettenkonzept Münster 86 Standort Anzahl der Nennungen Platz Rumphorst 3 60 Hörstertor 3 60 York-Center 3 60 Albachten 2 66 Kirchen 2 66 Nienberge 2 66 Häger 2 66 Max-Clemens-Kanal 2 66 Amelsbüren 2 66 Sentruper Höhe (Sportplatz / Spielplatz) 2 66 Roxel 2 66 Düesberg Park 2 66 Naturspielplatz Kinderbachtal 2 66 Coesfelder Kreuz 1 76 Boniburger Wald 1 76 Supermärkte 1 76 Spielplatz Einsteinstraße 1 76 Spielplatz Wichernstraße 1 76 Dyckburgwald 1 76 Droste-Landschaft: Lyrikweg 1 76 Skatepark Mecklenberg 1 76 Mecklenberg 1 76 Auwald Stapelskotten 1 76 Toilettenkonzept Münster 87 Ausstattungswünsche gemäß der Online-Bürgerbeteiligung Tabelle 21: Ausstattungswünsche gemäß der Online-Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. Wunsch Anzahl der Nennungen Platz Gute hygienische Bedingungen, Ausstattung nach Norm 900 1 Kostenfreier Zugang 293 2 keine 229 3 Barrierfreiheit 222 4 regelmäßige Wartung und Pflege 161 5 Sicherheit (u.a. Beleuchtung, Abschließbarkeit) 131 6 Durchgehende Öffnungszeiten 75 7 kostenpflichtiger Zugang 55 8 Sonderwünsche - Wickeltisch 46 9 Mehr Frauentoiletten/ Unisex 44 10 Auffindbarkeit 44 10 Sonderwünsche - speziell für Kinder 36 12 einfache Bedienung, funktional 35 13 Sonderwünsche - automatische Reinigung 31 14 Urinale 16 15 Ausgabe Hygieneartikel 15 16 Sonderwünsche - Trinkwasserspender 14 17 Personalbedient 10 18 Ansprechende Gestaltung 9 19 Sonderwünsche – „Toilette für Alle“ 8 20 Sonderwünsche - spezielle Zugangshürden 5 21 Sonderwünsche - Ablageflächen 4 22 Sonderwünsche - blaues Licht 2 23 Toilettenkonzept Münster 88 Karte der Vorschläge aus der Online-Bürgerbeteiligung Abbildung 55: Aggregierte Standortvorschläge aus der Online-Bürgerbeteiligung. Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 89 Anhang 5 Übersicht Bedarfsquellen Abbildung 56: Bedarfsquellen im Stadtgebiet Münster inkl. Veranstaltungsorte mit mehr als 3 Veranstaltungen pro Jahr. Eigene Darstellung mit Daten der Stadt Münster. Toilettenkonzept Münster 90 Anhang 6 Ergebnisse Standortempfehlungen Karte Versorgungslücken Abbildung 57: Identifizierte Versorgungslücken. Eigene Darstellung. Toilettenkonzept Münster 91 Karte Standortempfehlungen nach Art Abbildung 58: Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Typ (Stadt-WC vs. Trockentoilette). Toilettenkonzept Münster 92 Karte Standortempfehlungen nach Priorisierung Abbildung 59: Die Standortempfehlungen im Rahmen des Toilettenkonzepts nach Priorisierung in die Gruppen A, B und C inkl. des Standorts für eine „Toilette für Alle“. Toilettenkonzept Münster 93 Anhang 7 Überprüfung „nette Toilette“ Ranking Tabelle 22: Ranking mit Schulnoten der „nette Toilette“-Standorte nach Barrierefreiheit, Sicherheit und Zustand und Gesamtnote. Eigene Erhebungen. Betrieb Barriere- freiheit Sicherheit Zustand Gesamt Mukk Kinderwelt GmbH 1 2 1,7 1,6 Haus der Nachhaltigkeit 3 1 1,4 1,8 LWL - Museum für Kunst und Kultur 2 2 1,5 1,9 Metzgerei Philipp Büning 3 2 1,4 2,1 SuperBioMarkt – Hammer Str. 3 2 1,4 2,1 Mövenpick Hotel Münster 2 3 1,5 2,2 Onkel Alex 4 2 1,4 2,5 Paul's Café und mehr 4 2 1,4 2,5 Der gute Bäcker Krimphove 3 3 2 2,7 2,6 Kleiner Kiepenkerl 5 2 1,2 2,7 Begegnungszentrum 37 Grad 3 3 2,4 2,8 Der gute Bäcker Krimphove 1 5 2 1,5 2,8 Der gute Bäcker Krimphove 2 5 2 1,4 2,8 Landwirtschaftsverlag GmbH 5 2 1,4 2,8 Besitos 5 2 2,1 3,0 Das andere Restaurant 5 2 2,1 3,0 Der gute Bäcker Krimphove - pain et gâteau 5 3 1,4 3,1 Eiscafé Martini 5 2 2,2 3,1 Emmerbachtreff 5 3 1,4 3,1 Enchilada 5 2 2,4 3,1 fyal central 5 3 1,3 3,1 Henrik's Restaurant & Kneipe 5 3 1,4 3,1 SuperBioMarkt - Marktallee 5 3 1,4 3,1 Der Bunte Vogel 5 2 2,7 3,2 E-Center Meesenstiege 5 2 2,6 3,2 Spooky's 5 3 2,2 3,4 Bezirksverwaltung Hiltrup - - - - Trattoria Mediterranea da Roberto - - - - Toilettenkonzept Münster 94 Fragebogen der Umfrage Nutzung und Auslastung der Toilettenanlagen 1. Bitte geben Sie den Namen des Betriebs an. (Die Angabe ist freiwillig.) Klicken oder tippen Sie hier, um Text einzugeben. 2. Wie oft werden die Toiletten Ihrer Schätzung nach pro Tag von Nicht-Kunden genutzt? ☐ Weniger als 5 Mal pro Tag ☐ 5-10 Mal pro Tag ☐ 10-20 Mal pro Tag ☐ Mehr als 20 Mal pro Tag 3. Wie empfinden Sie die Auslastung Ihrer Toiletten durch die "Nette Toilette"? ☐ Sehr niedrig ☐ Niedrig ☐ Angemessen ☐ Hoch ☐ Sehr hoch 4. Wie oft müssen die Toiletten aufgrund der erhöhten Nutzung gereinigt werden? ☐ Keine zusätzliche Reinigung notwendig ☐ 1-2 Mal zusätzlich pro Tag ☐ Mehr als 2 Mal zusätzlich pro Tag Abschließende Bewertung 5. Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit der Teilnahme an der "Netten Toilette"? Daumen vergeben (1-5) 6. Bitte begründen Sie Ihre Antwort. Klicken oder tippen Sie hier, um Text einzugeben. 7. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie die Teilnahme an der "Netten Toilette" anderen Betrieben empfehlen? 0 – 10 NPS 8. Haben Sie Vorschläge zur Verbesserung der "Netten Toilette" Initiative? Klicken oder tippen Sie hier, um Text einzugeben. 9. Gibt es weitere Anmerkungen, die Sie gerne mitteilen möchten? Klicken oder tippen Sie hier, um Text einzugeben. Toilettenkonzept Münster 95 Anhang 8 Auszug Bewertungsmatrix Toilettenkonzept Münster 96
Beschlussvorlage
12895 Zeichen
V/0443/2025
V/0443/2025
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Toilettenkonzept der Stadt Münster - Bewirtschaftung und Neustrukturierung der öffentlichen
Toilettenanlagen
Beratungsfolge
02.09.2025 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung
03.09.2025 Hauptausschuss Vorberatung
03.09.2025 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung
1. Der Rat nimmt das Toilettenkonzept der Stadt Münster gemäß Anlage 1 und das von der
Verwaltung empfohlene Bewirtschaftungs - und Beschaffungskonzept „Modell 3 – Full-
Service“ gemäß der Anlagen 2.1 und 2.2 zur Kenntnis und beauftragt die Verwaltung, die für
die Umsetzung notwendigen Beschlüsse den zuständigen Gremien vorzulegen.
2. Die Anträge A-W/0017/2024 und AKIB/0003/2023 sind hiermit erledigt.
II. Finanzielle Auswirkungen
Die finanziellen Auswirkungen werden im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Haushalt
2026/2027 im Gesamtkontext zu bewerten sein.
Zu. 1.)
Ausgangslage
Zum 01.01.2024 wurden die öffentlichen Toilettenanlagen der Wall GmbH zurückgebaut. Hiernach
verblieben sieben Anlagen im städtischen Eigentum. Diese wurden durch die Stadt Münster so weit
instandgesetzt, dass eine Nutzung weiterhin möglich ist und werden interimsweise bis zur Gesamt-
konzeptionierung durch eine Reinigungsfirma bewirtschaftet. Mit der nichtöffentlichen Beschlussvor-
lage (V/0194/2023) wurde die Verwaltung mit der Erstellung eines Toilettenkonzeptes für das Stadt-
Ordnungsamt
27.08.2025
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Pavlidis
Telefon: 492-3222
Pavlidis@stadt-muenster.de
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V/0443/2025
gebiet Münster beauftragt.
Kenntnisnahme des Toilettenkonzeptes
Schwerpunktthemen der konzeptionellen Erstellung
Das gesamtstädtische Toilettenkonzept hat das KIM GmbH1, Kompetenzzentrum der Mainzer Stadt-
werke AG, erstellt. Die Ko nzepterstellung erfolgte mit dem Ziel, eine bedarfsgerechte Bereitstellung
öffentlicher Toilettenanlagen unter Berücksichtigung der barrierefreien und gendergerechten Nutzung
zu gewährleisten. Schwerpunktthemen der Konzepterstellung waren die Identifikatio n von Bedarfs-
quellen unter Betrachtung der städtischen Strukturen sowie die passende Ausstattung des jeweiligen
Standortes.
Im Rahmen von mehreren Beteiligungsprozessen wurden sowohl die Bürgerinnen und Bürger als
auch verschiedene Interessensgruppen in den Prozess einbezogen.
Das KIM GmbH wurde nachbeauftragt, ein Bewirtschaftungskonzept (Errichtung, Reinigung und bau-
liche Unterhaltung) zu erstellen, das auf das Toilettenkonzept abgestimmt ist und als mittel- bis lang-
fristige Planungsgrundlage dient.
Ausstattung neuer Anlagen
Für die neuen Toilettenanlagen wird ein zukunftsorientiertes Design empfohlen, das Langlebigkeit
und Benutzerfreundlichkeit vereint. Vandalismushemmende Ausstattung und automatische Reini-
gungssysteme gewährleisten dabei eine hygienische Nutzung. Die Anlagen sind zudem barrierefrei
und geschlechtergerecht gestaltet. Ökologische Aspekte, wie sparsamer Wasserverbrauch und nach-
haltige Materialien, werden ebenfalls berücksichtigt. Die Anlagen werden standortspezifisch ange-
passt, z. B. in der Größe, Öffnungszeiten oder durch Modelle wie Modulanlagen oder Trocken -
/Komposttoiletten. Zur Festlegung der Anlagengrößen wurden Modelle wie Einraum-, Zweiraum- und
Mehrraumanlagen geprüft. Besondere Beachtung fand die Einhaltung relevanter Normen, darunter
der DIN 18040-1, DIN 18 024 und VDI 3818.
Empfehlungen für bestehende Anlagen (Altbestand)
Die bestehenden Altanlagen werden unter Einhaltung eines angemessenen Standards weiterhin be-
trieben. Über den weiteren Umgang mit dem Altbestand wird im Jahr 2028 entschieden. Eine bauliche
Instandsetzung ist im Rahmen einer zweiten Umsetzungsstufe in späteren Jahren vorgesehen.
Ausbau des Projektes „Nette Toilette“
Im vergangenen Jahr wurden in Zusammenarbeit mit Münster Marketing und der „Initiative Starke
Innenstadt“ gezielt Betriebe und Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet angesprochen, um sie für
eine Teilnahme am Projekt „Nette Toilette“ zu gewinnen. Diese Initiative verfolgt das Ziel, ein flächen-
deckendes, barrierefreies Netz an öffentlich zugänglichen Toiletten in Gaststätten, Betrieben, Einrich-
tungen etc. zu schaffen, um das bestehende Toilettenangebot der Stadt zu ergänzen.
Derzeit beteiligen sich insgesamt 33 Betriebe an dem Projekt, davon 18 im Stadtbezirk Münster-Mitte
und 15 im Stadtbezirk Münster-Hiltrup. Mit den teilnehmenden Unternehmen in Münster-Mitte werden
derzeit Evaluierungsgespräche geführt, um das Projekt weiterzuentwickeln und an aktuelle Bedürfnis-
se anzupassen, insbesondere im Hinblick auf die Barrierefreiheit.
Für eine nachhaltige Weiterentwicklung der „Netten Toilette“ sind sowohl eine gezielte Erweiterung
des Standortnetzes als auch eine regelmäßige Überprüfung der bestehenden Angebote erforderlich.
Mindestens einmal jährlich findet ein Austausch mit den teilnehmenden Betrieben statt. Die gewon-
nenen Erkenntnisse dienen als Grundlage für künftige Anpassungen und die strategische Weiterent-
wicklung des P rojekts. Darüber hinaus soll durch optimierte Werbemaßnahmen die Sichtbarkeit des
1 Im Laufe des Julis / August 2025 wird die KIM GmbH gesellschaftsrechtlich mit der Mainzer Stadtwerke AG verschmolzen.
Das Team des Kompetenzzen trum Intelligente Mobilität steht weiterhin - nun als Teil der Mainzer Stadtwerke AG - Kom m u-
nen und kommunalen Unternehmen für Dienstleistungen rund um Smart City und Intelligente Mobilität zur Verfügung. KIM -
Kompetenzzentrum Intelligente Mobilität ist eine Marke der Mainzer Stadtwerke AG.
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V/0443/2025
Angebots gesteigert und eine breitere Zielgruppe erreicht werden.
Das Projekt „Nette Toilette“ stellt für die Stadt Münster ein qualitativ hochwertiges, flexibles und wirt-
schaftlich vorteilhaftes Modell dar, das zur Verbesserung der städtischen Infrastruktur und zur Steige-
rung der Aufenthaltsqualität beiträgt. Vor diesem Hintergrund ist seitens der Stadtverwaltung ein deut-
licher Ausbau des Projekts vorgesehen. In geeigneten L agen kann durch die Kooperation eine be-
darfsgerechte Versorgung sichergestellt und der mittel- bis langfristige Investitionsbedarf für kostenin-
tensive bauliche Maßnahmen reduziert werden. Die Verwaltung bewertet das Projekt als effektive
Maßnahme zur Erweiterung des öffentlichen Toilettenangebots.
Bewirtschaftungsmodell
Im Zuge der Konzeption eines wirtschaftlichen Betriebs öffentlicher Toilettenanlagen wurden drei
marktübliche Betreibermodelle begutachtet und hinsichtlich ihrer Eignung für den Betrieb von vier neu
zu errichtenden Anlagen über einen Zeitraum von zehn Jahren geprüft. Ziel war es, eine fundierte
Entscheidungsbasis zu erarbeiten, die sowohl den betrieblichen Erfordernissen als auch den perso-
nellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Stadt Münster gerecht wird. Die tatsächlichen Kos-
ten und die Vertragslaufzeit sind vom Ausschreibungsergebnis abhängig. Die genannten Beträge
beruhen auf einer, durch die KIM GmbH durchgeführten, Markterkundung.
Im Rahmen einer Markterkundung mit Unterstützung des KIM GmbH wurden die Kosten für verschie-
dene Bewirtschaftungsmodelle verglichen. Die Markterkundung bei privaten Firmen dient als Grund-
lage für eine Kostenabschätzung sowie für die Bewertung der Umsetzungspotenziale. Die errechne-
ten Kosten der Bewirtschaftungsmodelle sind der Anlage 2.1 und 2.2 zu entnehmen.
Modell 1 – Einzelvergabe von Bau, Reinigung und baulicher Bewirtschaftung
Dieses Modell sieht die getrennte Ausschreibung und Beauftragung von Bau, Reinigung sowie bauli-
cher Unterhaltung vor. Vorteilhaft ist die hohe Flexibilität bei der Auswahl und Steuerung einzelner
Leistungserbringer. Gleichzeitig erfordert die Koordination der unterschiedlichen Gewerke einen er-
heblichen Verwaltungsaufwand. Besonders im Bereich der baulichen Unterhaltung en tsteht ein zu-
sätzlicher Personalbedarf im Amt für Immobilienmanagement. Die errechneten Gesamtkosten für
dieses Modell belaufen sich auf ca. 4,3 Mio. € brutto über zehn Jahre und markieren damit die kosten-
intensivste Variante.
Modell 2 – Kombinationsmodell aus Bau und Reinigung bei separater baulicher Bewirtschaftung
Hier erfolgt die kombinierte Vergabe von Bau und Reinigungsleistungen, während die bauliche Unter-
haltung weiterhin separat beauftragt wird. Vandalismusschäden bis zu einem Betrag von 500€ wer-
den beseitigt. Im Vergleich zu Modell 1 reduziert sich der koordinative Aufwand, jedoch bleibt der
Personalbedarf für die bauliche Betreuung bestehen. Die kalkulierten Gesamtkosten betragen ca.
3,36 Mio. € brutto. Auch dieses Modell erfordert eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Akt-
euren.
Modell 3 – Full-Service
Das dritte Modell basiert auf einer Gesamtvergabe sämtlicher Leistungen, einschließlich Bau, Reini-
gung, Wartung, Betriebskosten und Lieferung von Verbrauchsmaterialien und der Behebung vo n
Vandalismusschäden. Die Stadtverwaltung wird durch die vollständige Fremdvergabe organisatorisch
entlastet; zusätzlicher Personalbedarf entfällt. Die jährlichen Kosten liegen bei ca. 55.000 € je Anlage.
Die kalkulierten Gesamtkosten über zehn Jahre bei r und 2,91 Mio. € brutto. Zudem ist nach Ablauf
der Vertragslaufzeit ein Eigentumsübergang der Anlagen an die Stadt möglich. Das Modell gewähr-
leistet eine hohe Betriebssicherheit, verlässliche Kalkulationsgrundlagen sowie eine klare vertragliche
Zuständigkeitsregelung.
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V/0443/2025
Präferenz hat die Errichtung von vier öffentlichen Toilettenanlagen:
Südpark,
Coerdeplatz, Flugzeugspielplatz,
Wienburgpark,
Aasee, Giant Pool Balls.
Die Realisierung ist im Rahmen der kommenden Haushaltsplanberatung zu entscheiden.
An Standorten, an denen Tiefbau- und Kanalisationsarbeiten nicht realisierbar sind, besteht die Mög-
lichkeit, autarke und modulare Trocken- / Komposttoiletten zu errichten.
Im Zuge der Planung neuer WC-Anlagen in Münster wurden die örtlichen Bedarfe systematisch ana-
lysiert und die vorgeschlagenen Standorte nach Priorität geordnet. Hierbei erfolgte eine differenzierte
Betrachtung der einzelnen Stadtbezirke – Nord, Ost, West, Süd-Ost, Hiltrup und Mitte – unter Berück-
sichtigung der Ausgangssituation, der Analyseergebnisse und der Standortvorschläge aus den Betei-
ligungen.
Es ist vorgesehen, die Ausschreibung so zu gestalten, dass bei der Bereitstellung weiterer Haus-
haltsmittel, weitere Anlagen entsprechend der Prioritätenliste ohne eine erneute Ausschreibung be-
schafft werden können.
Geplante Ausschreibungen und Vergaben
Die Errichtung der neuen Toilettenanlagen soll im Rahmen einer Gesamtvergabe innerhalb eines
Loses erfolgen. Dieses umfasst die Errichtung, die laufende bauliche Unterhaltung sowie die regel-
mäßige Reinigung sämtlicher neu zu errichtender Anlagen. Ziel ist die Beauftragung eines einheitli-
chen Dienstleisters zur Bündelung von Leistungen und zur Nutzung etwaiger Synergieeffekte. Zur
Sicherstellung der Reinigung bestehender, im städtischen Eigentum befi ndlicher Toilettenanlagen
wird ein separates Zusatzlos gebildet. Sofern dieses Zusatzlos nicht vergeben werden kann (mangels
Interessensbekundungen), erfolgt eine gesonderte Ausschreibung der Reinigungsleistungen für die
Altanlagen. In diesem Fall entstünd e ein paralleles Vergabesystem, wie es in vergleichbaren Kom-
munen bereits gängige Praxis ist.
Öffentliche Toilettenanlage an der Westseite des Hauptbahnhofs
Die Problematik des sogenannten „Wildurinieren“ im Umfeld des Hauptbahnhofs durch unterschiedli-
che Personengruppen erfordert eine gesonderte Betrachtung. Aufgrund der sicherheits - und ord-
nungsrelevanten Besonderheiten an diesem Standort wird die Errichtung einer besonders robusten,
vandalismushemmenden und zugleich niedrigschwelligen Toilettenanlage angestrebt. Als potenzieller
Standort bietet sich der Bereich in unmittelbarer Nähe des Taxistandes an. Die dort vorhandene sozi-
ale Kontrolle durch die öffentliche Präsenz soll Fehlverhalten vorbeugen und sowohl die Akzeptanz
als auch das Sicherheitsgefühl bei der Nutzung der Anlage erhöhen. Die Anschlüsse für die Erschlie-
ßung sind aufgrund der vormals bestehenden Anlage weiterhin im Boden vorhanden. Ein Realisie-
rungstermin kann noch nicht mitgeteilt werden.
Zu 2.)
.
Die Anträge A W 0017/2025 und AKIB/0003/2023 wurden im Rahmen der Erstellung des Toiletten-
konzepts bearbeitet und sind damit erledigt.
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V/0443/2025
I.V.
gez.
Wolfgang Heuer
Stadtrat
Anlagen
Anlage A
Anlage 1 - Toilettenkonzept des Kompetenzzentrums KIM GmbH
Anlage 2.1 - Kurzfassung der Bewirtschaftungsmodelle
Anlage 2.2 - Langfassung der Bewirtschaftungsmodelle
Anlage 3 - Projektteilnehmende Betriebe “Nette Toilette”, Stand 01.04.2025
Anlage 2.1 zur Beschlussvorlage
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Anlage 2.1 zur Beschlussvorlage Anlage 2.1 Kurzfassung der Bewirtschaftungsmodelle Die Einzel- und Gesamtkosten gelten für zehn Jahre und vier neue Toilettenanlagen, um die Modelle vergleichbar zu machen. Die Werte sind Orientierungshilfen; spätere Kostenabwei- chungen sind möglich. Modell 1 Modell 2 Modell 3 Bau für vier neue Anlagen der Prioritätenliste A 994.300,00 € (netto) 1.183.217,00 € (brutto) 994.300,00 € (netto) 1.183.217,00 € (brutto) 2.200.000,00 € (netto) 2.618.000,00 € (brutto ) Reinigungskosten 1.211.450,00 € (netto) 1.441.625,50 € (brutto) 800.000,00 € (netto) 952.000,00 € (brutto) Vandalismusschäden (z.B. Haftungsrisiko) 400.000,00 € (netto) 476.000,00 € (brutto) 400.000,00 € (netto) 476.000,00 € (brutto) Personalaufwendung Bauliche Unterhaltung Amt 23 900.000,00 € 450.000,00 € Personalaufwendungen Amt 32 295.440,00 € 295.440,00 € 295.440,00 € Gesamtkosten 3.801.190,00 € (netto) 4.296.282,50 € (brutto) 2.939.740,00 € (netto) 3.356.657,00€ (brutto) 2.495.440,00 € (netto) 2.913.440,00 € (brutto)
Anlage A
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Anlage A zur V/0443/2025 Kurzüberblick Mithilfe der konzepterstellenden Firma aus Mainz KIM GmbH wurde ein Toilettenkonzept für die Stadt Münster erstellt. Dieses Konzept dient als Grundlage für die Entscheidungen zur Bewirt- schaftung und Neustrukturierung der öffentlichen Toilettenanlagen im Stadtgebiet Münster. Ziele/Teilziele/Zielerreichung - Bau von zunächst vier neuen Toilettenanlagen - Weiterentwicklung des Projektes „Nette Toilette“ Finanzierung Produktgruppe: Nr. 1504 Öffentliche Toilettenanlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Teilw. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig -/- Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Umsetzung des Toilettenkonzeptes passt den Ressourcenverbrauch an moderne technische Standards an. Bei der Errichtung neuer Anlagen werden Nachhaltigkeitsaspekte gezielt integriert. Zudem wird im Rahmen der Konzeptumsetzung ein besonderer Fokus auf Geschlechtergerech- tigkeit und barrierefreie Zugänglichkeit gelegt.
Anlage 2.2 zur Beschlussvorlage
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Anlage 2.2 zur Beschlussvorlage Anlage 2.2 Langfassung der Bewirtschaftungsmodelle Die aufgeführten Einzel- und Gesamtkosten beziehen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren, um die Vergleichbarkeit der Modelle sicherzustellen. Es handelt sich um Orientierungswerte; kostenbezogene Abweichungen im weiteren Verlauf sind nicht auszuschließen. Modell 1 (4 neue Anlagen über eine Laufzeit von 10 Jahren) Einzelvergabe von Bau, Reinigung und baulicher Bewirtschaftung der Anlagen Modell 2 (4 neue Anlagen über eine Laufzeit von 10 Jahren) Kombinationsmodell aus Bau und Reinigung als Paket. Die bauliche Bewirtschaftung erfolgt separat Modell 3 (4 neue Anlagen über eine Laufzeit von 10 Jahren) Leasingmodell "Full-Service" mit der Möglichkeit, die Anlagen zu Vertragsende in das Eigentum der Stadt Münster zu übernehmen Bau für vier neue Anlagen der Prioritätenliste A: Kauf, Erschließung von Strom/ Wasser/ Abwasser, Fundament- und Tiefbauarbeiten, Transport 994.300,00 € (netto) 1.183.217,00 € (brutto) 994.300,00 € (netto) 1.183.217,00 € (brutto) Für jede Toilettenanlage entstehen jährliche Kosten in Höhe von etwa 55.000 Euro. Nach Ablauf des Leasingzeitraums besteht die Möglichkeit, die Anlagen in das Eigentum der Stadt Münster zu übernehmen oder alternativ das Vertragsverhältnis zu beenden. Verbrauchsmaterialien sowie Betriebs- und Nebenkosten wie Strom, Wasser und Abwasser sind im Leistungsumfang enthalten. Schäden durch Vandalismus sind abgedeckt. Bei leichten bis mittelschweren Beschädigungen erfolgt die Instandsetzung i.d.R. innerhalb von 48 Stunden. 2.200.000,00 € (netto) 2.618.000,00 € (brutto) Reinigungskosten 1.211.450,00 € (netto) 1.441.625,50 € (brutto) Die Reinigungskosten wurden auf Grundlage einer Hochrechnung der aktuell gültigen Preise der Firma AnkaClean GmbH ermittelt. Es ist zu erwarten, dass die Preise perspektivisch ansteigen werden. 800.000,00 € (netto) 952.000,00 € (brutto) Vandalismusschäden (z.B. Haftungsrisiko) 400.000,00 € (netto) 476.000,00 € (brutto) Die Daten basieren auf Schätzungen. 400.000,00 € (netto) 476.000,00 € )brutto) Die Daten basieren auf Schätzungen. Personalaufwendung: Bauliche Unterhaltung Amt 23 Die Kosten für die Bauunterhaltung sind aufgrund verschiedener Faktoren wie Ausstattung, Lage, Wartungszustand, Nutzungsverhalten sowie unvorhersehbare Ereignisse schwer prognostizierbar. Grundsätzlich wäre eine Übernahme der Bauunterhaltung durch das Amt 23 möglich. Aktuell stehen dort jedoch nicht ausreichend personelle Kapazitäten zur Verfügung. Für eine sachgerechte Wahrnehmung der Aufgabe ist perspektivisch ein Vollzeitäquivalent (VZÄ) einzuplanen. Die Eingruppierung erfolgt in Entgeltgruppe 11, mit einem kalkulierten jährlichen Gesamtaufwand in Höhe von 900.000,00 € einschließlich der jeweiligen Zuschläge. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Unterhaltung an eine Fachfirma zu vergeben. Entsprechend wäre eine Die regelmäßigen Wartungsarbeiten sind im Rahmen der Reinigungskosten enthalten. Vandalismusschäden bis zu einem Betrag von 500€ je Einzelfall gelten als im Leistungsumfang inbegriffen. Schäden, die diesen Betrag überschreiten, sind von dieser Regelung ausgenommen und bedürfen einer gesonderten Beauftragung und Finanzierung. Für Schäden mit einem Wert von über 500€ ist perspektivisch ein Personalbedarf von 0,5 Vollzeitäquivalenten (VZÄ) einzuplanen. Die Eingruppierung erfolgt in Entgeltgruppe 11 mit einem kalkulierten jährlichen Gesamtaufwand in Höhe von 450.000,00 € einschließlich der jeweiligen Zuschläge. personelle Verstärkung im Amt 23 vorzusehen oder die Vergabe an einen externen Dienstleister sicherzustellen. Alternativ besteht auch hier die Möglichkeit die Unterhaltung an eine Fachfirma zu vergeben. Ergänzend ist zu beachten, dass weitere Einflussfaktoren bestehen, deren Kostenumfang zum jetzigen Zeitpunkt nur eingeschränkt kalkulierbar sind. Personalaufwendungen: Verwaltung des Fachbereichs „Öffentliche Toiletten“ in Amt 32 295.440,00 € (0,6 VZÄ) 295.440,00 € (0,6 VZÄ) 295.440,00 € (0,6 VZÄ) Gesamtkosten 3.801.190,00 € (netto) 4.296.282,50 € (brutto) Wird eine Fachfirma mit der baulichen Unterhaltung beauftragt, entfällt der Bedarf an VZÄ im Amt 23. Im Gegenzug entstehen Ausgaben für die Beauftragung der externen Fachfirma. 2.939.740,00 € (netto) 3.356.657,00 € (brutto) Wird eine Fachfirma mit der baulichen Unterhaltung beauftragt, entfällt der Bedarf an VZÄ im Amt 23. Im Gegenzug entstehen Ausgaben für die Beauftragung der externen Fachfirma. 2.495.440,00 € (netto) 2.913.440,00 € (brutto) inkl. Kosten der baulichen Bewirtschaftung
Anlage 3 zur Beschlussvorlage
1120 Zeichen
Anlage 3 zur Beschlussvorlage
Anlage 3
Projektteilnehmende Betriebe “Nette Toilette”, Stand 01.04.2025
Stadtteil „Münster-Mitte“ Übrige Stadtteile, Schwerpunkt „Münster-Hiltrup“
1. Der Bunte Vogel
2. Der gute Bäcker, H. Krimphove
(zwei Standorte)
3. LWL – Museum für Kunst und Kultur
4. SuperBioMarkt
5. fyal Central
6. Mövenpick Hotel Münster
7. Spooky’s
8. Kleiner Kiepenkerl
9. Besitos
10. Enchilada
11. MuKK Kinderwelt
12. CINEMA Filmtheater
13. Haus der Nachhaltigkeit
14. Familienhaus am Universitätsklinikum Münster
15. Café Teilchen und Beschleuniger
16. Zum zweischneidigen Pferd
17. Freygeist e.V.:
Gebäude a.cat – Kollektiv für Kultur, Café
und Kneipe
1. Eiscafé Martini
2. Trattoria Mediterranea da Roberto
3. Henrik´s Restaurant & Kneipe
4. Paul´s Café und mehr
5. SuperBioMarkt
6. Das andere Restaurant
7. Metzgerei Philipp Büning
8. E-Center
9. Der gute Bäcker, H. Krimphove GmbH
(zwei Standorte)
10. Emmerbachtreff
11. Bezirksverwaltung Hiltrup
12. Begegnungszentrum 37 Grad
13. Alexianer Werkstätte
14. Landwirtschaftsverlag GmbH
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungBeschluss: ohne Beschlussfassung geschoben
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (57)
- Hammer Straße 3
- Siemensstraße
- Wolbecker Straße 148a
- Hamburger Straße 4
- Warendorfer Straße 227
- Marktallee 5
- Bahnhofstraße
- Rudolfstraße
- Salzstraße 87
- Coerdeplatz
- Schlossplatz 06
- Servatiiplatz 68
- Hansaplatz
- Marienplatz 18
- Albersloher Weg
- Rosenplatz 9
- Idenbrockplatz
- Überwasserkirchplatz 28
- Hansaring 2
- Ludgeriplatz 41
- Memelufer
- Prozessionsweg 23
- Bremer Platz
- Am Hawerkamp 5
- Mecklenbecker Straße
- Manfred-von-Richthofen-Straße
- Von-Stauffenberg-Straße
- Reiner-Klimke-Weg
- Bremer Straße
- Kanalpromenade
- Schlossgarten 32
- Preußenstadion 4
- Prinzipalmarkt 10
- Bergiusstraße
- Adenauerallee
- Engelenschanze
- Bismarckallee
- Sentruper Höhe
- Einsteinstraße 1
- Wichernstraße 1
- Aegidiimarkt 9
- Dingbängerweg
- Hafenstraße 31
- Meesenstiege 5
- Kiepenkerl 9
- Domplatz 4
- Geistmarkt 5
- Kinderhaus 23
- Coerheide 4
- Oststraße 11
- Tiergarten 4
- Breul 16b
- Meßkamp
- Dahlweg 7a
- Holtrode
- Düesberg
- Bült 20
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Details
- Aktenzeichen
- V/0443/2025
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 15.07.2025
- Erstellt
- 16.06.2025 11:46