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2022/0009

Waldzustandsbericht 2021 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2021)

Magistratsvorlage 23.12.2021

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61686 Zeichen

Im Auftrag der: 
 
Wissenschaftsstadt Stadt 
Der Magistrat 
Grünflächenamt  
 
Waldzustandsbericht 202 1 
für den Stadtwald Darmstadt

Inhaltsverzeichnis  
 
1
 Methodik ....................................................................................................................... 3 
Durchführung 2021 ...................................................................................................................................... 6 
2 Ergebnisse ..................................................................................................................... 8 
Stadtwald Darmstadt.................................................................................................................................... 8 
Nadel-/Blattverlust ............................................................................................................................................... 8 
Vergilbung .......................................................................................................................................................... 11 
Schadstufen ........................................................................................................................................................ 11 
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate .......................................................................................................... 12 
Fruktifikation ...................................................................................................................................................... 13 
Buche .................................................................................................................................................................. 13 
Kiefer .................................................................................................................................................................. 14 
Eiche ................................................................................................................................................................... 15 
Sonstige Laubbäume .......................................................................................................................................... 15 
Sonstige Nadelbäume ........................................................................................................................................ 16  
Westwald .................................................................................................................................................... 16  
Ostwald ....................................................................................................................................................... 19  
3 Witterung .................................................................................................................... 21  
Das Jahr 2020 ............................................................................................................................................. 21  
Das Jahr 2021 ............................................................................................................................................. 21  
Witterungstrend ......................................................................................................................................... 22  
4 Bestandes- und Verbisserhebung ................................................................................. 23  
Bestandeserhebung .................................................................................................................................... 23 
Verbisserhebung......................................................................................................................................... 26  
5 Fazit ............................................................................................................................. 29  
6 Glossar ........................................................................................................................ 31  
7 Literaturverzeichnis ..................................................................................................... 32  
 
 
Bearbeitung:  
Stefan Meining 
Büro für Umweltüberwachung 
  
Im Sauergarten 84  
79112 Freiburg    
www.stefanmeining.de                                                         Dezember 2021

3 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
1 Methodik 
Der Zustand des Waldes ist in den vergangenen Jahren in 
Folge dramatisch gestiegener Waldschäden wieder ver - 
stärkt in den öffentlichen Fokus geraten. Die Auswi rkun- 
gen des fortschreitenden Klimawandels sind in den W äl- 
dern überdeutlich abzulesen. Die jährliche Waldzu-
standserhebung untersucht Waldschäden nach einem 
 
 
systematischen Verfahren, wodurch der aktuelle Zu- 
stand des Waldes beschrieben sowie aktuelle Trends der 
Waldentwicklung abgeleitet werden können. Mit Hilfe  
der erhobenen Daten können Anpassungsstrategien der  
Waldnutzung entwickelt und eingeleitete Maßnahmen 
regelmäßig überprüft werden.  
Abb. 1: Stichprobenpunkte der Waldzustandserhebung in Stadtwald Darmstadt getrennt nach Westwald: 
orange und Ostwald: blau (Kartenhintergrund: OpenStreetMap).

4 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Bundesweit wird die Waldzustandserhebung seit dem 
Jahr 1984 durchgeführt. In Hessen findet die Waldzu - 
standserhebung jährlich auf dem weitmaschigen 8x8 km-
Netz statt, um repräsentative Ergebnisse über den Vitali- 
tätszustand der Wälder auf Landesebene zu erhalten.  
Zudem wird in der stark belasteten Rhein-Main-Ebene  
der Waldzustand auf dem etwas dichteren 4x4 km-Netz  
erhoben. Beide Erhebungen können zum Vergleich der 
Ergebnisse im Stadtwald Darmstadt herangezogen wer-
den, da die Aufnahmen zum Waldzustand nach gleichem 
Verfahren und in enger Abstimmung mit der NW-FVA 
stattfinden. 
Der Waldzustand im Stadtwald Darmstadt wird auf ei-
nem Raster mit einem Abstand von 250x250 Metern 
durchgeführt. Dadurch ist eine ausreichende Genauig - 
keit der Ergebnisse für die standörtlich und klimat isch 
sehr unterschiedlichen Waldgebiete des West- und Os t- 
waldes sichergestellt (Abb. 1). An jedem Stichprobe n- 
punkt werden acht Bäume des herrschenden Bestandes 
(Kraft´sche Klasse 1 bis 3) dauerhaft markiert und jähr- 
lich auf den Gesundheitszustand untersucht (Abb. 2) . 
Wenn Bäume aus der Stichprobe ausfallen, z. B. durc h 
Sturmwurf oder biotischen Gründen, werden sie durch  
nächststehende Nachbarbäume ersetzt. Die Auswahl der 
Bäume sowie der gesamte Verfahrensablauf werden 
gemäß dem bundesweit abgestimmten Leitfaden zur 
Waldzustandserhebung durchgeführt (W
ELLBROCK ET AL . 
2018). Die erste Waldzustandserhebung im Stadtwald 
Darmstadt fand im Jahr 2020 statt und soll künftig jähr- 
lich wiederholt werden, um die Entwicklung des Ge- 
sundheitszustandes zu dokumentieren und aufzuzeigen. 
Die Waldzustandserhebung untersucht den Kronenzu- 
stand der Waldbäume. Als Hauptkriterium dient dabei  
der Nadel-/Blattverlust (mNBV) sowie die Vergilbung der 
Bäume (Abb. 3). Beide Parameter werden in 5-Prozent -
stufen erhoben und anschließend zu Schadstufen ver-
rechnet (Tab. 1). Zusätzlich werden im Rahmen einer  
ausführlichen Differentialdiagnose für jeden Baum a lle 
weiteren vitalitätsmindernden Schadsymptome aufge- 
nommen. Hierunter fallen insbesondere Schäden durch  
Insekten, Witterungsereignisse wie Trockenheit oder  
Frost sowie sichtbare Schäden durch mangelnde Nähr-
stoffversorgung der Bäume.  
Die langjährigen Untersuchungen der Waldzustandser-
hebung in Deutschland belegen den großen Einfluss d es 
Baumalters auf den Kronenzustand der Wälder. Wäh- 
rend junge Bäume bis etwa 60 Jahre meist eine dicht ere 
und vitalere Krone aufweisen, zeigen sich bei Bäume n 
über 60 Jahren in der Regel häufiger Schadsymptome 
und dementsprechend lichtere Baumkronen. Die Ergeb-
nisse der Waldzustandserhebung werden daher sowohl 
zusammen als auch getrennt nach diesen beiden Alter s- 
stufen dargestellt. 
0 - 10 % 11 - 25 % 26 - 60 % 61 - 100 % 
0 - 10 % 0 0 1 2
11 - 25 % 1 1 2 2
26 - 60 % 2 2 3 3
61 - 99 % 3 3 3 3
100% 4
Schadstufe 0 
Schadstufe 1 
Schadstufe 2 
Schadstufe 3 
Schadstufe 4 
mittelstark geschädigt 
deutlich geschädigt stark geschädigt 
abgestorben 
Kronen- 
verlichtung 
Vergilbung 
ungeschädigt 
schwach geschädigt Warnstufe 
Tab. 1: Herleitung der Schadstufen 
Abb. 2: Stichprobenpunkt der Waldzustandserhebung i m 
Stadtwald Darmstadt (Foto: S. Meining)

5 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
 
Abb. 3: Verschiedene Stadien der Kronenverlichtung jeweils von links nach rechts: Buche (oben): 0, 30 und 70 % Blattverlust. 
Kiefer (Mitte): 15, 40 und 75 % Nadelverlust. Eiche  (unten): 5, 25 und 95 % Blattverlust (aus: A RBEITSGEMEINSCHAFT KRONENZUSTAND 
2007)

6 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Durchführung 2021 
Die Waldzustandserhebung im Stadtwald Darmstadt 
wurde im Zeitraum vom 14. Juli bis 20. August 2021 
durch Forstsachverständige mit langjähriger Erfahrung in 
der Waldzustandserhebung durchgeführt (Abb. 4). Im 
gesamten Stadtwald konnten 297 Stichprobenpunkte 
mit insgesamt 2.376 Bäumen untersucht werden (Tab. 
2). Ein Stichprobenpunkt ruht dieses Jahr wegen Nic ht-
Begehbarkeit der Fläche.  
Mit 32 % ist die Buche die häufigste Baumart, gefol gt 
von den sonstigen Laubbäumen (sLb, 27 %), Kiefer 
(21 %), Eiche (Stiel- und Traubeneiche 17 %) und de n 
sonstigen Nadelbaumarten (sNb, 3 %). Auf die Alters stu- 
fen „bis 60 Jahre“ entfallen 45 %, auf die Altersst ufe 
„über 60 Jahre“ 55 % aller Bäume.  
In der Altersklassenverteilung wird der vergleichsw eise 
geringe Anteil der jüngsten Altersklasse im Stadtwa ld 
ersichtlich (Abb. 5). Dagegen sind Bäume der Alters klas- 
se 21 bis 40 Jahre am häufigsten in der Stichprobe 
vertreten. Während die Altersklassen zwischen 41 un d 
100 Jahren mit jeweils über 15 % relativ gleich ver teilt 
sind, geht der Anteil an Bäumen mit zunehmender Al-
tersklasse merklich zurück.  
Im Westwald  wurden dieses Jahr 164 Stichprobenpunk- 
te mit insgesamt 1.312 Bäumen im Rahmen der Waldzu-
standserhebung untersucht (Tab. 2). Die häufigste 
Baumart mit 33 % ist hier die Kiefer, gefolgt von d en 
sonstigen Laubbäumen (28 %), der Buche (26 %) und d er 
Eiche (12 %). Die Altersstufe „bis 60 Jahre“ nimmt im 
Westwald einen Anteil von 43 % ein, gegenüber 57 % der 
Altersstufe „über 60 Jahre“. 
*: Bäume werden aufgrund der geringen Anzahl bei de r Aus- 
wertung der Ergebnisse den sNb zugerechnet.  
**: Baumartengruppe wird aufgrund der geringen Anza hl 
nicht einzeln ausgewertet 
Anzahl Prozent Anzahl Prozent Anzahl Prozent 
Aufnahmepunkte 297 - 164 - 133 -
alle Baumarten 2.376 100% 1.312 55% 1.064 45% 
bis 60 Jahre 1.064 44% 562 43% 482 45% 
über 60 Jahre 1.312 56% 750 57% 582 55% 
Buche 772 32% 346 26% 426 40% 
Kiefer 492 21% 437 33% 55* 5% 
Eiche 408 17% 157 12% 251 24% 
sonstige 
Nadelbaumarten 60 3% 1** 0% 59 6% 
sonstige 
Laubbaumarten 644 27% 371 28% 273 26% 
Westwald Ostwald Gesamt 
Tab. 2: Anzahl untersuchter Stichprobenbäume bzw. Bäume 
Abb. 4: Aufnahmetrupp der Waldzustandserhebung bei der 
Baumansprache (Foto: S. Meining)

7 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Im Ostwald  konnten 133 Stichprobenpunkte mit insge- 
samt 1.064 Bäumen auf den Vitalitätszustand untersucht 
werden (Tab. 2). Mit großem Abstand ist hier die Bu che 
mit 40 % die häufigste Baumart. Dahinter folgen die  
sonstigen Laubbäume (26 %) und die Eiche (24 %). De ut- 
lich geringer vertreten sind die sonstigen Nadelbau mar- 
ten (6 %) und die Kiefer (5 %), die aufgrund der ge ringen 
Anzahl für den Ostwald gemeinsam ausgewertet wer- 
den.  
Die Waldzustandserhebung wurde dieses Jahr im Stadt - 
wald Darmstadt mit weiteren Aufnahmen zur Besandes-
ansprache und zum Wildverbiss ergänzt. Hierzu wurde n 
an den vorhandenen Stichprobenpunkten unterschied- 
lich große Probekreise angelegt und baumartenspezif i- 
sche Erhebungen vorgenommen, um aktuelle Aussagen 
über das Verjüngungspotential und der Verbissbelastung 
der Waldbestände zu erhalten. 
 
 
Abb. 5: Anteil der Baumalter eingeteilt nach Altersklassen  
Abb. 6: Stark aufgelichteter Waldbestand im Darmstädter Westwald mit flächigem Unterwuchs mit Kermesbeere 
(Foto: S. Meining)

8 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
2 Ergebnisse 
Stadtwald Darmstadt  
Die Waldzustandsaufnahme 2021 bestätigt den anhal- 
tend schlechten Vitalitätszustand der Bäume im Stad t- 
wald Darmstadt. Die Auswirkungen der Dürrejahre 201 8 
bis 2020 sind weiterhin deutlich im Wald sichtbar. Ne- 
ben zahlreichen stärker geschädigten Bäumen ist der  
Anteil an stehend abgestorbenen Bäumen nach wie vor  
sehr hoch (Abb. 8). Dabei zeigt sich vor allem im W est- 
wald ein besorgniserregender Schädigungsgrad der Wä l- 
der. 
Nadel-/Blattverlust 
Der Nadel-/Blattverlust liegt im Durchschnitt über alle 
Baumarten bei 37,6 % (Abb. 7) und somit in etwa auf  
dem gleichen Niveau wie im Vorjahr (2020: 37,9 %). Im 
Vergleich zur Landeserhebung der hessischen Wälder
 
liegt das Schadniveau im Stadtwald Darmstadt um elf  
Prozentpunkte höher als der Landesdurchschnitt und 
über drei Prozentpunkte geringer als in der Sondere rhe- 
bung der Rhein-Main-Ebene (Tab. 3).  
Abb. 7: Mittlerer Nadel-/Blattverlust (Fehlerrahmen : 95% 
Konfidenzintervall) 
Abb. 8: Stark geschädigte bzw. abgestorbene Baumkronen (Foto: S. Meining)

9 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
 
Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich vor allem für älte re 
Bäume (Altersstufe über 60 Jahre) eine Verschlech-
terung im Kronenzustand. Der mittlere Nadel-/Blatt-
verlust der älteren Bäume erhöht sich um 2,1 Prozen t- 
punkte auf 46,9 %. Dagegen ist aktuell bei den jüng eren 
Bäumen (Altersstufe bis 60 Jahre) aktuell im Durch-
schnitt eine Verringerung des Verlustprozents um 
6,0 Prozentpunkte auf 25,7 % zu verzeichnen. Im Ver - 
gleich hierzu kommen die landesweiten Ergebnisse de r 
Waldzustandserhebung auf eine mittlere Kronenverlic h- 
tung der älteren Bäume auf 31 % und der jüngeren 
Bäume auf 14 % (Tab. 3) 
Abbildung 10 zeigt die mittleren Nadel-/Blattverluste der 
einzelnen Stichprobenpunkte im Stadtwald Darmstadt.  
Stark geschädigte Waldbestände sind vor allem im 
Westwald zu finden. Besonders im südlichen Teil des  
Westwaldes ist der Anteil an Stichprobenpunkten mit  
hohen Nadel-/Blattverlusten über 40 % sehr hoch. An  
den meisten Aufnahmepunkten liegt die mittlere Kro-
nenverlichtung hier zwischen 41 und 60 % bzw. zwischen 
61 und 80 %. An fünf Stichprobenpunkten ist die Sch ädi- 
gung der Bäume derart hoch, dass mittlere Verlustwe rte 
zwischen 81 und 100 % erreicht werden.  
Dagegen ist im Ostwald der Schädigungsgrad der Wälder 
deutlich geringer. Der überwiegende Teil der aufge-
nommen Stichprobenpunkte im Ostwald weisen einen 
mittleren Nadel-/Blattverlust unter 40 % auf, währe nd 
nur ein geringer Teil zwischen 41 und 60 % liegt. L edig- 
lich zwei Stichprobenpunkte zeigen im Ostwald eine 
mittlere Kronenverlichtung zwischen 61 und 80 %. St ich- 
probenpunkte mit einer mittleren Kronenverlichtung 
zwischen 81 und 100 % treten nicht auf.  
Stadtwald Darmstadt Hessen 
  Gesamt Westwald Ostwald Gesamt Rhein-Main-
Ebene 
Mittlerer Nadel-
/Blattverlust (mNBV) 37,6 % 45,7 % 27,6 % 26 % 41 % 
mNBV bis 60 Jahre 25,7 % 31,7 % 18,7 % 14 % 27 % 
mNBV über 60 Jahre 46,9 % 56,2 % 34,9 % 31 % 42 % 
stärkere Schäden 20 % 29 % 9 % 8 % 22 % 
Mortalitätsrate 3,8 % 6,4 % 0,6 % 0,7 % 3,9 % 
Tab. 3: Anzahl untersuchter Stichprobenbäume bzw. Bäume (NW-FVA  2021a, NW-FVA  2021b) 
Abb. 9: Alteiche mit 20  % Blattverlust (Foto: S. Meining)

10 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Die räumliche Verteilung der mittleren Nadel-/Blatt -
verluste je Stichprobenpunkt zeigt für die beiden A lters- 
stufen „bis 60 Jahre“ und „über 60 Jahre“ ein unter - 
schiedliches Bild (Abb. 11). Während bei den jünger en 
Bäumen nur wenige Stichprobenpunkte mit höheren 
Nadel-/Blattverlusten zu erkennen sind, liegt der A nteil 
an stärker geschädigten Aufnahmepunkten bei den ält e- 
ren Bäumen sichtlich höher. Im Westwald ist der Ant eil 
an Aufnahmepunkten mit höheren Nadel-/Blattverlusten 
bei beiden Altersstufen gegenüber dem Ostwald deutlich 
erhöht.  
Abb. 10: Mittlerer Nadel-/Blattverlust der Stichprobenpunkte in Prozent

11 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
 
Vergilbung 
Eine Vergilbung der Nadeln und Blätter deutet in de r 
Regel auf eine Störung der Nährstoffversorgung hin.  
Insbesondere der Mangel an dem Nährelement Magne- 
sium führt bei Bäumen häufig zu einer typischen Gel b- 
verfärbung. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung  
zeigen, dass Vergilbungssymptome derzeit keine Roll e in 
der Bewertung des Vitalitätszustandes der Bäume im 
Stadtwald Darmstadt spielen. Im Vergleich zum Vorja hr 
verringert sich die Vergilbungsrate um zwei Prozent - 
punkte. Derzeit weisen lediglich 1 % aller aufgenom me- 
nen Bäume stärkere Vergilbungssymptome auf. 
 
Schadstufen 
Im Stadtwald Darmstadt gelten im Jahr 2021 insgesam t 
19 % aller Bäume als ungeschädigt (Abb. 12). Gegenü ber 
dem Vorjahr erhöht sich dieser Anteil um vier Proze nt- 
punkte. Demgegenüber verringert sich der Anteil der  
schwach geschädigten Bäume leicht auf 26 % und der 
der mittelstark geschädigten Bäume auf 35 %. Währen d 
sich der Anteil der stark geschädigten Bäume ebenfa lls 
verringert, erhöht sich der Anteil der stehend abge stor- 
benen Bäume gegenüber dem Vorjahr auf 9 %.  
Besonders auffallend ist der hohe Anteil an stärker  ge- 
schädigten Bäumen im Stadtwald Darmstadt verglichen  
mit den landesweit erhobenen Ergebnissen der hessi-
schen Waldzustandserhebung. Während im Stadtwald 
Darmstadt insgesamt 20 % der Bäume stark geschädigt  
bzw. abgestorben sind, liegt der Anteil im Landesdu rch- 
schnitt bei 8 % und in der Rhein-Main-Ebene bei 22 % 
(Tab. 3) 
Abb. 11: Mittlerer Nadel-/Blattverlust je Stichprob enpunkt getrennt nach jüngeren und älteren Bäumen.  
(Mindestanzahl vier Bäume der jeweiligen Altersstufe je Stichprobenpunkt)  
Bäume bis 60 Jahre  
 Bäume über 60 Jahre

12 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Bäume der Schadstufen 2 bis 4 (mittelstark geschädi gt, 
stark geschädigt und abgestorben) werden zur besser en 
und übersichtlicheren Darstellung der Ergebnisse zu r 
Gruppe der deutlich geschädigten Bäume zusammenge- 
fasst. Im Jahr 2021 gelten im Stadtwald Darmstadt 5 5 % 
der Bäume als deutlich geschädigt, gegenüber 58 % i m 
letzten Jahr. In der räumlichen Verteilung zeichnet  sich 
erneut ein Schadensschwerpunkt im Westwald ab, je- 
doch lassen sich auch im Ostwald Bereiche mit stärk eren 
Schäden identifizieren. Vor allem im nördlichen Tei l des 
Ostwaldes entlang der Dieburger Straße sind oftmals  
über Dreiviertel aller Bäume je Stichprobenpunkt de ut- 
lich geschädigt. Demgegenüber ist im südlichen Teil  des 
Ostwaldes auf der weit überwiegenden Mehrzahl der 
Stichprobenpunkte der Schädigungsgrad gering.  
Stehend tote Bäume und Mortalitätsrate 
Der Stadtwald Darmstadt ist seit Jahren geprägt von  
einem sehr hohen Anteil stehend toter Bäume. Insbe-
sondere im Westwald sind viele Waldgebiete durch ei - 
nen sehr hohen Totholzanteil gekennzeichnet. Das Ab - 
sterben von Bäumen wurde in den vergangenen Jahren 
durch die Dürrephase 2018 bis 2020 noch verstärkt. Im 
gesamten Stadtwald sind aktuell 9 % aller Bäume ste - 
hend tot, wobei im Westwald der Anteil mit 14 % ge-
genüber 4 % im Ostwald stark erhöht ist.  
Aus den Bäumen, die seit der letzten Erhebung stehe nd 
abgestorben sind, wird die jährliche Mortalitätsrat e be- 
rechnet. Entgegen dem gesamten stehenden Totholz 
beinhaltet die Mortalitätsrate also nur die jährlic h frisch 
abgestorbenen Bäume. Für das Jahr 2021 ergibt sich 
eine Mortalitätsrate für den Stadtwald Darmstadt vo n 
3,8 % (Tab. 3). Damit entspricht sie in etwa dem Wert für 
die Rhein-Main-Ebene, liegt jedoch um ein Vielfache s 
über dem Landesdurchschnitt. Im Westwald ist die Mo r- 
talitätsrate mit 6,4 % wiederum stark erhöht, währe nd 
sie im Ostwald mit 0,6 % deutlich geringer ausfällt. 
 
Abb. 12: Verteilung der Schadstufen und Vergleich mit dem Jahr 2020 
 
Abb. 13: Waldbestand mit sehr hohem Totholzanteil i m 
Darmstädter Westwald (Foto: S. Meining)

13 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Fruktifikation 
Im Jahr 2021 haben deutlich weniger Bäume als im Vo r- 
jahr fruktifiziert. Ein stärkerer Fruchtbehang wurd e le- 
diglich bei den sonstigen Laubbäumen festgestellt. 
(Abb. 14). Über 40 % aller sonstigen Laubhölzer im blüh- 
fähigen Alter wiesen 2021 eine mittelstarke bis sta rke 
Fruktifikation auf. Besonders viele Bäume mit Fruch t- 
ständen wurden bei den Baumarten Hainbuche, Spät- 
blühender Traubenkirsche, Linde, Bergahorn und Erle  
beobachtet. Deutlich schwächer fruktifiziert haben die 
sonstigen Nadelbaumarten. Bei der Buche, Kiefer und  
Eiche wurden dieses Jahr dagegen kaum Bäume mit 
Fruchtbehang festgestellt.  
Eine starke Fruktifikation kann einen großen Einflu ss auf 
die Belaubungsdichte der Bäume haben. Die Ausbildun g 
vieler Fruchtstände beansprucht einen großen Teil d er 
zur Verfügung stehenden Energie- und Nährstoffvorrä te 
des Baumes. In Folge werden oftmals lichtere Baumkr o- 
nen mit deutlich kleineren Nadeln bzw. Blättern, ge rin- 
gerer Seitenverzweigung und kürzeren Jahrestrieben 
ausgebildet. 
Buche 
Der Kronenzustand der Buche hat sich gegenüber dem 
Vorjahr im Durchschnitt kaum verändert (Abb. 16). M it 
41,4 % mittleren Blattverlust ist der Schädigungsgrad der 
Buchen weiterhin sehr hoch (2020: 42,3 %). Insgesam t 
gelten nahezu zwei Drittel aller Buchen (65 %) im S tadt- 
wald Darmstadt als deutlich geschädigt (Abb. 17).  
Die Buche hat extrem unter der sehr trockenen und h ei- 
ßen Witterung der vergangenen drei Jahre gelitten. Be- 
sonders auf den sandigen und schlecht wasserspei- 
chernden Standorten der Rheinebene sind oftmals mas - 
sive Schäden in den Buchenkronen zu erkennen. Zwar 
war der Witterungsverlauf während der Vegetationsze it 
Abb. 14: Anteil der mittelstark und stark fruktifiz ierenden 
Bäume nach Baumart bzw. Baumartengruppe  
Abb. 15: Buche mit abgestorbenen Starkästen in der Ober- 
krone (Foto: S. Meining)

14 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
2021 mit reichlich Regen und vergleichsweise kühlen  
Temperaturen für das Baumwachstum deutlich günsti- 
ger, jedoch sind die massiven Schäden der vergangen en 
Dürreperiode weiterhin weitläufig sichtbar. Die Erg eb- 
nisse der Waldzustandserhebung zeigen, dass über 40  % 
aller Buchen deutlich sichtbare Trockenäste in der 
Baumkrone aufweisen. Trockenäste, Astabbrüche und 
häufig nach intensiver Sonneneinstrahlung auftreten de 
Rindenschäden stellen Eintrittspforten für verschie dene 
pilzliche Erreger dar, die zu einer zusätzlichen Sc hwä- 
chung der Buchen führen können (Abb. 15). Neben einer 
akuten Gefährdung der Arbeits- und Verkehrssicherhe it 
im Wald, steigt dadurch auch die Gefahr durch sekun dä- 
re Schadinsekten, wie Buchenpracht oder Buchenbor- 
kenkäfer.  
Schadensmildernd auf den Kronenzustand wirkte sich 
dieses Jahr die geringe Fruktifikation der Buchen a us. 
Werden – wie beispielsweise im letzten Jahr – viele  
Bucheckern ausgebildet, bedeutet dies eine hohe phy - 
siologische Belastung für die Bäume, die sich oftma ls 
durch einen schlechten Kronenzustand bemerkbar 
macht. 
Kiefer 
Im Stadtwald Darmstadt ist die Kiefer die am stärks ten 
geschädigte Baumart. Gegenüber dem Vorjahr hat sich  
der mittlere Nadelverlust nochmals um 5,5 Prozentpunk- 
te auf nunmehr 49,1 % verschlechtert (Abb. 16). Ins ge- 
samt gelten 64 % aller Kiefern als deutlich geschäd igt 
(Abb. 17). Extrem hoch ist zudem der Anteil abgesto rbe- 
nen Kiefern, der sich in diesem Jahr nochmal deutli ch 
vergrößert hat. Mittlerweile sind knapp 29 % aller ste- 
henden Kiefern im Stadtwald tot.  
Die Kiefer ist den extremen Witterungsereignissen d er 
vergangenen Jahre nicht gewappnet. Lang anhaltende 
sommerliche Trockenphasen in Kombination mit einer 
deutlich verkürzten Winterruhe bedrohen diese Baumart 
auf den trockenen Standorten des Rheintals aktuell in 
ihrem Bestand (Abb. 18). Die massive Verbreitung de r 
Kiefernmistel führt in klimagestressten Beständen z u- 
sätzlich zu einer hohen Belastung, da sie dem Baum als 
halbschmarotzende Art dringend benötigtes Wasser un d 
darin gelöste Nährstoffe entzieht.  
Abb. 17: Anteil deutlich geschädigter Bäume im Stad twald 
Darmstadt (orange: mittelstark geschädigt, rot: sta rk geschä- 
digt, grau: abgestorben) 
Abb. 16: Mittlerer Nadel-/Blattverlust nach Baumart en bzw. 
Baumartengruppen (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) 
Abb. 18: Kiefer mit hohem Anteil an Trockenreisig i n der 
Krone (Foto: S. Meining)

15 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Begünstigt durch die warme Witterung ist in den ver - 
gangenen Jahren zudem die Belastung durch das Dip- 
lodia-Triebsterben in Kiefernbeständen stark angest ie- 
gen. Der pilzliche Erreger befällt junge Kieferntri ebe und 
bringt diese zum Absterben. Derart geschwächte Kief ern 
stellen schlussendlich für verschiedene Schadinsekt en, 
wie Waldgärtner oder Blauer Kiefernprachtkäfer leic ht 
zu besiedelnde Brutbäume dar. 
Eiche 
Der mittlere Blattverlust der Eichen hat sich gegen über 
dem Vorjahr um 1,7 Prozentpunkt auf 32,3 % leicht v er- 
schlechtert (Abb. 16). Damit weist die Eiche einen sicht- 
bar besseren Kronenzustand auf als die Baumarten Bu - 
che oder Kiefer. Insgesamt gelten 57 % der Eichen a ls 
deutlich geschädigt, wobei der Anteil der stark ges chä- 
digten und abgestorbenen Bäume gegenüber allen an- 
deren Baumarten vergleichsweise klein ist (Abb. 17).  
Die Dürreperiode 2018 bis 2020 hat auch bei der Eic he 
zu einer hohen Belastung geführt, deren Auswirkunge n 
immer noch in einem erhöhten Totastanteil in den 
Baumkronen zu erkennen sind. Jedoch fruktifizierte die 
Eiche im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger und  es 
wurden auch etwas weniger Fraßschäden durch blatt- 
fressende Raupen festgestellt.  
Dagegen stieg der Befall durch Eichenmehltau stark an. 
An etwa jeder zweiten Eiche wurde Eichenmehltaubefa ll 
nachgewiesen. Der Pilz befällt junge Eichenblätter und 
überzieht diese mit einem weißen Myzel bis diese im  
späteren Verlauf absterben bzw. abfallen (Abb. 19).  Die 
Schädigung durch Eichenmehltau beschränkt sich alle r- 
dings weitgehend auf das aktuelle Jahr, nachhaltige  Be- 
einträchtigungen sind daher nicht zu erwarten. 
Sonstige Laubbäume 
Der Kronenzustand der sonstigen Laubaumarten hat sich 
gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Der mittlere 
Blattverlust verringert sich um 5,1 Prozentpunkte a uf 
28,2 % (Abb. 16). Insgesamt gelten 36 % aller sonst igen 
Laubbäume als deutlich geschädigt (Abb. 17).  
Die sonstigen Laubbäume setzen sich aus vielen ver-
schiedenen Baumarten zusammen. Am häufigsten 
kommt hierbei der Bergahorn vor, gefolgt von der Sp ät- 
blühenden Traubenkirsche und der Roteiche. Dahinter  
folgen mit kleineren Anteilen Hainbuche, Linde, Bir ke, 
Roterle sowie zahlreiche weitere Baumarten.  
Der günstige Witterungsverlauf im Jahr 2021 mit aus rei- 
chend Regen während der Vegetationszeit hat den son s- 
tigen Laubbaumarten offensichtlich sehr gut getan,  
deren Baumkronen  sich trotz stärkerer Fruktifikati on 
dieses Jahr erkennbar regenerieren konnten. Auffall end 
erholt haben sich hierbei vor allem die Baumarten Linde, 
Spätblühender Traubenkirsche, Roterle und Birke. Da ge- 
gen bleibt der Kronenzustand des Bergahorns in etwa  
auf dem Niveau des Vorjahres, während bei der Roteiche 
– ähnlich wie bei den anderen Eichenarten – dieses Jahr 
eine leichte Verschlechterung des Kronenzustandes z u 
verzeichnen ist. 
Abb. 19: Eichenjungpflanze, deren Blätter mit weiße m Myzel 
des Eichenmehltaus überzogen sind (Foto: S. Meining)

16 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Sonstige Nadelbäume 
Der mittlere Nadelverlust der sonstigen Nadelbaumarten 
beträgt aktuell 30,7 % und damit 4,3 Prozentpunkte we- 
niger als noch im Vorjahr (Abb. 16). Aufgrund der g erin- 
gen Anzahl der sonstigen Nadelbäume, die sich im ak tu- 
ellen Jahr auf 60 Bäume verringert hat, ergibt sich  ein 
vergleichsweise großer Fehlerrahmen, der eine detai l- 
lierte Bewertung der Ergebnisse erschwert. Insgesam t 
sind 38 % aller sonstigen Nadelbäume deutlich gesch ä- 
digt (Abb. 17). Über 13 % entfallen dabei auf abges tor- 
bene Bäume, die nahezu ausnahmslos auf den Befall von 
Fichten-Borkenkäfern zurückzuführen sind. 
Da innerhalb des letzten Jahres verhältnismäßig vie le 
Fichten aufgrund von Borkenkäferbefall aus der Stic h- 
probe ausgefallen sind, nimmt derzeit die Lärche de n 
höchsten Anteil der sonstigen Nadelbäume ein, gefol gt 
von Fichte und Douglasie sowie wenigen Weymuts-
kiefern.  
Die durch Borkenkäfer an Fichte verursachte Schad- 
holzmenge war in den vergangenen Jahren aufgrund de r 
heißen und trockenen Witterung landesweit extrem 
hoch. Trotz der geringen Fichtenanteile im Stadtwal d 
Darmstadt kam es auch hier zu einer Ausbreitung der  
Borkenkäferarten Buchdrucker und Kupferstecher, die  
zahlreiche Fichten zum Absterben brachten. Im Jahr 
2021 ging die Borkenkäferpopulation aufgrund der kü h- 
len Frühjahrs- und oftmals nassen Sommerwitterung 
zwar zurück, jedoch wird der mittlere Nadelverlust der 
Baumartengruppe weiterhin stark von dem hohen Antei l 
an abgestorbenen Fichten durch Borkenkäfer beein- 
flusst, die zum Teil noch in den Wäldern als stehen d tote 
Bäume zu finden sind (Abb. 20). 
Abb. 20: Stehend abgestorbene Fichten nach Borkenkäferbefall im Ostwald (Foto: S. Meining)

17 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Westwald 
Die Waldschäden im Westwald sind gravierend hoch. 
Der mittlere Nadel-/Blattverlust der Bäume beträgt 
45,7 % und liegt damit gegenüber dem Vorjahr um wei - 
tere 2,0 Prozentpunkte höher (Abb. 21). Während die  
Bäume der Altersstufe bis 60 Jahre eine Verringerun g 
der mittleren Kronenverlichtung auf 31,7 % aufweise n, 
erhöht sich der Wert für die Altersgruppe über 60 J ahre 
auf 56,2 %.  
Besonders dramatisch ist der hohe Totholzanteil im 
Westwald, der im Vergleich zum letzten Jahr nochmal s 
deutlich angewachsen ist. Derzeit sind 14 % aller a ufge- 
nommenen Bäume der Waldzustandserhebung im 
Westwald stehend tot; fünf Prozentpunkte mehr als 
noch im Vorjahr (Abb. 22). Besorgniserregend hoch m it 
insgesamt 15 % ist zudem der Anteil der stark geschädig- 
ten Bäume. Den Hauptanteil nehmen mit 37 % die mit-
telstark geschädigten Bäume ein. Als schwach geschädigt 
sind 21 % und als ungeschädigt lediglich 13 % der Bäume 
Abb. 21: Mittlerer Nadel-/Blattverlust nach Altersg ruppen – 
Westwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) 
Abb. 22: Verteilung der Schadstufen – Westwald (die  Werte 
in den Klammern geben die Veränderung zum Vorjahr an) 
Abb. 23: Mittlerer Nadel-/Blattverlust der Hauptbau marten 
bzw. Baumartengruppen – Westwald  
Abb. 24: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Westw ald 
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschäd igt, grau: 
abgestorben) 
Abb. 25: Kiefer mit beginnender Verbraunung der Nad eln 
(Foto: S. Meining)

18 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
im Westwald einzustufen. Damit gelten etwa zwei Drittel 
aller Bäume (66 %) des Westwaldes als deutlich gesc hä- 
digt (Schadstufe 2 bis 4). 
Die Buche bleibt die Baumart mit der höchsten Krone n- 
verlichtung im Westwald (Abb. 23). Im Vergleich zum  
Vorjahr erhöht sich der mittlere Blattverlust der B uchen 
nochmals auf nunmehr 59,0 %. Insgesamt gelten nun 
bereits 91 % aller Buchen als deutlich geschädigt 
(Abb. 24). Etwa die Hälfte davon ist den stark gesc hädig- 
ten Bäumen zuzuordnen. Der mittlere Nadelverlust de r 
Kiefern erhöht sich ebenfalls und liegt im aktuelle n Jahr 
bei 50,9 %. Als deutlich geschädigt sind 64 % aller  Kie- 
fern eingestuft. Dabei ist der Anteil an abgestorbe nen 
Kiefern im Westwald mit über 30 % extrem hoch. Ein 
Anstieg der Baumschäden ist auch bei der Eiche zu v er- 
zeichnen, deren mittlerer Blattverlust sich auf 40, 2 % 
erhöht. Insgesamt sind 72 % der Eichen deutlich ges chä- 
digt, jedoch ist der Anteil an stark geschädigten b zw. 
abgestorbenen Eichen im Vergleich zu allen anderen 
Baumarten am geringsten. Eine Verbesserung im Kro- 
nenzustand ist dieses Jahr ausschließlich bei den s onsti- 
gen Laubbäumen im Westwald zu erkennen. Der mitt-
lere Blattverlust verringert sich auf 29,2 %. Insge samt 
sind 42 % aller sonstigen Laubbäume deutlich geschä - 
digt.  
Die klimatischen Belastungen in der Rheinebene mit 
langanhaltender sommerlicher Trockenheit und großer  
Hitze führten in den letzten Jahren verstärkt zu gr avie- 
renden Waldschäden im Darmstädter Westwald 
(Abb. 26). Auf den zumeist nähstoffarmen und wenig 
wasserspeichernden Böden zeigen vor allem Buchen und 
Kiefern einen sehr hohen Schädigungsgrad und eine 
erhöhte Disposition für sekundäre pilzliche und tie rische 
Schädlinge. Die Kiefer leidet zudem unter einer sic h zu- 
nehmend verkürzten Winterruhe und einem starkem 
Mistelbefall (Abb. 25). 
Abb. 26: Typisches Waldbild im Darmstädter Westwald mit vielen stark geschädigten Bäumen (Foto: S. Meining)

19 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Ostwald 
Im Gegensatz zum Westwald sind die Wälder des Ost- 
waldes deutlich weniger geschädigt. Im Durchschnitt  
über alle Baumarten liegt hier der mittlere Nadel-/ Blatt-
verlust bei 27,6 % (Abb. 27). Dies stellt im Vergle ich zum 
Vorjahr eine Verringerung um 3,1 Prozentpunkte dar.  
Sowohl jüngere als auch ältere Bäume zeigen dieses Jahr 
eine Verbesserung des Kronenzustandes. Die mittlere  
Kronenverlichtung der jüngeren Bäume verbessert sic h 
dieses Jahr auf 18,7 %, die der älteren Bäume auf 34,9 %.  
Erfreulich ist die deutliche Zunahme der ungeschädi gten 
Bäume im Ostwald (Abb. 28). Ihr Anteil erhöht sich ge- 
genüber der Voraufnahme um 5 Prozentpunkte auf 
26 %. Demgegenüber ist bei allen anderen Schadstufe n 
dieses Jahr eine leichte Verringerung festzustellen. Wäh- 
rend der Anteil der schwach geschädigten und der mi t- 
telstark geschädigten Bäume mit 32 bzw. 33 % relati v 
groß ist, ist der Anteil der stark geschädigten bzw . abge- 
storbenen Bäume mit 5 bzw. 4 % vergleichsweise klein.  
Abb. 27: Mittlerer Nadel-/Blattverlust nach Altersg ruppen – 
Ostwald (Fehlerrahmen: 95% Konfidenzintervall) 
Abb. 29: Mittlerer Nadel-/Blattverlust der Hauptbau marten 
bzw. Baumartengruppen – Ostwald 
 
Abb. 28: Verteilung der Schadstufen – Ostwald  
Abb. 30: Anteil deutlich geschädigter Bäume – Ostwa ld 
(orange: mittelstark geschädigt, rot: stark geschäd igt, grau: 
abgestorben) 
Abb. 31: Gut belaubter Bergahorn (Foto: S. Meining)

20 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Der Kronenzustand der Buchen hat sich nach den hohe n 
Belastungen der Dürreperiode 2018 bis 2020 in diese m 
Jahr im Ostwald deutlich erholt. Eine geringe Frukt ifika- 
tion und ausreichender Niederschlag während der Veg e- 
tationszeit führten zu einer Verringerung des mittl eren 
Blattverlusts auf 27,1 % (Abb. 29). Insgesamt gelten 45 % 
aller Buchen als deutlich geschädigt (Abb. 30, Abb.  32). 
Demgegenüber erhöht sich der mittlere Blattverlust der 
Eichen leicht auf 27,3 %. Neben einer stärkeren Fru cht- 
ausbildung verhindert insbesondere der Befall von  
Eichenmehltau eine Regeneration der Baumkronen. Als  
deutlich geschädigt werden dieses Jahr 48 % aller E ichen 
eingestuft.  
Der Kronenzustand der sonstigen Nadelbaumarten, bei  
denen im Ostwald aufgrund der geringen Anzahl auch 
die Kiefer hinzugezählt wird, bleibt mit 31,8 % geg en- 
über der Voraufnahme nahezu unverändert. 32 % der 
Bäume dieser Gruppe gelten als deutlich geschädigt,  
wobei nach wie vor ein großer Anteil davon auf abge - 
storbene Fichten nach Borkenkäferbefall zurückzuführen 
ist. Ähnlich wie bei der Buche ist auch bei den son stigen 
Laubbäumen dieses Jahr im Ostwald eine Erholung des  
Kronenzustandes festzustellen. Der mittlere Blattve rlust 
verringert sich auf 26,9 %. Damit gelten 29 % aller  sons- 
tigen Laubbäume im Ostwald als deutlich geschädigt.  
 
Abb. 32: Buchen mit viel Trockenreisig in der Oberkrone (Foto: S. Meining)

21 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
3 Witterung  
Nach den überwiegend heißen und sehr trockenen Jah-
ren 2018 bis 2020, die zu einer starken Belastung d er 
Wälder führten, sorgte die überwiegend kühle und ni e- 
derschlagsreiche Witterung während der Vegetations-
phase im Jahr 2021 für eine leichte Entspannung. 
Das Jahr 2020 
Nach den Dürrejahren 2018 und 2019 war auch das Jah r 
2020 überwiegend zu warm und deutlich zu trocken. I n 
der Vegetationsperiode von April bis September lage n 
die Niederschlagsmengen erheblich unter dem langjäh - 
rigen Mittel. Besonders die Monate April und Juli 2 020 
waren dabei mit weniger als einem Drittel der üblic hen 
monatlichen Regenmenge erheblich zu trocken 
(Abb. 33). Im August lag zudem die mittlere Lufttem pe- 
ratur mit über 21° C insgesamt 2,4° C über dem lang jäh- 
rigen Mittel. Nachdem auch im November 2020 ein er-
hebliches Niederschlagsdefizit zu verzeichnen war, wur- 
den zumindest im Dezember überdurchschnittliche Nie - 
derschlagsmengen registriert.  
Das Jahr 2021 
Das Jahr 2021 startete nass. Mit knapp 80 mm wurden  
im Januar im Vergleich zum langjährigen Mittel deut lich 
höhere Niederschlagsmengen erreicht. Im Februar lag en 
die Niederschlagsmengen zwar leicht unter dem 
Abb. 33: Temperatur- und Niederschlagsverteilung de r Station Darmstadt (Quelle: DWD 2021) im Vergleich  zum 
Mittel der Jahre 2004 bis 2021. Temperatur in Grad Celsius, Niederschlag in mm 
0
20 
40 
60 
80 
100 
120 
0
20 
40 
60 
80 
100 
120 
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr MaiJun Jul Aug Sep Okt 
Niederschlagssumme Mittel 2004-2021 
2021 2020 
0
5
10 
15 
20 
25 
0
5
10 
15 
20 
25 
Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jan Feb Mrz Apr MaiJun Jul Aug Sep Okt 
Monatsmitteltemperatur Mittel 2004-2021 
2021 2020

22 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Referenzwert, jedoch konnte sich aufgrund der relat iv 
nassen Wintermonate der Wasserspeicher der Waldbö- 
den insgesamt wieder etwas auffüllen.  
Nach dem vergleichsweise nassen Winter startete das  
Frühjahr 2021 wiederum sehr trocken. Im März und April 
wurde jeweils etwa nur die Hälfte der üblichen Nied er- 
schlagsmenge registriert. Während im März noch durc h- 
schnittliche Temperaturen erreicht wurden, waren de r 
April und auch der Mai deutlich zu kalt. Die kühlen  Tem- 
peraturen führten zudem zu einem spürbar verspätete n 
Vegetationsbeginn. Glücklicherweise wurde dieser im  
Mai von überdurchschnittlich hohen Regenmengen be- 
gleitet, so dass die Bäume zum Zeitpunkt des Austri ebes 
gut mit Wasser versorgt wurden.  
Die gute Wasserversorgung der Bäume setzte sich auc h 
in den Folgemonaten fort. Die Niederschlagsmenge blieb 
im Juni und Juli weiterhin über dem langjährigen Mi ttel. 
Damit waren die Monate Juni und Juli 2021 die regen - 
reichsten Sommermonate der letzten Jahre. Durch die  
vielen Regenfälle und das insgesamt unbeständige We t- 
ter blieb der Sommer relativ kühl. Lediglich im Jun i wur- 
de eine überdurchschnittliche Monatsmitteltemperatu r 
registriert. Im Juli und August blieben die Tempera turen 
dagegen unterhalb des langjährigen Mittels.  
Laut Hessischem Landesamt für Naturschutz, Umwelt 
und Geologie (HLNUG) hat sich die Grundwassersituat i- 
on landesweit im Vergleich zum letzten Jahr leicht ver- 
bessert, dennoch ist noch keine nachhaltige Trendum - 
kehr feststellbar. So sind die aus den trockenen Vo rjah- 
ren resultierenden Defizite im Grundwasser noch nic ht 
vollständig ausgeglichen. Für eine nachhaltige Erho lung 
wären weitere ergiebige Niederschläge über einen lä n- 
geren Zeitraum notwendig (H
LNUG  2021a). 
Witterungstrend 
Die Witterungsdaten zeigen für die Vegetationszeit (April 
bis September) einen deutlichen Trend steigender Te m- 
peraturen und abnehmender Niederschläge. In Abbil- 
dung 34 sind die mittlere Jahrestemperatur und die Nie- 
derschlagssumme der Wetterstation „Darmstadt Rosen-
höhe“ für die Vegetationszeit seit 2005 dargestellt . Im 
Temperaturverlauf zeigt sich ein ansteigender Trend  
innerhalb der letzten 16 Jahre um knapp ein Grad Ce lsi- 
us. Deutlich zu erkennen ist das extrem heiße Jahr 2018 
und die merklich kühleren Temperaturen während der 
Vegetationszeit 2021.  
In der Niederschlagssumme zeigt sich für den gleich en 
Zeitraum ein abnehmender Trend um ca. 150 mm. Die 
Trockenjahre 2015 und 2018 stechen hierbei deutlich  
hervor. Dagegen war die Vegetationszeit des Jahres 
2021 erheblich niederschlagsreicher.  
Eine Verringerung der Niederschläge während der Veg e- 
tationszeit mit gleichzeitiger Erhöhung der Tempera tur 
sorgt in den Wäldern für eine enorme Belastung. Nic ht 
zuletzt hat die Hitze- und Dürrephase der Jahre 201 8 bis 
2020 aufgezeigt wie vulnerabel die Wälder gegenüber  
Trockenstress sind. Eine weitere Zunahme von sommer - 
licher Trockenheit und Hitze wird zugleich von den aktu- 
ellen Klimamodellen für die nächsten Jahre prognost i- 
ziert (H
LNUG  2021b). 
 
 
 
15 
16 
17 
18 
19 
2005 
2006 
2007 
2008 
2009 
2010 
2011 
2012 
2013 
2014 
2015 
2016 
2017 
2018 
2019 
2020 
2021 
mittlere Temperatur (°C) 
100 
200 
300 
400 
500 
600 
2005 
2006 
2007 
2008 
2009 
2010 
2011 
2012 
2013 
2014 
2015 
2016 
2017 
2018 
2019 
2020 
2021 
Niederschlagssumme (mm) 
Abb. 34: Verlauf der mittleren Temperatur und der N ieder- 
schlagssumme der Wetterstation Darmstadt in der Veg etati- 
onszeit (April bis September) in den Jahren 2005 bi s 2021. 
Die gestrichelte Linie stellt jeweils den linearen Trend dar 
(Quelle: DWD 2021)

23 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
4 Bestandes- und Verbisserhebung  
Zusätzlich zur reinen Erhebung des Vitalitätszustan des 
der Baumkronen wurde dieses Jahr im Stadtwald Darm-
stadt an den Punkten der Waldzustandserhebung eine 
Bestandes- und Wildverbissaufnahme durchgeführt, um  
insbesondere den Waldaufbau und das Verjüngungspo- 
tential des Waldes näher zu untersuchen.  
Hierzu wurden in einem Probekreis mit dem Radius vo n 
zehn Metern für jede Baumart getrennt nach Hauptbe-
stand, Zwischenstand und Verjüngung (>60 cm) der De - 
ckungsgrad, die Baumhöhe sowie eine mittlere Durch-
messerklasse eingeschätzt. Der Deckungsgrad beschreibt 
dabei die vom Baumbestand überdeckte Fläche in Pro-
zent, wobei ein hoher Prozentsatz einen gedrängten und 
ein niedriger Prozentsatz einen lückigen Baumbestan d 
beschreibt.  
In einer zweiten Probekreisaufnahme mit einem Radiu s 
von zwei Metern erfolgte die Wildverbissansprache v on 
Jungpflanzen mit einer Höhe zwischen 20 und 100 cm.  
Hierbei wurde zwischen Verbiss an der Terminalknosp e 
und Verbiss im oberen Drittel mit und ohne Schädigu ng 
des Terminaltriebs unterschieden. Zur Beurteilung d er 
Verbissintensität wurden die Ergebnisse anschließend zu 
Klassen zusammengefasst. 
Bestandeserhebung 
In vielen Waldbeständen im Darmstädter Stadtwald lö st 
sich die ursprüngliche Baumstruktur in den vergange nen 
Jahren zunehmend auf. Oftmals fallen Altbäume aus 
dem Bestandesgefüge aus, wodurch die oberste Bestan - 
desschicht nur noch einen lockeren Schirm bildet. D ie 
Bestandesaufnahmen zeigen, dass der Deckungsgrad des 
Hauptbestandes bei 20 % der aufgenommenen Punkte 
Abb. 36: Deckungsgrad des Haupt- und Zwischenbestandes für den Gesamtwald (links) sowie West- und Ostwald (rechts)  
0
10 
20 
30 
40 
50 
1-25 26-50 51-75 >75 
Stichprobenpunkte in % 
Deckungsgrad Haupt- und Zwischenstand 
0
10 
20 
30 
40 
50 
1-25 26-50 51-75 >75 
Stichprobenpunkte in % 
Deckungsgrad Haupt- und Zwischenstand 
West Ost 
0
10 
20 
30 
40 
50 
0-25 26-50 51-75 76-100 
Stichprobenpunkte in % 
Deckungsgrad Hauptbestand 
0
10 
20 
30 
40 
50 
1-25 26-50 51-75 >75 
Stichprobenpunkte in % 
Deckungsgrad Hauptbestand 
West Ost 
Abb. 35 : Deckungsgrad des Hauptbesta ndes für den Gesamtwald (links) sowie West - und Ostwald (rechts)

24 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
bei 0 bis 25 % und bei 40 % der Punkte bei 26 bis 5 0 % 
liegt (Abb. 35, links). Deutlich geschlossenere Wal dbe- 
stände mit einem Deckungsgrad von 51 bis 75 % sind auf 
knapp 30 % vorhanden, während noch dichtere Bestän-
de lediglich auf knapp 13 % der Aufnahmepunkte vor-
kommen.  
Die Bestandesaufnahmen belegen den hohen Anteil an 
deutlich lückigeren Waldbeständen im Westwald 
(Abb. 35, rechts). Die Waldbestände mit geringen De - 
ckungsgraden kommen im Westwald deutlich häufiger 
vor, dagegen sind die Deckungsgrade im Ostwald oft-
mals höher.  
Bezieht man den Zwischenstand in die Bestandesauf- 
nahme mit ein, so zeigt sich, dass sich der Anteil an sehr 
lückigen und gering überschirmten Beständen erhebli ch 
reduziert (Abb. 36, links). In diesen Beständen kon nten 
entstandene Lücken des Hauptbestandes mittlerweile 
zum Teil durch nachwachsende Bäume geschlossen 
werden. Es wird aber auch deutlich, dass auf über 3 0 % 
aller Aufnahmepunkte der Deckungsgrad von Haupt- 
und Zwischenstand mit 26 bis 50 % weiterhin gering ist. 
Bezogen auf die Waldgebiete wird wiederum der hohe 
Anteil an schlecht überschirmten Waldbeständen im 
Westwald erkennbar (Abb. 36, rechts).  
Die schlecht überschirmten Waldbestände (Deckungs- 
grad des Haupt- und Zwischenbestandes ≤ 50 %) neh- 
men im Westwald einen Anteil von 39,3 % und im Ost-
wald einen Anteil von 26,5 % ein (Abb. 37, oben). I n Ab- 
bildung 37 unten ist für diese schlecht überschirmt en 
Flächen die Verjüngungssituation dargestellt. Auf d en 
meisten Flächen, die aufgrund ausreichender Lichtve r- 
hältnisse potentiell für eine Verjüngung geeignet w ären, 
hat sich bisher nur wenig Verjüngung eingestellt. I m 
Westwald weisen etwa 15 % der schlecht überschirmte n 
Waldstandorte keine und knapp 50 % nur wenig gesi- 
cherter Waldverjüngung auf. Im Ostwald ist der Anteil an 
Stichprobenpunkten ohne Verjüngung mit 40 % sogar 
noch höher. Ein mittelstarkes Vorkommen von Waldver - 
jüngung ist auf diesen potentiellen Verjüngungsfläc hen 
im Westwald nur auf knapp 30 % und im Ostwald nur auf 
unter 10 % der Stichprobenpunkte zu finden. Viel od er 
39,3 
60,7 
Westwald 
<=50% >50% 
26,5 
73,5 
Ostwald 
<=50% >50% 
Abb. 37: Deckungsgrad des Haupt- und Zwischenstand ge- 
trennt nach West- und Ostwald (oben) und deren Ver-
jüngungsituation auf den schlecht Überschirmten Flä chen mit 
Deckungsgrad <50% (unten) 
0
20 
40 
60 
80 
100 
keine wenig mittel viel sehr viel 
Verjüngung 
West Ost 
Deckungsgrad < 50%:  
Abb. 38: Lückiger Bestand mit einem Deckungsgrad <5 0 % und 
einer spärlichen Verjüngung. Hier Anpflanzung mit H ilfe von 
Wuchshüllen (Foto: A. Flender)

25 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
sehr viel Verjüngung ist nur auf den wenigsten Fläc hen 
festzustellen (Abb. 41).  
Während im Westwald mit großem Abstand am häufigs- 
ten die Spätblühende Traubenkirsche in der Verjüngu ng 
vorkommt, ist im Ostwald mit über 65 % die Buche di e 
häufigste Baumart in der Verjüngung (Abb. 40). 
Vor allem in den lichten Wäldern des Westwaldes ist  
eine zunehmende Ausbreitung gebietsfremder, invasiver 
Arten festzustellen, die gegenüber heimischen Arten  mit 
einer sehr hohen Konkurrenzkraft auftreten. Zu nenn en 
sind hier insbesondere die Spätblühende Traubenkir-
sche, der Götterbaum (Abb. 39), die Robinie sowie d ie 
Kermesbeere. Letztere bildet oftmals eine derart di chte 
Bestockung, dass eine Verjüngung mit heimischen 
Baumarten für längere Zeit nicht mehr möglich ist ( Abb. 
6, S. 7).  
Abb. 39: Verjüngung von Spätblühender Traubenkirsch e und Götterbaum unter absterbenden Buchen (links).  Einzelner Götter- 
baum als Baumholz mit charakteristischen Blütenständen  
Abb. 40: Anteil der am häufigsten vorkommenden Baum ar- 
ten der gesicherten Verjüngung an den Punkten der W ZE 
getrennt nach Regionen (von links nach rechts: Spätblühende 
Traubenkirsche, Buche, Bergahorn, Linde, Hainbuche)

26 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
 
Abb. 41: Verschiedene Verjüngungssituationen an den  Aufnahmepunkten der Waldzustandserhebung: A: Buche nverjüngungske- 
gel in einer Kronenlücke, B: flächiges Aufkommen vo n Eichen, C: flächiges Aufkommen von Ilex, D: in Wu chshüllen gepflanzte 
Nussbäume in Konkurrenz zu Spätblühende Traubenkirs che, E: aufwendiger Verbiss- und Fegeschutz, F: kei ne Verjüngung trotz 
geeigneter Lichtverhältnisse (Fotos: S. Meining) 
A 
F E 
D C 
B

27 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Verbisserhebung 
An insgesamt 178 der 296 Stichprobenpunkte im Stadt - 
wald Darmstadt wurden Jungpflanzen mit einer Höhe 
von 20 bis 100 cm im Probekreis festgestellt. Die E rhe- 
bung der Verbisssituation zeigt an, dass im Durchsc hnitt 
37 % der vorhandenen Jungpflanzen von Wild verbisse n 
sind (Abb. 42). Im Westwald ist der Anteil an verbissenen 
Jungpflanzen insgesamt mit 48 % etwas höher als im 
Ostwald mit 30 %. Der Wildverbiss ist im Wesentlich en 
auf das vorhandene Rehwild und im geringeren Umfang  
auf Feld- bzw. Waldhasen zurückzuführen (Abb. 44).  
Unter starkem Verbissdruck leidet die Hainbuche. Üb er 
80 % der jungen Hainbuchen sind im Stadtwald verbis - 
sen (Abb. 43). Mit knapp der Hälfte verbissener Pfl anzen 
folgen die Spätblühende Traubenkirsche und der Berg - 
ahorn. Weniger Verbiss wurde an den Baumarten Buche
(29 %) und Eiche (18 %) festgestellt. In diese Bere chnung 
wurden nur Baumarten einbezogen, die mit einer Min-
destanzahl von 50 Jungpflanzen in der Stichprobe auftra- 
ten.  
Der prozentuale Anteil an verbissenen Jungpflanzen je 
Stichprobenpunkt ist in Abbildung 45 dargestellt. A n 
119 Stichprobenpunkten wurden keine und an 72 Punk-
ten lediglich weniger als vier Jungpflanzen mit ent spre- 
chender Höhe aufgefunden. Diese Punkte sind als wei ße 
bzw. graue Kreise in der Karte markiert und werden so- 
mit nicht in die Verteilung der Verbissschäden einb ezo- 
gen. An den restlichen 106 Stichprobenpunkten konnt en 
in den Probekreisen mit 2 m Radius zwischen vier bi s 
100 Jungpflanzen gezählt werden. Entsprechend ihres  
Verbissprozents sind diese Punkte in der Karte farb lich 
dargestellt.  
Sowohl weite Teile des südlichen Westwaldes aber au ch 
größere zusammenhängende Gebiete im Ostwald wei- 
sen keine oder nur eine geringe Anzahl an Jungpflan zen 
auf. Im Ostwald ist dies an den meisten Punkten aug en- 
Abb. 42: Prozentualer Anteil an Verbissschäden der vorhan- 
denen Verjüngung 
0
20 
40 
60 
80 
100 
Gesamt West Ost 
Anteil der Bäume in % 
unverbissen verbissen 
Abb. 43: Prozentualer Anteil der Baumarten mit Verb iss- 
schäden (nur BA mit N >=50) 
Abb. 44: Verbissener Terminaltrieb einer Buche (Fot o: S. 
Meining

28 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
scheinlich auf eine relativ geschlossene Bestandess truk- 
tur zurückzuführen, die wenig Licht auf den Boden l ässt, 
so dass sich nur wenige Jungpflanzen ansiedeln könn en. 
Im deutlich aufgelichteten Westwald ist die geringe  An- 
zahl an Jungpflanzen offensichtlich durch unwirtlic he 
klimatische Bedingungen der vergangenen Jahre sowie  
die insbesondere im südlichen Teil mitunter hohen M ai- 
käferpopulation im Boden begründet.  
Stichprobenpunkte mit hoher Verbissrate finden sich  
sowohl im West- als auch im Ostwald mit hoher Varia ti- 
onsbreite. Sie wechseln sich je nach Bestandesstruk tur 
und Verweildauer des Wildes stark mit weniger verbi s- 
senen Standorten ab, dabei lassen sich Zonen mit ve r- 
mehrter Verbisssituation kaum eindeutig abgrenzen. 
Insgesamt weisen 41 % der Stichprobenpunkte keinen 
bzw. nur geringen Verbiss (0 bis 20 %) auf. Starker  bis 
sehr starker Verbiss (61 bis 100 % der Jungpflanzen ) ist 
auf 35 % der Stichprobenpunkte festzustellen. 
Abb. 45: Prozentualer Anteil an verbissenen Jungpfl anzen (21 bis 100 cm) je Stichprobenpunkte (es wur-
den nur Punkte mit >= 4 Jungpflanzen ausgewertet) (Kartenhintergrund: OpenStreetMap)

29 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
5 Fazit 
Der Schädigungsgrad der Wälder im Stadtwald Darm- 
stadt ist sehr hoch. In den vergangenen Jahren bzw.  
Jahrzehnten hat die Zunahme an extrem trockener und  
heißer Witterung während den Vegetationszeiten deut -
liche Spuren im Wald hinterlassen. Das Waldbild ist  
vielerorts geprägt von einem sehr hohen Anteil abge - 
storbener Bäume und stark geschädigter Baumkronen. 
Besonders auf den trockenen und nährstoffarmen Böden 
des Westwaldes sind die Schäden vielerorts graviere nd. 
Trotz des vergleichsweise kühlen und nassen Jahres 
2021 hat sich die mittlere Kronenverlichtung der Bä ume 
im Durchschnitt im Vergleich zum letzten Jahr kaum 
verändert und liegt mit 37,6 % weiterhin auf sehr hohem 
Schadniveau. Der Anteil an stehend abgestorbenen 
Bäumen hat sich mit 9 % im Vergleich zum Vorjahr we i- 
ter erhöht.  
Der Vergleich mit den landesweiten Erhebungen weist  
den Stadtwald Darmstadt als ein besonders stark ge-
schädigtes Waldgebiet in Hessen aus. Neben dem mittle- 
ren Nadel-/Blattverlust sind der Anteil der stärker  ge- 
schädigten Bäume sowie die Mortalitätsrate im Stadt - 
wald Darmstadt um ein Vielfaches höher als im Lande s- 
durchschnitt. Im Vergleich der besonders stark gesc hä- 
digten Waldgebiete zeigt der Westwald gegenüber der  
stark belasteten Rhein-Main-Ebene ebenfalls einen deut- 
lich höheren Schädigungsgrad auf. Sowohl der Anteil  an 
Totholz als auch an stärker geschädigten Bäumen ist  im 
Westwald deutlich erhöht.  
Zusätzlich zu den klimatischen Belastungen führen v er- 
schiedene Schaderreger zu einer zunehmenden Schwä- 
chung der Wälder. Dabei wird die Ausbreitung vieler  
Pathogene in den letzten Jahren durch den fortschre i- 
tenden Klimawandel begünstigt. In den Kiefernwälder n 
ist so z. B eine starke Parasitierung durch die Mis tel zu 
beobachten, die den Bäumen während der Vegetations-
zeit dringend benötigtes Wasser entzieht. Eine land es- 
weite Massenverbreitung verschiedener Borkenkäferar - 
ten wurde in Folge der Dürrephase 2018 bis 2020 festge- 
stellt, die auch im Stadtwald Darmstadt zu Stehendb efall 
an Fichten führte. Zudem führen verschiedene blattf res- 
sende Raupen wärmeliebender Schmetterlingsarten an 
Eichen und sonstigen Laubbäumen regelmäßig zu akuten 
Blattverlusten. In dem über weite Strecken feuchten Jahr 
2021 stieg zudem der Befall durch Eichenmehltau sta rk 
an, der für eine akute Schwächung der Eichen in die sem 
Jahr sorgte.  
Viele Bestände im Stadtwald Darmstadt sind durch de n 
hohen Schädigungsgrad stark aufgelichtet. Insbesond ere 
im Westwald ist der Anteil an Waldflächen mit einem  
Deckungsgrad unter 50 % des Haupt- und Zwischenstan - 
des sehr hoch. Sowohl im West- als auch im Ostwald 
haben sich jedoch auf diesen zur Verjüngung prädest i- 
nierten Flächen bisher nur wenige Jungpflanzen ange - 
siedelt. Dies kann zum einen auf die extrem trocken e 
und heiße Witterung der vergangenen Jahre zurückge-
führt werden, anderseits gefährdet in weiten Teilen  des 
Westwaldes die immer wiederkehrende hohe Population 
von Maikäferengerlingen eine zunehmende Verjüngung 
der Bestände.  
Zur Sicherstellung einer Waldverjüngung sind zudem 
angepasste Wildbestände von großer Bedeutung. Die 
integrierte Erhebung zur Verbisssituation zeigt, da ss 
etwa ein Drittel der vorhandenen Bäume mit einer Hö he 
zwischen 20 und 100 cm an den Punkten der Waldzu- 
standserhebung verbissen sind. Dabei wird die Hainb u- 
che mit Abstand am häufigsten geschädigt, während b ei 
Buche und Eiche der Verbiss deutlich geringer ist. Durch 
die Erhebung können zudem Areale im Stadtwald Darm-
stadt identifiziert werden, auf denen unabhängig vo m 
Verbiss eine schlechte Verjüngungssituation vorherrscht.  
In den vergangenen Jahren wurden im Stadtwald Darm-
stadt wilddicht umzäunte Flächen, sogenannte Weiser - 
zäune, eingerichtet. Ein Vergleich des Bewuchses in ner- 
halb und außerhalb der eingezäunten Flächen kann zu - 
sätzlich eine konkrete und standortsbezogene Beurte i- 
lung des Wildeinflusses auf die Waldverjüngung ermö g-
lichen. Gleichzeitig bietet die Erhebung auf den Pu nkten 
der Waldzustandserhebung eine gute Basis um zukünft i- 
ge Entwicklungen darzustellen und zielgerichtete Er - 
folgskontrollen durchzuführen.  
Die Waldverjüngung spielt bei der Stabilisierung de r 
Wälder hinsichtlich klimatischer Veränderungen eine  
entscheidende Rolle. Der Umbau von nicht standortsg e- 
rechten Waldbeständen in klimaresiliente Mischwälde r 
mit hohem Laubholzanteil steht dabei im besonderen 
Fokus, um die Widerstandskraft der Wälder gegenüber  
extremen Witterungseinflüssen zu stärken. 
Eine besondere Herausforderung stellt dabei die Bau m- 
artenwahl für die Entwicklung möglichst klimastabil er 
Wälder dar. Im Hinblick auf die Risikostreuung und Wi- 
derstandsfähigkeit sollten die Wälder von morgen au s 
artenreichen Laub-Mischbeständen aufgebaut sein, 
möglichst aus standortsgerechter Naturverjüngung. F ür

30 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
Neuanpflanzungen eignen sich vor allem einheimische  
Baumarten (wie z. B. Eiche, Linde, Elsbeere oder Sp it- 
zahorn), die bereits an trockenere Standorte angepa sst 
sind. Daneben können auch bereits eingeführte fremd - 
ländische Baumarten, wie z. B. die Rot- bzw. die Fl aum- 
eiche, die Douglasie oder die Schwarzkiefer in stab ilen 
Mischbeständen einen Beitrag zum klimagerechten Um-
bau der Wälder leisten.  
Die zunehmende Ausbreitung invasiver Arten, wie der  
Spätblühenden Traubenkirsche, der Robinie, dem Göt-
terbaum oder der Kermesbeere gefährden jedoch auf 
einigen Standorten im Stadtwald Darmstadt zwischen-
zeitlich die natürliche Sukzession der Wälder. Durc h die 
große Konkurrenzkraft in Vermehrung und Wachstum 
werden heimische Baumarten oftmals zurückgedrängt 
und können sich nicht mehr entsprechend ausbreiten.  
Zugleich wird eine notwendige Waldverjüngung ge- 
bietsweise durch eine hohe Maikäferengerlingendicht e 
und örtlich auftretenden Wildverbiss erschwert. Nur  
wenn es gelingt, die Wälder mit Hilfe einer zielger ichte- 
ten Waldverjüngung zu klimastabilen Mischwäldern zu  
entwickeln, können die zahlreichen Funktionen des W al- 
des (Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion) dauerhaf t 
aufrechterhalten werden.

31 
Stadtwald Darmstadt – Waldzustandsbericht 202 1 
6 Glossar 
Abiotisch : ohne Beteiligung von Lebewesen. 
Biotisch : mit Beteiligung von Lebewesen. 
Brusthöhendurchmesser:  Durchmesser eines stehenden 
Baumes in der Brusthöhe von 1,30m. 
Deutlich geschädigte Bäume:  Nach der Definition der 
Waldzustandserhebung gelten alle Bäume mit einem 
Nadel-/Blattverlust größer als 25% als deutlich ges chä- 
digt (Zusammenfassung der Schadstufe 2 bis 4).  
Deckungsgrad:  Anteil der Bestandesfläche, die durch 
Baumkronen überdeckt ist.  
Disposition: Anfälligkeit/Empfänglichkeit eines Baumes 
für bestimmte Krankheiten bzw. Schädlinge. 
Fruktifikation:  Fruchtbildung einer Pflanze / eines Bau- 
mes. 
Invasive Arten:  Tier- und Pflanzenarten, die mit ihrer 
Ausbreitung Lebensräume, Arten oder Ökosysteme be- 
einträchtigen und der ökologische Vielfalt schaden.  
Kraft´sche Klasse:  Einteilung der Bäume in Baumklassen 
nach ihrer soziologischen Stellung innerhalb eines Be- 
standes nach G. Kraft. Kraft´sche Klassen 1 bis 5: vor- 
herrschen, herrschend, gering mitherrschend, be- 
herrscht und ganz unterständig.  
Konfidenzintervall:  statistisch berechneter Vertrauens-
oder Erwartungsbereich innerhalb der die Werte mit 
einer definierten Wahrscheinlichkeit liegen. Oft wi rd der 
95%-Vertrauensbereich angegeben.  
Nadel-/Blattverlust:  eingeschätzter Verlust der Benade- 
lung bzw. der Belaubung. Der Nadel-/Blattverlust wi rd in 
5-Prozentstufen am Einzelbaum geschätzt und zum mit t- 
leren Nadel-/Blattverlust (mNBV) verrechnet.  
Resilienz:  Widerstandsfähigkeit gegenüber Belastungen.  
Schadstufen : Zusammenfassung der Nadel-/Blattverlust-
stufe und der Vergilbungsstufe. Schadstufe 0 = unge - 
schädigt, 1= schwach geschädigt, 2=mittelstark gesc hä- 
digt, 3= stark geschädigt, 4= abgestorben.  
 
 
Sukzession :
 zeitliche Abfolge der an einem Standort 
aufeinanderfolgenden Pflanzengesellschaften. 
Verjüngung:  Nachwuchs von Bäumen (natürliche Ver- 
jüngung, Saat oder Pflanzung). 
Vitalität:  „Lebenskraft“, Gesundheit, gutes Wachstum, 
Widerstandskraft gegenüber Stressfaktoren.  
Weiserzaun : Kontrollzaun, der eine begrenzte Fläche 
wilddicht umschließt und so eine Beurteilung des Wi ld- 
einflusses im Vergleich zur nicht umzäunten Fläche er- 
möglicht.

32 
Stadtwald Darms tadt – Waldzustandsbericht 202 1 
7 Literaturverzeichnis 
Arbeitsgemeinschaft Kronenzustand (2007): Waldbäume – Bilderserien zur Einschätzung von Kronenverlicht ungen bei 
Waldbäumen. BMVEL (Hrsg.), 130 S. 
HLNUG (2021a): https://www.hlnug.de/news/im-blickpunkt-bilanz-des-hydrologischen-sommerhalbjahres  
(Stand: 24.11.2021) 
HLNUG (2021b): https://www.hlnug.de/themen/klimawandel-und-anpassung/klima-und-klimawandel/klimapro-
jektion-hessen (Stand: 24.11.2021) 
NW-FVA (2021a): Waldzustandsbericht 2021. Hessische s Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtscha ft und 
Verbraucherschutz (Hrsg.), 39 S.  
NW-FVA (2021b): schriftliche Auskunft der NW-FVA. 18.11.2021 
Wellbrock, N., Eickenscheidt, N., Hilbrig, L., Dühnelt, P-E., Holzhausen, M., Bauer, A., Dammann, I., Strich, S., Engels, F., 
Wauer, A. (2018): Leitfaden und Dokumentation zur W aldzustandserhebung in Deutschland. Braunschweig: J ohann 
Heinrich von Thünen-Institut, 97 S., Thünen Working. Paper 84, DOI:10.3220/WP1513589598000.

2022/0009

7289 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
11.01.2022 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Dezernat IV 
 
Amt: Grünflächenamt  
 OBW bei abschl. B e-
schlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2022/0009 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 555010 
Kostenstelle:  067-030-1100 Investitionsnummer:        
Kostenträger:  555011 Sachkonto: div. Sachkonten  
 
Betreff: Waldzustandsbericht 2021 für den Stadtwald Darmstadt (WZB 2021)  
 
Vorlage vom: 23.12.2021  
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Waldzustandsbericht 2021 wird zur Kenntnis genommen.  
 
 
 
 
 
Anlagen: Waldzustandsbericht Darmstadt 2021  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 23.12.2021 
 
Hitze und Trockenheit, hervorgerufen durch die Folgen des Klimawandels setzen unserem 
Stadtwald deutlich zu. Als Teilergebnis des Runden Tisches Wald, dessen Einrichtung durch 
Magistrat und Stadtverordnetenversammlung im Sommer 2019 beschlossen wurde und de s-
sen Abschlussbericht der Magistrat am 13.01.2021 und die Stadtverordnetenversammlung 
am 27.05.2021 zugestimmt haben, soll für den Stadtwald Darmstadt künftig jährlich ein 
Waldzustandsbericht erstellt werden, in dem der Waldzustand erfasst und dokumentiert 
wird. Diese Erhebung des Waldzustands gehört zur grundlegenden Analyse des Zustands 
unseres West- und Ostwaldes und  liefert differenzierte, kleinräumige Erkenntnisse, welche im 
weiteren Prozess ermöglichen, die richtigen Maßnahmen zum Schutz des Ökosystems Wald 
ableiten zu können.  
 
In Zusammenarbeit mit der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen, 
wurde ein Stichprobendesign für den Waldzustandsbericht erarbeitet und zwischen Mitte Juli 
bis Mitte August 2021 zum zweiten Mal eine dezidierte engmaschige Erhebung des Waldz u-
stands im Stadtwald Darmstadt durchgeführt. Es wurde hierfür ein dichtes Aufnahme raster 
(Raster 250 m x 250 m) gewählt, um eine hohe Auflösung der Ergebnisse getrennt nach den 
standörtlich und klimatisch sehr unterschiedlichen Waldgebieten des West - und Ostwaldes zu 
erzielen. Der Waldzustandsbericht 2021 für den Sta dtwald Darmstadt ist  in der Anlage beig e-
fügt. 
 
Die Ergebnisse sind erneut nicht überraschend und dennoch alarmierend. Insbesondere im 
Westwald, der sich in der Rheinebene auf trockenen und substratarmen Standorten erstreckt, 
ist der Wald in einem sehr kritischen Zustand. Die Schäden sind hier höher als im hessischen 
Landesdurchschnitt – wenngleich auch der hessische Waldzustandsbericht mehr als besor g-
niserregend ist. Vornehmlich ursächlich für den akuten Schädigungsgrad der Wälder sind 
nach dem vorliegenden Gutachten  ganz offensichtlich klimatische Faktoren. Eine Zunahme 
von sommerlichen Hitzeperioden und langanhaltende Dürrephasen führten in Kombination 
mit milden Wintern und niederschlagsarmen Frühjahrsmonaten in den Jahren 2018 -2020 zu 
einer deutlichen Belastung der Wälder. Sind im Ostwald noch insgesamt 58% der erfassten 
Bäume ungeschädigt oder nur schwach geschädigt, fällt diese Bilanz für den Westwald  mit 
seinen sandigen Böden nach inzwischen drei klimawandelbedingt viel zu trocken und heißen 
Sommern sehr viel dramatischer  aus: nur 34% sind ungeschädigt oder nur schwach gesch ä-
digt, 37% mittelstark, 15% sind stark geschädigt und 14% zum Zeitpunkt der Erhebung b e-
reits abgestorben. Der Witterungsverlauf in der Vegetationszeit 2021 mit zu trockenem Frü h-
jahr und überdurchschnitt lichen Niederschlägen sowie durchschnittlichen Temperaturen in 
den Sommermonaten haben für eine leichte Entspannung gesorgt.  
 
Zusätzlich zur reinen Erhebung des Vitalitätsbestandes der Baumkronen wurde 2021 an a l-
len 297 Stichprobenpunkten der Waldzustandse rhebung eine Bestands - und Wildverbissau f-
nahme durchgeführt, um den Waldaufbau und das natürliche Vegetationspotenzial (Naturve r-
jüngung) zu untersuchen. Viele Bestände im Stadtwald Darmstadt sind durch den hohen 
Schädigungsgrad stark aufgelichtet. Insbeson dere im Westwald ist der Anteil an Waldflächen 
mit einem Deckungsgrad unter 50% des Haupt - und Zwischenstandes sehr hoch. Sowohl im 
West- als auch im Ostwald haben sich jedoch auf diesen zur Verjüngung prädestinierten Fl ä-
chen bisher nur wenige Jungpflanzen  angesiedelt. Dies kann zum einen auf die extrem tr o-
ckene und heiße Witterung der vergangenen Jahre zurückgeführt werden, anderseits gefäh r-
det in weiten Teilen des Westwaldes die immer wiederkehrende hohe Population von Maik ä-
ferengerlingen eine zunehmende Verjüngung der Bestände.

- 4 - 
Vor allem in den lichten Wäldern des Westwaldes ist auch eine zunehmende Ausbreitung g e-
bietsfremder, invasiver Arten festzustellen, die gegenüber heimischen Arten mit einer sehr 
hohen Konkurrenzkraft auftreten. Zu nennen sind hie r insbesondere die spätblühende Tra u-
benkirsche, der Götterbaum und die Robinie.  
 
Sowohl weite Teile des südlichen Westwaldes , aber auch größere zusammenhängende Gebi e-
te im Ostwald weisen keine oder nur eine geringe Anzahl an Jungpflanzen auf. Im Ostwald i st 
dies an den meisten Punkten augenscheinlich auf eine relativ geschlossene Bestandsstruktur 
zurückzuführen, die wenig Licht auf den Boden lässt, so dass sich nur wenige Jungpflanzen 
ansiedeln können. Im deutlich aufgelichteten Westwald ist die geringe An zahl an Jungpfla n-
zen offensichtlich durch unwirtliche klimatische Bedingungen der vergangenen Jahre sowie 
die insbesondere im südlichen Teil mitunter hohe Maikäferpopulation im Boden begründet.  
 
Zur Sicherstellung einer Waldverjüngung sind zudem angepasst e Wildbestände von großer 
Bedeutung. Die integrierte Erhebung zur Verbisssituation zeigt, dass etwa ein Drittel der vo r-
handenen Bäume mit einer Höhe zwischen 20 und 100 cm an den Punkten der Waldzustan d-
serhebung verbissen sind. Dabei wird die Hainbuche mit  Abstand am häufigsten geschädigt, 
während bei Buche und Eiche der Verbiss deutlich geringer ist. Durch die Erhebung können 
zudem Areale im Stadtwald Darmstadt identifiziert werden, auf denen unabhängig vom Ve r-
biss eine schlechte Verjüngungssituation vorhe rrscht.  
 
Auch wenn die Baumschäden in Teilen des Stadtwaldes derzeit gravierend sind, bieten sie 
auch eine Chance für die biologische Vielfalt. Zerfallsphasen und Kalamitäten gehören zu 
einem natürlichen Ablauf der Waldentwicklung. Absterbende Bäume, steh endes Totholz oder 
umstürzende Stämme , stellen für viele Tier - und Pflanzenarten – darunter oft seltene, vom 
Aussterben bedrohte Arten – einen wichtigen Lebensraum dar. Zudem kann ein erhöhter To t-
holzanteil am Boden zu einem verbesserten Wasserhaushalt und  langfristig zu einem verbe s-
serten Bodenzustand der Wälder beitragen. Diese Themen werden auch dezidiert im o.g. 
Abschlussbericht des Runden Tisches Wald behandelt.  
 
Dezernat III       
 
 
 
Michael Kolmer                          
Stadtrat

Beratungsverlauf (1)

TOP 32

Orte (1)

  • Dieburger Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
2022/0009
Typ
Magistratsvorlage
Datum
23.12.2021
Erstellt
29.09.2026 00:00